„Weinst Du für Dein Volk?“ – Papst Franziskus zu den Priestern der Diözese Rom

Papst Franziskus an die Priester der Diözese Rom(Rom) Papst Franziskus empfing am Vormittag den Klerus der Diözese Rom in der Großen Audienzhalle Pauls VI. im Vatikan. Am Beginn der Fastenzeit sprach der Papst darüber, wie der Priester als „guter Hirte“ sein soll: weder lax noch rigoros, weder gleichgültig noch unerbittlich. Franziskus sagte, daß nun „in der ganzen Kirche die Zeit der Barmherzigkeit“ gekommen sei. Die italienische Redaktion von Radio Vatikan veröffentlichte eine Zusammenfassung. Hier einige Auszüge:

Der „keimfreie, sterile, schöne“ Priester nütze der Kirche nichts

„Die ‚keimfreien‘ Priester, ich erlaube mir das Wort, jene Sterile wie im Labor, ganz sauber, ganz schön, helfen der Kirche nicht! Die Kirche können wir heute als ‚Feldlazarett‘ sehen. Entschuldigt, wenn ich es wiederhole, aber ich es sehe es so, ich fühle es so: ein ‚Feldlazarett‘. Es besteht die Notwendigkeit, die Wunden zu heilen, viele Wunden! Viele Wunden! Viele Menschen sind verwundet, durch materielle Probleme, durch Skandale, auch in der Kirche … Menschen verletzt durch die Illusionen der Welt … Wir Priester müssen ihnen nahe sein, diesen Menschen nahe sein. Barmherzigkeit bedeutet vor allem die Wunden heilen.“

Wenn einer verletzt ist, dann „braucht er sofort das und nicht Analysen“, „dann wird man die Sonderbehandlungen machen, aber zuerst muß man die offenen Wunden heilen“. Zudem gebe es auch „verborgene Wunden“ und Menschen, „sie sich entfernen, um die Wunden nicht sehen zu lassen“. „Sie entfernen sich vielleicht mit einem mißgestimmten Gesicht gegen die Kirche, aber im Grunde, drinnen ist die Wunde … sie wollen eine Zärtlichkeit!“ An die Priester gerichtet, stellte er die Frage: „Kennt Ihr die Wunden Eurer Pfarrangehörigen? Erahnt Ihr sie? Seid Ihr ihnen nahe?

Bußsakrament

„Es passiert uns Priestern häufig, die Erfahrung unserer Gläubigen zu hören, die uns erzählen, bei der Beichte einen ‘engen’ Priester getroffen zu haben, oder einen sehr ‚weiten‘, einen gleichgültigen oder einen unerbittlichen. Das ist nicht in Ordnung. Daß es zwischen den Beichtvätern Unterschiede im Stil gibt, ist normal, aber diese Unterschiede dürfen nicht die Substanz betreffen, das heißt die gesunde Morallehre und die Barmherzigkeit. Weder Laxheit noch Rigorismus geben Zeugnis von Jesus Christus, weil weder der eine noch der andere sich wirklich der Person annimmt, der er begegnet.“

Der Unerbittliche „nagelt“ die Person „an einem kalt und streng verstandenen Gesetz fest“. Der Gleichgültige hingegen „wascht sich die Hände“, „er ist nur anscheinend barmherzig, aber in Wirklichkeit nimmt er das Problem dieses Gewissens nicht ernst, indem er die Sünde minimiert“.

„Die wahre Barmherzigkeit nimmt sich der Person an, hört sie aufmerksam an, stellt sich respektvoll und mit Wahrheit ihrer Situation zur Seite und begleitet sie auf dem Weg der Versöhnung. Und das ist mühsam! Ja, sicher! Der wirklich barmherzige Priester verhält sich wie der Gute Samariter … aber warum tut er das? Weil sein Herz zum Mitleid fähig ist, es ist das Herz Christi!“

Weder Gleichgültigkeit noch Unerbittlichkeit lassen Heiligkeit wachsen

„Weder die Gleichgültigkeit noch die Unerbittlichkeit lassen die Heiligkeit wachsen. Vielleicht scheinen einige Rigoristen heilig zu sein, aber denkt an Pelagius und dann reden wir. Weder Laxheit noch Rigorismus heiligen den Priester und heiligen auch nicht den Gläubigen. Die Barmherzigkeit hingegen begleitet auf dem Weg der Heiligkeit und läßt sie wachsen. Und das durch das pastorale Leiden, das ist eine Form der Barmherzigkeit.“ Was aber heißt „pastorales Leiden“? „Leiden für uns mit den Menschen wie ein Vater und eine Mutter für ihre Kinder leiden und ich erlaube mir hinzuzufügen, auch mit Sorge.“

Um die Dinge verständlicher zu machen, richtete der Papst einige rhetorische Fragen an die Priester:

Weinst Du für Dein Volk?

