Zölibat abschaffen und Giordano Bruno rehabilitieren – Bischof Kräutler und Frei Betto bei Papst Franziskus

Frei Betto Krawattendominikaner(Vatikan) Ein Phänomen des Pontifikats von Papst Franziskus sind freimütige 360 Grad-Wortmeldungen von Kirchenvertretern. Nach Begegnungen mit dem Papst unter Ausschluß der Öffentlichkeit treten sie vor die Kameras, um für ihre persönliche Agenda zu werben, tun dies jedoch unter Berufung auf den Papst. Was davon Papst Franziskus tatsächlich teilt oder unterstützt, läßt sich nicht überprüfen. Die Vorgangsweise, die das Gegenteil der einst gerühmten kirchlichen Diskretion ist, stiftet jedenfalls gehörig Verwirrung. Zwei der jüngsten Beispiele. Am 4. April wurde Bischof Erwin Kräutler und am 10. April der brasilianischen Befreiungstheologe Frei Betto vom Papst empfangen. Beide waren anschließend sehr gesprächig.

Bischof Kräutler zum Priestermangel: Verheiratete Männer weihen

Am 4. April wurde der österreichische Missionsbischof Erwin Kräutler von Papst Franziskus empfangen. Msgr. Kräutler (Jahrgang 1939) ist seit 1981 Bischof der Territorialprälatur Xingu im brasilianischen Amazonas, wo er seinem Onkel Erich Kräutler aus demselben Orden nachfolgte. Erwin Kräutler ist zudem Vorsitzender des Indianermissionsrats der Brasilianischen Bischofskonferenz. Der Bischof gehört dem Orden der Missionare vom Kostbaren Blut (CPPS) an. Der Bischof, dessen Orden im deutschen Sprachraum gute Priester hervorgebracht hat, ist wegen seines Einsatzes für den Regenwald und die Amazonasindianer Liebkind der linken Schickeria. Er soll Papst Franziskus bei der Abfassung einer Enzyklika zum Thema Ökologie behilflich sein.

Nach der Privataudienz beim Papst trat Bischof Kräutler vor die Öffentlichkeit und erklärte in den Salzburger Nachrichten vom 8. April, er und der Papst hätten über die Zulassung von viri probati, von verheirateten Männern zum Priestertum gesprochen. Laut Kräutler habe ihm Papst Franziskus zugestimmt und gesagt, daß er sich durchaus vorstellen könne, daß verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden, wenn die Bischöfe damit einverstanden sind. Damit brachte Kräutler erneut eine Diskussion in Gange, die eigentlich als erledigt betrachtet wurde. Seit dem argentinischen Pontifikat tauchen diese und andere Themen der progressiven Wunschliste immer wieder auf. Im vergangenen Sommer war es der damalige Nuntius für Venezuela, der soeben von Papst Franziskus zum neuen Staatssekretär ernannte Erzbischof Pietro Parolin, der die Diskussion um die Abschaffung eines verpflichtenden Zölibats lostrat, ohne selbst Partei zu ergreifen.

Papst: Bischöfe sollen sich einigen und Lösungen vorschlagen

Laut Kräutlers Worten würde Papst Franziskus den Bischofskonferenzen in dieser Frage eine entscheidende Rolle zukommen lassen. Sie sollten entscheiden, ob sie es für angemessen erachten, auch verheiratete Männer zu weihen. Er, Kräutler, habe in seiner flächenmäßig großen Diözese viel zu wenig Priester zur Verfügung. An vielen Orten könne lediglich zwei, drei Mal im Jahr eine Heilige Messe zelebriert werden. Immer laut Kräutlers Darstellung habe der Papst zu verstehen gegeben, daß nicht Rom alles entscheiden könne, sondern die „nationalen und regionalen Bischofskonferenzen“ sich auf Reformen einigen und Rom Vorschläge zur Lösung unterbreiten sollten. Der Papst habe Kräutler von einer mexikanischen Diözese erzählt, in der es nur wenige Priester, aber 330 Diakone gebe, die aber keine Heilige Messe zelebrieren können. Die Frage sei, wie sie in dieser Situation weitermachen sollen.

Bei der Diözese, was Kräutler nicht sagte, handelt es sich um die mexikanische Diözese San Cristobal de las Casas. Eine Problemdiözese außerhalb jeder Norm, in der es wirklich an allem mangelt, außer an Diakonen.

