Medjugorje-Dossier dem Papst übergeben – Franziskus und die argentinischen „Erscheinungen“

Kardinal Ruini übergab persönlich Medjugorje-Dossier an Papst Franziskus(Vatikan) Kardinal Camillo Ruini, der von Papst Benedikt XVI. eingesetzte Vorsitzende der internationalen Medjugorje-Untersuchungskommission wurde von Papst Franziskus in Audienz empfangen. Bei dieser Gelegenheit übergab der Kardinal dem Papst persönlich den Abschlußbericht der Kommission, die seit 2010 das Phänomen der „Erscheinungen“ von Medjugorje untersuchte. Papst Franziskus gab das noch streng geheime Dokument an die Glaubenskongregation weiter. Dort befindet sich bereits zahlreiches Material zum Ort in der Herzegowina, an dem seit mehr als 30 Jahren die Gottesmutter erscheinen soll, und der zum Ziel zahlreicher Pilger geworden ist. Die „Erscheinungen“ dauern nach wie vor an und ein Ende ist nicht abzusehen. Argentinien kennt zwei ähnliche Phänomene, die Papst Franziskus aus unmittelbarer Nähe kennt. Welche Auswirkungen kann ihr Beispiel für eine Entscheidung zu Medjugorje haben?

Glaubenspräfekt Müller: kirchliche Entscheidung zu Medjugorje respektieren

Der Präfekt der Glaubenskongregation, der ernannte Kardinal Gerhard Ludwig Müller hatte vor wenigen Monaten für Aufsehen gesorgt, als er die amerikanischen Bischöfe anhielt, die Gläubigen an die geltenden kirchlichen Stellungnahmen zu Medjugorje zu erinnern. Solange es keine andere Entscheidung gebe, gelte die Erklärung der ehemaligen Jugoslawischen Bischofskonferenz von 1991, die zum Schluß kam, daß dem Phänomen Medjugorje keine Übernatürlichkeit zugeschrieben werden könne. Aus diesem Grund sei jede öffentliche Erklärung, die eine Authentizität des Phänomens annimmt, für Katholiken untersagt. Spaniens Bischöfe folgten kurz darauf und riefen ebenfalls die geltende kirchliche Ablehnung in Erinnerung.

Im September und November 2013 sorgten zudem Aussagen von Papst Franziskus im Rahmen seiner morgendlichen Kurzpredigten für Unruhe unter Medjugorje-Anhängern. Im September sprach er von einer Sucht nach Neuigkeiten und mehr wissen zu wollen, als durch die Offenbarung den Menschen von Gott bekanntgemacht und davon, daß Menschen deshalb da und dorthin ziehen würden, um [bei „Erscheinungen] Neues zu erfahren. Als Beispiel nannte er Medjugorje. Der Hinweis wurde allerdings weder von Radio Vatikan noch vom Osservatore Romano in die Kurzzusammenfassung aufgenommen. Am 14. November sagte der Papst, daß Maria keine „Leiterin eines Postamtes“ sei, die „jeden Tag Botschaften verschickt“ und die Zukunft voraussage. Die Worte wurden als Anspielung auf die bereits mehr als 30.000 „Erscheinungen“ und „Botschaften“ von Medjugorje verstanden.

Umfangreiches Material und Abschlußbericht zu Medjugorje liegen vor

Der Glaubenskongregation liegen nun umfangreiche Anhörungsprotokolle vor. Dazu gehören jene der „Seher“, die von der Untersuchungskommission einzeln vernommen wurden, von Franziskanern, von denen die Seelsorge in Medjugorje betreut wird und zahlreichen anderen Personen, darunter auch der Ortsbischof von Mostar.

Laut dem Vatikanisten Andrea Tornielli seien keine sicheren Beweise für Betrug und Manipulation gefunden worden. Dennoch seien bei einigen Kommissionsmitgliedern entsprechende Zweifel nicht zerstreut worden. Einen zentralen Punkt der Untersuchung stellt auch die Frage nach den geistlichen Früchten dar.

