Kardinal Kaspers Rede und „Die Zeit“ – Eindruck einer strategischen Planung

Kardinal Kasper(Hamburg) Die deutsche Wochenzeitung Die Zeit, nicht im Ruf der Katholizität stehend dafür aber das Haus- und Magenblatt der neuen gender-korrekten Weltordnung, veröffentlichte in ihrer heute erschienenen Ausgabe exklusiv Auszüge aus dem Referat, das Kardinal Walter Kasper am Donnerstag der Vorwoche vor dem versammelten Kardinalskollegium zum Thema wiederverheiratet Geschiedene hielt (siehe eigenen Bericht Kardinal Kasper zu wiederverheiratet Geschiedenen: „Neue Wege“ gehen wie das Konzil – Papst Franziskus: „Danke. Danke“). Der Kardinal weiß eben, wo er einflußreiche Verbündete findet und wem er die Reverenz zu erweisen hat.

Eigentlich sollte der Kardinal zum Thema Familie sprechen, denn der war das Konsistorium gewidmet und der sollte auch die Bischofssynode im Herbst gewidmet sein. Tatsächlich drehte sich jedoch alles exklusiv um einen Teilaspekt der Gesamtfrage: um das Ehesakrament und dort nur um die wiederverheiratet Geschiedenen.

Kardinal Kaspers exklusives: „Ja, aber…“

Der 81jährige Kardinal forderte die Beibehaltung der katholischen Lehre, aber die Änderung der katholischen Praxis und damit doch wieder die Änderung der Lehre. Eine dialektische Form, andere über den Tisch ziehen zu wollen. So wurde Kaspers Rede zu einem großen „Ja, aber…“.

„Der deutsche Kardinal wird mit den Worten zitiert: „Barmherzigkeit ist keine billige Gnade, die von Umkehr dispensiert. Aber die Sakramente sind auch keine Belohnung für Wohlverhalten und für eine Elite, welche die ausschließt, die der Sakramente am meisten bedürfen.“

„Wenn ein geschiedener Wiederverheirateter bereut, dass er in erster Ehe versagt hat, wenn er sich nach Kräften mühte, die zweite zivile Ehe aus dem Glauben zu leben, können wir ihm dann das Sakrament der Buße und die Kommunion verweigern?“

„Angst hat nichts Christliches. Wir glauben ja auch an die Vergebung der Sünden. An die Möglichkeit, neu anzufangen.“

Kardinal Marx und Kardinal Schönborn „begeistert“ von Kasper-Rede

Münchens Erzbischof, Kardinal Marx zeigte sich nach der Rede Kaspers begeistert. Die Rede sei die „Overtüre“ zu einer Diskussion, die so schnell nicht enden werde. Kardinal Marx war es, der Glaubenspräfekt Müller öffentlich, bissig getadelt hatte, als dieser an die katholische Lehre erinnerte. Laut der die Unauflöslichkeit der Ehe und damit auch die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion unmöglich ist.

„Beeindruckt“ gab sich auch Wiens Erzbischof, Kardinal Schönborn. In der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung bezeichnet er Kaspers Referat als „blendend formuliert“ und „hervorragend“. Es gehe darum zu „sondieren, wo die Familien der Schuh drückt“, so Kardinal Schönborn. Genau das aber, hat Kardinal Kasper mit seiner Einschränkung der Gesamtfrage „Familie“ auf ein einziges Thema, das zudem vor allem nur den Westen betrifft, gerade nicht getan.

