Johannes XXIII. – Der Papst der Tiara und der Alten Messe

Johannes XXIII.
Johannes XXIII.

Kaum mehr als 50 Jahre nach seinem Tod wurde Papst Johannes XXIII. (1958-1963) heiliggesprochen.

Von Angelo Giuseppe Roncalli konstruierte man ein geradezu mythisches Bild, so als hätte er den Anfang einer neuen Kirche repräsentiert, die authentischer und evangelischer sei.

Die Gestalt von Johannes XXIII. wurde, dank der fleißigen Arbeit ultraprogressiver „katholischer“ Historiker wie Alberto Melloni von der „Schule von Bologna“ zum Symbol eines revolutionären Papsttums im Widerspruch zu vielen Jahrhunderten der Tradition. Aus demselben Grund wird der Papst aus den Bergen von Bergamo von Nicht-Progressiven häufig abgelehnt. Durch das überschwengliche Lob der Anderen wird ihnen der Papst selbst verdächtig und aufgrund seiner Einberufung des Konzils werden ihm auch dessen Ergebnisse und Folgen angelastet.

Einige Hinweise zur Vervollständigung des Bildes von Johannes XXIII.

Ohne auf die Frage der Heiligsprechung, die nun schon erfolgt ist, deren Art und Weise und ihre Berechtigung einzugehen, sollen zumindest einige unterschlagene Aspekte Roncallis Erwähnung finden, um zumindest ein etwas vollständigeres Bild des neuen Heiligen zu erhalten.

Ohne Zweifel hat Johannes XXIII. eine neue Art eingeleitet, das Papsttum zu leben und wahrzunehmen. Ebensowenig können die Öffnungen und sein Reformeifer sowohl im Stil als auch in der Sprache, aber auch in seiner Haltung gegenüber den großen Fragen der Kirche geleugnet werden.

Naivität und Romantizismus Roncallis haben der Kirche nicht gutgetan

In vollem Respekt für die Verehrung eines heiligen Papstes gilt es anzumerken, daß die viele Naivität und der viele Romantizismus von Roncalli (wenn man es so bezeichnen will) der Kirche nicht gutgetan haben.

Sein Zukunftsoptimismus, das von ihm eingeleitete neue Klima des Dialogs, die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils, seine Vorliebe für die „Medizin der Barmherzigkeit“ haben nicht die erhofften Ergebnisse gebracht.

„Segnungen“ des Konzils nicht auffindbar

Die vielbeschworenen und gerühmten „Segnungen“ des Zweiten Vatikanischen Konzils konnten noch nicht gefunden werden. Trotz meines beständigen Nachfragens, konnte ich jedenfalls noch niemanden finden, der sie gefunden hat. Ich bin für jeden Hinweis dankbar, auf jemanden, der behauptet, sie gefunden zu haben. Die Antworten verlieren sich schnell in einem wenig greifbaren Wortschwall angeblich „notwendiger Veränderungen“ und enden, in die Enge getrieben, in der wenig seriösen, weil nicht verifizierbaren Behauptung, daß „ohne das Konzil alles nur noch viel schlimmer gekommen wäre“.

Dennoch scheint das nicht den Absichten Johannes XXIII. entsprochen zu haben. Abgesehen von diskutablen „Öffnungen“, einschließlich einer wenig durchdachten Konzilseinberufung gibt es ernstzunehmende Stimmen, die sein übriges Pontifikat als Ausdruck einer gesunden Erneuerung im guten Sinn des Wortes klassifizieren.

Johannes XXIII. zwischen Absicht und Verklärung

Die Kirche ist kein versteinertes Fossil und kann zu keinem Zeitpunkt ihrer Existenz regungslos stehenbleiben. Die Luft anzuhalten führt bekanntlich nach einiger Zeit zum sicheren Tod. Die Frage liegt in der Art, wie die Kirche sich immer erneuert. Die Richtschnur lautet, daß jede Erneuerung nur eine Vertiefung sein kann, ein noch besseres und klareres Sichtbarwerden der ihr anvertrauten Glaubenswahrheit.

Johannes XXIII. billigte Dokumente und setzte Zeichen, die Melloni und ultraprogressive Zeitgenossen um jeden Preis verstecken wollen und das gemeine Volk längst mit Hilfe tendenziöser Papstinterpreten aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt hat.