Die Glaubenskongregation prüft derzeit die Unterlagen und wird die Sache wahrscheinlich noch in diesem Frühjahr in der Vollversammlung behandeln. Das Ergebnis wird Papst Franziskus mitgeteilt, bevor dieser eine Entscheidung in der Angelegenheit treffen wird.

Keine Entscheidung „beste“ Entscheidung?

Da das Phänomen weiterhin andauert, die „Erscheinungen“ je nach „Seher“ täglich, wöchentlich, monatlich stattfinden, ist eine Entscheidung schwer möglich, sofern nicht offensichtliche Beweise für Betrug oder negative Früchte erbracht werden konnten. Es ist daher nicht auszuschließen, daß der Papst eine Entscheidung bis zum Abschluß des Phänomens aufschiebt. Kritiker behaupten, die „Erscheinungen“ würden sich bis ans Lebensende der „Seher“ fortsetzen, weil damit eine Letztentscheidung durch die Kirche solange verzögert werde.

Allerdings bliebe damit die Ablehnung der Übernatürlichkeit durch die Bischöfe Jugoslawiens von 1991 in Gültigkeit, die sich negativ über Medjugorje äußerten. Da dies jedoch keine signifikanten Einschränkungen mit sich brachte, könnten die Anhänger der „Erscheinung“ damit zufrieden sein. Eine Option, für die Wiens Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, in der Vollversammlung der Glaubenskongregation eintreten dürfte nach dem Motto: Keine Entscheidung ist die beste Entscheidung.

Der Medjugorje-freundliche Vatikanist Andrea Tornielli macht in diesem Zusammenhang auf zwei Phänomene in Argentinien aufmerksam, die für Papst Franziskus ein Orientierungspunkt sein könnten. Ein Phänomen erreignete sich in San Nicolas, das andere in Salta. An dieser Stelle kann nicht näher auf die beiden Phänomene eingegangen werden. Wenige Hinweise müssen genügen.

„Erscheinungen“ von San Nicolás – positives Urteil des Ortsbischofs

San Nicolas de los Arroyos, in der Mitte gut sichtbar die große Wallfahrtskirche, die am Fluß Parana errichtet wurdeSan Nicolás de los Arroyos liegt rund 250 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires und ist der Hauptort eines eigenen Bistums der Kirchenprovinz Rosario. Seit 1983 soll dort die Gottesmutter Maria der Familienmutter und inzwischen schon Großmutter Gladys Quiroga de Motta erscheinen. Die einfache Frau weist die Wundmale Jesu auf. Sie unterwarf sich von Anfang der kirchlichen Autorität und befolgte deren Anweisungen. Jährlich wiederholt sich am selben Tag eine „Erscheinung“, zu der sich zuletzt mehr als 250.000 Gläubige versammelten.

Gladys Quiroga de Motta lebt in größter Zurückgezogenheit und verbringt die meiste Zeit des Tages im Gebet. Der amtierende Bischof von San Nicolás de los Arroyos, Msgr. Hector Sabatino Cardelli zelebrierte bereits Heilige Messen und führte Prozessionen zu dem Ort am Fluß Paraná an, an dem eine große Kirche gebaut wird, wie es die „Erscheinung“ verlangt hatte. An dem besagten Ort wurde, wie von der „Erscheinung“ angegeben, eine Quelle gefunden. Die Kirchengeschichte kennt zahlreiche solche Visionen, in denen die Gottesmutter Gläubigen erschien, die Errichtung einer Kirche verlangte und den genauen Bauplatz benannte.

