„Kann es so dumme Bösartigkeit überhaupt geben?“ – Neuer Schlag gegen Franziskaner der Immakulata

Pater Stefano Maria Manelli Franziskaner der Immakulata(Rom) Der Apostolische Kommissar der Franziskaner der Immakulata zeigte dem Orden erneut die harte Faust. Pater Fidenzio Volpi, seit Juli 2013 von der Ordenskongregation zum Kommissar ernannt, machte dem Ordensgründer Pater Stefano Maria Manelli ein „Geburtstagsgeschenk“ der besonderen Art.

Manelli, der bis zur kommissarischen Verwaltung auch Generalminister des Ordens war, beging am 1. Mai seinen 81. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wollte er sich zum Mutterhaus des Ordens nach Frigento begeben, wo seine Eltern, die Diener Gottes Settimio und Licia Manelli begraben sind und um dort eine Heilige Messe zelebrieren zu können. Der Kommissar verweigerte ihm jedoch den Zugang. Pater Manelli steht unter Hausarrest und muß für jeden Ortswechsel beim Kommissar um Erlaubnis bitten. Dieser untersagte ihm, das Grab seiner Eltern aufsuchen zu dürfen und am ersten Tag des Marienmonats Mai dort die Heilige Messe feiern zu dürfen. „Es scheint unglaublich, daß es eine so dumme Bösartigkeit überhaupt geben kann, doch leider ist es wahr“, so Riscossa Cristiana zum Vorfall.

Muß der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bemüht werden?

Einige Gläubige überlegen eine Anzeige vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, wie die staatliche italienische Presseagentur ANSA berichtete.
„Viele hassen Pater Manelli und den Orden der Franziskaner der Immakulata, der reich an Berufungen ist, weil diese geweihten Brüder und Schwestern in völliger Armut leben und ihren Blick auf Jenen richten, der für unsere Rettung ans Kreuz geschlagen wurde“, so Messa in Latino. Das hartnäckige Bemühen um persönliche Heiligung in der Armut und Einfachheit anderer Zeiten, die anhängliche Nachfolge des heiligen Franz von Assisi und des heiligen Maximilian Kolbe ließ bereits seit Jahren unter Angehörigen anderer Orden bis hinein in die Ordenskongregation Neid, Mißgunst und tiefe Abneigung gegen den franziskanischen und marianischen Orden von Pater Manelli entstehen.

Unter Benedikt XVI., der dem Orden mehrfach sein Wohlwollen zum Ausdruck brachte, konnten diese Kräfte aber nicht gegen die Franziskaner der Immakulata vorgehen. Um so schneller schritten sie nach der Wahl von Papst Franziskus zur Tat und schienen sich ihrer Sache ziemlich sicher zu sein. Die Genehmigung der kommissarischen Verwaltung durch den neuen Papst gab ihnen Recht. Franziskus stimmte nicht nur der kommissarischen Verwaltung zu, sondern beraubte den Orden auch jeder Einspruchsmöglichkeit gegen die Maßnahmen.

Noch keine Geste von Papst Franziskus für Gemeinschaften der Tradition

Tatsächlich setzte Papst Franziskus bisher noch keinerlei Geste des Wohlwollens oder der Akzeptanz gegenüber den Gemeinschaften des Alten Ritus. Statt dessen kritisiert er immer wieder und kryptisch einen „Neo-Pelagianismus“, der als Schelte an traditionsverbundenen Katholiken verstanden werden kann. Papst Franziskus bleibt jedoch auch in seiner Kritik unscharf, sodaß zwar keine sicheren Schlüsse daraus gezogen werden können,  sehr wohl aber ein Klima bedient und gefördert wird, das wenig traditionsfreundlich ist. Traditionsgegner fühlen durch den amtierenden Papst den Rücken gestärkt.

