Ära der „solidarischen Kohabitation“ in der Kirche? – Erstmals in der Geschichte zelebrierten zwei Päpste dieselbe Messe

Papst Franziskus und Papst Benedikt XVI(Vatikan) Mit der Umarmung, mit der Papst Franziskus am Ende der Heiligsprechung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II. Papst Benedikt XVI. grüßte, habe die Zeit der „solidarischen Kohabitation“ in der Kirche begonnen, wie Vatikansprecher Lombardi am Montag meinte. Als „Kohabitation“ bezeichnet man in den Politikwissenschaften die politische Situation, wenn in Frankreich der Staatspräsident einer politischen Gruppe angehört, die Parlamentsmehrheit aber einer anderen.

Die Anwesenheit Benedikts XVI. „hat die Heiligsprechung von Roncalli und Wojtyla zu einem präzedenzlosen Ereignis gemacht“, wie der Vatikanist Giacomo Galeazzi schwärmte: „Befreit von jedem Formalismus und von jedem Protokoll hat Benedikt XVI. die Fäden der Volkstümlichkeit wieder geknüpft, und in der kollektiven Wahrnehmung die Wunden seines Rücktritts geheilt.“

Amtierender Papst zelebrierte, emeritierter Papst konzelebrierte

Benedikt XVI. konzelebrierte gemeinsam mit mehr als 150 Kardinälen und über 1000 Bischöfen aus der ganzen Welt bei der Heiligen Messe: „In der ganzen Geschichte hat die Welt noch nie einer einzigen Messe beigewohnt, die von zwei Päpsten zelebriert wurde, von einem amtierenden und einem emeritierten“, erfreut sich der Vatikanist an neuen Superlativen. 14 Monate nach seinem letzten Auftritt anlässlich seiner letzten Generalaudienz am 27. Februar 2013 kehrte der deutsche Papst auf den Petersplatz zurück. Seit seinem Amtsverzicht nahm er nur ein einziges Mal an einer öffentlichen Zeremonie teil, anlässlich der Kreierung neuer Kardinäle durch Papst Franziskus am 22. vergangenen Februar.

Benedikt XVI. eine „Ressource für Franziskus“?

Als Benedikt XVI. am vergangenen Sonntag den Petersplatz betrat und auf den Großbildleinwänden sichtbar wurde, sprangen die Leute von ihren Sesseln auf,  frenetischer Applaus setzte ein und es wurde ein Chor von „Benedetto, Benedetto“-Rufen angestimmt. Papst Franziskus war zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Peterspatz. Durch die „Benedetto“-Rufe aufmerksam gemacht, ging er sofort zu seinem Vorgänger und begrüßte ihn nachdrücklich. „Zwischen Franziskus und Benedikt XVI. gibt es eine solidarische Kohabitation“, erklärte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi gestern den päpstlichen Doppelauftritt. „Die Umarmung auf dem Platz hat jeden Zweifel zerstreut: Ratzinger ist für Franziskus eine Ressource.“ So zumindest sieht es der begeisterte Vatikanist Giacomo Galeazzi und so wiederholte es auch Vatikansprecher Federico Lombardi, der sich einmal mehr bemühte, den Eindruck zu zerstreuen, der deutsche Papst werde „isoliert“ oder „in Klausur gehalten“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: RAI (Screenshot)

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47 Comments

    • Ich bitte um Verzeihung für den Sarkasmus.
      Wollte damit sagen: unsere beiden Päpste haben ein Geheimnis miteinander, das sie uns nicht mitteilen.
      Wahrscheinlich wurde es ihnen aufgezwungen und glauben sie, zum Wohle der Kirche zu handeln.

  1. Um es mal vorsichtig auszudrücken, mittlerweile sollte doch wohl jeder Katholik mitbekommen was im Vatikan los ist. Ich bin zwar kein Theologe, aber vollkommen verblödet auch noch nicht.
    Die letzten Reste der katholischen Tradition und Überlieferung sollen wohl begraben werden.
    Kann mich zumindest an keiner Stelle im NT erinnern wo Jesus sagte: “ Ihr seid meine beiden Felsen, auf diese beide Felsen werde ich meine Kirchen bauen“.

    gruss, Jupp

    • Da wir uns laut P. Franz (Interview an Aschermittwoch) an die Existenz von emeritierten Päpsten gewöhnen dürfen, könnte es in Anbetracht des Alter Bergoglios bald einen dritten Fels geben.

