Von der Diktatur des Proletariats zur Diktatur des Relativismus – Roberto de Mattei über die Kirche und den Dialektischen Materialismus

de Mattei(Rom) Der bekannte traditionsverbundene Historiker Roberto de Mattei von der Europäischen Universität Rom gab der Internetseite La Corsia dei servi ein Interview zu den aktuellen Themen für die katholische Welt. Eine katholische Welt, die für den Historiker immer stärker vom Relativismus, von Inkohärenz, aber auch von doktrinären und ethischen Irrtümern durchdrungen ist. Wer darauf aufmerksam mache, werde von jenen zum Schweigen gebracht, die alles und alle akzeptieren, ausgenommen jene, die den Finger in die Wunde legen. Wenn die Kirche aus ihrer gegenwärtigen Krise herauskommen wolle, müsse der falsche Mythos vom „Frühling“, der durch das Zweite Vatikanische Konzil ausgebrochen sei, zerschlagen werden. De Mattei vertritt zudem die These, daß der Kommunismus zwar vor mehr als zwanzig Jahren zusammengebrochen ist, daß aber dessen „ideologisches Herz“ noch lebe, neue Allianzen eingegangen ist und von der Diktatur des Proletariats zur Diktatur des Relativismus wurde.

Beginnen wir bei Ihrer Entfernung bei Radio Maria, die laut Programmdirektor Pater Livio Fanzaga mit einer immer akzentuierteren kritischen Position gegenüber dem Pontifikat von Papst Franziskus begründet wurde. Ihnen wurde vorgeworfen, Ihre umfassende Bildung und Ihre großen Fähigkeiten nicht in den Dienst des Nachfolgers Petri zu stellen. Dabei haben Sie gerade erst ein Buch über das Papsttum veröffentlicht. Letztlich wurde ihr Ausschluß mit einer Unvereinbarkeit mit den Zielsetzungen von Radio Maria erklärt, das von den Mitarbeitern nicht nur die Anerkennung des kirchlichen Lehramtes, sondern auch der pastoralen Vorgaben des Papstes verlangt. Mit anderen Worten: Liest man die Begründung des Programmdirektors wörtlich, dann scheint er Sie nicht in Übereinstimmung mit dem Lehramt der Kirche zu halten. Ihnen fehle das „sentire cum ecclesia“. Mit derselben Begründung waren einige Monate zuvor bereits der Journalist Alessandro Gnocchi und der inzwischen verstorbene Rechtsphilosoph Mario Palmaro von Radio Maria entlassen worden. Wie erklären Sie sich diese Maßnahmen?

Ich habe vier Jahre bei Radio Maria mitgearbeitet und war ausdrücklich von Pater Livio dazu aufgefordert worden. In dieser Zeit leitete ich die monatliche Sendung „Christliche Wurzeln“. Mehr als einmal wurde ich deshalb zum Ziel von Angriffen durch weltliche Medien, hatte aber immer die Unterstützung von Pater Livio. In meiner Sendung habe ich den Papst nie kritisiert und wie sie erwähnen, bin ich Autor eines Buches über das Papsttum, das den Titel Der Stellvertreter Christi trägt. Ich kann von mir sagen, daß ich der Institution des Papsttums meine vorbehaltlose Verehrung entgegenbringe. Meine Entfernung von Radio Maria, die mit einer angeblichen Kritik am Papst begründet wurde, ist mir nach wie vor schleierhaft.