Frei Betto fordert Rehabilitierung des Häretikers Giordano Bruno

Am 10. April wurde der brasilianische Dominikaner Frei Betto Libanio Christo von Papst Franziskus in Audienz empfangen. Der Krawattendominikaner (Jahrgang 1944) gilt als einer der führenden Befreiungstheologen Lateinamerikas mit ausgezeichneten Kontakten zu Linksregierungen, darunter auch zu den Brüdern Castro auf Kuba. Unter seinem Freund Lula da Silva, dem sozialistischen Staatspräsidenten Brasiliens (2003-2011), war Bruder Betto mehrere Jahre Regierungsberater. Sozialpolitischer Einsatz stand für Frei Betto immer an erster Stelle, weshalb er nicht wegen seines Glaubens, sondern für seinen politischen Kampf gegen die Militärregierung vier Jahre im Gefängnis saß und auch gefoltert wurde. Zu den Freunden Bettos gehört auch der nicht minder starrsinnige Leonardo Boff.

Frei Betto ist Autor des „Neuen Credo“, in dem er bekundet: „Ich glaube an den vom Vatikan und von allen heute und künftig existierenden Religionen befreiten Gott. Den Gott, der vor allen Taufen, vor allen Sakramenten ist und der über alle religiösen Doktrinen hinausgeht. Frei von den Theologen verbreitet er sich uneigennützig in den Herzen aller, der Gläubigen und der Atheisten, der Guten und der Bösen, jener, die sich für gerettet halten und jener, die sich für Kinder der Verdammnis halten und auch jener, die dem Geheimnis, was nach dem Tod sein wird, gleichgültig gegenüberstehen. Ich glaube an den Gott, der keine Religion hat […] Ich glaube an den Gott, der sich auf der Kehrseite der atheistischen Vernunft versteht […].“

Papst: „Werde für Giordano Bruno beten“

Wie bereits bei der Privataudienz für Gustavo Gutierrez gibt es keine Fotos von der Begegnung des Papstes mit Frei Betto. Bruder Betto stellte sich anschließend vor die Presse und erklärte der spanischen Presseagentur EFE, er habe Papst Franziskus aufgefordert, den italienischen Philosophen, Astronomen und Häretiker Giordano Bruno zu rehabilitieren. In einem Interview für die italienische Tageszeitung La Repubblica sagte Betto, er sei von Papst Franziskus im Gästehaus Santa Marta empfangen worden. „Ich habe den Papst zum Bruder gefragt, der auf dem Scheiterhaufen gelandet ist und ihn aufgefordert, offiziell Giordano Bruno zu rehabilitieren. Ich denke, daß die Kirche endlich Gerechtigkeit schaffen sollte. Papst Franziskus habe ihm geantwortet, daß er für Giordano Bruno „beten“ werde.

Der „progressive Theologe aus Brasilien“ (La Repubblica) zeigte eine sichtliche Genugtuung darüber, daß ihm der Papst auf seinen Vorstoß zur Rehabilitierung Giordano Brunos keine negative Antwort gegeben habe, den Frei Betto für einen „Humanisten“ hält.

Atheistischer „Anti-Heiliger“ für Theologie bald „wichtig wie Thomas von Aquin“

Betto zeigte sich überzeugt davon, daß die Schriften von Giordano Bruno wie jene des heiligen Thomas von Aquin „in einiger Zeit noch zu einem wichtigen Beitrag für die Theologie werden“.

Giordano Bruno war am 17. Februar 1600 als einer der wenigen Ketzer von der römischen Inquisition auf dem Scheiterhaufen auf dem Campo dei Fiori in Rom verbrannt worden. Nach der italienischen Einigung errichtete die italienische Freimaurerei ein Denkmal für Giordano Bruno. Der militante Atheismus, in Selbstdefinition „kirchenkritische Humanisten“, verehrt den ehemaligen Dominkanerbruder als seinen „ketzerischen Anti-Heiligen“. Dazu zählt auch die atheistische Giordano-Bruno-Stiftung in Deutschland und Österreich, der Karlheinz Deschner angehörte, der am 8. April verstorben ist.

