Kardinal Joachim Meisner emeritiert – Seine Stimme wird Deutschland fehlen – Wer tritt Nachfolge an?

Papst Franziskus nahm Rücktritt von Kardinal Joachim Meisner an(Köln) Papst Franziskus hat den Rücktritt des Erzbischofs von Köln, Kardinal Joachim Meisner angenommen. Der 80jährige Schlesier wurde am 25. Dezember 1933 in Breslau geboren. Er gehörte als Erzbischof zu den prägenden Gestalten der katholischen Kirche im Deutschland der vergangenen 45 Jahre. So lange war Meisner amtierender Diözesanbischof. Zunächst als Weihbischof von Erfurt, dann von 1980 bis 1989 als Bischof des noch geteilten Berlins, dann auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. fast zeitgleich mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Diktatur und dem Ende der DDR im Erbistum Köln. Mit Köln stand Meisner der größten und einflußreichsten Diözese des deutschen Sprachraums vor. Ein Bischofssitz, der im römisch-deutschen Reich mit der Kurwürde verbunden war. Köln ist seit der Zeit Karls des Großen Erzbistum. Die Erzbischöfe wählten zuerst den römisch-deutschen Kaiser. Seit dem Untergang des Alten Reichs ist der Bischofsstuhl mit der Kardinalswürde verbunden, weshalb sie seither den Papst wählen.

Meisner konnte deutsche Kirche nie prägen, aber wichtigen Gegenpol bilden

Es wäre übertrieben, wenn man sagen würde, Kardinal Meisner habe der deutschen Kirche seinen Stempel aufgedrückt. Das gelang ihm nur zum Teil, zum kleineren Teil. Er war Teil der von Papst Johannes Paul II. versuchten Restauration einer Katholischen Kirche, die in der Nachkonzilszeit im deutschen Sprachraum Auflösungserscheinungen zeigte. Kardinal Meisner war damit beschäftigt, Löcher zu stopfen und ein Gegengewicht zu andereslautenden Tendenzen unter den deutschen Bischöfen zu bilden. Daß sein Gewicht stark, aber nicht entscheidend war, zeigten die Wahlen zum Vorsitzenden der Deutschen Bisschofskonferenz. Ein Amt, das er nie erreichte. Eine Meisner-Mehrheit wollte sich in der Deutschen Bischofskonferenz nie einstellen. Bei der Wahl des Mainzer Bischofs, Karl Kardinal Lehmann 1987 konnte er noch nicht mitreden. Durch den Mauerbau waren die mitteldeutschen Bischöfe gezwungen, sich in der Berliner Bischofskonferenz zu organisieren. 2008 mußte er Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg akzeptieren, weil er über eine starke Minderheit nicht hinauskam.

Maßgeblicher Papstwähler bei Benedikt XVI., nicht bei Franziskus

Dennoch war Kardinal Meisner in den vergangenen Jahrzehnten unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. ein sicherer und zuverlässiger Ansprechpartner für Rom. Die Wahl des deutschen Papstes hatte er maßgeblich mitentschieden. Gleiches gilt nicht für die Wahl von Papst Franziskus, über die er sich unmittelbar nach dem Konklave sichtlich irritiert zeigte.

Abgang bei stürmisch werdendem Seegang

Auf Wunsch von Benedikt XVI. blieb er deutlich länger im Amt als es das Kirchenrecht vorsieht. Er war der älteste noch aktive Kardinal der Katholischen Kirche. Bereits Ende 2008 bot er mit Erreichung der Altersgrenze von 75 Jahren erstmals seinen Rücktritt an. Am Christtag 2013 wurde er 80 und war noch immer ein Fels in der Brandung. Sein Abgang erfolgt bei anschwellendem Seegang. Unter Benedikt XVI. schien mehr Ruhe in die deutsche Kirche gekommen zu sein. Kardinal Meisner konnte einige seiner Weihbischöfe zu Diözesanbischöfen einsetzen. Der Abtritt Benedikts und die Wahl von Papst Franziskus zeigte, daß es sich um eine trügerische Ruhe gehandelt hatte. Offensichtlich hatten progressive Kreise sich resigniert ihrer Marginalisierung ergeben. Mit der Wahl des argentinischen Papstes haben sie Morgenluft gewittert. Vermeintlich glaubenstreue Bischöfe, selbst solche, die Meisner wohlmeinend in Amt und Würde, sogar bis zur Kardinalswürde brachte, entpuppen sich als verkappte progressive. Die deutsche Kirche zeigt ein Bild von Ungehorsam und Rebellion, die an die Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils erinnert.

