Internationale Exorzistenvereinigung von Rom anerkannt

Pater Candido Amantini, von 1961-1992 Exorzist der Diözese Rom
Pater Candido Amantini, von 1961-1992 Exorzist der Diözese Rom

(Vatikan) Mit Dekret vom 13. Juni wurde die Internationale Vereinigung der Exorzisten (AIE) von der Kleruskongregation als kanonisches Rechtssubjekt anerkannt. Dies gab der Osservatore Romano in seiner heutigen italienischen Ausgabe bekannt.

Die Vereinigung entstand 1990 auf Initiative des international bekannten Exorzisten Pater Gabriele Amorth von der Gesellschaft vom Heiligen Apostel Paulus (SSP) und Pater René Chenesseau vom Orden der Söhne der christlichen Liebe (FC). Einer der beiden Gründer, Pater Chenesseau, ein bekannter französischer Exorzist, ist 2010 verstorben.

Pater Amorth, seit 1986 Exorzist der Diözese Rom, war von der Gründung bis 2000 Vorsitzender die Internationalen Exorzistenvereinigung. Seither bekleidet er das Amt des Ehrenvorsitzenden. Er ist Schüler von Pater Candido Amantini vom Passionistenorden (CP), der von 1961 bis zu seinem Tod 1992 Exorzist der Diözese Rom war und über Jahr als angesehenster Exorzist der Katholischen Kirche galt.

Seit 2012 ist Pater Francesco Bamonte von den Dienern vom Unbefleckten Herz Mariens (ICMS), eines 1993 errichteten Ordens diözesanen Rechts, Vorsitzender der AIE.

Dramatische Realität der Besessenheit „oft unterschätzt“

In der Internationalen Exorzistenvereinigung sind mehr als 250 Exorzisten aus 30 Ländern zusammengeschlossen. Ihr Sitz befindet sich in Rom. Die AIE veranstaltet jährliche Tagungen, die ein Jahr auf nationaler, ein Jahr auf internationaler Ebene stattfinden. Sie dienen der Koordinierung der Aktivitäten und dem Gedankenaustausch zwischen den Exorzisten.

Seit 2004 wurde in Zusammenarbeit mit der AIE an der Päpstlichen Universität Regina Apostolorum ein Ausbildungslehrgang für Exorzisten eingeführt, der sich an Priester und Seminaristen wendet.

„Die Besessenheit ist eine dramatische Realität. Der Exorzistendienst der Priester ist daher ein besonders wertvoller Dienst zur Befreiung der betroffenen Menschen, die wir mit Demut und Nächstenliebe begleiten“, so Pater Bamonte. Der AIE-Vorsitzende hofft, daß „weitere Priester sich dieser dramatischen Realität bewußt werden, die häufig ignoriert oder unterschätzt wird“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Diözese Rom

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

12 Comments

  1. Wenn man die Arbeit der Exorzisten in Abrede stellt, behauptet man damit implizit, im NT stünde Quatsch in bezug auf die durch Jesus Christus vollzogenen Exorzismen. Daher ist die Anerkennung der Vereinigung gut und richtig.

  2. Eine kurze Darlegung von Hw Pater Jörg Müller bez. der drei Ebenen dämonischer Störungen:
    -

    1.
    Die Bedrängnis (obsessio)

    Alle Menschen erleben dies, besonders jene, die bewusst christlich leben.Es handelt sich um Versuchungen, Attacken, Irritationen des Bösen mit dem Ziel, den Menschen auf dem Weg zu Gott zu blockieren und zu ärgern.

    2.
    Die Umsessenheit (circumsessio)

    Solche Menschen werden mit
    Zudringlichkeiten gequält, erleiden unerklärliche seelische, geistige oder körperliche Schmerzen,
    manchmal mit Aufforderung zum Suizid,
    mit nächtlichen Alpträumen, diffusen Störungen wie Schattensehen, Kältegefühlen, Blockaden.
    Oft steckt hinter solchen Symptomen eine Verfluchung,
    aber auch fahrlässige Kontakte mit Spiritisten und Magiern.