Vielleicht haben einige Initiativen von mir, wie die Unterschriftensammlung zugunsten der Franziskaner der Immakulata gewissen Kirchenkreisen nicht gefallen, und so haben sie von Pater Livio nach den Köpfen von Alessandro Gnocchi und Mario Palmaro auch meinen Kopf gefordert, weil sie uns wohl dem neuen Kirchenkurs gegenüber für zu „unabhängig“ halten. Ich bin hingegen der Meinung, daß es als getaufte Christen unsere Pflicht ist, mit dem gebotenen Respekt all unser Erstaunen, unsere Irritationen, unsere Zweifel und Fragen zum Ausdruck zu bringen, die gewisse Entscheidungen der kirchlichen Autorität in uns hervorrufen. Der Gehorsam hat klar festgelegte Grenzen und darf nie als Kriecherei mißverstanden werden. Es war gerade Papst Franziskus, der am vergangenen 4. Juli in einer Predigt in Santa Marta sagte, wenn es einen Personalausweis für Christen gäbe, dann wäre die Freiheit mit Sicherheit eines der entscheidenden Erkennungsmerkmale.

Es ist kurios, festzustellen, daß es eine Bereitschaft gibt, jenen die sich der Tradition und dementsprechend der Pflege und Verteidigung der tridentinischen Messe verpflichtet wissen, sofort die katholische Staatsbürgerschaft zu entziehen, als wären sie subversive Elemente, Nervensägen, Konfliktverursacher oder gar Häretiker. Für sie gibt es keine Gnade. Ein Beweis dafür sind die Franziskaner der Immakulata, einer der blühendsten und aufsteigenden Orden der Katholischen Kirche, die nun in Ungnade gefallen sind, nur weil sie ihre Spiritualität auf den Alten Ritus hin ausrichten und eine kritische Position zum Zweiten Vatikanischen Konzil einnehmen wollten. Was denken Sie darüber?

Dieses Verhalten ist ein Wesensmerkmal für den neuen Kurs der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Auf der einen Seite wird im Namen der Barmherzigkeit und des Dialogs mit den fernen Brüdern das Ende einer Ära der Verurteilungen gepredigt. Gleichzeitig aber wird mit eiserner Faust gegen jene nahen Brüder vorgegangen, die nicht von der ewiggültigen Tradition der Kirche ablassen wollen. Der Fall der Franziskaner der Immakulata stimmt nachdenklich. In der tragischen Nachkonzilszeit leeren sich die Priesterseminare und Ordenshäuser, Klöster werden aufgelassen und zum Verkauf angeboten, die Berufungen brechen ein und dennoch werden keine konkreten Gegenmaßnahmen ergriffen. Wenn aber ein Ordensinstitut, indem es die traditionelle Theologie, Spiritualität und Liturgie pflegt, die Zahl der Ordenseintritte, der Klöster und Häuser vervielfacht, wird es hart geschlagen. Die Ordenskongregation will die Zerstörung der Franziskaner der Immakulata, weil ein Orden, der wegen seiner Treue zur Tradition blüht und gedeiht, für die Progressiven ein unerträgliches Ärgernis ist.

Trotz der vielen Erwartungen und Hoffnungen, war die Zeit, die auf das Konzil folgte, für die Kirche kein „Frühling“, wie selbst Papst Paul VI. und ebenso seine Nachfolger erkannten, sondern eine Zeit der Krise und der Schwierigkeiten. Dennoch behauptet die Nachkonzilskirche genau diesen „Frühling“, als handle es sich um ein unantastbares Dogma, gerade so, als stünde die Kirche seither am Beginn einer neuen Ära, eines neuen Lebens. Mit ihrer Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils haben sie eine genaue Rekonstruktion dieses kirchlichen Großereignisses vorgelegt. Was ist, knapp ausgedrückt, der entscheidende Schlüssel zu dem, was mit dem Zweiten Vatikanum geschehen ist?