Makel durch „Pille danach“-Entscheidung

Meisner selbst setzte einen umstrittenen Schritt, der das Ende seines Episkopats überschattet. Vor einem Jahr, kurz vor dem Rücktritt von Benedikt XVI., erlaubte er Krankenhäusern in katholischer Trägerschaft, immerhin ein Drittel des gesamten Kölner Krankenhauswesens, und katholischen Ärzten die Abgabe der Pille danach. Eine einseitige Entscheidung, die er auch von der Bischofskonferenz mit einem machiavellistischen Text absegnen ließ. Die Pille danach kann auch abtreibend wirken. Das Gegenteil, auf das sich Kardinal Meisner berief, wurde von der Wissenschaft noch nicht bestätigt.

Auch im Erzbistum Köln lief zuletzt nicht mehr alles nach Wunsch des Erzbischof. Unter Papst Franziskus und mit Blick auf Meisners Alter läuteten einige bereits die Nach-Meisner-Ära ein. Meisner bot in vielen gesellschaftspolitischen Debatten einen sicheren Orientierungspunkt für Katholiken und alle Menschen guten Willens. Meisner hob sich von den anderen Bischöfen auch dadurch ab, daß er eine klare Sprache zu sprechen wußte. Das galt besonders nach dem zu frühen Tod des Fuldaer Bischofs Johannes Dyba.

Mann der klaren Worte wird Deutschland fehlen

Wer wird seine Nachfolge antreten? Wer wird die wichtigste deutsche Diözese, eine der größten Diözesen der Welt und nicht zuletzt auch eine der reichsten Diözesen der Weltkirche leiten? Eine Personalentscheidung, die von großer Bedeutung für den deutschen Sprachraum, aber auch für die Universalkirche ist. Eine Entscheidung, die Papst Franziskus zusteht.

Es bleibt zu hoffen, daß Kardinal Meisner, wie der ebenfalls 80jährige Kardinal Walter Kasper unter Beweis stellt, auch weiterhin seine Stimme in der Weltkirche erhebt. Eines steht mit dem Abgang von Joachim Kardinal Meisner bereits fest: Seine Stimme wird Deutschland fehlen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: La cigueña de la torre

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54 Comments

  1. Was kann man da noch viel erwarten, es kann ja nur bergab gehen in der deutschen Kirche.
    Beten wir trotzdem für einen würdigen Nachfolger.
    Per Mariam ad Christum.

  2. Meisner war in der DDR nicht so vergiftet angefeindet worden wie in der Bundesrepublik. Die dortigen Kommunisten hatten noch mehr Charakter als mancher Mobbingbruder hier zu Lande. Man wird verstehen, wie das gemeint ist.

    • „Meisner war in der DDR nicht so vergiftet angefeindet worden wie in der Bundesrepublik.“
      Das kann ich als ehemaliger DDR Bürger bestätigen. Natürlich sollte man davon ausgehen das die 68ziger Generation viel bekloppter ist als die Führung der SED jemals sein konnte. Aber klar sollte auch sein das die Kommunisten die römisch-katholische Kirche aus taktischen Gründen nicht voll angegriffen haben. Wenn eine Zeit gekommen wäre wo sie sich unbeobachtet gefühlt hätten, wäre es wahrscheinlich gefährlich geworden. Zur Zeit schaue ich „Mainz wie es singt und lacht“, da erzählt doch wirklich so ein Narre das Papst Franziskus der größte Papst seit 2000 Jahre ist. Alles klar. Karneval in Deutschland, 365 Tage im Jahr.
      Per Mariam ad Christum.
      Per Mariam ad Christum.

  3. Eine sehr gute Würdigung, die Licht- und leider eben auch die jüngste Schattenseite, die Stärke und Schwäche seines Episkopats aufzeigt.

    • Mit der Pille danach wurde Meisner offenbar ganz schön falsch beraten bzw. und unter Druck gesetzt. Welche Funktion die pille danach haben soll, ist doch klar.

  4. Kardinal Meisner hat mit seiner ihm offenbar aufgedrängten Meinung zur Pille danach uns nicht verunsichern können. Offenbar hat man selbst ihn zugenebelt. Das kann vorkommen. Klare Sicht ist Katholikenpflicht undwird es bleiben. Er war ein guter Hirte.

    • Die klare Sicht wäre gefragt. Wissen Sie, was ein guter Hirte ist? Unser Herr sagt es selbst:“Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe!“ Er liefert Sie bestimmt nicht, wie Meisner, der Tötung durch die Pille danach aus! Oder steht in Ihrer Bibel etwas anderes?