    3.
    Die Besessenheit (possesio)

    Sie ist sehr selten,
    kann
    selbstverschuldet sein durch
    freiwilliges Einlassen auf okkulte Praktiken
    oder kann
    von Gott
    als Prüfung zugelassen sein.
    Es handelt sich um eine
    Innewohnung eines oder mehrerer böser Geister,
    die nur durch den
    großen Exorzismus gebannt werden können.
    Abhängigkeit und Unterwerfung sind typisch.

    -

    Weiterführend umreisst der Chef-Exorzist des Vatican – Hw Pater Gabriele Amorth – in seinem Buch :“Exorzisten und Psychiater“ die Ursachen für Besessenheit:

    -

    „Es gibt
    vier Ursachen für teuflische Besessenheit oder Heimsuchungen teuflischen Ursprungs.
    Zwei Ursachen sind unverschuldet – für sie ist der Betroffene nicht verantwortlich.
    Die anderen zwei sind schuldhaft
    – für sie ist die menschliche Verantwortlichkeit ganz offensichtlich.

    unverschuldet:

    Es kann sich einfach um eine
    göttliche Zulassung handeln,
    so wie Gott auch eine Krankheit zulassen kann.
    Der Zweck ist, der Person eine
    Gelegenheit der Reinigung zu geben
    und die Möglichkeit, Verdienste zu erwerben.
    Ich könnte eine lange Liste von Heiligen und Seligen aufzählen,
    die zeitweise teuflisch besessen waren
    (die hl. Gemma Galgani, die sel. Angela von Foloigno, der sel. Don Calabria…)
    Es kann sich freilich
    auch einfach um teuflische Heimsuchungen handeln, wie Schläge, Stürze und Ähnliches.
    Davon gibt es bekannte Beispiele aus dem Leben des hl. Pfarrers von Ars und Pater Pios.

    Die Ursache kann auch in einer
    Verwünschung liegen,
    die ein anderer über jemanden ausgesprochen hat:
    Das betroffene Opfer hat da
    keine Schuld,
    sondern Schuld hat derjenige, der sie hervorruft.
    Auch der unschuldigste Mensch
    (z.B. ein noch im Mutterschoß befindliches Kleinkind)
    kann Opfer einer Verwünschung sein, die das Ziel hat,
    jemandem durch den Teufel Böses anzutun.
    Das kann auf vielerlei Weise geschehen:
    durch eine
    Behexung, dadurch dass man etwas auf den Körper legt,
    durch Verfluchung, durch den Bösen Blick, durch Macumba-Zauber usw.
    Hier kommt man in den umfangreichen Bereich der
    Magie und Hexerei,
    der uns allzu weit außerhalb unseres Themas bringen würde.
    Ich beschränke mich darauf zu sagen,
    dass Gott den Menschen frei erschaffen hat
    und auch frei, dem Anderen Böses anzutun.
    Wie man einen Killer anheuern kann, einen Anderen umzubringen,
    so kann man auch einen mit dem Teufel Verbundenen anheuern,
    eine teuflische Verwünschung gegen einen Anderen auszusprechen.

    schuldhaft:

    Der Umgang mit gefährlichen Personen und das Aufsuchen solcher Orte.
    Wer sich an Zauberer, Kartenleger, Hexer wendet, wer spiritistische Sitzungen
    und satanische Sekten aufsucht, wer Okkultismus, Totenbeschwörung
    (auch in Form automatischen Schreibens, die heute sehr verbreitet ist) betreibt.
    Alle diese Leute setzen sich der Gefahr aus
    (auch wenn sie in den meisten Fällen keine Folgen feststellen können),
    teuflische Einflüsse oder sogar eine Besessenheit zu erleiden.
    In diesen Fällen ist die
    Verantwortlichkeit der Betreffenden ganz offensichtlich.
    Manchmal wir das in der leichtsinnigsten Absicht in Kauf genommen:
    zum Beispiel im Fall eines Blutspaktes mit Satan.

