Papst küßt „antiklerikalem“ Priester die Hand – Die linke Welt des Don Michele De Paolis

Handkuß des Papstes - unstandesgemäße, peinlich-kuriose Gesten eines Papstes. Unterstützt Franziskus die Inhalte von Don Michele?(Vatikan) Vor zwei Tagen, am 6. Mai wurde der Salesianer Don Michele De Paolis von Papst Franziskus empfangen. Der 93 Jahre alte Priester konzelebrierte am Morgen mit dem Papst die Heilige Messe im Gästehaus Santa Marta. Der Gründer und heute Ehrenpräsident der Gemeinschaft Emmaus in der apulischen Stadt Foggia konnte anschließend für „wenige Minuten“ mit dem Papst zusammentreffen.Am Ende küßte der Papst seinem Besucher die Hand. Die Szene hat bereits für sich etwas irritierend Skurriles. Wem aber küßte der Papst da eigentlich die Hand?

Don De Paolis und sein Begleiter übergaben dem Kirchenoberhaupt einen Meßkelch und eine Hostienschale aus Olivenholz. Eine freundliche Geste und ein Geschenk, wenn auch laut kirchlichen Vorschriften nicht für den Meßgebrauch geeignet. Aber solche „Kleinigkeiten“ haben Don Michele De Paolis noch nie berührt, der dem Papst auch sein jüngstes Buch mit dem Titel: „Ein unbequemer Priester“ (Un prete scomodo) überreichte, dazu noch ein Gebetsanliegen. Papst Franziskus, mit der italienischen Sprache noch nicht ganz vertraut, machte unabsichtlich aus „scomodo“ ein „incomodo“, was soviel heißt wie „Ein Priester der Umstände macht“. Was manche Katholiken Apuliens durchaus für zutreffend halten. Die eigentliche Überraschung folgte jedoch am Ende der Kurzbegegnung, als der Papst Don De Paolis die Hand küßte. „Eine Geste, um die Demut eines großen Mannes vor einem anderen gleicher Größe zu bezeugen“, wie die linksangehauchte Internet-Tageszeitung L’Immediato schwärmte.

Papst Franziskus: „Alles ist möglich. Sprich mit Kardinal Maradiaga“

„Don Michele“ wie der Priester von allen genannt wird, berichtete auf seiner Facebook-Seite über die Begegnung mit dem Papst. „Ich habe mit dem Papst Franziskus konzelebriert. Ich habe das Evangelium gelesen. Nach der Zelebration empfing der Papst die Anwesenden in einem anderen Saal. Wir, ich und mein Begleiter, waren die letzten.“ Man durfte es nicht anders erwarten, gehören Worte wie die „Letzten“, „Ausgegrenzte“, „Marginalisierte“, „Ausgestoßene“ zum Standardvokabular eines Selbstverständnisses, das jenem der radikalen Linken verblüffend ähnlich ist. Tatsächlich sind die Kontakte in diese Richtung sehr gut. Apulien wird seit 2005 vom bekennenden Homosexuellen und Kommunisten Nichi Vendola regiert.

De Paolis weiter auf seinem Facebook-Eintrag, was er dem Papst sagte: „Wir möchten so gern eine Audienz für uns von Emmaus. Ist das möglich?‘ ‚Alles ist möglich. Sprich mit Kardinal Maradiaga und er soll alles vorbereiten.‘ Und dann (unglaublich) hat er mir die Hand geküßt! Ich habe ihn umarmt und geweint.“ Seine Rührung ist verständlich. Man sollte sich dennoch davor hüten in die Wortfalle dieser anarcho-katholischen Richtung zu tappen. Sie jongliert mit berührenden Begriffen, während ihre Diktion marxistisch zu denken ist. Unbedarfte Außenstehende können sich da leicht einlullen lassen. Das von Papst Franziskus schon mehrfach kritisierte „ideologische“ Christentum hatte das Kirchenoberhaupt gewissermaßen leibhaftig vor sich stehen. Doch statt einer Ermahnung, küßte er dem süditalienischen „Don Gallo“ die Hand (zu Don Gallo siehe den Bericht Don Gallo, der Priester der fast alles leugnete – Skandal bis ins Grab).

Ein ideologisches Christentum

Don Michele De Paolis ist geradezu klischeehaft der Priester, den man sich hinter dem von ihm gewählten Titel für sein Buch erwartet. Der „unbequeme“ Priester verstößt als untrügliches Erkennungsmerkmal gegen Regeln und Dogmen und schwimmt innerkirchlich „meist gegen den Strom“. Der aus wohlhabendem Haus stammende De Paolis (Jahrgang 1921) wird von Freunden als „extrem komplexe“ Persönlichkeit beschrieben. Bei Kriegsende trat er in den Salesianerorden ein, ging etliche Jahre in die Mission nach Mittelamerika, rückte politisch weit nach links und machte sich die Befreiungstheologie zu eigen. Die Prädisposition dazu brachte er bereits aus Europa mit.

