Pressegespräch von Papst Franziskus: Rücktritt, Zölibat, Pius XII., wiederverheiratet Geschiedene

Papst Franziskus im Gespräch mit den Journalisten über den Nahost-Konflikt, Pius XII., wiederverheiratet Geschiedene, einen Rücktritt, den Zölibat und anderes mehr(Jerusalem) Am Montag beendete Papst Franziskus seine dreitägige Reise ins Heilige Land und kehrte in den Vatikan zurück. Wie bereits auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro gab das katholische Kirchenoberhaupt auch auf dem Rückflug von Israel eine Pressekonferenz im Flugzeug. Dabei nahm der Papst auch zu einem eventuellen Rücktritt Stellung. Eine kurze Zusammenfassung.

Emeritierte Päpste

Wörtlich sagte Franziskus: „Benedikt XVI. hat die Tür zu emeritierten Päpsten geöffnet.“ Und weiter: „Ich werde tun, was der Herr mir sagt. Ich werde beten und versuchen, seinen Willen zu ergründen.“ „Benedikt XVI. hatte keine Kraft mehr und als ehrlicher Mann des Glaubens, demütig wie er ist, traf er diese Entscheidung. Vor 70 Jahren gab es noch keine emeritierten Bischöfe. Was wird mit den emeritierten Päpsten geschehen? Wir müssen auf Benedikt XVI. wie eine Institution schauen, er hat eine Tür aufgetan, die der emeritierten Päpste. Die Tür ist offen, es wird weitere geben oder nicht, nur Gott weiß das. Ich glaube, daß ein Bischof von Rom, wenn er spürt, daß seine Kräfte zurückgehen, sich die selben Fragen stellen muß wie Papst Benedikt.

Ohne Wunder keine Seligsprechung von Pius XII.

Auf die Frage, wie es mit der Seligsprechung von Papst Pius XII. weitergehe, sagte Papst Franziskus, daß „die Causa offen ist. Ich habe mich informiert, aber es gibt noch kein Wunder. Es kann also nicht fortgesetzt werden. Wir müssen die Realität der Causa respektieren. Aber es gibt kein Wunder: Es braucht zumindest eines für eine Seligsprechung. Ich kann nicht sagen, ob er seliggesprochen wird oder nicht.

Keiner der anwesenden Journalisten hatte den Mut oder die Absicht, darauf aufmerksam zu machen, daß Papst Franziskus erst vor einem Monat Papst Johannes XXIII. wunderlos nicht selig, sondern sogar heiliggesprochen hat.

Wiederverheiratet Geschiedene

„Die Synode wird über die Familie sein, über das Problem der Familie und über ihre Reichtümer und die aktuelle Situation.“ Papst Franziskus erwähnte ausdrücklich die Ausführungen von Kardinal Kasper, ohne eine Wertung vorzunehmen. Er sagte jedoch: „Mir gefällt es nicht, daß viele Menschen, auch in der Kirche gesagt haben: ‚Die Synode findet statt, um den wiederverheiratet Geschiedenen die Kommunion zu geben‘, als würde sich alles auf eine Kasuistik reduzieren. Heute befindet sich die Familie, wie wir wissen, in einer Krise, einer weltweiten Krise. Die Jungen wollen nicht mehr heiraten, sondern zusammenleben. Ich will nicht, daß wir uns auf diese Kasuistik versteifen: „Kann oder kann man nicht die Kommunion geben?“ Das Problem der Familienseelsorge ist viel umfassender, viel viel umfassender. Man muß Fall für Fall studieren. Es ist das Ehenichtigkeitsverfahren zu studieren, es ist der Glauben zu prüfen, mit dem jener die Ehe schließt und es ist klarzustellen, daß Geschiedene nicht exkommuniziert sind. Auch wenn sie oft wie solche behandelt werden. Als Thema der Synode die Familie auszuwählen, war eine sehr starke geistliche Erfahrung. Langsam beginnt man über die Familie zu sprechen. Ich bin mir sicher, daß der Geist des Herrn uns zu diesem Punkt geführt hat.“

Päpstliche Gesten im Heiligen Land

Zu seinen Gesten im Heiligen Land meinte der Papst: „Die authentischsten Gesten sind jene, an die man nicht denkt. Ich habe gedacht, was ich tun könnte, doch keine der konkreten Gesten waren geplant.“ Einige Dinge, wie die Einladung an die beiden Präsidenten Peres und Abu Mazen habe der Papst wohl während der Fahrt bedacht, doch dann stellten sich soviele logistische Probleme, wie zum Beispiel, wo das Treffen stattfinden könnte. „Das war nicht leicht.“ Am Ende erfolgte jedoch die Einladung „und ich hoffe, daß das Treffen gut verlaufen wird“, so der Papst. Franziskus beharrte darauf, daß es sich bei dem Treffen nicht um eine Vermittlerrolle des Heiligen Stuhls für politische Gespräche handle, sondern um ein „Gebetstreffen“. „Mit den beiden Präsidenten versammeln wir uns nur zum Gebet und ich glaube, daß das Gebet wichtig ist und hilft. Und dann werden wir alle nach Hause gehen. Es werden ein Rabbi, ein Moslem und ich dabeisein.

Wahlen in der EU

Befragt zum Ausgang der Wahlen zum Europäischen Parlament meinte der Papst, von den Wahlen wenig mitbekommen zu haben. Gleichzeitig kritisierte er das Weltwirtschaftssystem, „in dessen Mittelpunkt das Geld und nicht der Mensch steht. Dieses System sondert aus, um sich zu erhalten. Es sondert die Kinder aus: Die Geburtsrate ist nicht hoch, in Italien ist sie niedriger als zum Ausgleich notwendig, in Spanien noch niedriger. Die alten Menschen werden ausgesondert auch durch die versteckte Euthanasie, indem man nur bis zu einem bestimmten Punkt Medikamente ausgibt. Die jungen Menschen werden verworfen. In Italien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 40 Prozent, in Spanien bei 50 Prozent, bei 60 Prozent in Andalusien. Es gibt eine ganze Generation, die nicht studiert und nicht arbeitet. Diese Kultur der Verschwendung ist sehr schwerwiegend. Das ist nicht nur in Europa so. In Europa aber ist es am meisten spürbar. Dieses Wirtschaftssystem ist ein unmenschliches System, wie ich in Evangelii Gaudium sagte.“

Priesterzölibat

„Die katholische Kirche hat verheiratete Priester im orientalischen Ritus. Der Zölibat ist kein Glaubensdogma. Es ist eine Lebensregel, die ich sehr schätze und von der ich glaube, daß sie ein Geschenk für die Kirche ist. Da es sich aber um kein Glaubensdogma handelt, ist die Tür offen.“

