Die Franziskaner der Immakulata und eine „nicht unbefleckte“ Kurie

Keine Barmherzigkeit für die Franziskaner der Immakulata(Rom) Das ist „die Zeit der Barmherzigkeit“, sagte Papst Franziskus. Doch für die Franziskaner der Immakulata gibt es keine Barmherzigkeit. Der Orden wird ohne Prozeß standrechtlich in seinen Fundamenten angegriffen. Eine Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse samt Überblick über einen „unbefleckten“ Orden und eine nicht „unbefleckte“ Kurie und die mathematisch zweifelhaften Zahlenspiele von Kardinal Joao Braz de Aviz, den Präfekten der Ordenskongregation.

Papst Franziskus: Die Kirche muß „eine Barmherzigkeit für alle finden“ – Für alle?

Die Kirche muß hinausgehen, „die Verletzten zu pflegen“, sie muß „eine Barmherzigkeit für alle finden… nicht aber nur auf sie warten, sondern sie suchen gehen! Das ist die Zeit der Barmherzigkeit“. Das sind die Worte von Papst Franziskus bei der improvisierten Pressekonferenz auf dem Rückflug von Rio de Janeiro nach Rom am 28. Juli 2013. „Ja, das ist ‚die Zeit der Barmherzigkeit‘ für die wirklichen armen Armen, die die Armut für ihr Leben erwählt haben, um Christus ähnlicher zu sein: die Franziskaner der Immakulata“, so die katholische Historikerin Cristina Siccardi.

Am 31. Januar hielt Kardinal Joao Braz de Aviz, der Präfekt der Ordenskongregation eine Pressekonferenz. Dabei wurden zwei kurze Noten an die Journalisten verteilt, die zwei Orden betreffen, die „beiden heißesten Fälle derzeit“, so der Vatikanist Sandro Magister: die Legionäre Christi und die Franziskaner der Immakulata.

Wie man zu einer „Mehrheit“ kommt, die alles legitimiert

Zu den Franziskanern der Immakulata heißt es lapidar: „Die kommissarische Verwaltung der Franziskaner der Immakulata erfolgte nach einer Apostolischen Visitation, während der 74 Prozent der Angehörigen schriftlich ein dringendes Eingreifen des Heiligen Stuhls wünschten, um die ordensinternen Probleme zu lösen, indem sie entweder ein außerordentliches Generalkapitel beantragten, dem ein Vertreter des Dikasteriums vorsteht, oder die kommissarische Verwaltung des Instituts durch den Heiligen Stuhl“.

„Halt, halt“, schreibt dazu Magister, da stimme doch etwas nicht. Laut dem vom Vatikan veröffentlichten „Fragebogen“ hätten 39 Prozent der Brüder geantwortet, daß eigentlich alles bestens sei. 61 Prozent beklagten, daß es Probleme gebe. Um welche es sich dabei handelte, ist nicht bekannt. 26 Prozent waren der Meinung, daß die bestehenden Fragen ohne weiteres durch ein ordentliches Kapitel gelöst werden können. Sie meinten also Fragen, wie sie in jedem Orden auftreten und durch die zuständigen Gremien gelöst werden. In Summe erklärten damit 65 Prozent der Brüder, daß im Orden alles normal verlaufe. Die Ordenskongregation schrieb aber weiter, daß 74 Prozent ein außerordentliches Kapitel oder die kommissarische Verwaltung verlangt hätten. „Wenn Mathematik nicht eine Meinung ist“, dann stimme in der Rechnung der Ordenskongregation offensichtlich etwas nicht. Selbst wenn mit der, dann allerdings irreführenden Formulierung, gemeint sei, „daß 74 Prozent der 61 Prozent ein außerordentliches Kapitel oder eine kommissarische Verwaltung verlangt hätten, dann wären es höchstens 45 Prozent und allemal eine Minderheit, und selbst diese wollten zu einem Gutteil nur ein außerordentliches Kapitel“. Die Zahl jener, die eine kommissarische Verwaltung wollten, habe sich auf „deutlich weniger als zehn Prozent“ belaufen, wie Messa in Latino bereits vor mehr als zwei Monaten schrieb. Kardinal Braz de Aviz jonglierte offensichtlich mit den Zahlen, die er den Journalisten präsentierte, um den drastischen Eingriff der Ordenskongregation zu rechtfertigen.