  2. „Die Umarmung auf dem Platz hat jeden Zweifel zerstreut: Ratzinger ist für Franziskus eine Ressource.“
    Ja ich weiß. Diese beiden verstehen sich blind.
    Per Mariam ad Christum.

  3. Papst Benedikt nicht einzuladen, hätte vielleicht einen seltsamen Eindruck erweckt, so als ob man ihn nicht hätte dabei haben wollen, ihn bewusst ausgeschlossen hätte.
    Dass er also bei der Heiligsprechungsfeier anwesend war, ist unter diesem Gesichtspunkt womöglich in Ordnung.
    Dennoch habe ich persönlich ein Problem damit.

    Ist Benedikt z.B. über alles informiert, was Papst Franziskus so tut?
    Wenn ich nur an das fragwürdige Telefonat von vor wenigen Tagen denke …
    Dass lt. Aussage dieser Gesprächspartnerin „Priester nicht päpstlicher als der Papst sein sollen“,
    dass sie zwecks Kommunionempfang „einen anderen Priester in einer anderen Pfarrei“ aufsuchen soll.
    Falls Benedikt das wusste und er trotzdem zur Feier kam …, was heißt das dann?
    Wie denkt er darüber? Er kann das doch unmöglich gutheißen!

    • Benedikt dient ganz einfach der Legitimation Bergoglios und damit einerseits der Beruhigung, bzw. andererseits der vollständigen Verstörung lehramtstreuer Katholiken, nach dem Motto: wenn Benedikt zu allem milde wie ein Buddha lächelt, kann Bergoglio ja nichts verkehrtes tun, bzw. kann man nichts mehr gegen Bergoglios verkehrtes Tun tun. Lombardis scheinbar wirres Gefasel: „Sollte er kommen, werden wir alle sehr froh sein, wenn er nicht kommt, haben wir nicht das Recht, enttäuscht zu sein über ein nicht eingehaltenes Versprechen, weil keiner eines gegeben hat.“, könnte eine versteckte Drohung gegenüber Benedikt enthalten, der seinem Nachfolger bekanntlich öffentlich uneingeschränkten Gehorsam gelobt hat. Es zeugt jedoch zumindest von einem Ringen hinter den Kulissen, und man selbst weiss am Ende fast wirklich nicht, ob man Benedikt nun als Gefangenen des Vatikan bedauern oder als Ermöglicher und Gutheißer dieser absurden Situation eher verachten muss.

      • „Wenn Benedikt zu allem milde wie ein Buddha lächelt, kann Bergoglio ja nichts verkehrtes tun.“

        Tut Benedikt das – oder zerreißt es ihn innerlich?
        Wir wissen es nicht!
        Wenn ersteres zuträfe – was dann?
        Der Boden unter den Füßen beginnt zu wanken.

      • Ich beschreibe hier nur die für alle wahrnehmbaren Fakten, nicht die inneren Zustände der Akteure. An anderer Stelle betone ich ausdrücklich, dass man über die Befindlichkeit Ratzingers letztlich nichts sagen und deshalb auch mit Urteilen über seine Person, seine Entscheidungen und Handlungen sehr zurückhaltend sein sollte, um nicht ungerecht ihm gegenüber zu werden.

    • Benedikt hat (wie jeder andere Katholik) die Pflicht, sich zu informieren, was P. Franz so tut. (Er muß nicht eigens informiert werden.)
      Was die Einladung betrifft, so hätte er ebenfalls wie jeder andere auch, der ein Gelöbnis gemacht hat, das Recht, zu sagen, ich halte mich an das, was ich versprochen habe.

