Das Amt und die Person – und ihre Würde

(Vatikan) Die Bild-Zeitung veröffentlichte ein Bild (um genau zu sein mehrere) das Benedikt XVI. in den Vatikanischen Gärten zeigt, wie er wegen sener Gehbehinderung sich mit Hilfe eines Rollators fortbewegt. Im Bild zu sehen ist auch sein Bruder Msgr. Georg Ratzinger ebenfalls mit einem Rollator. Neben dem emeritierten Papst steht sein Privatsekretär Kurienerzbischof Georg Gänsewein, neben Msgr. Georg Ratzinger eine Pflegeassistentin. Die Bild-Zeitung und andere Medien meinten, ein solches Bild veröffentlichen zu müssen und bezeichneten es als „bewegende“ Aufnahme. Die Gehbehinderung des zurückgetretenen Papstes ist seit Jahren bekannt. Er bemüht sich mit dieser Schwäche in der Öffentlichkeit mit größtmöglicher Würde umzugehen. Der emeritierte Papst sollte kein Ziel von Paparazzi sein. Die Person des Papstes und das Amt haben eine Würde, die es zu respektieren gilt. Aus diesem Grund veröffentlichen wir diese Bilder nicht.

Text: Giuseppe Nardi

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18 Comments

  1. Wie Sie ganz richtig feststellen, hat sich unser Heiliger Vater Papst Benedikt XVI von jeher bemüht, der Würde des Amtes und der Person immer gerecht zu werden. Würde auch im Sinne von guter Kinderstube. Er wußte eben, was sich gehört und was nicht. Andere scheinen da wesentlich größere Schwierigkeiten zu haben.
    Merke: Ein würdiger und frommer Papst wäre auch immer ein guter Dorfpfarrer, aber nicht jeder Dorfpfarrer ist ein würdiger und frommer Papst.

  2. Wie kommt die BILD-Zeitung an diese Bilder?
    Ansonsten finde ich die Weigerung von katholisches.info die Bilder zu veröffentlichen richtig.

    Es gibt auch für den Journalismus (insofern man das auf BILD anwenden kann) Grenzen. Aber was tut man nicht alles für einen guten Absatz.

  3. Ich wüsste nicht, warum es entwürdigend ist, solche Bilder zu zeigen – immerhin gibt es immer mehr Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind. Auch ein ehemaliger Papst ist ein Mensch mit seinen Schwächen. Und die braucht man nicht zu verbergen. Es ist keine Schande, alt und schwach zu sein – oder doch?

    • Entwürdigend ist die enblößende Sensationsgier, die keine Achtung vor Person und Amt kennt. Die Bild-Zeitung kann ein Lied davon singen.

    • Nein, einen Rollator zu benutzen, ist nicht entwürdigend, für niemanden.
      Auch für uns kann dies einmal nötig sein.
      Aber es ist die Absicht, die sich hinter der Veröffentlichung und Verbreitung solcher Fotos verbirgt.
      Hat der emeritierte Papst gewusst, dass er in diesem Augenblick geknipst wird, oder hat ein -im Hintergrund bleibender und um der Sensation willen- eifriger Paparazzi im günstigen Moment auf den Auslöser gedrückt?

    • Papst Benedikt und die Seinen,haben immer,die,sogenannte,,private“ Bilder des Papstes,ausgewählt,ein Bild,als ob ,,ertappt“,bei einem ,,Hintereingang“,die Gesichter ,,des Jedermannes privat“,zwei Rollatoren,ein Priester von hinten in der Nähe und eine entspannte Pflegerin an der Bank.Ja,der Christ soll mit den eigenen Eigenschaften ,,geschlagen“werden.,,Wunderbar“,endlich ist der Benedikt normal,wie wir Alle,wir nehmen Rollatoren und freudig fahren wir alle zusammen,Alle gleich,mit den ,,Päpsten zum anfassen“,….dahin,dahin, in Harmonie,irgendwohin in Franziskuszärtlichkeit…Nicht stehenbleiben,vorwärts,Aufbruch.Und Papst Benedikt in der Reihe mit uns.Das ist doch selbstverständlich,das wir ein Rollator nicht verabscheuen,es ist eine gute Errungenschaft,wir finden selbstverständlich ein Respekt zum Rollatormensch..(zu Behinderten,Gefangennen,Alten und Kranken,zu Andersfarbigengeschlechtlichenreligionen……..Respekt und Achtung,Gleichheit,Toleranz und die alle mögliche Parolenworte,die wir,politisch korrekt,achten.Die menschliche Würde steht uns über Alles.Wir,die Gehorsammen,diese Werte achtend.Eine Würde des päpstlichen Amtes,die Würde für Jedermann.Papst Johannes Paul II,war ,am Ende sehr elendig und doch waren die Bilder im Bild,nicht zu Diskusion und nicht geheim aufgenommen.Dieses,,,erhaschte“Foto,wie ein Foto vom Filmstar ohne Schminke,,,enthüllend“,zum Gaffen,zeigt nur einen Menschen,der geblitzt wurde,ohne sein Wissen…Einen ,,Ehemaligen“.Papst Benedikt XVI trug das Papstamt in Würde….Das o.g. Bild sah ich durch Google news,als Nachricht,wichtige Nachricht…