Doch nicht genug damit. Kardinal Braz de Aviz erklärte auf der Pressekonferenz, die Apostolische Visitation sei auf „Wunsch von 21 Angehörigen des Ordens“ erfolgt. Einundzwanzig, fragt sich Sandro Magister: „21 sind eine winzige Minderheit“. Die eigentliche Eingabe mit dem Ansuchen um Eingreifen, die zur kommissarischen Verwaltung führte, wurde schließlich gar nur von fünf Brüdern unterzeichnet.

Mehrheit der Brüder stellte Antrag auf neuen Orden – Bis heute keine Antwort

Die vom Präfekten der Ordenskongregation genannten Zahlen werden noch durch eine ganz andere Tatsache widerlegt. Nachdem der Kommissars-Sturm über den Orden losgebrochen war, der Ordensgründer unter Hausarrest gestellt und die Zelebration des überlieferten Ritus verboten wurde, stellten im Herbst 2013 240 Brüder, das sind 60 Prozent, den Antrag an den Heiligen Stuhl, einen neuen, altrituellen Orden unter dem Schutz der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei gründen zu können. Laut Magisters Angaben sollen sogar fast 70 Prozent den Antrag gestellt haben. Die Unterzeichner haben ein eindeutiges Bekenntnis abgegeben, daß sie mit Sicherheit keine kommissarische Verwaltung wollen und auch nicht zu einem früheren Zeitpunkt wollten, und daß ihnen der überlieferte Ritus nicht „aufgezwungen“ worden war.

Proskriptionsliste schafft ein „bedrücktes Klima“

Der Vatikan gab bis heute keine Antwort auf das Gesuch. Es wird einfach ignoriert. Dafür erhielt Kommissar Volpi eine Proskriptionsliste in die Hand. Die Unterzeichner des Ansuchens wurden aus allen Leitungsämtern im Orden entfernt. Zu den neuen Oberen werden nur Brüder bestimmt, die den Antrag nicht unterzeichnet haben. Die Reaktion des Kommissars, anhand der Liste zu belohnen oder zu bestrafen, ließ im Orden ein „bedrücktes Klima“ entstehen, so Peregrinus Frater.

Ein Rückblick auf die Ursachen

Der Orden der Franziskaner der Immakulata entstand nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, als in den bestehenden Orden „liberalisiert“ und Disziplinlosigkeit als neue „evangelische Befreiung“ gefeiert wurde. Die beiden Ordensgründer gingen den entgegengesetzten Weg. Sie nahmen die Aufforderung des Konzil an die Orden ernst, zu den Wurzeln zurückzukehren, zum Charisma des Ordensstifters. Was andere als Freibrief verstanden, das Bestehende über Bord zu werfen und zu modernisieren, führte Pater Manelli und Pater Pellettieri, zwei Minoriten, aus der neuen Geschäftigkeit ihres Klosters hinaus in die Einsamkeit und Stille der Kontemplation. Sie hatten keine Absicht, einen neuen Orden zu gründen. Sie suchten den geistlichen Weg für sich und ihr Seelenheil. Daraus heraus begannen sie ein Apostolat zu entfalten, das junge Gläubige wegen des Ernstes und der Authentizität anzog. Durch die Männer und Frauen, die sich um sie zu scharen begannen, ergab sich schließlich die Notwendigkeit eines neuen Ordens, der 1990 kanonisch errichtet wurde.

Unter Papst Benedikt XVI. kehrten die Franzskaner der Immakulata ordensintern zum überlieferten Ritus zurück. Die Seelsorge für die Gläubigen leisteten sie im Alten und im Neuen Ritus. Dadurch wurden ihnen immer neue Seelsorgeorte angeboten, allein in Italien 33. 30 davon wurden vom Kommissar durch das Zelebrationsverbot im Alten Ritus und durch Auflösung von Klöstern eliminiert. Die Gläubigen wurden sich selbst überlassen.

