Der Kampf eines Exorzisten heute – Was der Teufel alles preisgeben muß

Pater Francesco Bamonte, Exorzist der Diözese Rom im 21. Jahrhundert(Rom) Ein Exorzist steht an vorderster Front im Kampf gegen den Teufel. Einer von ihnen ist Pater Francesco Bamonte. Er ist Exorzist der Diözese des Papstes. „Ein typisches Verhalten des Teufels ist es, während der Exorzismen häufig über Vernichtung und Zerstörung zu sprechen. Alles was schön, gut, gesund, rein, harmonisch ist, wird verspottet und mit Auslöschung und Vernichtung bedroht“, so der Exorzist. Besonders auffallend sei der Haß des Teufels gegen das Sakrament der Ehe und die familiäre Bindung und Zuneigung. „Er reagiert besonders heftig, wenn man die Ehe zweier verheirateter Menschen segnet oder wenn man sie einlädt, ihr Eheversprechen zu erneuern“, so Pater Bamonte.

Francesco Bamonte gehört dem noch jungen, 1991 gegründeten Orden der Diener des Unbefleckten Herzens Mariens (ICMS) an. Die Immaculati Cordis Mariae Servi sind ein Orden diözesanen Rechts. Jahrgang 1960 wurde Pater Bamonte 1990 zum Priester geweiht. Seit 2012 ist er Vorsitzender der Italienischen Vereinigung der Exorzisten.

Gleich nach seiner Priesterweihe wandte sich der Ordensmann vor allem dem Beichtsakrament zu und in diesem Zusammenhang der Hilfe für die Opfer okkulter Praktiken. 1997 wurde er Mitglied der Internationalen Exorzistenvereinigung. Seit 2005 ist er Lehrbeauftragter an der Päpstlichen Universität Regina Apostolorum in Rom, an der er die Lehrveranstaltung Exorzismus und Befreiungsgebet leitet. Auf Wunsch der Bischöfe verschiedener italienischer und ausländischer Diözesen unterweist er Seminaristen zum Thema Okkultismus und Exorzismus und den sich daraus ergebenden pastoralen Fragen. Ebenso unterstützt er Priester, die vom Bischof in ihren Diözesen als Exorzisten beauftragt werden.

Pater Bamontes Bücher: Wie man den Vater der Lüge erkennt

2000 veröffentlichte er das erste Buch über seine Erfahrungen als Exorzist: „Was tun mit den Magiern? Wie man sich vom Aberglauben befreit und vor Betrügern schützt“ (Cosa fare con questi maghi?); 2004 folgte das Buch „Schädlicher Spiritismus. Das okkulte Wirken des Bösen in den angeblichen Kontakten mit dem Jenseits“ (I danni dello spiritismo); 2006 der Band: „Teuflische Besessenheit und Exorzismus. Wie man den gerissenen Betrüger erkennt“; 2008: „Die gefallenen Engel. Das Geheimnis des Bösen in der Erfahrung eines Exorzisten“. Sein jüngstes Buch erschien 2010 unter dem Titel:  „Die Jungfrau Maria und der Teufel im Exorzismus“.

Teufelsaustreibung durch einen katholischen BischofBei der Jahrestagung 2013 der italienischen Exorzisten hielt Pater Bamonte eine bemerkenswerte Rede. Dabei sagte er: „Ein bei Exorzismen wiederholendes Merkmal ist die insistente Forderung des Dämons, daß man ihn anbeten soll, als wäre er Gott. Der Dämon, der seine Kreatürlichkeit nicht akzeptieren will, gaukelt sich selbst vor, Gott zu sein, und er ist gierig darauf versessen, daß die Menschen ihm jenen Kult zukommen lassen, der allein Gott zusteht. Während des Exorzismus sagt er häufig: ‚Betet mich an, betet mich an, ich bin Gott, ich bin Gott! Kniet nieder, wenn mein Name genannt wird. Ich bin allmächtig! Ruft mich an!‘ Auf diese Aussagen antworte ich, wie es die Nr. 20 des Rituale Romanum (Titulus XII “De exorcizandis obsessis a doemonio”) empfiehlt mit den Worten Jesu in der Wüste und mit den Worten des Apostels Paulus im Brief an die Philipper.

