Erstmals wird ein Papst bei Treffen der Charismatischen Erneuerung teilnehmen

Das Plakat zum Treffen der charismatischen Erneuerung: Erstmals wird ein Papst daran teilnehmen(Rom) Am 1. und 2. Juni findet im Olympiastadion von Rom das 37. Treffen der Charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche statt. Erstmals wird ein Papst daran teilnehmen.

Das Thema des Treffens lautet: „Bekehrt euch. Glaubt. Empfangt den Heiligen Geist. Für eine Kirche die missionarisch ‘Hinausgeht’“ Dies gab die Charismatische Erneuerung von Italien, Rinnovamento nello Spirito (RNS) am Ende ihres VIII. Kongresses am 26. Januar in Fiuggi bekannt.

Die Charismatische Erneuerung gehört zu den sogenannten Neuen geistlichen Bewegungen in der Katholischen Kirche. Ihren Ausgangspunkt nahm sie 1967 in den USA unter protestantischer Anleitung an der Duquesne-Universität. Eine Entstehunggeschichte, die innerkirchliche Kritik auslöste und von manchen als „Geburtsfehler“ gesehen wird. In Europa erhielt die Bewegung in der Frühphase vor allem Unterstützung von Leo-Joseph Kardinal Suenens, von 1961-1979 Erzbischof von Mecheln-Brüssel, einem der Moderatoren und progressiven Hauptakteure des Zweiten Vatikanischen Konzils. 1975 wurden Vertreter der Charismatischen Erneuerung erstmals von Papst Paul VI. empfangen. 1990 erfolgte durch den Päpstlichen Rat für die Laien eine kanonische Anerkennung als Catholic Fraternity of Covenant Communities and Fellowships. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaft von Gläubigen päpstlichen Rechts mit Sitz im Vatikan.

1.-2. Juni mit Papst Franziskus im Olympiastadion in Rom

Die Charismatischen Erneuerung sei von „großer Dankbarkeit“ erfüllt über die „außergewöhnliche“ Nachricht, daß Papst Franziskus persönlich am Treffen in Rom teilnehmen wird. Die Teilnahme des Papstes war durch das vatikanische Staatssekretariat in einem Schreiben an den RNS-Vorsitzenden offiziell bestätigt worden. Es wird das erste Mal sein, daß ein katholisches Kirchenoberhaupt an einem Treffen dieser kirchlichen Bewegung teilnimmt. Anfang Juni werden dazu rund 50.000 Gläubige aus der ganzen Welt im Olympiastadium von Rom erwartet.

Papst Franziskus nahm auf dem Rückflug von Rio de Janerio zur Charismatischen Erneuerung Stellung (siehe eigenen Bericht Franziskus und die Charismatische Erneuerung – Papst-Pressekonferenz im Flugzeug). Der Papst erklärte, Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre große Vorbehalte gegen diese Bewegung gehegt zu haben. Dann habe er jedoch gesehen, daß sie „einen schönen Weg“ gehen und in der Kirche „viel Gutes“ tun. Daher habe er sie als Erzbischof von Buenos Aires „immer begünstigt, nachdem ich mich bekehrt hatte, als ich das Gute gesehen habe, das sie machten“. Eine wohlwollende Haltung, die der einstige Erzbischof nun auch als Papst fortzusetzen gedenkt.

Salvatore Martinez, der Vorsitzende der Charismatischen Erneuerung in Italien und Hauptorganisator des Treffens sprach von der „liebevollen Dankbarkeit eines Kindes, das auf die Fürsorglichkeit, die Zuneigung, die Stärke und Freiheit des Vaters“ schaue.

Wie Martinez berichtet, wurde er am vergangenen 9. September von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen. Bei dieser Gelegenheit habe er mit dem katholischen Kirchenoberhaupt über die Initiativen der Bewegung gesprochen, darunter auch über das Treffen im Juni. „Der Papst war bereits darüber informiert und äußerte seine Absicht, daran teilnehmen zu wollen“, so Martinez. Zu Weihnachten sei dann die offizielle Mitteilung gefolgt. „Und heute können wir diese große Freude öffentlich bekanntgeben“, so Martinez vor wenigen Tagen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: RNS

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

49 Comments

  1. Eine „katholische“ Bewegung, die ihre Wurzel in den USA (!), im Protestantismus (!), an einer Uni im Jahr 1967 (!) hat, kann entweder nur ein Kuckucksei oder eine Stinkbombe sein. Kein Wunder, daß Papa Bergoglio da nicht weit ist. Und so wird sie weitergehen, die Aushöhlung, Deformierung und endgültige Zerlegung des katholischen Glaubens.