„Sag mir: Weinst Du? Oder haben wir die Tränen verloren? (…) Aber wieviel von uns weinen angesichts des Leidens eines Kinder, angesichts der Zerstörung einer Familie, angesichts der vielen Menschen, die den Weg nicht finden … Das Weinen des Priesters … Weinst Du? Oder haben wir in diesem Presbyterium die Tränen verloren? Weinst Du für Dein Volk? Sag mir, hältst Du Fürbitte vor dem Tabernakel? Ringst Du mit dem Herrn für Dein Volk, wie Abraham rang? (…) Haben wir die Hosen an, um mit Gott für unser Volk zu ringen?

Eine andere Frage, die ich stelle: Am Abend, wie beendest Du Deinen Tag? Mit dem Herrn oder mit dem Fernseher? Wie ist Deine Beziehung mit jenen, die helfen barmherziger zu sein? Das heißt, wie ist Dein Verhältnis zu den Kindern, zu den Alten, zu den Kranken? Weißt Du mit ihnen liebevoll umzugehen, oder schämst Du Dich einen alten Menschen zu streicheln?

Schäm Dich nicht vor dem Fleisch Deines Bruders, am Ende werden wir dafür beurteilt, wie wir uns ‚jedem Fleisch‘ zu nähern gewußt haben, uns dem Fleisch des Bruders nahe gemacht haben wie der gute Samariter. Am Ende der Zeiten, wird Christus nur schauen können, wer sich nicht vor dem Fleisch seines verwundeten und ausgeschlossenen Bruders geschämt hat“.

Text: Radio Vatikan/Giuseppe Nardi
Bild: Radio Vatikan

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38 Comments

  1. Es ist zum Weinen – mit dieser Rede, einmal mehr.
    Leider wird nicht das rechte Verständnis betreffend
    die Sünde und das Sündenbewusstsein,
    die Gewissensbildung,
    die 6 „b“: besinnen – bereuen – bekennen(=Beichte) – büßen – beten – bessern,
    das Sakrament der Buße (auch: Rolle des Priesters in der Beichte
    vermittelt. Keine Wiederholung wäre zuviel!

    3 große heilige Priestergestalten seien zur Lektüre jedem Seminaristen und Priester anempfohlen – ein Leben im Beichtstuhl: hl. P. Pio, hl. Pfarrer von Ars, hl. P. Leopold Mandic

  2. Wunden! Wunden! Wuuuunden!!! Barmherzigkeit! Zärtlichkeit!!!!!!!!!!! Böse Priester!!! Böse, oder so… Barmherzigkeit!!! Heiligkeit! Blablablablablablaaaaaaaaa…. Fleisch! Fleisch! Fleeeeiiiiisch!!! So, genug gelabert, wo sind die Kameras? Wo ist der Friedensnobelpreis? Was, noch nicht? OK, na gut, winke, winke, und tschüß, bin bei Benedikt eingeladen, Kommissar Rex gucken.

    • … und Bendikt XVI. ja nicht danach fragen, was er wohl mit dem Begriff „nicht verhandelbare Werte“ gemeint haben könnte.

      Aber wie lautet der erste Satz von Franziskus auf die Frage nach Humanae vitae doch (Interview von gestern): „Es hängt alles davon ab, wie man Humanae vitae interepretiert.“

      Genau, das waschechte Gerede von Relativisten.

      Ich hoffe, einigen Kardinälen beginnen doch irgendwann die Haare zu Berge zu stehen, ob dem, was sie da zusammengewählt haben unter Kaspers und Hummes feiner Regie.

    • Sumsum
      Herzlichen Dank für Ihre köstliche Einlage! Habe Sie mir eben als eine männliche Person vorgestellt, die mit einer superlustigen Mimik diesen Text ausspricht. Ihr Humor ist zum Schießen!

    • @Sumsum: Also das mit der Wortwahl Bergoglios – Fleisch,Fleisch des Bruders – das ist abolut befremdlich und unverständlich. Abgesehen davon, das wird viele Vegetarier empören. Fleisch, ganz zu schweigen von Menschenfleisch… Ich kann es mir nicht erklären, was mit diesem Papst los ist. Er schwatzt wirres Zeugs!!!

  3. Warum sagt er nicht einfach, dass es in der ausserordentlichen Form der lateinischen Liturgie eine wunderschöne Oration um die Gabe der Tränen gibt? Die alte Messe gehört ja eben nicht vergangenen Zeiten an. Der Papst erkennt nicht an, dass die überlieferte Liturgie vitaler Teil des Betens der Kirche heute ist.

  4. “Tell me: do you weep? Or have we lost tears? I remember that in the Ancient Missals, those of another time, there was a very beautiful prayer to ask for the gift of tears. It began thus, the prayer: ‚Lord, You, who gave to Moses the mandate of striking the stone so that water would come of it, strike the stone of my heart, so that tears…‘: it went like this, more or less, the prayer. It was very beautiful. But how many of us weep before the suffering of a child, before the destruction of a family, before so many people who do not find the way? The weeping of priests… Do you weep?“

    • Josef, Sie haben etwas sehr Wichtiges angeführt (oben im Text ausgelassen):
      I remember that in the Ancient Missals, those of another time, there was a very beautiful prayer to ask for the gift of tears. It began thus, the prayer: ‚Lord, You, who gave to Moses the mandate of striking the stone so that water would come of it, strike the stone of my heart, so that tears…‘: it went like this, more or less, the prayer
      Papst Franziskus erinnert sich an das alte Missale! aus einer anderen Zeit!.
      Die Oration für die Votivmesse ist wirklich sehr schön, gerade angesichts vieler versteinerter Herzen. Es passt gut in die Fastenzeit.
      Lieber Papst Franziskus, bitte feiern Sie doch diese Messe, sie wurde nicht abgeschafft, wie Ihr Vorgänger es bestätigt hat.