Im Bild ein junger römischer Student, der Pater Manelli zum 81. Geburtstag besuchte. „Papst Franziskus, laß uns Deine Stimme hören! Warum findest Du Zeit, den Orden zu maßregeln, aber keine Zeit, Pater Manelli und die abgesetzte Ordensleitung zu empfangen und anzuhören?“, so Riscossa Cristiana.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Messa in Latino

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25 Comments

  1. Ist bekannt, dass die „Katholische“ Junge Gemeinde ( „KJG“) in einem auf die aktuelle Europawahl bezogenen Papier die kostenlose Abtreibung für Jugendliche fordert, damit sie ihre sexuelle Selbstbestimmung auch wirklich ausleben können? Das soll derzeit laut Propagandaabsicht der KJG (Bundesebene) in die Pfarrgruppen der KJG getragen und verwendet werden. Daraif wird audrücklich, wenn auch wohl nicht in Kenntnis dessen, verwiesen auf http://www.katholisch.de, das sich als „das Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland“ bezeichnet.

  2. Diese bösartige Dummheit ist unbegreiflich. In eigenem Interesse müsste die Ordenskongregation diesen Kommissar Volpi ersetzen. Wie tief muss der Hass sein, der diesen Mann beherrscht?

    • „Dieser Mann..“ Volpi ist doch nur der ausführende Arm und könnte niemals so empörend brutal und unmenschlich zuschlagen, wenn es ihm nicht von höherer und höchster Stelle so aufgetragen wäre. Volpi ist doch in diesem widerlichen Schachspiel ideologischen Machterhalts nur der dumme Bauer, der seinen Namen für andere beschmutzt. Und der Herr Papst macht sich nur mehr lächerlich und unglaubwürdig, wenn er unablässig von der Zärtlichkeit und Barmherzigkeit Gottes flötet, dabei aber Jakobinermethoden an seinen Kongregationen duldet.

  3. eine unglaubliche verheerende Entwicklung um diesen verdienten Orden.Was invidia clericalis und avaritia monachalis alles vermögen.Als junge Ordensperson wollte ich vor 50 Jahre einen theologischen Traktat darüber schreiben, was Gott gedankt verhindert wurde und mir dadurch wohl viel Fegefeuer erspart hat,Aber es bleibt mir bezüglich dieser causa wiedermal die ketzerische Frage :welcher Geist ist bei dieser Sache Pate gestanden? Urban VI ?

  4. Dieses Verbot, das Grab der Eltern zu besuchen und damit auch die Zelebrstion der Hl. Messe am Begräbnisort zu verhindern, ist eine skandalöse Ungerechtigkeit.
    Ich frage mich immer wieder, ob jemand wirklich glaubt, dass Papst Franz nichts davon weiß.
    Meine Überzeugung ist, dass er genau über das informiert ist, was den Franziskanern der Immaculata geschieht.
    Wenn das die Barmherzigkeit des Papstes ist, dann möchte ich seine Unbarmherzigkeit nicht kennenlernen.
    Unterschriftenaktionen helfen nichts. Hier hilft nur, den Gehorsam zu verweigern.

    • Ich meine nicht, dass Gehorsamsverweigerung hier eine gute Lösung wäre. Es würde nur bedeuten, in die gestellte Falle tappen.
      Warum dringen die Franziskaner der Immakulata nicht auf eine Überprüfung, ob das Vorgehen gegen sie rechtens ist? Dass ihnen praktisch die Zelebration der Alten Messe verwehrt wird – ist das nicht eine Verletzung von Summorum pontificum? Dass ihr Orden zerschlagen wird – ist das nicht gegen das Kirchen- und Ordensrecht?
      Warum beschreiten sie nicht den rechtlichen Dienstweg? Warum appellieren sie nicht an Papst Franziskus?
      Wenn Pater Manelli gegen Volpis Verbot handelt, werden die Feinde des Ordens aufschreien: sehr, was für Rebellen das sind, seht, was für ein Anstifter zum Ungehorsam der Ordensgründer ist!
      Das Grundproblem sehe ich darin, dass dieser Orden von Anfang an die ungerechten Maßnahmen gegen ihn hingenommen und nicht sich mit Rechtsmitteln gewehrt hat.
      Da nutzen auch keine Unterschriftenaktionen, so gut sie gemeint sind. (Ich habe auch unterschrieben, nutzloserweise.) Entweder das Vorgehen gegen die Immakulata-Brüder ist rechtens, dann ist es nicht, die Obrigkeit mit Kampagnen unter Druck zu setzen, oder es ist nicht rechtens und ungerecht, dann muss die Causa energisch durchgefochten und auf Recht und Gerechtigkeit gedrungen werden!