Beziehungen zu den Orthodoxen

„Mit Bartholomäus I. sprachen wir über die Einheit“. Dabei handle es sich um einen Weg: „Die Einheit werden wir nie über einen Theologiekongreß erreichen“. „Wir müssen uns helfen, zum Beispiel mit den Kirchen, auch in Rom. Viele Orthodoxe nützen katholische Kirchen. Wir sprachen auch über das gesamtorthodoxe Konzil und über das Datum für das Osterfest. Es ist nämlich ein bißchen lächerlich: ‚Sag mir, dein Christus aufersteht wann?‘ ‚Nächste Woche‘ ‚Meiner ist in der vergangenen auferstanden‘. Das Osterdatum ist ein Zeichen der Einheit!“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Infovaticana

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45 Comments

  1. Ja es ist alles zu diesem Bischof gesagt, das Osterfest ist eine Frage des Verhandelns, wie alle anderen Fragen auch.
    Das zeigt das er nicht an Jesus uns seine Kirche glaubt, denn die Kirche Jesus ist da wo sein Stellvertreter ist.
    Diese Kirche ist mit allem für das Heil der Menschen notwendige ausgestattet und braucht keinen
    Freimaurerpropheten der ihr den Weg zeigt.
    Als Freimaurerprophet, weiß er natürlich auch das er bald einem Anderen weichen muss. Auch das bereitet er bereits vor.
    Wenden wir uns dem Wahren Wort zu, das uns vom Himmel gegeben ist. Beten wir das diese Prüfung nicht so viele Seelen verschlingt. Beten wir um den Schutz der Priester.
    Selbst bei KTV, der Leiter ist erkrankt, loben und preisen die „stellvertretenden Priester“ den Freimaurerpropheten in unerträglicher Weise.

  2. Wenn F. schon seinen möglichen Rücktritt ins Spiel bringt, und er eintritt, dann dürfte es – wie so oft in der letzten Zeit – wieder zu einem Novum in der Kirchengeschichte kommen: Wir haben dann einen oder zwei emeritierte Päpste, ansonsten Sedisvakanz. Wer nach Bergoglio seinen Konzils-Scherbenhaufen übernehmen will, muss lebensmüde sein…Es dürfte dauern …
    Das wäre dann aber eine richtige, eine geregelte Sedisvakanz: Der Stuhl Petri wäre unbesetzt. Wahrscheinlich besser, als wenn ein Zerstörer ihn besetzt…
    Eine FSSPX-Kapelle mit dem Messopfer ist erreichbar, ich habe meinen Schott, meinen Katechismus von Pius X., den ich jedem „Spirago-Werk“ eindeutig vorziehe, und ich bleibe katholisch.
    Zu mehr Zukunftsaussagen lasse ich mich heute nicht mehr hinreißen…

    • Als Papst Benedikt XVI. zurücktrat, kam eine Karikatur in Umlauf, auf der mehrere alte Päpste zu sehen waren, wie sie auf einer Couch vor dem Fernseher saßen und Bier tranken.
      Die Karikatur des Seniorenheims für emeritierte Päpste wird Wirklichkeit.
      War das nicht von Anfang an geplant?
      Vielleicht gehörte das schon zu den Wahlkapitulationen bei der Wahl Joseph Ratzingers.
      Um die römisch-katholische Kirche als Institution zu zerstören, muss man das Papsttum demolieren. Das spielt sich vor unseren Augen ab.
      Und warum soll ein Papst erst zurücktreten, wenn er krank und altersschwach ist?
      Ist die „Tür“ erst einmal offen, dann kann man jeden Papst, der der Weltelite und ihren Massenmedien missfällt, zum Rücktritt zwingen, wie den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff zum Beispiel. Man muss nur konzentriert und beharrlich genug gegen ihn schießen.

      • Oder wie Mixa, Tebartz..
        Ich bin mir fast sicher, hätte Benedikt XVI. nicht vor dem Intrigen-Terror mehr oder weniger freiwillig kapituliert, man hätte auch ihn wie die sprichwörtliche Sau durchs mediale Dorf getrieben. Entsprechende Akten wären dazu aus irgendwelchen diözesanen oder kurialen Archiven sicher bereitwillig zur Verfügung gestellt worden..

      • Ein Papst kann von keiner weltlichen Macht zur Abdankung gezwungen werden. Überhaupt wäre ein zwanghafter Rücktritt ungültig. Wenn herauskommen sollte, dass bei Benedikts Rücktritt Zwang im Spiel war, wäre er immer noch rechtmäßig amtierender Papst und Bergoglio könnte seinen Urlaub im vatikanischen Gästehaus beenden und mit seinem argentinischen Pass nach Hause fliegen.
        Per Mariam ad Christum.

      • Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte der Kirche gewesen, dass weltliche Mächte Päpste zu etwas zwangen, auch wenn sie es nicht durften.

  3. Die Aussagen Bergoglios über die Seligsprechung von Pius XII sind blanke Heuchelei. Es tut mir weh, so etwas als Katholik sagen zu müssen, aber ich freue mich auf den Tag, an dem ich Bergoglio als emeritierten Papst ansprechen kann. Vielleicht würde ich mich bei einem noch schlimmeren Nachfolger aber wieder nach ihm zurücksehnen. Deshalb bete ich in erster Linie dafür, dass aus Bergoglio ein würdiger Nachfolger Petri werde.
    Per Mariam ad Christum.

  4. Lieber Zeitlos und lieber Herr Hengsberger, auch ich bin -vor allem wegen des unbarmherzigen Vorgehens gegen die Franziskaner der Immakulata, ein Vorgang über den in Deutschland offenbar nirgendwo sonst als auf katholisches.info berichtet wird- nicht glücklich mit diesem Papst. Dennoch sollten wir immer noch versuchen, zu sehen, wo er vielleicht doch auch gute Signale setzt. So möchte ich sein Werben für das Bussakrament nennen, wo er sogar selbst mit gutem Beispiel vorangegangen ist. Auch seine Äußerung: „Mir gefällt es nicht, daß viele Menschen, auch in der Kirche gesagt haben: ‚Die Synode findet statt, um den wiederverheiratet Geschiedenen die Kommunion zu geben‘, als würde sich alles auf eine Kasuistik reduzieren. Heute befindet sich die Familie, wie wir wissen, in einer Krise, einer weltweiten Krise. Die Jungen wollen nicht mehr heiraten, sondern zusammenleben. Ich will nicht, daß wir uns auf diese Kasuistik versteifen: „Kann oder kann man nicht die Kommunion geben?“ Das Problem der Familienseelsorge ist viel umfassender, viel viel umfassender.“ würde ich positiv werten. Er hat verstanden, dass die sogenannten „wiederverheirateten Geschiedenen“ nur ein Symptom sind, die eigentliche Krise viel tiefer liegt. Bleiben wir anständig: kein Pontifikat ist ausschließlich gut oder ausschließlich schlecht. Ich erinnere da an dasjenige von Paul VI. (Neue Messe einerseits, Humanae vitae andererseits). Wie oft beten wir für Papst Franziskus? Bleiben wir selbstkritisch, auch in unserer Kritik, die wir selbst üben.