Dazu gehört, daß der „gutmütige Papst“, wie aus seinen persönlichen Aufzeichnungen hervorgeht, für seinen unmittelbaren Vorgänger Pius XII., Zeit seines Lebens besondere Wertschätzung und Verbundenheit empfand. Papst Pius XII. ist der in den Konzilsdokumenten am häufigsten zitierte Papst. Das will etwas bedeuten. In den neueren Dokumenten wird kaum mehr eine Quelle vor dem Konzil genannt.

Verehrung Johannes XXIII. für Pius IX., den er seligsprechen wollte

Noch bemerkenswerter ist die regelrechte Verehrung, die Johannes XXIII. für Pius IX., den letzten wirklichen Papstkönig hegte. Pius IX. ist das von allen Ultraprogressiven verhaßte Symbol des antiliberalen Kampfes und der Verteidigung auch einer weltlichen Macht der Kirche. Johannes XXIII. hoffte, am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils die feierliche Seligsprechung von Pius IX. zelebrieren zu können. Ohnehin dachte er, daß das Konzil nur wenige Monate dauern würde. Es wäre lohnenswert, die sieben von ihm gebilligten Schemata für die Konzilsdokumente in deutscher Sprache zu veröffentlichen, die dann von einer organisierten und gerissenen, aktiven Konzilsminderheit, die das Heft des Handelns an sich riß, verworfen wurden.

Eröffnungsansprache Gaudet Mater Ecclesia

In der Allokution Gaudet Mater Ecclesia, der Eröffnungsansprache, mit der Johannes XXIII. am 11. Oktober 1962 die Konzilsarbeiten eröffnete, sind eine Reihe diskutabler Punkte enthalten, wie der Angriff auf die sogenannten „Unglückspropheten“ und die Aussage, man solle das „Heilmittel der Barmherzigkeit“ verwenden. Angesichts der heutigen Lage in der Kirche kann man getrost von einem kolossalen Reinfall sprechen, den Johannes XXIII. der Kirche empfahl. Er sagte aber auch, daß das „21. Ökumenische Konzil […] die katholische Lehre rein, unvermindert und ohne Entstellung überliefern (will).“ Ebenso sprach er davon, daß die katholische Lehre „ein gemeinsames Erbe der Menschheit“ ist. „Dieses Erbe ist nicht allen genehm, aber es wird allen, die guten Willens sind, als ein überreicher und kostbarer Schatz angeboten.“

„Doch es ist nicht unsere Aufgabe, diesen kostbaren Schatz nur zu bewahren, als ob wir uns einzig und allein für das interessieren, was alt ist, sondern wir wollen jetzt freudig und furchtlos an das Werk gehen, das unsere Zeit erfordert, und den Weg fortsetzen, den die Kirche seit zwanzig Jahrhunderten zurückgelegt hat.“ Und weiter: „Es muß, was alle ernsthaften Bekenner des christlichen, katholischen und apostolischen Glaubens leidenschaftlich erwarten, diese Lehre in ihrer ganzen Fülle und Tiefe erkannt werden, um die Herzen vollkommener zu entflammen und zu durchdringen. Ja, diese sichere und beständige Lehre, der gläubig zu gehorchen ist, muß so erforscht und ausgelegt werden, wie unsere Zeit es verlangt. Denn etwas anderes ist das Depositum Fidei oder die Wahrheiten, die in der zu verehrenden Lehre enthalten sind, und etwas anderes ist die Art und Weise, wie sie verkündet werden, freilich im gleichen Sinn und derselben Bedeutung.“

Missale des Alten Ritus (editio typica 1962) von Johannes XXIII.

Johannes XXIII. ist der Papst, der vor dem Konzil die letzte Fassung des Missale nach dem heiligen Papst Pius V. approbierte. Nach dieser Fassung aus dem 1962 zelebrieren die katholischen Gemeinschaften der Tradition, einschließlich der Piusbruderschaft.

Man kann und man muß über die Gültigkeit und die Brauchbarkeit der neuen pastoralen Strategie diskutieren, die von Papst Roncalli angestoßen, seither in der Kirche angewandt wird, denn die Ergebnisse sind äußerst mager und häufig sogar verheerend. Dennoch: Papst Johannes hatte keine Absicht, die katholische Glaubenslehre zu ändern. Es findet sich kein Dokument, die das Gegenteil bestätigen würde.