  5. wahrscheinlich ist er in der DDR deshalb nicht so angefeindet worden, weil es da zu wenig Katholiken gab. Die meisten Menschen waren evangelisch, und die evangelische Kirche glaubte man – außer der Jungen Gemeinde – nach dem Kirchenkampf Ende der 50er/ Anfang der 60er Jahre im Sack zu haben.
    Jedenfalls war Kardinal Meisner für uns Dresdner zum Katholikentag mit seinen deutlichen Worten ein Zeichen der Hoffnung und wurde stürmisch bejubelt.
    Ich hoffe, daß er nicht verstummt!

  6. Unter Blinden ist der Einäugige König! Es ist schon ein Jammer wenn man Eminenz Meisner eine Träne nachweinen muß. – Bei seiner Vorstellung vor seinem obersten Dienstherrn wird er sich sehr gute Argumente für das Vorhandensein der unsäglichen, sakrilegischen Karnevalsmessen einfallen lassen müssen, die er leichtsinnig geduldet hat.

    • Wir sind schon mit Meisner zufrieden unter den gegebenen Verhältnissen leider nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland. Wir sind dankbar für jeden Halbsatz eines Bischofs, der katholisch klingt. Das ist leider die Lage.

      • Die Lage ist, dass die guten Bischöfe von der Priesterbruderschaft St. Pius X. als Schismatiker verunglimpft werden. Wie sagt der Heiland.“An Ihren Taten werdet ihr sie erkennen!“

    • Zum Thema Karnevalsmessen

      Es gibt berufsständische Messen, zB der Köche, der Jäger und sicher viele andere, die mir momentan nicht einfallen. Dagegen gibt es nichts zu sagen. Die Gläubigen kommen in der Zunft-, Berufskleidung und gut. Keinem Pfarrer würde einfallen, mit der Kochmütze zu zelebrieren.Wenn der Zelebrant weiß, was sich gehört, dann gibt es auch keine Probleme.

      Als „alter Christus“ im Kostüm zu zelebrieren grenzt an geistige Verschrobenheit.

      Damit ist nichts gesagt gegen die Narren im Kostüm bei der Messe.

      • Narren gehören in den Gürzenich und nicht in die Kirche. Vielleicht, lieber Konrad Georg, ist Ihnen nicht mehr bewusst, dass die heilige Messe die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers von Golgatha ist. Auf Golgatha war es aber kein bisschen lustig!

      • Keine Sorge, ich bin mir dessen voll bewußt.

        Ich wiederhole mich nicht gern. Die Teilnahme der Narren an einer korrekt zelebrierten Messe ist nicht zu beanstanden.

        Die Predigt darf durchaus darauf abgestimmt sein. Die eigentlichen Hauptteile der Messe beginnen ja erst danach. Und da ist Schluß mit lustig.

      • Die Teilnahme der Narren im Kostüm an der hl. Messe ist zu beanstanden!!! Wann hat es so etwas in der Kirchengeschichte je gegeben.Die Predigt sollte einzig und allein auf das Evangelium und die Erklärung der Liturgie abgestimmt sein. Auch wenn wir mit dem Offertorium gleichsam in das Allerheilgste der Messliturgie eintreten, heißt das nicht das man in der Vormesse die Sau rauslassen darf, Wenn man das Problem der „Karnevalsmessen “ in den Griff kriegen will geht das nur wie folgt:
        1. Strenges Verbot von den Texten des Missales abzuweichen,
        2. Strenges Verbot von außerliturgischen Liedgut.
        3.Strenges Verbot von fastnachtlichen Dekorationen im Gotteshaus.
        4.Strenges Verbot der Maskierung von Priester, Altardiener und Messbesucher!

  7. Vor der Liturgiereform wäre Kard. Meisner ein Progressiver gewesen, nach derselben gilt er als Konservativer. So ändern sich die Zeiten.

    N.B. Als sein Freund Papst Benedikt die Mundkommuinonspendung demonstrativ in Rom durchführte, hat Meisner genauso demonstrativ an der Handkomunion festgehalten.