Papst als „liebender Vater für die Befreiungstheologie“

Zudem gab Frei Betto bekannt, mit dem Papst auch über die Befreiungstheologie gesprochen zu haben. „Ich habe ihm gesagt, daß der Papst für die Befreiungstheologie ein liebender Vater sein muß, so wie er es tatsächlich ist, weil alle wir Theologen Kinder der Kirche sind.“ Für Betto gibt es eine klare Schuldzuweisung, denn nie seien Progressive oder Befreiungstheologen in der Kirche für „Brüche“ verantwortlich gewesen: „Wir haben niemals Brüche innerhalb der Kirche provoziert. Alle Spaltungen, Häresien und Brüche seit dem 20. Jahrhundert wurden von den Rechten verursacht, von den Konservativen und Traditionalisten“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons/La Repubblica (Screenshot)

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32 Comments

  1. Das hat ja schon wieder was: „Papst Franziskus habe ihm geantwortet, daß er für Giordano Bruno „beten“ werde.“ –
    Das klingt genauso wie „Bald! Bald!“ auf die Bitte, etwas für die Franziskaner der Immaculata zu tun.

  2. Aber am verrücktesten ist das, was auf wikipedia zu Giordano Bruno steht:

    „Am 12. März 2000 erklärte Papst Johannes Paul II. nach Beratung mit dem päpstlichen Kulturrat und einer theologischen Kommission, die Hinrichtung sei nunmehr auch aus kirchlicher Sicht als Unrecht zu betrachten.“

    Etwas weiter unten heißt es dann:
    „An der Ablehnung der Gottessohnschaft Christi, des Jüngsten Gerichts und der Behauptung vieler ‚Welten‘ hielt er fest.
    Am 8. Februar 1600 wurde das Urteil des Heiligen Offiziums verlesen: Giordano Bruno wurde wegen Ketzerei und Magie aus dem Orden der Dominikaner und aus der Kirche ausgestoßen und dem weltlichen Gericht des Gouverneurs in Rom überstellt, mit der ausdrücklichen Bitte, dieser möge die Strenge des Gesetzes mildern und keine Strafen gegen Leib oder Leben verhängen. Außerdem wurden alle seine Schriften verboten, seine Werke sollten öffentlich zerrissen und verbrannt werden.
    Bruno reagierte auf das Urteil mit seinem berühmt gewordenen Satz: „Mit größerer Furcht verkündet Ihr vielleicht das Urteil gegen mich, als ich es entgegennehme“ („Maiori forsan cum timore sententiam in me fertis quam ego accipiam“).
    Von dem weltlichen Gericht des römischen Gouverneurs wurde Bruno anschließend zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Giordano_Bruno

    Es ist hier wieder einmal zu erkennen, dass es oft die weltliche Gerichtsbarkeit war, die die Brutalität anwandte – entgegen der kirchlichen Bitte um Milde und Schonung.
    So war es ja auch meistens bei den Hexenprozessen.

    • Kann man wirklich davon ausgehen, dass das Gericht des Gouverneurs in Rom dieses Todesurteil gefällt und vollstreckt hätte, wenn es sich nicht der wohlwollenden Zustimmung des absolutistisch regierenden Landesherrn sicher gewesen wäre? Papst Clemens VIII konnte seine Hände in Unschuld waschen; die grausame Exekution verübten andere für ihn. Mit den Hexenprozessen in den geistlichen Territorien z. B. in Bamberg, Würzburg und Fulda, war es nicht anders. Hunderte von angeblich überführten Frauen und Männern wurden von Untergebenen der geistlichen Herrscher „rechtmäßig“ gefoltert und verbrannt.
      Hexenverfolgung war zwar keine katholische Spezialität, aber ich denke man sollte heute auf billige Entschuldigungen verzichten, weil man damit der Kirche nichts Gutes tut.

      • Sie haben recht, wenn Sie sagen, man solle keine billigen Entschuldigungen liefern.
        Die Frage ist aber, was hier in dem Fall zutrifft.
        Clemens VIII. hat Bruno nie angehört, das stimmt, spielt aber für die Tragik der Situation keine Rolle – er wusste ja, was Bruno vertrat, und das waren und sind Häresien.
        Das Heilige Offizium hat ihn aus der Kirche ausgestoßen und um Verschonung an Leib und Leben plädiert.
        Beweisen Sie, dass das nicht ernst gemeint war.
        Es spielt in dem Fall doch so viel anderes herein, das gar nicht alleine aufseiten der Kirche liegt. Und so war es auch bei den Hexenprozessen. Immerhin hatte Karl der Große Hexen-Lynch-Justiz einmal bei Todesstrafe verboten. Warum? Weil diese Panik vor Schadenszauberern vorchristlich, also heidnischem Denken entsprang!
        Es gibt darüber aber genauere Untersuchungen udn es ist an sich ein etwas anders gelagertes Thema.