    • Achten wir (Sie) bitte darauf alles was er vermeintlich „richtiges“ tut, tut er nicht als Stellvertreter Christus sondern für seine eigene „Lehre“. Ein Priester auf KTV lobt und pries den Aufruf von Bergoglio zur Mission. Ja, aber bitte doch zu dem was er unter Mission versteht. Er tut nichts im Namen und als Stellvertreter Christus. Wir werden in der Vergangenheit und in der Zukunft nichts in diesem Sinne finden.

  5. Die Aussagen über das fehlende Wunder, die offene Formulierung zum Zölibat …, Sollte das alles so gesagt worden sein, so ist es von einer auffallenden Inkonsistenz.

  6. Dieser Bergolio geht mir zunehmend auf die Nerven. Sein seichtes Herumgeeiere, seine Anbiederung an alles und jeden- das erinnert mich eher an eine schlechte Show, denn an ein würdiges Pontifikat.
    Aber was sage ich- Pontifikat- davon bleibt nach dieser unseligen Episode namens Begoglio ohnehin nichts mehr übrig.
    Das Papstamt wird von dem Herrn aus Argentinien zu einer Farce gemacht.
    Im Übrigen ist es – sollte dies absichtlich geschehen sein- eine Schande, das Kreuz als Zeichen unserer Erlösung zu verbergen.
    Was wird der Herr aus Rom wohl noch alles aus dem Hut zaubern?
    Kein Wunder, dass ihm ein heiliger Pius XII. nicht in den Kram passt- wird er durch diesen gläubigen und tieffrommen Papst doch beständig daran erinnert, was er alles verabsäumt.
    Es ist nur noch eine Schande !

  7. Bei Pius XII braucht F. plötzlich ein Wunder.
    Bei Johannes XXIII war das nicht nötig zur Heiligsprechnung.
    Es wäre ein Wunder würde F. Papst Pius XII selig sprechen.
    Pius XII steht für ein Papsttum und ein Kirchenverständnis für die F. in keinster Weise zu gewinnen ist bzw. steht. Also werden wir auf die Seligsprechung von Pius XII unter F. vergeblich warten. Da kommt eher noch der Messverhunzer Paul VI dran …. und da brauchts kein Wunder. Wetten??!!!

    Weil der paßt in sein Konzept, sofern F. überhaupt eines hat !!

    • Dem Heiligen, der kanonisiert wird, ohne dass man ihm die Zeit und Möglichkeit lässt, seine Heiligkeit durch ein von Gott erbetenes Wunder zu beglaubigen, wird durch vorzeitige Kanonisierung etwas von seiner Ehre w e g g e n o m m e n !
      Ich glaube nicht, dass der Diener Gottes Papst Pius XII. auf ein solches Privileg stolz wäre.

      • Noch ein paar austehende Dinge:

        - Können Sie mir verraten, woher wir uns kennen könnten?
        - Ich finde an der Aussage des Papstes, dass Jesus zur Sünde gemacht worden ist nichts unkatholisches oder häretisches. Das ist eine gut christliche Aussage, wie ich finde.
        - könnte es sein, dass die Worte Mariens, die im Übrigen Johannes Paul II. und nicht Papst Franziskus Maria in den Mund legt, missverstanden haben? Da steht doch die ganze Zeit der Irrealis – und danach setzt der Papst ja gerade ein Aber und distanziert sich.

      • 1)
        2) Die Aussage, dass Gott Jesus zur „Sünde“ gemacht hat, ist gut katholisch, da sie vom gottinspirierten Apostel Paulus selbst stammt. Das ist es aber nicht, was Papst Franziskus sagte. Der Papst sagte, dass Gott Jesus zum „Sünder“ gemacht habe, und das ist häretisch oder zumindest schwer irreführend, weil Jesus für uns „zur Sünde wurde“, ohne selbst Sünder gewesen zu sein, und nur deshalb war sein Kreuzesopfer für den himmlischen Vater annehmbar und für uns Menschen erlösend. Die Worte des Papstes greifen die Mitte des Glaubens an.
        3) Papst Franziskus unterstellt dem hl. Papst Johannes Paul II. Worte, die dieser niemals gesagt hat. Vermutlich spielt er auf die Enzyklika „Redemptoris mater“, Nr. 17, an. Aber dort steht etwas ganz anderes. Entweder hat Papst Franziskus es missverstanden oder verdreht – aber letzteres will ich ihm nicht ohne Not unterstellen (bitte lesen Sie selbst: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_25031987_redemptoris-mater_ge.html). Kein Kirchenvater, Theologe, Heiliger, Papst hat jemals gesagt, dass Maria unter dem Kreuz vielleicht den Wunsch hatte, Gott zu sagen, sie sei (von ihm) belogen und betrogen worden.
        Wenn die Worte des Papstes so unverfänglich katholisch sind, warum wurden sie dann aus den vatikanischen Videos von der Casa-Marta-Predigt am 20. Dezember 2013 herausgeschnitten?
        (Auch die Schlange im Paradies, aus der, wie Sie wissen, Satan sprach, sagte nicht: Gott hat euch belogen. Sie sagte: „Sollte Gott wirklich gesagt haben…?“. Wie unschuldig, nicht? Man wird doch wohl fragen dürfen, oder? Merken Sie etwas?)

      • 1) ?
        2) Auf der homepage des Vatican findet sich die von Ihnen inkriminierte Stelle gerade nicht. Diese wird nur auf Englisch (!) überliefert. Das ist eine Sprache, die der Papst laut eigener Auskunft nicht besonders gut kann – und er hat auch nicht in dieser Sprache gepredigt. Wenn die deutsche Übersetzung den Papst, der sichtlich Paulus (wie sie auch gemerkt haben) zitiert, und eine – schlechte – englische Übersetzung die Worte des Papstes verhunzt, wird der Papst deswegen zum Häretiker, weil er einen schlechten Übersetzer ins Englische hat. Ihr Beleg ist nicht valide.
        3) Sie schrieben: “ Kein Kirchenvater, Theologe, Heiliger, Papst hat jemals gesagt, dass Maria unter dem Kreuz vielleicht den Wunsch hatte, Gott zu sagen, sie sei (von ihm) belogen und betrogen worden.“
        Das ist sehr richtig, das tut auch Papst Franziskus nicht. Bitte beachten Sie die Formulierung im Irrealis. Das ist ja gerade eine Distanzierung (und das habe ich oben auch schon vermerkt).
        Davon abgesehen, steht der „derbste“ Vorwurf, Gott sei ein Betrüger in Jer 20.
        Sie müssen schon sehr abwegig denken, um dorthin zu gelangen, dass der Papst der heiligen römischen Kirche, dem unterzuworfen zu sein laut Bonifaz VIII. zum Seelenheil unbedingt notwendig ist, nicht rechtgläubig sei.
        Convertere, convertere ad Dominum!