  5. Selbst unabhängig davon, dass es sich bei Pater Manelli um den Gründer des Ordens handelt – allein schon einem alten Mann den Besuch des Grabes seiner Eltern zu verweigern, ist für sich gesehen schon eine enorme Lieblosigkeit, absolut unsensibel und schockierend unmenschlich.
    Dazu kommt noch das Verbot der Zelebration der Heiligen Messe.
    Wie gnadenlos und selbstgerecht ist dieser Pater Volpi!
    Er muss sich sehr sicher fühlen, wenn er so entschieden hat.

    • Genau so sehe ich das auch. Ich verstehe außerdem nicht wieso Bergoglio alles Alte abschaffen möchte, wo doch die Kirche, wenn sie nicht mehr konservativ ist, sich schrittweise selbst aufgibt. Jesus sagte doch in Matthäus 5, 18-19:

      18 Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

      19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

      • dafür ist er ja auf den Stuhl Petri gehieft worden – um der von innen heraus zerstörten Kirche den letzten Stoß zu geben…aber er hat die Rechnung ohne den Herrn gemacht.

  6. Man sollte die weltliche Gerichtsbarkeit heraushalten, es gilt zurecht das Wort des Apostels Paulus: „Bringt es einer von Euch, der einen Rechtsstreit mit dem anderen hat, über sich, sein Recht bei den Ungerechten zu suchen statt bei den Heiligen? Wißt ihr denn nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn die Welt von Euch gerichtet wird, seid Ihr da nicht zuständig in den geringfügigsten Rechtssachen?“
    Korintherbrief, 6. Kapitel

    • Sie haben recht: die staatliche (und oftmals anti-kirchliche) Gerichtsbarkeit sollte herausgehalten werden. Das würde noch weit mehr Schaden verursachen.
      Papst Franziskus sollte nunmehr handeln, damit das Treiben gegen die Franziskaner endlich aufhört.

  7. Was ist eigentlich in unserer Kirche los?
    Angeblich telefoniert Franz I. mit wiederverheirateten Kioskbesitzern im Zuge einer allgemeinen Barmherzigkeit derweil sich andere „Herren“ wie zu Zeiten Stalins verhalten…
    Ich fasse es nicht!

  8. Es nützt uns nichts, wenn wir nun immer weitere Jahrzehnte darüber spekulieren, wie denn das alles sein kann, uns wundern, entsetzen, jammern, und dann wieder „differenzieren“, um die armen Päpste, die vielleicht gar nicht anders können, zu unterstützen, v.a. wenn sie von „falscher Seite“ aus angegriffen werden…
    Es hilft alles nichts, und man kann es immer wieder nur wiederholen: seit Johannes XXIII. haben wir inkonsistente Charaktere auf dem Stuhl oder meinetwegen neben dem Stuhl Petri. Nur solche Charaktere sind geeignet, ein solches Verwirrspiel zu spielen. Ein echter Stellvertreter Christi dürfte niemals inkonsistent sein.
    Aber trösten wir uns doch mit der Fehlbarkeit der Päpste! Sagen wir uns doch: ach, so ein Papst ist doch auch nur ein Mensch, dem Jacke näher ist wie Hose, dessen Herz voller Hass steckt, der machtgierig und feige ist. Ja, wir sind ja gut instruiert, auch von frommer Seite, nun alle Augen zuzudrücken und solche Männer anzuerkennen und zu behandeln, als wäre sie ER, wie es einem Papst eigentlich zukommen sollte.
    Und so machen wir weiter und weiter, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Fragt sich nur wo?