Johannes XXIII. drängte das Konzil schnell zu beenden und hoffte auf Kardinal Siri

Das ist zur Kenntnis zu nehmen und sollte nachdenklich stimmen, wie gefährlich es ist, bestimmte Türen zu öffnen, selbst wenn es in größter Unbedarftheit geschehen sollte. Durch die offene Tür können andere, mit ganz anderen Absichten eindringen, die nur auf die Gelegenheit gewartet haben.

Es muß ebenso erwähnt werden, daß Johannes XXIII., angesichts der Richtung, die das Konzil nahm, auf dem Sterbebett auf eine schnelle Beendigung des Konzils drängte und seine Hoffnungen diesbezüglich auf Kardinal Giuseppe Siri setzte. Das bestätigten der damalige Erzbischof von Westminster, John Carmel Heenan, und eine Reihe andere, zuverlässige private Ohrenzeugen, die nicht vom ominösen „Konzilsgeist“ angekränkelt sind. Siri, der Erzbischof von Genua, hätte eigentlich, nach dessen Wunsch Nachfolger von Pius XII. werden sollen beim Konklave, aus dem dann aber Johannes XXIII. hervorging. Die Hoffnung Roncallis ging nicht in Erfüllung. Sein Tod ermöglichte es der Gruppe, die das Konzil lenkte, möglichst einen der Ihren auf den Papstthron zu heben.

Johannes XXIII. und der Kommunismus

Nicht bedeutungslos ist auch, daß Johannes XXIII. trotz seiner zweifelhaften Haltung die Position der Kirche gegenüber dem Kommunismus nicht änderte. Es bedürfte einer verfeinerten Analyse, um genau erheben zu können, inwieweit konkrete Änderungen im Verhältnis zum Kommunismus von einem Teil der Kirche auf eine mißbräuchliche Berufung auf den „gutmütigen“ Papst zurückgingen oder tatsächlich von diesem, wenn auch nur indirekt durch eine neue Praxis begünstigt wurden.

Bereits als Kardinal schrieb Roncalli am 28. Oktober 1947 in sein Tagebuch: „Zwischen Karl Marx und Jesus Christus ist eine Einigung unmöglich.“

Am 4. April 1959 erklärte das Heilige Offizium mit Zustimmung des Papstes, daß es „katholischen Staatsbürgern nicht erlaubt ist, ihre Stimme bei Wahlen Parteien oder Kandidaten zu geben, die, selbst wenn sie nicht Grundsätze bekennen, die im Widerspruch zur katholischen Lehre stehen oder sich sogar christlich nennen, in den Fakten aber mit den Kommunisten gemeinsame Sache machen und diesen mit ihrem Verhalten helfen“.

Johannes XXIII. und der Faschismus

Dazu gesellt sich, allerdings durch medienträchtige Öffnungen gegenüber der politischen Linken verwässert, die handfest irritieren, daß Roncalli noch als Bischof die Lateranverträge von 1929 lobte und sogar, wenn auch sehr abgewogen, den Duce des italienischen Faschismus, indem er ausführte, daß  von Benito Mussolini trotz allem „das viele Gute bleibt, das er Italien getan hat“.

1954 bekräftigte er mitten im antifaschistischen Klima die Dankbarkeit gegenüber Mussolini für das Konkordat und forderte dazu auf, seine Seele „dem Geheimnis der Barmherzigkeit des Herrn anzuvertrauen, der zur Umsetzung seiner Pläne die unterschiedlichsten Gefäße benützt, selbst solche, die nicht dafür geschaffen scheinen“.

Am 25. April 1955, dem bereits damals von der politischen Linken usurpierten Festtag des italienischen Widerstandes gegen Faschismus und Nationalsozialismus forderte Roncalli als damaliger Patriarch von Venedig dazu auf, für alle Opfer des Krieges zu beten „zur Versöhnung all dieser Seelen, die sich auf der einen und auf anderen Seite der Barrikaden opferten“.