Alles spielt sich auf der zwischenmenschlichen Ebene ab, ist sozial motiviert, der „Feind steht rechts“ und so weiß man nie recht, ob man einen Priester, einen Sozialarbeiter oder einen Politaktivisten vor sich hat. Ob zu Abtreibung, Euthanasie oder Homosexualität habe er eine „authentische Antwort, die sich nicht hinter Dogmen versteckt“, wie es in einer Rezension seines Buches heißt.

Entscheidend ist unter seinesgleichen eben, immer klar zu wissen, wozu man nicht gehört, wovon man sich distanziert. Hier die „freie“, undogmatische, menschliche, „wahre“, „prophetische“ Do-it-yourself-Kirche, dort die finstere, dogmatische, unmenschliche, machtversessene Amtskirche. Es ist die Adaptierung der marxistischen Sicht vom immerzu zornigen Arbeiter gegen die Ausbeutung durch das Kapital. Es ist die Welt des „authentischen Menschen“, der immerzu zornig ist über die „Ungerechtigkeiten“ in der Welt. Was „ungerecht“ ist, deckt sich wiederum mit der marxistischen Weltsicht. Jeder Zweifel ist laut Don Michele berechtigt und verlangt nach einer Antwort. Gleichzeitig fügt er im dialektischen Zirkelschluß hinzu: „Niemand von uns besitzt die Wahrheit“.

Das laizistische-antiklerikale „Credo“ von Don Michele

Auf seiner Facebook-Seite findet sich das persönliche „Credo“ des betagten, aber unermüdlichen (No pasaran) Priesters: „Ich fühle mich laizistisch, als demütiger Gläubiger, immer auf der Suche, Priester für einen bereitwilligen, uneigennützigen, selbstlosen Dienst in der christlichen Gemeinschaft und der Gesellschaft, an der Seite der Letzten. Ich fühle mich antiklerikal, das heißt keiner Kaste zugehörend, keiner Kategorie; ich fühle mich nicht als Funktionär der Religion. Ich versuche den Menschen Frieden und Freude zu geben, die sich in den dramatischsten Situationen der Existenz befinden: Ungläubige, Getrennte, Geschiedene, in eine Abtreibung Geratene, Homosexuelle, Verzweifelte, die Vielzahl der Ausgegrenzten. Ich suche das Licht des Evangeliums zu in der Kirche umstrittenen Themen, wie den Zölibat der Priester, das Frauenpriestertum, die Pädophilie, die Krankheit und das Lebensende.“ Nicht nur Homosexualität, sondern auch noch die Pädophilie?

Zu den Favoriten des laizistisch-antiklerikalen Priesters gehört der Atheist Eugenio Scalfari, der maßgeblich die kirchenferne Marschroute in Politik und Kultur auf der Apenninenhalbinsel vorgibt.

Position der Kirche zur Homosexualität ist „maximale Heuchelei“

2010 gründete Don Michele De Paolis mit einem „respektvollen Atheisten“ und Homosexuellen Gabriele Scalfarotto die Homo-Gruppe AGeDO (Glaube und Homosexualität). Scalfarotto ist ein „harter Kämpfer in der Schlacht für die Rechte der LGBT. Don Michele ist mit ihm, um diese Schlacht zu kämpfen und zu gewinnen“, so die Gruppe LGBT-Christen von Palermo. Zu Homosexualität und Homosexuellen hat der Priester des linken Genres klare Vorstellungen: „Heute ist die Haltung der Kirche zu den Homosexuellen streng, unmenschlich und verursacht viel Leid, indem sie behauptet, daß Homosexualität Sünde ist. Einige Kirchenleute sagen: ‚Es ist in Ordnung homosexuell zu sein, aber sie dürfen keine Verhältnisse haben, sie dürfen sich nicht lieben!‘ Das ist maximale Heuchelei. Das ist als würde man einer Pflanze sagen: ‚Du darfst nicht blühen, du darfst keine Früchte tragen!‘ Das schon ist gegen die Natur!“ So der Priester in einem Interview mit der LGBT-Gruppe Bethel von Genua.

„Nicht alle in der Kirche sind an Homophobie erkrankt“

Don Michele De Paolis ist ein „Kämpfer gegen alle Vorurteile, die aus den Köpfen und Herzen vieler Personen ausgemerzt werden müssen, denen er auf seinem Weg als Priester begegnet. Das sei das mindeste was jeder jeden Tag tun kann, ob er nun religiös oder nicht religiös ist, so Don Michele.“ Und überhaupt, so De Paolis, seien in der „heiligen Kirche Gottes nicht alle an Homophobie erkrankt“. Deshalb schrieb der Priester in einem Beitrag für die LGBT-Gruppe von Lecce: „Aus euch ‚Heterosexuelle‘ machen zu wollen, hieße, wider die Natur handeln und aus euch unglückliche Psychopathen zu machen. Wir müssen uns in den Kopf setzen, daß Gott unser Vater will, daß wir, seine Kinder, glücklich werden, indem wir die Gaben fruchtbar machen, die Er uns in unsere ‚Natur‘ gelegt hat! (…) Ihr habt das Recht euch einen Partner zu suchen. Und seid ganz unbesorgt: wo agape ist, ist Gott. Lebt eure Liebe mit Freude. Und mit unserer Mutter Kirche müssen wir Geduld haben. Ihre Haltung zu Homosexuellen wird sich ändern. In diesem Sinn entstehen bereits zahlreiche Initiativen.“

