„Barmherzigkeit“ mit Wiederverheirateten und mit Schwulen und mit …

Kardinal Baldisseri bei der Pressekonfrenz zur Vorstellung des Instrumentum laboris der Bischofssynode über die Familie
Kardinal Baldisseri bei der Pressekonfrenz zur Vorstellung des Instrumentum laboris der Bischofssynode über die Familie

(Vatikan) Gestern veröffentlichte das Generalsekretariat der Bischofssynode das Instrumentum laboris für die bevorstehende Bischofsversammlung über die Familie. Das Dokument wird die Diskussionsgrundlage für die Anfang Oktober in Rom versammelten Bischöfe sein. Das 77 Seiten umfassende Dokument liegt auch in deutscher Übersetzung vor und wurde auf der Internetseite des Vatikans veröffentlicht (hier). Eine detaillierte Analyse ist daher noch nicht möglich. Aber ein Bericht über die gestrige Pressekonferenz, auf der das Arbeitspapier vorgestellt wurde. Soviel kann bereits gesagt werden, daß das Dokument einige sehr klare Stellen enthält, während andere sich durch Unschärfe auszeichnen, was insgesamt einen gewissen ambivalenten Eindruck hinterläßt.

Verweigerung gegen Humanae vitae – Welche Schlußfolgerungen?

Das Dokument stellt laut Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär des ständigen Sekretariats der Bischofssynode, eine „Zusammenfassung“ aller Antworten auf einen Fragebogen dar, die von den Bischöfen der ganzen Welt in Rom eingegangen sind. Es befaßt sich mit wilden „Ehen“, den wiederverheiratet Geschiedenen und der Frage, ob diese zum Kommunionempfang zugelassen werden können. Es beklagt den Frauenmord und die Pädophilie zeigt aber besondere Aufmerksamkeit für Homosexuelle. Eheannullierungsverfahren sollen beschleunigt werden. Themen sind minderjährige Mütter, Verhütungsmittel und die Frage, warum das Volk Gottes sich so schwer tut, der Enzyklika Humanae vitae von Papst Paul VI. zu folgen.

Barmherzigkeit zwischen Angebot und (welcher) Nachfrage?

Der Kardinal stellte gleich an den Beginn der Pressekonferenz ein Zitat von Papst Franziskus, daß Gott nie müde werde, uns zu vergeben, daß bestenfalls die Menschen müde werden, um Vergebung zu bitten. Damit legte er das Schwergewicht auf die „Barmherzigkeit“, worin offenkundig eine päpstliche Vorgabe zu sehen ist. Diese Betonung der Barmherzigkeit, die das Pontifikat von Papst Franziskus durchzieht, förderte erst gewisse Erwartungen im Zusammenhang mit der katholischen Morallehre, die nicht mit der kirchlichen Lehre in Einklang zu bringen sind. Das Arbeitspapier ist unter anderem auch ein Widerhall dieser genährten Erwartungshaltung.

Kluft zwischen Lehre und Praxis

Die zweite zentrale Aussage des Dokuments ist die Feststellung, daß es eine dramatische Distanz zwischen der Lehre der Kirche und den Menschen gibt. Anders ausgedrückt: daß viele Gläubige die Kirche nicht verstehen würden.
Papst Franziskus veranschlagte von vorneherein zwei Bischofssynoden, die zwei Etappen ein und desselben Diskussionsprozesses sein sollen. Für den Oktober 2014 berief er eine außerordentliche Bischofssynode ein und für Oktober 2015 eine ordentliche. Das Instrumentum laboris weist die Richtung, in die die Diskussion gehen wird. „Das Arbeitspapier liefert ein besorgniserregendes Bild, wie wenig die katholische Lehre in Fragen der Sexualmoral bekannt ist, vor allem in Europa und Amerika“, so die Tageszeitung Il Foglio. Welche Schlußfolgerungen werden daraus gezogen? „Die Feststellung der mangelhaften Kenntnis der kirchlichen Lehre verlangt von den in der Seelsorge Tätigen eine bessere Vorbereitung und die Bereitschaft, das Verständnis bei den Gläubigen zu fördern“, so Kardinal Baldisseri. Das Dokument macht auch die Seelsorger dafür verantwortlich, daß die Gläubigen die Lehre der Kirche kaum kennen.

„Verwirrung“ im Volk Gottes

Im Dokument wird gesagt, daß Gläubige der Meinung sind, daß selbst die Priester die lehramtlichen Dokumente zu Ehe und Familie nicht ausreichend kennen würden: „In einigen Antworten findet sich auch eine gewisse Unzufriedenheit bezüglich einiger Priester, die im Hinblick auf einige moralische Lehren indifferent erscheinen. Ihre mangelnde Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche bewirkt Konfusion im Volk Gottes. Es wird daher darum gebeten, dass die Priester bei der Erklärung des Wortes Gottes und in der Darstellung der Dokumente der Kirche im Hinblick auf Ehe und Familie besser vorbereitet und verantwortungsvoller sein sollen.“

Akzeptanz, wo Lehre gelehrt wird

Grundsätzlich wird festgehalten: „Eine erhebliche Zahl von Bischofskonferenzen stellt fest, dass da, wo die Lehre der Kirche in ihrer eigenen menschlichen und christlichen Schönheit in Tiefe weitergegeben wird, sie auch von einem Großteil der Gläubigen mit Freude angenommen wird. Wenn es gelingt, eine dem christlichen Glauben entsprechende umfassende Sicht von Ehe und Familie darzulegen, dann kommt auch ihre Wahrheit, ihre Gutheit und ihre Schönheit zu Bewusstsein. Die Lehre wird weitgehend angenommen, wo es von Seiten der Gläubigen um einen echten Weg des Glaubens geht, und nicht nur um eine kurzfristige Neugier im Hinblick darauf, was die Kirche über die Sexualmoral denkt.“

Demgegenüber beklagen viele Bischöfe: „Darüber hinaus unterstreicht die überwiegende Mehrheit der Antworten den wachsenden Kontrast zwischen den Werten, die von der Kirche in Bezug auf Ehe und Familie vorgelegt werden, und den unterschiedlichen sozialen und kulturellen Situationen auf dem Planeten.“
Die Enzyklika Humanae vitae werde völlig mißachtet, so Msgr. Bruno Forte, der Sondersekretär der Bischofssynode. „In der überwiegenden Mehrheit der eingegangenen Antworten wird deutlich, dass die moralische Wertung der unterschiedlichen Methoden der Geburtenregelung heute von der vorherrschenden Mentalität als Einmischung in das Intimleben des Paares und Einschränkung der Gewissensfreiheit wahrgenommen wird.“ Im deutschen Sprachraum ist die Feststellung wenig verwunderlich, haben die Bischofskonferenzen ja mit offiziellem Beschluß der Enzyklika die Gefolgschaft verweigert. Ein Ungehorsam, der bis heute nicht revidiert wurde.