Johannes XXIII., „Don Camillo“ und die Idee für einen Katechismus

Der neue Heilige war ein großer Bewunderer des gewiß nicht progressiven Journalisten und Schriftstellers Giovannino Guareschi, der einen radikalen Anti-Kommunismus vertrat. Er las nicht nur dessen Werke, sondern machte sie häufig zum Geschenk und schlug Guareschi sogar vor, einen Katechismus zu redigieren. Eine Einladung, die der „Vater“ von Don Camillo jedoch ablehnte, weil er sich nicht würdig dafür fühlte.

Johannes XXIII. und seine Ablehnung des Staates Israel

Schließlich ist noch die Position zu erwähnen, die Johannes XIII. zum Staat Israel einnahm.

1943 schrieb er an das Staatssekretariat im Vatikan: „Ich bekenne, daß dieses Lenken der Juden durch den Heiligen Stuhl Richtung Palästina, gewissermaßen zur Wiedererrichtung des jüdischen Reichs, angefangen, daß man sie zum Verlassen Italiens bewegt, in mir Zweifel auslöst. Daß das ihresgleichen und ihre politischen Freunde tun, ist verständlich. Es scheint mir aber von schlechtem Geschmack, daß gerade die Ausübung des Liebesdienstes des Heiligen Stuhls die Gelegenheit oder den Anschein bieten könnte, darin eine zumindest indirekte Mithilfe bei der Verwirklichung des messianischen Traumes zu erkennen.
Das alles ist vielleicht nur ein persönlicher Skrupel, der allein schon dadurch, daß er ausgesprochen wird, zerstreut wird. Tatsache ist, daß die Wiedererrichtung des Reichs von Judäa und Israel nur eine Utopie ist.“

Worte eines heiliggesprochenen Papstes.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Heiliger Stuhl

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Markus

Johannes XXIII ist Konzilspapst und gleichzeitig letzter Vorkonzilspapst. Vielleicht hätte das Konzil unter ihm einen anderen Ausgang genommen. Wir wissen es nicht. Die unselige Liturgiereform wäre uns aber bestimmt ersparrt geblieben.
Per Mariam ad Christum.

Ralph

Er war doch nicht die treibende Kraft, dazu war er doch zu wenig in der Lage. Man hat ihn vorgeschoben. So kommt es mir auch bei dem gegenwärtigen Amtsträger vor.

Franzel
Wenn man diese Zeilen liest, kommt man um manche neue und bessere Erkenntnis nicht herum. In der Modernistenkirche beruft man sich auf Papst Johannes XXIII, den Guten und Gutmütigen. Von anderer Seite wird er verdächtigt, dem Unglauben Tor und Tür geöffnet zu haben. Ich für meine Person möchte hier gerne ein „mea culpa“ sagen. Ich würde sagen, daß die Kirche bis in die 50er Jahre keine Verwässerung der Glaubensinhalte kannte. Aber sie besaß Defizite etwa dergestalt, daß Kirche für die Allgemeinchristenheit aus Papst, Bischof und Ortspfarrer bestand. Auch wurde durchaus zurecht bemängelt, sie kümmere sich nur um sich und das… weiter lesen »
Frank Bell
Sicher ist es traurig, dass die Hl. Kirche sich immer noch nicht – trotz der Soziallehre – vernünftig für eine (finanziell) gerechtere Welt einsetzt und den zutiefst materialistischen Kapitalismus, der über Leichen geht, verurteilt. Andererseits muss man sehen, dass das Gerede von Papst Franz I. ganz eindeutig Befreiungstheologie ist und deshalb zum Bumerang für die Soziallehre der Hl. Kirche werden wird. Letztlich versagt die Hl. Kirche jetzt doppelt: Einmal, indem sie die Lobhudelei von Johannes Paul II. bezüglich des Kapitalismus verbreitet hat, andererseits, weil sie jetzt die marxistische Befreiungstheologie umsetzen will. Ich sage ganz bewusst „die Hl. Kirche“, denn: Ubi… weiter lesen »
Schönberger, Franz
@ Franzl und Markus: Da werden zwei der schlimmsten Zerstörer der Hl. Katholischen Kirche „heilig“gesprochen und Sie schreiben solche Kommentare, ich fasse es nicht !! Ich bin entsetzt über soviel Naivität bezgl. der Canonisierung in Bezug auf die beiden „Päpste“. Auf der französichen Internetseite La Porte Latine (2. Mai, kann man auch auf deutsch lesen!) gibt es einen sehr guten Artikel von Roberto de Mattei zu diesem Ereignis, vor allem in Bezug auf die rechtliche Stellung der Heiligsprechung. Und gerade zu dem „guten Papst“ gibt es reichlich Material, u.a. „Die beiden Gesichter von Prof. Roncalli“… sehr erhellend, vor allen in… weiter lesen »
Markus