      Also ich finde das eine ganz wichtige Äußerung von Papst Franziskus. Es ist ihm in all den Jahren in Erinnerung geblieben und uns ein Hinweis, welchen Schatzwir alle in der alten Messe besitzen.

  5. Bei aller vielleicht nötigen Kritik am Papst: aber es ist ein Rätsel, wie solche schmuddeligen Postings wie das von „Sumsum“ freigeschaltet werden können.

    • Balthasar, ordnen Sie das bitte richtig ein!
      Das ist der Ausdruck eines hl. Zornes aber auch der Traurigkeit über die Lage in der Kirche und den glaubenslosen Klerus, der die Glaubenswahrheiten anscheinend völlig vergessen hat. Der „Karren“ steckt so tief im Morast, daß es unerträglich wird und man sich manchmal einfach „Luft“ machen muß . Ich kann das sehr gut verstehen, es gibt eben auch sehr leidenschaftliche Menschen! Sie regen sich auf, weil sie Christus und seine Kirche lieben, aber sehen, wie er tagtäglich verunehrt und aufs Äußerste beleidigt wird und seine Lehre abgelehnt und verworfen wird.

  6. „Weinst du für dein Volk“. Wir sollten lieber über die heilige Kirche weinen. Es scheint so das sie Christus nachfolgt und nach Golgatha geht.
    Per Mariam ad Christum.

  7. Das ist das Unheil mit Bergoglio: Seine verwaschene Sprache, seine Prinzipienlosigkeit. Doch er spricht auch wichtige Probleme an: Es gibt Verwundete, Verletzte. Priester sind nicht nur Richter, sie sind auch Ärzte. Oder sollten es sein. Wenn sie sich unsern Herrn zum Beispiel nehmen, dann wird es deutlich: Er hat geheilt, er hat Menschen immer wieder ermutigt und dann kam sein Wort: „Gehe hin und sündige nicht mehr.“
    Sein Hinweis auf die Behandlung der Alten können sich viele Priester mit Gewinn anhören und danach handeln.
    Ärzte müssen mitunter behandeln, dass es weh tun. Das verschweigt Bergoglio. Der Chirurg hat zu schneiden, seine Zärtlichkeit kann er sich für seine Frau und seine Kinder aufsparen.
    Caterina von Siena hat es geradezu klassisch ausgedrückt: Eiternde Wunden dürfen nicht mit Balsam behandelt werden, sie müssen „ausgebrannt“ werden, um nicht den ganzen Menschen durch Blutvergiftung zu töten.
    Zu ihrer Zeit gab es keine entsprechenden Medikamente, mit glühenden Eisenstäben mussten die Ärzte entzündete Wunden ausbrennen.
    Doch das widerspricht der „Zärtlichkeit Bergoglios.

  8. Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich von diesem Mann halten soll. Er will Wunden heilen, aber es darf dabei nicht keimfrei zugehen, weil er sich in einem Feldlazarett wähnt….. Ist er nur ungeschickt in seiner Wortwahl und in seinen Beispielen oder ist er einfach nur nicht so helle?

    Auch irritieren mich seine Feindbilder, die er wie eine Monstranz vor sich herträgt. Fühlt er sich von Pelagianern umgeben, die er zu verurteilen sich sehr wohl zutraut? Ist er vielleicht ein Manichäer? Braucht er diese Worte als Kampfbegriffe, weil er sich im Feldlazarett und somit im Krieg wähnt? Schafft er sich damit nicht erst eine derartige Wirklichkeit?! Wenn jetzt mit ihm die „Zeit der Barmherzigkeit“, angebrochen ist, war vor ihm die Zeit der Unbarmherzigkeit? Verwechselt er gar Barmherzigkeit mit Rührseligkeit? Selbstverständlich ist die Kirche schon immer voller Barmherzigkeit gewesen, die Sakramente sind nichts anderes als Barmherzigkeit, und die geistlichen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit sprudeln unaufhörlich, die gab es vor ihm und es wird sie nach ihm geben. Fast möchte man ihm in Anlehnung an Papst Johannes XXIII zurufen, „Jorge, nimm dich nicht so wichtig“. Falls er intellektuell nicht so begabt ist, ist das ja grundsätzlich nicht schlecht. Ihm und der Kirche wäre zu wünschen, dass er sich dann gemäß seines Alters weise verhält und lieber mal schweigt als unbedacht nach seinem gerade wahrgenommenen Bauchgusto zu reden und dabei viele Menschen abzuwerten und zu verletzen, nur weil sie anders sind als er.

