Offener Brief eines Lesers an Bundespräsident Gauck

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

am Katholikentag beklagen Sie die öffentliche Gleichgültigkeit, die auch mir allergrößte Sorgen macht. Ich denke da etwa an den Umstand, daß ein Bundespräsident, überdies ein protestantischer Geistlicher im öffentlichen
Ehebruch lebt und sich dabei überhaupt nichts denkt wenn er sich gegen das Gebot des Ehe dermaßen versündigt und obendrein noch infolge der Nachhaltigkeit auch gegen den Heiligen Geist. Eine Sünde die bekanntlich in
Ewigkeit nicht vergeben wird.

Vor 20 Jahren wäre das noch undenkbar gewesen, und daß das heutzutage alles möglich ist ohne daß ein Bundespräsident aus dem Amt gejagt wird, das offenbart jene erschreckende öffentliche Gleichgültigkeit, wie Sie sie am Katholikentag so zutreffend schildern.

Mit freundlichen Grüßen

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7 Comments

  1. Was hat „der Leser“ eigentlich zu verbergen, dass er sich anonym zu Wort meldet? Finde es in einem christlichen Portal merkwürdig, wenn anonyme Briefe publiziert werden.

  2. 1) Einen protestantischen „Geistlichen“ gibt es nicht. Sie nennen sich zwar Pfarrer, sind aber Laien.
    2) Wie das private Verhältnis zu seiner Begleiterin aussieht, wissen wir nicht. Ob es ein Ehebruchsverhältnis ist oder eine platonische Beziehung – das ist etwas, was die Betreffenden zu verantworten haben. Vorbildfunktion hat es zwar nicht, aber jemand in Sünde lebt oder nicht, kann man nicht wissen.
    3) Wenn man etwas beanstanden will, dann die Rede von Herrn Hauck zur Eröffnung des Katholikentags. Eine Propaganda für eine seichte Ökumene sondergleichen – auf die theologischen Feinheiten käme es nicht an, das wichtigste sei die Einheit, blablabla.

    • zu 2.

      Es war bis vor kurzem nur Ehegatten vorbehalten, ein Staatsoberhaupt in dieser Weise zu begleiten. Wenn jemand nun eine gute Freundin mitnimmt, zu der er ein platonisches Verhältnis hat, ist das nicht angemessen und verwirrend und schürt – falls es eine platonische Freundschaft ist – den Verdacht, es sei ein ehebrecherisches Verhältnis. Was soll das? Will er das dann? Und niemand sage nun: Das geht doch niemand etwas an… Doch, das geht sehr wohl jeden etwas an, weil Gauck hier nicht als Privatier unterwegs ist!

      Ein „privates“ Verhältnis zu einem Menschen hat im Rahmen eines objektiven, öffentlichen Auftritts nichts zu suchen. Ein förmlicher Ehepartner – und eine Ehe ist keine private Beziehung! – tritt in der Tat deswegen mit auf, weil er in einer objektiven und öffentlichen Beziehung zu dem Politiker steht. Dabei müssen normalerweise Formen genau gewahrt werden.
      Man sehe sich als Vorbild die Auftritt von Queen Elizabeth mit Gatten an oder vor Jahrzehnten von Theodor Heuss mit seiner Gattin Elly Heuß-Knapp – das alles hatte/hat echte Würde und spiegelt/e nichts vor und wahrt/e die objektiven Formen!

      Man kann Gauck hier also sehr wohl eine Frage stellen. Aber nicht nur ihn.

      Dass man von einem evangelischen Pfarrer, dessen genauer Status nicht relevant ist in dieser Sache, sehr wohl etwas anderes erwarten würde als von einem Westerwelle, dürfte wohl selbsterklärend sein.

      Die Klage über die Gleichgültigkeit in ethischer Hinsicht, die Gauck ausgesprochen hat, muss jedoch tatsächlich anhand seines eigenen Verhaltens hinterfragt werden. Der soringende Punkt ist nicht, ihm etwas zu unterstellen, sondern zu konstatieren, dass er selbst alles verwirrt und durcheinanderwirft mit seinem Verhalten. Wer nicht mehr bereit ist, mindeste Formen zu wahren, verlangt uns tatsächlich Gleichgültigkeit in ethischer Hinsicht ab und darf sie nicht zugleich beklagen.

  3. Ich finde als evangelischer Pfarrer und dazu noch als Bundespräsident soll er sich aus den Belangen der katholischen Kirche heraus halten.

  4. Im Laufe einer Podiumsdiskussion auf dem Regensburger Kichentag meinte Herr Gauck, dass der Heilige Geist nicht nur bei den Bischöfen und Priestern weht (das hat Herrn Glück offensichtlich gut gefallen), da hat er wohl recht, aber das muss ER uns nicht sagen. Desweiteren sagte er (sinngemäß), dass die Katholische Kirche ihre Dogmen und essentielle Aussagen der Bibel überprüfen und anpassen müsse. Das war eine ausgesprochene Frechheit, ein protestantischer Bundespräsident sollte doch vorher nachdenken, ehe er der Katholischen Kirche auf einem Katholischen Kirchentag meint Ratschläge erteilen zu müssen. Das steht einem Bundespräsidenten nicht zu. Daran ändert auch der pastorale Ton nichts.

  5. @Richter: Natürlich „darf“ Herr Gauck das. Schließlich ist er kein Katholik, also muss er nicht die Lehre unserer Kirche teilen. Und auch als Bundespräsident darf er durchaus nicht verleugnen, dass er Protestant ist. Das heißt ja nicht, dass man seiner Meinung ist. Das werden die meisten in Regensburg – da Katholiken – nicht gewesen sein.

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