Papst Franziskus zieht Neokatechumenat an den Ohren läßt ihm aber liturgische Narrenfreiheit

Neokatechumenaler Weg(Vatikan) Am Samstag, den 1. Februar war die große Audienzhalle Paolo VI. des Vatikans bis auf den letzten Platz gefüllt. Grund war die erste Begegnung des Neokatechumenalen Wegs mit Papst Franziskus. Der Papst zog die Neokatechumenalen dabei dreifach an den Ohren, läßt ihren liturgischen Sonderformen und Mißbräuchen jedoch freien Lauf.

Der 1964 während des Zweiten Vatikanischen Konzils entstandene Neokatechumenale Weg gehört zu den sogenannten „Neuen geistlichen Gemeinschaften“ der Katholischen Kirche. Laut den exakten Angaben der von den Spaniern Francisco José Gómez Argüello Wirtz, besser bekannt als Kiko Argüello und Carmen Hernández gegründeten Bewegung nahmen an der Audienz 414 Familien teil, die bei dieser Gelegenheit in die Mission ausgesendet wurden. 174 von ihnen sind Teil der 40 neuen „missio ad gentes“, die zu den bereits bestehenden 52 Missionsstützpunkten hinzukommen. Dazu noch rund 900 Kinder dieser Familien und rund 100 Familien, die sich bereits seit einiger Zeit im Missionsauftrag in den verschiedensten Ländern der Erde aufhalten.

Was die Medien nicht berichteten

Über die Begegnung mit Papst Franziskus und die Aussendung in die Mission wurde von vielen Medien, vor allem katholischen Medien berichtet. Was nicht berichtet wurde, ist, daß Papst Franziskus in seiner Ansprache den Neokatechumenalen „einen Nachlaß gewährte, sie aber auch dreifach an den Ohren zog“, so der Vatikanist Sandro Magister.

Der Nachlaß, eigentlich eine unausgesprochene Dispens betrifft ihre liturgischen Sonderformen und Mißbräuche. Papst Benedikt XVI. mißfielen liturgische Sonderwege des Neokatechumenalen Wegs und noch mehr die Verstöße gegen die liturgischen Vorschriften der Kirche. Die Leitungsebene des Neokatechumentas besteht aus drei Personen, den bereits genannten Gründern Argüello und Hernandez und dem italienischen Priester Mario Prezzi, einem ehemaligen Comboni-Missionar, der 1992 Diözesanpriester der Diözese Rom wurde, um sich ganz dem Neokatechumenat zu widmen.

Papst Franziskus läßt liturgischem Mißbrauch freien Lauf

Dazu gehören eine seltsame judaisierende-alttestamentliche Neigung, die Feier der Sonntagsmesse am Samstagabend, wodurch der Sonntag als christlich-neutestamentlicher Herrentag durch eine versteckte Feier des jüdische-alttestamentlichen Sabbat ersetzt wird. Die Messe wird zudem in Absonderung von der Gemeinschaft der Gläubigen nicht in den Kirchen, sondern in gemeinschaftseigenen, meist nicht-sakralen Räumlichkeiten gefeiert. Die Gläubigen sitzen dabei auf Stühlen rund um einen großen Tisch. Auf diesem Altar steht kein Kreuz, sondern immer ein Chanukka-Leuchter.

Der reiche Schatz der Kirchenmusik wird vom Neokatechumenalen Weg ausgeklammert. In Feiern und Liturgien werden nur Lieder der Gemeinschaft gesungen, die der Gründer Kiko Argüello komponierte und textete oder zumindest von ihm genehmigt wurden. Die Gemeinschaft gliedert sich in zwölf Stufen der Erkenntnis, Einführung in das christliche Leben genannt. Für jede Stufe wird die Heilige Messe gesondert gefeiert. Je nach Stufe dürfen nur bestimmte Bücher der Heiligen Schrift gelesen und nur bestimmte Lieder gesungen werden.

In der Messe des Neokatechumenats wird nie gekniet

Während der Meßfeier tanzen die Gläubigen um den Altar und jeder kann seine Gedanken zu den Schriftlesungen frei vorbringen. Für die Konsekration werden nicht Oblaten, sondern große ungesäuerte Brote verwendet. Die Gläubigen kommen zum Kommunionempfang nicht zum Priester. Das konsekrierte Brot wird an die um den Altar sitzenden Gläubigen ausgeteilt, ausnahmslos an alle, die den Leib des Herrn sitzend einnehmen. Überhaupt ist tritt in allen Formen und Elementen ein Hang zu einem alttestamentlichen Philosemitismus auf, sodaß auch der katholische Priester mehr ein jüdischer Synagogenvorsteher zu sein scheint.

