Nicht alle begeistert – Evangelikale Reaktionen auf Papst-Besuch in Caserta

Pastor Traettino und Papst Franziskus
Pastor Traettino und Papst Franziskus

(Rom) Auf den Papst-Besuch bei Pastor Giovanni Traettino in Caserta folgten in den Kreisen der Evangelikalen und Pfingstler höchst unterschiedliche Reaktionen. Vor allem der italienische Protestantismus, traditionell auf größtmögliche Distanz zur Katholischen Kirche bedacht, findet wenig freundliche Worte. Dort befürchtet man eine „katholische Umarmung“ und übt auch Kritik an einer gegenüber Rom zu „freundlichen“ Haltung der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA). Eine kleine, unvollständige Spurensuche nach Caserta samt der Frage, wie sich die Aussagen von Papst Franziskus über die Einheit in der Vielfalt mit der Erklärung Dominus Iesus von 2000 vereinbaren lassen. Dominus Jesus ist eine offizielle Erklärung der Glaubenskongregation mit päpstlicher Billigung. Caserta eine private Rede von Papst Franziskus während eines Privatbesuchs. Wie steht es aber mit der Macht des Faktischen?

In Caserta sagte Papst Franziskus vor den versammelten Evangelikalen und Pfingstlern zur „Einheit der Christen in der Vielfalt“:

„Wir sind im Zeitalter der Globalisierung und wir denken: Was ist die Globalisierung und was wäre die Einheit in der Kirche? Vielleicht eine Sphäre, wo alle Punkte gleich weit vom Mittelpunkt entfernt sind, alle gleich? Nein. Das wäre Uniformität. Und der Heilige Geist macht keine Uniformität! Welche Figur können wir also finden? Stellen wir uns ein Polyeder vor: Ein Polyeder ist eine Einheit, aber jeder Teil ist anders; jeder hat seine Besonderheit, sein Charisma. Das ist die Einheit in der Vielfalt. Auf diesem Weg tun wir Christen das, was wir mit dem theologischen Begriff Ökumene nennen.“

Dominus Iesus oder Caserta?

„Diese Metapher des ‚Polyeder‘ ist nicht leicht mit dem in Einklang zu bringen, was in der Erklärung Dominus Iesus von 2000 festgestellt wurde, die einen Markstein im Lehramt der beiden Vorgängerpäpste darstellt“, so der Vatikanist Sandro Magister. Dort heißt es:

„Daher dürfen die Christgläubigen sich nicht vorstellen, die Kirche Christi sei nichts anderes als eine gewisse Summe von Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften — zwar getrennt, aber noch irgendwie eine; und es steht ihnen keineswegs frei anzunehmen, die Kirche Christi bestehe heute in Wahrheit nirgendwo mehr, sondern sei nur als ein Ziel zu betrachten, das alle Kirchen und Gemeinschaften suchen müssen.“ In Wirklichkeit „existieren die Elemente dieser bereits gegebenen Kirche in ihrer ganzen Fülle in der katholischen Kirche und noch nicht in dieser Fülle in den anderen Gemeinschaften“.

Die Erklärung zitierte dabei die Erklärung der Glaubenskongregation Mysterium Ecclesiae von 1973 und die 1995 veröffentlichte Enzyklika Ut unum sint von Papst Johannes Paul II.

Die „großzügige Geste der Öffnung“ (Sandro Magister), die Papst Franziskus in Caserta vollzog, wurde in der evangelikalen und pfingstlerischen Welt keineswegs so wohlwollend aufgenommen, wie vom gastgebenden Pastor Giovanni Traettino.

Anti-Caserta-Erklärung italienischer Evangelikaler und Pfingtsler

Einblick in abweichende Meinungen bietet das von Sandro Magister geführte Gespräch mit dem evangelikalen Theologen Pietro Bolognesi. Bolognesi unterrichtet Systematische Theologie am Evangelikalen Bildungs- und Dokumentationsinstitut in Padua. Vor allem ist er Mitglied der Theologischen Kommission der World Evangelical Alliance (WEA). Er vertritt die Position der italienischen Evangelikalen, die gegenüber der Katholischen Kirche traditionell besonderen Wert auf Distanz legt.