    Verständlich ist somit schon sein Wunsch, Priester, die einfach nur eiskalte Typen und die auf ihren Vorteil und ihren Schnitt bedacht sind, ändern zu wollen. Aber ich fürchte, das kann nicht mal der liebe Gott, wenn sie es selbst nicht wollen. Vielleicht kennt Papst Franziskus die Herz-Jesu-Verehrung nicht gut, aber diese Frömmigkeit kann wirklich zu einem neuen und warmherzigen Leben verhelfen, so es gewollt und gesucht wird. Die könnte er seinen Priestern ans Herz legen und wärmstens empfehlen.

    • @Stiller
      … Verwechselt er gar Barmherzigkeit mit Rührseligkeit? ….
      Das frage ich mich auch.

  9. „Viele Menschen sind verwundet, durch materielle Probleme, durch Skandale, auch in der Kirche …“ Sind es nicht die Sünden, die die meisten Wunden hervorrufen? Selbst die meisten Krankheiten sind die Folgen von Sünden.

    Was nützt es denn den Leuten, wenn er permanent die Schuldigen in den anderen ausmacht – in den Umständen, der materiellen Not, dem bösen Nachbarn …. Meist ist man es doch selber, der Wunden verursacht durch falsches Denken, Reden und Tun.

  10. Sicher, die vorhandenen Wunden müssen geheilt werden, körperliche Wunden durch den Arzt und seelische Wunden durch den Priester in der Beichte. Gleichzeitig sollte über die Prophylaxe nachgedacht werden. Die beste Vorbeugung ist doch die Beachtung der 10 Gebote und ein ehrliches Gebetsleben.

  11. Man sollte nun auch nicht alles in Bausch und Bogen verwerfen, was dieser Mann sagt. Die Aufforderung an die Priester, wirklich mit den Menschen um ihr Seelenheil zu ringen, ihnen nahe zu sein, sich wie ein Vater für sie zu fühlen, mit ihnen und um sie zu weinen, ist nichts schlechtes, sondern ja, so muss Seelsorge aussehen. Nicht Gremienkatholizismus, Sitzungen, Verwaltungsaufgaben, kreative Pastoral- und Liturgie sollten den Alltag des Pristers prägen, sondern die Einzelseelsorge, die sich aus der Kraft einer lebendigen Gottesliebe nährt. Wir brauchen, wie @zeitschnur schon an anderer Stelle schrieb, wieder die Priester, die beim Beten in der Kirche anzutreffen sind, deren Pfarrhaus offensteht, die im Beichtstuhl, statt auf dem Bürostuhl sitzen. Aber warum das alles immer gepaart mit diesen Verurteilungen, Engführungen, begrenzten Sichtweisen? Wieso sollte ein „keimfreier“ Priester nicht der Kirche dienen und ein guter Seelsorger sein können? Hindern diese „Keimfreiheit“ oder bspw. die Beachtung der Lehren und Normen der Kiche ihn wirklich notgedrungen daran, ein gütiger Seelsorger zu sein? Wenn ja, müsste man fragen, besteht vielleicht sein besonderes Charisma in dieser „Keimfreiheit“? Hat er vielleicht Zugang zu Gläubigen, die sich einem schmutzigen Feldlazaristen niemals öffnen würden? Kurzum: diese verkürzende Schwarz-Weiss-Malerei und die sich daraus ergebende fortwährende Verurteilung jener, die aus der subjektiven Sicht Bergoglios nicht zu passen scheinen, ist das große Ärgernis an diesem Mann. Er erinnert mich immer an Luther, der auch die Kirche nur aus seiner Sicht wahrzunehmen vemochte, der diese subjektive Sicht dann auch noch absolut setzte, und sich kraft dieser verzerrten Wahrnehmung zum Reformator berufen fühlte, um alles nach seinem auf dem Kopf stehenden Welt- und Kirchenbild umzustürzen.

    • Das ist eben der feine Unterschied zwischen Moral und Hypermoral: Der Antichrist trägt die Maske des Erlösers. Der Teufel ist jene Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

      Der große Katechon – Bendedikt – musste gehen. Und so wie der Katechon nimmt der Antichrist in der Geschichte immer wieder Gestalt an.

    • „Man sollte nun auch nicht alles in Bausch und Bogen verwerfen, was dieser Mann sagt“ – nein, natürlich nicht; aber das Wahre, das er sagt, sagt er – leider – ‚unter dem völlig falschen Vorzeichen‘ (wie der hw. Pfr. Milch das nannte). Was die Sache insgesamt, wie ich finde, nur noch schlimmer macht; so dient die Wahrheit sozusagen als ‚Träger der Unwahrheit und Verwirrung‘ – wenn etwa von 1o Sätzen 9 absolut richtig sind, dann geht ein falscher 1o. Satz, erst recht, wenn er nicht ganz offensichtlich, sondern nur nach längerem Nachdenken als falsch zu entlarven ist, unbemerkt als wahr durch. Das ist viel schlimmer, als wenn einer NUR offensichtlich Falsches sagt.