Schönberger Franz,
ich habe an keiner Stelle geschrieben, dass ich die Heiligsprechung dieser beiden Ex-Päpste begrüße. Ich habe nur geschrieben, dass die Kirche, wenn Johannes XXIII das Konzil zu Ende geführt hätte, heute anders aussehen könnte. Ob besser oder schlechter, doch dass weiß nur der allmächtige Gott allein.
Per Mariam ad Christum.

Ralph

Es gab schon früh Priester, die sich dieser Personengruppen annahmen. Ich nenne nur Kolping. Natürlich kann sich die ganze Kirche nicht nur auf bestimmte Gruppen konzentrieren. Und bitteschön: in vielen Jahrhunderten waren fast alle arm und die Kirche kümmerte sich um die Gläubigen.

Reichsvogt

Ergänzend sei auf „veterum sapientiae“ und die konzilsvorbereitende Römische Synode hingewiesen!

GW
Hier findet man in über 2o Teilen die gesamte Krönungsmesse von JXXIII – leider ziemlich fürchterliche Bild-, aber sehr gute Tonqualität; trotzdem sehr beeindruckend, da kann man sich mal ein ungefähres Bild von einer ‚Papstmesse der alten Ordnung‘ machen, wohl einer der letzten, die so zelebriert und vollständig im Film festgehalten wurden. Zwischen damals und heute (also selbst zu Zeiten Benedikts XVI.) liegen echt … WELTEN, kaum in Worte zu fassen. Gleich am Anfang der Besuch des Papstes (in Falda, mit gewaltigem Mantum und Mitra auriphrygiata) in der Sakramentskapelle von St. Peter (hinter bzw. neben ihm die Kardinäle Ottaviani und… weiter lesen »
GW
… lohnenswert auch die (leider ziemlich folgenlos gebliebene) Apostolische Konstitution ‚Veterum Sapienta‘ jenes Papstes, zur Bedeutung und Förderung des Lateinischen als der universalen und überzeitlichen Sprache der Kirche, in deutscher Übersetzung hier gefunden: http://geroweishaupt.com/latein/veterum-sapientia/ [n.b.: auf diesen Link stieß ich eben via google, habe also (trotz gleichlautenden Initialen 'GW') keinerlei Beziehung zu dem HwH Dr. G. Weishaupt!] Jedenfalls hat Johannes XXIII. eben nicht NUR ‚Pacem in terris‘ geschrieben (wobei mich interessieren würde, wer an diesem Text alles mitgewirkt hat), wie’s ‚die Progressisten‘ wohl gerne hätten … – interessant auch seine ziemlich ‚rückkehr-ökumenischen‘ Worte in seiner Antrittsenzyklika ‚Ad Petri cathedram‘, die… weiter lesen »
hedi züger
ganz grosses danke für Ihren wunderbaren Bericht über die missa papalis und die coronatio Joannis XXIII-es war mein erstes Televisionserlebnis-ich habe die Abordnung der “ getrennten Brüder“ besonders aus der Schweiz ins Auge genommen und mich gefreut mit welcher ehrfürchtiger Bewunderung diese der Liturgie beiwohnten.Da könnten sich heutzutage viele hochgestellte Geistliche und Praviprofessoren was abschneiden!Die Erhabenheit und die Würde der Feier ist mir bis auf den heutigen Tag präsent-ähnliches habe ich später nur noch in Russland erlebt-bei uns ist seit den 68ern sovieles den Bach heruntergegangen. danke an GW-dies ist für der schönste Beitrag den ich je gelesen in diesem… weiter lesen »
zeitschnur
Sie haben – rein äußerlich betrachtet – zwar Recht damit – aber ich habe mich oft gefragt, wieso Johannes XXIII. das alles zwar „auch“ produziert hat, aber a. keinen Finger dafür gerührt hat, es nicht nur dem geduldigen Papier zu überlassen b. die darin geäußerten traditionellen Ansichten so merkwürdig steril vorgetragen werden. Insbesondere in „Veterum sapientia“: Schon damals kam als Kritik: das sei so starr auch in den Forderungen, dass es in der Weltkirche ohne weitere Entwicklungen nicht umsetzbar. Wie sollen kleine philippinische Priesterseminare plötzlich eine solche Latinitas erreichen? Ich versuche, solche Texte immer mit dem Herzen zu lesen. Und… weiter lesen »
GW
Ja, Sie schrieben das weiter unten ja schon an – irgendwie ist auch mir die Person Roncallis, sein Denken und Handeln, ‚nicht ganz klar‘, irgendwie … ‚heterogen‘ inkonsistent, so schwer zu fassen; ob er selbst überhaupt eine so klare Linie hatte? Ein gewiefter Diplomat, vlt. auch ein „bergamasker Schlitzohr“ (was jetzt nicht bös gemeint ist^^), schon interessiert an Philosophie (bloß an welcher?) … aber viel eher ein ‚Pragmatiker‘; und dann weiß ich (noch) nicht, welchen Einflüssen er ausgesetzt war / sich selbst aussetzte, wer ihn maßgeblich beeinflußte (u.a. auch Kardinal Bea, der Ökumeniker), wie die Kräfteverhältnisse an der Kurie waren;… weiter lesen »
GW