    Auch die vierte Ursache macht den Handelnden
    voll dafür verantwortlich:
    Man kann in teuflische Heimsuchungen verfallen,
    weil man beständig in schwerer und vielfacher Sünde lebt.
    Ich glaube, dass dies der Fall des Judas im Evangelium ist,
    über den uns schließlich gesagt wird: „Satan ging in ihn ein.“
    Mir sind Fälle von Jugendlichen vorgekommen, die
    Drogen nahmen und sich gemeinschaftlich schwerer Verbrechen
    und sexueller Perversionen schuldig machten:
    schwere und andauernde Sünden, die sie zu Sklaven des Dämons machten.
    Ich habe auch
    große Schwierigkeiten festgestellt,
    Frauen zu befreien, die
    neben anderen Gründen,
    die die Besessenheit hervorgerufen hatten,
    abgetrieben hatten.“
    -

  3. In der nachkonziliaren Kirche also Exorzisten? Wo stehen die genau? Natürlich kann niemand bestreiten, dass es diese Realitäten verschiedener Grade der Belastungen gibt.
    Aber ich habe große Vorbehalte gegenüber dem modernen Exorzismus, v.a. nachdem ich erkennen musste, dass es da in der nachkonziliaren Kirche eine ganz starke Hotline zwischen pseudotraditionellen, ökumenistischem Wackelkurs und Charismatismus gibt. Auch Gabriele Amorth hat ja keine Probleme, mit anglikanischen Laien, die auch irgendwie „exorzieren“, zusammenzuarbeiten. Und der Kollektivexorzismus gehört längst zum charismatischen Handwerkszeug, dem gerade auch viele konservative Priester, möglichst mit auffallender Priesterkleidung, sich ergeben haben. Und was mir in meiner persönlichen Erfahrung äußerst unangenehm auffiel, das ist, dass solche Priester gerne erst mal dämonisieren, bevor sie sich einer vernünftigen Debatte stellen. Ist man auf theologischer Ebene nicht ihrer Meinung, hat auch gute Gründe, wird das Gespräch verweigert, und es fließt subtil ein, man könnte vom Bösen besessen sein – also die alte abgrundtiefe Unredlichkeit, die die Macht dadurch erhält, dass sie alles, was nicht mithüpft und -springt, eben dämonisiert. Sehr einfach – das taten auch schon die Juden mit Jesus, ein alter Trick. Der Gipfel der Verketzerung derer, die dem persönlichen Geltungswahn der einzelnen irgendwie ins Messer laufen. Da ist der einzelne schachmatt, und die Kirche hat diesbezüglich schlimmste Tage gesehen. Daher ist das Dekret Dei filius des Vat. I so wichtig, das unerbittlich einfordert, dass alle Dinge des Glaubens vernünftig abgehandelt werden müssen und ein tumber Fideismus häretisch ist.
    ich bin also skeptisch in einer Kirche, deren geistliche Verfassung so verkommen ist, dass da ausgerechnet dieses sensible Gebiet nicht um so verkommener ist.
    Sprich: Priester, die auf mich selber einen belasteten Eindruck machen (auch der oben abgebildete wirkt nicht gerade vertrauenerweckend), sind der Meinung, die könnten über Geister befehlen, weil sie Priester sind. Dabei sind sie doch selbst längst nicht mehr im geistlichen Schutz der Kirche, wie sie einmal lehrte, auch sind ihre Weihen verändert worden und geschwächt. Da unterlaufen dann auch gerne mal gravierende Fehler, wie eben doch das neugierige Belauschen dessen, was die Geister alles so ausplaudern. Natürlich weiß man, dass man das nicht dürfte, tut es aber eben doch und verschanzt sich hinter der Behauptung, man habe ja ungefragt all das gesagt bekommen. Wenn dann in einem der dramatischsten Fälle wie der armen A.M. selbst in der ARD die Tonaufnahmen mit den Geisterstimmen auftauchen, weiß man: Glaube keinem sogenannten Exorzisten in dieser Kirche auch nur irgendetwas. Sei auf der Hut! Diese Männer reißen womöglich die Leute erst in das hinein, woraus sie sie zu befreien gehaupten.
    Äußerste Vorsicht ist angesagt!