      • Deswegen hat das hl. Offizium früher ja auch dann ein ganzes, ansonsten ‚gut-katholisches‘ Buch verurteilt, wenn es „bloß“ ganz wenige falsche Sätze enthielt. Was keineswegs „hyperskrupulös“ oder gar, wie heute so gerne suggeriert, „unbarmherzig“ war, sondern im Gegenteil viele Menschen (die vielleicht nicht den nötigen theologischen Hintergrund hatten) davor bewahrte, in die falsche Richtung geführt zu werden, fatalerweise sogar, ohne sich dessen überhaupt bewußt zu werden.

    • Noch eine Überlegung zu Aussagensystemen, die sowohl wahre wie falsche Aussagen enthalten, angeregt durch die sehr interessanten Ausführungen von Dr. Wolfgang Schüler in seinem Buch über den hw. Pfarrer Milch:
      Man könnte ja die gesamte überlieferte katholische Dogmatik als ein System S von Axiomen und allen daraus hergeleiteten Sätzen auffassen. Alle Axiome und alle korrekt daraus abgeleiteten Sätze von S sind unfehlbar wahr (da explizit oder implizit Offenbarungswahrheiten); zudem ist S widerspruchsfrei (da Abbild der widerspruchsfreien göttlichen Wahrheit) und vollständig in dem Sinne, als es alle zum Heile notwendigen Wahrheiten enthält.
      S kann nun in keiner Weise verändert werden, ohne daß es falsch, unvollständig oder widersprüchlich – und damit wertlos – wird: streicht man ein Axiom ganz, so wird S unvollständig, d.h. es entsteht ein neues, (wahrscheinlich) immer noch widerspruchsfreies System S‘, dessen Axiome und abgeleiteten Sätze zwar wahr sind, welches aber nicht mehr alle zu unserem Heile notwendigen Wahrheiten enthält; nimmt man ein Axiom heraus und ersetzt es durch dessen Negation, so kann das resultierende System S‘ entweder widersprüchlich oder aber in dem Sinne falsch werden, daß es zwar widerspruchsfrei ist, jedoch nicht mehr Abbild der göttlichen Wahrheit – d.h. es könnten logisch-korrekt Sätze abgeleitet werden, die aber objektiv falsch sind. Nimmt man aus S einen abgeleiteten Satz P heraus und ersetzt ihn durch seine Negation ~P (leugnet man also auch nur einen einzigen Satz), so wird das resultierende System S‘ in sich widersprüchlich und damit völlig wertlos, da man mit ihm alles „beweisen“ könnte, sogar etwa die Nichtexistenz Gottes (‚ex contradictione sequitur quodlibet‘). Man könnte S‘ noch dadurch „retten“, daß man ein neues System S“ einführt, indem man ~P zu einem neuen (dann nicht a.d. Offenbarung stammenden!) Axiom „erhebt“ und aus S‘ sämtliche Axiome und Sätze entfernt, die im Widerspruch zu ~P stehen. Dann wäre S“ zwar widerspruchsfrei, aber nicht mehr vollständig (und außerdem falsch im o.g. Sinne). Schließlich kann man S auch nicht dadurch erweitern, daß man ein weiteres, logisch-unabhängiges, mit den übrigen ‚verträgliches‘ Axiom zu S hinzufügt, welches nicht in den Offenbarungswahrheiten enthalten ist, da S per def. bereits sämtliche Offenbarungswahrheiten enthält und die Offenbarung mit dem Tode des letzten Apostels definitiv abgeschlossen ist.
      Die einzige Änderung, die S also erlaubt, ist das Hinzufügen weiterer aus den Axiomen bzw. schon bewiesenen Sätzen hergeleiteter Sätze; das System ist sozusagen ‚kumulativ‘, es kann immer nur ‚größer‘ werden, nie ‚kleiner‘. Und was einmal als wahr erkannt, bleibt wahr.
      Deswegen sind auch einzelne, innerhalb einer richtigen, vollständigen und widerspruchsfreien Lehre geäußerte falsche Sätze in jedem Falle so fatal, auch wenn sie in noch soviele ‚Wahrheiten‘ eingebettet sind. Erst recht, wenn dies gar bei Konzilstexten der Fall sein sollte …

      • oK – ist jetzt ein bißchen arg kompliziert geworden, aber ist ja nur so ein Versuch, ‚ad hoc‘ entwickelt; muß noch weiter darüber nachdenken …

  12. Vielleicht sollte Bergoglio in ein kompletatives Kloster gehen und für einige Tage einkehren und das Schweigen wieder erlernen.Schweigen -und nicht mehr soviel wie eine Plaudertasche jeden Tag seine Jesuitischen Spezifereien hinausposaunen.