  3. „…er und der Papst hätten über die Zulassung von viri probati, von verheirateten Männern zum Priestertum gesprochen“

    So etwas habe ich schon vor einigen Wochen im Konradsblatt gelesen. Da stand sogar, der Papst habe in Privataudienz gesagt, man solle die laisierten Priester, die zwischenzeitlich eine Familie gegründet hätten, zurückholen und wieder in der Seelsorge einsetzen. So ließe sich der Mangel ausgleichen.

    • Vielleicht holt man Leute aus den vielen, vielen Ämtern in der Bistumshierarchie. Die Zusammenlegung von Bistümern bringt sicher einen Synergieeffekt.

  4. Bischof Kräutler, dessen Ablaufdatum Gott sei Dank bevorsteht (fragt sich gerade bei diesem Papst nur, wer ihm nachfolgt), sollte einmal darüber nachdenken, ob nicht seine inhaltliche Linie am von ihm beklagten Priestermangel mit schuld ist. Zu Frei Bettos Auslassungen kann ich nur mehr Karl Kraus zitieren: „Mir fällt zu Betto nichts mehr ein.“

  5. Bischof Kräutler fehlt uns geradenoch. Die Indios vertritt er selbsternannt. In Brasilien spielt er sich auf. Ein Wichtigtuer und Großtöner. solche Leute brauchen wir nicht.

  6. Wer das hl. Messopfer „versteht“ – soweit man es verstehen kann – versteht auch den Zölibat. Messopfer und Zölibat: beides Hingabe an Gott, Opfer. Aber nachdem das Messopfer faktisch abgeschafft wurde lässt sich logischerweise auch der Zölibat nicht mehr verstehen. Eine logische Folge. So hat’s auch bei den Protestanten angefangen. Will man den Priestermangel beheben, so muss man absolut zum Messopfer zurückkehren, sprich: zur Messe aller Zeiten, zur Traditon, in Lehre, Liturgie und Disziplin. Dann haben sich all diese aufgewärmten „Diskussionen“ um den Zölibat und die ‚viri probati‘ ein für allemal erledigt.

    Bruder Betto ist ein klassischer Modernist, was angesichts seines „Neuen Credo“ eindeutig nachweisbar ist. Vor 100 Jahren wäre er unter Pius X. exkommuniziert worden. Heute wird er in Audienz empfangen. „Tempora mutantur.“ Die Forderung einer Rehabilitierung Brunos ist genauso absurd wie diejenige Luthers. Und angesichts dessen, dass die italienische Freimaurerei Bruno ein Denkmal setzte, sollte jedem gläubigen Katholiken zu denken geben. – Ach und übrigens, Bruder Betto, zeigen Sie mir doch bitte mal welche „Häresie“ man bei „den Konservativen und Traditionalisten“ findet. Sie sind es doch, der mit seinem „Neuen Credo“ eine Häresie spricht und einen Bruch mit der Tradition herbeigeführt hat. Es grenzt schon an Schwachsinn zu behaupten, dass es in der Tradition Häresie, Spaltung und Brüche gibt. Das hat selbst von Kardinal Müller nicht vernommen.

    • Priestermangel ? Wer will denn noch Neupriester werden ? Unter der Fuchtel der Laien.
      Das ist doch die Wahrheit. Nichtausgebildete sollen auch in Amt und Würden, verheiratete Männer. Nur im OP hat man diesen Wahnsinn noch nicht, dort haben amateure nichts zu suchen.

      • Geht es um „ausgebildet“ oder „nicht ausgebildet“? Der Pfarrer von Ars hat gerade mal mit Ach und Krach seine Priesterausbildung geschafft…
        An „Ausgebildeten“ fehlt es nicht. Der Bildungsstand ist ja insgesamt sehr hoch. Die PGRs in unserer Ortsgemeinde sind alle studierte Leute, teilweise sogar Theologen mit Dr. – nein, das ist es nicht!
        Wen Gott beruft, der ist der Richtige. Gott sieht das Herz an. Oft waren seine Berufenen vor der Welt nicht die erste Wahl, sondern eher „Amateure“ mit Mängeln (z.B. Moses, auch David als Hirtenbursche, ganz auffallend auch Maria, die niedrige Magd etc.)