Die kirchliche Autorität erkannte auch ein weißes Skapulier an, das – laut „Erscheinung“ besonders für die an Körper und Seele Leidenden bestimmt ist. Pater Carlos Pérez, der Seelenführer der „Seherin“, ist von der Echtheit ihrer Aussagen überzeugt. Bisher wurden mehr als 1.800 Botschaften veröffentlicht, die der „Seherin“ übermittelt worden seien. Die Herausgabe wurde vom damaligen Bischof von San Nicolas, Domingo Salvador Castagna, Bischof von 1984-1994, autorisiert. Bischof Castagna erklärte damals: „Ich glaube fest, daß es sich um ein Ereignis der Jungfrau Maria handelt.“

„Erscheinungen“ von Salta – negatives Urteil des Ortsbischofs

Rechts im Bild Maria Livia de Obeid beim RosenkranzgebetDas zweite Phänomen betrifft „Erscheinungen“ in Salta, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz rund 1.500 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires. Im Unterschied zu San Nicolas steht der Ortsbischof, Erzbischof Mario Carniello, wie im Fall Medjugorje, den „Erscheinungen“ kritisch gegenüber. Ein Verteidiger des Phänomens Salta ist hingegen der bekannte französische Mariologe René Laurentin. Laurentin war bereits der wichtigste Verbreiter des Phänomens Medjugorje außerhalb des einstigen Jugoslawien.

Der Mariologe erklärte am Ende einer Erkundungswoche in der argentinischen Provinz Ende 2011: „Es ist alles sehr positiv“. „Seherin“ von Salta ist Maria Livia de Obeid. Die „Erscheinungen“ erfolgen in der Marienwallfahrtskirche Virgen del Cerro von Salta. Mehr als eine Million Menschen suchen jedes Jahr den Ort auf, um mit der „Seherin“ zu beten. Jeden Samstag zwischen März und Dezember besteigen zwischen 30.000 und 40.000 Menschen den 300 Meter hohen Hügel, auf dem sich die Marienwallfahrtskirche befindet, die auf Wunsch der „Erscheinung“ im Jahr 2000 eingeweiht wurde. Wie in Medjugorje, bestätigen auch in Salta zahlreiche Priester, daß am Cerro nicht praktizierende Katholiken ihren Glauben wiederfinden und Ungläubige zum Glauben kommen.

Erzbischof Carniello kam nach dreijähriger Untersuchung allerdings, wie seinerzeit der Bischof von Mostar und dann die ganze Bischofskonferenz zum Schluß, daß „es keinen Beweis oder objektives Zeugnis für die Übernatürlichkeit der angeblichen Erscheinungen der Jungfrau Maria“ gebe. Wie im Fall Medjugorje entschied die zuständige kirchliche Autorität auch im Fall Salta „non constat de supernaturalitate“.

Dementsprechend forderte Jorge Mario Bergoglio als Erzbischof von Buenos Aires seine Priester im Zusammenhang mit Salta zur Vorsicht auf und dazu, sich immer mit dem Ortsklerus gemäß den Anweisungen des zuständigen Erzbischofs zu verhalten. Allerdings wurden auch im Fall Salta, trotz der negativen Stellungnahme der zuständigen kirchlichen Autorität keine Maßnahmen ergriffen, den Zustrom der Pilger zu behindern oder gar zu verbieten. „Im Vordergrund steht die seelsorgliche Betreuung der Pilger“, heißt es auch in der Erzdiözese Salta.

Kirchliche Einbindung durch Errichtung einer Gebetsstätte?

Die Ablehnung von „Erscheinungen“ durch die Kirche, manchmal verbunden mit drastischen Maßnahmen, ging immer einher mit der Seelsorge für die Gläubigen, die von der Kirche geleitet und geführt werden, notfalls von falschen Wegen abgehalten und wieder auf den rechten Weg zurückgeführt werden müssen. Angebliche „Erscheinungsorte“ wurden deshalb zu Gebetsstätten erhoben und damit zu Orten des Gebets und der Wallfahrt für die Volksfrömmigkeit gemacht, ohne daß „Erscheinungsbotschaften“ jedoch eine Rolle spielen.

Zu welchem Zeitpunkt?