Carlo D’Ignoti, der zehn Jahre dem „Weg“ angehörte, schrieb: „Heute bitte ich den Herrn auf den Knien um Verzeihung für die vielen Male, die ich ihn unwürdig empfangen habe, in die Hände und sitzend. Statt der Beichte wird monatlich ein Bußgottesdienst gefeiert, der soll dann für alle Samstage des Monats für den Kommunionempfang ‚reinigen‘. Ich schäme mich dafür, denn im Neokatechumenalen Weg meinen alle, weil es ihnen so beigebracht wird, daß das Confiteor genügt, um die Sünden zu erkennen, sich zu reinigen und den eucharistischen Herrn empfangen zu können. Ganz zu schweigen von der Haltung während der Wandlung. Alle sitzen, die einen mit verschränkten Armen, die anderen reden, andere lachen, andere kauen ihren Kaugummi. Essen vor dem Kommunionempfang ist kein Problem.“ Alle Gegenstände für die Liturgie müssen von Kiko Argüello stammen, vom Kelch für den Wein und Behälter für das Brot bis zu den Ikonen, einschließlich der Lieder.

Seit 1988 werden die Priester des Neokatechumentas in eigenen Priesterseminaren ausgebildet, die missionarisch ausgerichtet sind. Die Redemptoris-Mater-Seminare sind kirchenrechtlich gesehen, Diözesanseminare, unterstehen jedoch der Leitung des Neokatechumenats. Insgesamt gibt es derzeit 100 solcher Seminare mit rund 2000 Seminaristen. Im deutschen Sprachraum bestehen solche Seminare in den Erzdiözesen Berlin, Köln und Wien. Bisher wurden in diesen Seminaren rund 1000 Seminaristen ausgebildet und zu Priestern geweiht. Auch zu den Seminaren gab es unter Papst Benedikt XVI. einen Konfliktpunkt mit Rom. Da der Neokatechumenalen Weg nur Laien kennt, unterstehen auch die Priester in der Gemeinschaft Laien, ebenso die Priester und Seminaristen in den Redemptoris-Mater-Seminaren. Eine Praxis, die der klaren Unterscheidung zwischen Laien und Priestern in der Kirche widerspricht und für die Priesterausbildung nicht als geeignet angesehen wurde.

Domus Galileae – „interreligiöses Zentrum“

Das bedeutendste und kurioseste Gebäude des Neokatechumenalen Wegs steht im Heiligen Land, um genau zu sein in Israel. Auf dem Gipfel des Berges der Seligpreisungen wurde 1999/2000 der Domus Galileae als „Zentrum für den interreligiösen Dialog“ errichtet. Im Domus leben bis zu 200 Angehörige des Neokatechumenalen Weges in klosterähnlicher Form. Allerdings kennt das Neokatechumenat kein geweihtes Leben, sondern richtet sich ausschließlich an Laien. Der Domus unterscheidet sich mit seinen jüdischen und futuristischen Elementen radikal von der katholischen Kirchen- und Klosterbautradition. Mittelpunkt des Zentrums bildet nicht eine Kirche oder Kapelle mit dem Allerheiligsten, sondern eine Kuppel, in deren Mitte eine alte Torah aufbewahrt wird. Die Heiligen Messen werden im großen Mehrzwecksaal gefeiert (siehe Bilder). Das Allerheiligste wird in der „Anbetungskapelle“ aufbewahrt, wobei das „Chorgestühl“ keine Kniebänke hat, weil in der Heiligen Messe des Neokatechumenats, wie bereits zur Wandlung erwähnt, grundsätzlich nie gekniet wird.