      • Wäre Benedikt nicht gekommen, wären Fragen aufgetaucht wie:
        „Darf er nicht, wird er daran gehindert?“
        Dennoch hätte ich es besser gefunden, er wäre der Feier fern geblieben.
        Aber vielleicht befand er sich ja auch in einem inneren Zwiespalt und hatte nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

  4. Ich finde diesen Zustand schrecklich. Ich stelle mir diese Kombi mal mit anderen Päpsten vor, die schon tot sind.
    Diese Bilder wirken sehr verstörend auf mich. Aber vielleicht hat das alles einen tieferen Sinn in der göttlichen Vorsehung-wer weiß?

    • STOP! Man darf der Vorsehung niemals, auch nicht indirekt, unterstellen, sie bewirke selbst ein moralisches Übel, etwa zu einem höheren Ziel; für das Übel ist allein der menschliche freie Wille zuständig – somit auch für das Schlamassel, in dem wir seit 5o Jahren festsitzen. Allerdings kann Gott aus all unserem selbstangerichteten Übel, als der Einzige, der es wirklich beseitigen kann, dennoch Gutes wirken, weshalb wir es ja sogar wagen dürfen, in der Osternacht von der ‚felix culpa‘ zu sprechen.

      • Das hat „bavaria“ ja auch nicht unterstellt.

        Die Vorsehung „bewirkt“ niemals ein Übel, sie lässt höchstens eines zu, da jeder Mensch von Gott einen freien Willen bekommen hat und Gott von Ewigkeit her voraussieht, wie der jeweilige Mensch diesen Willen gebrauchen will. Gott greift nicht ständig in diesen Willen ein, obwohl Er es jederzeit könnte, da der Wille sonst nicht mehr frei wäre.

        Die Lehre von der göttlichen Vorsehung ist in der Dogmatik von Ludwig Ott recht gut und ausfürhlich erklärt.

      • Ja, stimmt. – Aber es ist eben gefährlich, wenn man zuviel der Vorsehung oder dem direkten Einwirken des Hl. Geistes zuschreiben würde, etwa beim Thema ‚Konklave‘, hatten wir hier ja auch schon mal drüber debattiert. Der Hl. Geist ‚erzwingt‘ ja nicht eine bestimmte Wahl, die Kardinäle haben immer noch ihren freien Willen. Deswegen kann ich ja nicht sagen, ein best. Papst sei direkt vom Hl. Geist bestimmt, man dürfe ihn also unter keinen Umständen kritisieren, sonst maße man sich ja ein Urteil über den Hl. Geist an. Demnach hätte der Hl. Geist nicht nur zugelassen, sondern direkt gewollt und bewirkt, daß etwa ein Alexander VI. Borgia gewählt werde …
        … oder dieselbe Argumentation im Bezug auf DAS Konzil, was so ja von allzu vielen als geradezu sakrosankt, absolut unangreifbar, postuliert wird; oder die „postkonziliaren Zu-, besser: Mißstände“ als ein „Wehen des Geistes“, und wer was dagegen sagt, der „sperrt sich gegen den Hl. Geist“, ist ja Bergoglios oft gebrauchtes „Argument“.

    • iCH FINDE DIESEN ZUSTAND EBENSO ABSURD !!!! SCHRECKLICH !!!!
      Da wurden die Wunden dieses fatalen Rücktritts wieder neu aufgerissen !!!
      Jetzt braucht Benedikt XVI plötzlich kein Rollbrett mehr, um den Petersdom zu durchschreiten. Auch der Gehstock ist nur „Alibi“ für eine vermeintliche Gebrechlichkeit. Er hat ihn bei genauerem Hinsehen gar nicht richtig benützt.
      Für wie blöd halten die im Vatikan eigentlich die Gläubigen??? Das frag ich mich schon lange.

      Ich stimme immer mehr mit Dantes „Göttlicher Kommödie“ überein, die den ersten Zurücktreter vom Papstamte in eine gewisse Unterwelt verbannte. So Unrecht hatte Dante scheints nicht …..

      • Benedikt hat ja auch nur eine kurze Strecke zurückgelegt. Das ist etwas anderes als die 150 Meter zum Papstaltar. Kurze Strecken kann er immernoch laufen.
        Per Mariam ad Christum.

  5. Es ist alles nur traurig und schrecklich. Wie tief wird diese Kirche noch sinken. Wo sind die Bischöfe, die endlich ihr Wort erheben; alle im Sand verkrochen, nur Zustimmung und schweigen, schweigen, schweigen… Wie lange kann das noch so weitergehen ?

