Der letzte Papstkönig – Papst Bergoglios „neuer Kurs“ erst noch zu entziffern

Papst Insignien der letzte Papstkönig
Papst Insignien der letzte Papstkönig

(Rom) „Mit Franziskus ist das Papsttum in den Schatten getreten. Das Licht ist ganz allein für ihn, den Papst. Nicht für die Institution, sondern für die Person.“ Mit diesen Worten beginnt der Vatikanist Sandro Magister seinen jüngsten Aufsatz im Wochenmagazin L’Espresso, dem italienischen Der Spiegel zur Doppelheiligsprechung vom vergangenen Sonntag.

„Von den kirchenrechtlichen Bestimmungen fühlt er sich frei. In nur einem Jahr ist er gleich sechsmal von der eisernen Regel abgewichen, die ein neues Wunder für die Heiligsprechung eines Seligen vorschreibt. Johannes XXIII. ist nur der letzte der sechs. Franziskus wollte um jeden Preis, daß Johannes Paul II. nicht alleine heiliggesprochen wird, sondern durch die gleichzeitige Heiligsprechung eines anderen Papstes mit einem ganz anderen, weniger kämpferischen, mehr barmherzigen Profil ausgeglichen wird.“

Franziskus wollte um jeden Preis alleinige Heiligsprechung Johannes Pauls II. verhindern

Am vergangenen Sonntag erfolgte die von Franziskus gewollte doppelte Heiligsprechung, weil er zu spät den Stuhl Petri bestieg, um die Kanonisierung Johannes Pauls II. noch ausbremsen zu können. „Die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse ging vor seinem Willen in die Knie und tat so, als habe sie Franziskus um eine Ausnahme gebeten, die sofort wohlwollend gewährt wurde.“

Eine simulierte Verkehrung der Tatsachen, die akzeptiert wurde, weil der Papst es so verlangte. „Auf die gleiche Weise hatte offiziell auch Kardinal Angelo Bagnasco, der noch als Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz aufscheint, Franziskus gebeten, daß der Papst die Eröffnungsrede der Frühjahrvollversammlung im Mai halten möge. So etwas hat noch kein Papst getan.

Franziskus setzt Willen durch

Zur Bitte des Kardinals hieß es in der offiziellen Presseerklärung, sie ‚stieß auf die prompte Bereitschaft des Heiligen Vaters, der bekanntgab, dieselbe Absicht gehegt zu haben‘. Eben. Seit gut einem Monat wußte man, daß Franziskus bereits entschieden hatte, die Rede zu halten.

Seit er Papst ist, ist die Italienische Bischofskonferenz erstarrt und verstummt. Franziskus bat die italienischen Bischöfe, ihm mitzuteilen, ob sie weiterhin den Papst als nominellen Vorsitzenden der Bischofskonferenz haben wollen oder diesen frei aus ihren Reihen wählen möchten, wie in den anderen Ländern. In Wirklichkeit ist der Umgang des Papstes mit der Italienischen Bischofskonferenz der lebende Widerspruch gegen die angeblich von Jorge Mario Bergoglio verfolgte Dezentralisierung und „Demokratisierung“ der Kirche.

Franziskus hält Italienische Bischofskonferenz fester im Griff als Vorgängerpäpste

Papst Franziskus hat die Italienische Bischofskonferenz fester im Griff als alle Päpste vor ihm. Die wirkliche Autorität in der Bischofskonferenz ist heute deren Generalsekretär Bischof Nunzio Galantino von Cassano all’Jonio. Die eigentliche Autorität dahinter ist aber Papst Franziskus, der Galantino ins Amt hob und jede seiner Entscheidungen überwacht.

Die erste Amtshandlung Galantinos nach seiner Audienz bei Papst Franziskus war die Entlassung des bisherigen Medienverantwortlichen der Italienischen Bischofskonferenz, Dino Boffo, der noch von Kardinal Camillo Ruini berufen worden war. Boffo war Chefredakteur der Tageszeitung der Bischofskonferenz „Avvenire“ und seit drei Jahren Chefredakteur von TV2000, dem Fernsehsender der Bischöfe mit deutlich steigenden Zuschauerzahlen.

Medienarbeit der Bischofskonferenz seit Monaten führungslos

Das war am 14. Februar, also vor mehr als zwei Monaten. Seither ist die gesamte Kommunikationsschiene der Bischofskonferenz führungslos, ohne daß bisher ein Grund für die Entlassung Boffos genannt worden wäre.

Wenn man umgekehrt den Blick innerhalb die vatikanischen Mauern lenkt, findet man dort nach wie Gestalten mit allen Ehren im Sattel, die in jeder Firma längst verschickt worden wären.

Berater des Papstes zur Vatikanbank

Dazu gehören die Mitglieder des Aufsichtsrats der Vatikanbank IOR, mit anderen Worten die Viererbande, die am 24. Mai 2012 den damaligen Präsidenten der Vatikanbank, Ettore Gotti-Tedeschi auf brutale Weise abserviert.

Nicht nur das. Papst Franziskus folgte dem Rat der vier und sicherte den Fortbestand der Vatikanbank, obwohl er in den Monaten zuvor mehrfach deren Auflösung angedeutet hatte. Der Papst läßt die Vatikanbank arbeiten, wie es die vier wollen.

Der neue Kurs von Papst Bergoglio ist erst noch zu entziffern.

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo

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30 Comments

  1. Diejenigen, die nach Partizipation rufen, sind oftmals die größten Alleinbestimmer. Beispiele finden sich zahlreich in der Politik. Wieso Johannes XXIII kanoniziert wurde, frage ich mich. Das Zweite Vatikanum brachte doch zahlreiche Fehlentwicklungen mit sich, wobei wohl andere im Hintergrund die Fäden zogen.