      • 2) Der Papst hat seine Predigt auf Italienisch gehalten. Die englische Version befindet sich auf einer offiziellen Vatikanseite und widerspricht an der strittigen Stelle dem Wortlaut anderssprachiger Versionen, die sich ebenfalls auf offiziellen Vatikanseiten befinden. Postmoderne Beliebigkeit – im Stil der Zeit: Jeder kann sich das Passende heraussuchen. Was Franziskus am 15. Juni 2013 wirklich predigte, ist heute schwer festzustellen, weil die offiziellen Videos alle montiert sind. – Leider passt dieser Jesus „the sinner“ aber zu dem Jesus, von dem Papst Franziskus am 11. Mai 2014 vor junggeweihten Priestern behauptete, er habe ein schlechtes Beispiel (für Sie, Sarah: „cattivo esempio“) durch zuvieles Verzeihen gegeben (E se vi viene lo scrupolo di essere troppo “perdonatori”, pensate a quel santo prete del quale vi ho parlato, che andava davanti al tabernacolo e diceva: “Signore, perdonami se ho perdonato troppo. Ma sei tu che mi hai dato il cattivo esempio!”)
        3) “Il Vangelo non ci dice nulla: se ha detto una parola o no… Era silenziosa, ma dentro il suo cuore, quante cose diceva al Signore! ‘Tu, quel giorno – questo è quello che abbiamo letto – mi hai detto che sarà grande; tu mi ha detto che gli avresti dato il Trono di Davide, suo padre, che avrebbe regnato per sempre e adesso lo vedo lì!’. La Madonna era umana! E forse aveva la voglia di dire: ‘Bugie! Sono stata ingannata!’: Giovanni Paolo II diceva questo, parlando della Madonna in quel momento. Ma Lei, col silenzio, ha coperto il mistero che non capiva e con questo silenzio ha lasciato che questo mistero potesse crescere e fiorire nella speranza”.
        Papst Franziskus sagt hier: „Und vielleicht hatte sie den Drang zu sagen: Lügen! Ich wurde betrogen!“
        Nein, diesen Drang (diesen Wunsch, diese Lust), Gott unter dem Kreuz zu lästern, hatte die Unbefleckte Gottesmutter nicht, auch nicht „vielleicht“ !
        Und wo soll Papst Johannes Paul II. der Gottesmutter einen solchen Drang zur Gotteslästerung unterstellt haben?
        Weiters meint Papst Franziskus, die Gottesmutter habe nicht das Mysterium verstanden („il mistero che non capiva“). Das Mysterium, das der Prophet Jesaja in den Gottesknechtliedern weissagte; das der Engel dem hl. Josef im Traum kundtat; das der gerechte Greis Simeon ihr bei der Darstellung des Herrn im Tempel prophezeite; das der Prophet Johannes der Täufer bestätigte, als er ausrief: Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt; das Geheimnis, das Jesus Christus selbst in seiner Leidensankündigung den Aposteln offenbarte: das Mysterium seines freiwilligen Sühneopfers am Kreuz zur Erlösung der Sünder – dieses Mysterium soll die Königin der Propheten nicht verstanden haben? Und warum sehen die Vorgänger von Papst Franziskus auf dem Stuhl des hl. Petrus das anders und lehren das Gegenteil?
        Schluss folgt.

      • 4) Sie behaupten: „Davon abgesehen, steht der „derbste“ Vorwurf, Gott sei ein Betrüger in Jer 20.“ Meinen Sie Jer 20,7? Lesen Sie das so, dass hier der Prophet Jeremias Gott dem Herrn vorwirft, er wäre ein Betrüger? In der Tat verwendet der Prophet hier ein starkes Wort (pittitháni) – aber vielleicht können Sie Ihre Auffassung ja näher begründen.
        Zum Schluss schreiben Sie:
        „Sie müssen schon sehr abwegig denken, um dorthin zu gelangen, dass der Papst der heiligen römischen Kirche, dem unterzuworfen zu sein laut Bonifaz VIII. zum Seelenheil unbedingt notwendig ist, nicht rechtgläubig sei.“ Was hat die Bulle „Unam sanctam“ damit zu tun, wenn Papst Franziskus falsche Lehren predigt? Werden falsche Lehren dadurch richtig, dass ein Papst sie ausspricht? Werden falsche Lehren eines Papstes durch das Dogma Papst Bonifaz‘ VIII. zu wahren, richtigen Lehren?
        Das Problem, geehrte Sarah, ist, dass die Päpste seit Paul VI. selbst nicht mehr an die Dogmen in „Unam sanctam“ und in „Pastor aeternus“ von Vaticanum I zu glauben scheinen. Wie sonst hätte Papst Paul VI. in seiner gemeinsamen Erklärung mit Patriarch Athenagoras von Konstantinopel die katholischen Dogmen zum Papsttum (Jurisdiktionsprimat, Infallibilität) hintanstellen können? Papst Franziskus, das muss man zu seiner Entschuldigung sagen, führt nur knallhart durch, was Paul VI. 1965 einleitete und Papst Johannes Paul II. in „Ut unum sint“ von 1995 und nach ihm Papst Benedikt XVI. weiterführte: die ökumenismuskompatible Demontage des Papsttums.

      • Schauen Sie, Sarah, statt von mir unter Berufung auf Papst Bonifaz VIII. zu verlangen, dass ich mich, um so angeblich meine Seele zu retten, Falschaussagen unterwerfen soll, von denen ich sicher weiß, dass sie gegen den Glauben sind, könnten Sie mir auch sagen: Wir haben in Papst Franziskus einen Papst neuen Typs, dem andere Dinge eben wichtiger sind als dogmatische Korrektheit, und da unterlaufen ihm ab und zu eben Schnitzer. Ein solches oder ähnliche Statement fände ich erfrischend ehrlicher.

    • Einspruch! Johannes XXIII. hat sehr wohl ein – notwendiges! – Wunder bei der Seligsprechung gehabt. Für die Heiligsprechung hat Papst Franziskus von der Notwendigkeit eines zweiten Wunders dispensiert (das ist auch früher schon vorgekommen). Bei Pius XII. fehlt das (erste) Wunder für die Seligsprechung – ein Akt, der unterstreichen würde, dass dieser Papst eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Reform der Osterliturgie hatte (die doch arg deformiert war) und die historisch-kritische Methode in die katholische Theologie einführte.
      Im Übrigen ist „Messverhunzer“ keine angemessene Wortwahl.

  8. Im östlichen Christentum gibt es den heiligen Wundertäter, thaumatûrgos, tschudotvórez, zum Beispiel den heiligen Bischof Nikolaus von Myra in Lykien, Wundertäter.
    Bei uns gibt es seit Weißen Sonntag 2014 den wunderlosen Heiligen.
    (Mit einem lachenden und einem weinenden Auge geschrieben.)