    Dabei gilt: wer so etwas tut oder zulässt, wie oben beschrieben, ist ein reißender Wolf und handelt im Auftrag des Rudels. Gestern hatten wir das Evangelium von den reißenden Wölfen.

    • Der neue Kurs der Konzils- und Nachkonzils-Päpste ist nicht ihrem Charakter geschuldet, sondern solche Päpste wurden gewählt und eingesetzt, die den neuen Kurs weiterfuhren.
      Sehen wir die Lage als Prüfung unseres Willens zur Wahrheit, als Herausforderung an unsere Redlichkeit, aber auch unseren Intellekt an! Versuchen wir, die wirklichen Ursachen der Geschehnisse zu ergründen!
      Hatte Joseph Ratzinger/ Papst Benedikt XVI. in gewisser Weise recht, dass kein Bruch zwischen vorher und nachher besteht? Offenkundige Brüche fanden statt in der Liturgie, der Glaubenslehre, der Moral… Aber vielleicht ist die Kontinuität ja woanders zu suchen und dort tatsächlich gegeben?
      Wie konnte es denn zur heutigen Lage kommen? Liegen die Ursachen nur in Abweichungen von einer richtigen Kirche, die bis Vaticanum II Bestand gehabt hätte, hin einer falschen; von gläubigen Päpsten hin zu ungläubigen; von guten Charakteren hin zu schlechten?
      Wurde die Kursänderung 1962-65 in den Augen der damaligen Kirchenführung (ich stelle mir ein kleines, inoffizielles, aber mächtiges katholisches Gremium vor) notwendig, um ein altes Ziel mit neuen Mitteln zu erreichen? War die Kursänderung ein strategischer Wechsel, weil mit dem bisherigen Kurs das Ziel nicht mehr erreichbar war?
      Vom übernatürlichen Gesichtspunkt, sub specie aeternitatis können die Jahrzehnte seit dem Konzil als zunehmender Glaubensabfall gedeutet werden, der in die große Apostasie (2 Thess; Offb) münden kann, wenn vorher keine große Umkehr geschieht.
      Aber ließ sich die katholische Kirche denn immer nur von übernatürlichen Motiven leiten? War sie seit den Kaisern Konstantin und Theodosius nicht immer wieder gefährdet, auch ein Reich von dieser Welt sein zu wollen? Stichwörter: Staatskirche, Konstantinische Schenkung, pseudoisidorische Dekretalen, Bulle Unam sanctam, Überordnung des sacerdotium über das regnum im Hochmittelalter bis zum Anspruch der Päpste auf Weltherrschaft, Jesuitenorden, moderne Konkordate, …
      Mir scheint, ein Schlüssel zum Verständnis der römischen „Politik“ seit Papst Pius XII. sind die machtvollen –teils öffentlichen, großenteils aber geheimhaltenen, hintergründigen und untergründigen– Bestrebungen zur Schaffung eines Welteinheitsstaates.
      Um die Welt heute zu verstehen, muss man fragen: Wer hat Interesse an einem Welteinheitsstaat? Wie wollen die interessierten Gruppen einen solchen gestalten? Was unternehmen sie, um ihn in ihre Kontrolle zu bekommen? (Dabei sind grob materielle Interessen ebenso im Spiel wie religiöse Prophetie und Utopie.) Welche Religionen streben von ihrem Wesen aus zur Weltherrschaft?
      Eine simple Frage zum Schluss: Warum empfangen die Päpste UN-Sekretäre und amerikanische Präsidenten, wenn sie ihnen nicht, wie die hll. Apostel es taten, Jesus Christus verkündigen?
      H i e r muss man m.E. nachbohren, wenn man begreifen will, was in Rom abgeht. Dann könnte Franziskus sich auf einmal als logischer Nachfolger von Benedikt herausstellen…