  2. Es ist unbestreitbar, daß Papst Franziskus nicht alleine Papst Johannes Paul II. heiligsprechen wollte und deswegen Ppast Johannes XXIII. gleich mit heiliggesprochen hat. Dann ist also seinem Willen entsprochen worden.
    Die gleichzeitige Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. aber hat seinem Nachfolger einen Strich durch die Rechnung gemacht wie es den Anschein hatte. Dadurch und durch den freundlichen Empfang Papst Benedikts durch die Teilnehmer an diesem Geschehen wurde Papst Johannes Paul II. in den Vordergrund gerückt- und Papst Johannes XXIII., den die meisten persönlich nicht mehr kannten, in den Hintergrund. So gesehen hatte sich Papst Franziskus verkalkuliert.
    Er dürfte gespürt haben über welch große Beliebtheit sowohl Papst Johannes Paul II. als auch Papst Benedikt im Kirchenvolk genießen. Er dürfte gespürt haben, daß Papst Johannes XXIII. bei den Menschen nicht dieselbe Verehrung genießt wie bei nicht wenigen amtskirchlichen Personen und Funktionären, deren Zeit aber abgelaufen ist.
    Mit einem Wort: die Heiligsprechung von Papst Johannes XXIII. war unpassend und ahistorisch zumal auch beglaubigte Wunder fehlten. Der „Volkspapst Franziskus“ wurde vom Volk eines Besseren belehrt. Die Gläubigen wenden sich mehr und mehr von ihm ab. Kriegt er noch die eigene Wende hin oder gehört Papst Franziskus zur innerkirchlichen Nachhut, die sich selbst mit ihren eigenen Mißinterpretationen das Grab schaufeln muß?
    Es ist m.Er. so: mit der Heiligsprechung „ihres“ Johannes XXIII. ist die Zeit der Uminterpretierer abgelaufen. Die gewillkürte Heiligsprechung ihres Papstes ist und war das Tappen in die eigene Falle- oder: sie sind nun Gefangene im eigenen Spinnennetz.

    • Eine sehr hellsichtige Analyse! Kompliment! In der Tat erweist sich Bergoglio durch diese Willkür-Heiligsprechung Johannes XXIII., durch seinen autokratischen Führungsstil, seine Alltags-Skurrilitäten und seine Reform-Agenda im Geiste des II. Vatikanischen Konzils als der eigentliche anachronistische Beharrer, der versucht, sich der Entwicklung einer sukzessiven Überwindung (des Ungeistes) des Konzils, (der) das die Kirche von Beginn an hemmt und lähmt und verflacht, kurz: ihr die Selbstidentifikation und damit ihre Wirkkraft und ihren eigentlichen Daseinszweck raubt, mit der ihm eigentümlichen Brutalität entgegen zu stemmen. Damit ist er der Antipode zu Ratzinger schlechthin. Und jeder, der behauptet, zwischen beiden passe kein Blatt, macht sich ja nur lächerlich! Dauerhaften Erfolg wird Bergoglio vermutlich nicht haben, aber er kann dennoch viel nicht wieder gut zu machenden Schaden (wovon das Schicksal der Franziskaner der Immaculata ein vergleichsweise unbedeutendes Zeugnis gibt) anrichten. Es bleibt die Hoffnung, dass sich die subalternen Entscheidungsträger aus ihrer Schockstarre befreien und sich ihrerseits diesem retardierenden Kurs offen und mutig entgegenstellen. Die kommende Bischofssynode wird zeigen, ob diese Hoffnung berechtigt war oder nicht.

  3. Zitat:

    „(…) weil er zu spät den Stuhl Petri bestieg, um die Kanonisierung Johannes Pauls II. noch ausbremsen zu können.“

    DAS IST TOTALER Blödsinn. Er hätte die Heiligsprechung Johannes Pauls II. problemlos verhindern können, ja, müssen. Als Papst hätter er das auch noch am Vorabend machen können.

    Das wäre für die Pilger ärgerlich gewesen, aber noch ärgerlicher ist, dass er NICHT gehandelt hat.

    (Ich sage nur: Korankuss.)

  4. „Mit Franziskus ist das Papsttum in den Schatten getreten.“
    Mit dem Papst steht und fällt die katholische Kirche. Es spielt nur eine untergeordnete Rolle ob es ein guter oder schlechter Papst ist.
    Papst Franziskus ist für mich ein schlechter Papst. Aber nun weiß ich nicht ob ich die ganze Wahrheit gesagt habe, es könnte noch viel schlimmer sein.
    Per Mariam ad Christum.

  5. Als Benedikt XVI. am Rosenmontag 2013 völlig überraschend seinen Rücktritt zum 28. Februar 2013 ankündigte, da waren wir doch entweder geschockt, erschrocken, ratlos, traurig – oder alles zusammen. Die progressiven, liberalen Katholiken waren hoch erfreut zusammen mit den Leitmedien.
    Wer weiß von uns, was wirklich dahinter steckt, warum z.B. das Rücktrittsdatum so gewählt wurde, dass Kardinal Kasper noch den neuen Papst wählen konnte, nur kurze Zeit später wäre er aus Altersgründen nicht mehr dabei gewesen. Es ging nicht um Wochen, es ging um Tage.
    Was spielt sich wirklich im Vatikan ab?
    Ich bin mir überhaupt nicht sicher, dass Franziskus „nicht allein Johannes Paul II. heiligsprechen wollte.“ Wer weiß das? Es ist Spekulation.
    Fakt ist: Mit den beiden Heiligsprechungen ist das II. Vatikanische Konzil zum Superdogma erhoben worden.
    Johannes XXIII. hat es eröffnet. Er hat ein „Pastoralkonzil“ einberufen, das auf die dogmatisch-klare Sprache verzichtet hat, das darauf verzichtet hat, Irrtümer zu verurteilen. Er hat zu verantworten, dass wir einen Glaubenspluralismus haben, der unserer Kirche wesensfremd ist, der sie zerstört.
    Johannes Paul II., der als Konzilsvater maßgeblich an „Gaudium et Spes“ mitgearbeitet hat, vertrat die Allerlösungslehre: Jesus Christus hat alle Menschen durch seine Menschwerdung, durch seinen Kreuzestod erlöst, sogar wenn sie sich dieser Lehre widersetzen. Johannes Paul II. nivelliert damit den Unterschied zwischen objektiver und subjektiver Erlösung. Objektiv hat unser Herr alle Menschen erlöst. Doch er erlöst uns nicht ohne unsere Zustimmung, unseren Glauben, ohne unsere „Mitarbeit.“ Das Assisi-Treffen 1986 hat es aller Welt vorgeführt: Der Papst glaubte, wenn alle Menschen ihrer Religion treu folgen, dann kommt es zur geeinten Menschheit, zum Heil aller Menschen.
    Die katholische Kirche ist damit eine Weltanschauung unter anderen.
    Das ist ein Bruch mit dem 2000jährigen Glauben der katholischen Kirche, das ist ein Bruch mit ihrer gesamten Vergangenheit. Und der war von einer progressistischen Minderheit geplant, gewollt.
    Diese beiden Päpste sind heiliggesprochen worden. Weil die Rechnung der Progressiven nicht aufgegangen ist. Gerade in jungen Katholiken wird die Tradition wieder lebendig. Das beste Beispiel ist der blühende Orden der Franziskaner der Immakulata. Sie begannen, Konzilstexte kritisch zu lesen, sie entschieden sich, in ihrer Gemeinschaft nur noch den überlieferten römischen Ritus zu zelebrieren.
    Der Vorwurf lautete, sie hätten „lefebvreristische Tendenzen.“
    Damit rechneten die alten Progressisten nicht: Lefebvre war gar nicht überholt mit seiner Kritik am 2. Vatikanischen Konzil, mit seinem bedingungslosen Eintreten für die Tridentinische Messe. Waren die Franziskaner der Immakulata vielleicht nur Pioniere, die den alten, überwunden geglaubten Glauben in die Kirche zurücktragen wollten? Würden sie Wellen auslösen, die vielleicht den „Konzilsglauben“ im Lauf der Zeit wegspülen würden?