Bizarre Sonderliturgie sollte 2012 im Handstreich genehmigt werden

Die teils bizarren liturgischen Sonderformen, gerieten mit Beginn des Pontifikats von Benedikt XVI. in die Kritik, weshalb sie in einem Handstreich genehmigt werden sollten. Der Päpstliche Laienrat hatte dazu ein Dokument vorbereitet, das am 20. Januar 2012 mit päpstlicher Zustimmung bekanntgegeben werden sollte. Vorsitzender des Laienrats ist seit 2003 Stanisław Kardinal Ryłko, ein großer Förderer des Neokatechumenats. Kiko Argüello, sich durch die Unterstützung von Kardinal Rylko seiner Sache sicher, gab die Genehmigung bereits vorab bekannt. Papst Benedikt XVI., der offenbar überrumpelt werden sollte, erfuhr erst wenige Tage vor dem 20. Januar von dem Dokument und lehnte die Unterzeichnung ab. Statt dessen verfaßte der Papst eine handgeschriebene Anweisung an Kardinal Levada, den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, die liturgische Zelebration des Neokatechumenalen Weges einer genauen Prüfung zu unterziehen. Gleichzeitig ermahnte der Papst die Neokatechumenalen, die kirchlichen Vorschriften zur Feier der Heiligen Liturgie einzuhalten.

Kardinal Levada leitete umgehend die Untersuchung ein. Schnell zeichnete sich ab, daß die liturgischen Mißbräuche verurteilt und die Sonderformen verboten würden. Ende 2012 waren die Untersuchungen bereits weit fortgeschritten. Doch dann gab Papst Benedikt XVI. seinen Amtsverzicht bekannt. Mit einem Schlag war die sichere Verurteilung vom Tisch und mit der Wahl von Papst Franziskus waren die Karten völlig neu gemischt. Im Gegensatz zur liturgischen Sensibilität Benedikts XVI. ist Papst Franziskus von einem einen funktionalen Zugang zur Liturgie geprägt.

Papst Franziskus stoppte Glaubenskongregation

Tatsächlich stoppte Papst Franziskus kurz nach seiner Wahl die Glaubenskongregation und ordnete die Einstellung der Untersuchung an. Damit können die Neokatechumenalen ungestört ihre liturgischen Sonderformen beibehalten und „weiterhin ihre durch die Gründer bizarr umgemodelten Messen feiern“, so Magister.

Zu welchen Punkten zog Papst Franziskus die Neokatechumenalen jedoch an den Ohren?

Die dreifache Kritik des Papstes am Neokatechumenat

Der erste Punkt betrifft das Verhältnis der Bewegung mit den Ortsbischöfen, das sich häufig konfliktreich gestaltet. Japans Bischöfe haben die Bewegung wegen ihres an der kirchlichen Autorität vorbei geführten Eigenlebens aus ihren Diözesen hinausgeworfen. Die Suspendierung wurde vorerst auf fünf Jahre begrenzt und endet im Jahr 2015. Der Papst verlangte von den Neokatechumenalen, keine Konflikte herauszufordern und zu gehorchen, auch um den Preis, darauf „verzichten zu müssen“, ihr Programm „in allen Details leben zu können“.

Die zweite Ermahnung betrifft den Respekt vor der örtlichen Kultur der Länder, in denen sie aktiv sind. Der Neokatechumenale Weg ist für seine mangelnde Sensibilität gegenüber der spezifischen Kultur eines Landes und Volkes bekannt. Für die Kulturen vor Ort zeigen die Neokatechumenalen nur geringes oder gar kein Interesse. Sie pflanzen ihre spezifischen Formen identisch in jedem Winkel der Erde gleich auf und ersetzen damit die kulturellen Ausprägungen der einzelnen Länder. Das gilt ebenso für ihr katechetisches, liturgisches, gemeinschaftliches Modell, das Gründer Kiko Argüello bis ins kleinste Detail ausgearbeitet hat.

Die dritte Ermahnung betritt die Behandlung der Adepten: „Die Freiheit jedes Einzelnen darf keinem Zwang unterworfen sein und man muß auch die eventuelle Entscheidung respektieren, sollte jemand außerhalb des Wegs andere Formen des christlichen Lebens suchen.“

Die Ansprache des Papstes wurde auf der offiziellen Seite des Vatikans vollinhaltlich in italienischer Sprache veröffentlicht.