Strategische Planung und Wahlkapitulation

Es verdichten sich die Zeichen, die zumindest den Eindruck entstehen lassen, als erfolge alles nach einer strategischen Planung. Als sei die Einberufung der Bischofssynode, der Fragebogen an die Bischöfe und nun das Konsistorium Teil eines Etikettenschwindels. Es steht „Familie“ darauf, aber es geht von Anfang an um die Aushebelung der katholischen Ehelehre zugunsten einer bestimmten Gruppe, der wiederverheiratet Geschiedenen. Bereits am 29. Juni 2013 sprach Papst Franziskus von der Bischofssynode, am 8. Oktober 2013 berief er für Oktober 2014 die außerordentliche Bischofssynode zum Thema „Familienpastoral“ ein. Die inzwischen von verschiedener Seite in Rom geäußerte Vermutung, das Thema wiederverheiratete Geschiedene sei Teil einer geheimen Wahlkapitulation Jorge Mario Bergoglios im Konklave gewesen, bleibt vorerst Spekulation. Ob er tatsächlich Verpflichtungen gegenüber den wichtigsten Promotoren seiner Wahl eingegangen ist, kann nicht behauptet werden. Bekannt ist jedenfalls, daß Kardinal Bergoglio nichts zugestimmt hätte, was er nicht selbst teilt.

Exklusive Rolle Kaspers und seiner Meinung vom Papst verschafft

Bisher schweigt sich der Papst zum „heißen“ Thema aus. Im Tornielli-Interview vom vergangenen Dezember sagte er zu deutschen Interpretationen seines Apostolischen Schreibens Evangelii Gaudium, abschwächend, Zollitsch habe gleich von „neuen Wegen“ bei den wiederverheiratet Geschiedenen gesprochen. Davon habe er, der Papst, aber gar nichts gesagt. Was er zum Thema aber denkt, sagte der Papst nicht. Nun schrieb er ein kurzes Schreiben an „alle Familien“ der Welt zur Bischofssynode, ohne jedoch inhaltlich etwas zu sagen. Auch nicht, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits Kardinal Kasper exklusiv als einzigen Referenten für das Kardinalskonsistorium beauftragt hatte. Eine Beauftragung, die einer bestimmten Meinung eine überdurchschnittliche Bedeutung und Sichtbarkeit verschafft. Vor den Kardinälen, aber auch in der Öffentlichkeit. Eine Beauftragung, die den Geruch einer Vorentscheidung hat. Am 10. März wird Kaspers Rede in vollständigem Wortlaut vom Herder Verlag veröffentlicht. Man darf Übersetzungen in andere Sprachen bereits annehmen. Kaspers Richtungsvorgabe wird als einzige direkte Meinung aus dem Kardinalskollegium in die Öffentlichkeit hinausgetragen. Die mehr als 70 Redebeiträge anderer Kardinäle bleiben unbekannt. Und dies, obwohl es, wie es in Rom heißt, „hitzige“ Reaktionen auf Kaspers Vorstoß gab. Die Zeit veröffentlichte Auszüge für den deutschen Sprachraum. Vergleichbare Medienkaliber werden bereits morgen in anderen Sprachräumen folgen. Der Boden wird bereitet. Die Gefahr eines wirklichen oder faktischen Schismas der deutschen Kirche ist damit vom Tisch. Ihre Interessen sind durch Kardinal Kasper in Rom angekommen. Exklusiv. „Deutsche“ Wünsche in Sachen wiederverheiratet Geschiedener sind auf dem besten Weg, sich durchzusetzen. Papst Franziskus schweigt sich aus. Er bereitet die Bühne, liefert die Choreographie und inszeniert, ohne selbst inhaltlich ein Wort zu sagen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Radio Cristianidad

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32 Comments

  1. Falls sich Kasper durchsetzt, was mir aber nicht so sicher scheint, angesichts der „hitzigen Diskussionen“ und der wiederholten Stellungnahmen des Präfekten der Glaubenskongregation, wird es kein „deutsches Schisma“ geben, vielleicht aber eins von Seiten derer, die nicht an der Ehe-Lehre rütteln wollen.