Diesen Weg für Medjugorje oder Salta zu gehen, gilt jedoch als schwierig. Die Tatsache, daß die „Erscheinungen“ fortdauern, steht einer solchen kirchlichen Nicht-Anerkennung als Erscheinungsort, aber kirchenrechtlichen Eingliederung und damit offizielle „Verkirchlichung“ eines umstrittenen Ortes mit kirchlicher Rechtgläubigkeitskontrolle im Weg. Sollte das Phänomen Medjugorje nicht echt sein, und gemäß kirchlichem Urteil kann seit der Erklärung von Zara von 1991 nichts anderes behauptet werden, würde zwar durch die Fortdauer der „Erscheinungen“ eine endgültige Entscheidung durch den Papst verhindert und hinausgezögert werden, damit aber auch eine kirchliche „Normalisierung“ durch die Errichtung einer Gebetsstätte verhindert werden. Der Verweis auf eine „endgültige“ Entscheidung bezieht sich auf die unter Medjugorje-Anhängern verbreitete, allerdings irrige Meinung, die Kirche habe solange nicht über eine „Erscheinung“ geurteilt, solange nicht der Papst dazu entschieden hat. In dieser Sicht der Dinge wird das negative Urteil des Bischofs von Mostar zuerst und der Jugoslawischen Bischofskonferenz dann ignoriert und nicht anerkannt. Kirchenrechtlich ist die Situation jedoch umgekehrt. Die Kirche hat durch die zuständige Autorität bereits eine Entscheidung getroffen und die ist im Falle Medjugorjes negativ ausgefallen. Dieses negative Urteil gilt bis auf Widerruf.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: ACI Prensa/Traditio Catholica

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24 Comments

  1. Zu Medjugorje:
    Bekannt wurde, daß eine Frau, die sich im Hause der „Seher“ aufhielt, die Türe verwechselte, in ein Zimmer eintrat und dort ein umgedrehtes Kreuz an der Wand sichtete.
    Die Seher widersprachen sich bzw. haben gelogen und rauchten Marihuana.
    Menschen, die Medjugorje besuchten, litten danach auffällig unter massiver Übelkeit.
    Die „Seher“ fahren teure Autos etc.
    Keiner von Ihnen, ist in ein Kloster eingetreten.

    • Vitus das glaube ich Dir nlcht!!! So was höre ich das erste mal!!! Wegen der Seher, würde mit ihnen nicht tauschen können ob sie teure Auto fahren weiß ich nicht und ich bin mir sicher das Sie es auch nicht wissen!!! Wissen sie es hundert prozentig diese Geschichte vom umgekehrten Kreuz und dass die Seher Marihuana rauchen, wenn nicht würde ich wenn ich sie wäre schweigen denn es wäre üble Nachrede!!!! Maria mit dem Kinde lieb uns allen unseren Segen gibt!

      • Doro, ich habe das nicht einfach erfunden, weshalb sollte ich auch?
        Ich würde Ihnen gerne 2 Tonband-Kassetten zukommen lassen – wahre Augenöffner! Desweiteren gäbe es einige Bücher zu diesem Thema.
        Habe eine Bekannte, sie ist Kroatin und weiss einiges.

      • Ich habe in Medjugorie nur gute Früchte gesehen und Jesus sagt an den Früchten werden wir sie erkennen!!!Ich glaube nicht das die andere Firma das will das mann Beichtet ,die Heilige Messe besucht ,fastet und die Heilige Schrift liest!!!Sicher ist auch nicht alles schön was in Medju.. basiert aber wo laüft schon alles richtig!!!Ich selber fahre nicht mehr runter.weil ich meinen Beichtvater gehorsam leisten will,aber ich habe schon so viel bekährungen in Medjugorie erlebt, Menschen die Täglich die Heilige Messe besuchen und sich bemühen ein Heiligmäßiges Leben zu führen.Ich selber werde auf ein Urteil der Kirche warten ,und mich auch danach fügen!!!Ihnen sage ich danke,und wünsche Ihnen Gottes Reichen Segen!!! Das schöne ist wer an Medjugorie glaubt sündigt nicht,wer nicht daran glaubt sündigt auch nicht!