Als unmittelbare Reaktion unterzeichneten alle protestantischen Dachverbände Italiens, Evangelische Allianz Italien (AEI), Assemblies of God in Italy (ADI), Föderation der Pfingstkirchen (FCP), die Apostolische Kirche Italien und eine Reihe von freien Pfingstler-Gemeinden am 19. Juli erstmals in ihrer Geschichte eine gemeinsame Erklärung, mit der sie auf Distanz zur päpstlichen Annäherung gingen. Bolognosi bezeichnete diese unerwartete „Einheit“ als „Geschenk Gottes“. Es sei zustandegekommen, weil die „Familien des italienischen Protestantismus“ die „Notwendigkeit“ verspürt hätten, „gegenüber den Umarmungsversuchen des Katholizismus“ die Unterschiede hervorzuheben.

Soweit die Reaktionen in Italien. Wie aber reagierten die Evangelikalen auf internationaler Ebene? „Viele ausländische Internetseiten haben unsere Erklärung in verschiedenen Sprachen veröffentlicht und es hat sich eine interessante Diskussion entwickelt“, so Bolognesi. Bei der Weltallianz würden derzeit die Grenzen verschwimmen. Die Erklärung habe es ermöglicht, auch gegenüber der World Evangelical Alliance klar zu sagen, was der italienische Protestantismus vom Katholizismus denke.

„Konfuse Vergebungsbitte“

Was war für Bolognesi an der Papst-Rede von Caserta am Erstaunlichsten? „Ich würde sagen, zwei Dinge: die Vergebungsbitte und die Betonung der versöhnten Vielfalt als Weg für die Ökumene der Zukunft.“

Der evangelikale Theologe erklärte, warum ihn die Vergebungsbitte erstaunte. „Abgesehen von der Vergebungsrhetorik kam sie mir oberflächlich und konfus vor. Die Maßnahmen gegen die Pfingstler stammten von der faschistischen Regierung nicht von der katholischen Kirche. Wenn, dann ist die katholische Kirche verantwortlich für Jahrhunderte des Widerstandes gegen die Religionsfreiheit, aber dazu blieb der Papst stumm. Dann sprach er von Sünden einzelner Katholiken und stellte damit das katholische Verständnis von der fehlerlosen Kirche nicht in Frage. Jede Vergebungsbitte muß auch eine Wiedergutmachung enthalten. Was hat der Papst zur Religionsfreiheit in Italien und zur Tatsache gesagt, daß seine Kirche in Italien das Haupthindernis bei der Gleichheit der Kulte ist? Nichts, wie mir scheint. Der Faschismus ist vorbei, die Verfolgungen auch, aber die Religionsfreiheit ist noch immer ein heißes Eisen und Franziskus hat geschwiegen.“

Erstmals sagte ein Papst aber, daß die Pfingstler keine Sekte seien. „Das, das war ein positiver Punkt. Im Gegensatz zu Johannes Paul II. und Benedikt XVI., die gewohnheitsmäßig von den Evangelikalen (gemeint sind Evangelikale und Pfingstler) wie von einer „Sekte“ sprachen, ist das etwas Neues. Warum bat Franziskus nicht um Entschuldigung für die abwertende Sprache seiner Vorgänger statt auf wirre Weise um Vergebung zu bitten?

„Keine Einheit mit katholischer Kirche möglich“

Und was der Papst über die Einheit in der Vielfalt sagte? „Er zitierte Oscar Cullmann, ohne ihn zu nennen. Die ‚versöhnte Vielfalt‘ ist ein ökumenisches Paradigma laut dem sich die Kirchen so akzeptieren wie sie sind. Wie kann man aber die katholische Kirche wie irgendeine Denomination anerkennen? Es ist eine Kirche, die einen Staat im Zentrum hat, die eine imperiale Institution wie das Papsttum im Zentrum hat, die eine Reihe von antibiblischen Dogmen hat, die nicht geändert werden können, die einen sakramentalen Aufbau hat, die Frömmigkeitsformen fördert, die die Aufmerksamkeit von Christus weglenken … Wie kann man es akzeptieren, mit dieser Realität „versöhnt“ zu sein? Die Einheit liegt in der Wahrheit Christi, nicht in der gegenseitigen Akzeptanz der Unterschiede, welche immer diese sein mögen.“