  9. Es ist grausam. Dieser Papst spricht von der Kirche wie ein x-beliebiger (Pastoral-)Stratege ohne theologischen und spirituellen Tiefgang. Platter als seine Aussagen zum Klerikerzölibat und zum Ostertermin geht es ja nun wirklich nicht mehr. Naja, bei diesem Mann sind wirklich alle Türen offen, denn er regiert die Kirche rein pragmatisch. Was von seinem Verstehenshorizont her als günstig erscheint, wird (passend) gemacht, was nicht, wird gelassen. Pius XII. ist aus seiner Sicht lediglich eine Identifikationsfigur der „pelagianischen“ Traditionsfeunde und außerdem eine Reizfigur für Israel, also wird seine Seligsprechung auf den St. Nimmerleinstag verschoben. Johannes XXIII. wird aus bekannten Gründen durchgewunken. Und der Herr Papst auf Abruf wird bei solcherlei Statements nicht einmal schamrot. Dabei sind sie so durchsichtig wie die päpstliche Soutane durch die man seine schwarzen Hosen sieht. Grausam.

    • Warum trägt Bergoglio nicht weiße Hosen unter dem Papstgewand, wie es angemessen wäre. Jedes päpstliche Kleidungsstück, mit Außnahme der roten Schuhe, ist weiß. Schwarz ist eine Farbe, die für den Papst nicht vorgesehen ist. Die Antwort ist, dass sich Herr Bergoglio seiner Rolle als Papst der heiligen katholischen und apostolischen Kirche nicht bewusst ist oder das Amt nicht ernst nimmt. Benedikt strahlt im Ruhestand immer noch viel mehr Würde aus, als Bergoglio zu Amtszeiten.
      Per Mariam ad Christum.

    • Grausam ??

      Ich würde eher sagen geschmack- und stillos !!

      Aber Stil kennt man in der VII Gesellschaft schon lange nicht mehr, wenn man je so etwas gekannt hatte. Siehe die vielen Missbräuche bei der Feier des Hl. Opfers. Wogegen F. überhaupt nicht einschreitet.
      Im Gegenteil manmacht munter mit. Bischöfe voran !!!

  10. Eben hörte ich doch in den Nachrichten des ZDF 19 Uhr, das Bergoglio auf dem Rückflug vor der Presse die Missbrauchsfälle auf das schärfste verurteilt habe, diese seinen bestenfalls mit schwarzen Messen zu vergleichen.
    Kann mir da bitte jemand helfen, wie man das vergleichen kann.
    Meint er das es Priester gibt welche schwarze Messen feiern?
    Oder war da vielleicht Wein im Spiel?

  11. Ich frage mich in letzter Zeit immer öfter, Hätte der Priester Bergoglio unter wahren und Heiligen Päpsten und Bischöfen auch solch eine steile Karriere gehabt, oder hätten diese den Priester „Bergoglio“ verjagt?“ Und vor allen und das schmerzt tief, weil ich diese Frage selber mit einen deutlichen „NEIN“ beantworten muss. „Darf ich mich so wie Franziskus“ gegenüber auch nur einer von Gott den Herrn abgefallenen und Sündigen Seele verhalten?“ Und es ist zu vermuten, das Gott der Herr, um uns zu prüfen „Bergoglio“ schickte und er nun dabei ist „Die Spreu vom Weizen“ zu trennen.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  12. Meiner Meinung nach hätte der Heilige Vater Benedikt XVI nicht wieder den abgeschlossenen römischen Prozeß einer erneuten Untersuchung unterziehen sollen, weil seitens jüdischer Institutionen nochmals Kritik laut wurde am Verhalten Papst Pius XII während der Judenverfolgungen. Pius XII hat nachweislich und wissenschaftlich das Menschenmögliche und mehr als das getan, um an Leib und Leben bedrohten Juden das Leben zu retten und er hat zutiefst der Christenpflicht entsprechend gehandelt und darüber hinaus in heroischer Weise. Alles andere ist Verleumdung und üble Nachrede. Das unterscheidet natürlich in auffälliger Weise einen Nachfolger Petri vom Format Pius XII zu heute ! Pius XII hätte niemals aufgrund Kritik jüdischer oder zionistischer Weltverbände die Heiligsprechung Pius X unterlassen. Es handelt sich doch ausschließlich um eine kircheninterne Angelegenheit. Ich vermute hinter der enttäuschenden Aussage von Papst Franziskus eher kirchenpolitische Gründe und die Angst, durch eine Seligsprechung Pius XII die Beziehungen zu Israel zu belasten. Dieser zionistischer Einfluss scheint doch sehr groß zu sein. Im Übrigen passt eine Seligsprechung Pius XII nicht ins derzeitige Konzept der Kirche. Wer kann mit dem „Pastor Angelicus“ heute schon etwas anfangen, wo die Gläubigen sich vielerorts der Würde ihres hehren Glaubens gar nicht mehr bewußt sind. So will man es absichtlich vermeiden, „traditionalistische“ Kreise zu bedienen und das angebliche Fehlen eines Wunders kommt da nur sehr gelegen ! Das ist doch leider sehr leicht zu durchschauen.

    • Will man dem sehr fragwürdigen, schlecht belegten (nicht ein Zitatnachweis!) Buch von Mary Ball Martinez über die „Unterminierung der Katholischen Kirche“ glauben, war Pius XII. sogar aktiv an einer zionistischen Verschwörung zur Errichtung des Staates Israel beteiligt.

      Es ist einfach nur zum Heulen, dass sowohl die „linken“ und liberalen als auch die traditionalistischen Katholiken offenbar keinerlei Freiheit des Geistes besitzen und einzelne Personen und Sachverhalte vorwiegend durch die Kästchenbrille ihrer politischen Vorurteile und Fehleinschätzungen sehen können – die Kreuzesnachfolge spielt eine wesentlich geringere Rolle, als sie allesamt vorgeben.

      Dabei haben wir hier keine Heimat, keine bleibende Stätte und all diese Kategorien dürften im Denken eines Katholiken nicht so hoch angesetzt werden. Der Weltgeist schleicht in jedes Gehirn, und sowohl rechts wie links versteckt man sich am liebsten in einer Herde, in einem Massenmenschentum und versteht nicht, dass ein Heiliger (und wir all wären dazu berufen!), der nicht bereit ist, ALLES zu verlassen, also auch Blut und Boden, Heimat, Familie und sich selbst, nicht wert ist, ein Katholik zu heißen. das zumindest hat Jesus so gesagt.

      Die Frage kann also niemals sein, ob Pius XII. sich „politisch korrekt“ verhalten hat bzw. in den Augen irgendwelcher rechten oder linken Massen „politisch korrekt“ verhalten hat, sondern ob er sein Kreuz auf sich genommen hat und IHM nachgefolgt ist.