  6. Fortsetzung:
    Deswegen wurden sie so unverständlich hart bestraft. Aber das reicht nicht. Durch die Heiligsprechung dieser Päpste wird das II. Vatikanische Konzil sakrosankt. Wer wagt jetzt noch, dieses Konzil kritisch zu durchleuchten, wenn Johannes XXIII. und Johannes Paul II., als führende Gestalten, heiliggesprochen sind?
    Mir kann keiner weismachen, dass Kasper und alle seine Gefährten überhaupt an Heiligsprechungen glauben. Dass sie ihnen einen inneren Wert beimessen. Aber sie werden traditionstreue Katholiken hindern, Kritik an diesem unseligen Konzil zu üben, an diesen Päpsten, die Protagonisten sind. Weil heilige Päpste für glaubenstreue Katholiken unantastbar sind.
    Insofern waren die Heiligsprechungen Kirchenpolitik. Franziskus ist Täter, vielleicht auch zeitweise Getriebener. Es gibt Männer im Hintergrund, die die Fäden ziehen. Das mag nach Verschwörungstheorie klingen.
    Doch ich habe keine stichhaltigere Erklärung.

    • Was ist der Unerschied zwischen einer Schafsherde und einer Kuhherde?

      Die Kuhherde wird vom Cowboy mit der Peitsche vor sich her geprügelt. Bei der Schafsherde geht der Hirte voran… Capito??!!

      Laudetur Jesus Christus!!

  7. Das Papsttum ist seit Jahrzehnten in den Schatten getreten und einem Personenkult gewichen. Die Welt schaut auf die Päpste und sieht leider nicht (mehr) Christus.

    Das Papsttum unserer Tage ist eine Apotheose, und alle spielen mit.

    Die Kirche steht und fällt mit dem Papst, schreibt hier einer. Ja, die Tradition hat, wie die Juden damals, auch „nur einen König, nämlich den Kaiser“.

    Ich möchte in aller Bescheidenheit dran erinnern, dass die Kirche, jedenfalls die „Braut Christi“, mit Jesus Christus steht und fällt und an uns Menschen nur zugrunde gehen kann, wenn nicht ER zuallererst geehrt wird.

    Gott sei Dank – halleluja. ER ist der Herr und wird tun, was ER sich vorgenommen hat.
    Darauf warte ich, diese „Päpste“ geistlich links liegen lassend.
    Denn man kann nun mal nicht zweien Herren dienen.

  8. Zum Begriff „Allerlösungslehre“, den „zeitlos“ eingebracht hat.:
    Was für eine Menschenverachtung steckt in dieser sogenannten „Allerlösungslehre“. Sie macht den Menschen zum nackten Affen und negiert seine Würde und Verantwortung, die ihm von Gott zukommt. Und dabei kommt sie scheinbar so menschenfreundlich daher und flüstert jedem ins Ohr, egal, was du treibst, tust oder denkst, freu dich, du bist in jedem Fall erlöst. Was für ein zwanghaftes Gottesbild steckt da eigentlich dahinter? Was für eine Wüstgläubigkeit vom Menschen? Und wie praktisch für den Klerus, das nenn ich mal Arbeitserleichterung, wenn man alles, wirklich alles, Gott in die Schuhe schieben kann. Es ist so pervers!
    Dabei haben wir einen wirklichen Grund zur Freude, denn in der Beichte und Buße können wir durch das Sakrament quasi in die Vergangenheit zurück und die Folgen unseres Vergehens werden am Ursprung gelöst und gerichtet, d. h. es wirkt nicht in mehr in späteren Generationen, in Gegenwart und Zukunft. Was für ein Grund zu wirklicher Freude! Da aber das Bußsakrament seit Generationen nicht mehr wahrgenommen wird, schleppen wir eine riesigen Wust an Ungesühntem mit uns mit, nur oberflächlich zugedeckt, drunter schwärt und frisst es sich immer weiter und Umkehr wird immer schwieriger, da echte Freude gar nicht mehr gekannt wird und mit oberflächlichem Ausgelassensein verwechselt wird. Den Menschen mit seinen Möglichkeiten und Gaben wirklich ernst nehmen, nur das bringt wirkliche Freude und Erlöstheit hervor. Ich fürchte nur, dass die Kapitulation vor der Allerlösungslehre eine sehr, sehr große Versuchung ist.

