Katholische Kommunikation und was daran nicht stimmt – Das Beispiel Rolling Stone

Die Unterscheidung der Geister(Rom) Das Musikmagazin Rolling Stone setzt Papst Franziskus auf die Titelseite (Ausgabe vom 13. Februar) und singt ein Loblied auf das katholische Kirchenoberhaupt. Gleichzeitig schüttet das Blatt jedoch Schmutz auf seinen Vorgänger Benedikt XVI. und damit auf die ganze Kirche. Eine perfide Zweigleisigkeit. Benedikt XVI. wird auf unsägliche Weise beschimpft und niemand stellt sich wirklich vor ihn, denn der Jubel für Papst Franziskus verdeckt den Angriff. Zudem scheinen sich manche katholische Verantwortliche geradezu am ungewohnten Zuspruch, der Franziskus zufliegt, zu berauschen. Vatikansprecher Lombardi kritisierte zwar die Berichterstattung von Rolling Stone, doch sehr höflich und verhalten und mehr unter dem Blickwinkel, daß damit eigentlich Papst Franziskus nicht wirklich genützt werde. Und Benedikt XVI.? Einige Anmerkungen zum Versagen katholischer Kommunikationsprofis.

Katholischer Jubel für Rolling Stone-Titelseite für Papst Franziskus

„Dieses Mal bin ich es leid, noch einmal darüber nachzudenken, noch einmal abzuwägen, den Text zu überarbeiten, mich mit anderen zu besprechen, auszutauschen, beraten zu lassen. Darum kommen wir gleich zum Punkt. Ich beginne ernsthaft zu denken, daß in der Kommunikation des Heiligen Stuhls und überhaupt vieler Katholiken etwas nicht stimmt“, schrieb ein katholischer Blogger in Italien.

Ein belgischer Gläubiger meinte: „Es ist traurig, die Titelseite von Rolling Stone mit begeistertem Text auf der Facebook-Seite der französischen Redaktion von Radio Vatikan zu sehen.“

Seit Dienstag nachmittag scheinen viele katholische Medienleute aus dem Häuschen, weil Papst Franziskus es auf die Titelseite von Rolling Stone geschafft hat. Stolz beeilten sie sich, die Titelseite mit dem Konterfei des Papstes weiterzuveröffentlichen. Ein französischer Katholik schrieb: „Ich teile nicht die Wertschätzung von Pater Lombardi für die Titelseite, weil ich mich frage, was sich bereits der abgetretene Papst Benedikt XVI. gefragt hat: ‚Wenn ich Lob und Zustimmung der Welt sehe, muß ich mich fragen, ob ich das Evangelium wirklich richtig verkünde‘“.

Flatterhaftes katholisches Gezwitscher von Pater Spadaro bis …

Auf Twitter gab es ein flatterhaftes katholisches Gezwitscher als wären Rohrspatzen unterwegs. Die Nachricht von der Rolling-Stone-Titelseite ging auf katholischen Twitter-Zugängen aufgescheucht um die Welt von Pater Spadaro, dem Chefredakteur der Civiltà Cattolica, über die Famiglia Cristiana und Hunderten anderen ähnlichen Accounts bis zu den verschiedenen Priestern 2.0. Was da hundertfach zu lesen war, gibt ein Beispiel wieder: „Hurra, endlich sind wir in Mode! Wir sind nicht mehr die belagerte Festung! Man muß nicht mehr die stickige Sumpfluft atmen, wie ein Monsignore im vergangenen Frühjahr sagte. So werden wir zur Jugend sprechen!“ Kolonnen von Tweets und Retweets im Tenor: „Hurra! Es lebe der Papst! Es lebe Rolling Stone!“

Bedeutet Jubel für Franziskus-Titelseite Zustimmung zu Angriff auf Benedikt XVI.?

Doch der beschämend oberflächlich-lobhudelnde Artikel über Papst Franziskus entpuppt sich beim Lesen in erster Linie als hinrichtungsmäßige Maschinengewehrsalve mit geradezu diabolischen Beschimpfungen gegen den Nachfolger des Petrus, Benedikt XVI. Der Vorwurf, er sei ein „Traditionalist“, ist dabei noch der harmloseste Angriff. Und damit wir wissen, wovon wir sprechen: Ein katholischer Journalist schrieb begeistert über die Titelseite in einem Tweet: „Die Titelseite von Rolling Stone: was für eine Auszeichnung für unseren Papst. Die Kirche wird anerkannt!“ Muß daraus geschlossen werden, daß diese ausgelassene Zustimmung im Umkehrschluß auch der Kritik an Benedikt XVI. gilt?