 

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Domus Galieae/Messa in Latino

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23 Comments

  1. ein erschütterndes faktum-aber eine plausible Erklärung der Machtlosigkeit des guten Papstes Benedikt-wenn wir mit ihm fühlen;zum Davonlaufen.
    Es sind die beständigen Invektiven gegen sein segensvolles Wirken durch den modernistischen Flügel-wie oben gezeigt seit vielen Jahrzehnten.
    Diese Haltung hat den Grossteil unserer hl. Kirche infiziert-besonders durch die Medien-sprich gottferne Journallie-da hilft nurmehr Leiden, Bitten und Beten secundum illud prouti cantat psalmus78 vulg:
    deus venerunt gentes in haereditatem tuam, polluerunt templum sanctum tuum,posuerunt Jerusalem in pomorum custodiam-sed
    nos autem populus tuus et oves pascuae tuae conmfitebimur tibi in saeculum.

  2. Mir kommt das sehr sektenähnlich vor.

    Es ist tragisch, daß wohlgesonnene und opferbereite Christen (große Familien, disponible Missionare) in unserer Zeit häufig nur mehr in bizarren Gemeinschaftsformen vorkommen und inakzeptable Liturgien kreieren.
    Mir ist auch schleierhaft, wie man den Musikstil der Neokatechumenalen auch nur länger als ein, zwei Monate aushalten kann.

    Auch das ist wieder ein Punkt, der mich über die wahren Hintergründe des Rücktritts von Papst Benedikt stutzig macht.

  3. Sektierertum was sonst ? Dasselbe halte ich auch von Taize usw. Bergoglio sollte Klartext sprechen: Das sind Privatveranstaltungen, die mit „katholisch“ nichts zu tun haben. Ich halte das zudem auf diesem Bild für ausgesprochen kitschig. Auch das Judentum wird da auf den arm genommen.

    • Taize ist im Gegenzug dazu ein Hort der Rechtgläubigkeit- abgesehen von der Interkommunion!

      Angeblich hat der „Weg“ eine sehr rechtgläubige Theologie und wird deshalb weitesgehend geduldet.

      das Problem bei allen neuen Gemeinschaften ist, dass sie nicht immer nur gut sind. Man muss leider Kompromisse machen. Jede greift etwas Gutes auf, wie Heiligung des Alltags (Opus Dei), Familie (Neokat), aber eben vermischt mit weniger guten Dingen.

      • Das erinnert mich an den Wirt, der ein Essen zauberte, das Fleisch war hervorragend, die Beilagen perfekt, leider waren die Pilze vergiftet. Falsche Beimengungen führen uns nicht weiter. Warum glauben denn die Leute ausgerechnet die Kirche für ihre Versuchswiese auswählen zu müssen ? Anderswo gibt es wohl nicht so viel Toleranz wie bei uns, wobei die vatikanische Toleranz in rechtgläubigen Kreisen eher nicht so übermäßig ausgebreitet ist.

      • Genau! Gut auf den Punkt gebracht!
        Man muss übrigens bedenken, dass sich jüdische Liturgie und Ausdrucksformen, sowie die jüdische Tradition nach Christus stark verändert haben. Der Tempel war weg, man war verstreut- außerdem entstanden in der Mischnah lästerliche Passagen über Maria und Jesus.
        In den Synagogen wurden Gebete eingeführt, welche für Christen nicht mehr tragbar waren, weswegen sie aus ihnen herausgingen.
        Die Liturgie ist geschichtlich gewachsen, die Weisheit vieler Generationen ist an altehrwürdigen Liturgien und ihrer Symbolik beteiligt.
        Später sollte die Kabballah groß rauskommen – ein Sammelsurium teils schwarzer Magie und -ehrlich gesagt- buntgemischter synkretistischer Elemente.

        Das Judentum, welches Christus nicht als Messias anerkannt hat, hat sich ohne Christus und zuweilen gegen ihn entwickelt.
        Das Judentum in Christus hat die Heiden dagegen ‚adoptiert‘ und ein größeres und umfassenderes Ganzes ist entstanden. Das Volk Gottes ist ausgehend vom Judentum um die heidnischen Völker gewachsen und reicher geworden.

        Wer an ein altes, großes, über Jahrhunderte langsam gebautes Haus geht, und anfängt willkürlich Bausteine zu ziehen, und unbeachtet ihrer Bedeutung für die Statik des Gebäudes umbaut und willkürlich schnell versucht das Pensum von Jahrhunderten dranzubasteln…- Der weiß nicht, wann es zusammenfällt…
        Ich kann doch nicht als Baumeister die Steine eines großen Bauwerkes unabhängig von ihrem Kontext und ihrem Daseinssinn an diesem Gebäude, betrachten.
        Das ist grob fahrlässig und tödlich!
        Auch werde ich Material aus anderen Gemäuern auf ihre Kompatibilität mit dem Gebäude und ihre Stabilität überprüfen. Das geht zwar langsam vor sich, ist aber gründlich.