  9. Ich glaube die Sache ist in Wirklichkeit ganz einfach!

    Papst Benedikt ist zurückgetreten, weil er wirklich fühlte, dass ihm die Kräfte, die zur Leitung der Kirche nötig sind, anfangen zu fehlen.
    Wenn man sich die Bilder seines öffentlichen Auftretens anschaut, dann sieht man auch, woran er leidet!

    Dieser plötzliche Rücktritt, ist erfolgt, weil Papst Benedikt sicher davon ausgehen musste, dass er sich auf seine Leute nicht wirklich verlassen konnte und es für seine Krankheit keine Heilung gibt, er wusste, dass es in der Kurie eben welche gibt, die seine Schwäche ausnutzen werden.

    Manchmal schweißt nämlich eine schwere Krankheit eine Familie zusammen, aber meistens führt es dazu, dass man vor Nachbars so tut, als sei alles in Ordnung und krampfhaft dafür sorgt, dass ja keiner mitkriegt, dass die Oma halt an den Gebrechen des Alters erkrankt ist.
    Und in der Kirche ist letztere Haltung ja schwer verbreitet und hat wohl auch im Falle Benedikts, anders als im Fall JPII’s, den Ausschlag gegeben.

    Dann haben sie jemanden gewählt, von dem sie glaubten, es sei in der Lage der Welt das Spiel „alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ weiter vorzuspielen.

    Ich glaube es war nicht Gottes Wille, dass er zurückgetreten ist, und im Grunde denke ich, dass Papst Franziskus nicht Papst ist, und fast alles was er sagt die Gläubigen irritiert, einfach, weil er nicht Papst sein kann.

    Die Kleider passen ihm nicht richtig, das ist was spirituelles, und vielleicht spürt Papst Franziskus das selber und setzt von daher dieses unverständlichen Akte „Mozetta, Wohnen in Sancta Martha u.a.), aber seinen wir ehrlich, was würden wir denn an seiner Stelle tun?
    Und damit wären wir wieder im ausgehenden Mittelalter wo es ähnlich wirr um das Papsttum bestellt sein muss, was Gertrud von LeFort in dem Roman „der Papst aus dem Ghetto“ verarbeitet und wo sie immer wieder die Frage stellt „Was würdest du denn tun, wenn du in meiner Lage bist“ und eine Menge Kritiker auch in diese Lage kommen und merken, es geht nicht anders.
    Und enden tut der Roman mit dem Satz „er begann zu regieren unter dem Zeichen des Antichrists, zum Heil der Christenheit!“

    Vertrauen wir doch!

    • Einfach natürlich und klar,das menschliche Leben,auch eines Papstes,..in der Gottes Hand.Anders,als bei seinem Vorgänger,wo der körperlicher Verfall im Vordergrund stand und Papst Benedikt sah es aus der Nähe…Ja..,,und Andere werden dich gürten und….“. Vater unser im Himmel….beten wir in Demut.

  10. Folgende Auszüge aus Offenbarungen an eine Ordensfrau (in „Der Himmel schweigt nicht mehr!“;1977) können vielleicht einige weitere Aufschlüsse zur Situation der Kirche und zu Hintergründen und zu (evtl.?) nicht veröffentlichten Inhalten des Fatima-Geheimnisses geben:

    „Kardinal Döpfner (+ 1976) zeigte sich ( – aus dem tiefsten Fegefeuer – einer Ordensfrau die für ihn betete und Hl. Messen lesen ließ) und sagte (vom 27. Juli bis 4. September 1977):
    27.7.: „Nun ist es so weit, dass ich mich, der ich die Kirche verraten und ihre Lehre verwischt und teilweise abgelehnt habe, Euch durch Gottes Gnade kundtun darf. Der Herr hat mich mit höchsten Ämtern in seiner Kirche betraut. Er hat mich auserwählt zum Priesterstande, zu einem Nachfolger Christi. Meiner Berufung bin ich gefolgt. Aber wie habe ich sie erfüllt? … Als Jesuitenschüler hat man meine Fähigkeiten erkannt. Man hat mich gefördert, wo man nur konnte. … Man wollte mich zu dem machen, wofür man mich bestimmt hatte, nämlich zum Bischof. Welch hohes Amt und welch große Aufgaben für mich in so jungen Jahren. Wo war meine Erfahrung? So ließ ich mich lenken und leiten von denen, die mich zu diesem hohen Amt nicht gerade gezwungen, aber protegiert haben. … … .“

    9. 8.: „Nur die Tridentinische Messe ist wirksam. Werft die Mahltische hinaus. Bringt die Kommunionbänke wieder hinein.“

    10. 8.: „Schmeißt die Mahltische hinaus. Ich will hintreten zum Altare Gottes, zu Gott, der mich erfreut von Jugend auf. Mit den Mahltischen kommt der Dämonsgeist herein. Christus würde diese Tische umwerfen, wie einst die Tische der Wechsler und Händler. Mein Haus ist ein Bethaus, ihr habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. Die Mahlfeier ist egozentrisch, Menschenkult. Man reicht euch von hier aus das geweihte Brot, das hl. Brot, Brocken, weil die Wandlungsworte oft verfälscht sind. Die Handkommunion ist die Auswirkung davon. Der Tabernakel gehört auf den Altar. Das Übel geht vom Mahltisch aus.“
    „Die angeblichen christlichen Logen sind es, die alles verwässern, zerstören. Die Loge hat es so weit gebracht, dass ein Papst am Mahltisch zelebriert. Wir (Freimaurer) haben ihn vor die vollendete Tatsache gestellt. … … Erst nach dem Krieg, 1947, ging ich in die Loge: Jophanniter. Bei Hitler war das verboten.“ Ich fragte: „Wie konnten Sie gerettet werden?“ Er sagte: „Ich habe angefangen, mich im Geiste von denen zu distanzieren. Das war meine Rettung, die letzte Chance. Gebt Gott was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Trennung von Kirche und Staat. Das Konkordat muss aufgelöst werden, es ist ein Vertrag mit dem Antichristen Hitler. Keine Kompromisse! Keine Zugeständnisse gegen Gottes Gebote!“

    Fortsetzung folgt . . .