    • Jean-Louis: Das „GEISTIGE Schisma“ in der deutschsprachigen Kirche ist doch schon längst für jeden erkennbar erfolgt, daher wird es Aller höchste Zeit das endlich auch das „KÖRPERLICHE Schisma“ erfolgt, damit die Spreu vom Weizen getrennt wird und so Viele unsterbliche Seelen wie möglich noch gerettet werden können. Es ist aber zu vermuten dass die sich über einen modernen Ablasshandel finanzierende „DIE NEUE KIRCHE“ sich das Stillschweigen des Vatikans Erkauft, der sich ja seit langen Blind, Taub und Stumm stellt.

      Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

      • Ein Schisma fordert eine Differenz mit dem Papst, und im Vertrauen gesagt seit Paul VI. lacht man sich in Rom über die deutschen Bischöfe nur noch ins Fäustchen!

  2. Die Modernisten waren immer schon verlogen und dreist in der Vorgehensweise. Mit der oberflächlichen Praktomanie (tatsächlich steckt eine falsche Pseudodoktrin dahinter) setzen sie sich seit fünfzig Jahren durch. Denn sie wissen ganz genau, dass man den Glauben der Massen am ehesten durch Änderung der Praxis, nicht der offiziellen Lehre, ändern kann. So behaupten sie schon immer, nichts von der Doktrin antasten zu wollen, sondern lediglich „pastoral“ – eigentlich lupal – vorzugehen. Das ist längst in verschiedenen Bereichen so:
    - Man hat offiziell nichts am Verständnis der Sakramente, insbesondere der hl. Messe, geändert, aber man hat den Priester umgedreht und hinter den Tisch gestellt.
    - Man hat offiziell nichts an der hierarchischen Verfassung de Kirche geändert (wenn es den Modernisten passt, dann wird sie sogar ziemlich brutal durchgezogen), man hat aber die Priester und Bischöfe faktisch der Kontrolle verschiedener Gremien und Räte unterstellt. Einzelne Bischöfe sind zudem weitgehend zu kollegialen Geiseln von Bischofskonferenzen geworden.
    - Man hat offiziell nicht die Wahrheit aufgegeben, dass die katholische Kirche die einzige wahre Kirche Christi ist (obwohl das berüchtigte „subsistit in“ durchaus zumindest eine Schwächung darstellt), man praktiziert jedoch den Ökumenismus in all den Formen, die durchblicken lassen, dass dahinter eigentlich protestantische Auffassungen stehen.
    Unter Johannes Paul II war die Morallehre die letzte und einzige Bastion der traditionellen katholischen Doktrin (wenn auch mit manchen Schwachpunkten), denn er hat zumindest am Lebensschutz, der Ehe- und Sexualethik konsequent festgehalten. Nun wollen die Modernisten gerade vor allem in diesem Bereich den „Reformstau“ beheben. Nicht zufällig beruft sich Kasper gerade auf „das Konzil“.
    Bergoglio hält sich da scheinbar vornehm zurück, damit die Gutgläubigkeit der Naiven nicht überstrapaziert wird. So geht der Betrug der Modernisten in kirchlichen Ämtern weiter…

    • Für wie dumm halten diese Leute denn die Massen, dass diese nicht erkennen, dass Lehre und Praxis nicht übereinstimmen. Diese Divergenz ist tödlich. Wenn eine kirche keine lehre anzubieten hat, hat sie ihre Aufgaben aus den Augen verloren. Wenn sie die Lehre nicht praktiziert, wird sie unglaubwürdig.

    • @leo: Ich teile Ihre luzide Analyse.

      Zum Problem der Morallehre: Diese lässt sich eben nicht halten, wenn man den Menschen nicht zeigt, dass es sich lohnt, diesen hohen, ja höchsten Ansprüchen zu genügen. Wenn Ritus, Theologie und kirchliche Disziplin verflacht und nivelliert, beschädigt, mitunter gar entstellt werden – wie es in den letzten 50 Jahren geschehen ist – und die Gläubigen das wahre Antlitz der sancta ecclesia in Ritus und Katechese gar nicht mehr kennenlernen; wenn die Kostbarkeit des Glaubens, veritatis splendor, nicht mehr leuchtet und mit geheimnisvoll zwingender Gewalt anzuziehen vermag: ja dann freilich mag die Morallehre immer mehr als ein Relikt aus vergangenen Zeiten erscheinen, dem zuletzt nur „in ihrer Humanität gescheiterte tragikomische Randexistenzen“ noch etwas abzugewinnen vermögen – um ein ach so takt- wie liebevolles Wort zu bemühen, das der gute Herr Vorgrimler in seinem und seines Meisters Konzilskompendium den Liebhabern der alten Messe angedeihen lässt.