Nein zur „Homo-Ehe“ – Was heißt „nicht verurteilen“?

Einhellig ist die Ablehnung der Bischofskonferenzen gegenüber der „Homo-Ehe“. Das Arbeitspapier faßt die Position der Bischöfe mit den Worten der Glaubenskongregation zusammen: „Es gibt keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn.“ Dennoch sei den Männern und Frauen mit homosexuellen Tendenzen „mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen”. Die Betonung im Dokument der Glaubenskongregation liegt auf dem Wort „ungerecht“.

Das Arbeitspapier hebt hervor, daß im östlichen Mitteleuropa und in Osteuropa, die im Westen verbreitete Akzeptanz von Gesetzen zugunsten der Homosexualität als Aufdrängung einer „politischen oder fremden Kultur betrachtet“ und abgelehnt werde.

Die homophile Strömung im Westen wird im Dokument wie folgt beschrieben: „Ein dritter Kontext ist derjenige, in dem die Staaten eine Gesetzgebung eingeführt haben, welche gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften oder Ehen zwischen Homosexuellen staatlich anerkennt. Es gibt Staaten, in denen man von einer echten Re-Definition der Ehe sprechen muss, welche den Blick auf das Paar auf einige juristische Aspekte wie die Gleichheit der Rechte und die „Nichtdiskriminierung“ reduziert, ohne dass ein konstruktiver Dialog über die einschlägigen anthropologischen Fragen stattfände. Auch das umfassende Wohl der Person, besonders das umfassende Wohl der Kinder, die in einer solchen Gemeinschaft leben, steht nicht im Zentrum des Interesses. Wo es eine rechtliche Gleichstellung zwischen der homosexuellen und der heterosexuellen Ehe gibt, erlaubt der Staat häufig die Adoption von Kindern (Kinder eines der beiden Partner, oder Kinder, die nach künstlicher Befruchtung geborgen werden). Dieser Kontext besteht vor allem in der englischsprachigen Welt und in Zentraleuropa.“

Gender-Ideologie will „Umstürzung der sexuellen Identität“

Die Gender-Ideologie wird als „Umstürzung der sexuellen Identität“ abgelehnt: „Ein Faktum, das die pastorale Tätigkeit der Kirche herausfordert und die Suche nach einer ausgewogenen Haltung gegenüber diesen Realitäten komplex werden lässt, ist die Propagierung der Genderideologie, welche in einigen Regionen auch die Erziehung vom Kindergarten an zu beeinflussen sucht, indem sie eine Mentalität verbreitet, die, mittels der Idee der Beseitigung der Homophobie in Wirklichkeit eine Umstürzung der sexuellen Identität beabsichtigt.“

Das Dokument verhehlt nicht die Sorge von Teilen der Katholischen Kirche, daß die Art, wie „eine respektvolle und nicht verurteilende Haltung“ gegenüber Menschen mit gleichgeschlechtlicher Neigung, nicht zu einer versteckten Anerkennung homosexueller Partnerschaften wird: „Einige Antworten und Bemerkungen bringen die Sorge zum Ausdruck, dass die Aufnahme der Menschen, die in diesen Gemeinschaften leben in das kirchliche Leben, als eine Anerkennung ihrer Partnerschaften verstanden werden könnte.“

Klare Sprache schafft Klarheit, unklare Sprache…

Im Dokument heißt es weiter: „Die große Herausforderung wird darin bestehen, eine Pastoral zu entwickeln, der es gelingt, das rechte Gleichgewicht zwischen der barmherzigen Annahme der Menschen und ihrer schrittweisen Begleitung hin zur authentischen menschlichen und christlichen Reife zu wahren. Einige Bischofskonferenzen beziehen sich diesbezüglich auf bestimmte Organisationen als gelungene Beispiele einer solchen Pastoral.“ Die unvollständige Darstellung, die nicht näher ausführt, verhindert eine wirkliche Bewertung der Aussagen. Welche Organisationen sind hier gemeint. Was gilt als „authentische menschliche und christliche Reife“. Kann davon ausgegangen werden, daß unter den Bischöfen Konsens darüber herrscht? Mit Blick auf den deutschen Sprachraum muß dies bezweifelt werden. Unklare, inklusive, aber nicht explizite Formulierungen scheinen wenig geeignet, der beklagten „Verwirrung“ unter den Gläubigen Abhilfe zu schaffen.

Wiederverheiratet Geschiedene – In welche Richtung fährt der Zug?

Der breite Raum, der im Dokument der Frage der wiederverheiratet Geschiedenen gewidmet wird, bestätigt, daß diese Frage einen, wenn nicht den Schwerpunkt bei der Bischofssynode bilden wird. In diese Richtung wies bereits der von Papst Franziskus gewollte Vortrag von Kardinal Walter Kasper beim Kardinalskonsistorium im vergangenen Februar mit seinen umstrittenen Thesen zu einer „Öffnung“. Gewarnt wird vor einer Mentalität, die im Ausschluß von den Sakramenten eine Strafe der Kirche sieht und nicht als Zustand, der durch das eigene Verhalten geschaffen wurde. „Weitgehend beständig ist die Zahl derer, die ihre eigene irreguläre Situation letztlich nicht interessiert. In diesen Fällen gibt es weder die Nachfrage zur Zulassung zur Kommunion, noch zur Feier des Sakramentes der Versöhnung.“ Kardinal Baldisseri interpretierte auf der Pressekonferenz die Aussagen des Arbeitspapiers zu den wiederverheiratet Geschiedenen: „Es ist dringend notwendig, den verletzten Menschen zu erlauben, gesund zu werden und sich zu versöhnen und dadurch neue Zuversicht und Gelassenheit zu finden. Es geht daher darum vorzuschlagen, nicht aufzuzwingen, zu begleiten, nicht zu drängen, einzuladen, nicht auszuschließen, zu sorgen, nicht zu desillusionieren“. Konkret fügte der Kardinal hinzu: „Die Kirche sieht sich aufgefordert, Lösungen zu finden, die mit ihrer Lehre vereinbar sind, die zu einem versöhnten und ausgeglichenen Leben führen.“ Als möglichen Weg nannte Kardinal Baldisseri ausdrücklich die Vereinfachung und Beschleunigung der Ehenichtigkeitsverfahren.