Laut dem Dokument von Singapur der Weltweiten Evangelischen Allianz von 1986 sei eine Versöhnung mit Rom ohne Reformen gemäß dem Evangelium nicht möglich. Solange sich die katholische Kirche nicht „wirklich zum Wort Gottes bekehrt ist keine Einheit möglich“, so Bolognesi. Der evangelikale Theologe betonte zudem, daß die „wahre Ökumene“, jene der „Kinder Gottes“, 1846 durch die Evangelische Allianz mit der Weltgebetswoche begonnen wurde. Er hoffe jedenfalls, daß sich die Unterzeichner der Erklärung vom 19. Juli von einer falschen Ökumene, wie sie in Caserta stattgefunden habe, „fernhalten“, denn: „Wenn der Papst die Evangelikalen umarmt, wie könnten diese künftig noch die idolatrischen Formen des Katholizismus kritisieren? Die Umarmung des Papstes könnte zum Maulkorb für die evangelische Freimütigkeit werden.“

Text: Settimo Cielo/Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo

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Tomas2612
Die Ausführungen Bolognesis zur katholischen Kirche (antibiblische Dogmen, Frömmigkeitsformen, die von Christus weglenken usw.) machen deutlich, wie sehr protestantische Lehren im Irrglauben verhaftet sind. Letztlich geht es um die Annahme der Glaubenssätze, wie sie im Tridentinum gelehrt wurden. Das steht bei den Protestanten noch immer aus. Insofern sind sie in ihrer Entwicklung zurück geblieben. Ursache ist letztlich ein konträr zum katholischen Glauben anderes Kirchenverständnis, das auf dem „sola scriptura“ basiert. Das gilt es anzuerkennen, aber nicht die „Protestantisierung“ der katholischen Kirche fortzuschreiben. Die Einheit in der Vielfalt ist nur in der katholischen Kirche in der ganzen Fülle verwirklicht. Papst Franziskus… weiter lesen »
zeitschnur
Hahahaha! Es wird immer besser! Der Leib Christi ist inzwischen ein „Polyeder“! Aber das macht die Zitate aus „Dominus Jesus“ nicht wahrer! Denn die anderen kirchlichen Gemeinschaften haben nicht die volle Wahrheit „noch nicht“ erreicht, sondern sie haben sie aufgegeben und sind „nicht mehr“ im Besitz derselben. Die Wahrheit ist – auch in der Logik – ebenso wie Christus und Sein Leib nicht teilbar. Ist in einem Gefüge nur ein Irrtum, ist das ganze Gefüge nicht mehr wahr, sondern falsch. Es ist absolut himmelschreiend, wie sich diese Evangelikalen aufplustern! Es gibt sie seit vielleicht 200 Jahren, und sie sind vermessen… weiter lesen »
hicesthodie

„Es gibt sie seit vielleicht 200 Jahren, und sie sind vermessen genug zu glauben, mit ihnen hätte die wahre Auslegung des „Evangeliums“ begonnen.“

Wie wahr! Es geht ihnen hierbei wie Krethi und Plethi: im selben Wahn leben doch alle Abweichler, die Protestanten ebenso wie die Bruchhermeneuten des Zweiten Vatikanischen Konzils, zu dessen Vertretern Bergoglio gezählt werden muss. Deshalb versteht und schätzt man sich offenbar auch so ausnehmend unter den Geistbewegten. Fragt sich nur – frei nach Goethe –, ob das nicht eher doch im Grund der Herren eigner Geist ist, in dem die Gottesbilder sich bespiegeln…

defendor

Hw Prof. May benennt den Weg für die Gesundung der Kirche:
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„Eine Erneuerung der Kirche kann es nur geben,
wenn sie sich vom Protestantismus eindeutig absetzt, denn der
Protestantismus ist das Prinzip der Auflösung.
Die Kirche braucht keinen Ökumenismus.
Für den Verkehr mit Andersgläubigen hat sie das Gebot der Nächstenliebe.“
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Ralph

Sehr zu treffend. Mehr als Nächstenliebe kann es in der Tat nicht geben.