  6. Wenn dieser Zustand auch einmalig ist, so bleibt die Hoffnung, dass die katholische Kirche nach aller Dekandenz, Verfall, Machtgerangel und Verweltlichung, wieder umkehren konnte, und sich irgendwo immer Heiligkeit bewahrt hat!
    Vielleicht nur in dem Sinne, wie Mario Palmaro es beschrieben hat, aber immerhin!
    Bisher ist sie für mich immer noch das kleinste Übel, und selbst dieser verseuchte billige Abklatsch, der seit dem zweiten vatikanischen Konzil übrig geblieben ist, ist immer noch besser als alles, was ich als ehemaliger überzeugter Protetstant kennenglernt habe!
    Ich weiß, dass mein Priester solche Zeilen gar nicht mögen würde, in geradezu maoistischer Manier hasst er seinesgleichen und liebt die, die ihn verachten, mir hört er wohl vor allem zu, weil ich sein bisheriges Feindbild ein wenig verwirre.
    Vielleicht tröstet die Geschichte aus Dicamerone, von Sandro Botichelli, wenigstens ein bisschen: Ein begeisterter Katholik hat einen jüdischen Freund, den er von seinem Glauben überzeugen will.
    In der Annahme, dass in Rom die Blüte katholischer Kultur und Heiligkeit zu finden sei, überredet er ihn, dort hin zu gehen. Der Jude sieht dort die Geistlichen, wie sie rumhuren, prassen und Intrigen spinnen, wie sie Gott lästern!
    Kopfschüttelnd fährt er nach Hause und – lässt sich taufen!
    Begründung: Wenn diese Kirche mit der Führung auf Erden soweit gekommen ist, dass muss ihr Gott wahrhhaftig allmächtig und herrlich sein!!!

    • @verehrter euca: Ist bei Ihnen nicht ein Fehler beim eintippen mit der Tastatur gescheehen?Beim Satzt:….,in geradezu maoistischer Manier hasst er seinesgleichen und liebt die,die ihn verachten..Richtig sollte es doch heissen:.. in geradezu masochistischer Manier.

  7. Noch schlägt das Herz von Papst Benedikt XVI.
    Es war außerordentlich wichtig, daß er die hl. Messe mitzelebrierte und bei der Heiligsprechung dabei war. Das/er war das Sahnehäubchen bei dieser Feier und ohne ihn wäre es nicht richtig gewesen. So aber ist die kirchliche und geschichtliche Kontinuität gewahrt auch vor dem Hintergrund mancher irritierender Handlungen und Äußerungen von Papst Franziskus.
    Es ist wohl zur Zeit so, daß ein Papst allein das gesamte Spektrum des Petrusamtes nicht abdecken kann.
    Papst Benedikt kann der Kirche noch unschätzbare Dienste erweisen auch dadurch, daß er offensichtlich das Ohr von Papst Franziskus hat und diesen beraten und auch korrigieren kann und darf.
    Somit bleibt die Hoffnung, daß kirchliche Lehren nicht von manchen Gruppen zur Seite gedrängt und abgeschafft werden. Somit bleibt die Hoffnung, daß die Ehelehre (keine Kommunion für sog. wvh. Geschiedene) unangetastet bleibt und auch den Menschen in ihrer Unwissenheit darüber geholfen wird und die wahre Lehre zum Heil aller verkündet wird.

    • @ Franzel

      Sie wissen wohl nicht, was Ratzinger in den 60er Jahren zur Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu Kommunion geschrieben hat!

      Da war er ganz auf der Linie des jetzigen Papstes.

      • Genauso hat der Apostel Paulus, bevor er zum Christentum konvertierte, mitgeholfen, die Christen zu verfolgen. Nun nehmen seine Schriften einen großen Teil des neuen Testaments ein. Menschen können sich ändern. Wo Benedikt in früheren Zeiten dem progressiven Flügel angehörte, hat er später die Gefahr der modernistischen Strömungen erkannt und versucht, diese einzudämmen und den Blick wieder mehr in Richtung kirchlicher Tradition zu lenken.
        Per Mariam ad Christum.