        Für mich stellt sich eine ganz andere Frage: wie soll in einer Kirche, die sich zu einer häretischen Sekte verwandelt hat, jemand noch eine Priesterberufung empfangen oder leben?!

      • Es kann so aussehen, als hätte ich diesen Gesichtspunkt überbewertet. Die Berufung ist schon entscheidend im Kontext versteht sich.

      • Der Priestermangel ist doch eine Lüge (das wahre Übel ist der Gläubigermangel), und wenn es in einigen Diözesen einen gibt, dann ist dieser Hausgemacht und bewusst herbeigeführt worden, den es ist ja nicht nur einmal vorgekommen das wahrlich von Gott den Herrn zum Priestertum berufene Männer, von einen Priesterseminar abgelehnt wurden oder während des Studiums rausgeschmissen wurden. Und mit den ständigen Hinweis auf einen angeblichen „Priestermangel“ soll ja so und so nur das Umgesetzt werden was die antikatholische, häretisch- schismatische „Pfarrerinitiative“ in ihren „Aufruf zum Ungehorsam“ fordert, daher will man erreichen das erstens der Heilige Zölibat eliminiert wird, und zweitens das Frauenpriestertum eingeführt wird. Denn die „Konzilskirche“ alias „Die Neue Kirche“ scheut wahrlich katholische Priester wie der Teufel das Weihwasser.

        Gottes und Mariens Segen en Wegen

      • Genau. Die Zahl der Gläubigen schrumpft. Das hängt damit zusammen, dass jeder Bischof meint, die Lehre neu erfinden zu müssen, ich korrigiere mich, fast jeder Bischof. Einige Glaubenstreue gibt es noch neben der großen Zahl der kirchlichen Selbstbastler.

  7. Verheiratete Priester, gute Menschen, es gibt nichts dagegen zu sagen. Aber als Priester? Würde ich diesem Plan zustimmen, wenn sich die verheirateten Kandidaten von ihren Frauen getrennt im Seminar aufhalten und gemeinsam jahrelang beten, studieren und leben könnten, wobei sie während dieser langjährigen Ausbildungszeit natürlich keinen Beruf ausüben können und nur selten ihre Familie treffen können.

    Als ein ausländischer Priester halte ich den Glaubensmangel der Gläubigen für die Ursache des Nachwuchsproblems. Wer wird Priester dort, wo die Priester so verachtet werden, wo seine Berufung nur als Beruf gilt, wo die Ideologie viel mächtiger ist als die Wahrheit? So wird keiner zu Priester, dann muss man das produzieren, indem man sich gegenseitig Priester und Diakon nennt. So postmodern ist diese Vorstellung, die das Selbstbetimmungrecht über alles stellt, sogar über das Leben der Ungeborenen.

    Eine Priesterweihe ohne die gemeinschaftliche Erfahrung im Seminar ermöglicht letztendlich die Verwandlungs des Priesterseins von Berufung in Beruf. Und weil das dann ein Beruf ist, kann man einfach aussteigen, wenn das ihm nicht gefällt.

    Doch schönen Abend!

    • Gut getroffen. Das genau ist es. Gut getroffen. Berufsausüber können den Beruf an den Nagel hängen. Beten wir weiter für Berufungen.