  3. Erzbischof Marx meint dass wiederverheiratete Geschiedene keine Christen zweiter Klasse seien.
    Kaspar spielt sich in erschreckender Weise auf und meint wer bereut und sich bemüht die zweite Ehe zu halten, dem könne man die Kommunion geben. Zu Kaspars Argumentation fällt mir nur ein, es geht nicht noch satanischer, und um die Hölle anzufüllen scheinen sie den unwürdigen Kommunionempfang forcieren zu wollen An alle Ratzingeranhänger sei gesagt, dass Kaspar sehr ein Geschöpf von Ratzinger sein muss. Ratzinger der Bischof Krenn als Bischof von Wien blockierte, ließ Kaspar bis in die Kardinalswürde “ passieren“.

    • Stimme Ihrem ganzen ersten Teil zu. Dass Kardinal Kasper ein Geschöpf von Kardinal Ratzinger sei, halte ich hingegen für unzutreffend. Sie waren theologisch die Gegenspieler. Wer auf die Idee kam, Kasper seinerzeit aus Rottenburg nach Rom wegzubefördern, kann ich nicht sagen.
      Warum sind sie der Meinung, dass ausgerechnet Kardinal Ratzinger Bischof Krenn als Erzbischof von Wien verhindert habe? Krenn wurde Bischof von Sankt Pölten. Sein mag, dass Kardinal Ratzinger Schönborn, den er aus der Glaubenskongregation kannte und der Sekretär für den Katechismus war, dort schätzen und für Wien für geeignet befunden hat. Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass Kardinal Ratzinger Schönborn mit nach Wien befördert hat. Das aber heisst noch nicht, dass er damit Krenn gezielt verhinderte. Schönborn, geborener Diplomat, feine Umgangsformen, der mag nicht nur Ratzinger in Rom den Kopf verdreht haben. Ich denke, dass der Herr Wiener Erzbischof perfekt zur richtigen Stelle zur richtigen Zeit aufzutreten weiss. Was leider dann in Wien daraus wurde, wissen wir. Sehr bedauerlich. Wobei ich positive Seiten nicht unterschlagen möchte. Doch…

      • Ich weiß aus der ganz engen Umgebung von Bischof Krenn, dass Krenn und Ratzinger schon in Regensburg wo sie beiden Professoren waren immer gestritten haben, schwer wiegende theologische Differenzen und noch als Papst wurde Dr. Ratzinger von etlichen Zeitungen gelobt dass er Dr. Krenn als Erzbischof von Wien ´blockiert hat, statt seiner kam dann Kardinal Groer. Und vergessen Sie bitte nicht, Papst Benedikt hat seinen Rücktritt zeitlich so angelegt, dass Kardinal Kaspar gerade noch ins Konklave hineinkam. Und wie gesagt, wenn Krenn auf Romwallfahrt ging, und mit seiner Gruppe in Castel Gandolfo vorbeischaute, bekam man Worte zu hören, wie Herr Professor haben Sie heute Abend Zeit für mich, und die ganze Gruppe musste das Programm ändern weil Krenn den Abend in Castel Gandolfo verbrachte. Wer jemanden als Erzbischof verhindern kann, der dem Papst so nahe steht, hätte auch einen Kaspar verhindern können. Und als Dr. Krenn dann in Bedrängnis kam, gab er seiner Umgebung zu verstehen, dass er von Kardinal Ratzinger überhaupt nichts zu erwarten habe.