  8. Dem Hochwürdigsten Herrn Kardinal Meisner möchte ich ein ewiges Vergelts Gott in Zeit und Ewigkeit zu rufen.Ich kann seit Jahren das Haus nicht mehr verlassen und bin deshalb per PC jeden Sonntag im Kölner Dom im Hochamt.Früher konnte ich jeweilen mit derselben Freude viaRAI uno in St. Peter die erhabenen Liturgien mitfeiern-doch das ist heute alles dahin.Daher, welch eine Oase katholischer Frömmigkeit in Liturgie und Predigt im geliebten schönen Köln.Alles sorgfälig nd mit viel Liebe zum Detail voll Gottesliebe- herrlich-omnes dicent:gloria!
    Dazu die herrliche Musik, besonders die Chöre-denken wir nur wieviele Mädchen und Knaben im Gottesdienst verpflichtet und deren Angehörigen dadurch eingebunden sind-lebendige, strahlende Kirche.Ich freute mich schon die ganze Woche darauf.Ein mulmiges Gefühl beschleicht mich wenn ich an die Zukunft denke-denn das alles zeigt minütiös die Handschrift des Kardinals.Dieser Bischof ist eine einsame Leuchte in der gegenwärtigen Finsternis.ich kenne keinen so vom Charisma erfüllten Diener der Kirche, der es ihm gleichtäte-seine Treue zum Glauben,seine Unerschrockenheit auch wenn Sturm und Winde ihm entgegen brausen.Das hat ihn eher noch gestärkt.Vorallem das Faszinosum seiner rednerischen Gabe-Rhetorik de la pemiere classe welche die theologische Botschaft glaubwürdig für jeden verständlich herüberbrachte-da sprach kein Professor mit näselnder Stimme, sondern ein gotterfüllter,gläubiger bekennender geisttrunkener Mensch.
    Das Kostbarste dabei waren mir seine packenden Gotteserfahrungen-viele davon werde ich nie vergessen.das alles in sobrietate Spiritus.Ich bin fest überzeugt seine Spuren sind und bleiben unauslöschlich,was auch immer kommen mag.Kostbare unwiederbringliche Perlen des Reiches-ganz im Gegensatz zu der Glasperleninflation heutiger Tage.
    So seien dem emeritierten Erzbischof, diesem Freund Gottes noch viele Jahre der Gottesfreundschaft beschieden-mnogaja leta-ad multos adhuc annos!-uns allen eine selige Stunde zum Leben und dereinst zum Sterben durch Christus unsern Herrn.

      • Es waren die Pontifikalämter im Kölnerdom-Sie können sie jeweilen um 10Uhr an den Feiertagen sonst immer sonntags mitfeiern.
        Seine Predigten waren einfach einzigartig-immun gegen alle satanischen Invektiven-gläubig und voller Gottesliebe.Kein gegenwärtiger anderer Kardinal oder Bischof deutscher Zunge kann ihm mE das Wasser reichen-dort sind meist modernistische, abstossende Patzen drin.sorry.
        nb.ich habe das Glück gehabt SE Kardinal Meisner selbst zu begegnen.Demütig, bescheiden humorvoll, hochintelligent-das empfehle ich auch seinem Nachfolger!

      • NOM natürlich. Auch im Pontifikalamt predigt er regelmäßig ohne Mitra & Hirtenstab – ganz wie derjenige, der als Erzbischof ebenfalls so aufgetreten war und es als Papst heute fortsetzt.

      • Ich hoffe und wünsche von Herzen, daß Gott einmal die Richter Kardinal Meisners gnädiger beurteilt.

        Es ist kinderleicht, vom hohen Thron der eigenen Erhabenheit aus über die Erbärmlichkeit der Anderen zu richten.

        Sehr geehrte Frau Züger,

        ich war durch einen Gichtanfall, Gott sei Dank dem einzigen, an einem Hl. Abend verhindert, die Mette zu besuchen. Radio und Fernsehen können uns auch in einer solchen Situation zu Blitzreisenden machen. In dieser Nacht war ich sowohl in Görlitz, wo damals unser jetziger Bischof von Augsburg die Liturgie feierte, und danach konnte ich in Rom mit Papst Benedikt die Mitternachtsmese mitfeiern.

        Es ist tieftraurig, daß in den Alten- und Pflegeheimen statt die Mitfeier der Messe per TV zu ermöglichen, WoGos verbrochen werden.

      • Ich möchte noch nachlegen: Hier in der Schweiz habe ich manche Begeisterte der charismatischen Predigten des Kardinals getroffe, darunter ganz hohe Funktionäre der Wirtschaft und Hochfinanz, unverdächtig irgendwelcher religiöser Ideologie. Danke diesem grossartigen, wunderbaren Bischof!