Als Katholik würde ich sagen: Nicht das Lob dieses Magazins, sondern die Beschimpfungen sind eine Auszeichnung für ein katholisches Kirchenoberhaupt, und zwar für Papst Benedikt XVI. Die wutschnaubend und verschlagenen Kirchengegner erkennen die Größe und Heiligkeit eines Papstes wahrscheinlich instinktiv besser.

Katholiken in der PR-Falle

Die Titelseite von Rolling Stone zeigt, daß es ganze Kohorten von Katholiken gibt, die akritisch einen willkürlich beleidigenden Artikel gegen Benedikt XVI. für das höchste der Gefühle halten und mit einem Loblied auf die Kirche verwechseln. Wie sagte ein Theologe unter Abwandlung eines Herrenwortes: „Die Söhne der Finsternis sind viel schlauer, ausgekochter und verschlagener als die Söhne des Lichts.“ Wahrscheinlich belebt der amtierende Papst das Geschäft. Wie man weiß, ist er Naturtalent in Sachen Öffentlichkeitswirksamkeit. Das macht seinen Namen und sein Bild zu einem gewinnenden Marketingobjekt. Eine in ihrem Einzugs- und Fachbereich so bekannte Zeitschrift wie Rolling Stone konnte letztlich nur auf solche Weise noch eine Spur zulegen. Das Problem sind daher nicht die Verkaufs- und Marketingüberlegungen, die das Musikmagazin veranlaßt haben, Papst Franziskus schmeichelnd auf die Titelseite zu knallen, aber Benedikt XVI. und die Kirche anzugreifen.

Nicht Rolling Stone ist das Problem, sondern Hurra-Katholiken

Das Problem sind die katholischen Informationsprofis, die sich in ihrer offiziellen Arbeit und noch deutlicher in ihren halb-privaten Äußerungen auf Twitter und Facebook von dieser PR-Falle mitreißen lassen. Und wenn man diese Hurra-Katholiken darauf aufmerksam macht, daß es vielleicht doch angebracht wäre, den Artikel zu lesen, bevor man Hurra schreit, dann, ja dann kann man alles erleben. Das reicht vom Ignoriertwerden, ohne Antwort zu erhalten, wie von Pater Spadaro, über das Eingedecktwerden mit einer salbungsvollen Predigt samt unterschwelliger Kritik nach dem Motto, man solle nicht den „Pharisäer“ spielen, der das Haar in der Suppe sucht (wie der Priester D. P.) bis zur billigen Ausrede: man habe nur eine Nachricht gebracht (wie eine katholischen Wochenzeitschrift antwortete).

Schweigen zu Angriffen setzt kircheninternen Boykott gegen Benedikt XVI. fort

Ein amerikanischer Katholik schrieb daher: „Lassen wir die Beleidigungen durch irgendwelche Kirchenfernen sein. Notwendiger wäre es, über die Aktionen gegen Benedikt XVI. in der Kirche zu sprechen und wie er intern boykottiert wurde. Der Jubel über das Cover für F[ranzikus] und das Schweigen zu den Beschimpfungen gegen B[enedikt] XVI. setzen genau das fort.“
Wie bereits während seiner Amtszeit erfolgte die offizielle Verteidigung für Benedikt XVI. verspätet und zahnlos. Vatikansprecher Lombardi hätte man noch nie übermäßigen Eifer bei der Verteidigung des deutschen Papstes vorwerfen können.
Aus der zurückhaltenden Erklärung Lombardis zum Rolling Stone-Artikel ist lediglich von „erstaunlicher Grobheit“ die Rede. Kein Wort jedoch, daß es sich um einen geradezu blasphemisch-diabolischen Angriff handelt gegen den Gesalbten des Herrn, den Stellvertreter Christi auf Erden und Nachfolger des Apostels Petrus.