    • Nun, ich persönlich glaube nicht, dass Ratzinger „das Ohr von Bergoglio hat“ und sich dieser in grundsätzlichen Fragen von ihm Rat holen würde oder sich gar von ihm beeinflussen ließe. In dieses Ohr flüstern vermutlich ganz andere Geister!

  8. Entschuldigen Sie bitte den Vergleich, aber in manchen europäischen Ländern spricht man von Elter 1 und Elter 2, so kann man das etwa auch in der Deuterovatikanischen Kirche sehen: Papst 1 und Papst 2. Die Ähnlichkeit ist verblüffend!

  9. Könnte es nicht vielleicht sogar so ein?:

    Papst Benedikt XVI. hat den erzwungenen Rücktritt mit einem Formfehler im der lateinischen Text des Rücktritts-Dokumentes versehen, damit er als betender wirklicher Papst noch ‚zur Verfügung‘ steht. So hätten wir dann zwar keinen vakanten Papstthron, aber einen ‚ungültigen‘ Papst auf dem öffentlichen Papstthron.

    ‚Papst Franziskus‘ spielt dann zwar nur den Papst, aber um eine andere Kirche zu ‚machen‘; welche die Geheimgesellschaften innerhalb und außerhalb der Kirche immer schon in Arbeit haben. Denn er könnte wissen, dass er nicht wirklich gültig gewählt ist, da es ja auch Unregelmäßigkeiten im Wahl-Prozedere (ein Wahlgang musste wiederholt werden) gegeben hat; bzw. dass der Rücktritt von Benedikt erzwungen wurde und von daher auch eigentlich nicht gültig (insbesondere auch vor Gott) sein kann. Dass Benedikt XVI. aus seinem Amt getrieben wurde, scheint mir durch viele Beobachtungen der letzten Jahre ‚bewiesen‘ bzw. ‚beweisbar‘.

    Und dass der derzeitige ‚Papst‘ auf dem Papstthron kein wirklicher Papst sein kann, wissen wir hier doch alle aus den sachgerecht recherchierten Artikeln in „katholisches.info“ und aus den z. T. äußerst qualitätvollen Kommentierungen und Informationen innhalb dieser. Einige wichtige Dinge bzw. Indizien bezüglich dieses anderen ‚Papstes Franziskus‘ möchte ich hier noch einmal in Erinnerung rufen:
    1. keine Amtsstola bei der Proklamation; eine seltsam weltliche Anrede an Christen und Weltöffentlichkeit.
    2. der Volksaltar (Mahltisch) wurde sofort wieder in die Sixtina geholt (trotz Zeremoniar Guido Marini)
    3. keine Kniebeugen bei der Hl. Messe; aber wohl bei (eigentlich unliturgischen) Fußwaschungen.
    4. Gründonnerstagsmesse nicht in Lateranbasilika; keine Analogie zu Letztem Abendmahl (im Gefängnis).
    5. öffentliche Lobhudelei zu Buch von Kardinal Kasper über die ‚göttliche Barmherzigkeit‘ bei Angelus.
    6. Verhalten gegenüber der Tradition und den Franziskanern der Immaculata; viele Widersprüchlichkeiten.
    7. etc. . . . .

    Da hier die Machtverhältnisse so geheimnisvoll weltlicher Art (bzw. dämonischer Art) sind, kann man doch wohl auch vermuten, dass Benedikt sich in alle Machtverhältnisse fügen muss. Und mystisch betrachtet könnte es doch so sein, dass er noch benötigt wird für die Weltweihe und Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens; aber erst am Ende, wenn das Unbefleckte Herz Mariens triumphieren wird.

    Darüber hinaus können wir doch vielleicht auch beobachten, wie der heutige Vatikansprecher (im Unterschied zu Navarro Vals) alles ‚glattbügelt‘, keinerlei Interesse erkennen lässt, die Verwirrungen aufzulösen. Auch das weist doch vielleicht noch darauf hin, dass die (eigentlichen) Machtverhältnisse bei den Jesuiten liegen könnten.