  9. Die wenigen guten Tate des Episkopats Meisner werden von den schlechten weit übertroffen.
    Wenn er wirklich ein mal unverblümt die Wahrheit gesagt hat, genügtge ein bisschen Druck der Medien und Meisner kroch zu Kreuze wie einst die Schlange im Paradies. Der Platz in der Kirchengeschichte ist ihm aber schon jetzt sicher : Als Wegbereiter des Babymordes durch die Pille danach! Die soll ja anbeblich angeblich, nach der Katholischen Morallehre vertretbar sein. Wenn jetzt die Mietlinge aus den Bischofstädten Trier, München, Stuttgart und Hamburg die Lehre der Kirche, in Fragen der Moral, verändern wollen, so muss uns Klar sein: der Startschuss ging, vom, angeblich so konservativen, Oberhirten von Köln aus. Hätte er damals „den Dom in Kölle ge loose“, könnte man heute in Trier nicht singen :“Wir kommen, alle alle alle in den Himmel.“ Ehebruch wäre noch Ehebruch und schwere Sünde wäre noch schwere Sünde! Und auch die Kölner Lebensweisheit :“Et es noch emmer jot jange“ hätte noch ihre Berechtigung. In diesem Sinne ein totalverkatertes „Kölle Allaf“( Ever denkt draan, am Ääschermettwoch es ales vorbei! Dann heißt es vielleicht. “ Ich wor en ne Räuber;lev Diözesane…..“)

      • Ja, lieber Konrad Georg, es ist wahr, ich bin ein großer Sünder, sicher viel schlechter als Sie, mein Feund! Aber die Tötung Ungeborener Kinder geht nicht auf mein Konto. Ich hätte sicherlich auch geschwiegen, wenn man die Eminenz nicht mit unverdienten Lobeeren bekränzt hätte!

  10. Meisner hat sich um das Bistum Köln verdient gemacht und ein letzter Lichtblick der deutschen Kirche in einer sehr schwierigen Zeit. Deswegen gilt ihm mein Dank. Ich habe mich immer wieder über seine Glaubensstärke – eine heute so seltene Tugend – gefreut.
    Aber zu denken geben sollte der Zeitpunkt der Annahme des Rücktrittsgesuches. Es ist kurz vor der Wahl des Zollitschnachfolgers. Wie so oft denkt man bei einem Zeitzusammenhang auch an einen Kausalzusammenhang nach dem Motto „Nichts geschiet durch Zufall“. Meisner sollte auf diese für den deutschen Katholizismus so wichtige Entscheidung keinen Einfluss meht nehmen können. Auch hier wirft das Jahr 2017 mit seinen Planungen seine Schatten voraus.
    Der in Breslau geborene Meisner ist im Eichsfeld aufgewachsen un durch den Katholizismus der Eichsfelder gebrägt. Er hätte den Planungen für das Lutherjahr im Wege gestanden. Hier befällt mich eine tiefe Trauer über das angenommene Rücktrittsgesuch, wie ich sie zum letzten Male bei dem Amtsverzicht Benedikts XVI empfunden habe. Es ist eine Trauer, die nicht zu vergehen scheint.

  11. Ich kann nur bestätigen, dass Kardinal Meisner ein begnadeter Prediger ist. Und ich habe ihn erlebt als einen Hirten, der mit unglaublicher Herzlichkeit auf Menschen zugeht. Hoffentlich bekommt er einen Nachfolger, der sein Erbe nicht verrät.

    • Lieber Jean -Louis, es kommt nicht nur auf das Wort, sondern auch auf die Taten an.
      Die Tat die Kardinal Meisner nachhängen wird, ist der von Ihm konzendierte Mord an ungeborenen Kindern durch die Pille danach, auch in katholischen Krankenhäusern!!! So etwas ist nicht mit einer Milliarde schöner Predigten wieder gut zu machen!!! Wie die gute Tat des Schuhmachers und Spätberufenen Adolf Kolping bis heute nachwirkt, so wird auch die Untat des Ex- Kardinals von Köln, noch in Jahrzehnten ungeborenen Kindern das Leben kosten. Welches Erbe, bitte schön, könnte da noch veraten werden? Welcher Nachfolger könnnte noch schlimmere Dinge anstellen?

      • Überschlagen Sie sich nicht!

        Ich weiß ebenso wie Sie alles 100%ig, fast allwissend.

        Handbremse anziehen! Wer sind wir denn?

      • Diese Aussage des Kardinals nimmt doch keiner für bare Münze, der zum Glauben steht und in ihm lebt. Meisner war entweder unter Druck oder man hat ihm Märchen aufgetischt. Es gibt ja Leute, die alles verdrehen können. Diese Aussage Meisners sei gestrichen. Üben wir die von Franziskus eingeforderte Barmherzigkeit auch gegenüber einem Erzbischof.