Gefahr des „Fundamentalismus“: „Nicht wörtlich nehmen, was in der Bibel steht“

In einem anderen Aufsatz schrieb De Paolis im Zusammenhang mit Homosexualität: „Wir müssen unser Denken von einer Gefahr befreien: den Fundamentalismus, das heißt, das wörtlich zu nehmen, was die Bibel sagt. Der neue Gehorsam gegenüber dem Evangelium ist freier, verantwortungsvoller und bewußter. Statt Energien in endlosen kirchlichen Polemiken zu vergeuden, zielt man darauf ab, eine neue christliche Spiritualität der freudigen Annahme von sich selbst aufzubauen, der Dankbarkeit gegenüber Gott im Bewußtsein, daß die homosexuelle Liebe Sein Geschenk ist, nicht weniger als die heterosexuelle.“

Papst Franziskus küßte dem Anarchopriester die Hand. Was wollte er damit sagen?

Text: Giuseppe Nardi
Bild: L‘Immediato (Screenshot)

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35 Comments

  1. Die Beschreibung der Modernisten durch den heiligen Papst Pius X. passen auf den jetzigen Papst und auf Don De Paolis bis in die kleinsten Einzelheiten. Diese Feststellung erfüllt mich mit großer Sorge um die heilige Kirche. Wer erinnert sich da nicht an die große Botschaft von La Salette? Die Kirche hat die Echtheit der Erscheinungen anerkannt, obwohl der Kernsatz dieser Botschaft folgenden Wortlaut hat:“ Rom wird den Glauben verlieren und Sitz des Antichrist werden!!!“ Vielleicht ist die geplante Abschaffung der katholischen Ehe und die Gutheißung außerehelicher Unzucht wieder ein weitere Schritt in die falsche Richtung!
    … dass Du die Feinde Deiner Heiligen Kirche demütigen wollest! Wir bitten Dich erhöre uns.

      • Lieber Mister X.,
        lesen Sie Bitte den Hirtenbrief von Seiner Eminenz Bischof Philibert de Bruillard, von Grenoble vom 19 .09. 1851, mit dem die Marienerscheinungen Von La Salette anerkannt wurden.Die Päpste haben sich der Meinung von Bischof Bruillard angeschlossen und La Salette mit Zeichen Ihres Wohlwollens überschüttet. Der Nachfolger von Bischof Bruillard, Bischof A.M. Ginoulhiac, verteidigte, auf Wunsch Pius IX., in mehreren Hirtenbriefen die Tatsächlichkeit der Erscheinungen von La Salette. Leo XIII erhob die 1879 die Wallfahrtskirche des Gnadenortes zur Basilika minor und verfügte die Krönung der Marienstatue. Pius IX. statte den Gnadenort mit zahlreichen Ablässen aus. Pius XII. schickte den Nuntius Kardinal Roncalli im Jahr 1946 als päpstlichen Legaten nach La Salette anlässlich des Marianischen Kongresses. Diese Fakten Mmögen Ihren Einwand widerlegen

      • Die erste Botschaft von laSalette ist ja auch anerkannt. Und dazu gibt es den Wallfahrtsort.
        Aber die sogenannte große Botschaft, der Teil wo es hießt „Rom wird den Glauben verlieren“ der ist später dazugekommen und definitiv nicht anerkannt!

      • Danke für die Hinweise. Und was ist nun mit diesem Dokument? Verstehen Sie mich bitte recht, das hört sich doch ganz anders an und muß verunsichern, oder lese ich das falsch (nur Schullatein, das ist ja sicher nicht ausreichend):