Ralph

Korrekt „zutreffend“. Pardon !

IMEK
Der Herr Bolognesi könnte sich kundig machen. Gleichheit der Kulte??? http://www.vatican.va/holy_father/leo_xiii/encyclicals/documents/hf_l-xiii_enc_29061896_satis-cognitum_en.html http://www.vatican.va/holy_father/pius_xii/encyclicals/documents/hf_p-xii_enc_12081950_humani-generis_en.html http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html Dort könnte er erfahren, daß die sichtbare Kirche der EINE Leib Jesu Christi ist. 1 Kor 12, 27 Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm. In Mt 16, 18 sagt Jesus: Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ICH MEINE Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Also kann jede andere `Kirche` außer dieser EINEN Kirche nicht die wahre Kirche sein, da sie nicht von Jesus Christus gegründet wurde. http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2073.htm Was… weiter lesen »
Ralph

Andernorts wird von der Distanzierung evangelikaler Kreise nichts berichtet und nur die Aussage eines Pfingstler-Funktionärs hochgelobt. Bergoglio hat wieder einmal mehr nichts aufzuweisen. Der ganze Ökumenismus-Eifer ist hier einmal mehr sinnlos gewesen.

Leo Laemmlein
Die Arroganz gegen den evangelischen Glauben, die aus manchen Kommentaren hier spricht, habe ich selbst Jahrzehnte lang gehegt und fällt es mir darum nicht schwer zu verzeihen. Die Orthodoxie ist ja so etwas wie ein zurückgebliebener, renitenter östlicher Katholizismus (so denken die Römer) und insofern wenigstens der Beachtung wert – aber der Protestantismus? Igittigitt, bähbäh und pfui! Diese Haltung beruht auf Unwissen, verbunden mit dem Hochmut, der aus einer falschen Sicherheit über die angeblich unanfechtbare Wahrheit des römischen Katholizismus kommt. Ich bin sicher, liebe Schmäher, nicht einer von euch hat sich jemals wirklich mit der Frage auseinandergesetzt, was es bedeutet… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Schluss. Weiter: Wie kommt es, dass die römisch-katholische Kirche in den Lehrdokumenten über die Bibel noch bis Leo XIII., Benedikt XV. und Pius XII., die v ö l l i g e Irrtumslosigkeit der Bibel lehrte, und seit Vatikanum 2 und dem Lehrschreiben der Bibelkommissioni 1993 nur noch eine eingeschränkte Irrtumslosigkeit lehrt? Wie dürfen die Päpste seit Johannes Paul II. gegen das Zeugnis der Heiligen Schrift die Evolutionstheorie lehren? Und so weiter und so fort. — In einer Zeit, wo einem Katholiken von der Kirchenspitze selbst der Boden unter den Füßen weggerissen wird, halte ich es mit dem gottinspirierten König… weiter lesen »
IMEK
Die Irrtumslosigkeit der Bibel zu verneinen ist nicht katholisch. Die Bibel ohne das Lehramt zu lesen ist auch nicht katholisch. Wer die Irrtumslosigkeit der Bibel leugnet, leugnet meistens auch die Irrtumslosigkeit der Kirche. Die Bücher der Heiligen Bibel gehören der Kirche und diese dürfen von niemandem missbraucht werden. Die über 100 Bibelversionen tragen sicher zur Verwirrung bei. Angeblich wird die dem Ökumenismus geschuldete d e u t s c h e Einheitsübersetzung überarbeitet. Ein Werk das von den Evangelischen ignoriert bis abgelehnt wird, obwohl sie tatkräftig an der hohen Fehlerquote mitgewirkt haben. Der lateinischer Text der Vulgata (NT) liegt in… weiter lesen »
hicesthodie
