„Wollt ihr wie Juden und Christen werden?“ – Islamistische Indoktrination in Libyen

Libyen und seine historischen Regionen: heute ein zerrissenes Land mit islamistisch kontrollierten Gebieten(Tripolis) Fathi Abdelmounaim, Moderatorin beim Fernsehsender Al Manara schildert, was an den Schulen von Bengasi im östlichen Libyen heute unterrichtet wird. In diesem Teil des Mittelmeeranrainerstaates, der einst von Oberst Muammar al-Gaddafi regiert wurde, ist der Staat heute abwesend. Die Kontrolle üben islamistische Milizen und Clans aus. An den Koranschulen lehren die Imame „extremistische Ideen“ so Abdelmounaim.

Die Imame „indoktrinieren die Kinder zur Ablehnung der Demokratie“. Die Demokratie sei „nur eine Sache der Apostaten“, schildert Abdelmounaim die Lage.

Koranschulen außer Kontrolle

Von der Hauptstadt der Kyrenaika ging der Protest gegen Gaddafi aus. Heute nimmt dort vor allem die Zahl der radikalislamischen Prediger zu, die in ihrer Mehrheit aus anderen islamischen Staaten nach Libyen kommen. Grund für diesen Zulauf ist die herrschende Rechtsunsicherheit. Wo immer der Staat schwach sei, tauchen die Islamisten auf, so Abdul Nasser Ahmed, der Vorsitzende der libyschen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. „Niemand kontrolliert heute die Koranschule, weil der Staat keine Mittel dazu hat.“ Das Ergebnis sei, daß alle „islamischen Gruppen, ob Extremisten oder Gemäßigte die Schule für ihre Ideologie mißbrauchen. In den meisten Fällen ist sie extremistisch, wie jene von Ansar al-Sharia“, so Ahmed.

Die Terroristengruppe wird für die Ermordung des amerikanischen Botschafters in Libyen Chris Stevens und von drei seiner Mitarbeiter verantwortlich gemacht.

Indoktrinierung der Jugend

Die Ausbreitung des Islamismus in der Kyrenaika wird indirekt auch von Samia Mahmoud bestätigt. Er ist offiziell vom Staat mit der Inspektion der Koranschule beauftragt. „Einige indoktrinieren die Jugendlichen mit ihren Ideen, die nichts mit dem Islam zu tun haben“, so Mahmoud.

Für Abdelmounaim verbreiten die Imame in Bengasi „eine Kultur des Hasses“. Sie „behaupten, daß das Parlament aus Ungläubigen besteht, daß man nicht an Wahlen teilnehmen soll, weil das nur eine Sache für Apostaten sei“. Die Islamisten würden die Jugendlichen sagen: „Wollt ihr wie die Juden und die Christen sein?“, und die Demokratie annehmen.

Extremistische Ideen

Libyen ist heute ein geteiltes Land. Der Staat ist zu schwach, um das Land wirklich zu kontrollieren, das in seine verschiedenen Teile zerfallen ist und von unterschiedlichen Milizen kontrolliert wird. Islamisten finden dadurch einen fruchtbaren Boden.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons

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