  11. Fortsetzung 1:

    11. 8.: Gegen 10.30 Uhr sah ich ihn wieder in liegender Stellung. Plötzlich sagte er: „Sie müssen mich aus meinem Elend befreien.“ Ich fragte: „Wie soll ich das können?“ Darauf entgegnete er. „Mit Hilfe der Marianischen Priesterbewegung können Sie das Sie ist von Gott, von Gott dem Dreieinigen. Die Marianische Priesterbewegung soll auch den leidenden Priestern, Bischöfen und Päpsten helfen.“ … „Sie haben auch zu meiner Rettung beigetragen.“ Ich sagte: „Ich habe doch nichts extra getan.“ Darauf sagte er: „Das verborgene leben, Ihre Verborgenheit, Gebete, Opfer usw. haben großen Wert vor Gott.“ Dann äußerte er, dass er ein reiner, einfacher Priester war. Keine Weibergeschichten! – betonte er noch, aber sehr ehrsüchtig. Er habe mehr auf Anordnung gehandelt, als aus sich.

    12. 8. : Als ich betete: Gott sei mir armen Sünderin gnädig, sagte er plötzlich: „Wenn die Menschheit wüsste, was die Sünde ist, sie würde in Sack und Asche Buße tun. Schaut auf Gott, nicht auf die Menschen! Meine Ehre war mir mehr wert, als Gott. So war ich blind und verblendet.“

    13. 8.: … „Durch die Mahltische haben sich die Priester vom Altar, vom Kreuzopfer abgewandt. Schmeißt die Mahltische hinaus. Die Gotteslästerung schreit zum Himmel. Aber nicht mehr lange. Der Herr wird eingreifen.“ Abends 22.00 Uhr: „Meine Schuld ist riesengroß. Ich habe den Verführern geglaubt. Die römische Kurie ist eine Bestie. Sie verschlingt, was sie verschlingen kann.“ Ich fragte: „Welchen Verführern?“ Da sagte er: „Jesuiten! Man müsste sie ausradieren, aber nicht alle. Überall haben sie ihre Hand im Spiel.“ Als ich anfing, den Rosenkranz zu beten, sagte er: „Wie glücklich sind Sie, dass Sie noch beten können. Wir können nichts tun, nur leiden.“

    14. 8.: … Sonntag Abend gegen 23.00 Uhr nannte er plötzlich seinen ganzen Namen. „Julius Döpfner, ich muss Abbitte leisten für das Musical Ave-Eva. Ich habe der Muttergottes großen Schaden zugefügt.“

    15. 8.: Montag, Maria Himmelfahrt, früh gegen 7.00 Uhr: „Ihre Brüder sind auf dem rechten Weg. Es ist der Weg der Wahrheit. Man stemmt sich dagegen. Die anerkannte Wahrheit will man nicht annehmen. Aber es kommt der Tag, wo die falschen Hirten und Propheten kapitulieren müssen. Man sieht und will doch nicht sehen. Man hört und will doch nicht hören. Ich war einer von ihnen.“ … Maria Himmelfahrt bei der Predigt. Der Pater sprach von Döpfner und seinen Leistungen. … Plötzlich sagte Döpfner: „Man will mich noch zu einem Heiligen stempeln wegen meiner letzten Worte (Tonbandaufnahme der letzten Ansprache) und ich sitze hier und leide.“ Gegen Mitternacht sagte er plötzlich: „Ich werde Ihnen Dinge offenbaren, wovon Sie noch keine Ahnung haben. Den Frieden Christi erlangt man nur durch ein hartes Kreuz. Wir Bischöfe haben das Kreuz von uns geworfen: Verräter und Verächter der Lehre Christi! Wölfe in Schafspelzen.“ . . . .

    Fortsetzung folgt . . .

  12. Fortsetzung 2:

    Als ich ihn mit „Herr“ anredete, sagte er: „Ich bin kein Herr, ich bin nur eine arme Seele.“ Dann erklärte er mir, warum er sich als Neger zeigen müsse. „Weil ich im Untergrund mit der Finsternis geschafft habe, in der Dunkelheit Verräter der Lehre Christi war, Heide.“

    16. 8.: „Das harte Kreuz muss ich jetzt tragen, denn den Frieden Christi erlangt man nur durch ein hartes Kreuz. Alles ist Wahrheit, was Gott geoffenbart hat. Es gibt eine Himmel, ein Fegefeuer und eine Hölle. Gott ist gütig und gerecht.“

    17. 8.: Morgens gegen 9.00 Uhr verlangte er drei hl. Messen zu Ehren der Muttergottes als Sühne (für das Musical Ave-Eva). Gegen 10.00 Uhr sagte er: „Es muss alles, bis auf den letzten Heller bezahlt werden. Nichts Unreines kann vor Gott bestehen.“

    18. 8.: Abend gegen 8.00 Uhr sagte er plötzlich: „Ich bin Julius Döpfner, der Himmel ist für mich verschlossen. Ich muss mich Ihnen eröffnen.“ Ich sah auf einmal die ganze Finsternis, in der er sich befand. Da sagte er: „Ja, die Finsternis umgibt mich. Ich gehe fast unter in dieser Dunkelheit. Nur hier und da ein Lichtblick. Ich habe mitgeholfen, die Kirche zu verdunkeln, und somit auch die Menschheit. Welch große Schuld habe ich auf mich geladen. Und doch bin ich noch gerettet. Gerettet wegen der Abkehr meines Geistes von den Mächten der Finsternis. Gott war mir gnädig. Aber ich bin verfinstert, wie nie zuvor. Vor Gott gilt nicht der äußere Schein, die Maske, sondern das wahre Gesicht. Der reine Geist ist es, der vor Gott bestehen kann. Ich muss jetzt schweigen, so will es der Herr.“

    3. 9.: „Meine Zunge ist gelöst, ich darf wieder zu Ihnen reden.“ „Wir Bischöfe sind Sklaven unserer Umgebung, unserer Berater.“

    4. 9.: „Ja, die Bischöfe sind Sklaven ihrer Umgebung.“ Ich fragte: „Warum Sklaven?“ „Weil sie Staatsbeamte sind und nicht Hirten nach dem Herzen Gottes.“ …