Msgr. Forte ergänzt: „Barmherzigkeit zielt nie ab, Schiffbruch zu fördern“

Erzbischof Forte ergänzte darauf, daß dies aber „nichts mit dem banalisierenden Slogan von einer ‚katholischen Scheidung‘“ zu tun habe. Denn: „die Medizin der Barmherzigkeit zielt nie darauf ab, den Schiffbruch zu fördern, sondern immer und allein, das Schiff zu retten, das auf hoher See in einen Sturm geraten ist und die Schiffbrüchigen aufzunehmen und ihnen die nötige Genesung und Unterstützung zukommen zu lassen“. Wenn man das nicht verstehe, laufe man Gefahr „hoffnungslos mißzuverstehen, was die Bischofssynode zur Situation der Geschiedenen, der wiederverheiratet Geschiedenen, den ohne Trauschein Zusammenlebenden, den in eingetragener Partnerschaft Lebenden oder zu den gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sagen kann“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Infocaticana

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

31 Comments

  1. Also an den ganzen schon jahrzehntelangen vatikanischen Geschwafel kann man erkennen, das sich dieser seit dem VK II Blind, Taub und Stumm stellt. Denn liest man die Königsteiner und Mariatroster Erklärung der deutschsprachigen Bischöfe zu Humanae Vitae, wird klar warum das Volk zu diesen nicht stehen kann, den in der Konzilskirche alias der „Die Neue Kirche“ scheint es ja schon Hirten Pflicht zu sein, Nein zu sagen wenn der Papst Ja sagt und Nein wen er Ja sagt. Und die Kluft zwischen Lehre und Praxis liegt ja Großteils daran das die Lehre eben auch von Hirten die sich in „Wölfe im Schafspelz“ verwandelten nicht in die Praxis umgesetzt wird und daher aus dem gültigen Kirchenrecht „Todes Recht wurde“.

    Die Krise der Gesellschaft= Die Krise der Kirche= Die Krise der Bischöfe

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  2. Pressekonferenz nimmt doch schon die Tagung voraus. was soll das denn noch ? Katholischer Grundsatz war immer, dass das was richtig war, nicht schlichtweg für falsch erklärt werden kann, nur weil die richtige Ansicht anderen nicht paßt.

  3. Ich stimme zu, dass es häufig die „Seelsorger“ sind, die ihren Amtspflichten nicht nachkommen. Aber warum? Wollen sie nicht (wozu dann Priester werden) oder können sie nicht (Unfähigkeit der Universitäten und/oder Seminare)? In beiden Fällen wären die Autoritäten gefordert, aber da ich genauso gegen eine Wand reden.

    Es liegt aber auch einer allgemein liberalen Einstellung im „Volk“: „Ich lasse mir doch von der Kirche nicht vorschreiben wie ich zu leben habe“, „Die [die Priester] sündigen doch selber und da wollen die mir sagen was ich zu tun oder zu lassen habe“, „Schwere Sünde ist doch eigentlich nur noch Mord“, „Das ist meine Sache, ich bin ein freier Mensch“ etc. etc.

    Ich verweise auf den aktuellen Rundbrief der FSSPX an die Priesterfreunde (http://pius.info/images/stories/rundbriefe/priesterfreunde/Nummer_34.pdf). Da wird dieses Thema auch aufgegriffen.

    • Tradidi: Sie haben zu Recht geschrieben, Ich stimme zu, dass es häufig die „Seelsorger“ sind, die ihren Amtspflichten nicht nachkommen , und danke für ihren Link zu der hochlöblichen FSSPX.

      Aber warum werden dann die Seelsorger von ihren irdischen kirchlichen Vorgesetzten nicht in die Schranken gewiesen, siehe den antikatholischen, häretisch- schismatischen Vereine „Pfarrerinitiative“ der sich ja vor mehr als 3 Jahren mit der Veröffentlichung seines Aufrufes zum Ungehorsam, von der Kirche Gottes unseres Herrn abgespalten hat, und dennoch wird gegen das Schlangen und Otterngezücht dieses Vereines von Seiten des Ö – Episkopates nicht nach gütigen Kirchenrecht vorgegangen? Es ist zu vermuten das große Teile des Ö Episkopates voll auf deren Seiten steht, dies alleine beweist ja schon die Tatsache das die Ö- Bischöfe nicht den antikatholischen Inhalt des „Aufrufes zum Ungehorsam“ beanstandet haben, sondern nur das eine Wort „UNGEHORSAM“ und dasselbe trifft ja auch auf die nächsthöhere Instanz der irdischen Kirchlichen Obrigkeit also den Vatikan zu, denn diese wissen sehr wohl was in Ö vergeht aber auch das sich der Verein Pfarrerinitiative wie der „Rauch Satans“ in der Kirche Gottes unseres Herrn ungehindert ausbreitet, siehe http://www.pfarrer-initiative.at/internat.html

      Aber das ist ja vermutlich auch ganz im Sinne von Franziskus, der ja vermutlich auch den liturgischen Missbrauch gut findet (er hat ja noch in keiner einzigen seiner unzähligen Reden dagegen etwas gesagt), weil dadurch eben das Volk Gottes unseres Herrn im Glauben geschwächt wird, und so durch die herrschente Glaubens – Gottlosigkeit in der Kirche, der Weg zu einer Seelenraubenden Einheitskirche schneller bereitet wird. Und jeder der diesen Ziel entgegensteht wird unbarmherzig im Namen einer antichristlichen Barmherzigkeit aus den Weg geräumt, siehe Franziskaner der Immaculata,

      Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  4. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.
    Man hoert aus der vat. Kirche nur noch „Njeins“ und „Vielleicht“ und dußliges Geschwafel um Alerweltsprobleme, die schon zoegerliche Politiker nicht loesen koennen, in der Hand von schwadronierenden Geistlichen sind solche Themen nur noch lächerlich und treiben die letzten Treuen aus den Kirchen.
    Dieser 2.Vatikans Unsinn liegt in seinen letzten Zügen und wird mit rattenhafter Zähigkeit verteidigt wie so viele der großen Menschheitirrtümer.
    Mir kommen diese Alt- und Neumodernisten langsam vor wie die Steinzeitkommunisten in Asien und sonstwo, die einfach NICHTS verstanden haben
    Aber warum sich darueber aergern, der hl. Geist ist laengst bei der Tradition, die noch einen Sensus dafür hat.
    Die anderen sind schon kaputt, sie sehen ihre Ruinen nur (noch) nicht, das Erwachen wird furchtbar sein.
    Und nun haben sie sich auch noch DIESEN PAPST gewählt und damit ihrer Aufsässigkeit die Krone aufgesetzt, das ist der absolute Gipfel.