Am 1. Mai 2013 konnte Ordensgründer und Generalminister Manelli seinen 80. Geburtstag begehen. Der Orden stand in höchster Blüte. Während andere Orden unter Nachwuchsmangel leiden, hatten die Franziskaner der Immakulata zahlreiche Berufungen. In vier Zweigen, je einem männlichen und einem weiblichen missionarischen und kontemplativen Zweig zählte der Orden insgesamt 800 Brüder und Schwestern.

Blühender Orden und die Gründe dafür weckten Neid, Mißgunst und Abneigung

Im Juli des vergangenen Jahres wurde der Orden wie ein Blitz aus heiterem Himmel durch die Ordenskongregation unter kommissarische Verwaltung gestellt. Gründe, was sich der Ordensgründer, die Ordensleitung oder der Orden insgesamt zuschuldekommen habe lassen, wurden bis heute keine genannt. Das Verbot weiterhin im Alten Ritus zelebrieren zu dürfen, enthüllte jedoch die Stoßrichtung. Der blühende Orden weckte den Neid anderer Orden und die bisher einzigartige Tatsache, daß ein Orden des Neuen Ritus zum Alten Ritus wechselte, schien ein doppeltes „Ärgernis“ für manche gewesen zu sein, das abgewürgt werden mußte. Die Gefahr, daß auch andere Orden ernsthafte Ursachenforschung über die Gründe ihres Nachwuchsmangels anstellen könnten und dem Vorbild der Franziskaner der Immakulata in ihrer radikalen Armut, Glaubensstrenge und Ernsthaftigkeit folgen könnten, oder in einem weiteren Schritt sogar den überlieferten Ritus wiederentdecken könnten, mußte gebannt werden.

Papst Franziskus stimmte Bestrafung der Brüder zu – seither ignoriert er das Thema

Trotz der „Zeit der Barmherzigkeit“ schweigt Papst Franziskus bisher zum tragischen Schicksal der Franziskaner der Immakulata, eines Ordens, der von Papst Benedikt XVI. besonders geschätzt wurde. Trotz dieses Schweigens, kennen inzwischen doch auch einige Katholiken im deutschen Sprachraum die leuchtende Geschichte der Franziskaner der Immakulata, die für sich selbst spricht. Der Orden lebt in strenger franziskanischer Armut, er geht hinaus, ist den Menschen nahe und er ist missionarisch. Obwohl dies genau den Vorgaben und Wünschen von Papst Franziskus entspricht, hat der Orden den „unsäglichen“ Makel des Alten Ritus. Unter Benedikt XVI. hatte die Ordenskongregation nicht gewagt, gegen den Orden vorzugehen. Dessen Abtritt und die Wahl von Papst Franziskus ließen die Kongregation enthemmt zuschlagen.

Ausgerechnet die Erfolgsgeschichte des Ordens wurde ihm zum Verhängnis. Die Radikalität der Weltentsagung und die Treue zum Glauben lösten gegensätzliche Kräfte aus. Einerseits zog der Orden dadurch zahlreiche Berufungen an sowohl für den männlichen als auch für den weiblichen Zweig. Andererseits wuchsen gleichzeitig Neid und Eifersüchteleien in anderen Orden, die sich im Niedergang befinden.

Die Kirche ist für manche Mutter, für andere …

In seinem Interview mit dem brasilianischen Fernsehsender Globo am 28. Juli 2013 sprach Papst Franziskus von der Kirche als „Mutter“. Und eine Mutter ist ihren „Kindern nahe“, es gebe keine Mutter, die mit ihren Kindern nur aus der Ferne „korrespondiert“. „Wenn die Kirche mit tausend Dingen beschäftigt ist, vernachlässigt sie diese Nähe, sie kommuniziert nur durch Dokumente, sie ist wie eine Mutter, die mit ihrem Kind nur brieflich kommuniziert.“

„Offensichtlich wird in der Kirche mit zweierlei Maß gemessen: Für einige ist die Kirche Mutter, für andere, die in der Sanftmut und der Reinheit des Herzens leben, ist sie es nicht und kommuniziert mit ihnen nur mittels Dokumenten, oder Dekreten zur kommissarischen Verwaltung“, so Cristina Siccardi.