Mit meinem Buch wollte ich nicht einen theologischen Beitrag leisten, sondern einen Beitrag als Historiker. Ich will damit sagen, daß mich als Historiker nicht die hermeneutische Debatte über das Zweite Vatikanische Konzil interessiert. Das Urteil über Kontinuität oder Bruch der Konzilstexte gegenüber der Tradition überlasse ich den Theologen. Welches immer das Urteil über die Konzilsdokumente sein mag, das grundlegende Problem ist nicht ihre Interpretation, sondern die Natur dieses historischen Ereignisses zu verstehen, das das 20. Jahrhundert geprägt hat und unser Jahrhundert noch immer prägt. Aus historischer Sicht stellt das Zweite Vatikanische Konzil ein Ganzes dar, das aus seinem Geist und seinen Dokumente besteht, das heißt, allem aus dem, was in der Konzilsaula geschah, aber auch aus der kulturellen und medialen Atmosphäre, in der die Diskussionen stattfanden. Damit sind ebenso seine Wurzeln und seine Folgen, seine Absichten und seine Ergebnisse miteingeschlossen. Das Zweite Vatikanische Konzil ist ein historisches Ereignis. Das Konzil der Texte kann nicht von jenem der Geschichte getrennt werden, und das Konzil der Geschichte kann nicht von der Nachkonzilszeit getrennt werden, die seine Umsetzung darstellt. Die Forderung, das Konzil von der Nachkonzilszeit zu trennen, ist ebenso unhaltbar wie die Forderung, die Konzilstexte vom pastoralen Kontext zu trennen, in dem sie entstanden sind.

Heute gibt es eine Tendenz, aus dem Zweiten Vatikanum ein „Superdogma“ zu machen. Ein Ausdruck, der vom damaligen Kardinal Ratzinger geprägt wurde. In Italien ist das in etwa vergleichbar mit dem, was in den 70er Jahren rund um den Mythos des Widerstandes gegen Faschismus und Nationalsozialismus geschehen ist. Augusto Del Noce schrieb: Der Widerstand hört auf ein Element der Geschichte zu sein, um ein Maßstab für die Bewertung der Geschichte zu werden. Das, was gestern auf politischer Ebene der Widerstand war, ist inzwischen das Zweite Vatikanische Konzil: Ein Ereignis, das nicht mehr ein Element der Kirchengeschichte ist, sondern zum Maßstab für die Bewertung der Kirchengeschichte wird. Wir müssen daran arbeiten, diesen Mythos zum Einsturz zu bringen.

Heute herrscht die Überzeugung, daß man sich für katholisch halten kann, egal was man denkt oder tut. Heute wird keine objektive Moral mehr wahrgenommen, keine Wahrheit, die über dem Menschen steht, alles scheint subjektiv und relativ und jeder, extrem ausgedrückt, scheint unter Freiheit vor allem zu verstehen, tun und lassen zu können, was man will. Für einen Katholiken, der seinen Glauben ernst nimmt, ist es noch schwieriger geworden, seinen Glauben in einer tauben Gesellschaft zu bezeugen, die einen Weg eingeschlagen hat, der jenem der Zehn Gebote diametral entgegengesetzt ist. Wie kann man konkret ein Leben des christlichen Zeugnisses führen? Was ist die Aufgabe, die heute von einem Katholiken verlangt wird?