  13. Wenn das Interview tatsächlich so verlaufen ist, wie beschrieben (irgendwer wird das bald wieder dementieren), dann frage ich mich allmählich, in welchem Geisteszustand Bergoglio ist. Das ist dermaßen dümmlich und zerfahren, was er sagt, dass es eine Schande ist! Es hat nichts mit Respektlosogkeit zu tun, wenn ich das sage, sondern mit Respekt vor Gott selbst und mit Respekt vor all jenen, die noch einen Restbestand an Vernunft und Glauben walten lassen wollen.

    1. Gerade eben hat er einen wunderlosen Papst heiliggesprochen und nun kann er einen Papst nicht seligsprechen, weil kein Wunder vorliegt? (Das ist doch die reine Veräppelung! Aber das Kirchenvolk ist offenbar dermaßen verblödet, dass es selbst diesen Hammer schluckt!)
    2. Was will er in Sachen Geschiedene eigentlich sagen? Es hat noch nie einer behauptet, dass ein Geschiedener „exkommuniziert“ sei. Es geht um die bürgerliche Wiederverheiratung trotz gültiger Ehe!
    3. Er behauptet, jetzt endlich würde über die Familie geredet. Er scheint völlig ungebildet zu sein: hat nicht Johannes Paul II., trotz allem, was man ihm zu Recht vorwerfen kann, unablässig von der Familie gerdet? Sollte F. mal einen Kurs nehmen und seinen Bildungsrückstand aufholen? Denn vor JP II hat auch Paul VI (Humanae vitae) von der Familie geredet, davor fast jeder Papst, sogar Pius XI (Casti conubii)…
    4. Daraus muss man schließen: F. meint nicht, dass man von der Familie nicht geredet habe, sondern er meint: man habe „zu kasuistisch“ von ihr geredet und zu wenig das akzeptiert, was die Welt gerade so macht, zum Beispiel wild zusammanzuhausen. Er will alles in „Einzelfälle“ auflösen, im Klartext: es gibt keine verbindliche Glaubensregel mehr, wenn es nach ihm geht. Sagen wir es doch offen und ehrlich.
    5. Dass der Priesterzölibat aufgelöst wird, haben wir hiermit erfahren!
    6. Das Geschwätz über das unmenschliche Wirtschaftssystem hilft so kaum weiter. Er müsste sich sauber äußern: dies und das ist daran nicht richtig, so und so müsste man es anders anpacken, vielleicht mal Leo XIII. zur Kenntnis nehmen, aber auch, dass die Katholische Kirche sowohl Neue Weltwirtschaftsordnung als auch den Kommunismus/Kollektivismus mindestens seit Pius XII. stark unterstützt hat.
    7. Dass es schwerwiegende theologische Irrtümer und Häresien aufseiten der Orthodoxie gibt, verschweigt F. und will es vertuschen. Man könnte denken, das Schisma läge nur an einem verschiedenen Ostertermin… was an sich schon so vulgär ist, dass es einen ekelt, das überhaupt so diskutieren zu müssen. Dass aber die Orthodoxie Welten von der wahren katholischen Auffassung entfernt ist, wird nicht nur durch F., sondern sowohl durch Progressive als auch Traditionalisten aus Opportunitätszwecken vertuscht. Mehr „Einheit“ mit den Orthodoxen ohne deren Umkehr von häretischen Wegen wird die katholische Kirche vollends zerstören. Man sollte sich da von Kirchengesang und „prachtvollen liturgischen Gebräuchen“ nicht blenden lassen! Das offenbarte nur unseren Weltgeist.

  14. und ich vergaß noch:

    8. Die „Institution“ des emeritierten Papstes oder Bischofs nennt F. eine geöffnete ür. Fragt sich nur, welche Tür da geöffnet wurde, schon mit Paul VI. und der Bischofsemeritierung. Man muss sich darüber klar sein, dass es um eine totale Umgestaltung des Priestertums gehen wird. Ein Priester oder Bischof oder Papst, der lebenslang im Amt ist, so wie man als Ehemann/Ehefrau lebenslang im „Amt“ ist (der Vergleichspunkt ist nicht der spezielle Inhalt dieser „Ämter“, sondern die sakramentale Auffassung. Uns muss klar sein, dass seit der Möglichkeit, sich „emeritieren“ zu lassen, wenigstens tendentiell der sakramentale Charakter des Weihe aufgehoben worden ist. Bei keinem anderen Sakrament würde man denken, dass dessen Wesenseinzeichnung in uns irgendwann einmal in die Passivität verschoben wird…
    Wenn dann noch der Zölibat fällt und auch die Wiederverheiratung erlaubt wird, beginnt das Endstadium: ohne Priestertum als immerwährendes Sakrament bis zum Ende des Lebens, ohne unauflösliche Ehe bis zum Ende des Lebens ist das sakramentale Leben der RKK erloschen.

    Das ist es, warauf wir uns in Bälde einstellen müssen.

    • @ zeitschnur u. zeitlos:

      Sie haben beide sooo recht. Ich wiederhole hier nochmals was ich neulich schon mal in einem anderen Kommentar geschrieben habe: Ich hoffe sehr, daß es auf der Synode im Oktober zu einer Revolte gegen diesen unsäglichen Bergoglio-Papst kommt und dieser und sein versagt habender Vorgänger, der mit Zähnen und Klauen dieses elendige Konzil verteidigt hat, aus dem Vatican verjagt werden, Irgendwo in ein Wüstenkloster in der Mongolei weil’s so schön weit weg ist, wo sie beide dann als einfache Klosterbrüder bis zu ihrem seligen Ende über ihre Schuld an der Zerstörung der Kirche Jesu Christi nachdenken dürfen und natürlich nur im „tridentinischen Ritus“ zelebrieren dürfen. Und das diese Synode dann einen würdigen Mann zum Papst wählt, der den Mut und die Kraft hat, die Kirche wieder aufzurichten, d.h.: Das Konzil als größte Häresie aller Zeiten für ungültig erklärt, mit allem was daraus hervor gegangen ist: Alle Päpste seit 1958 aus der Papstliste streicht, NOM, alle Heiligsprechungen auf den Prüfstand, vor allem die der letzten beiden Päspte, Weiheriten wieder korrigieren, falschen Ökumenismus beenden… usw. usw. … Tiara wieder aufsetzen, Inthronisation (Christus König…). …

      LAUDETUR JESUS CHRISTUS !!

      • Lieber Herr Schönberger, meinen Sie nicht, dass Sie zumindest gegenüber JP II und Benedikt XVI. ein wenig ungerecht sind? Und wenn JP II. so in allem völlig daneben gelegen hat. Wie konnte es sein, dass jetzt zwei anerkannte Wunder auf ihn zurückgehen. Oder wollen Sie die auch so mir nichts dir nichts für nicht existent erklären? Und glauben Sie, es gibt im aktuellen Kardinalskollegium jemanden, den man in Ihrem Sinne zum Papst küren könnte?