        Acta Apostolicae Sedis – Commentarium Officiale
        SUPREMA SACRA CONGREGATIO S. OFFICII
        DECRETUM
        CIRCA VULGO DICTUM « SECRET DE LA SALETTE »
        Ad Supremae huius Congregationis notitiam pervenit quosdam non
        deesse, etiam ex ecclesiastico coetu, qui, posthabitis responsionibus ac
        decisionibus ipsius S. Congregationis, per libros, opuscula atque arti-
        culos in foliis periodicis editos, sive subscriptos sive sine nomine, de
        sic dicto Secret de la Salette, de diversis ipsius formis, nec non de eius
        praesentibus aut futuris temporibus accommodatione disserere ac per-
        tractare pergunt; idque non modo absque Ordinariorum licentia, verum
        etiam contra ipsorum vetitum. Ut hi abusus qui verae pietati officiunt,
        et ecclesiasticam auctoritatem magnopere laedunt, cohibeantur, eadem
        Sacra Congregatio mandat omnibus fidelibus cuiuscumque regionis ne
        sub quovis praetextu vel quavis forma, nempe per libros, opuscula aut
        articulos sive subscriptos sive sine nomine, vel alio quovis modo, de
        memorato subiecto disserant aut pertractent. Quicumque vero hoc
        Sancti Officii praeceptum violaverint, si sint sacerdotes, priventur omni,
        quam forte habeant, dignitate et per Ordinarium loci ab audiendis
        sacramentalibus confessionibus et a missa celebranda suspendantur:
        et si sint laici ad Sacramenta non admittantur donec resipiscant. Utri-
        que insuper subiaceant sanctionibus latis tum a Leone PP. XIII per
        Constitutionem Officiorum ac munerum contra eos qui libros de rebus
        religiosis tractantes sine legitima Superiorum licentia publicant, cum
        ab Urbano VIII per decretum Sanctissimus Dominus Noster datum die
        13 martii 1625 contra eos qui assertas revelationes sine Ordinariorum
        licentia vulgant. Hoc autem decretum devotionem non vetat erga
        Beatissimam Virginem sub titulo Beconciliatricis vulgo de la Salette
        nuncupatam.
        Datum Romae, ex Aedibus Sancti Officii, die 21 decembris 1915.
        Aloisius Castellano, S. R. et U. I. Notarius.

  2. „Papst küsst ‚antiklerikalem‘ Priester die Hand“ – natürlich, Papa Bergoglio kann trotz der in ihm wabernden Zärtlichkeit nicht den gesamten Klerus küssen. Da muss schon ausgewählt werden.
    Pater Stefano Manelli, Gründer des blühenden Ordens der Franziskaner der Immakula ehe die „Barmherzigkeitsfaust“ zuschlug, befindet sich derzeit in Isolation im Hausarrest. Bewacht vom Kommissar Volpi.
    Der katholische Schriftsteller Martin Mosebach behauptete, die katholische Kirche sei nicht mehr „literaturfähig.“ Er meinte wohl, sie sei kulturell so wenig prägend, dass sie derzeit nicht mehr für einen Roman tauge.
    Dass es im Vatikan mal so trivial, vulgär zugehen wird, übersteigt tatsächlich die Grenzen der Fantasie. Trivialliteratur ist nicht die Sache von Martin Mosebach.

  3. Papst küßt „antiklerikalem“ Priester die Hand

    Diese jüngste Geste der Demut überzeugt mich einfach nicht, denn ich kann nicht mehr glauben, dass es sich um eine Geste der Demut handelt. Vielmehr ist es ein offenes Zeichen der allerhöchsten Wertschätzung gegenüber Don de Paolis. Was will uns der Papst mit dieser Geste sagen, die eigentlich von Don de Paolis gegenüber dem Papst hätte ausgeführt werden müßen? Doch sicher nur, dass er die spirituellen Einsichten dieses Priesters überaus schätzt. Wenn er aber diese Einsichten sehr schätzt, was mag dann auf die Kirche zukommen?????

    Ganz ehrlich, dieses ewige „Geknutsche“ von Franziskus nervt mich. Seine Aufgabe ist nicht in erster Linie Zärtlichkeiten zu verteilen; seine Aufgabe ist es so vielen Menschen wie möglich seinen päpstlichen Segen zuteil werden zu lassen. Mir scheint, dass er die Kinder, die er auf den Arm gereicht bekommt, immer nur küßt, aber nicht segnet. Wenn ich über Stunden mit meinem kleinen Kind auf den Papst warten würde und er dann mein Kind nur küßt und nicht segnet, wäre ich sehr enttäuscht und auch etwas verärgert.

    Ich kann die Demut des Papstes nicht mehr richtig ernst nehmen seit dem bekannt wurde, dass er im Gäste Haus Martha sich flächenmäßig ähnlich eingerichtet hat wie die vorherigen Päpste im päpstlichen Palast. So gesehen, hätte er gleich im päpstlichen Palast bleiben können. Das wäre ehrlicher und die Tradition bleibe gewahrt.

  4. Ich meine, daß sich Papst Franziskus selbst als Randständiger und möglicherweise Ausgestoßener fühlt. Das hat mit Kirche m.Er. gar nichts zu tun. Seit seiner Kindheit hatte er mit Lungenproblemen zu tun. Er konnte also einiges nicht tun, was Kinder und Jugendliche sonst so machen. Ich könnte mir vorstellen, daß er deswegen auch aufgezogen worden ist.
    Und er hat damit ein Gefühl für Benachteiligte und Ausgestoßene, denn das Erlebte wird ja nicht abgelgt, sondern zieht sich durchs Leben hindurch.