  4. Ich kann nicht verstehen, warum die kirche so etwas zulässt! Wahrscheinlich ist wie beim Opus Dei und den Legionären Christi viel Geld geflossen – aber die beiden Gemeinschaften sind zumindest weitesgehend rechtgläubig.
    Warum haben Laien ein Recht über die Liturgie zu entscheiden? Es gab noch nie in der Kirchengeschichte Laien, die eine Gemeinschaft gründeten und über die Liturgie entscheiden durften.
    Diese Judaisierung des katholischen Glaubens seit dem Konzil ist sehr bedenklich. Denn es wird nicht das originale, vorchristliche Judentum der Schrift hergenommen, sondern menschliches Judentum der Rabbiner nach der Zerstörung des Tempels mit seinen eigenwilligen Interpretationen der Schrift.

    Kardinal Meisner sagte bei der umstritten Islam-Äußerung vor kurzem: Er und Ratzinger seien angeblich gegen die Schritte zur Liturgie gewesen. Irgendetwas stimmt hier nicht!

  5. Eine esoterische Sekte, die mit katholischem Glauben und katholischer Liturgie soviel zu tun hat wie beispielsweise die Mazdaznan-Bewegung. Wenn der Papst ansonsten nichts zu kritisieren hat, als diese drei Punkte, na dann gute Nacht! Naja, wir wissen es ja schon: die einzige Gefahr, die den konziliaren Glauben gefährdet, ist bekanntlich die Tradition und die tridentinische Messe. Daher bekommt der Neokatechumenale Weg auch keinen Volpi verpasst. Und Medjugorie wird auch unbehelligt weitermachen können, wetten, dass..!?

  6. Ich kenne den Camino Neocatecumenal nicht näher. Aber sicher hat auch diese geistliche Bewegung viel Gutes. Schlechte Absichten will ich keineswegs annehmen. Die neuen Gemeinschaften wie auch Orden müssen sich jedoch von der Kirche führen lassen. Die würdige und korrekte Feier der Liturge ist dabei der ersten Punkt unter allen.

    Wozu auch diese Sonderformen? Mit welchem Recht und vor allem welchem Nutzen? Was soll es bringen, wenn man bei der Wandlung und beim Kommunionempfang sitzt? Irriger liturgischer Archäologismus.

    Zudem: Das vorchristliche Judentum ist unser Erbe, keine Frage. Warum aber die Elemente aus dem Judentum nach Christus? Das ist nicht unser Erbe. Und vor allem, wozu überhaupt dieser Rückschritt ins Alte Testament, wo wir doch Christus und das Neue Testament haben. Das Alte war nur die Hinführung zum Neuen. Nur im Neuen hat das Alte seine Bedeutung. Das Zurückgehen vor Christus ist daher geradezu absurd.

    Überhaupt ist das Jüdelnde oder Pseudojüdelnde in manchen katholischen Gemeinschaften seltsam. Es erinnert an die völlig irrige protestantisch-evangelikale Strömung, die schon im 19. Jahrhundert meinte, wenn sie die Juden ins Heilige Land zurückbrächten, könnten sie die Wiederkunft des Herrn beeinflussen und beschleunigen. Was für eine Anmaßung.

    Heute unterstützen sie aus derselben irrigen Verklärung heraus den Staat Israel, weil sie meinen, wenn in Jerusalem Frieden herrsche, dann herrsche Weltfrieden. Das irdische Jerusalem wurde jedoch durch das himmlische Jerusalem ersetzt. Abgesehen davon könnte man zum Schluß kommen, daß die Ansiedlung der Juden im Heiligen Land mehr Unfrieden gebracht hat, jedenfalls keinen Frieden.

    Ähnlich scheint das bei den Neokatechumenalen, wenn sie meinen, daß der Berg der Seligpreisungen eine Art spirtueller Mittelpunkt der Erde sei, und dort der Herr wiederkommt, weshalb sie dort die Ersten zur Stelle sein wollen, mit dem in der Tat seltsam anmutenden „Domus Galileae“.