Banalisierung des Papsttums verdunkelt Sakralität des Amtes

Oder wirkt sich hier auch in den obersten Etagen des Vatikans aus, daß wir seit Jahrzehnten nur mehr den Menschen im Papst sehen und „beurteilen“? Den „guten“ Papst, den „eiligen“ Papst, den „Papst der Jugend“ usw. Wurde die sakrale Bedeutung des Papsttums soweit in den Hintergrund gedrängt, daß es uns nicht einmal mehr in den Sinn kommt, einen Papst zu verteidigen, wenn er mit solcher Niedertracht angegriffen wird? Nicht der Mensch, sondern die Sakralität des Amtes und seine Lehrautorität zeichnen das Papsttum aus. Attila der Hunnenkönig, der Europa in Angst und Schrecken versetzte, wich 452 nicht vor einem beliebigen Menschen zurück, sondern vor dem Stellvertreter Christi, der sich ihm in der Person von Papst Leo dem Großen in den Heiligen Gewändern entgegenstellte.

Das von Christus gestiftete Amt, das noch vor kurzem selbst Kirchenfeinden Respekt abrang, wird aus dem Inneren der Kirche heraus durch Banalisierung bedroht. Nicht zuletzt, wenn auch vielleicht unbeabsichtigt, von Hurra-Katholiken.

Als sich Paul VI. zur Wehr setzte

Papst Paul VI. ist wegen seiner Entscheidungen schwer umstritten. Gerade deshalb lohnt es, seine Worte nachzulesen, die er am Ende jenes berühmten Angelus am Sonntag, den 4. April 1976 aussprach, als er zum Opfer eines bis dahin undenkbaren Angriffs gegen einen Papst, einer unfaßbaren Groteske eines „notorischen Skandal-Autors und Päderasten“ (Der Spiegel) geworden war, der aus heutiger Sicht als Proto-Homo-Propagandist zu bezeichnen wäre. Daraus wurde ein beschämender medialer Angriff gegen den Papst. Worte, die berechtigterweise die Sakralität des Gesalbten hervorheben, gegen den die Verfolgung durch den Fürst der Welt und seiner Verbündeten entbrannt war. Ein Angriff gegen die Heiligkeit des Amtes, der sich gegen Johannes Paul II. und vor allem Benedikt XVI. mit Hilfe der modernen Kommunikationsformen und subtilerer Methoden noch verstärkte. Methoden, die bei genauem Hinsehen perverse Allianzen in der Kirche sichtbar werden ließen und bis heute sichtbar werden lassen.

Liebe Brüder und Kinder!

Wir wissen, daß unser Kardinalvikar und dann die Italienische Bischofskonferenz euch aufgefordert haben, für unsere demütige Person zu beten, die zum Objekt des Gespötts und schrecklicher und verleumderischer Verdächtigungen einer gewissen Presse, die ohne Respekt vor der Redlichkeit und der Wahrheit ist, geworden ist.
Wir danken euch allen für diese Bekundungen kindlicher Zuneigung und moralischer Sensibilität. Wir sind allen dankbar, die dieser Aufforderung zur geistlichen Solidarität entsprochen haben. Danke, danke von Herzen.
Wir haben uns an ein wunderschönes Wort der Apostelgeschichte erinnert: „Von der Kirche stieg ohne Unterlaß ein Gebet zu Gott auf für ihn“, Petrus (Ap 12,5).
Wir erwidern diese Aufmerksamkeit religiöser Treue, indem wir den Herrn für alle um den Heiligen Geist der Wahrheit und um die christliche Offenherzigkeit anrufen, immer in diesem christlichen Sinn mit dem Wort und mit dem Leben großzügig Zeugnis zu geben. Mehr noch, da dieser und andere beklagenswerte Vorfälle ihre wirkliche Ursache in einer jüngsten Erklärung unserer Kongregation für die Glaubenslehre zu einigen Fragen der Sexualethik haben, fordern wir euch auf, diesem Dokument und der gesamten Lehre, deren Teil es ist, aufmerksame Beachtung und eine tugendhafte Befolgung zu schenken, um in euch einen Geist der Reinheit und der Liebe zu stärken, der als Damm dient gegen den zügellosen Hedonismus, der sich in den Sitten der heutigen Welt ausgebreitet hat, und um in euren Sinnen die Beherrschung der menschlichen Leidenschaften zu fördern und den starken und freudigen Sinn für die Würde und die Schönheit des christlichen Lebens.
So geben wir euren Gebeten einen höheren Zweck, der die Wohltat auf unsere gesamte Gesellschaft ausdehnt, damit sie gesund sei, stark sei, durchdrungen von den nüchternen und berauschenden Charismen des Heiligen Geistes, wie der Heilige Ambrosius sagt.
Maria, die Reinste, möge uns an sich ziehen und uns beistehen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: „Hölle“ von Nuno Gonçalves/Titelseite Rolling Stone (Montage)