    • Vom amtlichen Rom heute noch etwas anderes als Glaubensabfall zu erwarten, ähnelt dem Kampf Don Quijotes gegen die Windmühlen.
      Der Priester Dr. Luigi Villa, der von Papst Pius XII. den Auftrag erhalten hatte, die Freimaurerei in der römisch-katholischen Kirche zu erkundschaften, hat es klar ausgedrückt: „Paul VI. hat mit vollkommenem Bewusstsein seinen Plan eines ‚neuen humanistischen universalen Christentums‘ verwirklicht“. Seine Nachfolger führten das von Papst Johannes XXIII. begonnene Werk fort, und wenn sie es nicht in der gewünschten Weise oder im gewünschten Tempo machten, wurden sie, wie Johannes Paul I. und Benedikt XVI., entfernt.
      Erzbischof Lefebvre gehörte zu den ganz ganz wenigen, die nicht mitzogen und Widerstand leisteten. Am 4. Oktober 1987 sagte er: „Rom ist vom Glauben abgefallen! Man kann ihnen nicht mehr trauen. Sie (Rom) hat die Kirche verlassen, sie haben die Kirche verlassen! Sie verlassen die Kirche! Es ist sicher, sicher, sicher, sicher.“
      ———-
      Matthäus 7:
      15 Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
      16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?
      17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte.
      18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen.
      19 Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
      20 Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
      21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich2 der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.
      22 Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke3 getan?
      23 Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!

      • Sehr geehrter Herr Lämmlein!

        Ubi Petrus, ibi Ecclesia, ibi Christus!
        Franziskus ist der Nachfolger Petri, auf dem die Kirche sich stützt, welche die Pforte der Hölle nicht überwältigen werden. Die Menschen machen Fehler, der Herr aber verlässt seine Kirche nicht. Und die ist auf Petrus gegründet. Und selbst wenn es ein sehr sündiger Papst wäre, wie es in der Geschichte der Kirche mehrfach vorgekommen ist. Was aber nicht der Fall ist.

        Oder, sagen Sie mal: Wie verstehen Sie Mt 16, 17ff? Und: Welche andere Begründung hätten Sie als diese Versen, um katholisch zu sein? Wenn Sie ja nicht am Primat Franziskus glauben, dafür ist ja da die Orthodoxe Kirche, mit einer wahrhaft prächtigen Liturgie (bei Weitem prächtiger als das Tridentinische Ritus). Aber, oft, wenn ich diese Seite lese, denke ich mir, ob hier nicht ein neues Schisma gerechtfertigt wird, und zwar mit dem gleichen Argument von immer (von der Spaltung des Ostens über Luther bis den jüngsten Kirchenspaltungen): „Rom ist vom Glauben abgefallen! „

      • @ Dax

        Ich verstehe, dass wir leicht auf den Gedanken kommen, es für schismatisch zu halten, wenn ein Papst heftigst kritisiert wird. Doch wir müssen gut aufpassen und differenzieren:

        Can 751
        „Schisma nennt man die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche.“

        Wenn jemand die kritikwürdigen Handlungen und Reden eines Papstes benennt, liebevoll und aus dem Geist des Leidens mit der Kirche und der Fürsorge für die Seelen heraus, und konstatiert, dass er in diesen kritikwürdigen Punkten dem Papst nicht folgen kann, hat das mit einem Schisma absolut nichts zu tun.

        Eine Hilfe bei diesem Thema ist mir ein Brief des hl. Athanasius des Großen an seine Gläubigen, den ich heute entdeckt habe:

        „Gott möge Euch trösten: … Dass die andern mit Gewalt die Kirche besetzt halten, während Ihr in diesen Zeiten draußen seid, das ist es, was Euch so sehr betrübt. Das sind die ‚Realitäten‘, sie haben die Orte, Ihr aber habt den apostolischen Glauben. Mögen jene auch unsere Kirchen besetzen, so stehen sie doch außerhalb des wahren Glaubens. Ihr aber bleibt, die Ihr außerhalb der Kultstätten seid, denn in Euch ist der Glaube. Denken wir nach: was ist das Wichtigste der Ort oder der Glaube? Der wahre Glaube selbstverständlich …

        Und wir glauben, dass Gott uns eines Tages unsere Kirchen zurückgeben wird. Je mehr nun also jene sich anstrengen, die Heiligen Stätten zu besetzen, umso mehr trennen sie sich von der Kirche. Sie behaupten von sich die Kirche zu repräsentieren, in Wirklichkeit spalten sie sich von ihr ab und verirren sich.

        Die Katholiken, die treu zur Tradition stehen, selbst wenn es nur noch eine Handvoll ist, diese sind es, die die wahre Kirche Jesu Christi darstellen.“

      • @Dax

        Gab es nicht eine Zeit der Gegenpäpste?

        Ich glaube ein bloßer Formalismus bringt da nicht weiter. Natürlich bleibt das „Ubi Petrus, ibi Ecclesia, ibi Christus“ wahr ,doch darum kann die Kirche immer wieder versucht sein, dass Kreuz von sich werfen?

        Warum machte Jesus ausgerechnet den Apostel Petrus zum Fels, wo er ihn doch dreimal verleugnen sollte?

        Der Apostel Petrus wurde so zum Prüfstein, wie weit wir in der Nachfolge bereit sind, das Kreuz zu tragen. Ohne Kreuz keinen wahren Glauben! Die Barmherzigkeit Petrus wollte auch das Kreuz erst nicht annehmen, als Jesus dem Apostel verkundete, dass er sterben werde.

        Es ist die ewige Versuchung des Christen, sich dem Reinigenden des Kreuzes entziehen zu wollen.