Und was, bitte, hat das alles mit den Protestanten zu tun? Das „sola scriptura-Prinzip“ das Ihnen vorschwebt, bester Leo Laemmlein, wurde doch gerade von protestantischen Exegeten verraten und durch Entmythologisierung und historisch-kritische Exegese ad absurdum geführt. Gerade die Protestanten gehen mit Gottes Wort doch um wie mit Knetmasse. Und in der Tat lässt sich ja mit einigem Bemühen durch die Schrift so ziemlich alles begründen und rechtfertigen, bis hin zur deutschnationalen Kirche, gell. Reichlich schwammig, Ihr durch Menschen übermitteltes Gotteswort, wenn Sie mir auch einmal eine basphemische Bemerkung erlauben. Deshalb bedarf die Schrift auch der korrekten Auslegung. Das hat die… weiter lesen »
zeitschnur
@ Leo Lämmlein Welch ein heftiger Ausbruch – klingt irgendwie, als hätten Sie eines dieser protestantischen, höchst militanten Antikatholischekirche-Bücher gelesen, das den Splitter im Auge des Nächsten überscharf wahrnimmt und den eigene Balken gar nicht bemerkt… Ich verstehe nicht, was Sie wollen – sehen Sie sich doch mal die chaotische Zersplitterung nach dem sola-scriptura-Prinzip an…. über ständig wachsendes Sektierertum und neue Entzweiung nicht zu reden. lesen Sie Schleiermacher „Über die Religion“: nach Entrümpelung der Tradition ist auch die Tradition der Schrift überflüssig, und wer wahrhaft glabt und gereift ist, schreibt sich seine schrift selbst – die andere Seite sind Bibelpositivisten… weiter lesen »
Hans
Wenn wir von der Bibel reden, sehe ich eine großes Problem: Auf welchen Bibeltext gründen wir unsere Übersetzungen. Das Lehramt hat sich auf keinen griechischen Text festgelegt. Benedikt XVI liest nach eigenem Bekunden Nestle-Alland. Kannonisch ist jedoch die lateinische Übersetzung. Soweit sie auf Hieronnimus zurückgeht, ist sie ganz excellent. Das Grundproblem heute sehe ich darin, dass die modernen Übersetzer eher ihre eigene Meinung zur Bibel übertragen, als das Wort Gottes im Orginal. So sollen in der Einheitsübersetzung angeblich über 2000!! falsch übersetze Stellen enthalten sein. Hier verstehe ich die Evagelikalen sehr gut, die um die Bedeutung und Wahrheitsgehalt jedes biblischen… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Hans Erlauben Sie mir vorab die Bemerkung: D i e Evangelikalen gibt es heute so wenig wie d i e Katholiken. Was bei den Katholiken der Novus Horror Missae ist (http://www.katholisches.info/2013/08/06/novus-horror-missae-liturgiemissbrauch-den-niemand-mehr-leugnen-kann/), ist bei den Evangelikalen ein billiges Wohlfühl-Evangelium (s. z.B. http://www.der-ruf.info/mission-unter-falscher-flagge-ard/). Der Widersacher und sein Anhang ist heute überall am Wirken wie noch nie. Die Einheitsübersetzung hat ein schönes Deutsch, aber sie ist oft ungenau und manchmal verfälschend. Außerdem basiert sie auf dem Text von Nestle-Aland-Text, was in seltsamem Widerspruch zur tridentinisch dogmatisierten Kanonizität der Vulgata steht. Im Nestle-Aland werden wichtige Schriftstellen in den kritischen Apparat verbannt, die im Vulgatatext… weiter lesen »
zeitschnur

@ Hans

Allerdings wurde auch die Vulgata immer wieder evidiert wegen gravierender Übersetzungsfehler, und dies auch schon früh, z.B. nach dem Trienter Konzil, und auch Pius X. nahm das erneut in Angriff.

Gravierender erscheint mir, das Luther eigenmächtig ganze Bücher des Biblischen Kanons hinauswarf, weil er das aus sehr angreifbaren Gründen so für richtig hielt.

Shuca

“ So sollen in der Einheitsübersetzung angeblich über 2000!! falsch übersetze Stellen enthalten sein.“
Das haben die drauf. Nichts ist unmöglich. Die Jerusalemer Bibel wird uns Katholiken ja nicht mehr zugänglich gemacht. Sie bieten uns heute eine“Neue Jerusalemer Bibel“ an, nun auf die können wir gerne verzichten.
Per Mariam ad Christum.