      • Barmherzigkeit? Ja! Lobhudelei? Nein! Also, den Namen Meisner nicht erwähnen und schweigen! Wenn aber geredet wird, dann muß die Wahrheit gesagt werden!!! Der Herr sagt: die Wahrheit wird euch freimachen. Lieber Konrad Georg ich bewundere Sie um Ihre Allwissenheit. Ich bin leider nur ein sündiger Mensch, aber die Wahrheit muß gesagt werden. Und die Wahrheit ist, dass S.E. K.Meisner den Hirtenstab des Hl. Maternus beschmutzt hat: Damals, als er sich dem Druck der Medien gebeugt und die Pille danach freigeben hat, hätten der Spruch mit der Handbremse gepaßt!

      • Die Pille danach freizugeben, war sicherlich eine Entscheidung Meisners, über die man geteilter Meinung sein kann. ABER: wie Pater Martin von Cochem auf Kardinal Meisner eindrischt und urteilt, ist maßlos, beschämend, abstoßend und total daneben! Meisner war einer der wenigen deutsche Bischöfe, die mutig, kompromisslos und unbeugsam für das Evangelium eingetreten sind! Er war DAS Sprachrohr Roms in Deutschland! Kein Bischof stand so zu Johannes Paul II. und Benedikt XVI. wie er! So einer wie Meisner ist weit und breit im deutschen Episkopat nicht mehr in Sicht. Er brannte für das Evangelium – ich habe ihn oft erlebt und bin ihm auch persönlich begegnet. Wir Katholiken in Deutschland können ihm nicht genug danken!

      • Lieber Michael, wenn seine Eminenz nur ein bisschen Druck von den Medien bekam ist er eingeklappt wie ein Taschenmesser. Von Unbeugsamkeit keine Spur! Man sollte doch nicht schon wenige Tage nach seinen Rücktritt mit der Legendenbildung anfangen. Den „Löwen“ von Köln hat es nie gegeben, den „Löwen von Münster“ hingegen schon.

      • Bonjour, danke für die richtige Antwort!
        NOM -na toll! Das genau ist der Punkt, auf den hedi züger offensichtlich nicht kommen wollte. Schwärmerei und Lobhudelei für K. Meisner? Das darf doch wohl nicht wahr sein, ist man denn von allen guten Geistern verlassen?
        Wie ware es denn mit einer „herrlichen“ Kostprobe eines Pontifikalamtes für Karnevalisten im Kölner Dom, vom 8.1.2014 mit K. Meisner und Kollegen: mit falschen Wandlungsworten des Herrn Kardinal, Konzelebration, Karnevalskapelle die zünftig aufspielt und während der (natürlich) Handkommunion “ you raise me up“ spielt, Meisner sich den Karnevalsorden umhängt und die „Narrenkappe“ aufsetzt, einen Schal, Backwaren und ein Fässle Kölsch entgegennimmt und zum Schluß auch noch beklatscht wird etc.?

        http://www.domradio.de/video/pontifikalamt-fuer-die-karnevalisten-0

      • also ich bin kein Fasnachtsfan -aber ohne in die Posse von Dostojewskis Pater Ferapont zu schlüpfen gestatten Sie die Frage:ist da nicht vielleicht doch einer mal in den Gottesdienst gekommen und hat etwas Spirituelles mitbekommen, der sonst nie dorthin gegangen wäre? In meiner unmassgeblichen Glaubensreise habe ich erleben dürfen, dass aus einem ganz winzig kleinen Bodensatz in ordine gratiae etwas ganz Grosses wurde,was sonst nie geschehen wäre.-ist das ausgeschlossen? ist nicht viel mehr Freude im Himmel über einen einzigen Sünder, der umkehrt,als über noch soviele, die von ihrer eigen Gerechtigkeit so sehr überzeugt sind? Vielleicht irre ich mich und habe Unrecht-so wie mein hochverehrter Kardinal ob seiner Gottes- und Nächstenliebe.Aber ich will viel lieber mit Meisner irren als mit Ferapont rechthaben.
        PS:empfohlene Fastenlektüre: Dosojewskis Brüder Karamasoff bezüglich Starez Sossima.Spirituell beeindruckend,zu Tränen der Busse treibend-in Zeiten schwerer Glaubenskrise im alten Russland geschrieben, welch durch die so verkündete Kraft des Glaubens niedergerungen-was heute geradezu richtungsweisend ist.