        Natürlich wird der Fürst der Welt nicht gegen die Kirche obsiegen, aber auch die Kirche muss immer wieder aufs Neue lernen, das Kreuz auf sich zu nehmen. Es ist mehr als erschreckend, dass ich als Laie das sagen muss. Überhaupt ist es eine unerträgliche Situation, dass heute Laien den Glauben aufrechter verteidigen als viele Bischöfe, von Priestern, wie dem Hofheimer Kreis will ich gar nicht erst reden.

        Wie kann das sein?

        Es dürfte eigentlich nicht sein und in der Tat ist es ein Missstand, der vom Vaticanum II und seiner „Rezeption“ hervorgerufen wurde.

        Mit dem „Sensus Fidei“ hat man doch erst das Instrument geschaffen, mit dem sich der Ungeist in der Kirche rechtfertigen konnte.

      • Sehr geehrte/r Dax,
        von dem Satz, den Sie anführen, gibt es verschiedene Fassungen. Die älteste Fassung lautet: Ubi Christus ibi Ecclesia. Darauf folgt: Ubi Episcopus ibi Ecclesia. Ubi Petrus ibi Ecclesia ist der jüngste Spruch in dieser Reihe. Und damit ist ja nicht automatisch mitgegeben: Ubi Papa ibi Ecclesia. Und wie wäre es mit: Ubi Antipapa ibi Ecclesia? Gilt das auch? Die katholische Kirche hatte im Laufe der Geschichte über 40 offizielle Gegenpäpste – die Gegenpäpste seit dem 2. Vatikanischen Konzil nicht mitgezählt.
        Sie fragen nach Matth 16,17ff. Nun, Tatsache ist: die Kirchenväter der ersten 500 Jahre der Kirche verstanden den Satz nicht so, wie im 1. Vatikanum definiert. Es ist alles nicht so einfach. Ein päpstlicher Jurisdiktionsprimat und erst recht eine päpstliche Unfehlbarkeit waren im ersten Jahrtausend niemals allgemein akzeptierter Glaube in der ungeteilten Kirche des Westens und Ostens. –
        Wahrer Glaube ist die Grundlage des Heils.
        Kirche kann da nicht sein, wo kein wahrer Glaube ist oder nicht mehr ist.
        (Beispiel: Anglikanische Kirche. Eben noch war sie katholisch, fiel sie vom katholischen Glauben ab.)
        In der heutigen Lage geht es nicht um irgendwelche Sünden der Päpste, wie Völlerei, Unzucht, Ehebruch, Sodomie, Mord u.dgl., und wenn Sie hier mitlesen, dann wissen das ja doch auch.
        Worum die Diskussion hier meistens geht, ist die Grundfrage: ist das noch katholisch, bzw. christlich, was da in Rom gesagt und getan wird?
        Wenn ein Bischof hartnäckig Häresien predigt, z.B., dann nützt es ihm nichts, dass er eine Mitra aufsitzen hat. Dann ist er kein Katholik mehr. So war das schon zur Zeit des hl. Athanasius.
        Wenn Sie mich persönlich fragen: mich hat das Durcheinander in Kirche soweit gebracht, dass ich im Blick auf die K i r c h e nur noch sagen kann: Ich weiß, dass ich nichts weiß.
        Das einzige, worauf ich mich noch verlasse, ist Jesus Christus und die Bibel.
        Gewissermaßen habe ich mich von Franziskus protestantisieren lassen, allerdings in die entgegengesetzte Richtung wie er.

      • @ Gladys: Schisma war lediglich im Bezug auf die Worte Msgr. Lefèvres gemeint. Und: Danke für den Beitrag des Hl. Athanasius: Würden Sie mir bitte den Link zukommen lassen? Danke.

        @ Leo Lämmlein: Ich verweise auf dem Brief an die Korinther des Papstes Klemens I, das älteste Dokument, welches das Primat des Papstes in der Praxis bezeugt. Aus dem I Jahrhundert, eine kostbare Perle. Und: Wenn Mt 16, 17ff nicht stimmt, gibt es de facto keinen wirklichen Grund, um katholisch zu sein und nicht orthodox. Übrigens, ich bin Herr Dax 🙂

        @ Suárez: Im Grunde einverstanden mit Ihnen. Ja, das Kreuz ist wichtig, ohne Kreuz keine Nahfolge Christi. Aber: Christus ist auferstanden. Manchmal leben und denken wir, als hätte er nicht ein für allemal über Sünde und Tod gesiegt…

      • @ Dax

        Gerade habe ich den 1. Clemensbrief durchgelesen. da steht nichts vom Primaten des Papstes. Was da steht ist etwas ganz anderes. ich zitiere das mal, weil es auch für unser heutiges Problem sehr interessant ist:

        „Wenn solche Männer nun (Bischöfe und Diakone) der Herde Christi untadelig gedient haben, ferner bescheiden, friedlich und großherzig waren (…) dann ist es meiner Meinung nach Unrecht, sie abzusetzen. Es kann nur eine große Sünde sein, wenn wir die aus dem Bischofsamt vertreiben, die untadelig und fromm die Opfer dargebracht haben. (…) Denn ihr habt offenkundig einige abgesetzt, die gut mit euch lebten und ihr Amt untadelig in Ehren hielten.“

        Ich denke da überhaupt nicht an unsere häretischen Nachkonzilspäpste, sondern an all jene Priester, die ungerecht, trotz untadeligen Rufes und Handelns, von eben diesen häretischen Päpsten und Bischöfen suspendiert und exkommuniziert wurden.
        Es will uns immer noch nicht in den Kopf nach einem Jahrhundert der „Revolutionen von unten“, dass die Revolution in der Kirche von oben kam und weiterhin kommt. Daran ändert auch das Gekrähe von Sondergruppen wie „Wir sind Kirche“ nicht viel.

        ich für mienen Teil sehe keinen Sinn darin, mich allzu lange mit solchen Gruppen von unten abzugeben und gegen sie zu polemisieren. Sie sind bedeutigslos und hätten keinerlei Kraft, wenn nicht die Hierarchie lange vor ihnen vom Glauben abgefallen wäre und sie erst eine Folge dieser Zustände sind, die eben die Bischöfe und Päpste geschaffen haben.

        Es ist also notwendig, nicht starr ein historisches Beispiel auf unsere Situation zu stülpen, sondern sie dem Sinn entsprechend und der tatsächlichen Lage entsprechend zu deuten.