    Was zählt, sind vermutlich nicht mal die Überzeugungen von diesem betagten Pater de Paolis, sondern daß er in diesem Pater, in diesem Menschen einen Leidensgefährten oder so erkennt. Das ist wohl so. So wie sich reiche Menschen schnell erkennen und schätzen, obwohl sie Christ, Moslem oder Atheist sind oder was auch immer: auch da spielt die Glaubensüberzeugung keine große Rolle mehr, denn „man“ versteht sich.

    Ja, Papst Franziskus war/ist vermutlich ein durch seine Krankheit bedingt ein etwas anderer Mensch. Er geht in seinen oftmals guten Kathechesen in unübliche Tiefen. Das muß mit dieser anderen Sicht als Benachteiligter zusammenhängen.

    • Vielleicht ist das wirklich der Schlüssel zum Verständnis, des Papstes Franziskus.
      Irgendwie muss er sich vorkommen wie Armin der Cherusker in der römischen Armee, nur dass er, also Papst Franziskus, der Chef selbiger Armee ist.
      Im Grunde ist das Bild von denen die drin sind und denen die draußen sind, in sich ja auch widersprüchlich, weil wie sagt der Volksmund so schön „Unter jedem Dach wohnt ein Ach“ und ja, Herr im Himmel ausgrenzen tun sich viele ja auch selber.

    • Die Lungenprobleme begannen mit einer Lungenentzündung, die er mit 21 hatte. Wenn Sie dieses Alter noch zur Kindheit zählen…
      Er hat übrigens als Teenager eine Chemie-HTL besucht (mit Lungenproblemen wäre das unmöglich gewesen) und war nach eigenen Angeben eine Zeit lang Türsteher/Rausschmeißer in einer Bar (auch kein Job, den man ausüben sollte, wenn man nicht gesund ist).
      Also bitte nicht zu sehr herumpsychologisieren, wenn man von falschen Informationen ausgeht.

      • Danke für Ihre Korrektur im ersten Satz. Ich war nicht genau informiert.
        Wenn Sie erlauben zitiere ich aus einer Stellungnahme. Dort heißt es wie folgt: „Als Jorge Mario Bergoglio 21 Jahre alt war, wurden in seiner Lunge drei Zysten entdeckt, die herausoperiert wurden.

        Während der Lungenerkrankung habe er drei Tage zwischen Leben und Tod geschwebt, heißt es in der Bergoglio-Biographie «El Jesuita» (Der Jesuit) der Journalisten Francesca Ambrogetti und Sergio Rubin. Damals habe eine Nonne zu Bergoglio gesagt, er leide und ertrage die Schmerzen wie Jesus. Das habe ihn getröstet und für sein Leben gezeichnet, erklärte Bergoglio den Buchautoren. Noch im selben Jahr sei er in das Priesterseminar eingetreten.

        Der Papst spreche nicht gerne über seine Gesundheit, sagte die Biografin Ambrogetti der Zeitung «La Nación». Neben der Atembeschränkung ist über Bergoglios Gesundheit nur ein schmerzhaftes Ischiasleiden bekannt, das ihn 2007 von dem von Benedikt XVI. einberufenen Konsistorium fernhielt.“

        Deswegen meine ich, daß durch dieses Erlebnis sein Weg hin zu Leidenden oder gesellschaftlich eher am Rande Stehenden nachvollziehbar wird, für mich wenigstens.

      • @ SuNuraxi:Richtig! Ich kenne genügend Menschen, die, wenn man nach ihren Krankengeschichten gehen wolte, völlig anders dastehen würden. Bis hin zu einem Mann, der so – wie er selbst sagt – „ausgeweidet“ ist, dass man sich wundern muss, dass er noch im Alter ein normales, stressiges Leben führt.

      • …im übrigen haben diese Lungenentzündung fast alle schon mal gehabt, und Asthma hat auch jeder Fünfte…

        Na und?

        Trotzdem muss man sich sachlich und objektiv verhalten, wenn man für sachliches und Objektives berufen ist.
        Was leisten nicht unzählige Menschen ganz sachlich und unter Absehung ihrer Befindlichkeit?

        Auch mit wachsen Frostpickel bei zuviel Psycho.

  5. Immerhin ist der Mann, wie das Foto beweist, kein Krawattenpriester. Das ist anzuerkennen.

    • Genau! Er trägt nicht mal Krawatte, von Priesterkragen ganz zu schweigen. Hat Ähnlichkeit mit Drewermann oder meinem Opa oder einem meiner Professoren anno 1985, aber der war verheiratet und Vater mehrerer Kinder…

  6. Ich möchte zugunsten Papst Franziskus annehmen, dass sein Handkuss zunächst allgemein dem greisen Alter seines Gegenübers geschuldet ist.
    Weiß er aber um die Äusserungen De Paolis, darf man schon einmal spekulieren, warum er das tat.
    Ein anderer greiser Pater macht gerade die bittere Erfahrung eines Hausarrestes, wie „Zeitlos“ schon anmerkte.
    Ihm werden solche Zuwendungen, von der Kamera festgehalten, nicht zuteil.