      • „Hatte Joseph Ratzinger/ Papst Benedikt XVI. in gewisser Weise recht, dass kein Bruch zwischen vorher und nachher besteht? “

        Das hat Ratzinger so nie behauptet, im Gegenteil: er hat den Bruch in der Konzilsinterpretation diagnostiziert und aufgerufen, diesen Buch durch eine „Hermeneutik der Kontinuität“ zu überwinden. Ob eine Kontinuität jedoch letztlich überhaupt besteht, hätte sich in diesem Prozess von selbst herausgestellt. Ich denke, dass diese „Hermeneutik der Kontinuität“ nur ein Theorem war, mit dessen Hilfe er die Konzils-ver/be-sessenen behutsam zum Licht der Erkenntnis führen wollte. Ich interpretiere Benedikt noch immer so, dass es ihm eigentlich um die Überwindung des Konzils unter Vermeidung neuer Brüche ging. Verstanden hat ihn und seine Absicht wohl niemand, am allerwenigsten die sogenannten Traditionalisten, die ja irrealer Weise voller Ungeduld die Konterrevolution, sprich die Abschaffung des Konzils von ihm verlangten und erwarteten. Das war auch nicht redlich. Und nun haben wir den jesuitischen Salat.

      • @ Leo Lämmlein

        „Charakter“ kann auch ein Prototyp oder Spieler sein…
        Auch wenn Päpste nicht immer nette Männer und manchmal auch moralisch total verkommene Gesellen waren und ihre Machtspiele trieben, sollte doch eines nicht aus den Augen verloren werden:
        Wenn ein Rodrigo Borgia hurte und mordete, dann ist das sehr schlimm – es sind Todsünden. Aber er verlegte sich völlig auf politische Machtspiele und die Befriedigung niedriger, persönlicher Triebe. Er trat nicht als spirituelle Gestalt auf.
        Und das ist der springende Punkt!
        Wir hatten schlechte Päpste, aber ihre Schlechtigkeit waren schlechte Neigungen, Feigheit und Machtgier.
        Keiner trat aber als geistlicher Führer auf und versuchte aus eigenem Antrieb, die Lehre umzukrempeln.
        Wir hatten jedoch noch viel mehr sehr gute Päpste, die wirkliche Hirten waren – das war und ist der Normalfall.
        Es geht nicht ums „Menscheln“. Es geht um die bewusste Abkehr vom überlieferten Glauben nicht nur privat, sondern als Hirte für die ganze Kirche.
        Ich weiß, dass viele fasziniert sind von Spekulationen darüber, wer wohl im Hintergrund die Drähte zieht.
        Das ist jedoch nicht unsere Aufgabe, darüber zu spekulieren: entweder man weiß etwas sicher oder eben nicht. Gerüchteküche ist immer eine Problemverstärkung.
        Man muss von dem ausgehen, was man rational wahrnehmen kann oder was einem vielleicht in einer begnadeten Schau zur Kenntnis kommt (dies aber immer mit Vorsicht und Zurückhaltung behandelt).

        Man kann nur immer wieder konstatieren: den Päpsten fehlte seit dem Konzil die innere Konsistenz. Ihr Handeln ist nicht gradlinig, auch wenn man unterstellt, dass sie bewusst einer Zerstörungsabsicht folgten und sich auf ein Verwirrspiel einließen, um diese Absicht zu kaschieren.