      • … und ach so, ich habe vergessen, die Quelle anzugeben:

        „Der erste Klemensbrief, Kap. 44, 3 ff“

        in : Das Neue Testament und frühchristliche Schriften. Übersetzt und kommentiert von Klaus Berger und Christiane Nord. Insel Verlag 2005. ISBN 3-458-17249-1

      • @ Leo Lämmlein

        Rein menschlich und spontan verstehe ich Sie sicher gut. jeder weiß, dass ich bezweifle, dass die Herren auf dem Stuhl Petri, wenn sie dort überhaupt noch sitzen wollen, wirklich „der Papst“ sind. Es kann nicht sein, dass das unfehlbare Lehramt die gesamte Lehre zerstört und ei gigantisches Kirchensterben verursacht. Man kann den, der die Lehre eigentlich ganz sicher festhalten soll, nich anerkennen, wenn er selbst es ist, der die Lehre nach und nach auflöst, ihr widerspricht, immer deutlicher was anderes predigt, dabei immer wieder so tut, als sei er rechtgläubig, bevor er zum nächsten Hieb an die Wurzel anhebt.

        Ich sehe aber auch deutlich, welche aufgeblasenen und ihrerseits irregeleiteten Personen nun den „Ersatz“ dafür spielen – nirgends ist eine noch verrücktere Ideologisierung zu beklagen wie unter dem traditionalistischen Widerstand verschiedenster Couleur. Sie hielten zwar fest an zentralen Dingen des Glaubens, aber alsbald klebten sich daran Dinge, die niemals so tradiert waren und vom rechtgläubigen Papsttum so niemals vertreten wurden. Kirchengesetze, die sich niemals durchsetzen konnten, werden von solchen Leuten zum Zünglein an der Waage erklärt, sie fallen ins andere Extrem, denn es galt immer: was sich an Sittenregeln nicht durchsetzen konnte, gilt nicht – auch in rechtgläubigen Zeiten. In aller Regel klemmen sich diese Kreise hinter Superheroes, die sie selbst ernannt haben, manche davon sind Heilige, manche sind es nicht, und sie bleiben nicht bescheiden und machen sich selbst zum Lehramt.

        Es kann also nicht richtig sein, am Primaten des Papstes zu zweifeln. Da hat @ Dax völlig recht. Aber andererseits sind wir 200 Jahre darauf eingestimmt worden, uns immer fester an Maria zu halten, um Jesus nicht zu verlieren in dieser Verwirrung, was auch viele ablehnen, obwohl es ganze Generationen so gelehrt haben unter den Päpsten (!), und der Missbrauch oder die Verzerrung dieser Hilfestellung darf nicht zum Vorwand dienen, hinter die Marienverehrung, die uns geboten wurde, zurückzufallen. Uns wird sei 200 Jahren mitgeteilt, dass es ein Problem geben wird mit Rom. Keiner kann also nun Zeter und Mordio schreien. Unzählige Mystiker haben es unter großem Leiden vorausgesehen und auch kundgetan, und die damals noch guten Päpste haben das immer anerkannt, niemals abgewehrt und teilweise hatten sie selbst ähnliche Visionen wie die vielen heiligen Frauen, die es voraussahen. Z.B. Leo XIII., von dem daher auch das Bittgebet an den Erzengel Michael stammt.

        Nein: am Papsttum darf niemals gezweifelt werden, wohl aber daran, ob es sich bei dem vorhandenen Betrieb in Rom noch darum handelt. Uns ist die Gottesmutter gegeben, wofür auch Offenbarung 12 + 13 spricht. Es ist ja angedeutet, dass sie mit ihren Kindern, „die“, wie es heißt, „noch an Jesus glauben“, aus der sichtbaren Kirchenorganisation fliehen muss.

        Uns ist alles gegeben, was wir wissen müssen. Wir müssen kampfbereit sein, denn: wo Maria, da Kampf. Ubi Maria, ibi pugna.

      • @ Zeitschnur:

        Der 1. Clemensbrief handelt gewiss nicht direkt über den Primat, wobei schon über die Apostolischen Sukzession. Indirekt allerdings beweist der Brief in aller Deutlichkeit, dass schon am Ende des 1. Jh Rom und ihr Bischof den Vorrang anerkannt wurden. Benedikt XVI erklärt es sehr gut, glaube ich, in „Licht der Welt“.

        Wie auch immer, wir sind uns einig: Am Primat des Papstes darf nicht gezweifelt werden. Das macht das Katholischsein aus, jenseits von der Eucharistie und die Verehrung der Muttergottes, auch vorhanden in der Orthodoxen Kirche.

        Zeitschnur, eine Frage noch, die mir noch keiner in diesem Forum beantworten konnte: Welche Dogmen haben die Päpste seit Johannes XXIII widersprochen, jetzt ganz konkret? Ich kann mich wirklich an keinen Widerspruch erinnern…

      • @Sarah

        Im Mittelpunkt des Schreibens mit dem Titel «‘Sensus Fidei‘ im Leben der Kirche» steht die Lehre vom sogenannten Glaubenssinn (Sensus Fidei). Dieser wird als eine «Art geistlicher Instinkt» definiert, der die Gläubigen befähige, spontan zu erkennen, «ob eine bestimmte Lehre oder Praxis in Einklang mit dem Evangelium und dem apostolischen Glauben steht». Er dürfe jedoch nicht mit der Mehrheitsmeinung gleichgesetzt werden.

        Der Begriff «Glaubenssinn» (Sensus Fidei) wird erstmals vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) gebraucht und definiert, hat der Sache nach aber eine längere theologische Tradition. Papst Franziskus hob mehrfach hervor, dass das kirchliche Lehramt den Glaubenssinn der einfachen Katholiken beachten müsse.

      • @ Suarez

        Sie zitieren hier wörtlich aus dieser Website http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/news/page_news.php?id=35129

        Es gibt aber tatsächlich seit dem Vat. II zwei Begriffe: den vom sensus fidei (Glaubenssinn) und dem vom sensus fidelium (Gläubigensinn).

        Eigentlich sind diese Begriff unverständlich, wenn man genauer nachfragt. Hier finden Sie eine Hirni-Definition aus dem „neuen theologischen Wörterbuch“ (Vorgrimler):
        http://theologie_de.deacademic.com/281/Glaubenssinn

        Demnach wäre der sensus fidelium im Gläubigen die durch den Heiligen Geist erleuchtete Erkenntnis. Soweit so gut – das war tatsächlich schon immer Überzeugung der Kirche.