  7. Wer nach über einem Jahr Papst Franziskus immer noch nicht weiß, was dieser Handkuß an einem Priester-Rebellen, der katholische Moral und die Dogmen verachtet, bedeutet, wird es wohl auch nicht mehr verstehen.

    Wenn schon italienische LGBT-Gruppen diesen Priester loben …
    (verlinke ich jetzt nicht, kann man aber leicht ergooglen, wenn man den Priesternamen eingibt)

    • „Wer nach über einem Jahr Papst Franziskus immer noch nicht weiß, was dieser Handkuß an einem Priester-Rebellen, der katholische Moral und die Dogmen verachtet, bedeutet, wird es wohl auch nicht mehr verstehen.“
      Sie haben einen scharfen Verstand. Übrigens möchte ich mich bei ihnen bedanken für den Link „Bibliothek der Kirchenväter“.
      Per Mariam ad Christum.

  8. Ist die Kirche aktuell eine schlafende Festung, mit leeren Zeughäusern , Wällen ohne Kanonen, zerstreuten Heeren und eingeschlummerten Führern ? Von wem diese Aussagen stammen ? Lesen Sie bitte im weiteren Verlauf dieses Beitrages.
    Kardinal Rafael Merry del Val – unter de, ohne m hl. Papst Pius X. Kardinalstaatssekretär -,der über das wahre mutige Handeln eines Katholiken Folgendes schrieb:
    -
    „Handeln wir niemals, um der Welt zu gefallen.
    Haben wir den Mut,
    die Kritik, die Missbilligung der Welt zu ertragen;
    wenn Gott zufrieden ist, braucht uns nichts anderes zu kümmern.
    Wir müssen den Mut haben, die Wahrheit zu bezeugen und keiner Aufgabe auszuweichen.
    Wir müssen den Mut haben, dem Lächerlichen die Stirn zu bieten,
    denn oft besteht unsere Aufgabe im Spott der Welt.
    Tut das aus Liebe zu Unserem Herrn,
    und um Ihm nachzueifern.“
    -
    Bereits Hw Robert Mäder ( gestorben 1945) hat es kommen sehen; aus „Jeder Mann ein Held“ zum Patrozinium des hl. Josef:
    -
    „Wir sind konservativ. Wir haben die tiefsten Wurzeln unseres Wesens in der Überlieferung, nicht im Sand, den das Heute zusammengeweht und das Morgen wieder verwischt. Wir sind die Gleichen wie vor 1900 Jahren. Daher kommt es, daß die großen Persönlichkeiten der heiligen Geschichte uns so vertraut sind, als lebten sie vor unsern Augen. Wir sind, weil wir katholisch sind, in gewissem Sinne über Zeit und Raum erhaben, kennen keine Entfernungen und keine Vergangenheiten.
    [….]
    Briand hat im Jahre 1905 geschrieben: Die Kirche ist heute eine schlafende Festung. Die Wälle sind ohne Kanonen. Die Zeughäuser leer. Die Heere zerstreut. Die Führer eingeschlummert. Wir werden, wenn wir es richtig anstellen, diese schlafende Festung überfallen und sie ohne Schwertstreich einnehmen, wie einst die Soldaten Mohammeds II. Konstantinopel. Briand hat in mancher Hinsicht nur zu wahr gesprochen. Die streitende Kirche ist vielfach zu einer schlafenden Kirche geworden. Alles ist in Gefahr, und wir sehen und hören nichts, während der Feind vor den Toren steht. In dieser kritischen Stunde muß der hl. Josef wieder aufstehen als Schützer. Das Patrozinium des hl. Josef ist nicht ein bloßes Fest. Es soll rettende Tat werden. Wir wollen den mächtigen und liebenswürdigen Heiligen bitten, daß er uns gegen alle modernen Herodes beistehe. Wir aber wollen selber den Schlaf aus den Augen reiben und aufstehen. Jeder Mann werde ein Ritter! Ich sage: Amen, so muß es sein!“
    -
    Anmerkung:
    Aristide Briand (* 28. März 1862 in Nantes, Frankreich; † 7. März 1932 in Paris) war ein französischer Politiker und Freimaurer. Briand bekleidete zwischen 1909 und 1932 mit Unterbrechungen wechselnd die Ämter des französischen Ministerpräsidenten, des Unterrichts-, Justiz- und des Außenministers.

  9. Wie lange nennen wir jemanden Papst der es selbst nicht sein will und der es nachweislich jeden Tag bestätigt das er es nicht ist. Wieweit geht Gehorsam ohne das Gehorsamspflicht besteht????