      • Nicht von der eigenen Gerechtigkeit, liebe Hedi, sondern von der Lehre der Kirche bin ich überzeugt. Es geht in der heiligen Messe nicht in erster Linie darum Spiritueles zu vermitteln (was auch immer Sie damit meinen) sondern das Opfer Christi zu feiern. Wir modernen Menschen haben nur eine geringe Vorstellung von der Größe, Heiligkeit und Erhabenheit des heiligen Messopfers. Wie im alten Bund müsste man uns entgegenrufen :“Ziehe deine Schuhe aus, hier ist Heiliges Land.“ Darf auch ich eine Fastenlektüre empfehlen ?
        „Pater Martin von Cochem – Messerklärung“ erhältlich beim Saro Verlag..

      • Ich sehe, es hoffnungslos. Es gibt Leute die sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht! Da ist doch Hopfen und Malz verloren – ich geb’s auf!!

    • Den „Löwen von Köln“ hätte es durchaus geben können. Leider ist Meisner hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben. Er hatte bzw. hat Format, unbestritten. Ein begnadeter Prediger, keine Frage, Mut, Herzlichkeit. Mir war / ist er sehr sympatisch.

      Doch leider in punkto alte Messe hat er versagt. Er hat sie abgelehnt ohne sie zu kennen. Er hat den Eucharistischen Kongress nach Köln geholt, aber er hat das mit der Handkommunion nicht korrigiert, obwohl es ihm Benedikt vorgemacht hat. Ein Widerspruch, der bleibt.

      Ich bezweifle, daß man einen wirklich tiefen Zugang zur Eucharistie über den Novus Ordo finden kann, er ist zu sehr an der Oberfläche. Genauso bleibt der NO Priester an der Oberfläche. Hätte Meisner den Versuch unternommen und sich vom alten Ritus prägen lassen, er hätte persönlich an Stärke gewonnen. Den NO Priestern/Bischöfen fehlt etwas, das wage ich zu behaupten. Ich sehe es einem Priester an, ob er im alten oder im neuen Ritus daheim ist, er hat eine andere Ausstrahlung. Ausnahmen mag es geben.
      Trotzdem, mir war/ist Kard. Meisner sehr sympathisch und ich schätze ihn sehr.

      • Verehrte(r )M.S.Sie kennen meine Position.ich bin mit Ihnen einverstanden-wir alle wissen nicht in welch schrecklichem Umfeld, in welcher Brandung der Kardinal oft gestanden-innere und äussere Feinde, da ist es verständlich dass er nicht alle von uns erwartete Tugendkraft aufbringen konnte-wer kann das schon?Aber er hat aus der unüberwindlichen Kraft des Glaubens gelebt, seine Stimme unerschrocken erhoben,vorgelebt, was hic et nunc zu tun ist nach Massgabe der konkreten Situation-durch alle Höhen und Tiefen hindurch.Vor allem hat er die mitgegebene Einsamkeit im Amte nicht gescheut sondern sie mit seinem vertrauten Umgang mit dem Göttlichen erfüllen lassen..O kriegten wir doch den ersehnten Bischof, geprägt von der Mystik der altehrwüdigen hl.Messe!
        Ich freue und danke für alle Ihre gerechten und guten Worte.

      • Möchter Ihnen auch einige äußerst wichtigen Bücher empfehlen:
        1. Sie haben Ihn entthront, Marcel Lefebvre
        2 .Offener Brief an die ratlosen Katholiken, Lefebvre
        3. Die Neue Theologie
        4. Das Zweite Vatikanische Konzil, eine bislang ungeschriebene
        Geschichte
        – Alle- Sarto Verlag

      • ich lese gerne Thomas von Aquin, Berhard Claravallensis,in den Kirchenvätern,an den Freitagen die Passionsberichte der 4 Ev.auf Griechisch-damit ich diese Sprache nicht vergebens gelernt habe-
        besonders gerne täglich die Menologien der Cistertienser und Karthäuser,zudem bin ich vorgerückten Alters und habe nicht mehr viel Zeit,die ich Ihnen hochverehrter Pater Martin von Cochen und Vitus von Herzen wünsche- -da kann ich ausser den literarischen Werken, die mich auf der Glaubensreise geprägt und geführt haben, bezw. was mich darin auferbaut und bestärkt hat heute nur noch fragmentarisch und selektiv herbeiziehen-für anderes habe ich nun keine Zeit mehr.Ein Karthäuserbruder sagte mir einst mit seinen 86 Jahren:ich lese nichts mehr nur die Heilige Schrift.Und er hatte recht.Ein nahes Fernziel auch für mich.

      • Auch mir ist der Kardinal menschlich sympatisch. Das ändert aber nichts an den Fakten und somit an der vorgebrachten Kritik.