      • Sie sprechen mir aus der Seele Herr Schönberger, allein ich fürchte, daß dies ein frommer Wunsch bleiben wird. Man müßte diesen Papa quasi haereticus schleunigst vom Stuhle Petri entfernen bevor er noch mehr Schaden anrichtet.
        Dies denken gewiß viele im Kardinals und Bischofskollegium. Doch ich fürchte, daß wieder alle kuschen werden aus Angst ihre Pfründe zu verlieren.
        Seit der Wahl dieses Franziskus wird es mir schlecht wenn ich ihn sehe oder von seinen Eskapaden höre. Er zerstört alles was vom Heiligtume noch übrig war.

      • Hm … wenn Sie noch das ‚quasi‘ etwas umstellen würden, etwa so: ‚quasi-Papa haereticus‘, dann … 😉 – na, eigentlich ein zu ernstes und trauriges Thema, um da herumzuwitzeln; es sei denn, man betrachte es als scheint’s gelegentlich notwendigen Selbstschutz-Sarkasmus!

        Was uns fehlt: ein Athanasius, ein Lefebvre dieser Zeit, der Mut hat, der aufsteht und kämpft! – Wenn auch nur ein Kardinal, oder auch nur ein Ortsbischof „hinschmeißen“ würde, dann wäre dies ein gewaltiges Signal.

      • Herrliches Szenario, Herr Schönberger, bloß – woher sollen die richtigen Bischöfe dazu kommen? Soviel ich weiß, werden die Teilnehmer an der Synode doch von den Bischofskonferenzen entsandt (oder?), und die werden mit Sicherheit stramm auf Linie sein …

        @ Aventin: der Papst kann ja nicht nur aus dem einstmals Heiligen Collegium (das hieß wirklich so, und heute heißt’s eben anders!^^) gewählt werden; wählbar ist jeder geistig gesunde, getaufte Mann katholischen Glaubens (ggf. erforderliche Weihen werden dann gleich nach der Wahl gespendet). Und: Selbstverständlich glaube ich an Wunder bzw. an die Möglichkeit von Wundern auf Fürsprache hin – wenn es der Wille Christi ist; ob ich aber – unter all den gegebenen Umständen – auch an die entspr. Prüfungskommissionen, an die Zuverlässigkeit der neuen (von JPII ja erheblich „verschlankten“) Verfahrensordnung glauben muß, steht auf einem ganz anderen Blatt …

      • Auf wessen Seite würde aber die Schweizer Garde stehen? Auf der Seite des Papstes, den zu beschützen sie gelobt hat, oder auf der Seite der, zu Recht, protestierenden Bischöfe? Ich glaube kaum, dass es einen Putsch geben wird, denn den meisten Bischöfen fehlt es heute an Tatkräftigkeit und lieben Bequemlichkeit. Ihrer Aussage aber nach zu urteilen, dass alle Päpste seit Johannes XXIII Gegenpäpste seien, entnehme ich, dass Sie Sedisvakantist sind. Es war sicherlich einer der größten Fehler von Pius XII, Roncalli zum Kardinal zu kreieren. Aber er wurde Kardinal und später auch, aus welchen Gründen auch immer, zum Papst gewählt. Es war aber das längste Konklave des vergangenen Jahrhunderts, woraus zu deuten ist, dass bei ihm die größte Uneinigkeit herrschte. Das Konklave zur Wahl von Pius XII dagegen war das kürzeste des vergangenen Jahrhunderts. Es lag aber nicht allein an Roncalli. Es herrschte vielmehr ein allgemeiner Reformwillen unter den damaligen Bischöfen, sonst hätte es mehrere Bischöfe wie Lefebvre und Ottaviani gegeben, die gegen manche Erneuerungen protestiert hätten. Das Konzil war ein Katalysator und viele nutzte es, um ihre eigenen Ideen zu verwirklichen und umzusätzen. Sarto und Roncalli, zwei Päpste, die unterschiedlicher nicht sein könnten, haben aber auf jeden Fall zwei Dinge gemeinsam. Sie waren beide vor ihrer Papstwahl Patriarch von Venedig und wurden beide Heiliggesprochen, Roncalli allerdings wunderlos. Ein Zeichen vielleicht, dass in der heutigen Zeit Wunder an Bedeutung verloren haben, viele Bischöfe glauben vermutlich nicht daran, und die Profanierung auch bei Heiligsprechungen nicht halt macht. Wenn man aber, wie von ihnen gefordert, Benedikt und Franziskus aus dem Vatikan verbannt, was nur durch einen Putsch möglich wäre, und in die Mongolei verfrachtet, dann sollte man die vier letzten verstorbenen Päpste exhumieren und ihre Leichnahme ebenfalls in die Mongolei schicken. Ihre Bildnisse in Sankt Paul vor den Mauern kann man dann ebenfalls entfernen und eine über 50-jährige Sedisvakanz ansetzen, wie es die Sedisvakantisten heute schon tun.
        Per Mariam ad Christum.

  15. Die Aussagen Bergoglios über den Ostertermin sind grauenvoll in ihrer Plattheit, in ihrer trivialen Sprache. So wird der Glaube bis ins Unerträgliche banalisiert. Und das durch den Papst.

    Katholiken im deutschen Sprachraum sind Banalisierungen des Glaubens ständig ausgesetzt durch Bischöfe und Priester. Doch in diesem flapsigen Ton sprechen in der Regel auch Priester nicht, die theologisch die Auferstehung in das Innere der Apostel, der Jünger und Jüngerinnen Jesu Christi verlegen und das reale Ereignis abstreiten.
    Vielleicht sprechen sie so abends in der „Bar“ von Fortbildungshäusern, nach dem x. Glas Wein, Bier oder Hochprozentigem.

    F. braucht diese „Entspannung“ oder Vernebelung durch Alkohol nicht, um über den Ostertermin zu quatschen wie ein Besoffener.

    In einem anderen Beitrag wurde von einem Kommentator darauf hingewiesen, dass die Gefahr besteht, dass das Papsttum insgesamt demoliert wird. Ich sehe die Gefahr auch, das Amt des Papstes an sich ist längst in Mitleidenschaft gezogen, die Versuchung, sich zum Richter, zur Richterin über die Päpste aufzuspielen, ist zweifellos gegeben.
    Doch wir sind mit und seit dem II. Vatikanum mit Päpsten geschlagen, die den Glauben mehr oder weniger zerstören, die den rabiaten Zerstörern, den Star-Theologen an den Universitäten und theologischen Kommissionen nicht nur keinen Einhalt gebieten, sondern sie in diese Kommissionen berufen haben. Oder sie mit der Kardinalswürde auszeichneten.