  13. Bergoglio hat anscheinend zwei Dinge nicht begriffen: Zum einen ist er kein Dorfpfarrer aus der Pampa und zum zweiten wird jede Aussage als offiziöse Meinung interpretiert und rückt damit gefährlich in die Nähe offizieller lehramtlicher Aussagen. Das scheint mir aber bei dem Herrn aus Argentinien durchaus beabsichtigt. Er quatscht und faselt gerne und kriegt jetzt die große Weltbühne geboten. Jeder Auftritt ist voll mit frenetischen Fans und Jublern. Wahrscheinlich redet er sich ein, das dies eine Bestätigung der Richtigkeit seiner Aussagen ist. Vor einem Jahr wäre jeder für verrückt erklärt worden, wenn man gesagt hätte, dass einmal ein Papst von Linken, Grünen, Alternativen, Freimaurern, Liberalen und Agnostikern gegen die treuen Katholiken verteidigt und bejubelt wird. Verkehrte Welt.

  14. Ja, Wunden haben wie alle,so wie derzeit die Lage der Kirche ist leidet jeder Gläubige jeder wird verwundet,von der Zärtlichkeit spüre ich nichts!Gestern war ich Anbetung und Heilige Messe bei der Anbetung haben zwei Frauen getratscht was für eine Andacht?Beim hinausgehen nach der Messe wird auch getratscht es wird auch keine Kniebeuge vor den Tabernakel gemacht!Die Zärtlichkeit zu Jesus im Allerheiligsten ist fast ganz verloren gegangen !Wenn wir das sehen wer? tröstet uns ?Wir dürfen uns nicht mal beschweren, und wenn wir es tun verurteilen sie uns!Wo ist die Zärtlichkeit?Ich bekomme sie von Jesus bei der Anbetung und bei der Heiligen Messe,Jesus der meine Wunden heilt und mich Zärtlich liebt!

  15. Ja, in der Tat, die Kirche hat heute barmherziger denn je auf die Menschen zuzugehen, insofern sie es zum Teil selbst verschuldet hat, dass diese ihr wahres Antlitz nicht mehr erkennen können. „Weinst Du für Dein Volk?“ ist auch insofern eine berechtigte Frage. Aber mit oder noch vor dieser Frage sollte, wie mir scheint, eine andere aufklingen: „Weinst Du um und für Deine Kirche“? Das Heilen der Wunden derer, zu denen Franziskus „hinausgehen“ möchte, für die Franziskus die Kirche öffnen will, wird niemals – nie und nimmer – gelingen, wenn diese Kirche nicht zuerst ihre höchsteigenen eiternden Wunden in Praxis und Lehre heilt. Ein Arzt, der nicht die probaten Mittel kennt, einen Kranken zu heilen, kann überströmen vom ehrlichen Willen, ihm zu helfen, es wird ihm nicht gelingen.

    „Weder Laxheit noch Rigorismus heiligen den Priester und heiligen auch nicht den Gläubigen. Die Barmherzigkeit hingegen begleitet auf dem Weg der Heiligkeit und lässt sie wachsen.“
    Franziskus‘ Worte könnten vermuten lassen, die Barmherzigkeit sei so etwas wie ein „Dazwischen“, ein Mittelding zwischen Laxheit und Rigorismus. Aber Barmherzigkeit ist keine Vermittlungsposition irgendwo zwischen Strenge und Laissez-faire. Strömt sie doch aus dem innigen Innesein in der Wahrheit und Ganzheit und Bestimmtheit des Glaubens – und aus dem Mitleiden mit demjenigen, der – auf dieses Innesein hin angelegt – es nicht kennt. Strenge, geistig verstanden, geistliche Bestimmtheit und Eindeutigkeit, ist so eben nicht „rigoristisch“ – sie lässt echte Barmherzigkeit erst zu.
    Gehört es denn nicht wesenhaft zum wahren Antlitz der katholischen Kirche, dass ihr heilige Strenge und wunderbare Milde, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit nur zwei Gesichter der Einen Wahrheit sind, sodass (nur scheinbar paradox) gelten darf: Je gerechter, desto milder – je strenger (eben nicht im rigoristischen Sinn), desto barmherziger? Sind nicht viele Heilige leuchtende Beispiele dieses Geheimnisses?
    Es gibt ja auch das rein natürliche Mitleid – demgegenüber christliche Barmherzigkeit jedoch sehr viel mehr ist. Wäre dagegen nicht dieses rein natürliche Mitleid so ein „Mittelding“ und Vermittler zwischen Rigorismus und Laxheit, zwischen äußerlichem Festhalten an der strengen Lehre und Laissez-faire? Auf der einen Seite die verwundete „Welt von heute“, auf der anderen die starre Lehre, dazwischen, vermittelnd, der „barmherzige“ Priester (der vielleicht gerne „lax“ wäre, sich aber – mindestens zum Schein – nach der „rigorosen“ Lehre zu richten hat), der Priester also, der sein natürliches Mitleid – wenn es denn (wie zu hoffen ist) in seiner Natur liegt – allzu einfach in Barmherzigkeit ummünzt?

    Ich möchte Papst Franziskus, auch wenn mich schon der Verdacht gestreift hat, aber nicht unterstellen, dass seine Vision von Barmherzigkeit in diese Richtung zielt.