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

16 Comments

  1. Zitat: „einen geradezu blasphemisch-diabolischen Angriff handelt gegen den Gesalbten des Herrn, den Stellvertreter Christi auf Erden und Nachfolger des Apostels Petrus“

    Ich wünschte nur, manche in diesem Forum würden verstehen, dass das auch für Papst Franziskus gilt. Leider sind die meisten Äußerungen zumindest in den Kommentaren dieses Forums so, das es sich um „geradezu blasphemisch-diabolische Angriffe auf den Stellvertreter Christi auf Erden“ handelt. Darüber sollten Sie mal nachdenken.

    • Sie setzen zumindest naiv voraus, dass jeder, der sich Papst (bzw. Bischof von Rom) nennt, es unbedingt auch sein muss. Dem ist aber nicht so. Das weiß jeder, der sich auch nur ein bisschen in der Kirchengeschichte bzw. in der Theologie auskennt.

      Sage mir, wer dich lobt, und ich sage dir, wer du bist…

    • Liebe Leonie, nur Gott allein gebührt Anbetung. Unser Herr Jesus Christus hat uns gewarnt: „Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.“ und „… denn an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Wenn nun der derzeitige Inhaber des Stuhles Petri tagtäglich Häresien zur Norm macht und um den Applaus dieser Welt geradezu buhlt, während er gleichzeitig gegen gottesfürchtige Orden wie die Franziskaner der Immakulata vorgeht, dann suchen Sie die Diabolik und Blasphemie bitte nicht bei Leuten, denen diese Falschheit seitens Papa Bergoglio auffällt und die nicht dazu bereit sind, mitzujubeln beim Tanz ums Goldene Kalb. Punkt.

  2. Zustimmung zu jedem Wort.
    Leider hatte Papst Benedikt – hier im Gegensatz zu seinem Vorgänger Papst Paul VI, der als Erster zu Lebzeiten konzertierten Medienattacken ausgesetzt war- wenig Anlass den purpurtragenden Widersachern in der Kurie oder den deutschen Bischöfen ( mit Ausnahmen) für die Bekundung kindlicher Zuneigung oder der Einhaltung der gelobten Treue zu danken. Und bei den Katholiken, die jetzt über das Konterfei des Pontifex auf dem Rolling Stone- eine „Ehre“, die er sich z.B. mit Charles Manson teilt- Jubelchöre anstimmen, würden wohl auch noch begeistert Beifall klatschen sollte Papst Franziskus einmal den Titel einer Satanistenpostille schmücken.