  7. Einfach skandalös, das es soetwas innerhalb der Katholischen Kirche geben kann. Diese Liturgie ist alles mögliche, nur nicht katholisch. Kein Kreuz weit und breit. Dieser Mißbrauch wird toleriert, während der einzig würdigen und wahren Messe aller Zeiten immer größere Steine entgegengeschleudert werden. Der Zustand, in dem sich immer wieder die Wahrheit abspielt – das Opfer unseres Herrn in unendlicher Liebe zu seinem Vater um die Menschen vor der Sünde zu erlösen – der KERN der Katholizität, ja dieser Zustand, dieser Ort wird gesteinigt von den Machthabern in der heutigen Kirche., während man alle möglichen Irrmeinungen und Mißbräuche entweder selbst betreibt oder zumindest – wohl hämisch grinsend – toleriert. Man sich ins Fäustchen lacht, wenn unser Herr beleidigt oder verstoßen wird.

    Schließen wir uns doch alle, die guten Willens für die Wahrheit sind, dem Rosenkranzkreuzzug von FSSPX an, beten wir so andächtig wie möglich, besuchen wir möglichst viele Heilige Messen, erbringen wir Opfer und tun Buße – mit liebenden Herzen unseren Herrn erwartend. Tragen wir unser Kreuz getreu, was auch noch kommen werde. Und es wird schlimmer kommen, denn wenn sich diese Lunacek-Ideologie verfestigen wird, werden alle Menschen, die dem Glauben wahrhaftig anhängen und diesen Leben von der Anwendung des Strafgesetzes bedroht.

    Begleite uns auf unserem steinigen Weg, allerseligste Gottesmutter!

  8. Der erst Teil der Überschrift ist einfach nicht wahr. Man kann von keiner Rüge für den Kikonismus sprechen. Die freundliche Andeutung der Schwierigkeiten, die diese Sekte den Bischöfen bereitet, bezieht sich lediglich auf die Kooperation mit den diözesanen Strukturen, mit keinem Wort auf ihre Substanz, die offensichtlich häretisch und missbräuchlich ist. Bergoglio beschützt diese Sekte offensichtlich. Der Anschein der Kritik bzw. einer leisen Zurechtweisung ist eben lediglich taktische Verschleierung.

  9. Die ungesäuerten Brote des Judentums, sprich Mazot, kommen unseren Oblaten/Hostien in ihrer Konsistenz eigentlich ziemlich nahe. Wir haben ungesäuerte Brote.
    Ich würde sogar sagen, vom Geschmack her eigentlich gleich. riesige Fladen usw. haben also nichts mit jüdischer Originalliturgie zu tun.
    Das ungesäuerte oblatenförmige Brot ist ein Charakterisitkum der lateinischen Kirchentradition, welche sie von der Ostkirche früh unterschied: Die Ostkirche lehnte dies nämlich als „judaisierend“ ab. Das „Lamm“ ist im Osten also ‚aufgegangenes‘ Brot, das bewusst zur Unterscheidung vom Judentum genommen wurde.
    Auch sollte gewusst sein: Das Judentum, zumindest in den Erfahrungen, welche ich mit ihm habe, begrüßt Braut Schabbath für gewöhnlich am Freitag-Abend.
    Vielleicht geht es hier um die ähnliche Handhabe des Sonntags, der am Vorabend beginnt. D. h.: Der Sonntag als Festtag wird jüdisch wie eine Braut begrüßt.
    Zur Klarstellung: Das heißt nicht, dass ich alle liturgischen Eigenarten euphemisierend wegerklären oder relativieren will.
    Natürlich bin ich mir beispielsweise bewusst, dass Knien immer möglich sein sollte, das heißt Kniebänke eigentlich gegeben sein sollten. Schließlich ist das doch ein Merkmal unseres hellenistisch-jüdisch-entstammenden Christentums, das wir knien, weil die Gottheit wirklich und leibhaftig präsent ist.
    Eigentlich ist sogar das sich-zu Boden-werfen vor der Gottheit etwas zutiefst jüdisches.
    Hätten wir nur Worte, das heißt Gebete zu verrichten, wäre Stehen eine eigentliche Form.
    Aber sobald Gott erscheint ist es auch und besonders im Judentum logisch sich hinzuwerfen, bzw. wenigstens zu knieen. Die Griechen haben ja auch nicht vor Menschen gekniet, sie wussten, das gebühre allein der Gottheit. Nun aber haben wir nicht mehr nur das Wort. Wir Christen wissen: Das Wort hat sich erfült, es ist FLEISCH GEWORDEN. GOTT TRITT in unsere Mitte und zwar in Seiner LEIBLICHEN PRÄSENZ. Und das bedeutet für uns biblisch: Sich auf sein Angesicht niederzuwerfen, um anzubeten!
    Jeder jüdische Bruder in Christo, der sein Judentum in Christo erfüllt sieht, wird mir zustimmen können: Eine neue Ära ist mit Christus gekommen, nun müssen wir uns niederwerfen!
    Die Menschheitsgeschichte kann im Großen nur wirklich in zwei Epochen geteilt werden: Vor und Nach Christus. Im Grunde könnte man über die Zeitordnung sagen: Alles kommt vom Ursprung im Urbilde Christo her und läuft auf das Kommen Christi hinaus; und alles erklärt sich und kommt von Seinem Kommen her, und läuft auf Sein Wiederkommen hinaus.
    Als der Graben der Erbsündefolge noch so groß war musste der Mensch stehen und sich zum Himmel ausstrecken. Aber der Himmel hat sich in den Staub geworfen, als er sich mit Fleisch kleidete und den Kreuzestod starb. Der Himmel ist nun wahrhaft irdisch geworden: Er ist in der Eucharistie in einer irdischen Akzidenz WAHRHAFT PRÄSENT. Die Brücke ist geschlagen worden über den Graben. Als Christen haben wir uns niederzuwerfen, vor etwas irdischem in dem Gott ist.