Vielleicht erscheint die Kirche „als zu weit weg“, „vielleicht als zu kalt, vielleicht zu selbstbezogen, vielleicht Gefangene ihrer eigenen strengen Sprache“, sagte Papst Franziskus in seiner Ansprache an die brasilianischen Bischöfe am 27. Juli 2013. Nur zwei Wochen zuvor, am 11. Juli erließ die Ordenskongregation mit Zustimmung des Papstes das Dekret gegen die Franziskaner der Immakulata, ohne sie vorher anzuhören.

Papst Franziskus fragte die brasilianischen Bischöfe: „Ich möchte, daß wir uns alle fragen, heute: Sind wir noch eine Kirche, die imstande ist, die Herzen zu erwärmen?“ Den Franziskanern der Immakulata „ist es gelungen die Herzen zu erwärmen“, so Cristina Siccardi, „doch Kommissar Volpi legte mit der Axt Hand an sie“.

Vorbildhafter Orden wird zertrümmert

Mit der kommissarischen Verwaltung der Franziskaner der Immakulata wurde eine Wunde aufgerissen, die dieses Pontifikat überschattet. „Eine Wunde, die auch nicht durch einen inszenierten Prozeß geschlossen werden wird, der in Vorbereitung ist“, so Siccardi. Die Führungsebene des Ordens, jene Kräfte, die das Charisma des Ordens ausmachten und die geistlichen Grundlagen gelegt haben, wurden abgesetzt und auch geographisch über die ganze Welt ins Exil verstreut. „Niemand kann ernsthaft glauben, daß der Orden nach einem solchen äußeren und willkürlichen Eingriff noch derselbe bleibt“, so Siccardi.

Der Präfekt der Ordenskongregation und Urheber des unsäglichen Angriffs gegen einen der blühendsten Orden der katholischen Kirche, Kardinal Joao Braz de Aviz holte sich dafür die ausdrückliche Zustimmung von Papst Franziskus. Damit beraubte er den Orden jeder Rekursmöglichkeit und damit jeder Möglichkeit sich gegen eventuelle Anschuldigungen zu wehren. Doch Anschuldigung gibt es keine, weil der Kampf gegen den Orden ein innerkirchlicher Richtungsstreit ist. Die Verweigerung einer Rekursmöglichkeit hängt auch damit zusammen, daß dann die Apostolische Signatur mit dem Fall befaßt worden wäre. Präfekt derselben aber ist Kardinal Raymond Leo Burke, ein Freund der Franziskaner der Immakulata und ein Freund des überlieferten Ritus. Kardinal Burke mußte daher umgangen werden und das gelang durch die Zustimmung von Papst Franziskus.

Die tendenziöse Visitation als Präludium, sobald der Papst es ermöglicht

Die Ordenskongregation hatte bereits zuvor mit der Ernennung von Msgr. Vito Angelo Todisco zum Apostolischen Visitator eine parteiische Entscheidung getroffen, die eine eindeutige Stoßrichtung hatte. Todisco war in jungen Jahren selbst kurz bei den Franziskanern der Immakulata, dann aber ausgetreten. Mehrfach äußerte er sich abschätzig über die Strenge des Ordens. Zudem unterhielt er freundschaftliche Kontakte mit der kleinen Rebellengruppe im Orden. Seine Ernennung belegt, daß die Ordenskongregation von Anfang an eine einseitige, ablehnende Haltung gegenüber dem Orden einnahm. Todisco hätte seine Ernennung ablehnen müssen. Wenn er es nicht tat, so ist das nur ein weiterer Mosaikstein in einer offensichtlich langfristig geplanten Aktion gegen den Orden, deren Exekution allerdings erst mit der Wahl von Papst Franziskus möglich wurde.