      • Sie alle machen dieselben Fehler wie Sie die Kinder machen, Sie beurteilen die Menschen danach was sie sagen, Sie müssen die Menschen nach dem beurteilen was sie tun!

      • Es ist kein Geheimnis, dass Bischof Krenn einen ziemlich direkten Zugang zu Johannes Paul II hatte und war durch den gemeinsamen Freund Kardinal Jaworski. Somit konnte nur so jemand wie Ratzinger die Beförderung von Krenn verhindern. Es ist auch kein Geheimnis, dass unter seinem Günstling Schönborn die alte Franz-König-Mafia, die unter Groër einen kleinen Dämpfer bekommen hatte, wieder auflebte und voll am Werk ist.

        Das Problem ist, dass Ratzinger immer versucht hat, zumindest scheinbar auf zwei Hochzeiten zugleich zu tanzen, d. h. die naiven Tradis zu gewinnen, ohne den Modernismus zu verraten.

      • Schönborn und Kasper, zwei der Schlimmsten, wurden unter Ratzinger befördert – wenn das nicht aussagekräftig genug ist!

    • Was man aus einem Lachen nicht alles herauslesen kann! Hätte der Kardinal todernst dreingeschaut, hätten Sie vielleicht gesagt, dem stehe die Todsünde schon im Gesicht.

      • Man spekuliere nicht. Er lacht hier doch nicht, sondern reißt weit den Mund auf. War er gerade bei der Fasnacht ? Die ewigen Entschuldigungen für diese Kirchenfürsten, die Großmeister des Ungehorsams sind, geht mir schon reichlich gegen den Strich.

      • Dass Kasper ein übelster Kardinal ist, sei unbestritten – aber von einem Schnappschuss kann man dabei wohl kaum seriös ausgehen.
        Bei ein bisschen nüchternem Denken muss man zugeben, dass dieses Bild gar nichts sagt.

      • Meine Meinung bezog sich auf die vorangegangene Wertung als „Lachen“. Dass das Bild gar nichts sagt, kann man auch nicht wirklich behaupten. Überwertung liegt mir indes auch fern.

  4. Ob Emminenz Kaspar vor seinem ewigen Richter noch so gute Laune haben wird, wie das obige Bild zeigt?

    • Gestern habe ich mir das Posting verkniffen, die Zeit ist nicht so ferne da er mit diesem seinem Lachen im Feuer der Hölle die Gerechtigkeit Gottes verherrlichen wird.

      • Sehr geehrter Wickerl, wir dürfen nicht sagen, daß jemand in die Hölle kommt. Das ist die Sünde des freventlichen Urteils. Nur Gott allein weiß, ob jemand ewig verloren geht. Auch Card. Kaspar hat die Möglichkeit der ( dringend notwendigen ) Bekehrung.

  5. Ist doch nett vom Kardinal, dass er die Beibehaltung der Katholischen Lehre fordert. Im Übrigen sollten Lehre und Praxis nicht auseinander gehen. Er reißt den Mund wohl weit auf, wie dem Bild zu entnehmen ist. Mir hat er nichts zu sagen.

  6. Die Ausdrucksweise „sondieren, wo die Familien der Schuh drückt“ ist recht flapsig gewählt, aber wenn wir das Problem so betrachten wollen, dann „drückt der Schuh“ in erster Linie die Kinder aus der gescheiterten Ehe und den verlassenen Ehepartner (Ehepartnerin).
    Viele bedrohte Ehen sind noch zu retten – und da könnte die Kirche ganz viel Hilfestellung geben (Beichte, Aussprache, Hilfe zur Versöhnung der Ehepartner und tatkräftige Unterstützung bei Belastungen). Es wird einiges getan, aber es könnte noch viel mehr sein. Hier ist aber jeder gefordert. So etwas wünschte ich mir von der Versammlung der Kardinäle. Sicher wurde so etwas in der hitzigen Diskussion gesagt. Vielleicht erreichen uns diese Wortmeldungen auch noch.