    Im übrigen möchte ich noch mal zu bedenken geben: Kann ein Soldat des Papstes (so verstehen sich die Jesuiten eigentlich grundsätzlich) denn überhaupt Papst werden?

    Und: Im 3. Fatima-Geheimnis wird der Papst von Soldaten beschossen.

    • Papst Franziskus nennt sich oftmals „nur“ Bischof von Rom. Bei Telefonaten mit einfachen Menschen nennt er sich Pater Bergoglio. Und er meidet es nach wie vor, in die Papstwohnung umzuziehen. Das hat doch nichts mit Demut zu tun und ist auch kein Zufall. Das kann auch göttliche Vorsehung sein.
      Vielleicht ist Papst Benedikt soz. im Innern der wirkliche Papst, und Papst Franziskus ist es dafür nach außen.
      So viele Widersprüche es auch mit Papst Franziskus gibt: er sagt vieles, was weite Teile in der Kirche denken. Es ist, als sei Papst Franziskus ein Ventil. So viele sind es, die sich nicht mehr verstecken und sich offen bekennen. Und das ist dann auch möglicherweise seine Funktion, daß nämlich nun die Gedanken vieler offenbar werden. Jetzt kann man es. Und das kann und wird zu einer inneren Reinigung der Kirche führen. Denn die Wahrheit siegt immer und Gott kann auf krummen Zeilen gerade schreiben.

      Es ist gar nicht gesagt, ob Papst Franziskus nicht doch viele soz. aufs Glatteis führt , und daß er selbst noch letztlich die Kurve kriegt. Diese aber werden dann lange Gesichter machen und dann müssen sie (ungewollt) ihre Irrtümer zugeben und die wahren Lehren verkünden.
      Meine Einschätzung: man sollte die Äußerungen von Papst Franziskus zur Kenntnis nehmen und auch in vernünftigem Ton beanstanden wenns sein muß, aber nicht denken, daß diese seine beanstandenten Äußerungen und Handlungen schon das abschließende Wort seien.

      • Werter @ Damian,

        können Sie Latein? Dann suchen Sie (oder jemand anderer) doch bitte und finden vielleicht heraus, ob und wo es diesen Fehler geben könnte. Es war ‚nur‘ eine Idee, die ich hier vorgetragen habe. Wenn ich Latein könnte, würde ich sofort versuchen, diesen (vielleicht sogar ‚nur‘ grammatikalischen) Fehler herauszufinden.

        Noch einige andere Gedanken zur ‚Zwei-Päpste-Situation‘:

        Es könnte doch sein, dass es ‚nötig‘ war, auf solche Weise eine ’sinnvolle Regelung‘ herbeizuführen, wie Gott es in seinen Zulassungen der menschlichen (und satanischen) Bosheiten und in seiner ‚Liebenden Vorsehung‘ (für das Golgotha der Kirche, auf welches wir zusteuern oder an dem wir uns vielleicht schon befinden) wollen könnte. Oder?

        Diese seltsame ‚Zwei Päpste-Situation‘ verlangt doch geradezu nach solchen ‚außergewöhnlichen Regelungen‘, damit die ‚Eine-Welt‘ und die ‚Eine Welt-Religion‘ vom Fürsten dieser Welt und seine Vasallen ins Werk gesetzt werden (können), ohne dass der Papstthron vakant ist. Und das so, dass zwar öffentlich ein ‚amtierender Papst‘ da ist, im Hintergrund aber der (vor Gott) eigentliche und gültige Papst noch zur Verfügung steht.

        Denn Benedikt ist doch wohl eindeutig zum Rücktritt gezwungen worden: Seine Enzyklika über den Glauben („Lumen Fidei“) war zwar in Arbeit aber fast bzw. noch nicht ganz fertig (kann man beim Lesen gut feststellen).

        Auch anderes ist in diesem Zusammenhang noch mit zu bedenken, wenn man die geheimnisvolle Vorsehung Gottes mit bedenkt, was an anderen Stellen in diesem Forum von verschiedenen anderen Teilnehmern dargestellt wurde. . . .