  10. es liegt mir fern, jemanden zu beurteilen oder gar zu verurteilen-doch der Verdacht überkommt mich: ist de Paolis nicht ein sprechendes Beispiel eines armen Menschen,der seinen dürftigen Verstand über den Glauben setzt,den Verstand immer mehr verliert, bis da nicht mehr viel ist?
    ob man einem solch verkalkten alten Armen wirklich soviel Aufmerksamkeit schenken soll?-tamen, Papa Franciscus aenigma nostri temporis!

  11. Dazu fällt mir der kuriose, angebliche Satz des kroatischen Priesters Tomislav Ivancic ein. „Wir wissen nicht, dass Seelen in der Hölle sind“.

    Was alleine schon durch Lukas 16, 19-31 widerlegt ist:

    Das Beispiel vom reichen Mann und vom armen Lazarus
    19 Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. 20 Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war.7 21 Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 22 Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. 23 In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß.8 24 Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. 25 Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden. 26 Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. 27 Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! 28 Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. 29 Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. 30 Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. 31 Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

  12. In Südamerika, insbesondere im Nachbarland Chile werden herzhafte Witze über den legendären Hang zur Angeberei argentinischer Männer gemacht.
    Uns Europäern ist dieses Ende der Welt reichlich unbekannt. Wir fragen uns, was dieses neuerliche Theaterstück im Vatikan bedeuten könnte.
    Vielleicht soll die ganze Welt sich genau dies fragen.
    Üben wir uns in Gelassenheit, irgendwann werden wir es erfahren.

    • Das ist jetzt schon das x-te Mal, dass Franziskus eine Geste setzt, die man als häretisch interpretieren könnte, aber da sie mehrdeutig ist, maßt man sich kein Urteil über ihn an.
      Das kann doch nicht ewig so weitergehen, oder soll er allen Ernstes als Papst der missverstandenen Gesten in die Geschichte eingehen??

      • Es geht bei dieser Geste um die Anspielung die daraus interpretierbar ist. Er küsst nicht irgendwem die Hand, sondern einem Priester der kein glaubenstreuer Priester ist und der häretischen Lehren nachhängt.
        Genauso trifft sich Franziskus mit Freimaurern und distanziert sich nicht einmal von denen. Stattdessen kommen von ihm Sager wie, er halte Marxisten, Atheisten für keine schlechten Menschen. Ebenso hofiert er die Vertreter der Ökumene, statt ein klares Glaubenszeugnis abzulegen, wonach Jesus Christus der Herr ist und es neben ihm niemand anderen gibt.

        In Gottesdiensten läßt er außerdem das Kyrie Eleison singen, nicht aber das dazugehörige Christe Eleison. Selbst da sorgt er für Zweideutigkeiten. Wer ist denn nun der Herr von Bergoglio? Da ja nach seinen Aussagen, der Böse im Engelsgewand daherkommt, warum soll man diese Aussage nicht auf ihn anwenden und ihn zum Bösen dazuordnen. Grund genug gäbe es ja mittlerweile.

      • Ich achte schon lange nicht mehr auf die Messen wo Papst Franziskus teilnimmt, einfach weil mich diese, in meinen Augen , würdelose Haltung und der gelangweilte Gesichtsausdruck krank macht.
        Aber es ist trotzdem intereesant, woher wissen Sie das mit dem ausgelassenen Christe Eleison?
        Das darf der doch gar nicht adhoc an der Liturgie etws ändern, was vorgeschrieben ist.
        Und macht er das immer?

      • Jedes Mal wenn ich eine Papst-Messe(zufällig) im Fernsehen sehe, kommt darin nur das Kyrie Eleison vor OHNE das Christe Eleison. Da die meisten nicht wissen, dass es ‚Herr erbarme dich‘ und ‚Christus erbarme dich‘ heißt erkennen sie es logischerweise nicht.
        Nur ‚Kyrie Eleison‘ und dann noch der Blick nach unten gerichtet – da sollte ja dann alles klar sein!

        Ebenso fiel mir beim Angelus-Gebet der flüsternde Mitbeter auf, dessen Stimme eher einem einflüsternden Dämon gleichkommt, statt einem Engel der die Frohbotschaft Maria überbringt – wenn sie verstehen was ich meine.
        Ob dieser Mitbeter immer noch in Amt und Würden ist, weiß ich nicht genau, da ich aus Abscheu nicht mehr zusehe.

        Auch aufgefallen ist mir, dass diejenigen die unter Papst Franziskus in der Hl. Messe Psalmen singen, keine schönen Stimmen haben. Das war unter Benedikt das genaue Gegenteil.
        All das schmälert die Verehrung Gottes in der Heiligen Messe.

      • Auch Verhalten kann häretisch sein.
        Nehmen wir an, da wäre ein Bischof oder ein Papst, der es vermeiden würde, formal häretische Lehrsätze amtlich zu äußern, aber ansonsten würde er in Wort und Tat alles tun, um seine Diözese bzw. die Kirche Christi zu verwirren, zu demolieren und zu zerstören– wäre das nicht häretisch? Das wäre nicht nur häretisch, das wäre sogar apostatisch, und würde er noch so viel von Gottes Zärtlichkeit dabei reden.