    • Von Kasper und seiner Konzilskirche ist nur noch eine Hilfestellung zu erwarten: wie passe ich mich der Welt und ihren Gegebenheiten an, ohne mich dabei schlecht zu fühlen.

  7. Rom wird nicht den Glauben verlieren, sondern hat bereits den Glauben verloren.
    Diese ganze perfide Inszenierung der neuen kirchlichen Oligarchen ist himmelschreiend und muß wohl akribisch von langer Hand vorbereitet worden sein.

    Das Ergebnis der kommenden Bischofsynode dürfte bei der erkennbaren Vorgehensweise, jetzt schon feststehen, etwas anderes anzunehmen wäre beschönigend. Es mag nur noch darum gehen, wie die Veränderung der Sakramente den Glaubenden serviert werden soll.
    Leider lassen sich allzu Viele durch wolkiges Gerede von Barmherzigkeit, Zärtlichkeit usw. einlullen. Das amtierende Kirchenoberhaupt unterhält die Interessierten bei den Mittwochskatechesen bemerkenswerterweise gerade mit den Sakramenten.
    Mit seinem autoritären Stil wird er die Bischöfe schon auf Kurs bringen, die weltliche Medienmacht weiß er bereits hinter sich.
    Allzu fern dürfte die neue Inklusiv-Kirche nicht mehr sein, da bereits bekannte häretische Evangelikale zu „Bruderbischöfen “ gemacht werden.

    In einem gebe ich Kardinal Kasper recht, Angst ist nichts Christliches, ergänzen möchte ich, daß auch Gottvergessenheit nichts Christliches hat.

  8. „Es gehe darum zu „sondieren, wo die Familien der Schuh drückt““
    Es ist wirklich blanker Hohn, der hier den vielfach bedrängten Familien entgegenschlägt. Eltern, die sich ernsthaft und aus tiefem Glauben um eine christliche und katholische Erziehung bemühen, haben ganz andere Probleme. Und sie werden von der Kirche im Stich gelassen. Deren Vertreter kümmern sich lieber um politische Modethemen.

  9. „Der deutsche Kardinal wird mit den Worten zitiert: „Barmherzigkeit ist keine billige Gnade, die von Umkehr dispensiert. Aber die Sakramente sind auch keine Belohnung für Wohlverhalten und für eine Elite, welche die ausschließt, die der Sakramente am meisten bedürfen.“ °°°°°°

    Um auch noch den letzten theologisch einmal leicht Angebildeten einzusacken, ist auch schon Bonhoeffer und dessen Kritik an der ja schon viel früher virulenten „billigen Gnade“ in die Apologetik miteinbezogen.
    „Natürlich – natürlich, hat wer was anders gedacht! – ist Barmherzigkeit keine „billige Gnade“! (Das wissen wir doch seit Bonhoeffer, dass „billige Gnade“ igitt pfui ist!) Nein, nein, keine Sorge, wir meinen keine billige Gnade, das muss hier ein für allemal gesagt werden. Oder ist hier wer, der mir das unterstellen will?!?! Nein, gut, das wäre nämlich auch wirklich perfide. Die Barmherzigkeit Gottes ist tiefer als die Sünde, das ist ganz wichtig, dass wir das immer wieder klären und den Menschen sagen: seine Barmherzigkeit ist größer als unsere Fehler…“
    Einwurf: „Was ist eigentlich eine Umkehr, von der nicht dispensiert werden soll?“
    Kasper: „Jeder muss in Demut auf sich selbst sehen. Wer will den ersten Stein werfen? Ja, also, sehen Sie, also da kann sich keiner rein sprechen, also sollten wir niemanden verurteilen.“