      • Es war ein gravierender Fehler, über den sogar ich beim Lesen in der Tageszeitung gestolpert bin, eine falsche Kasuskongruenz, die zudem sinnentstellend wirkte. Es wurde hierüber auf diesem Portal ausführlich kommentiert. Der Vatikan hat auf seiner Website diesen Fehler stillschweigend korrigiert. Das ändert nichts daran, dass, zumindest nach den Regeln der kanonistischen Tradition, die Erklärung Papst Benedikts formal ungültig war.
        Bei der letzten Pressekonferenz am 27. Februar 2013 sprach Benedikt davon, dass er auf die „aktive Ausübung“ des Papstamtes verzichte. Bitte genau auf diese Formulierung achten. An jenem Tag war er noch regierender Papst. Man kommt an dem Wort nicht vorbei, wenn man den aktuellen Zustand der Kirche richtig interpretieren will.

    • „…habe die Zeit der „solidarischen Kohabitation“ in der Kirche begonnen“ war kein Zitat von Pater Lombardi; lediglich der Begriff der „solidarischen Kohabitation“ für das Zusammenleben der beiden Päpste stammt von Pater Lombardi.
      „Quell‘abbraccio con Ratzinger apre l‘era della „coabitazione solidale“ titelt überhöhend La Stampa: http://vaticaninsider.lastampa.it/vaticano/dettaglio-articolo/articolo/ratzinger-francesco-francis-francisco-33766/, zu deutsch: Umarmung mit Ratzinger eröffnet die Ära der „solidarischen Kohabitation“
      Die Titelzeile mit dem unübersetzt belassenen Begriff „Kohabitation“ bekommt eine Doppeldeutigkeit, wenn man an die mit dem letzten Satz der Predigt wieder ins Gedächtnis gerufene aktuelle Diskussion um die Situation der „wiederverheiratet“ „Geschiedenen“ denkt.

  10. „Papst Franziskus war zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Peterspatz. Durch die „Benedetto“-Rufe aufmerksam gemacht, ging er sofort zu seinem Vorgänger und begrüßte ihn nachdrücklich.“
    Und ohne die Benedetto-Rufe hätte der Heilige Vater Benedikt XVI. nicht bemerkt?
    Die Sache ist doch ganz einfach. Benedikt steht zu 100 Prozent hinter Franziskus, denn er ist ein wirklich Glaubenstreuer Mann. Franziskus ist Petrus und Benedikt schuldet ihm gehorsam. Damit dies aber auch die letzten Katholiken verstehen, muss Benedikt dies nun öffentlich etwas häufiger bekunden. Das haben die Traditionalisten jetzt von ihrer Hetzjagd auf Papst Franziskus! War wohl nichts mit innerkirchlichem Schisma. Es lebe die innerkirchliche Revolution von oben! Mit Rückdeckung von Benedikt!

    • „Es lebe die innerkirchliche Revolution von oben! Mit Rückdeckung von Benedikt!“
      Wie weit sollte Ihrer Meinung nach die Revolution gehen, wie tiefe Einschnitte sind dafür nötig?
      Heißt es nicht auch: „Die Revolution frißt ihre Kinder!“

    • @ Lieber Franziskaner
      Welche Hetzjagd auf Franziskus sprechen Sie denn an? Ist es nicht eher so, dass einige wenige unter den Gläubigen durch die Gnade Gottes schlicht „sehend und hörend“ gemacht wurden? Ich persönlich habe keinen Zweifel darüber, was der Bischof von Rom ist. Doch Jesus hat uns gelehrt: Liebe deinen Nächsten und bete für ihn; selbst wenn er dein grösster Feind sein sollte. Papst Benedikt ist mir da ein grosses Vorbild.

    • Schadenfreude ist doch immer noch die schönste Freude, oder werter Franziskaner. Bedenken Sie aber, dass Benedikt ebenso Petrus ist. Sie sind 2 Bestandteile desselben Felsens, zu dem 266 Männer gehören, mit guten und weniger guten darunter. Auch Petrus selbst war nicht vollkommen, da er den Herrn 3 mal verleugnet hat.
      Per Mariam ad Christum.

    • Werter Franziskaner, müssen Sie beim Abfassen Ihrer Kommentare eigentlich selber lachen, ob der offenkundigen Sarkasmen, die selbige enthalten?