  16. (Fortsetzung)

    Wie aber ist ein anderes Wort in seiner Ansprache an den römischen Klerus zu deuten? „Die ‚keimfreien‘ Priester, ich erlaube mir das Wort, jene Sterile wie im Labor, ganz sauber, ganz schön, helfen der Kirche nicht!“
    Ja, keimfreie Priester, steril wie im Labor – wer möchte das denn? Das wären und sind in der Tat doch die Rigoristen (die es gab und, heute in kleiner Zahl, noch gibt, kein Zweifel), diejenigen, die sich im äußerlichen Sinn an die Lehre halten, ohne echte Fühlung zum Leben – dem die Lehre ja dient, welches sie zu Blüte und Fülle bringen soll: die Pharisäer und Schriftgelehrten der Kirche.
    Soweit, so gut: aber weshalb sind diese Sterilen und Keimfreien in Franziskus Augen „ganz sauber, ganz schön“?
    Weshalb die Aversion gegen die Reinen und geistig, geistlich Schönen?
    Weshalb die Identifikation von Schönheit und Reinheit mit Sterilität? Dies scheint mir, ich muss es sagen, in der Tat besorgniserregend.
    Das hohe Ideal des reinen, geistlich schönen Priesters darf doch nicht aufgegeben werden – und zuletzt von einem Papst! Werden es doch diejenigen sein, die diesem Ideal am nächsten kommen, werden es doch die reinen, in Christus wahrhaft sich reinigenden Seelen sein, welche der Kirche langsam den Weg zurück zu ihrem echten Antlitz bahnen. (Ich glaube, unser letzter Papst gehörte seinem Kern und Wesen nach zu diesen Erwählten.)
    Durch das Dunkel leitende Hoffnung ist (möge Gott es so lenken), dass am Ende dieser „Etappe“ die alte Substanz in neuem, gereinigtem Glanz erstrahlen wird: ein splendor, den die Kirche – mattgekämpft in ihrem edlen, jahrhundertelangen Kampf gegen die vielen Schattenseiten der Aufklärung – unmittelbar vor V2 (und im Gegensatz zu heute) zwar noch hatte, aber nicht eben mehr überaus funkelnd und kraftvoll. Auf diesem Terrain sollte es den Modernisten dann möglich sein, ihre erstickende Saat zu säen.
    Das letzte Wort werden sie nicht behalten.

  17. In einem hat er recht: der keimfreie, sterile, schöne Priester nützt der Kirche nichts.

    1) Wann ist ein Priester steril?
    2) wo gibt es diese Art Priester?

    zu 1) ein Priester ist steril, wenn er keine geistlichen Kinder hat. Wenn er sich selber darstellt statt den Gekreuzigten, wenn er sich gerne reden hört statt das Evangelium zu verkünden, wenn er sich auf die Welt ausrichtet statt auf Gott, wenn er die Kinder nicht betreut durch rechte Unterweisung, durch Sakramentenspendung, durch Beichthören. (Der Hl. Pfarrer von Ars war ein überaus fruchtbarer Geistlicher Lehrer, das Gegenteil von steril.)

    zu 2) solche Priester finden sich vor allem im Novus Ordo, denn er verleitet durch seine Weltzugewandtheit und Verkopftheit zu dieser Art von Sterilität. Sie finden sich unter den Theologen, die viele Worte machen, aber selber davon nichts in die Tat umsetzen und auch nicht der Lage sind, andere dazu anzuleiten. Das ist die eigentliche Unfruchtbarkeit. Eine Theologie der Worte. Was nützen die Worte, wenn keine Taten folgen.

  18. Die Priester der alten Kirche waren selten steril. Die altgläubigen Priester von heute sind ebenfalls selten steril.
    Möge P. Franz diese Dinge doch wahrnehmen.