  8. Der Priester in der RKK ist ganz aufgegangen und eingegangen in Christus und lebt nur noch dafür, IHN buchstäblich immer und überall, und vor allem am Altar und im Beichtstuhl sichtbar zu machen. Deshalb auch Zölibat für den Priester: so hat Jesus gelebt, und so hat auch dessen Mutter Maria gelebt. Das ist eine deutliche Maßgabe. Immer wieder hört man, es sei damals nicht denkbar gewesen, zölibatär zu leben. Nun ist aber Jesus nicht nur selbst ehelos gewesen, sondern stammt auch menschlich von einer zölibatären, wenn auch verheirateten Mutter. Letzteres spricht auch nicht gegen den Zölibat, sondern dafür, dass der Zölibatär nicht weggeschlossen werden muss, wie es uns vielleicht unsere sündhafte Natur vorgaukelt, sondern die große Hoffnung beinhaltet, dass jede Frau und jeder Manmn, also hier v.a. der Priester sehr glücklich mitten unter Menschen, resp. Frauen leben kann, ohne daran kaputtzugehen, dass er zölibatär lebt: er hat Freunde, Brüder, Schwestern, Mütter im Herrn, darf und soll lieben, aber auf einer anderen Ebene als ein Verheirateter.
    Es ist so eindeutig – auch der Hinweis auf die Orthodoxie hilft da nichts, weil dort nämlich der Priester eben nicht in diesem buchstäblichen Sinn, wie in der RKK, in persona Christi handelt. Das Koordinatensystem ist dort verschoben: nicht nur hinsichtlich des Priestertums, sondern auch hinsichtlich der Ehe und der Abwertung der Frau (Zulassung einer Wiederverheiratung sogar mit kirchlichem Segen und natürlich auch Kommunionempfang!). Die Orthodoxie widerspricht hier dem Herrn offen ins Gesicht und behauptet, dass dessen Verurteilung der Herzenshärtigkeit, die zur Scheidung führt, ja nicht so gemeint sei, dass man sich nicht doch scheiden dürfe – man müsse damit nur vorsichtig umgehen… Was soll man von Leuten „lernen“, die das Wort Jesu mit Füßen treten und die Sünde auch noch segnen?
    (Ich sage das, weil gerade unter Frommen ein Orthodoxiewahn ausgebrochen ist. Dabei ist die Orthodoxie an entscheidenden Punkten mit allen Risiken und Nebenwirkungen nicht nur schismatisch, sondern auch häretisch. Da hilft auch die Ästhetik nichts, die ja wohl der Hauptgrund für den Hype der Frommen ist.)

  9. Dieses „neue Credo“ klingt wie das „neue Evangelium“ des New Age (m. Hubbard). Beides ist dämonischen Ursprungs und leugnet die Heiligste Dreifaltigkeit und die Erlösung durch Jesus Christus.
    Von wegen alle Theologen seien Kinder der Kirche. Welcher denn?

  10. „Ein Volk ohne Religionsunterricht geht zugrunde.“
    „Der Gottesdienst nützt nichts, wenn er nicht verstanden wird, wenn die Seelen die Grundlagen des Glaubens nicht kennen und folglich nicht ins Leben umzusetzen versuchen.“
    „Dann wird die Frömmigkeit zu Sentimentalität und die Religion ist nicht mehr Norm und Richtschnur für die Lebensführung.“
    „In Hinsicht auf die Religion haben wir in der heutigen ungünstigen Zeitlage die Menschen großen Teils zu den Ungebildeten zu rechnen.“
    (Hl. Pius X., Kompendium der christlichen Lehre IX).
    Es ist richtig: Der hl. Pfarrer von Ars hat seine Ausbildung kaum abschließen können, mit Mühe und Not erreichte er seinen Abschluss. Doch er war als Priester so gut ausgebildet, dass sich die heutigen „Konzilspriester“ nicht mit ihm messen können. Weil die zukünftigen Priester nach dem 2. Vatikanischen Konzil an den theologischen Fakultäten eher den Glauben ausgetrieben bekommen, als dass er gelehrt wird. Laientheologen geht es genauso.
    So viel zur Ausbildung. Vielleicht noch der Hinweis: Man kann Erzbischof Lefebvre nicht dankbar genug sein, dass er den größten Wert auf die Priesterausbildung legte, in dem er ein eigenes Seminar gründete. Nicht um seine Ideen zu verbreiten, sondern um den unverfälschten 2000jährigen Glauben der Kirche zu retten.
    Zum Zölibat: Er ist mit der Messe Paul VI. nicht zu halten. Er erledigt sich. Die neue, protestantisierte Messe braucht nicht den zölibatären Priester, so wenig, wie die Protestanten ihn brauchen. Die neue Messe wird auch das „Frauen-Pfarrertum“ nicht verhindern. Vielleicht braucht es noch ein paar Generationen, aber dann wird die Schranke fallen.
    Der überlieferte römische Ritus braucht den zölibatären Priester. Weil er am Altar, bei der Spendung der Sakramente, der Stellvertreter Jesu Christi ist, Sein Werkzeug, Sein Diener, Sein Repräsentant. Jesus Christus lebte jungfräulich. Seine Jungfräulichkeit ist das Vorbild für Seine Priester.
    Zu Bergoglio: Wenn er wirklich eine so wichtige Frage wie den Priesterzölibat den nationalen Bischofskonferenzen überlassen will, wenn das wirklich stimmen sollte, sehe ich mich gezwungen, meine Vermutung zu wiederholen: Judas sitzt auf dem Stuhl Petri.
    Weil er die Kirche Jesu Christi dann grundsätzlich verändert. Er macht sie zu einer evangelikalen Nationalkirche. Für was brauchen wir dann noch einen Papst?
    Ja klar: Um die bösen Traditionalisten zu unterdrücken. Um die Kirche von ihnen zu befreien. Ich darf an das Schicksal des blühenden Ordens der Franziskaner der Immakulata erinnern.