Der französische Schriftsteller Paul Bourget beendet seinen Roman „Le Démon de midi“ mit dem Satz: „Man muß leben, wie man denkt, wenn man nicht damit enden will, zu denken, wie man lebt“. Dieser Satz enthält eine tiefe Wahrheit. Wenn sich das Leben nicht dem Denken gleichmacht, gleicht sich das Denken dem Leben an. Um aber gut zu leben, muß man zuallererst gut denken. Das Leben muß mit den Ideen übereinstimmen, aber die Ideen müssen ihrerseits wiederum mit den großen metaphysischen und moralischen Prinzipien übereinstimmen, die das menschliche Leben regeln. Deshalb muß man ein Mensch der Grundsätze sein, weil die Welt von Grundsätzen getragen wird. Die Grundsätze und Gesetze, auf denen sich die Welt stützt, haben ihren Mittelpunkt und ihr Fundament in Gott als oberstem Prinzip und Grund für alles, was existiert. Was für den einzelnen Menschen gilt, gilt ebenso für die menschliche Gesellschaft und auch für die menschlich-göttliche Gesellschaft, die die Kirche ist. Im Laufe der Geschichte kam es vor, daß sich die Christen in ihrem persönlichen Leben von der Wahrheit und den Vorschriften der Kirche entfernten. Das waren die Epochen der Dekadenz, die nach einer gründlichen Reform verlangen, das heißt, nach einer Rückkehr zur Beachtung der Grundsätze, von denen man sich entfernt hat. Wenn das nicht geschieht, besteht die Versuchung, die unmoralischen Verhaltensweisen, die der christlichen Wahrheit widersprechen, ihrerseits zu Grundsätzen zu erheben. Diese Versuchung ist heute unter dem Stichwort der „pastoralen Praxis“ in die Kirche eingedrungen. In diesem Sinn sind die jüngsten Erklärungen von Kardinal Walter Kasper zur Ehemoral von Bedeutung. Da sich „zwischen der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie und den gelebten Überzeugungen vieler Christen ein Abgrund aufgetan hat“, müsse man laut dem Kardinal die Lehre und die Ordnung der Kirche an die faktische Realität anpassen, in der viele Christen leben, angefangen bei den wiederverheiratet Geschiedenen. Die Grundsätze haben sich dem Verhalten der Christen anzupassen, nicht deren Verhalten an die Grundsätze. Man muß denken, wie man lebt und nicht leben, wie man denkt. Das Letztkriterium der Wahrheit wird die soziologische Realität. Die christliche Lehre löst sich in der Praxis auf.

Unsere Aufgabe ist es hingegen, die Wahrheit des Evangeliums zu bekennen und zu leben, indem wir das Gesetz Gottes lieben und befolgen. Dieses Gesetz ist uns nicht fremd, sondern in unser Gewissen eingeprägt. Im Praktizieren und in der Verteidigung des Gottes- und Naturrechts zeigt sich unsere Liebe zu Gott und zum Nächsten. Nur auf diese Weise verwirklicht sich unser Leben vollständig.

Die Kenntnis der Geschichte, um die Gegenwart zu verstehen, wird völlig unterschätzt und vernachlässigt. Damit besteht die Gefahr, alles als bare Münze zu nehmen, was uns vorgesetzt wird, ohne den Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Ohne sich Fragen zu stellen, ohne den Wunsch das Wahre zu suchen, ohne die Mühe der Suche besteht die Gefahr, sich blenden zu lassen. Man läuft Gefahr, jenen Glauben zu schenken, die uns eine Wahrheit präsentieren, die nicht Wahrheit ist. Und das auch im religiösen Bereich. Sind Sie mit dieser Analyse einverstanden?

Die Notwendigkeit, die Geschichte zu studieren, muß vor allem von den Katholiken erkannt werden. Das katholische Denken des 20. Jahrhunderts kennt große Theologen, große Philosophen, große Meister des geistlichen Lebens, große Moraltheologen, aber keinen großen Historiker. Groß meint die Einheit zwischen umfassenden wissenschaftlichen Leistungen aus der Ganzheit des orthodoxen Glaubens heraus. Der Hauptgrund für diesen Mangel am kirchlich-kulturellen Horizont liegt, meines Erachtens, im Verlust des Geschichtssinns, der das Verständnis von den menschlichen Dingen, ihren Gründen und ihren Folgen vor allem aus übernatürlicher Sicht meint. Im Mittepunkt der Geschichte stehen, wie man zu lange gemeint hat, weder die Produktionsverhältnisse noch geopolitische Fragen, sondern die freien Handlungen des Menschen unter der Führung der göttlichen Vorsehung. Der katholische Historiker weiß, daß nichts in der Geschichte irreversibel ist und vor allem, daß die Geschichte nicht die Werte schafft, sondern diesen untersteht und nach diesen beurteilt wird. Das katholische Denken des 20. Jahrhunderts hat sich statt dessen die Hegelsche Vorstellung von der Geschichte als „Weltgeist“ zu eigen gemacht, von einem Geist der Welt der auf dem Weg ist. Die Geschichte geht weiter und die Kirche muß diesen Weg begleiten. Deshalb ist es notwendig, daß sie ihre Sprache, ihre Lehre und ihre religiösen Praktiken der Welt anpaßt, der sie bereits 200 Jahre hinterherhinkt. Das ist die Geschichtsvorstellung, wie sie von Kardinal Martini in seinem letzten Interview geäußert wurde. Die Kirche habe einen Rückstand von zwei Jahrhunderten gegenüber der Welt. Eine Zeitspanne, die genau auf das Gründungsereignis der Französischen Revolution zurückführt. Die Äußerung des Kardinals entspricht dem typisch evolutionistischen Denken, weil es eine Geschichtsphilosophie impliziert, die auf der Überzeugung eines ständigen sozialen Fortschritts beruht, der Teil einer umfassenderen Bewegung zur Perfektionierung des Universums ist.