      • @doro:
        Das ist eben das Problem, dass Sie Ihr Urteil bezüglich der angeblichen „guten Früchte“ über die objektiven Kriterien der Kirche stellen.
        Die typische Taktik des Teufels ist Täuschung, auch durch Nachäffung und allerlei Betrug. Das kann durchaus auch die angeblichen guten Früchte betreffen.
        Haben Sie noch nie etwa einen Apfel gesehen, der äußerlich wunderschön appetitlich erschien, aber innen verdorben war?

    • Wie erklären Sie sich die vielen Wunder, die in Medjugorje stattfinden. Ich bin nicht „wunderlich“, aber es gibt so viele seriöse Zeugen, die zum Beispiel die Sonnenwunder in Medjugorje miterlebt haben. So viele Zeichen werden uns dort gegeben. Ungläubige reisen nach Medjugorje und kommen bekehrt nach Hause. Wie kann das Frucht des Teufels sein? Gestandene Männer sehen dort Zeichen am Himmel. Wirklich alles Einbildung?

      • Magdalena: Wie erklären sie sich dann die Negativen Früchte die von diesen Ort ausgehen? Ja dieser Ort ist wunderlich, den egal was auch immer von dort verkündet wird, steht in den Augen seiner Anhänger über den Willen Gottes unseres Herrn und seiner Kirche.

        Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

      • Naja nur sagen die Zeichen genau nichts aus, was auch für das Sonnenwunder von Fatima gilt.
        Die Sonne dreht sich, tanzt und wechselt die Farben.
        Ja und? Was will uns der Dichter damit sagen?
        Wenn uns Gott damit sagen will, dass er der Herr und Meister aller Dinge ist (was er ja ist) dann müsste man das Phänomen überall sehen können.
        Wenn es darum geht, dass derjenige der Dinge sieht die andere nicht sehen, automatisch Gott nahe gekommen ist, ja dann würde ich doch halluzinogene Drogen für alle empfehlen.
        Die Wunder die Christus im NT wirkt sind anders, stiller, unauffälliger und voller Tiefgang.
        Ein Zeichen das vom Himmel gegeben wird muss doch Sinn machen und nicht einfach was außergewöhnliches sein udn, ich wiederhole mich, der Sinn der Medju Zeichen erschließt sich mir überhaupt nicht!
        Was soll der Sinn von leuchtenden Kreuzen sein?
        Und was der Sinn tanzender Sonnen?

      • Das wichtigste ist, dass sich die Menschen bekehren. Wo das passiert, ist egal, ob in Medjugorje oder wo anders! Es ist in dieser schwierigen Zeit sehr wichtig, auf das Wesentliche zu schauen! Die Heilige Messe, Beichte, Anbetung und nach den Zehn Geboten Gottes zu leben! Die Wunder sind wie Windhauch, egal wo sie passieren, wir müssen im Alltag im Glauben bestehen! Habe die gleichen Erfahrungen gemacht wie Sie mit Medjugorie, die guten Früchte, dass sich Menschen bekehren und viele Männer sich für das Priestertum entscheiden, kommen sicher nicht vom Teufel!
        Im Gebet verbunden mit Jesus und Maria!