Der Teufel will angebetet werden: „Ich bin Gott!“

Ein anderes Wesenmerkmal im Verhalten des Dämons während der Exorzismen sei es, besonders häufig von „Vernichtung und Zerstörung“ zu sprechen. Alles was „gut, schön, gesund, rein, harmonisch“ ist, werde vom Dämon mit Spott übersät. Er droht an, alles zu vernichten. Der besondere Haß der dämonischen Kräfte gelte dem Ehesakrament und der Familie. Der Priester berichtet von einem Exorzismus, bei dem der Dämon zu ihm sagte: „Mir gefällt es noch nicht, wie die Frauen gekleidet sind. Sie müssen sich noch mehr entkleiden, damit der Sex immer vorherrschender wird und ich immer mehr Familien zerstören kann!“ Bei anderen Exorzismen sprach der Dämon auf sehr metaphorische Weise von den Geschlechtsorganen als „Zentrum der Welt“. „Wutentbrannt“ reagiert der Teufel, wenn die Ehe eines Paares gesegnet wird oder die Verlobung junger Menschen, die bis zur Ehe keusch leben wollen. Der Teufel beschimpft solche Entscheidungen für die Reinheit und Keuschheit als „Schweinereien“, so Pater Bamonte.

„Ich versuche die Kinder zu fressen“ – Abtreibung und sexuelle Verführung

Herausragendes Merkmal der „Persönlichkeit“ des Teufels ist sein „abgrundtiefer Haß“. Er „genießt das Böse, in welcher Form auch immer es auftritt“. Bei einem Exorzismus schrie er: „Nimm dieses abscheuliche Buch der Apokalypse. Es steht geschrieben von dieser Frau, die gebärt. Die Kinder versuche ich immer zu fressen. Weißt Du wie?“ Dann schilderte der Teufel mit schreckenerregenden Worten den täglichen Massenmord an Tausenden von ungeborenen Kindern, die durch Abtreibung im Mutterschoß getötet werden. Ebenso schilderte er auch in allen abscheulichen Details den sexuellen Mißbrauch an Kindern. Seinen entsetzlichen Aussagen fügte er immer ein schauerliches: „Wie sehr ich das genieße!“ hinzu, so Pater Bamonte. Das sagte er auch, wenn er über Jugendliche sprach, die sich durch Drogenkonsum zerstören oder über die islamischen Selbstmordattentäter, die sich selbst in die Luft sprengen.

Diabolische Besessenheit und der Exorzismus von Pater Francesco BamonteDer Verdreher und Spötter: „Kommt alle zu mir, die ihr lustig und pervers seid“

„Erschütternd ist, wie er alles verkehrt, verdreht und auf den Kopf stellt, indem er gut in böse verkehrt und böse in gut. Als ich ihm eine Reliquie entgegenhielt, schrie er: ‚Was für ein Gestank. Der Gestank dessen, der sich für Ihn entschieden. Mit Ihn meint er Jesus Christus, dessen Namen er aus Verachtung und Haß nie ausspricht. Als ich ihm einen Rosenkranz zeigte, sagte er: ‚Verfluchte Kette mit dem Kreuz am Ende‘. Als ich den Besessenen mit Weihwasser besprengte, protestierte der Teufel wütend: ‚Ich will nicht gewaschen werden von diesem Wasser, das stinkt und brennt‘. Als ich über einem Besessenen die Worte sprach: ‚Segne Herr diesen Bruder!‘, fauchte der Teufel sofort: ‚Er soll verdammt sein, ich werde ihn mit in die Hölle nehmen!‘ Auf die Worte des Evangeliums: ‚Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Erquickung  verschaffen‘  rief er: ‚Nein, kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Erquickung verschaffen!‘“

