Päpste im Petersdom: Benedikt XVI. in „so guter Verfassung“

Päpste: der emeritierte Papst Benedikt XVI. und der regierenden Papst Franziskus(Vatikan) Der spanische Kirchenhistoriker und katholische Blogger Francisco de la Cigoña zum ungewöhnlichen Bild zweier Päpste am vergangenen Samstag im Petersdom.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hatte auf Wunsch des amtierenden Papstes Franziskus an der Zeremonie der Kardinalserhebung von 19 Bischöfen und Theologen teilgenommen, darunter Staatssekretär Pietro Parolin, Glaubenspräfekt Gerhard Ludwig Müller und der Generalsekretär der Bischofssynode Lorenzo Baldisseri, aber auch der ehemalige Sekretär von Papst Johannes XXIII, Loris Capovilla. Ein solches Bild hatte es weder im vergangenen Jahr noch in der Kirchengeschichte gegeben. Zwei Päpste, die gemeinsam im Petersdom an einer liturgischen Zeremonie teilnehmen, die von großer Bedeutung für die Weltkirche ist. Dazu die Anmerkung von de la Cigoña zu Benedikt XVI.:

„Ein außergewöhnlicher Papst, als er es war, und ebenso außergewöhnlich in seinem Ruhestand. Ich habe mich sehr darüber gefreut, ihn wieder in Sankt Peter zu sehen. Und augenscheinlich in einer so guten Verfassung. Fast besser als der regierende Papst.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: La cigueña de la torre

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Zeitlos

Es fällt mir sehr schwer, für Benedikt XVI. noch Hochachtung zu empfinden. Zwei Päpste, der Altpapst rüstiger wrikend als der Gewählte, das ist die Zerstörung des Petrusamtes. Ratzinger darf nicht mehr als Papst auftreten, er ist zurückgetreten. Zudem geht Bergoglio auf sein Konto. Ratzingers Rücktritt erfolgte zur falschen Zeit und in falscher Gesinnung. Ein bißchen Papst wollte er noch bleiben. Das geht nicht. Jetzt muss die berühmte Frau mal wieder herhalten, die auch nicht ein bißchen schwanger sein kann.

Urselina

Das sage und schreibe ich seit einem Jahr und werde dafür gesteinigt. Wahr bleibt es trotzdem: Dr. Ratzinger hat das Petrusamt auf das schwerste beschädigt.

doro

Sie gesteinigt?Und Sie schreiben immer noch???

Urselina

Der Apostel Paulus hat seine Steinigung überlebt, dem Apostel Matthäus wurde die Kehle durchgeschnitten, nachdem er seine Steinigung überlebt hatte.

zeitschnur

Sie wollen uns damit aber nicht etwa eine stille Aufforderung zukommen lassen…

M.S.

@zeitlos
Ich stimme Ihnen zu. Wenn man es genau nimmt, hat Ratzinger schon zu Beginn seines Pontifikats mit einem Rücktritt kokettiert: Man solle für ihn beten, daß er nicht vor den Wölfen fliehe. Daß er gleich zu Beginn das Bild der Flucht bringt, ist ein Zeichen der Schwäche. Wer mit der Niederlage rechnet, wird sie auch einfahren.

zeitschnur
Ratzinger hat mit der Bitte um Gebet vielleicht eine persönliche Schwäche zugegeben, vielleicht aber auch einen Impuls, der jeden befällt, wenn er Insider-Kenntnisse wie er hat(te). Andererseits muss er damals gedacht haben, dass der Herr von ihm will, das Amt anzunehmen… Fazit: irgendetwas an der ganzen Story ist unrund, passt nicht zusammen, so, als ob da eine Größe im Spiel ist, die wir nicht erkennen können aus unserer Position. Auch feststeht, dass diese unmögliche Situation unter der Zulassung Gottes steht. Die Kirche hatte schon öfter schlimme Situationen um die Päpste, auch gerade in der Zeit der Gegenpäpste. Der Herr sitzt… weiter lesen »
M.S.

Mit der Bitte ums Gebet hat er keine Schwäche zugegeben, das ist in Ordnung, nur die Formulierung ist sonderbar.

Wenn einer in den Krieg zieht und zu den Angehörigen sagen würde: betet für mich, daß ich keine Fahnenflucht begehe, dann ist das seltsam, weil es zeigt, daß er kein Selbst- bzw. Gottvertrauen hat. Würde er sagen: betet für mich, daß ich tapfer kämpfe und gesund wiederkomme, dann würde das etwas anderes über ihn aussagen.

Aber sei’s drum. Von außen lassen sich leicht gute Ratschläge geben. Bin leider auch oft kein Held.

PETRUS

ZEITLOS, ich habe so eine Ahnung, daß Sie recht haben, wenn ich es mir auch anders wünsche. – Im Studium wurde bei einer Seminarveranstaltung der Fall erörtert, was geschieht mit einem Papst der zurücktritt. Der Dozent ( Kanonist ) vertrat die Ansicht: der Zurückgetretene ist wieder das, was er vor der Wahl war, nämlich Kardinal und wird nicht mehr gesehen. – In unserem Fall gibt es noch eine andere Variante, Benedikt XVI. wurde moralisch mit einem uns nicht bekannten Sachverhalt unter Druck gesetzt. Ja, dann???

Markus

„der Zurückgetretene ist wieder das, was er vor der Wahl war, nämlich Kardinal“
Dann ist die Papstgrotte unter dem Petersdom ja doch keine Papstgrotte, sondern eine Kardinalsgrotte, denn die dort begrabenen sind alle keine Päpste mehr.
Ein Papst bleibt Papst, auch nach dem Ende seiner Amtszeit.
Per Mariam ad Christum.

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