Hans

@ shuca
Mein Respekt vor den Evangelikalen gründet sich darauf, dass sie die historische-kritische Bibelauslegung von Bultmann und seinen Schülern nicht mitgemacht haben. Denn sie ist eine der Wurzeln des heutigen Unglaubens und die katholischen Exegeten haben diese Leugnung des Wortes Gottes mehrzahlig als wissenschaftlich akzeptiert und von den Bischöfen unwidersprochen gelehrt.

Shuca

@Hans
Ich habe zwei lutherische Bibeln von der Straße gekauft. Die eine ist datiert von 1934 und die andere von 1912. Nicht das ich Luther traue aber die Einheitsübersetzung traue ich noch weniger. Das mit Bultmann ist klar, man sollte alles von ihm aus dem Weg gehen.
Per Mariam ad Christum.

zeitschnur

Bei Luther fehlen aber viele AT-Bücher…schon bemerkt?

Leo Laemmlein

Ich stehe zu dem, was ich geschrieben habe, und kann es auch begründen. Das tue ich aber nicht, weil es hier, an dieser Stelle nichts bringen würde. Unsere Lebenszeit ist kurz. Möge jeder sich Rechenschaft geben, worauf es beim Christsein ankommt. Das herauszufinden ist nicht schwer. Der Herr Jesus und die Apostel haben es uns klar genug gesagt.