    • Fortführung: Wir haben uns niederzuwerfen vor der Gottheit in dem Kleid eines irdischen Etwas, nämlich vor der Gottheit welche leibhatig für uns zu Brot wird…
      Der Himmel hat sich in den Staub geworfen, folglich muss der Mensch sich in den Staub werfen um ihn zu berühren!
      Niederwerfen! Das ist jüdisch! Und zwar sowas von jüdisch!

      Allerdings ist Jesus am Kreuz erhöht worden und auferstanden, Er ist in den Himmel aufgefahren, somit dürfen wir knien und zu Ihm aufblicken. Er ist sichtbar geworden, somit dürfen wir Ihn anblicken.

      Ich finde es ist besonders schön sich vor dem ausgesetzten Allerheiligsten (Gott leibhaftig) zur Begrüßung und zur Verabschiedung und zur Demütigung niederzuwerfen. und Ihn während der Anbetung kniend zu schauen.

      Für das Volk Gottes, ist das Allerheiligste immer das gewesen, was man am ‚präsentischstem‘ (?), also am HEILIGSTEN von IHM hatte. Vor Christus war das ganz klar: Gottes Verheißung, Sein Wort in Menschenwort, aufgeschrieben und tradiert… Als aber die Verheißung sich erfüllte, also „nach“ Christus: Christus selbst! Als Mensch und bis zu seiner Wiederkunft, präsent in allen Tabernakeln der Erde. Das ist nun das HEILIGSTE, was wir hier auf Erden von Gott haben! Das ist nun berechtigt das neue Zentrum! hier ist Gott nun am meisten präsent!

      Wenn ich einen Geliebten habe und er verreist ist, ist das wertvollste von ihm seine Liebesbriefe, welche von seinem Kommen zeugen und mir am besten, von allem was ich habe, Zugang zu ihm verschaffen können. Wenn er aber nun da ist, werde ich die Briefe zwar nicht wegschmeißen (sondern als Zeugen unserer Liebe bewahren und immer wieder lesen), allerdings werde ich meinem Geliebten entgegeneilen und alles um mich herum vergessen, um mich ihm in die Arme zu schmeißen. Das heißt ER ist nun KÖRPERLICH da und das ist wichtiger und zentraler als seine Liebesbriefe. Das Lager wird die Ehefrau ja auch nicht mit den Briefen des Gatten teilen, sondern mit dem Gatten, auch wenn die Briefe im Nachtkästchen liegen und Aufschluss über die Persönlichkeit des Gatten geben.

      Das ist Christentum, das sich seiner jüdischen Wurzel bewusst ist! Es liebt die Liebesbriefe Gottes. Aber wenn der Sohn da ist und aus seinem Brautgemach tritt, wird sich der Blick des aus Liebe entbrannten bräutlichen Volkes der Erscheinung des Bräutigams wenden.