Und weiter berichtet der Exorzist: „Als ich in einem Exorzismus zu den Worten: ‚inimìce fidei, hostis, géneris umani, mortis adducto‘ gekommen war, gab der Dämon seine ganze Hingabe an das Böse und für das Böse zu erkennen: ‚Die Macht der Sünde wird unser Altar sein, auf dem wir die Seelen deiner verdammten Söhne und Töchter opfern werden, auf diesem Altar werden wir das Blut Deiner verdammten Söhne und Töchter vergießen. Es gibt einen Gott für jene, die hassen, und dieser Gott ist mein Gott‘.“

„Der Haß der Menschen nährt mich“

Der Teufel zeigt während der Exorzismen sein wahres Gesicht. Er muß sich zu erkennen geben als der, der er ist, als der, der immerfort die Menschen zu spalten und gegeneinander aufzuhetzen versucht. Er genießt den Haß zwischen den Menschen und ist gierig nach der menschlichen Bösartigkeit: „Das ist Nahrung, die mich nährt und stärkt“, habe er Pater Bamonte einmal entgegengehalten.

„Viele Male“, so der Exorzist, „habe ich den Dämon in perfekter Übereinstimmung mit der kirchlichen Lehre sagen hören, daß das Böse eine freie Willensentscheidung eines Menschen ist. Ebenso mußte er zugeben, daß er gegen den menschlichen Willen, wenn dieser durch die Gnade gestützt sich ihm widersetzt, nichts ausrichten kann. Deshalb ist er, wie ebenso immer wieder erklärt, der große Versucher, der die Menschen immer neu in Versuchung führen will: ‚Unsere Pflicht ist es zu versuchen, immer, jeden, überall und unter allen Umständen. Manche verfangen sich in unserem Netz, manche für immer!“

Die Mächtigkeit des Gebets und der heiligen Liturgie

Der Exorzismus beweise die unmittelbare Wirkmächtigkeit des Gebets, so der Exorzist der Diözese Rom. „Der Exorzismus ist eine liturgische Handlung und damit Gebet der Kirche. Der Exorzist tut nichts in eigenem Namen, sondern alles allein im Namen Jesu Christi und der Kirche. Wenn wir sehen, wie sehr dieser Ritus den Teufel und die Dämonen stört und ihn bezwingt, dann wird uns bewußt, wie wirkmächtig auch alle anderen liturgischen Handlungen der Kirche und das Gebet sind und welche Gnaden sie erwirken. Das muß uns geradezu anspornen zum Gebet, zum Besuch der Heiligen Messe und von den Sakramenten Gebrauch zu machen.

Bei einem Exorzismus mußte der Dämon zugeben, „offensichtlich von Gott gezwungen“ und sagen: „Wenn ihr Menschen auf den Knien vor Ihm leben und Ihn anbeten und Ihm Lobpreis singen würdet, wie es die Engel tun, dann hätten wir nicht die ganze Macht, die ihr uns über euch gebt“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: RAI2 (Screenshot)

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Shuca
Der Teufel beschimpft solche Entscheidungen für die Reinheit und Keuschheit als „Schweinereien“, so Pater Bamonte. Ja das sieht ihm ähnlich. Er will das das Fleisch über den Geist triumphiert dieser Loser. Ich gehe mal davon aus das er beim Wort „Zölibat“ vor Wut durch die Decke springt. „‚Die Macht der Sünde wird unser Altar sein, auf dem wir die Seelen deiner verdammten Söhne und Töchter opfern werden, auf diesem Altar werden wir das Blut Deiner verdammten Söhne und Töchter vergießen.“ Mit dem Sakrament der Beichte könnten wir ihm mit äußerster Effizienz die Tour vermasseln. Wir müssen es nur tun. „‚Unsere… weiter lesen »
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