  2. Medjugorje ist von Charismatikern hochgejubelt worden und die „Seher“ führen nicht gerade einen vorbildlichen Lebenswandel im Sinner der Kirche. Von Gehorsam halten sie nichts, und scheuten nicht einmal davor zurück den Ortsbischof anzulügen. Es mag sein, dass auch gutte Früchte durch Bekehrungen stattfinden oder auch stattgefunden haben; aber das bedeutet noch lange nicht, dass die Erscheinungen wirklich vom Himmel kommen. Solche Widersprüche und offener Ungehorsam scheint sicherlich nicht auf „himmlische“ Erscheinungen hinzuweisen, eher auf die „teuflische“ Seite! Wenn dann scheinbar die „Gospa“ Termine für ihre Erscheinungen gibt und selbst auf „Reisen“ mit den Sehern geht, dürfte man doch langsam wirklich misstrauisch werden. In Lourdes oder Fatima gab die allerseligste Jungfrau ein Zeichen um den Menschen einen Nachweis für ihre Erscheinung zu geben und sie forderte die Kinder zu Gebet und Busse auf. In Medjugorje soll die „Gospa“ selbst mitbeten, sogar das „Vater unser“. Wie kann die Muttergottes, die ja ohne Makel der Sünde empfangen ist und niemals eine Sünde gegangen hat, das „Vater unser“ und dabei „und vergib uns unsere Schuld“ beten? Ist das wirklich die Muttergottes???

      • Der zweite Tag
        Am zweiten Tag, dem 25. Juni 1981, beschlossen die Kinder, sich wiederum am gleichen Ort zu treffen, an dem ihnen die Muttergottes am vorigen Tag erschienen war, in der Hoffnung, sie nochmals zu sehen. Plötzlich blitzte ein Licht auf. Mit dem Licht sahen die Kinder die Muttergottes, aber ohne das Kind in den Armen. Sie war unbeschreiblich schön und lächelte sie fröhlich an. Mit ihren Händen gab Sie ihnen das Zeichen, näher zu kommen. Die Kinder fassten Mut und kamen zu Ihr. Sie fielen augenblicklich auf die Knie und begannen „Vater unser“ „Gegrüßt seiest Du, Maria“ und „Ehre sei dem Vater“ zu beten. Die Muttergottes betete mit ihnen alles, außer das „Gegrüßt seiest Du, Maria…“
        Dieses ist nachzulesen auf folgenden Link, der scheinbar eine offizielle Website für Medjugorje ist.
        http://www.medjugorje.hr/de/phanomen-medjugorje/botschaften-der-muttergottes/einfuhrung/
        Allerdings wundert es mich nicht, wenn zwischenzeitlich von den Sehern anderes berichtet werden würde, da diese es scheinbar nicht so genau mit der Wahrheit nehmen und sogar den zuständigen Ortsbischof angelogen haben, meines Wissens sogar unter Eid.

      • Allen, die offen für die Wahrheit sind,und sich für Medjugorje interessieren, empfehle ich dieses sehr gute Buch: Eine Reise nach Medjugorje von Pfarrer Rudo Franken, Dominus Verlag

    • In Fatima hat die Muttergottes m. W. ebenfalls die Rosenkranzgebete, ausgenommen natürlich das Ave, mit- bzw. vorgebetet. Die Sachlage bei den Erscheinungen ist nicht immer ganz einfach, bzw. nicht immer erwartbar.
      Das spricht also m. E. noch nicht gegen Medjugorje.

      Nicht einmal ein allfälliger nicht-vorbildlicher Lebenswandel (von dem ich nicht weiß, ob er von den „Sehern“ bzw. Sehern wirklich gepflegt wird) würde gegen die Echtheit der Erscheinungen sprechen, weil die Menschen (ich glaube, bei Prof. Ziegenaus las ich diese Überlegung) frei sind.

      Die Sache ist also verwickelt.

      • Weder in Lourdes noch in Fatima hat die Muttergottes den Rosenkranz selbst mitgebetet. In Lourdes hat sie das „Gloria Patri“ mitgebetet und in Fatima selbst ist mir nicht bekannt, dass die Muttergottes mitgebetet bzw. vorgebetet hätte. Sie hat aber den Kindern das Gebet: “ O mein Jesus, verzeihe uns unsere Sünden…“ gelehrt.
        Wer wirklich die Muttergottes von Angesicht zu Angesicht gesehen hat, wird automatisch seinen Lebenswandel umstellen und ein Gott wohlgefälliges Leben führen und nicht in der Welt umherreisen und sogar die „Erscheinungen“ seinem eigenen Terminkalender anpassen können.