      • Kritik an Meisner, weil er ihrer Ansicht nach nicht alles richtig gemacht hat??? Dann warten sie mal ab, wer ihm nachfolgen wird! Sie werden wohl verzweiflen … . Und sie werden sich noch die Finger nach Meisner lecken. So einen wie ihn gibt es im deutschen Episkopat nämlich nicht mehr.

      • Aha, da habe ich mich wohl getäuscht. Ich dachte Sie wären einer von der 100% -Katholiken-Gruppe(Lefebvre).
        Schade!

  12. Hochwürdiger Herr Pater Martin von Cochem,

    ich habe nichts gegen die Priesterbruder St. Pius X. Nur im Notfall aber würde ich bei ihnen die Messe besuchen, wie in der gleichen Situation bei den Orthodoxen.

    Es gibt die Alternative „vernünftiger Pfarrer“, den ich habe, oder die Petrusbruderschaft.

    An den „Piusbrüdern“ stört mich nur eines, ihre lutherische Sturheit.

    Ich habe nie Theologie studiert, aber immer war mein Denken „mit der Kirche“, mein Handeln durchaus nicht immer.

    Das Streitthema Religionsfreiheit ist ganz leicht zu erledigen.

    Gott, unser Schöpfer hat das Recht, von uns Gehorsam zu verlangen und nach seinen Geboten, die schon im Naturrecht erkennbar sind, zu leben.

    Gott hat seine Geschöpfe mit Willensfreiheit ausgestattet. Und der Teufel ist aktiv.

    Aber niemand darf in einen Glauben hineingezwungen werden.

    Für mich, der ich doch recht gut informiert bin und bei Weitem nicht so handle und die, die nicht glauben (können), gilt wohl der Hinweis in einer Jerusalemer Straßenbahn: „Spring nur ab! Wirst schon sehn!“

    Diesen Ausspruch hat Salcia Landmann in ihrem Buch: „Gepfeffert & gesalzen“ überliefert.

    • Lieber Konrad Georg,
      Was Sie da vortragen isr genau die tradionelle Lehre, aber eben nicht die Lehre des Konzils!!! Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag. Machen Sie weiter so.! Wenn man sich auf Ihre „Formel“ einigen würde, die könnte ich unterschreiben. Übrigens, ich bin nicht von der Piusbruderschaft, stehe aber 100%ig hinter Ihr!
      Einen schönen Sonntag!
      P.M. von Cochem

  13. Mein voriger Kommentar ist ergänzungsbedürftig:

    Aber niemand darf in einen Glauben hineingezwungen werden. FERTIG.
    Für mich, der ich doch recht gut informiert bin und bei Weitem nicht so handle, WIE ICH SOLLTE,

  14. Lieber Hans Georg, was Sie hier vortragen ist ganz genau die Lehre der katholischen Kirche!!!!!
    Jedes Wort könnte ich von Ihrem Kommentar unterschreiben. Bravo! Aber leider weicht die Konzilslehre erheblich davon ab. Und genau dies ist das große Problem. Übrigens, ich bin nicht von der Piusbruderschaft, stehe aber 100%ig hinter ihr..Sie ist der einzige Lichtblick für Priester und Laien, die die Glaubensänderungen des II. Vaticanums ablehnen! Vertiefen Sie Sich nur weiter in die Materie.Einem theologisch gebildeten Laien , wie Ihnen empfehle ich die Lektüre von Americo Romano „Jota Unnum – Eine Studie über die Veränderungen in dedr kath. Kirche im XX. Jahrh.“ beim Sarto- Verlag erhältlich. Diese Buch ist ganz objektiv geschrieben. Für theolog. Unbewanderte schwierig zu verstehen, dürfte aber für Sie kein Problem sein.
    Einen schönen Sonntag wünscht P. M. von Cochem

  15. Sehr geehrter Hw. H. Pater Martin,

    vielen Dank für Ihr Anerkennungsschreiben. Also ich bin rechtgläubig, obwohl ich mich von den Händeln um das rechte Konzilsverständnis fernhalte! Damit haben Sie mir schwere Artilleriemunition geliefert. Die Einsatzmöglichkeiten werden gerade geprüft.

    Ich gestehe, daß ich altgläubig bin. Wenn SE Bischof Voderholzer vom jetzt aktuellen Geist des Konzils spricht, dann muß ich ihm zugutehalten, daß er 1965 Erstklässler war und ihn deshalb nicht wahrnahm. Damals bereitete mir jeder, der sich auf diesen öminösen Geist berief, Pein. Lange war ich der Meinung, der GdK sei verendet, aber sein Aasgestank verneble noch die Hirne. Das ist unser Problem.

    Moing friah is d Nocht rum. I muaß iaz ins Bett. Guad Nacht.

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