        Und zum Schluss: diese Apostasie ist schon da. Was wollen Sie mehr? Noch nie gab es einen globalen Abfall dieser Art, konnte es auch nicht geben, weil die Welt ja erst zunehmend mit dem Christentum in Berührung gekommen war. Noch nie haben Päpste in einer so langen Abfolge von Jahrzehnten Stein um Stein die Lehre verdreht und zerstört – und das ist was anderes, alds Landstücke zu ergaunern oder eine Mätresse im Bett zu haben. Während ersteres private Vergehen sind, die der jeweilige Pontifex alleine ausbaden wird in der anderen Welt, hat letzteres eine unmittelbare Auswirkung auf den Glauben und das Seelenheil (!!!) ALLER.

      • @Leo Laemmlein:

        Ich glaube, Sie sprechen sehr Bedenkenswertes an. Natürlich geht es in diesem Kontext – um etwas konkreter zu werden – zu guten Teilen auch um die Freimaurerei. Wobei die Frage der Nähe gerade Johannes XXIII. (und Paul VI.) zu ihr sicher keine müßige Spekulation, sondern von vitalstem Interesse ist. Naturgemäß ist diesbezügliche Recherche schwierig, und nicht einfach ist es, seriöse Information und Gerüchte aus zweiter Hand zu unterscheiden.
        Ich kann Ihnen nur zustimmen: „Sehen wir die Lage als Prüfung unseres Willens zur Wahrheit, als Herausforderung an unsere Redlichkeit, aber auch unseren Intellekt an! Versuchen wir, die wirklichen Ursachen der Geschehnisse zu ergründen!“

  9. werte zeitschnur
    Sie haben ja in vielem Recht.
    Nur was sollen wir tun?
    Wie schon öfter ausgeführt, hat Christus seiner Kirche, mitsamt ihren Ämtern, Dauer verheißen und das, obwohl er als der Sohn des allmächtigen und allwissenden Gottes, der ja auch selber Gott und somit allmächtig und allwissend ist, gewusst haben muss, was in den Jahren 1964ff in selbiger Kirche geschehen wird.
    Und dazu kommt, was Sie, werte Zeitschnur, auch immer wieder betonen, dass in der Zeit des Konzils Dinge sichtbar geworden sind, die schon seit langem im Gebälk der Kirche nisteten.
    Es also nicht so, ist, das bis zum Konzil alles wundervoll und gut war, sondern vieles von dem Unfug, der nachkonziliar Gestalt wurde, schon vorher gedacht wurde, nur durch die Strenge der Liturgie sozusagen nicht das Bild der Kirche bestimmen konnte.

    Sorum gesehen ist, dass was Sie immer so verachtungsvoll schreiben:
    (Ich zitiere)
    Aber trösten wir uns doch mit der Fehlbarkeit der Päpste! Sagen wir uns doch: ach, so ein Papst ist doch auch nur ein Mensch, dem Jacke näher ist wie Hose, dessen Herz voller Hass steckt, der machtgierig und feige ist. Ja, wir sind ja gut instruiert, auch von frommer Seite, nun alle Augen zuzudrücken und solche Männer anzuerkennen und zu behandeln, als wäre sie ER, wie es einem Papst eigentlich zukommen sollte.

    einfach die Wahrheit.
    Das Wunder der Kirche besteht darin, dass es sie trotz der Tatsache, dass auch vergangenen Päpste das Hemd näher war als die Jacke, es die Kirche immer noch gibt.
    Es gibt nun meines Erachtens 2 Möglichkeiten mit dieser Tatsache umzugehen. Das eine ist ein „ist schon immer gut gegangen“, „war schon immer so“, „die Kirche hat das schon immer überlebt“ also ein Konstatieren des status quo mit der Folge die Hände in den Schoß zu legen, so weiter zu machen in gutbürgerlicher Gemütlichkeit, wie bisher und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen.
    Das andere ist die Verzweiflung, das Verwerfen der Kirche, die einfach in der katholischen Kirche „ist“, wegen der Herren die Hirten und Oberhirten, fast möchte man sagen, spielen und es nicht sind.
    Ich glaube erst in dem Moment wo wir alle an dem Zustand der Kirche anfangen zu leiden. Und in dieser gekreuzigte Kirche Christus sehen; ohne zu übersehen, dass die Kirche sich in einem gewissen Sinn ganz von selber in diese aussichtslose Lage, wo sie kaum mehr atmen kann und sich nicht mehr bewegen kann (was ja in einem gewissen Sinn, der Zustand eines gekreuzigten ist), gebracht hat.
    Genau dann wird Gott uns eine Tür aus dem Dilema öffnen und das ist es, was uns Maria lehrt, das Ausharren unter dem Kreuz.