  3. Danke für den aussagekräftigen und ausgewogenen Bericht! So etwas liest man selten. Klarerweise ist zudem Argentinien nicht gerade Zentrum der Aufmerksamkeit für Katholiken aus dem deutschen Sprachraum.

    Eine Sache verblüfft mich und ich würde hier um kompetente Information bitten: Oft hört man, daß über Medjugorje kein abschließendes Urteil abgegeben werden könne, solange die Offenbarungen andauern.
    Einerseits scheint das nicht zu stimmen, da der Ortsbischof und die (damalige jugoslawische) Bischofskonferenz schon entschieden haben. Andererseits ist die Argumentation nicht nachvollziehbar, da der portugiesische Episkopat 1930 die Erscheinungen von Fatima anerkannte, obwohl die Seherin Sr. Lucia dos Santos noch lebte und noch Botschaften erhielt.

    Was muß also geschehen, daß ein endgültiges Urteil über M. abgegeben werden kann? Oder ist der Schwebezustand in Anbetracht der Umstände ohnehin jetzt das Bestmögliche?

    • Sehr geehrter Wolfram Schrems: Vermutlich wird der Schwebezustand im Bezug auf Medjugorje beibehalten werden, weil eben die Obrigkeit weis, wenn es ein offizielles vatikanisches Negativ zu Medjugorje geben wird (vom Ortsbischof und der Ex Jugoslawischen BK gibt es dieses ja bereits, aber das kümmert die Anhänger dieses Ortes nicht im geringsten und daher verharren diese im Ungehorsam) , wird eine Spaltung erfolgen. Und das mit Blind, Taub und Stumm stellen um eine Spaltung zu verhindern, funktioniert ja auch bei der Pfarrerinitiative.

      Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  4. „Am 14. Januar 1982″, also wenig mehr als ein halbes Jahr nach der Affäre, schreibt Msgr. Zanic [der damalige Bischof von Mostar], kamen Vicka, Marija und der kleine Jakov mich besuchen. Vicka begann ziemlich nervös zu sprechen, weil sie Lügen erzählte. Sie sagte: „Unsere Liebe Frau hat uns gesandt, um Ihnen zu sagen, daß Sie zu streng mit den Franziskanern umgehen… “ In welcher Weise? „Wir wissen es nicht!“ Zwei Franziskaner-Kapläne in Mostar, Ivica Bega und Ivan Prusina, die der Bischof aus Mostar zu entfernen suchte, weil sie Unruhe und Ungehorsam unter den Gläubigen der neu errichteten Dompfarrei von Mostar verursachten, verteidigten sich gegenüber ihren Oberen mit dem Hinweis, sie würden Mostar nicht verlassen, weil Unsere Liebe Frau ihnen durch Vicka gesagt habe, sie sollten bleiben. Das wurde mir von einem Mitglied des Franziskaner-Provinzialrats mitgeteilt. Ich fragte Vicka bei unserem Treffen: „Hat Unsere Liebe Frau irgend etwas bezüglich der Monstarer Kapläne Vego und Prusina erwähnt?“ „Nein, das hat sie nicht. Wir kennen sie (die Kapläne) gar nicht“, antworteten alle drei. Unser Gespräch dauerte 30 Minuten, und ich habe es vollständig auf Band aufgenommen. Ich wiederholte die Frage betreffs der Kapläne von Mostar mehrmals, und sie antworteten immer nur: „Wie kennen sie nicht.“ Später fand ich anhand von Vickas Tagebuch heraus, daß sie die Kapläne sehr gut kannten. Es war mit klar, daß sie logen, aber ich wollte das nicht sagen, um ihr Vertrauen während unserer Gespräche nicht zu verlieren.“
    Ein knappes Vierteljahr apäter, fährt der Bischof fort, „am 4. April kamen Vicka und Jacov mich „im Auftrag Unserer Lieben Frau“ besuchen. Die Kapläne von Mostar, Vego und Prusina, waren im Januar dieses Jahres von ihren Ordensoberen aus dem Franzikanerorden hinausgeworfen worden. Viele Jünger von Medjugorje und „Unserer Lieben Frau“ verteidigten die vertriebenen Kapläne. Vicka begann unser Gespräch sehr erregt: „Als wir das letze Mal bei Ihnen waren, haben wir Ihnen nicht alles erzählt, und aus diesem Grund hat Unsere Liebe Frau uns gescholten. Wir sprachen über so vieles, und deshalb haben wir vergessen…. „Was habt ihr vergessen?“ Unsere Liebe Frau befahl uns, Ihnen zu sagen, daß diese Kapläne, Vego und Prusina, Priester sind und deshalb genauso die Messe lesen können wie andere Priester auch.“ „Einen Moment. Sagte Unsere Liebe Frau euch das vor unserem letzten Treffen?“ „Ja, das war es, weshalb sie uns zu Ihnen schickte. Aber letztes Mal sprach ich von vielen anderen Dingen und vergaß, das hier zu erwähnen.“ Während dieses vorhergehenden Treffens hatte ich sie mehrere Male direkt gefragt, ob Unsere Liebe Frau irgend etwas von zwei Kaplänen gesagt habe. Es war mir klar, daß Vicka log, und das war mir Grund genug, ihren übrigen Behauptungen nicht zu trauen. Marija und Jacov hatten gleichfalls an dieser Lüge Anteil.“