        Aber der sensus fidelium als „kollektives Glaubensbewusstsein“ ist unverständlich – was soll das sein?
        Mir hat das noch nie einer erklären können. Vor allem nicht in der Korrelation zum apostololischen Lehramt.
        Aber es ist tatsächlich dieser letztere Begriff, der als Waffe eingesetzt wird. ich habe jetzt keine Zitate parat, aber ich habe sehr viel gelesen, auch gerade zum Beispiel an Aufsätzen in der „Herder Korrespondenz“, und da wird dieser Begriff immer gegen lehramtliche Entscheide eingesetzt, die einem nicht passen. Sicher hab ich das mal bei Prof. Georg Kraus hinsichtlich des Frauenpriestertums gelesen in „Stimmen der Zeit“, weiß aber nicht mehr welcher Jahrgang. Etc.

      • …o Mann Entschuldigung, schon wieder Tippfehler. Es muss heißen:

        „Demnach wäre der sensus FIDEI im Gläubigen die durch den Heiligen Geist erleuchtete Erkenntnis. Soweit so gut…“

      • @ Dax

        Zu Ihrer letzten Frage kann ich keine kurze Antwort geben. Wir haben hier seit Jahren eine Debatte über das Thema.

        Beim Widerspruch und der Auflösung der tradierten Lehre wird ja nicht mit dem Holzhammer vorgangen.

        Was ein rechter Häretiker ist, der geht nicht hin und sagt „Hallo liebe Leute, obacht: jetzt widerspreche ich einem Dogma!“ Damit gibt er sich erst mal nicht ab. Es ist ein langer Prozess kleiner und kleinster Schritte, gelegentlicher „Rückschritte“, die dem Kirchenvolk einträufeln, es sei alles okay etc.

        Es ist auch nicht dieses Forum, das das erfunden hat. Vielleicht lesen zur Einführung von de Mattei das sehr gut recherchierte Buch über das Vaticanum II, das Werk Dörmanns über Johannes Paul II., und sehr aufschlussreich aber mühsam ist auch „Iota unum“ von Amerio.
        Erst danach kann man dann an einzeilnen Themen orientiert, weiterreden. Eine pauschale Light-Erklärung ist angesichts der komplexen Problematik nicht möglich.

        Prinzipiell geht es um die Zerstörung der Litrugie, um die philosophischen Methoden, die mit dem Vaticanum II salonfähig wurden, vorher aber verurteilt wurden, grob das, was B16 als „Relativismus“ beklagte, obewohl er ihm selber frönte und die Veränderung der bischöflichen Autonomie hin zu einem Kollektivismus, der den einzelnen Bischof im Kollegium festfriert, was auch das Papsttum rein institutionell total geschwächt hat bzw. zu einem charismatischen und subjektiven Amt umgebogen hat.

        Insgesamt hat sich das Verständnis weg von der objektiven Lehre hin zu einem dreh- und wendbaren Subjekitvismus verändert.

      • @zeitschnur

        Danke für Ihre interessanten Ausführungen.

        Ich hatte mein Zitat noch als Meldung von KNA, denn diese wird ja von kath.net lediglich in dem von Ihnen erwähnten Artikel, gebracht, gekennzeichnet.

        Warum das verloren gegangen ist, weiß ich nicht.

        Egal wie man es nennt, es wird, wie der berüchtigte „Geist des Konzils“ auch, dazu gebraucht, um die Lehre zu verwässern. Es ist sozusagen das Instrument des Relativismus.

  5. Wie es scheint, soll dieser unklare Begriff von „Barmherzigkeit“, der weder die Offenbarung des Evangeliums noch die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes im Blick hat und der lösgelöst ist von der Notwendigkeit einer Bekehrung, die gesamte Diskussion der Synode bestimmen. Das wäre dann tatsächlich ein Instrument, die Sexual- und Ehemoral der Kirche zu paralyxsieren. Dabei hätte die Kirche allerdings den Missionsauftrag unseres Herrn verraten, welcher lautet: „Lehret alle Völker zu halten, was ich euch geboten habe.“

  6. In unseren Breiten jedenfalls wird kein Homosexueller „ungerecht zurückgesetzt“. Ganz im Gegenteil: bei uns müssen sich Normalsterbliche fast fragen, warum sie so sind wie sie sind. Die Kirche hat also den Kampf gegen die perverse Homopropaganda zu führen wie das beispielhaft in Rußland von Kirche (ROK) und Staat praktiziert wird. Ein seichtes Gesäusel gegenüber der Homolobby ist fehl am Platz.

    Direkt mit dem Kampf gegen die Homolobby hängt auch der Kampf gegen den Genderimus zusammen. Wer die Sünde von Homosexuellen nicht Sünde nennt, kann auch den Genderismus nicht glaubhaft ablehnen.

    In Deutschland tun sich Priester und Bischöfe meist mit allem schwer, so auch mit der Verkündigung der Inhalte einer kirchlichen bzw. christlichen Ehe. Man müßte einen nicht geringen Teil des Klerus entlassen, ihnen die Entlassungpapiere geben.
    Die hl. Eucharistie kann es für sog. wvh. Geschiedene definitiv nicht geben. Es wird auch kaum etwas nützen, die Eheannulierungsverfahren zu vereinfachen. Nur Gott kann noch helfen und beten, beten, beten.
    Kein Papst und keine Bischofssynode kann etwas bewirken. Nur das Gebet vieler Kleiner kann Abhilfe schaffen.

    • @ Leo Lämmlein

      Rein menschlich und spontan verstehe ich Sie sicher gut. jeder weiß, dass ich bezweifle, dass die Herren auf dem Stuhl Petri, wenn sie dort überhaupt noch sitzen wollen, wirklich „der Papst“ sind. Es kann nicht sein, dass das unfehlbare Lehramt die gesamte Lehre zerstört und ei gigantisches Kirchensterben verursacht. Man kann den, der die Lehre eigentlich ganz sicher festhalten soll, nich anerkennen, wenn er selbst es ist, der die Lehre nach und nach auflöst, ihr widerspricht, immer deutlicher was anderes predigt, dabei immer wieder so tut, als sei er rechtgläubig, bevor er zum nächsten Hieb an die Wurzel anhebt.