      Liebe Neokatechumenen, die ihr das lest, ich weiß, dass sich einige das hier anschauen und sich vielleicht über den Artikel aufragen: Reflektiert doch was jüdische Wurzel tatsächlich bedeutet. Am besten mit den Augen der Redemptoris Mater, einer Jüdin.
      Sie wird sich als Jüdin sicher auf ihr Angesicht geworfen haben, als sie den Herrn erblickte (so wie die Väter im AT)!

      Reflektiert was INkarnation bedeutet! INkarnation bedeutet ein Eintritt Gottes IN die Geschichte! Das bedeutet ein Plan Gottes mit der Geschichte! Das bedeutet eine geschchtlich sich entfaltende Offenbarung Gottes durch die Geschichte, also ein für den Menschen ‚wachsendes Glaubenswissen‘.

      • Fortführung 2: Somit kann auch die Liturgie zum stabileren zum Eigentlichen hinwachsen! Und einfach alles wegschneiden, um möglichst nah am Anfang zu sein, geht daher nicht. Denn: was soll das sein: Liturgie auf Grund von Archäologie, welche sich irren kann?
        Die Liturgie versucht das Heilsmysterium deutlich zu machen und zwar mit tiefer Symbolik, welche aufgrund ihrer Tiefe, nicht immer und sofort verstanden wird.
        Erst das Reflektieren über die tiefe Bedeutung eines Symbols, -Bedeutung: das worauf es hindeutet-, ermöglicht es ein besseres zu finden oder es adäquater zu formen.

        Zum Schluss noch eine kleine Spekulation: Wieso stehen wir beim Vaterunser? Ist es nicht so dass wir uns beim Vaterunser hin auf das Wort Gottes verlassen, weil nicht GottVater, sondern GottSohn Fleisch geworden ist? Wir stehen also uns zum Vater hinaufstreckend, weil wir uns nicht vor seiner Präsenz in einer konkreten irdischen Akzidenz zu Boden werfen können.

        Allerdings: Wer sich vor Christus im Sakrament zu Boden wirft, wirft sich vor GottVater ebenfalls zu Boden, denn: Wir beten im Sohn den Vater an. Bzw. der Heilige Geist tut das in uns.

      • Noch eine kleine Anmerkung: Die mönchische Form dieser tiefen Ehrerbietung, zu Beispiel in der Regula Benedicti, ist die tiefe Verneigung. Sie ist allerdings sehr tief. Fast so tief wie Knieen.
        Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass der Mönch sich bisweilen vor dem ausgesetzten Allerheiligsten hingeworfen hat. Vielleicht in einer Prostratio? Wer weiß da Näheres?

  10. Wenn jemand sich nicht nur neben Christus stellt, sondern Ihn sogar aus dem Mittelpunkt des katholischen Glaubens vertreiben will, und anscheinend so angebetet werden möchte, wie ich es jetzt in mehreren Berichten lesen musste, dann ist das für mich ein Häretiker, einer, der sich nicht mehr Christ nennen darf. Diese,wie auch andere sehr seltsam anmutende Sonderformen haben in der katholischen Kirche nichts zu suchen. Dieser „Weg“ lässt in der hier beschriebenen Form keinen Zweifel, dass auf ihn die Definition einer Sekte in allen Einzelheiten zutrifft. Leider gibt es davon noch mehr Ausformungen in unserer Kirche, die offensichtlich nicht mehr sehen wollen, wer eigentlich unser Heil ist. Mit Sicherheit nicht diese Spielarten menschlicher Eitelkeiten.

  11. Aus meiner Sicht eine der gefährlichsten unter den vielen faulen Früchten der Nachkonzilszeit – und einer der Punkte, wo Papst Benedikt nicht konsequent genug war. Abgesehen von der seltsamen Eigenliturgie gibt es auch üble Verzerrungen in der Lehre. Hier mehr zum Thema aus einem Forum, wo das geschriebene sehr schnell gelöscht wurde, weil der Forenadmin selbst dem NKW nahestand (inhaltlich widerlegt wurde jedoch nichts):

    http://www.file-upload.net/download-8591553/NKW.pdf.html

    Das mal als Ansatzpunkt, um sich näher mit dem Thema zu befassen!

  12. Mich gruselts !
    Danke FSSPX das ihr nicht abgewichen seid !
    Die Konzilskirche taumelt im Oekumene Wahn in den Abgrund !

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