    • @ Zeitlos
      Ja, Sie haben recht: Judas (Teufel) sitzt auf dem Stuhl Petri.
      Wie weit läßt Jesus Christus ihn wüten und zu welchem Zwecke????? Merkt denn niemand unter den Nachfolgern der Apostel, was da gespielt wird?! Oder sind sie alle so unglaublich feige??? Vor wem fürchten sie sich, vor diesem Papst? Selbst ein Papst Alexander VI. hätte es nicht geschafft, die Kirche in diesen Abgrund zu reißen! Er hat keine Lehre der Kirche verändert oder angegriffen. Er hat ein paar Kinderchen gezeugt, aber das haben viele andere Priester bis heute auch getan und sie werden noch nicht einmal dafür bestraft ! Sie haben ja „nur“ den Zölibat gebrochen… Daß, was Cardinal Kasper in Tateinheit mit Papst Bergoglio da anzettelt, ist der Abriß der Kirche, nichts weniger. Wenn man tatsächlich versucht, ein SAKRAMENT Jesu Christi zu zerstören, was sollte diese Teufel denn dann noch bremsen, den Rest auch noch den Jordan runter zu jagen! Paul VI. roch den Satan ja schon in der Kirche, jetzt ist aus dem Rauch dicker Qualm geworden der die Hirne betäubt. Von der Heiligen Katholischen Kirche ist wirklich nur noch der kleine Rest da, der in der FSSPX ausharrt. Mgr. Fellay, bleiben sie standhaft !!!

      Laudetur Jesus Christus !!

      • @ schönberger franz

        … bloß fängt das, was Sie da beschreiben, nicht mit F. und seinem Adlatus an. Seit Jahrzehnten geht das schon so. Genauer: Seit Johannes XXIII., in manchem aber schon bei Pius XII. Und die Trennlinie war dann das Konzil.
        F. ist einfach nur die faule Frucht des Konzils: alle seine Vorgänger waren nch vorkonziliar geweiht. Er ist der erste echte Nachkonzilspapst…
        Und nur seine häretischen Vorgänger konnten einem solchen Budenzauberer den Weg ebnen…

  11. Wie ein Magnet zieht dieser Papst die alten Häretiker an, die in den vergangenen Jahren in Deckung gegangen sind. Es ist beinahe unbedeutend, was der Heilige Vater selber denkt, wenn er diesen Leuten ein solches Podium bietet. Ich fühle mich wie in den 80er Jahren. Noch einmal derselbe Schwachsinn der mittlerweile alt gewordenen Modernisten.

  12. Dieser Bericht hat mich sehr geärgert und verdrossen-aber die Nachricht, dass Karlheinz Deschner am 8. April verstorben ist,dann aber wieder vollständig beruhigt.Dieser arme Mensch hat vorallem mit seiner Kriminalgeschichte der hl. Kirche unendlich viel Schaden in vielen Seelen angerichtet.Ich bete inständig für uns alle-und dessen arme Seele um Nachlass, Vergebung und Verzeihung aller unserer Sünden,in der Gnade Gottes um ein seliges Ende.Dene Nachfahren-ergo sequaces ejus- möchte ich vor solchem satanischem Kirchenhass warnen-denn die Mystik sagt, wer Bücher gegen die Hl.Kirche schreibt gelangt nicht zu Anschaung Gottes, bis das letzte Blatt des letzten Buches vernichtet ist.Da mögen vielleicht obige Kirchenfürsten lachen-doch wer dann zuletzt lacht werden wir sehen.

  13. Es gibt den berüchtigten Geist des Konzils – und nun gibt es auch noch den Geist Papst Franziskus‘. Hoffen wir, daß der der wahren Meinung des Heiligen Vaters genauso wenig entspricht wie der Geist des Konzils dem Hl. Konzil, und beten wir, daß Franziskus bald endlich zu klaren Worten und kräftigen Taten findet, die seine wirklichen Ansichten ausdrücken, und daß wir alle davon positiv überrascht sein werden!