    • Den Vorwurf im Grunde genommen „modernistischer Exorzisten“ halte ich für etwas weit hergeholt. Modernisten zeichnen sich für gewöhnlich durch „Rationalismus“ aus. Selbst in der Heiligen Schrift versuchen sie Jesus Christus in die „historische Person“ und die „Person der Wundermärchen“ zu spalten, was offenkundig häretisch ist.

      Für das Vorhandensein einer Besessenheit gibt es deutliche Kriterien: Scheu vor den Sakramenten, vor bestimmten Worten, vor geweihten oder gesegneten Gegenständen usw. Verstellung der Tonlage, sobald ein böser Geist durch einen Besessenen spricht. Ein böser Geist kann in allen möglichen Fremdsprachen antworten, die dem Besessenen unbekannt sind. Dies sind nur einige Kriterien, die eine Besessenheit erkennen lassen.

      Was die legitimen Fragen an Satan und seine Spießgesellen anbelangt, so sind diese klar umgrenzt. Mit der Kraft Jesu Christi müssen diese Dämonen wahrheitsgemäß auf die Frage nach ihrem Namen antworten. Auch die Frage nach der Dauer der bisherigen Besessenheit gehört zu diesem Kreis. Jeder ordentliche Exorzist weiß, daß beispielsweise Fragen an die bösen Geister nach zukünftigen Ereignissen nur zwei Formen von Antworten zu Folge haben können. Entweder lügt das diabolische Wesen, da es nicht länger von Gott zur wahrheitsgemäßen Angabe gezwungen wird, oder es sagt von sich aus, daß eine Antwort nichts zur Sache tut.

      Insofern ist davon auszugehen, daß ein mißbräuchlich arbeitender „Exorzist“ auf einer ähnlichen Ebene wie ein Magier bzw. Okkultist anzusiedeln ist. Er dürfte sich nämlich selbst die schlimmsten Dämonen einfangen.

      • Verzeihen Sie – aber ich schrieb nicht „modernistischer Exorzismus“, sondern „moderner Exorzismus“. Das ist ein erheblicher Unterschied.
        Meine Frage ist, wie in einer geistlich verkommenen Kirche, deren theologische Voraussetzungen nicht mehr hinreichen, um okkulten Phänomenen angemessen zu begegnen, wirklich ein wirksamer Exorzismus möglich sein kann.
        Wenn Sie mich fragen: gar nicht.
        Junge Priester weisen zu recht auf die vorhandene Problematik hin, aber sind sie nicht selbst für die Aufgabe total verdorben? Schauen Sie sich im Internet die abstrusen Filmchen des Pfarrers Christian Sieberer an. Einer der „Pfaffenheini“-Filme für die Alte Messe ist im Grunde für jeden, der noch ein Minimum an Stil und Ernst hat, ein Lächerlichmachen der Alten Liturgie https://www.youtube.com/watch?v=kbjoct2nfHE oder hier https://www.youtube.com/watch?v=PLh-EUsVBOM&list=PL35BC02E3A29CE61E
        Jeder spürt doch: da passt etwas nicht zusammen! Und solche Beispiele könnte ich noch mehr erzählen, bleibe aber bei diesem, weil dieser Herr sich ja auch durchaus öffentlich so präsentiert, man das also auch öffentlich verhandeln darf.
        Genauso sind seine Websites. Sie ähnelt in Stil und Methode Gothic-Seiten. Wirken irgendwie finster. Wie der Priester oben auf dem Bild. Es läuft mir kalt den Rücken herunter.
        Es tut mir leid – aber zu solchen „Exorzisten“ kann man eigentlich kein Vertrauen haben.
        Ich wiederhole noch mal, was ich oben schon sagte: in einer geistlich total verkommenen Kirche ist dieses sensible Thema umso verkommener!
        Was sicher auch ein großes Problem darstellt ist, dass durch die zurückgesunkene Frömmigkeit, die versickernden gebetsschätze der allgemeinen Kirche auch der einzelnen Priester keine Kraft mehr schöpfen kann aus der Kirche.