    • Mir geht es nicht darum, die Hoffnung und den Glauben auszuschließen – das wäre falsch verstanden.
      Es geht darum, sich mit der Situation schonungslos und redlich auseinanderzusetzen und nicht ständig immer neue Schlupflöcher zu entdecken, um sich die Lage schönzureden und erträglich zu machen.
      Das ist Vogelstraußpolitik.
      Ich verwerfe doch nicht die Kirche! Aber ich bin auch nicht bereit, etwas „Kirche“ zu nennen, was nicht Kirche ist. Es ist eben nicht im geistlichen Innenraum der Kirche alles „überwuchert“, wie einer mal meinte. Das kann nämlich nicht sein:
      Die Kirche ist – geistlich gesehen – eine Braut ohne Flecken und Runzeln (Schriftwort!).
      Die Braut wurde verbannt und andere geben sich für sie aus. Ich bin nicht bereit, diese Falschmünzer geistlich anzuerkennen.
      Und der Herr wird die verbannte Braut retten – nicht die Fastnachtsgestalt, die so tut, als sei sie Braut.
      Mir geht es eher darum, zu verdeutlichen, dass wir aufwachen und uns nicht wundern, wenn wir entweder in den Mainstream abgerutscht sind trotz ach so großer Traditionalität, oder aber mit dieser Braut verbannt werden.
      Die Franziskaner der Immakulata führen das als Avantgarde vor, bzw. sie folgen bereits vielen kleineren Klöstern und Priestern nach, die von dieser falschen Braut bereits schon lange verbannt worden sind.
      Man kann nicht zweien Herren dienen.

      • So sehr Sie recht haben, werte zeitschnur, aber die Kirche ohne Flecken und Runzeln das ist die triumphierende Kirche in Himmel!
        Hier auf Erden haben wie die streitende Kirche, naja und die sieht grad so aus, als würde sie unterliegen und im Todeskampf liegen.
        Wenn Sie behaupten, dass die wahre Kirche verbannt wurde, dann müsste diese aber irgendwo zu finden sein.
        Wenn ich aber so anfange zu denken, gelange ich in Teufels Küche!
        So bleibt nur die Idee, dass die Kirche geworden ist wie „die verlassene Hütte im Gurkenfeld“ und dergleichen.
        Es ist übrigens biblisch anzunehmen, dass der Kirche von Gott her ein Zufluchtsort in der Wüste bereitet werden wird, und ihr von Gott! die Flügel verleihen werden dahin zu fliehen.
        Das Haus voll Glorie ist jedoch nicht biblisch.
        Wie gesagt, die Lage ist schrecklich und das Anbiedern udn Einknicken von Bischöfen udn Kardinälen an den udn vor dem Mainstream teilweise nicht zum Aushalten, aber wenn wir die Schrift ernst nehmen, so ist es nicht weiter verwunderlich, steht alles schon geschrieben.
        Oder meinen Sie das Wort Christi“ Verzweifle nicht du kleine Herde!“ hätte nicht immer und immer durch alle Zeiten hindurch seine Gültigkeit?