    Diese Auszüge aus einem – etwas umfangreicheren – ‚Protokoll‘ der ‚Begegnungen einer Armen Seele aus dem Fegefeuer mit einer begnadeten Ordensfrau sind vielleicht nur für diejenigen, die bereit sind (d. h. darum ringen) einfachen und kleinen Herzens (d. h. reinen und demütigen Herzens) zu sein, verständlich und glaubbar, gemäß dem Preisgebet Jesu: „Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du den Klugen und Weisen verborgen, was du den Armen und Unmündigen geoffenbart hast. Ja Vater, so hat es dir gefallen.“

    • Bischöfe sind Sklaven ihrer Umgebung. Dies ist nahezu ausschließlich zu beobachten und zu bestätigen.
      Paradoxerweise verfolgen diese bedauernswerten Sklavenbischöfe auch noch jene Mitbrüder im Bischofsamt, die versuchen gegen den Strom zu schwimmen und Jesus Christus unserem Herrn aufrichtig zu dienen.
      Leider möchte sich kaum einer von diesen hohen Herren durch eine einfache Ordensfrau belehren lassen und zur Umkehr veranlassen, denn in bald vierzig Jahren gab es keine Anzeichen für ein Umdenken.
      Im Gegenteil nun wurde selbst in der Sühnekirche in Wigratzbad ein Mahltisch installiert und die Kommunionbänke durch Röhren ersetzt.
      Das Kreuz wurde verbannt und der Corpus Christi schwebt frei über dem Mahltisch.

    • Herzlichen Dank für Ihre Mitteilungen-sehr beeindruckend.Persönlich bin ich überzeugt,solche Botschaften gehören zur Mystik-allerdingst: prüfet die Geister! aber auch : wer Ohren hat zu hören, höre! Mich interessiert nicht so sehr die Quelle der Botschaft, sondern der Kern ihrer Aussage und damit die eiserne Konsequenz:auf die Knie, beten wir für die Heilige Kirche Gottes , besonders für die armen Seelen im Fegefeuer.Diese Fürbitte wird oft in den Exequien(Bestattungsfeierlichkeiten) vernachlässigt.Grosse Lieblosigkeit.Die 68 er Jahre trägt da grosse Verantwortung.da ich sehr-seit Kindsbeinenvon der heiligen Liturgie vor dem VII geprägt und erfüllt und erfreut war-bin ich in eine tiefe geistliche Krise geraten und wurde von der freimaurerischen Bugnini Liturgie abgestossen.Besonders Beerdigungsmessen die alle Verstorbenen heiliggesprochen, haben mir den letzten Rest gegeben.Zufällig bin einem etwas abgerissenen Schiffskoch begegnet, der mir erzählte, er würde auf See gerne Dostojewskj lesen.Ich tat ein Gleiches und bin auf etwas gestossen, das mich bis auf den heutigen Tag prägt.So spricht der sterbende Staretz Sossima in den Brüder Karamasoff:“ich habe jeden Tag gebetet für all die Seelen, die heute vor dem Angesicht Gottes erscheinen-wenn ich einmal an jener Stelle bin werden auch diese für mich eintreten.“
      nochmals danke!

      • .So spricht der sterbende Staretz Sossima:
        “ich habe jeden Tag gebetet für all die Seelen, die heute vor dem Angesicht Gottes erscheinen-wenn ich einmal an jener Stelle bin werden auch diese für mich eintreten.“

        Danke, @hedi züger für die Weitergabe dieser Worte.
        Diese haben auch mich soeben getroffen.
        Man kann sie nicht mehr vergessen!

  13. Unumstößliche Tatsache ist: jede Heiligsprechung ist eine unfehlbare Äußerung des obersten Lehramtes. Jeder Katholik ist – wenn er das sein und bleiben will – gehalten, diese anzunehmen und zu akzeptieren.
    Jetzt bekommen natürlich alle Probleme, denen die ganze Richtung nicht passt. Aber der Papst ist der Papst.

    • Jota,
      das wurde hier ja schon diskutiert.
      Der Papst ist der Papst, w e n n er der Papst ist.
      Bis zum Erweis des Gegenteils akzeptiere ich Papst Franziskus als Papst, sozusagen sub conditione.
      In pectore denke ich, dass dieser Papst sich in nicht ferner Zukunft als Gegenpapst herausstellen wird.
      Die Hinweise häufen sich von Woche zu Woche, und das vom ersten Moment seines Auftretens auf der Loggia des Apostolischen Palastes.
      (Ja, schon als sich sein Erscheinen befremdlich hinauszögerte, bis er endlich herauskam, war mir mulmig zumute. Als ich ihn sah, versetzte es mir wie einen dumpfen Schlag.)
      Haben Sie jemals von einem Papst gehört, der am höchsten Feiertag im Kirchenjahr, am hochheiligen Fest der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, zum Telefonhörer greift und eine Frau anruft und sie zur Todsünde ermuntert?
      Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht und auf sich wirken lassen, was das bedeutet?
      Und das ist nur eins der letzten Beispiele in der Serie.

    • Ja, natürlich! Sicher gehören Sie zu jenen, denen diese Erkenntnis erst kürzlich gekommen ist, nämlich seit dem ihnen selbst die Richtung passt. Daher auch der jakobinische Eifer des Neubekehrten. Seit dem 13.03.2013 macht es direkt Spaß, päpstlicher als der Papst zu sein, gell!?

    • @Jota. Wenn sie sagen, der Papst ist unfehlbar, dann mag es stimmen, wenn der Papst auch Papst sein will und nicht nur der Bischof von Rom. Wenn aber der Papst, so wie Franziskus immer nur als Bischof von Rom von sich selbst spricht. Wenn er heute so und morgen wieder anders sagt. Wenn er keine EINDEUTIGEN Glaubensaussagen macht; wie soll man dann wissen, ob er nun bei einer Heiligsprechung diesen Akt auch als unfehlbar sieht….. Wenn er schon in seinen Äußerungen bisher keine wirklich eindeutigen Aussagen gemacht hat und er bei Fragen zur Homosexualität oder wiederverheirateten Geschiedenen immer ein „ja“ und „aber“ bringt und er dann nur von Barmherzigkeit spricht? Warum beruft er sich nicht eindeutig auf die Glaubens- , Sitten- und Morallehre der Kirche? Warum weicht er solchen Fragen aus???? Wie soll man da dann von einer unfehlbaren Entscheidung dieses Papstes ausgehen….