      • Nächstes Bild konnte sein,wie Papst Franziskus,Papst Benedikt kumpelhaft am Rücken klatscht,oder sein Kopf abküsst,einen Papst,der ohne Anmeldung zum Kaffe kommt,zum Plausch,privat,…ist doch,, gut so“.Etwas ähnlich,waren schon die letzten Äuserungen über Papst Benedikt ,,heute“ …

  4. Warum jetzt diese Bilder, wo man doch den Heiligen Vater vor wenigen Wochen noch pumperlgesund anläßlich der (Schein?)-Heiligsprechung seines Vorgängers beobachten konnte! Im übrigen ist Gehbehinderung kein Rücktrittsgrund. Wofür gibt es im Vatikan die Sedia Gestatoria und diverse Sänften, deren sich mit größter Selbstverständlichkeit auch noch der unlängst zur Ehre der Volksaltäre erhobene Giovanni XXIII. bediente. Benedikt hat seine Herde im Stich gelassen, um sie einem reißenden Wolf auszuliefern. Möge Gott ihm verzeihen! Oder war alles nur ein abgekartetes Spiel? Deus scit!

    • catholicus: Vor 15 Monaten hätte ich Sie noch in der Luft zerrissen, wenn ich obigen Kommentar gelesen hätte. Leider aber haben Sie mittlerweile völlig recht. So sehr ich den Heiligen Vater, Papst Benedikt schätze- das hätte er der Kirche nicht antun dürfen. Genau so schlimm aber sind diejenigen, die- obwohl sie genug Zeit hatten, Recherchen anzustellen- Bergoglio die Stimme gegeben haben.
      Das Drama, das sich im Moment abspielt, hatte seine Vorgeschichte in Argentinien. Doch sind wir nicht zu ungerecht: Immerhin hat eine Minderheit der Kardinäle bis zum Schluß Bergoglio die Stimme verweigert. Respekt für diese und Schande für die Umfaller, die vorher nicht benediktinisch genug sein konnten- ja fast auf allen Vieren zum Papst gekrochen kamen- und dann ruckzuck franziskanisch bis zur Peinlichkeit wurden.

      • Geschätzter Marcellus, vor 15 Monaten hätte ich diesen Kommentar auch nicht verfaßt, aber je länger man sich die Komödie der „Zwei Päpste“ anschauen muß, desto mehr fragt man sich, ob das nicht alles ein abgekartetes Spiel war. Fräulein Gudrun Sailer, aus St. Pölten stammende Redakteurin bei Radio Vatikan, entblödete sich anläßlich des Rücktritts Benedikt XVI. nicht, vor laufender Kamera zu behaupten, es sei jetzt an der Zeit, das päpstliche Amt von all dem „Brimborium“ zu befreien. Man will also aus dem Primat einen Generalsekretär der Vereinigten Weltreligionen machen, und am kommenden Pfingstfest findet die Ouvertüre dazu statt. Die meisten Menschen sind Opportunisten, das konnte man in den letzten Jahren mehr als deutlich sehen: Heute so, morgen so, immer schön mit dem Strom schwimmen. Diese charakterlosen Gestalten übersehen leider, daß dieser Strom in den Abgrund führt. Möge der Heilige Geist sie erleuchten, ehe es zu spät ist.

      • Verehrter catholicus: Bin völlig mit Ihnen einer Meinung. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass einige Kardinäle richtiggehend hereingelegt wurden. Ich will das auch begründen: In den letzten Jahren erschütterten eine Reihe von schwerwiegenden Skandalen den Vatikan (Pädophilie, Ausgelebte Homosexualität im Vatikan, Schwarze Kassen und Gelder, der Geheimnisverrat des päpstlichen Leindieners usw.). Insofern hatten wohl viele Wähler die große Sehnsucht nach Glaubwürdigkeit, nach einem Papst, der das in Ordnung bringen würde. Und Bergoglio wurde als derselbige präsentiert. Dabei haben die Herren übersehen, dass Bergoglio nicht allein die Glaubwürdigkeit der Kirche wiederherstellen, sondern schlicht eine andere Kirche wollte. Gnadenlos und ohne Rücksicht auf Verluste hat er seitdem das Papstamt ge(miß)braucht, um so ziemlich alles zu zertrümmern, lächerlich zu machen oder an den Rand zu schieben, was in 2000 Jahren der traditio ecclesiae gewachsen ist. Die Strategie ist so perfide und ausgeklügelt, dass ich dahinter eine diabolische Klugheit sehe. Bergoglio treibt den Teufel mit Beelzebul aus. Wenn es so etwas wie Partystimmung in der Hölle gäbe, würde man dort aus dem Feiern wohl nicht mehr herauskommen. Die Tragik an der ganzen Sache neben der Zerstörung von Glaube und Kirche ist die Blindheit der Jubelkatholiken, die Seine (Schein)heiligkeit fast schon zur vierten Person der Heiligsten Dreifaltigkeit erklären, obwohl sie doch merken müssten, wie sehr das alles der angeblichen Demut Bergoglios widerspricht. Es tut mir leid, aber Bergoglio war mir von Anfang an unheimlich- eine düstere Aura umgibt ihn. Leider merken das nur wenige. Wie doch jetzt alles eintrifft: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde.“