Das präpotente und willkürliche Vorgehen von Kommissar Volpi gegen die Franziskaner der Immakulata ist der lebende Widerspruch zu den zahlreichen Aufforderungen von Papst Franziskus zu Barmherzigkeit und Zärtlichkeit.

Der Papst, Pater Alfonso Bruno und die „Selbstbezogenheit“

Pater Alfonso Bruno, der innerhalb des Ordens mit der Ordenskongregation an dem Putsch mitwirkte und nun der neue starke Mann im Orden hinter dem Kommissar ist, hielt den Seminaristen am vergangenen Sonntag eine 38minütige Ansprache, um sie für seine Linie zu gewinnen. Dabei sagte er wörtlich in einem weiteren offensichtlichen Widerspruch zu dem, was Papst Franziskus ständig fordert: „Entschuldigt, wenn ich selbstbezogen bin“, wie Libertà e Persona berichtet. Alfonso Bruno verlangte von den Seminaristen im Kommissar den „Vertreter Gottes“ zu sehen, dem „übernatürlicher Gehorsam“ geschuldet sei. Die fünf Rebellen, die mit ihrer Eingabe offiziell der Ordenskongregation den Aufhänger zum Einschreiten lieferten, die Pater Alfonso Bruno unterstützt, haben sich allerdings nicht durch „übernatürlichen Gehorsam gegenüber ihren Ordensoberen und dem Ordensgründer und Generalminister Manelli ausgezeichnet, sondern gegen diesen intrigiert“, wie ein Franziskaner der Immakulata, unter dem Pseudonym Peregrinus Frater schreibt.

Die „grundlose“ kommissarische Verwaltung

Bei den Legionären Christi war von Anfang an offen gesagt worden, warum Maßnahmen gegen den Ordensgründer ergriffen und warum der Orden unter kommissarische Verwaltung gestellt wurde. Nichts dergleichen bei den Franziskanern der Immakulata. „Das Steinchen weniger Brüder, die sich unzufrieden an die Ordenskongregation wandten, löste einen Erdrutsch aus, der eine der eifrigsten und jüngsten Ordensgemeinschaften, die so reich an männlichen und weiblichen Berufungen ist, die von außergewöhnlicher Rechtgläubigkeit und bewundernswertem Gehorsam ist, zerbricht, indem sie unwiderlegbar nach dem Willen von Papst Franziskus bestraft wird, weil er die Heilige Messe im Alten Ritus nach den Bestimmungen des Motu proprio Summorum Pontificum von Benedikt XVI. zelebrierte, daran ändert auch nichts, daß nun am 31. Januar die Ordenskongregation erklärte, ‚die Sache mit dem Alten Ritus ist absolut nicht der Hauptgrund‘ für die kommissarische Verwaltung.“ Die Ordenskongregation sah sich bemüßigt, zu sagen, was angeblich nicht der „Hauptgrund“ gewesen sei. Bisher wurde jedoch weder von ihr noch von Kommissar Volpi weder ein „Hauptgrund“ noch überhaupt ein Grund für diese drastische, ordenszerschlagende Maßnahme genannt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana

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3 Kommentare

  1. @mariokin
    „Papst Benedikt lebt noch und muss das Kreuz seines Scheiterns einer Kirchenreform tragen…“
    Wieso Sie aus Benedikt XVI. einen verfolgten „Kirchenreformer“ machen, ist mir ein Rätsel. Ich höre das jetzt schon mehrfach von Gläubigen im Umfeld der Pius-Bruderschaft, und ich komme aus dem Staunen nicht heraus.
    Wieso ist er ein Kirchenreformer? Er ließ Kritik am 2. Vatikanischen Konzil nicht zu, forderte nur, es im „Licht der Tradition zu lesen.“ Doch ohne Veränderungen an Texten geht das nicht, Irrtümer, Widersprüche löst man nicht auf, ohne sie konkret in Texten zu ändern. Nie hat er das auch nur andeutungsweise erlaubt.
    Die Verhandlungen mit der FSSPX sind gescheitert. Ich glaube nicht, weil Bischof Fellay so stur oder unbeweglich war.
    Und im Hintergrund stand seine Drohung, schon bei der Überreichung der Präambel: Wenn es zu keiner Einigung kommt, ist mit schwerwiegenden Maßnahmen zu rechnen. Sinngemäß, ich kann es nicht mehr wortwörtlich zitieren, aber es trifft den Sinn.
    Wer verfolgt ihn? Er kann höchstens erpressbar sein. Nicht wegen seines Lebenswandels, aber der Kammerdiener, der an alle Unterlagen herankam und an die seines Sekretärs, wurde von ihm eingestellt. Dieser Putzmann des Petersdoms, der auch noch Kameras in der Privatwohnung installierte, habe nicht die nötige Reife, die ein päpstlicher Kammerdiener braucht, wurde er ausdrücklich gewarnt. Er schlug die Warnungen in den Wind, weil er bestimmten, ihm nahestehenden Personen vertraute. Das ist persönlich tragisch, ich erinnere ungern daran. Doch wenn er jetzt zu einem Papst stilisiert wird, der verfolgt wird wegen seiner Kirchenreformen, dann erinnert mich das stark an die Warnungen von Erzbischof Lefebvre vor Gefühlsschwelgerei.
    Ich habe keinen Priester das bisher sagen hören, auch von Menzingen habe ich nichts dergleichen gehört, aber im Umfeld der Gläubigen der Piusbruderschaft schon. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus.
    Ich glaubte, die FSSPX sei Pius X. verpflichtet. Dieser Papst hätte nicht Bücher geschrieben, sich auf eine Ebene mit liberalen Exegeten begeben, sie zwar widerlegt, aber ausdrücklich ohne lehramtliche Vollmacht. Er hat seine Ergebnisse zur freien Diskussion gestellt, seinen den Glauben angreifenden Professoren-Kollegen lehramtlich kein Haar gekrümmt.
    Ein Pius X. hätte wahrscheinlich alle offiziell verurteilt. Nicht, weil er so hart und reaktionär war. Weil er die Kirche liebte, weil er ein Hirte war, der sich für das Seelenheil der Gläubigen verantwortlich fühlte.
    Benedikt liebte die Kirche auch. Aber mehr wie ein Professor als ein Papst. Wenn ich Pius X. zum Maßstab nehme.

    • Es ist äußerst schmerzhaft, solche Beurteilungen über Papst Benedikt zu lesen. Niemand ist ohne Fehler, aber er hat alles getan, um den Glauben in der Kirche zu stärken, vor allem durch sein Wort und seine Predigt. Viele sind durch ihn zum Glauben gekommen. Er hat sich um eine würdige Liturgie gemüht. Es hat größte Widerstände auf sich genommen, um die Einheit und den Frieden zu fördern. War es seine Schuld, dass so viele in der Kirche ihn bekämpft und allein gelassen haben? So viele waren unversöhnlich und hatten nur ihre Gleichförmigkeit mit der modernen Welt im Sinn. – Ebenso könnte man Jesus zum Vorwurf machen, dass er einen Verräter als Apostel angenommen hat und ihn bis zuletzt noch seinen Freund genannt hat. Können wir es Jesus vorwerfen, dass so viele sich nicht bekehrt haben, sondern seine Vernichtung betrieben haben? – Und uns hat er aufgetragen, barmherzig zu sein, den Frieden zu suchen und das Gericht über die Mitmenschen Gott zu überlassen.

    • Mit Ihrer Ansicht liegen Sie richtig! Ich kann in diesen Wehmuts-Lobgesang um Papst Benedikt nicht miteinstimmen. Schön still hat er gehalten, als es nötig gewesen wäre, im Klerus einmal gründlich „aufzuräumen“. Er war beim Greuel in Assisi anwesend und betete 2006 in einer Moschee. Unsäglich! Hat man das vergessen? Papst Benedikt, der gemäßigte Modernist, ist mir noch lieber als P. Franziskus, das ist aber auch schon alles.

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