  14. Es ist tragisch, daß ein Priester so viel Mut aufbringt und ins Gefängnis kommt, wo er Schreckliches erduldet – und dann steht er doch auf der falschen Seite.
    Wie kann man nur so verbohrt sein?

    Damit ähnelt er übrigens Giordano Bruno, der nach allen Zeugnissen ein selbstbesessener und beratungsresistenter Egomane war.

    Im Philosophiestudium lasen wir auszugsweise einige seiner Werke. Daß Bruno angesichts des wirren und unnachvollziehbaren Zeugs, das er hinterlassen hat, ausgerechnet als Patron der Wissenschaft gelten soll, ist total absurd. Bruno tendiert zur Gnosis (die Materie bringt aus sich die Formen hervor). Oder zur Magie.
    Seine Werke sind mEn so verworren, dabei aber auch revolutionär, daß man dagegen auftreten mußte.

    Man muß Frei Betto und vor allem dem hl. Vater dringend raten, diese Geister nicht wieder zu rufen. An der Stellung zu Giordano Bruno wird sich das weitere Pontifikat messen lassen müssen.

    Stellt sich der hl. Vater positiv zu Bruno, haben wir ein echtes Problem.

  15. Solche Bitten werden ernsthaft und offiziell in Rom dem Papst vorgetragen? Von römisch-katholischen Priestern? Also wenn dies keine Inszenierung von Freimaurern ist, was ist es dann?

  16. Zölibat – DAS ist eine „Erfindung“ der RKK aus viel späterer Zeit und hat mit dem Leben unseres Herrn Jesus Christus GAR nichts zu tun !!! – und mit dem wahren Glauben noch viel weniger – unsere Kirche täte gut daran endlich dieses „Relikt“ ad Acta zu legen !!

    —übrigens: ICH bin NACHWEISLICH Nachkomme eines katholischen Pfarrers !!! Nur das damals die Frau (seine Haushälterin) aus dem Ort verstoßen wurde !!! und der feine Herr Pfarrer „fein raus“ war – aber Gott sei Dank gibt es heutzutage GENTESTS !!!

    und TROTZDEM – glaube ich an GOTT !!!!

    • Jesus hat zölibatär gelebt und dies auch als „Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen“ neben der unauflöslichen Einehe hochgeehrt, und Paulus hat den Zölibat sogar für jedermann (also a l l e) Männer und Frauen empfohlen, aber für die, die das nicht können oder dazu berufen sind, die Ehe empfohlen. Dazwischen gibt es nichts. Wennalso einer – wie Ihr Vater – bereits die Ehelosigkeit versprochen hat, ist es ebenso ein Fehltritt, dann mit jemandem zu schlafen wie wenn ein Ehemann dies mit einer anderen als der Ehefrau tut. Wenn dabei Kidner entstehen, müsste er den Mumm haben, dafür einzustehen, seine persönliche Schuld bekennen, der Frau gerecht werden und vor allem sein Kind zu schützen.
      Wer das nicht tut, sondern den Spieß umdreht und die Frau verfemt, ist unglaubwürdig.
      Die Kinder können dafür nichts. Aber ich weiß, weil ich mal mit einer alten Dame befreundet war, die ein „Bastardkind“ war, wie hart man solche Kinder früher behandelte, womöglich noch um den Erzeuger zu schützen.
      Das – nur diese Feigheit, Verlogenheit und Doppelmoral – war nicht recht.
      Der Zölibat ist deswegen ebenso wenig falsch wie die Ehe.

      • Danke für Ihre klaren Worte !!! Ich sehe das auch so – allerdings handelt es sich nicht um meinen Vater sondern einen „früheren“ Vorfahren („Vater“ meines Urgroßvaters). Durch einige Recherchen meinerseits konnte ich aber Nachfahren aus „seiner Linie“ ermitteln und dann die Abstammung zweifelsfrei feststellen – natürlich mit dem Einverständnis dieser Personen.

        Ich bin aber NICHT wegen dieser Vorgeschichte gegen das Zölibat – sondern aus ganz „praktischen“ Gründen.

        @ MisterX: WIE kommen Sie darauf das Freimaurer „so etwas“ inszenieren ?? Lassen Sie doch diese „platten“ Unterstellungen – damit haben schon die braunen Machthaber vor 70 Jahren „herumgeschmissen“ – ich hoffe nicht das Sie sich mit DIESEN auf eine Stufe stellen wollen !!!

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