        Ja, jetzt hab ich es selber klar, was ich meine: aus einer total geschwächten Kirche kann nicht mehr die Kraft zum wirksamen Exorzismus geschöpft werden.

        Der Unterschied zu Jesus: ER schöpfte aus Seiner Gottheit die Kraft. Der Priester keine eigene Kraft, ist ja kein Zauberer! Er bedarf des geistlichen Schatzes der Kirche – und der hat sich verringert. Der Priester hat eine formelle Vollmacht, auf diesen Schatz Zugriff zu nehmen. Mehr nicht. Ist er selbst nicht rein, hält er sich nicht genau an das, was ihm verordnet ist, wird er ausgleiten und den Belasteten noch tiefer reinreißen. Von einer Anreicherung durch die oben von mir genannten methoden war aber niemals die Rede. Es ist furchtbare Eigenmächtigkeit solcher Priester. Und sie wollen es nicht wahrhaben. Sie spiegeln damit aber nur das allgemeine Chaos wieder, was wiederum ein Hindernis ist, hier segensreich zu wirken.

      • @Zeitschnur

        … Aber Hw. Sieberer ist ein Traditionsverbundener Priester : wenn man also “ „zu solchen „Exorzisten“ kein Vertrauen haben kann“…. Wem kann man denn vertrauen ?

      • @Judith…Antworte hiermit ungefragt.Wem und wie,Zeitschnur glaubt,bekennt sie hier täglich,auf eine,für die Anderen,wertvolle Weise,aus vollem Gottvertrauen.Wem sie vertrauen,hatten sie gesagt.Auch das Wort Tradition,,,passt“hier,mann schlägt die Katholiken,vermeintlich,mit eigenen ,,Tugenden“.Bin eben empfindlich,dass in heutiger,,,Aufbruchkirche“,noch Exorzisten instaliert werden,im Namen der Tradition.Kenne,von der Theologie ein Minimum,jedoch,als Arzt in der Psychiatrie,vor vielen Jahren,weiss ich gut,wie ……Und,in ,,Kommunismus“aufgewachsen,erlebte ich auch….Genug.Glauben wir auf den Dreieinigen Gott,die Heilige Mutter Maria…..Sein Wille geschehe…

      • @Judith:

        Nachdem ich mir die oben verlinkten „Pfaffenheini“-Videos angesehen habe, frage ich mich, ob es eine Provokation war, zu schreiben, dass Sie diesem Protagonisten (und sonst offenbar keinem mehr) vertrauen. Das kann doch nicht Ihr Ernst sein?

