Der freie Markt der Fortpflanzungsindustrie – Die Schweiz und die inhumane Humanität

Der freie Markt der inhumanen Fortpflanzungsindustrie(Bern) Die Nationale Ethikkommission der Schweiz öffnet sich dem Geschäft der Leihmutterschaft. Die Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK) gab ein positives Gutachten für eine „Liberalisierung in alle Richtungen“ ab. Die Bischöfe sind erstaunt. Sie hätten sich eine gründlichere Überlegung erwartet. Statt einer kritischen Prüfung können die Bischöfe in der Entscheidung der NEK nur eine Anpassung an ein bestimmtes Denken erkennen. „Das Gutachten der NEK löst grosses Unverständnis aus, da es eine umfassende Liberalisierung fordert und auf einem zweifelhaften Verständnis über das Leben im Gefüge der Gesellschaft und der Rolle des Staates beruht“, so die Ethikkommission der Bischöfe.

Protest gegen Nützlichkeitsdenken und Minimalismus liberaler Ethik

Die Kommission für Bioethik der Schweizer Bischofskonferenz erhob „mit Heftigkeit“ Protest gegen die Unterwerfung der Bioethik unter die Gesetze des freien Marktes. Eine Gesellschaft, in der alles erlaubt ist, was die individuellen Wünsche befriedigt, wird nicht automatisch humaner, sondern läuft die große Gefahr das Zusammenleben zu dekonstruieren und „eine dem blossen Nützlichkeitsdenken verpflichtete minimale liberale Ethik“ zu vertreten.

„Seit vielen Jahren warnt die katholische Kirche vor der Faszination, mit der viele Menschen der Technologie der medizinisch unterstützten Fortpflanzung begegnen. Die Warnung erfolgt, weil die In-vitro-Fertilisation (IVF) zwingend dazu führt, dass ausserhalb des menschlichen Leibes entstehende Embryonen instrumentalisiert und zerstört werden“, so die Ethikkommission der Bischöfe in ihrem Protest gegen die Ethikkommission des Staates.

Gebärmutter zu vermieten

Die staatliche Ethikkommission geht in ihrer „Liberalisierung“ soweit, die Familie zu verwerfen und sich in ihrem Gutachten ein ideologisches, einseitiges Gesellschaftsbild zu eigen zu machen. „Ihrer Logik konsequent treu, öffnet die NEK die Türen weit für die sehr umstrittene Leihmutterschaft. Mit der Öffnung dieser Türen verweist sie auf die Meinung, dass es in der Gesellschaft keine vorgegebenen Strukturen gebe, schon gar nicht die „traditionelle“ Familienstruktur. Die Leihmutterschaft verletzt die Würde des menschlichen Embryos, der dazu verurteilt wird, sich in einem fremden Bauch zu entwickeln. Sie nimmt auch die Würde der Frau nicht ernst, nicht nur weil sie mit der Leihmutterschaft ihren Körper verkauft, sondern auch einen wichtigen Teil ihrer weiblichen Identität, nämlich für die erste Entfaltung menschlichen Lebens da zu sein und für die unverbrüchlichen Bindungen, die sich daraus ergeben“, so die Ethikkommission der Bischöfe.

Ideologisch einseitige Position der staatlichen Ethikkommission

Die Kommission für Bioethik der Schweizer Bischofskonferenz unter dem Vorsitz des Arztes, Theologen und Ethikers Thierry Collaud, Professor für Moraltheologie und christliche Sozialethik an der Universität Freiburg im Üchtland kommt zu einem eindeutigen Schluß: „Kurz, wir lehnen so gut wie alle Vorschläge der NEK ab, die Ausdruck der liberalen individualistischen Sicht auf die Gesellschaft sind und der Illusion, Prozesse zu beherrschen, deren tiefer Sinn uns letztlich ein Geheimnis bleibt. Es ist inakzeptabel, menschliches Leben entstehen zu lassen, um es dann zu zerstören, zu gefrieren oder zur Umsetzung unserer verrücktesten Träume zu gebrauchen.

Dabei sind wir uns bewusst, dass es in der Gesellschaft Leid gibt, das mit der Möglichkeit oder Unmöglichkeit, Kinder zu bekommen, in Verbindung steht. Wir haben alle die Verantwortung, zur Linderung solcher Leiden beizutragen, aber nicht um jeden Preis. Eine Gesellschaft, die alles zulässt, was individuelle Begehren befriedigt, ist nicht zwingend menschlicher, sondern läuft grosse Gefahr, auseinanderzubrechen und den Gemeinsinn zu verlieren.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Tempi

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1 Comment

  1. „Die Bischöfe sind erstaunt. Sie hätten sich eine gründlichere Überlegung erwartet. Statt einer kritischen Prüfung können die Bischöfe in der Entscheidung der NEK nur eine Anpassung an ein bestimmtes Denken erkennen.“
    Es erstaunt mich das die Bischöfe erstaunt sind. Eigentlich sollte ein katholischer Bischof der an Christus glaubt wissen mit wem er es in dieser Welt zu tun hat. Was erwarten sie denn noch von dieser Welt. Das die das „Hosianna“ auf dem Herrn singen? Hören sie das Geschrei nicht. „Kreuzigt ihn“.
    Per Mariam ad Christum.

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