… speziell über Roncalli gibt’s da ja dieses (allerdings umstrittene – ich weiß noch nicht, welche Glaubwürdigkeit man dem beimessen kann) Buch ‚Nikitaroncalli‘ von Bellegrandi (hab’s auch noch nicht gelesen): http://huttongibson.com/PDFs/huttongibson_NIKITARONCALLI_book.pdf Dies auf der Seite von Hutton Gibson, dem Vater von Mel Gibson; zu H. Gibson und seiner Position sag ich mal nichts – weiß auch kaum was über ihn, nur, daß er dem Sedisvakantismus zumindest ‚ziemlich nahe steht‘ (aber will dieses Thema jetzt nicht wieder aufgreifen!^^); wenn immer ich mal auf’nen mir ganz interessant erscheinenden Link aufmerksam mache, heißt das def. nicht, daß ich mir deshalb gleich deren Position… weiter lesen »
GW
Danken wir den alten, vor-bugninischen Liturgikern der Hl. Römischen Kirche, die so ein, ja, ‚Gesamtkunstwerk‘ im Laufe vieler Jahrhunderte organisch und kontinuierlich haben entstehen lassen; nicht „abgezirkelt am grünen Tisch“, in krassesten Brüchen und unter, wie’s scheint, fast schon krankhaft-verschämter Leugnung der eigenen Vergangenheit, die einem irgendwann einfach nur noch extrem peinlich war, von wegen „in der heutigen Zeit …“; einer völlig verzerrten, tendenziösen, letztlich neurotischen Sicht auf die eigene Vergangenheit, verstärkt durch die Medien bzw. gezielte anti-Propaganda (wie etwa jener Luther-Film u.a. mit Ustinov, oder jetzt diese Borgia-Serie … und so viele „historische Dokus“, die man eher „Pseudos“ nennen… weiter lesen »
Gregorius
Der Titel dieses „Heftchens“ müsste „Die feierliche Papstmesse“ Die Zeremonien bei Selig- und Heiligsprechungen von Johannes Brinktrine sein. Mein Bruder hat dieses Heftchen und darin ist die gesamte Papstmesse Lat.-deutsch mit den Erklärungen der Eigenheiten bei Papstmessen und im Anhang der Ritus für die Selig- und Heiligsprechung. So wurden in vorkonziliarer Zeit in den Papstmessen die Lesung und das Evangelium Lateinisch und Griechisch vorgetragen, d. h. von einem griechischen Diakon wurde Lesung und Evangelium in griechisch verkündet. Eigentlich darf man das gar nicht mit den heutigen Papstmessen vergleichen……. da sind wahrhaftig WELTEN dazwischen. Lex orandi, lex credendi kommt da wirklich… weiter lesen »
Zeitlos
Davon abgesehen, dass in einem Beitrag Papst Johannes XXIII. nicht abzuhandeln ist, finde ich gut, dass Herr Nardi differenziert. Noch weniger wird ein Kommentar dieser Aufgabe gerecht. Deswegen kann es nur ein bruchstückhafter Versuch sein, das Thema im Kommentar aufzugreifen. Gerechterweise muss festgestellt: Hier, auf Kath. info., wurde in einigen Beiträgen zur Heiligsprechung der beiden Päpste Johannes XXIII. im Vergleich zu Johannes Paul II. so angegriffen, dass es mir unverständlich war. Vielleicht steht es fest: Nach Pius XII. war ein gewisser Stil, der sehr monarchisch war, nicht mehr zu halten. Doch das betrifft die äußere Form. Die für die katholische… weiter lesen »
Zeitlos
Fortsetzung: „Die Kirche fürchtet nicht die Wissenschaft, sie fürchtet die Unwissenheit“, war seine Rede. Pius X. fürchtete nicht die moderne Philosophie, weil sie der Scholastik angeblich überlegen war. Er erkannte den Agnostizismus, er erkannte, dass sie den geoffenbarten Glauben verderben würde. Er wusste um die Schwächen dieser neuzeitlichen Philosophie, die aber dem Zeitgeist entsprach. Und von daher verführerisch war. „Instaurare omnia in Christo“, „alles in Christus erneuern“, war sein Motto für eine Kirche, die schon 1903 reformbedürftig war. Jede Erneuerung der katholischen Kirche kann NUR mit diesem Motto geschehen. Johannes XXIII. glaubte, die Kirche mit dem Zeitgeist zu erneuern. Den… weiter lesen »
zeitschnur
Dieser Artikel offenbart nur um ein weiteres eine in sich völlig inkonsistente Persönlichkeit. Nun weiß die Psychologie, dass solche Inkonsistenz ein Zeichen entweder einer nicht gesunden seelischen oder geistigen Verfassung ist, oder eben schlicht und einfach für einen unwahrhaftigen Charakter! Neigungen zu liturgischer Performance oder ein nahezu verknöchertes Festhalten an „Traditionen“, die schon damals abstrus wirkten (wie das Verbot an Priester, mit ihrer eigenen Mutter oder jeder Frau im Auto zu fahren) und eher für eine menschliche Unreife als für Frömmigkeit zeugten Johannes XXIII. war jahrzehtenlang Diplomat und mit Sicherheit nicht „naiv“. Die Beschreibung der Persönlichkeit Roncallis von Carl J.… weiter lesen »
Kyrillus