zeitschnur
Dann bleibt Ihnen wohl nur noch eine Konversion übrig…aber es erschüttert mich, wie hier nach und nach die einzelnen jede Nüchternheit verlieren und teilweise wüten wie brüllende Löwen, wenn man einfach nur das vorträgt, was die RKK bis vor 50 Jahren selbstverständlich zu glauben vorgelegt hat. Die einen rasten total aus, wenn man Maria erwähnt (ein „sicheres Zeichen der Verwerfung“ nannten das mehrere Heilige…) und scheuen nicht vor Lüge und Rufmord zurück, fühlen sich aber dann, nachdem sie gewütet haben wie das Rumpelstilzchen, als arme angegriffene Wahrheitsapostel, dabei kann jeder im Diskussionsverlauf sehen, dass sie selbst Urheber des eigene Hasses… weiter lesen »
Leo Laemmlein
zeitschnur, da Sie mich schon so nett ansprechen… 😎 Sie wachen nachts auf und das Haus brennt oder eine Überschwemmung steigt die Treppe hoch, oder Söldner des Islamischen Staats (IS) stehen vor Ihnen und stellen Ihnen ein Ultimatum: entweder Sie werden Moslem oder werden standrechtlich enthauptet, oder Sie verlassen den Ort binnen Tagesfrist (abwegiger Gedanke? Von Mosul bis nach München zB sind es nur 3.600 km): was packen Sie dann ein, falls Sie und Ihre Lieben überhaupt zum Einpacken kommen? Nur das Überlebensnotwendigste, oder? Optimalerweise hätten Sie Rucksäcke mit Notversorgung für alle Fälle schon vorbereitet. Nun, in einer ähnlichen Lage,… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Fortsetzung. Papst Franziskus hat eine Abneigung gegen Leute mit der vorkonziliaren Dogmatik unter dem Arm, gegen „Denzingeristen“. Hat er vielleicht irgendwo recht? Meine mehreren, vielbändigen Dogmatiken auf dem Bücherregal helfen mir weder durch die Kataklysmen der Endzeit noch durch den heutigen Tag. Aber Gott sagt mir in seinem unfehlbaren Wort, dass ich morgens früh aufstehen soll, und auch, warum und wozu. Er sagt mir, wem und was ich glauben muss, um gerettet zu werden, und was ich tun muss, um geheiligt zu werden. Es ist ein verbreitetes katholisch-apologetisches Argument, der Protestantismus sei in 30.000 Kirchen oder Denominationen zersplittert. Einfach mal… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Schluss. Das katholische Argument, der jüdische Kanon sei erst auf der rabbinischen Synode von Jamnia (nach der Tempelzerstörung) kanonisiert worden, sticht nicht. Der alttestamentliche Kanon stand schon vorher fest (nur die kanonischen Bücher des Tanach durften im Tempel aufbewahrt werden), und der Herr Jesus und die Apostel haben nie aus den deuterokanonischen Büchern zitiert. Lesen Sie halt einfach mal den Artikel von Hans Pfanner, Gehören die Apokryphen zur Bibel? Zumindest werden Sie die Gründe verstehen, warum es so „olle“ Christen gibt, die am engeren jüdischen Kanon festhalten. (Die Orthodoxen haben noch Makkabäer 3 und 4 dazu, und die Äthiopier sogar… weiter lesen »
hicesthodie
Dass Sie, werter Leo Laemmlein, Gottes Wort in der Bibel als Ankerplatz für Ihren Glauben inmitten eines verwüsteten Weinbergs neu entdeckt haben, ehrt Sie. Allein, die Schlussfolgerungen, die Sie ziehen, sind, verglichen an Ihren ansonsten sehr zu schätzenden Kommentaren, doch reichlich abstrus. Wieso steht bei Ihnen Gottes Wort zur Überlieferung oder auch zur dogmatischen Entfaltungen im Widerspruch, so sehr, dass sie das eine für das andere fahren lassen möchten? Sicher ist in einer geistlichen Notlage die Lektüre der Heilige Schrift der von Ott oder Schmaus vorzuziehen. Aber die Schrift ist, wie Sie ja auch schreiben – und diesen Fakt übersehen… weiter lesen »
Shuca
Lieber Leo Laemmlein. Ich schätze sie sehr, aber ihre letzten Beiträge konzentriert „allein auf die Schrift gefallen mir nicht“. In den letzte 2000 Jahren ist viel passiert, so ein großes Buch gibt es gar nicht um alles aufzuschreiben. Der Herr schickt uns so viele Heilige, warum wohl? Viele sind sogar stigmatisiert. Ich glaube der Herr will uns sagen, „Schaut auf die, denen könnt ihr vertrauen“. Die Mutter Gottes erscheint doch nicht aus Jux und Tollerei oder weil sie im Himmel Langeweile hat, sondern weil der Herr mit ihr die Not des Glaubens bekämpfen will. Stellen sie sich mal vor die… weiter lesen »
zeitschnur
@ Leo Lämmlein Sie müssen schon verzeihen, aber ich habe den Eindruck, Sie sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, wobei ich dieses Gefühl, an der Kirche irre zu werden, gut nachvollziehen kann. Was Sie vortragen, kann ich zu einigen Teilen sogar bestätigen. Es geht hier ja nicht um eine akademische Debatte…weil Sie belieben, auf meine Studienabschlüsse anzuspielen… es geht um den Glauben und um unser persönliches Seelenheil. Man muss sich manchmal im Glauben einer bestimmten Vorgabe ergeben. Andernfalls wird man wahnsinnig. Von da aus soll man dann weiterdenken. Sie ziehen aber die Vorgaben permanent in Zweifel, und dabei… weiter lesen »
zeitschnur
Durch das tägliche Brevier bin ich sehr „psalmvertraut“ und muss sagen, dass das ständige, wiederholende Gebet mir erst den Sinn für vieles geöffnet hat. Dazu kommen Hymnen der Kirche und die großen gnadenhaft eingegebenen Texte verschiedener Heiliger wie z.B. das Te Deum etc., aber auch der Rosenkranz, der das Ergebnis einer Eingebung war und anerkannt wurde von Pius V.. Leo XIII. förderte dieses einfache Gebet, weil es vor „Ignoranz und Irrtum“ in einer Zeit des Glaubenskampfes schütze. Auch betonte er dabei die notwendige Haltung der Demut. Es ist daher – da stimme ich Ihnen zu – sicher dem Glauben nicht… weiter lesen »
zeitschnur

Auf jeden Fall wünsche ich uns allen, Ihnen aber gerade besonders, irgendwie heil durch diese furchtbare Verwirrung zu kommen und ohne dabei hart und kalt zu werden oder einem Irrtum zu erliegen.

Am wichtigsten ist es, im Gebet zu bleiben – ohne dies nütztz kein Katechismus etwas!
Und ansonsten: Gott hat uns einen Verstand gegeben und die Gesetze der Logik…wir müssen nicht aus Schwarz Weiß machen, nein – das gerade nicht!

Carlo

@zeitschnur: Vielen Dank, auch an hicesthodie !

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