    Doch Bergoglio mit seiner unerträglichen Plattheit, Trivialität, Stillosigkeit übertrifft sie alle.
    Ich denke, wir müssen es beim Namen nennen, wenn es uns bewusst wird. Aus Liebe zum katholischen Glauben. Und im Hinterkopf behalten: Diese Situation ist eine Notsituation. Es ist nicht üblich, es ist nicht der Normalfall, dass katholische Laien so über Päpste urteilen, wie ich es mir zum Beispiel erlaube. Doch in dieser Notsituation wiederhole ich: Bergoglio spricht über den Ostertermin wie ein Besoffener. Er ist aber nicht besoffen. Er banalisiert den Glauben bewusst. In einer Kirche, in der das sowieso schon die Regel ist. Es ist grauenvoll, das miterleben zu müssen. Es ist eine Notsituation. In der es notwendig ist, das Grauen zur Sprache zu bringen…

    • Gut gesagt. Über so viel Banalisierung und Stillosigkeit kann man nur betroffen den Kopf schütteln. Bergoglio ist eine einzige Kathastrophe.

  16. Der Papst hat in diesem Interview, das leider hier nicht vollständig vorliegt, auf das seiner Meinung nach unmenschliche Wirtschaftssystem aufmerksam gemacht. Er sprach von der hohen Zahl besonders junger Menschen in vielen Ländern, die keine Arbeit haben.
    In diesem Zusammenhang nannte er auch die niedrigen Geburtenraten etwa in Spanien und Italien, und sprach dabei auch die Abtreibung wie die Euthanasie an.
    Papst Franziskus fand darüberhinaus starke Worte zum Kindesmißbrauch. Da gibts für ihn keine Toleranz.
    Auch äußerte er sich sehr besorgt über die Christenverfolgung in vielen Ländern.

    • Ja, das ist richtig. Und das erwarte ich vom Oberhaupt meiner Kirche. Aber diese „starken Worte“ über Euthanasie, Abtreibung, Arbeitslosigkeit oder Wirtschaftskorruption, werden die Kirche nicht retten. Das andere was er gesagt hat, so nebenbei, wird die Kirche jedoch zerstören. Was denken Sie, hat nun mehr Gewicht?

      • Was Papst Franziskus @Cleo sonst noch gesagt hat, muß nicht unbedingt die Kirche zerstören. Da ist ja ein offener Gedankenaustausch im Gange und das hat auch sein Gutes. Mir hätte es gefallen, wenn hier das gesamte Interview in deutscher Übersetzung abgedruckt worden wäre.
        Papst Franziskus mokiert sich ja in Sachen Ehe, Familie und staatlich Zweitverheirateten (aber kirchlich in Erstehe Gebundenen) über „Kirchenleute und Priester“, denen er vorhielt, die gesamte Thematik auf den Kommunionempfang von sog. wvh. Geschiedenen zu verengen. Das klingt etwas unverständlich für mich. Denn dazu hatte er, Papst Franziskus, selbst genügend Anlaß gegeben und es war richtig, daß Kardinal Müller und andere kompetente Kardinäle hierzu intervenierten und die gültigen unverhandelbaren Lehren nochmals bekräftigten. Andere Kardinäle mit anderen Ansichten wie Herr Kardinal Marx hatten ebenfalls das Thema Kommunionempfang in den Blickpunkt genommen. Auch diese kann er gemeint bzw. kritisiert haben.
        Deshalb sind Wertungen über diese Äußerungen des Papstes m. Er. sehr schwierig. Und das betrifft sicher auch seine kurze Äußerung zum Zölibat.

  17. Eine Frage am Rande, denn der betreffende Artikel dazu ( http://www.katholisches.info/2014/05/14/bergoglio-effekt-sekretaer-der-bischofskonferenz-distanziert-sich-von-lebensschuetzern/ )
    lässt sich nicht mehr kommentieren. Hier wird unterstellt, Papst Franziskus hätte von Lebensschützern als von Besessenen gesprochen.

    Nun habe ich das Interview auf Englisch gefunden:

    http://www.americamagazine.org/pope-interview

    Hoffentlich ist dieses das richtige Interview!
    Nur wo hat Papst Franziskus Lebensschützern „Besessenheit“ vorgeworfen?

    Das einzige was ich finde ist:

    Zitatanfang.“We cannot insist only on issues related to abortion, gay marriage and the use of contraceptive methods. This is not possible. I have not spoken much about these things, and I was reprimanded for that. But when we speak about these issues, we have to talk about them in a context. The teaching of the church, for that matter, is clear and I am a son of the church, but it is not necessary to talk about these issues all the time.

    “The dogmatic and moral teachings of the church are not all equivalent. The church’s pastoral ministry cannot be obsessed with the transmission of a disjointed multitude of doctrines to be imposed insistently. Proclamation in a missionary style focuses on the essentials, on the necessary things: this is also what fascinates and attracts more, what makes the heart burn, as it did for the disciples at Emmaus. We have to find a new balance; otherwise even the moral edifice of the church is likely to fall like a house of cards, losing the freshness and fragrance of the Gospel. The proposal of the Gospel must be more simple, profound, radiant. It is from this proposition that the moral consequences then flow.
    Zitatende.

    Sollte das, was ich gefunden habe, dem Wortlaut entsprechen und das die entscheidende Textpassage sein, so ist die Behauptung nicht einfach zu stellen, der Papst habe Lebensschützern „Besessenheit“ vorgeworfen..
    Auch die reißerische Überschrift „Der Bergoglio-Effekt“ hätte keine Grundlage.

    Ich versuche in meinen Kommentaren die nötige Distanz einzuhalten, um nicht gegen die Wahrheit zu sündigen. Gewiss ist mir das in der Vergangenheit nicht gelungen.
    Dennoch ist das mein Anspruch.

    Es wäre für mich persönlich eine große Enttäuschung, würde katholisches.info für Schlagzeilen leichtfertig Aussagen dieser Art produzieren. Es gehört bei Zitaten, doch auch immer das Textumfeld, der Kontext hinzu. Alles andere ist Stimmungsmache.

    Ist die Passage meinerseits leichtfertig übersehen worden, so meine ehrliche Bitte um Verzeihung.

  18. „die Causa (Papst Pius XII.) offen ist. Ich habe mich informiert, aber es gibt noch kein Wunder. Es kann also nicht fortgesetzt werden. Wir müssen die Realität der Causa respektieren. Aber es gibt kein Wunder: Es braucht zumindest eines für eine Seligsprechung. Ich kann nicht sagen, ob er seliggesprochen wird oder nicht.“

    Durch wen hat sich der Papst informieren lassen?

    http://stmichaelsociety.com/2010/01/20/possible-miracle-of-venerable-pius-xii-emerges-validates-his-heroic-virtue-in-the-face-of-mainstream-misconception/

    Danach gibt es aus dem Jahr 2005 den Bericht einer medizinisch unerklärlichen Heilung einer krebskranken Frau infolge eines Gebetsturm ihres Mannes zu Papst Pius XII. als Fürbitter.
    Neun Jahre danach ist dieser Bericht völlig wertlos?

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