    • Ich kann Ihrer Interpretation der Rede vom „keimfreien, sterilen“ Priester vieles abgewinnen.
      Aber Sie werden mir wahrscheinlich recht geben, dass Franziskus in seiner Rede eher die „Rigoristen“ im Blick hat, die sich an die Lehre klammern, ohne mit dem Leben „da draußen“ in echten Kontakt kommen zu wollen. Und in seiner Optik werden diese wohl eher bei den altgläubigen Priestern zu finden sein, als im Novus Ordo. (Daher ja auch ihr berechtigter Appell zum Schluss.)
      Ich wäre im übrigen der letzte, der die von mir hochgeschätzten Priester, welche sich dem Vetus Ordo widmen, als hartherzige Rigoristen karikieren möchte. Aber es mag unter ihnen durchaus auch einzelne geben, die in diese Richtung tendieren. Und das hat es in der alten Kirche ebenso gegeben – mehr als heute aus dem einfachen Grund, dass es früher selbstverständlich war, die rechte Lehre vollständig zu vertreten; diese aber konnte und kann äußerlich, kalt, ungeistig, ohne Liebe, eben rigoristisch ergriffen werden.
      Und dieser Rigorismus – da möchte ich Franziskus recht geben – kann steril, keimfrei, ein Papierglaube, Pharisäertum sein.
      Was aber den von Ihnen zurecht ins Spiel gebrachten Novus Ordo betrifft, so liegt – und es ist dies eine Empfindung, die ich seit Kindesbeinen hatte – m. E. über dem ganzen Ritus eine eigenartige Atmosphäre der Sterilität (abgedämpft nur, wenn der Römische Kanon verwendet wird). Damals wusste ich noch nicht, dass er eine „Schreibtischtat“ ist, aber eben das ist es, was man ihm förmlich „anriecht“.
      (Ein Buch des Psychoanalytikers und Soziologen Alfred Lorenzer: Das Konzil der Buchhalter, bringt dazu viele treffende, scharfsichtige Beobachtungen – wohlgemerkt, eines Ungläubigen. Die Piusbruderschaft hatte es früher im Angebot.)
      Natürlich haben Sie recht: Vor allem unter den NOM-Priestern gibt es (leider) viele, die, im echten, tiefen Sinne, keine geistlichen Kinder haben.
      Für mich drängt sich in diesem Zusammenhang aber ein anderes Wort auf, das sich mit „steril“ nicht eben gut zu vertragen scheint. Man möge mir das starke Wort verzeihen: Aber haben nicht viele NOM-Feiern (über die Priester möchte ich schweigen) heute etwas „Fauliges“ an sich…?
      Aber vielleicht wäre das ja sogar ein passendes Oxymoron für viel, was heute in den Kirchen geschieht: faulige Sterilität. (Traurig, so etwas zu sagen!)
      Und da möchte ich nochmals an schon Gesagtes anschließen: Sterilität, Keimfreiheit – das hat mit Schönheit nichts zu schaffen. Schönheit und Reinheit mit Sterilität und Keimfreiheit in einen Topf zu werfen, geht nicht an, weder im Blick auf die Natur, noch im Blick auf Geistiges und Geistliches.
      Ist das „pingelig“, Wortklauberei? Ich glaube nicht. In diesen kleinen Wendungen kann sich manchmal viel offenbaren.

    • (Fortsetzung)

      Die katholische Kirche hatte immer sehr viel Sinn für Schönheit – ausgenommen (mal wieder) die letzten 50 Jahre. Geistliche Reinheit und Schönheit – das Ideal für jeden Priester – setzte sich um in die sinnlich-geistige Schönheit der Kunst, und diese wirkte zwanglos auf die Natur der Menschen, machte sie aufnahmefähig für die Übernatur.
      Benedikt versuchte auch da, zu korrigieren. Ihm wäre im übrigen eine solche Begriffsvermengung, wie sie Franziskus hier anstellt (man unterschätze sie nicht), nie unterlaufen.

      • @Kyrillus
        Ja, ist mir klar, er scheint wirklich die Altgläubigen zu meinen, denn nur an ihnen kritisiert er herum. Allerdings ist es ein Witz, diese paar wenigen unter den eh schon wenigen anzuführen. Heute gibt es fast keine Rigoristen mehr, ausgestorben, selbst unter den Altgläubigen. Ich persönlich kenne keinen.
        Daher die bewußte Retourkutsche von mir.

        Wenn etwas steril ist, dann ist es die VKII Kirche. Nach dem Bildersturm, wo alles geistliche Leben hinweggefegt wurde, ist sie öd geworden. Sie bringt nichts mehr hervor. Unfruchtbar. Die Orden haben seither keinen Nachwuchs mehr, in den NOM Gottesdiensten sind kaum noch junge Leute zu sehen. Ja, man muß sich das einmal vorstellen, wer schenkt denn Fruchtbarkeit für die Kirche? Der neuen Kirche, die weitgehend unfruchtbar ist, scheint doch der Segen von oben zu fehlen.

        Ganz schlimm wird es, wenn man an die neu gebauten Kirchen denkt. Diese sind wirklich keimfrei, steril, kalt und oftmals häßlich, eben nicht schön – da macht er einen Bruch hinein in seine Rede.
        Selber scheint er nicht zu sehen, daß er mit seiner Anklage unbeabsichtigt eine Selbstanklage erhebt, wenn er an dieser kalten neuen Kirche festhält und sie auch noch als die bessere hinstellt gegenüber der traditionellen Kirche.
        Daß er mit der Schönheit ein Problem hat, zeigt er in jeder Messe, wo er schludrig schnell das ganze „herunterfeiert“.

      • „Rigorismus“, im Sinne einer Grundhaltung, scheint es mir mitunter schon noch zu geben (z.B. im Opus Dei), nur dann meist in einer – weil auf „aufgeweichter“ Lehre basierend – modernen Spielart, die etwas anderes und weit ungenießbarer ist, als die alte.
        Im übrigen ließen sich ja die Invektiven gegen die „Alt“- und „traditionell“ Gläubigen von seiten der „Neu“- oder „Konzilsgläubigen“ und im Namen des „rechten Glaubens“ selbst als rigoristisch bezeichnen.

        Dummdreist-verlogen rigoristisch – in der Tat eine neue Spielart…

        Ihren Beobachtungen kann ich des weiteren nur zustimmen.

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