      • Wenn zum Beispiel ein Papst auf eine Reise ins Heilige Land als Haupt-Reisebegleiter einen Rabbiner nimmt, der Jesus Christus ablehnt und für die Homoehe eintritt, und dazu einen muslimischen Geistlichen, in dessen „Heiligem“ Buch die zentralen christlichen Glaubenswahrheiten frontal geleugnet und die Christen verflucht werden – wenn ein Papst sich also zwei A n t i c h r i s t e n (nach dem 1. Brief des hl. Apostels Johannes) als engste Reisebegleiter aussucht – und wenn man sich dann an die apostolischen Reisen des hl. Apostels Paulus erinnert – ja, wie verblendet muss man eigentlich sein, um nicht zu erkennen, dass hier ein A n t i – A p o s t e l sich auf Reisen macht? Was hier geschieht und was „die meisten Katholikinnen und Katholiken“ ganz ganz lieb und doll finden, ist mit häretisch noch schwach ausgedrückt.

      • Die von den Medien verblendeten Papst Franziskus-Fans wollen einfach nichts von alldem wissen. Es mangelt an Erkenntnis, stattdessen hat der Stolz eine tragende Rolle eingenommen.
        Wenn die Medien heute Papst Franziskus gutheißen, obwohl er seit Amtsantritt so gut wie nichts geändert hat und die vielen katholischen Laianinitiativen seither verstummt sind, sollte die Situation klar sein.

      • Ja, so ist es wohl. Wenn man mal wirklich alles zusammen nimmt, was er seit dem 13.3.13 für Signale, für Botschaften gesendet hat, mündlich, schriftlich, in sichtbaren Zeichen und in seinen Entscheidungen, dann ist der Befund wirklich erdrückend; ich KANN das nicht anders sehen. Wenn die Herde ihren Hirten ‚instinktiv‘, mit allen Sinnen, mit dem Glaubensgefühl, mit dem Herzen und mit dem Verstand erkennt, und ich in ihm meinen Hirten, dem ich in jeder Hinsicht vertrauen können sollte, einfach nicht erkennen kann, dann heißt das doch, daß ich offensichtlich zu einer anderen Herde gehöre als der seinen, bzw. daß er ja durchaus ein Hirte sein mag, nur eben nicht der Herde, der ich selbst aus freiem Willen angehören möchte (nämlich der Herde Christi!). Nun kann mich mein eigenes Gefühl, mein eigener Verstand täuschen, also muß ich auch darauf achten, was meine „Mit-Schafe“ (die ich durch ihr Bekenntnis und Verhalten als solche erkenne – und nicht „die Anderen“) dazu sagen; und von denen erfahre ich volle Bestätigung – was den Befund nur noch erdrückender macht …
        … und wenn Christus sagt, daß, wer Seine Apostel hört, Ihn selbst hört, und Er sagt, „euer Ja sei ein ‚Ja!‘, euer Nein ein ‚Nein!‘“, und wenn Er dem Petrus aufträgt, „stärke deine Brüder im Glauben!“, und nicht: „stürze sie in Verwirrung!“ – dann weiß ich nicht, wie ich in ihm [kleingeschrieben] den erkennen kann, der mit der vollen Autorität und im Auftrag meines Herrn und Gottes spricht; wenn er Seine Worte schmälert, cachiert, verzerrt, verdreht; wenn er sich scheut, in Seinem Namen zu segnen; wenn er scheint’s jedem anderem überdeutlich, Ihm aber nur sehr undeutlich seine Reverenz erweist; wenn er Teile seiner, nein, Seiner Herde in aller Öffentlichkeit schlecht macht, ja lächerlich macht, und zwar gerade die, die nichts anderes wollen, als Seinem Beispiel und Seinen Worten zu folgen, und nicht dem Geplapper dieser Welt …
        … allerdings: auch Petrus hat versagt und verleugnet; und sich voller Reue bekehrt und dann Zeugnis gegeben …
        … nur daß Petrus gefallen war und sich bekehrt hatte, als er noch nicht das Amt Seines Stellvertreters auf Erden innehatte, sondern vorher! Und Christus setzte ihn erst ins Amt ein, nachdem Petrus dreimal seine Liebe bekundet hatte.

    • Darum dürfte es im Kern auch gehen. Vieles wirkt wie inszeniert um der Welt zu zeigen, das Papsttum sei nichts herausragendes mehr. Soap opera aus dem Vatikan.

  13. GW
    Was für ein Unterschied zwischen dem Apostel Petrus und seinem jetzigen Nachfolger. Lesen wir nur die beiden herrlichen Briefe (und lassen wir uns nicht von modernen Exegeten beirren, die sie für pseudoepigaphisch halten). Welch glühende (unsentimentale) Liebe zu Christus spricht daraus. Der Unterschied ist abgrundtief.

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