      • Verehrte Marcellus und catholicus !! Ich möchte ihren Ausführungen von ganzem Herzen beipflichten. Sie sprechen mir aus tiefster Seele !! Vielen dank, dass ich mit meiner Meinung nicht allein stehe !! DANKE!!!

      • Ita est! Bergoglio ist in meinen Augen ein großer Vollstrecker des Bösen, die Verblendung der Jubelkatholiken ist dafür nur ein weiteres Indiz! Bezeichnend, wie das Kardinalskollegium auf solch einen Charlatan, der seine eigene Diözese herabgewirtschaftet hat, hereinfallen konnte. Doch das Ende dieses gespenstischen Spukes wird der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariae sein!

    • Dann wissen Sie also genau was beim Rücktritt Benedikts alles eine Rolle gespielt hat und sind in der Lage genau das Richtige zu tun in der Situation, in der er sich dabei befand.
      Sie wissen natürlich über die HIntergründe bescheid und können genau abwägen und urteilen: Was er getan hat ist verwerflich.
      Weil sich auch alle Päpste privat in ihren Sänften durch Gemächer tragen ließen, ist es ebenso verwerflich, dass er das nicht tut und stattdessen die Zeit mit seinem Bruder für persönliche Gespräche nutzt. Aber ich vergaß- das muss ein abgekartetes Spiel sein.
      Deus scit? – Mi scha el!

  5. Die Frage stellt sich mir, wobei ich die Bilder nicht gesehen habe: Was ist würdelos daran, Benedikt XVI. und seinen Bruder zu zeigen, die einen Rollator als Gehhilfe brauchen?
    Wenn das die Menschen hier lesen, die auch einen Rollator benötigen, um sich einigermaßen schmerzfrei und sicher auf den Beinen zu halten, dann könnten diese sich diskriminiert fühlen. Müssen sie sich in der Öffentlichkeit verstecken, weil sie uns mit ihrer Schwäche stören? Nein, diese Personengruppe gehört genauso in die Öffentlichkeit wie knackige Jugendliche.
    Es kann ja sein, dass diese Generation jetzt noch nicht vorm PC sitzt. Aber uns kann es auch treffen, wenn wir nicht jung sterben…

    • ja und?
      Genau da liegt ja das Problem!
      Wir diskriminieren ja eh niemanden mehr, und ich hege die Befürchtung dass das so weit gehen wird, bis wir uns das Reden und Schreiben abgewöhnt haben werden.
      Niemand aber auch niemand würde es wagen öffentlich zuzugeben, dass ihn Schwäche stört, um das herauszuarbeiten, dass der Mensch Angst hat vor Alter und Schwäche, braucht es heutzutage einen Psychologen!
      So frage ich mich schon was das soll?
      Der Beitrag der Heiligen Stuhls zum demoskopischen Wandel?

      Ich halte im Gegensatz zu vielen hier, JPII schon für einen Heiligen und zwar nicht, wegen, dem sattsam bekannten grenzwertigen Gesten, die auch er gesetzt hat, sondern wegen seines öffentlich getragenen Leidens, das war heroisch, gerade in einer Zeit, wo Schwäche zwar betütelt und betreut und behütet und therapiert wird, aber nicht hingenommen wird, als eben normal (…am Abend geht es auf 3 Beinen (Rätsel der Spinx)).

  6. Die Frechheit ist, dass wieder mal aus dem Hinterhalt private Angelegenheiten geknipst und veröffentlicht werden nur um mit der Neugier der Menschen Geld zu machen!! Ich versteh nicht wie manche da nur sagen können: „ja was ist denn so schlimm dran?“

  7. Daß der Papst in entwürdigender Weise gezeigt wird, fällt keinem auf, oder?

    Danke, Setzen. Das ist das Ergebnis des Modernismus. Es gibt nichts Heiliges mehr. Beweis erbracht.

    Wenn die politisch Korrekten auf dem WC thronend, in Unterhose, bei der Selbstbef. oder in der Nase bohrend gezeigt werden, zeigen diese Bilder ganz natürliche Dinge. Und doch werden sie entsetzt aufschreien. Warum bloß? Fremdschämen ist ganz eine andere Ebene, als selbst blamiert sein!

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