  3. Das kann zum Dauerthema werden: Franziskus, der Zerstörer unserer Kirche unter dem Jubel der Massenmedien, des Mannes und der Frau auf der Straße, und der Hass gegen Benedikt XVI. Wir erleben es in den Leitmedien, ich erlebe es mit meinen Bekannten: Der Beifall für Bergoglio ist gemischt mit Seitenhieben auf Benedikt XVI. Das lernen die Freunde von den Medien. Ein Dauerthema, bei gemeinsamen Restaurantbesuchen bleibt mir inzwischen der Bissen im Halse stecken.
    Vor allem, weil es in der schwersten Glaubenskrise, die die Kirche erlebt, darum nicht geht.
    Wir haben in der katholischen Kirche kein Kommunikationsproblem, wir haben ein Glaubensproblem, das die Substanz zerrüttet.
    Seit 50 Jahren werden Priesteramtskandidaten, Religionslehrer, Pastoral- und Gemeindereferenten, Laientheologen von Professoren ausgebildet, die die Gottheit Jesu Christi leugnen, seine Auferstehung in den Glauben einer anonymen Urgemeinde legen, aus Ihm einen frommen, sanften Rabbi machen, der aus einem unerklärlichen Grund den Kreuzestod erlitten hat, einem Missverständnis, das zu vermeiden gewesen wäre. Die Geschichte der katholischen Kirche wird zu einer Geschichte ihrer Verbrechen, ihrer Unduldsamkeit, ihrer geistigen Starre.
    Es ist mehr oder weniger ausgeprägt, es prasselt nicht alles auf einmal auf die Studierenden nieder, aber es ist die Grundlinie.
    Paul VI. war entsetzt, er hat geweint, er sprach von der „Selbstzerstörung der Kirche.“ Ein Papst darf selbstverständlich weinen, aber dann hat er seines Amtes zu walten, den „Saustall auszumisten“, ich muss mich so ausdrücken.
    Nie hat er es getan. Seiner Klage folgten stets Selbsttröstungen. Nur gegen Erzbischof Lefebvre ist er vorgegangen. Er warf dem Erzbischof sogar vor, ihm das Leben schwer zu machen, wenn dieser ihn an die Mißstände erinnerte und dass nur er wegen Ungehorsams getadelt und bestraft wird.
    Alles hat Joseph Kardinal Ratzinger gewusst, als Glaubenspräfekt war ihm später alles bekannt. Schon damals tanzten ihm die Bischofskonferenzen auf der Nase herum, vor Johannes Paul II. tanzten in der Eucharistiefeier halbnackte Frauen. Nicht, dass er sich daran ergötzt hatte, aber es brachte ihm das weltweite Interesse der Medien.
    Benedikt XVI. hat an das 2. Vatikanische Konzil geglaubt, und er glaubt noch dran. Tapfer hat er sich gegen die gröbsten Irrtümer und Missbräuche gewehrt, dagegengestemmt. Mit Worten, kaum mit Taten.
    Doch es geht nicht darum: Ratzinger gegen Bergoglio.
    Geben wir doch endlich die Illusionen auf: Alle Konzils- und Nachkonzilspäpste haben in der Verteidigung des Glaubens entsetzlich versagt.
    Ich fürchte, dieser Kommentar wird gar nicht mehr verstanden. Doch mir liegt das „Kompendium der christlichen Lehre“ von Pius X. vor. Ein Schatz, noch heute.
    Man sollte Benedikt XVI. in Ruhe seinen Lebensabend leben lassen. Diesen Hass hat er nicht verdient. Noch weniger hat die Kirche Jesu Christi verdient, dass das Erbe Pius X. verschleudert wurde.

    • Die Sache ist die, dass man seit dem 2ten Vatikanum so getan hat, als sei der Glaube selbstverständlich.
      Man hat den Glauben vorausgesetzt, als selbstverständlich vorausgesetzt.
      Von diesem verkehrten Denken her, dass der wahre Glaube logisch, selbstverständlich und naheliegend ist, hat man dann sich dieser und jener Randgruppe., verrückten Idee, oder offenen Häresie zugewand und nicht verstanden, dass wir in einer gefallenen Welt leben.
      Aus der vorher, vielleicht übertriebenen und überängstlichen Sicht der Welt ist geworden, dass man alles was nicht katholisch war und ist,. als per se gut und das was spezifisch katholisch war und ist, als per se schlecht behandelt hat.
      Man hat, was die Beurteilung von Mensch und Welt angeht, einfach das Fundament des Glaubens, dass da Erlösung sein muss und Offenbarung sein muss, verlassen und sich der Welt in einer Weise an den Hals geworfen, das es unvorstellbar ist.
      Um ein Bild zu gebrauchen.
      Benedikt hat versucht den durch die nachkonziliare Entwicklung ausgehängten Keilriemen wieder einzuhängen, damit der Motor der Kirche wieder läuft. das hat er versucht, ohne das es wer richtig merkt, weil, ja das wissen wir, man sich dann hätte eingestehen müssen da ist was kaputt.
      Es hat nicht funktioniert, und jetzt ist die Keilriemen endgültig hinüber, geschieht meist, wenn solche Reparaturen nicht gut gehen!

      • Für mich ist das der allerbeste Kommentar-eine messerscharfe Analyse.Es schmerzt in die Seele hinein,diese Tragik wie die aufrichtigen Bemühungen Benedikts-eines Papstes von Format der patrum ecclesiasticorum derart angegriffen und verhöhnt wird-aber die Kirchengeschichte wird ein anderes Wort sprechen.Denn all die Söhne der Finsternis mit deren ausgekochten, verschlagenen Schläue werden zuschanden werden.“ich sah den Ruchlosen stoltz erhaben wie eine Zeder-ich ging und kam wieder, da war er nicht mehr“sogar deren Namen werden sein Schall und Rauch.