Kommen wir also zur Evolutionslehre: Heute ist es sehr schwierig, darüber zu sprechen, da sie an den Schulen und durch die Medien wie ein unantastbares, bewiesenes wissenschaftliches Dogma gelehrt wird. Wo aber liegt die Wahrheit?

Die Evolutionslehre ist genau genommen ein Nichts. Sie ist eine Zusammensetzung aus einer wissenschaftlichen und einer philosophischen Theorie. Keine der beiden kann sich alleine halten. Die beiden Theorien sind aufeinander angewiesen, um überleben zu können und stützen sich gegenseitig. Die wissenschaftliche Theorie gründet auf einem philosophischen System. Die philosophische Theorie gründet ihrerseits, um sich zu rechtfertigen, auf der angeblich wissenschaftlichen Theorie. Die wissenschaftliche Theorie präsentiert die Entstehung und Umwandlung des Universums von einer Urmaterie zu immer komplexeren Strukturen bis hin zur Entstehung des Menschen als „Tatsache“. Die Natur aber zeigt uns das Gegenteil. Die philosophische Theorie, die „Idee“, nimmt in Anspruch, die Wirklichkeit des Universums als sich ständig wandelnder Materie zu erklären. Die Vernunft, nicht der Glauben, zeigt uns auch in diesem Fall das genaue Gegenteil. Da die philosophische Theorie daher durch die Vernunft nicht bewiesen werden kann, behauptet sie, sich auf die wissenschaftliche Tatsache zu stützen, die ihrerseits wiederum die philosophische Idee voraussetzt, laut der das Universum keine andere Erklärung hat außer der Materie.

Aus welchem Grund aber hat eine im 19. Jahrhundert entstandene Wissenschaftstheorie wie der Darwinismus den Zusammenbruch der Mythen des 19. Jahrhunderts überlebt? Der Grund dafür ist, meines Erachtens, einfach: Der zeitgenössische Relativismus, die Philosophie, laut der es keine absoluten Werte und keine ewiggültigen Gesetze gibt, sondern alles ständig im Wandel ist, gründet auf dem Evolutionsdogma, das wissenschaftlicher oder pseudowissenschaftlicher Ausdruck des relativistischen Materialismus ist. Heute sind wir von der Diktatur des Proletariats zur Diktatur des Relativismus übergegangen. Wenn die Evolutionslehre fällt, fällt auch der Relativismus. Der Relativismus braucht die Evolutionslehre. Der reale Sozialismus ist vor mehr als 20 Jahren mit der Berliner Mauer zusammengebrochen, aber sein doktrinärer Kern, das ideologische Herz des Kommunismus, der dialektische Materialismus hat überlebt und sein Namen ist heute Evolutionslehre.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corsia dei Servi

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8 Comments

  1. „Das katholische Denken des 20. Jahrhunderts kennt große Theologen, große Philosophen, große Meister des geistlichen Lebens, große Moraltheologen, aber keinen großen Historiker. Groß meint die Einheit zwischen umfassenden wissenschaftlichen Leistungen aus der Ganzheit des orthodoxen Glaubens heraus.“
    Einen solchen grossen, ja überragenden Historiker gab es durchaus. Sein Name ist Hans Urs von Balthasar.