      • Werter Gregorius,
        Der Papst ist Papst WEIL er Bischof von Rom ist. Als absoluter Letzentscheider ist er an sich an keine Vorgabe gebunden. So jedenfalls – auf die absolute Spitze getrieben – das Dogma der Unfehlbarkeit.
        Die Glaubens-, Sitten- und Morallehrer der Kirche ist und wurde immer in eine konkrete historische Situation hineingesprochen. Wie wäre sonst zu erklären, dass es mehrere Glaubensbekenntnisse gibt, die durchaus in Teilen von einander abweichen. Die Kirche hat immer die Aufgabe, in die konkrete Lebenssituation hinein aufs Neue zu definieren. Oder ist die Erde immer noch als Scheibe zu denken: Über unseren Köpfen ist der Himmel und unter unseren Füßen ist die Unterwelt, Hades, Sheol, Hölle? Insofern folgte auch unsere Kirche zu jeder Zeit immer dem ach so vermaledeiten Zeitgeist. Sie ist ja selbst zu jeder Zeit an jede Zeit gebunden.
        Eine Heiligsprechung ist immer und in jedem Fall ein Akt des unfehlbaren Lehramtes – zumindest seit 1870. Und den Neuscholastikern war auch dies nicht genug mit ihren auf die Spitze getriebenen Überlegungen zum ordentlichen und außerordentlichen Lehramtes.
        Sie können argumentieren wie Sie wollen. Aus dieser Zwickmühle kommen Sie nicht heraus.

      • Werter Jota,
        für mich keine Zwickmühle. da das Dogma der Unfehlbarkeit sagt, dass die Unfehlbarkeit nur dann eintritt, wenn der Papst eine bisher immer geglaubte und in der Tradition verwurzelte Lehre als verbindlich Verkündet. Sie behaupten aber, allein das Amt des Papstes würde schon Unfehlbarkeit bedeuten…. Das ist wohl oder übel falsch gedacht. Dem Papst ist die Unfehlbarkeit nicht gegeben, um neue Glaubenswahrheiten zu verkünden… Glauben sie allen Ernstes, wenn der Papst jetzt sagt, dass eine Geschieden Person deren kirchliche Trauung nicht annulliert ist, erneut heiraten darf und dann nicht mehr von den Sakramenten ausgeschlossen sei, wäre mit der päpstlichen Unfehlbarkeit vereinbar???? Der Papst ist nicht nur Papst, weil er Bischof von Rom ist…… Ihr Argument, von der Glaubens-, Sitten- und Morallehre der Kirche, die sich verschiedenen Lebens- und Zeit-Situationen anpassen muss, zieht nicht. Der Papst kann nicht sagen, Abtreibung ist keine Sünde, nur weil es der Zeitgeist so lehrt. Die Unfehlbarkeit darauf zu beziehen, dass alles was ein Papst sagt als unfehlbare Entscheidung zu gelten hat, widerspricht dem Dogma und der Glaubenslehre. Allein die Entscheidung, die ein Papst als Dogma verkündet, hat unfehlbaren Charakter.

      • @Gregorius,
        ich danke Ihnen für diese Klarstellung. Hier wird sehr häufig eine völlig falsche Ansicht zur „Unfehlbarkeit des Papstes“ vertreten, leider. Sollte der Papst versuchen, ein Sakrament der Heiligen Kirche „aus pastoralen Gründen“ zu zerstören, wäre er nicht mehr Papst und niemand bräuchte ihm mehr zu folgen. Auch die schönen „Hintertürchen“, die Card. Kasper schon mal geöffnet hat, sind Verrat an Jesus Christus selbst und daher null und nichtig. Sollte die Synode im Oktober mehrheitlich zu einem Beschluß kommen, was ich mir schlicht nicht vorstellen kann, der auch nur ansatzweise als Angriff auf das Heilige Sakrament der Ehe zu deuten wäre, hörte die Heilige Katholische Kirche als mystischer Jesu Christi auf Erden, auf zu existieren (ich hoffe, daß es dann zu einer Revolte im Vatican kommt, die die beiden „Päpste“ Franciscus und Benedikt XVI. hinweg fegt!!). Das käme in seiner ganzen Dimension der Ersünde in etwa gleich!!! Es wäre apokalytisch!!!

        Beten wir zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit, daß dies nicht eintreten möge…

        LAUDETUR JESUS CHRISTUS!

      • Schönberger Franz,
        warum hacken Sie jetzt auf Benedikt XVI herum, der die katholische Sittenleere immer verteidigt hat und dafür von der sekularen Welt viele Prügel einkassiert hat? Gehören Sie etwa auch zu denen, die auch nach Ende seines Pontikikates noch auf ihn einschlagen? Für das, was jetzt im Vatikan geschieht, ist er nicht mehr verantwortlich.
        Per Mariam ad Christum.

      • Franz Schönberger
        Der mystische Leib Christi auf Erden würde keinesfalls aufhören zu existieren. Er würde in einem heiligen Rest weiter bestehen. I m m e r ist in der Heilsgeschichte ein heiliger Rest übriggeblieben, und der wird bleiben bis zur Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus, wie wir aus den Schriften erkennen können.

  14. @ cyrill Erswill
    Den von Ihnen angegeben Text über das Fegefeuer von Kardinal Döpfner habe ich bereits vor drei Jahren zum erstenmal gelesen und er hat mich bereits damals sehr beeindruckt. Aber bei kritischer Betrachtung besitzt derText auch ein ernormes politisches Verleumdungspotential. Des Wahrheitsgehaltes wegen wollte ich wissen aus welcher Quelle kommt diese Schilderung. Damals habe ich den Herausgeber des Forums angeschrieben und um Quellenangabe gebeten. Ich erhielt keine Antwort und habe dieses als Antwort gewertet. Jetzt greifen Sie nochmals auf die (angeblichen?) Aussagen des im Fegefeuer leidenden Kardinal Julius Döpfner mit belastenden Passagen über die Folgen des VII zurück. Wiederum beeindruckt mich der Text und wiederum steht die grundsätzliche Frage, wer war der Autor und wie kann ich den Wahrheitsgehaltes überprüfen? Können Sie weiterhelfen?