  4. Gott segne Papst Benedikt!!!!! Und ich meine es, wie ich es sage. Dieser Populist und Medienheld auf dem Stuhl Petri ist für mich alles andere, als das Oberhaupt der heiligen katholischen Kirche.

  5. „Religiöse Unterweisung! Religiöse Unterweisung!“ war als Bischof „seine ständige, eindringliche Mahnung, denn er war überzeugt, daß gute religiöse Unterweisung imstande wäre, die Lebenskraft seiner Diözese, des ihm anvertrauten Volkes zu erneuern, allen Anstürmen moderner Irrlehren zum Trotz.“ (Kompendium der christlichen Lehre, S. XV). Die Rede ist von Pius X., den schon als Kaplan die Sorge um die Glaubensvermittlung umtrieb.

    Ab Paul VI. haben alle Päpste fast alle Häretiker nicht nur geschont, sondern sie kamen in Amt und Würden.
    Benedikt XVI. hat die undankbarste Rolle: Unter ihm bricht die Fassade endgültig zusammen, die er mühsam unter Johannes Paul II. und im eigenen Pontifikat versucht hat, aufrechtzuerhalten. Das Mitgefühl für ihn ist verständlich. Doch wenn es seine eigenen Irrtümer verdeckt, wird es für den Glauben der Kirche gefährlich. Doch dieser Glaube ist so oder so gefährdet, weitgehend unter die Räder gekommen.
    Leider ist das „Kompendium der christlichen Lehre“ von Pius X. nur noch antiquarisch zu bekommen.
    Die Priesterbruderschaft St. Pius X. als Herausgeberin führt es nicht mehr in der Sarto-Verlagsbuchhandlung. Schade, es ist ein schwerer Verlust.

  6. Das ein Papst es schafft auf das Titelblatt dieser Zeitschrift zu erscheinen,sagt doch schon Einiges über ihn und seiner Führung der RKK aus.Jetzt fehlt nur noch der Playboy,Hustler und Cosmopolitan.

  7. Es ist genau dieses Ansehen des Papstes als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, als Stellvertreter Christi hier auf Erden, das mich so schon seit Jahren in Sorge umtreibt. Ich bin einfache Konvertitin, Laie, aber eines habe ich immer gesehen: Die besondere Stellung des Pontifex Maximus als Amt, als Oberhaupt von über einer Milliarde Katholiken. Wie dieses Amt durch die Öffentlichkeit in den Dreck getreten wird, ist ungeheuerlich. Ein Papst ist kein Popstar für Hurra-Katholiken, auch keine Zielscheibe für dumme und für ihre Urheber peinliche Angriffe, wie Papst Benedikt sie ertragen musste.
    Zu einem solchen Amt gehört ein geziemendes Auftreten, ein Bewusstsein, dieses Amt auch auszufüllen. Papst Benedikt hat diese Aufgabe in meinen Augen immer erfüllt. Es tut mir leid, aber seit Papst Franziskus einer Muslimin den Fuß küsste, fühle ich mich als Christin und Katholikin persönlich in meinem Glauben angegriffen. Es geht um diese Auseinandersetzung der Religionen. Darum, wie heute Christen durch Islamisten verfolgt und ermordet werden, wie sie als Menschen zweiter Klasse zum Ermorden frei gegeben werden. Wie kann ich, die ich an Jesus Christus als das wahre und wahrhafte Licht der Welt, als Gottes Sohn glaube, einem Vertreter einer anderen Religion eine solche Ehre widerfahren lassen, der dieses Licht nicht annehmen will? Ich fühle die Erhabenheit dieses Amtes erniedrigt in einer Weise, die in heutiger Zeit nicht gut ist für das Christentum. Ich bete für Papst Franziskus, aber ich kann ihm innerlich nicht folgen. Wie kann ich in Demut auftreten, wo Standfestigkeit und Stärke erforderlich wären? Wie wurde die Bitte des Papstes um Verschonung der Christen durch die Streiter des Islam beachtet? Gar nicht. Ich persönlich muss doch auch mit Nachdruck für meinen Glauben eintreten und ihn zur Not auch mit Kraft und Überzeugung verteidigen.
    Es ist ein Schmerz, den ich Christus zu Füßen lege und Ihn um Vergebung bitte für alle meine Fehler in diesem Denken.
    Ich lese seit einiger Zeit hier mit und lerne viel über einen katholischen Glauben, der mir bisher in dieser Weise nicht bekannt war. Man möge mir hier verzeihen, aber ich bin eine einfache Laiin, aber Katholikin aus Überzeugung und werde stets für Papst Benedikt streiten, der für mich der wahre Papst ist. Ich danke für den Hinweis auf Papst Pius X., mit dem ich mich ausführlicher beschäftigen werde. Haben Sie bitte Nachsicht mit meinen Gedanken, die ich hier äußere, aus einer Not heraus und aus dem Bewußtsein, meist nicht verstanden zu werden.