Ein wertvolles Zitat; Burkhardts Einschätzung erscheint mir überaus präzise und einleuchtend.

fons

Könnten Sie die Quelle für dieses Zitat nennen? Vielen Dank.

zeitschnur

Burckhardt, Carl J. / Rychner, Max:
Briefe 1926-1965. Vorwort von Carl J. Burckhardt. Herausgegeben von Claudia Mertz-Rychner.
Frankfurt. S. Fischer 1970.

IMEK

Die Schemata des VKII sind auf unasanctamcatholicam.com in englischer Übersetzung nachzulesen.
Ein Eindruck, wie das Konzil hätte sein können.

Johann

Bitten wir doch Johannes XXIII. um das Wunder der allgemeinen und uneingeschränkten Wiederzulassung seines Missale von 1962 in allen ehrwürdigen Kirchen und zwar so unverhofft wie seine Heiligsprechung.

Ralph

Was bedeuten Heilige in der gegenwärtigen Verfaßtheit der Kirche ? Das ist die Frage, die man sich stellen muss im Bezug auf die neuesten Kanonisationen der Päpste. Halten wir uns an die Heilige, die für uns Vorbildfunktion haben.

euca
Wieder funktioniert die Leitlinie, die der Herr uns gegeben hat: Ob alles nur ein Missverständnis, ob jemand bewusst oder aus Versehen das Schlechte ausgelöst hat, was er ausgelöst hat, ob alle Ungradlinigkeit Kalkül war, und inwieweit er sich den immer unglücklicher werdenden Umständen anpassen, bzw. auf sie reagieren musste, oder wollte zeigt sich letztendlich an einer Sache: Wie steht jemand zu den Juden, bzw. dem Staat Israel? So wird sofort der Unterschied zwischen Johannes XXIII und Johannes Paul II deutlich. Wer Juda flucht ist selbst verflucht, gesegnet ist wer Juda segnet! Der Satan hasst dieses Volk, weil der Herr es… weiter lesen »
PETRUS

Joh.XIII. als Mann der Alten Messe zu apostrophieren halte ich für blauäugig. Ihm stand die Designerliturgie seines Nachfolgers noch nicht zur Verfügung. Mit seinem Meßbuch ( Ausg. 1962 ) hat er sich nicht gerade um „die Messe aller Zeiten“ verdient gemacht. Da gab es schon massive Einbrüche, besonders der Heiligenkalender mußte sich weitere Säuberungen gefallen lassen, es gab eine neue Festordnung. Ich denke, es waren Vorbereitungen für die Liturgierevolution, die vermutlich seinen Beifall gefunden hätte, war er doch der Mann der weitgeöffneten Fenster.