    • …nicht nur, dass auf dem Weg einer Einsprechung oder Arme-Seelen-Erscheinung hier eine bekannte Person mit unkontrollierbaren Behauptungen verleumdet wird (ungeachtet dessen, wie man ihr sichtbares Handeln nun einschätzen mag!!!), ist dubios, sondern man muss sich fragen, was das überhaupt soll:

      Jeder weiß, dass ich manche prophetischen Ereignisse sehr wohl glaube. Vor allem dann, wenn sie mit einem „constat de supernaturalitate“ versehen wurden vor dem Konzil, aber auch wenn sie aus sich selbst heraus und ohne Personen so eingehend und fast obszön zur Schau zu stellen in ihrem Sünden-Elend, einen übernatürlichen Mahn-Charakter aufweisen. Ich habe keinerlei Probleme damit zu glauben, dass Gott immer und überall auch so in unser Leben eingreift, weil unser Glaube eine lebendige Interaktion ist zwischen Himmel und Erde, zwischen Personen und Geistern.

      Nur: das erscheint mir alleine deswegen schon mal unglaubwürdig, weil ich nicht glaube, dass Gott das Elend eines Armen Sünders braucht, noch dazu einer vielen noch persönlich bekannten Person, die in unbotmäßiger Weise vor anderen Sündern bloßestellt wird, um uns zu mahnen.
      Jetzt sage ich mal den Spruch, den andere so gerne aussprechen: Das ist nicht nötig. Und diese Story ist diesmal wirklich sogar punktgenau vergleichbar mit der Geschichte vom armen Lazarus: Nein, es muss kein Toter im Fegefeuer oder der Hölle den Lebenden erscheinen, um sie zu mahnen, sie haben wirklich Mose und die Propheten und auch – ja auch Erscheinungen der Muttergottes oder anderer himmlischer Gestalten (ich gehe von den von der Kirche als „echt“ anerkannten Erscheinungen aus!), die ihnen alles gesagt haben: Und wer der Muttergottes nicht glaubt, glaubt auch einem im Fegefeuer brennenden Kardinal nicht.

      Im übrigen ist das auch ein wenig fromme Yellow Press.. nein, es geht uns gar nichts an, was Gott mit diesem Kardinal zu bereinigen hat! So etwas ist nicht recht… allein die Tatsache, dass das Beichtgeheimnis solche Sündenbekenntnisse immer und unter schwersten Strafandrohungen bei Zuwiderhandeln vor der Öffentlichkeit wegschließt, sollte uns hier zeigen, dass das dann nicht auf dem Wege einer Arme-Seelen-Erscheinung hintergangen werden darf.

      Diese Ordensfrau, sofern es sie überhaupt gibt, hat hier einen schweren Fehler begangen. Angenommen, Kardinal Döpfner sei wirklich in der Lage, dass er das Gebet der Ordensfrau braucht, dann wäre das doch eine isolierte Erscheinung an sie und nur an sie. Es kommt dem Beichtgeheimnis gleich! Niemals hätte sie das nach außen tragen dürfen, ausgenommen ihr Beichtvater, aber der muss ebenfalls schweigen und sie gut beraten.
      Was ist hier nur geschehen!

    • Werter @ Regino,

      Sie schreiben zum Schluss: „Können Sie weiterhelfen?“

      Wenn ich das lese, frage ich mich: Hat er denn die Vorbemerkung und die Nachbemerkung nicht bewusst gelesen? Oder hat er sie nicht verstanden? Wie kann ich ihm angemessen antworten?

      Eigentlich steht doch Ihre Frage in Vor- und Nachtext beantwortet: Es geht um ‚Übernatürliches Geschehen‘ (Offenbarungen an eine Ordensfrau – und die Fatima-Geheimnisse), welches nicht so greifbar ist, wie alles was wir ansonsten rational erfassen und verstehen können; zumindest meinen es zu können. Aber wir Menschen sind nun mal sehr begrenzt, wenn auch mit sehr unterschiedlichen Möglichkeiten und Grenzen gesegnet bzw. behaftet.

      Zum Schluss erwähne ich ganz bewusst das Preisgebet Jesu, welches in der Hierarchie der Worte Jesu an herausragender Stelle steht, damit die eigentliche Dimension um die es hier bei Übernatürlichem Geschehen geht, anzudeuten. Dieses Gebet ist m. E. sehr bedeutungsvoll für das Verständnis der geistigen Ordnungen Gottes: Nur diejenigen die bereit sind, vor Gott arm und unmündig zu sein, werden den Wahrheitsgehalt erfassen können.

      Also kann ich Ihnen (und vielleicht anderen) nur zu solcher Hilfe raten, die aber letztendlich gar nicht von mir kommt, sondern nur als eigene gute Erfahrung weiter gegeben werden kann: gehen Sie in diese Haltung des Preisgebets (oder auch des Magnificat) als Lebenshaltung hinein und irgendwann wir Ihnen der Geist der Unterscheidung der Geister nach und nach geschenkt sein. Das Tragen der geweihten ‚wundertätigen Medaille‘ (besonders zum Herzen hin getragen) ist eine Hilfe dazu; ebenso das tägliche (staunende betrachtende) Rosenkranzbeten.

      Also: ich selbst halte diese Aussagen für echt, weil sie der Unbedingtheit und der Ernsthaftigkeit des Evangeliums entsprechen. Im Übrigen kommt uns hier eine Klarheit entgegen, wie sie dem katholischen Glauben immer schon eigen war und auch wieder sein wird, mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens, in hoffentlich nicht zu ferner Zeit. Ich hoffe immer auf 100 Jahre Fatima (als das Ende, d. h. das Ende des Jahrhunderts von 1917 an gerechnet).

      Laudetur Jesus Christus . . .

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