      • Es ist besser sich mit keiner Zeile mit Theologen zu beschäftigen, wie Hans Urs von Balthasar: „die Hölle gibt es, aber sie ist leer“ durch die Barmherzigkeit Gottes, Herbert Haag: Abschied vom Teufel, ein Synonym für die Sünde aus dem Herzen, Karl Rahner mit dem anonymen Christentum in andern Religionen. Es ist eine sehr schlaue Masche Satans, um mit der Barmherzigkeit von der Gerechtigkeit Gottes abzulenken, den Menschen selbst zum Verführer und Vollführer der Sünde zu machen und von der alleinigen Heilserwartung des Christentums abzulenken durch die Relativierung der Wahrheit in andern Religionen. Dass Satan dazu noch Theologen verwendet ist äusserst schwerwiegend.

  2. Zur sog. Alten Messe kann man mit Sicherheit sagen, daß sie im Unterschied zum sog. NO dem entspricht, was Praxis von Anfang an war. Der Herr selbst hat nur den Zwölferkreis beim Letzten Abendmahl gewünscht. Christus hätte auch andere dazu einladen können.
    Die Verwandlung von Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi ist ein unerhörtes Mysterium und soll nicht vor den Augen der Gläubigen stattfinden. So, unter Ausschluß der Augen der Mitgläubigen, wurden die hl. Geheimnisse von allem Anfang durch die Apostel gefeiert. Es kann nicht anders gewesen sein.
    Dies entspricht auch genau dem jüdischen Verständnis insofern, als allein der Hohepriester in das Allerheiligste des Tempels eintreten durfte. Dementsprechend und in Gedenken an das Beispiel des Herrn bei seinem letzten Pascha hatten es auch die ersten Christen, die ja bekehrte Juden waren, gehalten.

  3. Herr Roberto de Mattei, herzlichen Dank für diesen klaren und fundierten Beitrag. Diesen Artikel sollten die römischen Autoritäten verpflichtend zu lesen bekommen.

  4. Gerade heute von besonderer Bedeutung: Kardinal Rafael Merry del Val – unter dem hl. Papst Pius X. Kardinalstaatssekretär – über das wahre mutige Handeln eines Katholiken:

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    „Handeln wir niemals, um der Welt zu gefallen.
    Haben wir den Mut, die Kritik, die Missbilligung der Welt zu ertragen; wenn Gott zufrieden ist, braucht uns nichts anderes zu kümmern.

    Wir müssen den Mut haben, die Wahrheit zu bezeugen und keiner Aufgabe auszuweichen.
    Wir müssen den Mut haben, dem Lächerlichen die Stirn zu bieten, denn oft besteht unsere Aufgabe im Spott der Welt.
    Tut das aus Liebe zu Unserem Herrn, und um Ihm nachzueifern.“
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  5. Die langen Ausführungen gipfeln meines Ermessens in der Feststellung, dass das 2.Vatikanum eine Art Superdogma sein soll. Das finde ich wirklich zutreffend. Alles Vorherige soll hinweggefegt sein.

  6. „Dieses Verhalten ist ein Wesensmerkmal für den neuen Kurs der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Auf der einen Seite wird im Namen der Barmherzigkeit und des Dialogs mit den fernen Brüdern das Ende einer Ära der Verurteilungen gepredigt. Gleichzeitig aber wird mit eiserner Faust gegen jene nahen Brüder vorgegangen, die nicht von der ewiggültigen Tradition der Kirche ablassen wollen.“
    Ja dem ist so. Dann ist diese neue Kirche aber der Gegner der alten Kirche!
    Und wenn sie der Gegner der alten Kirche ist wer ist dann ihr Gott?
    Per Mariam ad Christum.

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