  5. Fortsetzung:
    Hier einige Zitate aus Vickas Tagebuch der Pfarrchronik und handgeschriebenen Dokumenten die über ein Jahr lang vor dem Bischof geheimgehalten wurde:
    19. Dezember 1981: „Unsere Liebe Frau sagte, daß der Bischof wegen der Unordnung in der Herzegowina zu tadeln ist. Sie sagte auch, daß P. Ivica Vego nicht zu tadeln ist, aber der Bischof eben die ganze Autorität hat. Unsere Liebe Frau sagte, daß er (Vego) in Mostar bleiben und es nicht verlassen solle.“
    3. Januar 1982: Alle „Seher“ gemeinsam fragten Unsere Libe Frau nach P. Ivica Vego. Unsere Liebe Frau antwortete: „Ivica ist unschuldig. Wenn sie ihn aus dem Franziskanerorden hinauswerfen, soll er tapfer bleiben.“ Unsere Liebe Frau wiederholte es dreimal.
    11. Januar 1982: „Wir fragten erneut nach den zwei Kaplänen von Mostar, und Unsere Liebe Frau wiederholte zweimal, was sie schon früher diesbezüglich gesagt hatte.“

    Nur drei Tage nach dieser Tagebuchnotiz, nämlich am 14. Januar 1982 war Vicka dann also beim Bischof in der Kanzlei gewesen und hatte dort behauptet, daß sie die Namen Vego und Prusina überhaupt nicht kenne! Am 4. April 1982 allerdings gab sie (übereinstimmend mit ihrem Tagebuch, das Msgr. Zanic damals aber noch nicht vorlag) zu, die beiden damals doch schon gekannt zu haben!

    Pater Ivico Vego wurde gemäß einem Befehl des Hl. Vaters von seinem Ordensgeneral in Rom aus dem Orden entlassen, von seinen Gelübden entbunden und „a divinis“ suspendiert. Er gehorchte dieser Anordnung nicht, sondern blieb im Kloster, fuhr fort, die Messe zu lesen, die Sakramente zu spenden und mit seiner Geliebten zusammenzuleben. Gemäß Vickas Tagebuch und den Aussagen der „Seher“ behauptete Unsere Liebe Frau 13mal, Vego sei unschuldig und der Bischof sei schuldig. Als seine Geliebte, eine Nonne namens Schwester Leopolda, schwanger wurde, verließen beide Medjugorje und den Ordensstand und begannen, in der Nähe von M. zusammenzuleben, wo ihr Kind geboren wurde. Inzwischen haben sie zwei Kinder.

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