      Ich sehe aber auch deutlich, welche aufgeblasenen und ihrerseits irregeleiteten Personen nun den „Ersatz“ dafür spielen – nirgends ist eine noch verrücktere Ideologisierung zu beklagen wie unter dem traditionalistischen Widerstand verschiedenster Couleur. Sie hielten zwar fest an zentralen Dingen des Glaubens, aber alsbald klebten sich daran Dinge, die niemals so tradiert waren und vom rechtgläubigen Papsttum so niemals vertreten wurden. Kirchengesetze, die sich niemals durchsetzen konnten, werden von solchen Leuten zum Zünglein an der Waage erklärt, sie fallen ins andere Extrem, denn es galt immer: was sich an Sittenregeln nicht durchsetzen konnte, gilt nicht – auch in rechtgläubigen Zeiten. In aller Regel klemmen sich diese Kreise hinter Superheroes, die sie selbst ernannt haben, manche davon sind Heilige, manche sind es nicht, und sie bleiben nicht bescheiden und machen sich selbst zum Lehramt.

      Es kann also nicht richtig sein, am Primaten des Papstes zu zweifeln. Da hat @ Dax völlig recht. Aber andererseits sind wir 200 Jahre darauf eingestimmt worden, uns immer fester an Maria zu halten, um Jesus nicht zu verlieren in dieser Verwirrung, was auch viele ablehnen, obwohl es ganze Generationen so gelehrt haben unter den Päpsten (!), und der Missbrauch oder die Verzerrung dieser Hilfestellung darf nicht zum Vorwand dienen, hinter die Marienverehrung, die uns geboten wurde, zurückzufallen. Uns wird sei 200 Jahren mitgeteilt, dass es ein Problem geben wird mit Rom. Keiner kann also nun Zeter und Mordio schreien. Unzählige Mystiker haben es unter großem Leiden vorausgesehen und auch kundgetan, und die damals noch guten Päpste haben das immer anerkannt, niemals abgewehrt und teilweise hatten sie selbst ähnliche Visionen wie die vielen heiligen Frauen, die es voraussahen. Z.B. Leo XIII., von dem daher auch das Bittgebet an den Erzengel Michael stammt.

      Nein: am Papsttum darf niemals gezweifelt werden, wohl aber daran, ob es sich bei dem vorhandenen Betrieb in Rom noch darum handelt. Uns ist die Gottesmutter gegeben, wofür auch Offenbarung 12 + 13 spricht. Es ist ja angedeutet, dass sie mit ihren Kindern, „die“, wie es heißt, „noch an Jesus glauben“, aus der sichtbaren Kirchenorganisation fliehen muss.

      Uns ist alles gegeben, was wir wissen müssen. Wir müssen kampfbereit sein, denn: wo Maria, da Kampf. Ubi Maria, ibi

    • Da ist irgendwas schief gelaufen mit der Kommentarfunktion und meine Antwort an Dax wurde hier unter Franzel gesetzt…

      …@ Franzel wollte ich sagen: dieser Satz „Wer die Sünde von Homosexuellen nicht Sünde nennt, kann auch den Genderismus nicht glaubhaft ablehnen.“ triftt den Nagel auf den Kopf.

  7. Eigentlich ist es vollkommen unerheblich, was die Bischofssynode wie und warum beschließt, denn die Faktenlage ist konkret in den meisten Diözesen völlig klar: Man nennt eine zweite kirchliche Trauung „Segnung“. Diese ist eingebunden in eine kirchliche Feier (meist ein Wortgottesdienst- WoGo oder sogar ein WoGoKo- Wortgottesdienst mit Kommunionfeier). Einzelne Diözesen haben sogar ganz offiziell Gestaltungsvorschläge herausgegeben.
    Da gibt es mittlerweile keinerlei Probleme mehr.
    Und wenn es nicht gar zu öffentlich wird, bindet man die Segnung sogar in die Feier der Heiligen Messe mit ein. Das „Segnungspaar“ sitzt wie ein Brautpaar vorm Altar, es gibt ein quasi Treueversprechen und natürlich einen ausführlichen Segen. Was sagt uns das?
    Das ganze Gerede Bergoglios von Barmherzigkeit usw. hinkt der Realität meilenweit hinterher. Bei der Aushöhlung des Ehesakramentes geht man in bewährter Manier vor: Erst einzelne Verstöße, dann mehr Verstöße gegen kirchliche Rechtsnormen und schließlich wird der Verstoß stillschweigend hingenommen. Im Fall der sogenannten Ministrantinnen erfolgte dann sogar die quasi Billigung Roms. Was war das noch in den 70iger Jahren für eine Auseinandersetzung. Und heute haben selbst als stockconservativ verschrieene Pfarrer wie selbstverständlich Ministrantinnen. Und der Beispiele sind viele: Handkommunion, Eigenmächtigkeit bei den liturgischen Gebeten, Predigt von Laien, quasi priesterliche Kleidungsstücke bei Pastoralassistösen u.ä. Bei uns gibt es eine Pastoraltante, die Beerdigungen natürlich im Pluviale hält und bei der Messe eine nur unzureichend getarnte Dalmatik trägt. In der Nachbarpfarrei singt die dortige Pastoraldame die Doxologie mit, während sie den Kelch hochhält usw.usw.usw.
    Insofern stimme ich den Traditionalisten zu, wenn sie davon ausgehen, dass hier nichts mehr reformierbar ist. Nach meinen Beobachtungen stimmt das. Der Irrtum ist bereits zu tief selbst in den frommen Kreisen einer Pfarrei verbreitet. Immer wieder ist zu hören: Aber der Papst hat das doch alles erlaubt. Aussichtslos.

    • Marcellus:

      „Das ,Segnungspaar‘ sitzt wie ein Brautpaar vorm Altar, es gibt ein quasi Treueversprechen und natürlich einen ausführlichen Segen. Was sagt uns das?“

      Verläuft nicht die Zeremonie genau so, m.W. zuletzt ganz prominent zwischen dem britischen Thronfolger und dessen geschiedenen „Braut“, bei den anglikanischen Protestanten des notorischen Ehebrechers und Hinrichters Henry VIII.?

      Meines Wissens geht dem „Segen“ noch ein von den beiden zu verrichtendes zerknirschtes „Reuegebet“ voraus, womit es sich dann aber hat. Danach wird unbeschwert gefeiert, schließlich ist man – zumindest amtlich – wieder „honourable“.

      Bei Schismatikern und Häretikern mag solch brutal-offenkundige Abkehr vom Evangelium einen traurig stimmen, verwundern kann’s allerdings nicht. „Es“ aber von prominenter Stelle der hl. Kirche zu hören, macht fassungslos.

Comments are closed.