    Und jetzt kommt der totale Querschläger aus Kasperls Mund und man erkennt nicht mehr, ob der Kaschperl das Krokodil oder der Kasperl ist: „Sakramente sind keine Belohnung!“
    Zwischenruf: „Belohnung? Hat das je die Kirche so gelehrt? Sakramente „belohnen“ doch nicht!“
    Das Krokodil agitiert weiter: „Fordern Sie etwa eine Belohnung dafür ein, dass Sie die Ehe nicht gebrochen haben? Wann waren Sie zuletzt bei der Beichte? Es kann nicht sein, dass Sie nicht klammheimlich auch die Ehe brechen, wenigstens in Gedanken. Alle Menschen werden da versucht und denken mal kurz was Falsches -“
    Zwischenruf: „Moment! Ein kurzer ungewollter Gedankenspot ist doch nicht vergleichbar mit einem Ehebruch! Das hat die Kirche nie gelehrt! Das erste ist eine Versuchung, das zweite eine Tat.“
    Das Krokodil druckst: „Finden Sie, man wird nicht schuldig, wenn man eine Ehe aufrechthält, in der nur gestritten wird. Denken Sie an die Kinder! Aber im zweiten Anlauf wird es gut? Wer sind wir? Soll der erste belohnt werden durch die Teilnahme an der Hl. Kommunion, der zweite aber ausgeschlossen werden, sprich bestraft?“
    Dann sitzen die meisten in der Falle, weil niemand Richter spielen oder gar eigenmächtig Strafen verhängen will.
    Übelste Dialektik.
    Wenn der Kasper sonst nichts kann – die Regeln der perfiden Rhetorik kann er, und er wendet sie gewieft, dreist, mit einer erschütternden Unverfrorenheit an.
    Das Schweigen Bergoglios ist total daneben – er ist der Papst (oder etwa doch nicht?) und es liegt an ihm, wie es hier weitergeht. Nur, wirklich nur an ihm. Aber für ihn ist das Kasperltheater – „Theologie auf Knien“.
    Abyssi plaudent manibus.

  10. Jetzt wird den schlauen Theologen die Verkürzung der Lehre langsam zum Verhängnis.

    Da wird unterschlagen, dass beim Kommunionempfang die Disposition des Empfangenden eine nicht geringe Rolle spielt, – … sonst isst und trinkt er sich das Gericht. Diese Stelle wird im Novus Ordo konsequent seit Jahren unterschlagen.

    Die Hl. Kommunion ist keine Belohnung, aber ein unverdientes Geschenk. Wenn mir jemand ein Auto schenkt und sagt, paß aber auf, du darfst nicht fahren, wenn du betrunken bist, sonst besteht die Gefahr, dass du in den Graben fährst. Wenn ich aber die Haltung habe, ach was, solche Einschränkungen lasse ich nicht gelten, alle sollen das Auto haben dürfen und fahren dürfen, egal wie, – dann zeigt das nur eine Arroganz und Dummheit ohnegleichen.

    Die Verfechter der Kasperschen Theorie bringen die Sakramentenlehre auf die schiefe Bahn, sie verführen die Leute dazu, in der Sünde zu verharren statt sich zu besinnen und zu bekehren.

  11. Im übrigen tut Kard. Kasper mit seiner zweilichtigen Argumentation genau das, was er an anderer Stelle anprangert. Es ist Mißbrauch der Sakramente für politische Zwecke.

    Das ganze Thema hat doch bald mehr einen politischen als einen religiösen Hintergrund. Leute wie Kard. Kasper sind Anwälte für die verschiedenen Lobbis: einmal die Geschiedenen in 2. oder 3. Ehe, dann für die verschiedenen Frauenverbände, die über Diakoninnen langfristig auf ein Frauenpriestertum hinarbeiten. Er macht sich stark für diverse Forderungen von ZdK u.a.

    • Das Frauenpriestertum ist aber auch nur ein Durchgangsstadium zum Allgemeinen Priestertum. Dieses ist aber die Abschaffung des Priestertums, was man selbst bei schwacher Beleuchtung feststellen mag. Die Zölibatspflicht entfällt dann auch gleich mit.
      Dann soll doch gleich jeder machen, was er will. Dazu bedarf es keiner Kirche mehr.

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