      • Christi Wort heißt: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde!“
        Es gibt keine zwei Kirchen – eine dreckige, ramponierte auf Erden und eine ohne Flecken und Runzeln im Himmel. Auch die ecclesia militans ist ohen Flecken und Runzeln. Dass sie kämpft, beschmutzt sie moralisch doch nicht!
        Wenn wir schon mit dem Begriff „biblisch“ kommen wollen (das ist eigentlich protestantischer Jargon, denn „biblisch“ gibt es nicht ohne die Auslegungsgewalt des Lehramts – 1. Vaticanum, lesen Sie die beiden Dekrete!)
        Ich sprach auch nicht von einem „Haus voller Glorie“, nur ganz nebenbei.

        Sie haben recht – wo ist die verbannte Kirche? Man kann da ins Schleudern kommen. Tatsache ist aber, dass man alle diejenigen, die an der alten Lehre festhalten wollen, nach und nach verbannt, teilweise sogar durch regelrechte Exkommunikationen oder Suspendierungen (v.a. Priester) oder echte örtliche Verbannungen. Wenn Sie die Sache von daher ansehen, ist es nicht mehr so schwierig, die wahre Braut zu entdecken… Die echte Braut heißt zum Beispiel: Franziskaner der Immaculata, viele der Vagantenpriester, deren Schicksale keinen kratzen, auch nicht die Piusbruderschaft, die selbst mit Hand angelegt hat, sie zu verbannen, ja schauen Sie hin, da gibt es die vielen Sprachlosen, die in den Gemeinden nicht mehr heimisch sein können, weil ihre Liebe zu IHM täglich beleidigt wird udn sie mit IHM verstummt sind.
        Ehrlich gesagt, nein, es ist nicht schwer, die wahre Braut zu entdecken, wenn man sie nicht wieder in ideologischen Zirkeln vermutet, die militärisch organisiert sind. Denn eines trifft zu: die Braut und ihre Kinder sind verstreut, verstreut zu finden: das ist diese Wüste…

      • Liebe @zeitschnur, ich sehe die „echte Braut“, wie Sie, gerade in den einsamen glaubenstreuen Gemeindepriestern, die meist von einem feindlichen Umfeld umgeben sind; und auch gegenüber den „Vagantenpriestern“ habe ich großen Respekt, von den Franziskanern der Immakulata einmal gar nicht zu sprechen. Aber es wäre falsch und selbst schon wieder eine Art Ideologie, das Katholischsein im echten Sinne etwa nur denen zuzugestehen, die sich am stärksten verfolgt oder verlassen sehen. Ihnen gilt unser größtes Mitgefühl, das ist sicher! Aber auch in den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften und der Piusbruderschaft gibt es Priester, die Sie keiner falschen Ideologisierung anklagen können. So wie in den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften manche Priester sind, die dem 2. Vatikanum kritisch gegenüber stehen, wenngleich Sie ihre Kritik subkutan halten müssen, so hat auch nicht jeder Piusbruder apriori eine ideologisch verengte Zerrbrille auf.

        Wir sollten uns hüten, zusätzliche virtuelle „Frontlinien“ zu zeichnen, wo doch die realen schon zu ausgeprägt sind. Am Bild Pfarrer Milchs (der sowenig mein „Held“ ist wie Erzbischof Lefebvre) lässt sich aber nicht rütteln: Der Innenraum dieser unserer einen katholischen Kirche ist besetzt und überwuchert. Den Besetzern aus Glaubenstiefe zu widerstehen, das ist die Aufgabe: ob „mitten drin“, wie die wenigen traditionstreuen Gemeindepriester oder ein Orden wie die FdI, ob mehr gegen die Ränder (bzw. Kirchenmauern), wie die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften und die FSSPX, oder eben „am Rande“ (von dem manch besonders scharfer Blick gelingen mag) wie die „Vagantenpriester“. Ja, selbst die Sedisvakantisten sind, gegen ihren Willen, noch in diesem Innenraum, der eben keine Türen kennt, es sei denn, virtuelle.

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