Zeitlos
Folgendes Phänomen bei der Beurteilung von Päpsten, hohen kirchlichen Würdenträgern erstaunt mich immer wieder: Wenn sie beurteilt bzw. „gerichtet“ werden ohne zu bedenken, dass jeder Mensch „Kind seiner Zeit ist.“ Das entschuldigt nicht Irrtümer, aber es kann vielleicht davor bewahren, nicht mehr nur den „Irrtum zu hassen, sondern auch den Irrenden.“ Nach katholischer Lehre sollen wir den „Irrtum hassen, doch den Irrenden lieben.“ Niemand muss irrende Päpste lieben. Aber man muss nicht gleich auf die persönliche Ebene gehen. Zumal, wenn keine gute Biografie existiert, wenn die entsprechende Persönlichkeit nur durch Zitate bekannt ist. Der junge Seminarist Angelo Roncalli war selbstverständlich… weiter lesen »
Franzel

Hier sind viele Richter und Hochrichter unterwegs. Mögen sie einst oder schon bald nicht dem Gerichte Gottes verfallen.

MisterX

Bisher habe ich hier nur Einschätzungen und Meinungen gelesen. Es sind ganz andere, die urteilen und auch vollstrecken (lassen).

Zeitlos
Johannes XXIII. war ein „Mann der Alten Messe.“ Er hat Annibale Bugnini gefeuert, den Architekten der Messe Paul VI. Bugnini verlor seinen Lehrstuhl für Liturgie unter Johannes XXIII. Bugnini kam in Amt und Würden unter Pius XII. Leider! Dennoch wäre es absurd, Pius XII. „als Mann der neuen Messe“ zu bezeichnen. Absurd, bizarr, falsch. Päpste waren und sind auch nur Menschen, die Fehler machen und Fehler haben. Die hatte auch der Apostel Petrus, der dem Apostel Paulus in einer lebenswichtigen Frage für den Glauben nachgeben musste. Weil er seinen Irrtum eingesehen hat. Paul VI. rief Bugnini zurück. Und das Unheil,… weiter lesen »
MisterX

„Wir Menschen können nur bestehen, wenn wir einander die Hände reichen.“
Angelo Roncalli, Johannes XXIII.

Das sagt genug.

PETRUS
Was man wirklich von Joh.XXIII. zu halten hat, das kann man im Buch der gut informierten Journalistin Martinez – Ball in ihrem Buch: DIE UNTERMINIERUNG DER KIRCHE nachlesen. Hier eine Kostprobe: Betrachtet man die Einflüsse, von denen Angelo Roncalli von Jugend auf umgeben war, die Anwesenheit von ihrem Auftrag fest verpflichteten Männern wie Radini-Tedeschi, Della Chiesa, Gasparri, Pacelli und den Montinis in seinem Leben, ist es kaum ein Wunder, daß der junge Professor Roncalli durch die Schriften Rudolf Steiners verwirrt wurde, eines ehemaligen Jüngers von Kardinal Rampollas Ordo Templi Orientes, der in den beginnenden zwanziger Jahren gerade seine eigene „Anthroposophie“… weiter lesen »
Schönberger, Franz

@ PETRUS

ja, und auf dem Balkan ist er dann 1935 Freimaurer geworden! Es ist auch glaubhaft belegt, daß der Herr Nuntius in Paris des donnerstagsabends in zivil gekleidet die Nuntiatur verließ und sich in die Loge des Grand Orient begab. Dieser feine Herr ist alles ander als ein „Heiliger“ und das II. Vaticanum ist somit für MICH ein Werk Satan’s. Wäre ich Priester, hätte ich an seinem Gedenktag die Grippe…

Laudetur Jesus Christus!

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