  8. @einfache Konvertitin
    Wenn ich Ihnen einen Hinweis geben darf: „Hl. Pius X. Kompendium der christlichen Lehre“ ist noch antiquarisch zu erwerben. Ich habe es neuwertig bekommen, für viel Geld, aber es lohnt sich. Obwohl ich Handbücher der Dogmatik habe. In klaren Fragen und Antworten wird der katholische Glaube dargelegt. Der heilige Papst hat dieses Kompendium persönlich verfasst, es stammt nicht von einer Theologenkommission, die in seinem Auftrag das Werk erarbeitet hätte. „Persönlich“ heißt nicht, nach seiner Privatmeinung, der Heilige gibt natürlich den vollumfänglichen Glauben der Kirche wieder, wie er vom höchsten Lehramt definiert wurde. Man muss kein Dogmatikbuch in die Hand nehmen, keine akademischen theologischen Vorkenntnisse haben, um den katholischen Glauben zu kennen. Hier, in diesem Kompendium, ist alles enthalten, was Katholiken brauchen, um ihren Glauben zu kennen.
    Zu Benedikt XVI.: Er war oder ist integer, er hatte als Papst Stil, er liebte auch die Tradition, aber er ist auch theologisch-philosophisch dem Mainstream verhaftet, auch wenn er ihn überragt, füge ich ausdrücklich hinzu.
    Vielleicht ein treffendes Beispiel: Der Streit um die Wandlungsworte, um das „für alle – oder „für viele.“ Eine eminent wichtige Auseinandersetzung, hier geht es um die Erlösung. Benedikt will zum „für viele“ zurück, das ist eindeutig. Doch seine Argumentation war widersprüchlich, weil er nur exegetisch argumentiert hat und nicht auch dogmatisch, obwohl seine Auffassung dem Dogma entspricht.
    Auf einer halben Seite im Kompendium können Katholiken nachlesen, dass Jesus Christus für das Heil aller Menschen gestorben ist. Dass sich nicht alle Menschen retten können, weil ihn nicht alle anerkennen wollen, nicht alle sein Gesetz beobachten, und nicht alle die Gnadenmittel gebrauchen, die er uns hinterlassen hat. Dass es notwendig ist, dass die Frucht und die Verdienste seines Leidens und Todes einem jeden von uns zugewendet werden, was vor allem durch die von Jesus Christus selbst dafür eingesetzten Sakramente geschieht.
    Dieser katholische Glaube wird ausgedrückt in den Wandlungsworten, dass unser Herr sein Blut „für viele“ vergossen hat, während das „für alle“ eine Allerlösung nahelegt, die dem katholischen Glauben widerspricht.

    Nach meiner Meinung hat Benedikt XVI zu wenig vom Dogma, vom überlieferten Glauben her argumentiert, obwohl es sein Anliegen war, die Wandlungsworte wieder richtig zu korrigieren. Deswegen war er nicht klar genug. Er hätte die Debatte „dogmatisch beenden müssen.“ Zur Zeit ist das in Rom nicht möglich, aber es wäre die richtige Lösung gewesen.
    Der Hl. Pius X. ist ein sicherer Maßstab für den katholischen Glauben, wie er 2000 Jahre gelehrt wurde. Sein Kompendium halte ich für weitaus geeigneter für Erwachsene als seinen Katechismus, der viel kürzer ist und den es in der Sarto Verlagsbuchhandlung zu kaufen gibt. Er ist ein sehr guter Einstieg, für Erwachsene halte ich das Kompendium für geeigneter.

  9. Benedikt XVI. wird also übel beschimpft.

    Frage: Was sagt denn eigentlich der Bergoglio dazu? Er redet doch sonst so viel. Warum nun dieses Schweigen – oder habe ich da etwas nicht mitbekommen?

Comments are closed.