      • Verehrte Judith,

        es genügt nicht, dass jemand sagt: „Ich bin traditionsverbunden“, einige Traditionen kolportiert, auch die Hl. Messe im tradierten Ritus, diese Motive aber mit so viel anderem anreichert, dass sich Pius X. oder (und das genügt schon:) eine meiner tiefgläubigen niederbayerischen Tanten im rabe umdrehen würden.
        Niemand sollte glauben, dass der adversarius nicht gerade die „Alte-Messe“-und „Traditions-Szene“ besonders gut im Griff. Sie halten sich für Wahrheitsapostel, sehen auf die „Konzilskirchenleute“ allzu oft herab, weil sie – was ja zutrifft – den Bezug zum Glauben der Kirche, wie das Lehramt ihn dogmatisch dargelegt, das Volk aber auch in der Frömmigkeitspraxis und Reflexion uns übergeben hat, verloren haben.
        Allzuoft ist aber hinter den superkorrekten Formen, die man auch gerne noch anreichert durch alle möglichen anderen „traditionellen“ Gesetze, die nach einem starren protestantischen Schriftprinzip neu kreiert werden, aber, sobald man sie antippt, zu Staub zerfallen.
        In der „Tradition“ gibt es ein Einfallstor für die Finsternis, und es ist der Hochmut des Rechtgläubigen, der nicht damit rechnet, dass auch Katechmismusstarre, ständiges Beichten, alte Messe und Soutane nicht helfen, wenn nicht das ganze Herz an den übergeben wurde, der alleine mit all seinen Gewalten, seiner allerseligsten Mutter, allen Engeln und Heiligen diesen Schutz geben kann.
        Ich möchte niemandem wehtun, aber ich möchte dennoch nicht verschweigen, dass ich – selbst in Liebe zu dem, was uns übergeben wurde – doch erkenne, wie viel hier durcheinander geworfen wird.
        Wie viele „Tradis“ sind denn wirklich getreue Katholiken i.S. der alten Kirche?
        Wie viele kungeln aus politischen Gründen mit den Protestanten und geraten lehrmäßig ins Schleudern?
        Wie viele bilden sich ein, sie müssten nun aus der Orthodoxie Wahrheit und v.a. Äußerlichkeiten schöpfen – ohne zu bedenken, dass die Orthodoxie weitreichende Irrlehren vertritt, die keinesweg snur Lappalien sind (wozu auch ein Schisma, wenn’s nicht so wäre?)
        Wie viele hängen außerchristlichen Lehrern an, Swamis, Gurus, Esoterikern aller Art, alles interessante Personen, keine Frage: aber es heißt, von jenen muss man sich vollständig lösen, sonst steigt der böse über sie in unserer Erinnerung ein und verdirbt die gute Saat durch Vortäuschung von Ähnlichkeiten!
        Und zuletzt: wie viele sind verbunden mit den Charismatikern, die das Kreuz scheuen und nur die Euphorie wollen? Allein die auch hier schon vorgebrachte Ansicht, der Hl. geist sei nicht genug verehrt worden, zeigt, dass der, der so spricht, von Tradition keine Ahnung hat, denn wie viele Gebete zum Hl. Geist sind uns überkommen, und das Volk hat sie z.T. täglich gerufen!

        Nun – solcherart verwirrte Menschen betätigen sich als Exorzisten, und ihre Hirten sind ihnen kein gutes Korrektiv: was erwarten Sie da, liebe Judith?

      • Werte Zeitschnur,
        danke Ihnen für Ihre Antwort.
        Inzwischen habe ich mir die „Pfaffenheini“-Videos angesehen (und nicht nur die oben verlinkten Videos) : Unbehagen, Ekelgefühl, sogar Angst… Aus Respekt gegenüber dem Priestertum, will ich nichts weiter dazu sagen.
        „…was erwarten Sie da, liebe Judith?“
        Ich erwarte da nichts mehr.

  4. ,,Passend“zu der neuzeitiger Organisation,die das Wort Kirche geklaut hat.Wer entscheidet,WEM WAS ausgetrieben wird?Und wie?Neuzeitig,Multidisziplinär,!,Fachleute.Neue Methoden,…Am besten massenhaft,..die,die nicht ,,weitergehen“(zärtlich),im,,Glauben im Aufbruch“,…Geeignete Einrichtungen aufbauen,Laienexorzisten….Der o.g.Exorzist aus Rom,wird ausgewechselt,wegen irgendeinem neuem Tabu….Was wird der Satan austreiben wollen?Nun,mann konnte zur Verbrennung zugreifen,dies geschieht bereits,massenhaft,in irgeneinem Namen des ,,Friedens“.Es geschieht bereits.In Namen von Irgendwas.Vielleicht wird es ,,später“wieder ekologischer gemacht,bio,ein Scheiterhaufen,…falls noch das Holz überlebt….Jedoch,die Heilsgeschichte kann nicht ungeschehen gemacht werden,nicht vom Mensch,nicht vom Satan.Der Dreieinige Gott ist ewig da,unter uns…Die unbefleckte Mutter ,die wahren Heiligen,die 2000 Jahre des Zeugnisses der ewigen Wahrheit,…die Eucharistie….Dank sei dem Gott….Vater unser….Gelobt sei Jesus Christus…

Comments are closed.