  11. Aus den sogenannten gut unterrichteten Kreisen ist zu hören: Wenn Papa Bergoglio die Last des Amtes angesichts seines Alters zu schwer wird, dann wird er nicht zurücktreten, sondern einen Vize-Papst ernennen. Ein heißer Kandidat soll dann Kardinal Marx sein…
    Die Selig- und Heiligsprechung Paul VI. wird zu einer einzigen Zeremonie zusammengezogen. Damit die Heiligsprechung unter Dach und Fach ist, bevor eine sehr lange Sedisvakanz eintritt. Eine reale Sedisvakanz, weil das Petrusamt niemand mehr will…
    Natürlich kann es auch ganz anders kommen. Auf welche Weise die „Konzilskirche“ ihr Leben aushaucht, ist nicht sicher. Nur dass sie ihrem Ende entgegen wankt, daran dürfte nicht mehr zu zweifeln sein…
    Das wirklich Schlimme ist: Der Nonsens von den „gut unterrichteten Kreisen… und dem Vize-Papst“ ist nicht mehr undenkbar… Wenn zwei Päpste konzelebrieren, warum sollen wir nicht auch noch mit einem Vize-Papst erfreut werden?

    • Papst Franziskus hat ja in einem seiner jüngeren Interviews erklärt, dass von jetzt an ein „Rücktritt“ des Papstes zur Normalität werden könnte. Benedikt habe sozusagen den Weg dazu frei gemacht. Einen „Rücktritt“ von Bischöfen gäbe es ja auch erst seit dem Vat II hat er in diesem Interview ebenfalls erklärt.
      Außerdem hat er dort gesagt, er hätte befürwortet, Benedikt wieder aus der „Versenkung“ zu holen, da er ein so wertvoller, weiser Mann wäre.
      Falls Franziskus zurücktreten will, wenn Benedikt noch lebt, werden wir also drei „Päpste“ haben.

      Es wird immer klarer: die neue Weltordnung – d.i. die UN- hat die Herrschaften im Vatikan voll unter Kontrolle. Sie haben genügend „Triebkräfte des Wandels“ im einstigen Hauptfeind katholische Kirche angeheuert und müssen diese nun nicht mehr fürchten bei der Umsetzung ihrer perversen „Schöne neue Welt“-Pläne:

      UN-Richtlinien, wie man Glaubensbasierte Organisationen als Triebkräfte des Wandels anheuert
      http://derkatholikunddiewelt.blogspot.de/2013/10/un-richtlinien-wie-man-glaubensbasierte.html

      Papst Franzlskus hat als Kardinal kräftig bei der „United Religions Initiative“, einer UN-Gründung, mitgemischt, (stand neulich bei remnantnewspaper, das gerade online nicht zu erreichen ist) daher ist man bei der UN vom ihm auch so begeistert.

  12. Der Hinweis auf die Kohabitation, die in Frankreich vorkommt, paßt nicht. Es gibt nur einen Papst, Benedikkt XVI ist zurückgetreten. Selbstverständlich kann er konzelebrieren, Priester ist er allemal.

    • Genaugenommen gibt es 266 Päpste, einen amtierenden und 265 ehemalige und 2 lebende und 264 verstorbene. Gute und weniger gute darunter.
      Per Mariam ad Christum.

  13. Der „Politiker“ Bergoglio und seine Berater wollten sicher durch die (nicht zu vermeidende) Teilnahme Benedikts, zeigen dass der Weg zur Eine Welt Kirche auch die Zustimmung Benedikts findet. Bei der vermeintlichen „Popularität“ des Bischofs meinte man sicher dass Benedikt nicht lautstark begrüßt werden würde. Deshalb war der Bischof schon auf dem Petersplatz bevor Benedikt kam. Wie man sehen konnte erkannte der Bischof am Applaus und den Jubelrufen, dass Benedikt eingetroffen war.
    Wenn es wirklich eine Gemeinsamkeit gäbe, hätte man den Platz gemeinsam betreten.
    Alle wissen jetzt und das ist wichtig, es gibt sie noch die Katholiken der Tradition. So hat Benedikt ein bleibendes Zeichen gegeben. Sicher war der Heilige Geist mit Ihm.

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