    • Daß Sie -Sumsum- so abfällig reden: erklärlich ist es, wenn Sie, wie leider etliche andere das II. Vatikanum ablehnen. (der demnächst heiliggesprochene Papst Johannes Paul II. stand stets eindeutig hinter diesem Konzil, daß ja gerade etliche Verkrustungen und Verhärtungen in unserer röm.kath. Kirche sich nun mal im Verlaufe der Zeit gebildet hatten. Sind diejenigen, die dieses Reform-Konzil verwerfen, etwa gegen den Grundsatz der Ecclesia Reformanda ? Wollen Sie z.B. dem Hl.Geist verwehren, was wir Katholiken in Demut erkennen und anerkennen sollten/müssen, daß Gottes Hl.Geist wehen darf, wo E R will, und nicht wie wir, wenn wir unbeweglich und geistig festgefahren sind, es hartnäckig fordern ? Wie hat es noch unser HERR deutlich gesagt, wenn ER von den „Sünden wider den Hl.Geist“ spricht, die, so betont der HERR unmißverständlich, von Gott, der ja sonst in der hl. Beichte grundsätzlich alle bereuten u. bekannten Sünden komplett vergibt, diese jedoch nicht vergibt ! Hinter ihnen steht Hartherzigkeit verbunden mit Hochmut.

  2. Dieser Mann auf dem Stuhl Petri wird jede sich ihm bietende Gelegenheit nutzen, unseren Glauben zu banalisieren, zu entwürdigen bis zur Lächerlichkeit. Und er steht noch am Anfang seines Pontifikates.

  3. ich habe mich auf dieser Plattform schon mehrmals und ausführlichst über die sog. charismatische Erneuerung geäußert. Grundsätzlich gibt es folgende fragen(Annmerkung: ich stehe der charismatischen Erneuerung sehr kritisch gegenüber – aus Sicht der katholischen/orthodoxen Tradition):

    1. Inwieweit kann sich der Charismatismus auf die Urchristen begründen? (z.B Thema Zungenrede)
    2. Wie problematisch ist es dass diese Form im evangelikalen Protestantismus herangewachsen ist?
    3. Ist der Charismatismus mit dem katholischen Glauben vereinbar?
    4. Welche Probleme gibt es im Charismatismus?

    zu 1: Dazu wage ich kein Urteil. Die Frage ist jedoch, warum sehr viele Charismen der frühen Christen größenteils in den großen Kirchen verloren gegangen sind, jedoch bei Evangelikalen sehr stark präsent sind. Wer ist da am Werk? Ist es tatsächlich der Heilige Geist oder der Widersacher – hier muss man jedoch sehr vorsichtig sein. Denn auf der einen Seite ist er sehr verschlagen, aber auf der anderen heißt es: man kann den Teufel nicht mit dem Belzebub austreiben.

    2. Die kirche hat schon sehr früh heidnische Elemente übernommen und sie getauft, angefangen bei ehemaligen Tempeln bis hin zum Weihnachstdatum und den Bezeichnungen/Kleidungen des Klerus. Wenn wir nun etwas von einer von der katholischen kirche abgespalteten Gruppe (gültig getaufte und keine Heiden!) übernehmen kann man es ja auch „taufen“, indem man vor allem die Eucharistie und die Muttergottes integriert und somit eine katholische Charismatik begründet – dies ist großenteils geschehen!

    3.Im Charismatismus spielen drei Dinge eine wichtige Rolle: I. die persönliche Beziehung zu Jesus Christus II. der Lobpreis III.die Weitergabe des Glaubens.
    Alle diese Dinge sind prinzipiell katholisch und mit dem Glauben vereinbar. Hier handelt es sich eben um eine andere Form des Glaubenslebens welches vor allem auf Emotion baut (siehe NGL). Emotion ist sicherlich nichts schlechtes (da von Gott geschaffen!) an sich, aber sie darf nicht als Maßstab des Glaubens gelten – d.h. wenn sie weg ist, glaube ich nicht mehr gut genug, oder Gott ist böse, oder ich habe etwas falsch gemacht – das bringt dann viele Probleme mit sich. Auch kann sich der Widersacher der Emotion annehmen und man ist dort empfindlicher und leichter zu manipulieren.
    Ein großes Problem sehe ich in der Feier der Messe. Dort gibt es ganz klar einen Bruch mit der Tradition und einige Abweichungen von der Norm. Dazu gehört vor allem das unterbrechen der Messe durch sog. Zungenrede oder das freie Sprechen von Gebeten (auch Hochgebet)!
    Auch ist der Charismatismus eher „laut“, also mit kanonstille können die recht wenig anfangen.

    4. Das größte Problem aber sind Bibelfundamentalismus, Personenkult und Wundersucht. Alle drei Dinge erklären sich von selbst. Das schadet dem Ansehen der Kirche, da solche Gläubige das Klischee des verrückten Psychochristen erfüllen, der einen um jeden Preis bekehren will und in dem Zusammenhang mit der ewigen Verdammnis droht.

  4. Fortsetzung zu 4) Auch verwischt die Trennung zwischen Laien und Geweihten stark. Da gibt es einzelne Prediger, die dann wie Priester die Hände auflegen oder fast die Beichte hören.
    Es ist jedoch anzumerken, dass es innerhalb des katholischen Charismatismus viele Strömungen gibt. Das geht von Gemäßigten (wie der Gemeinschaft Emmanuel) zu Extremen (wie Wanderpredigern und Scharlatanen).
    Sie leisten oft gute Arbeit durch Katechese und legen Zeugnis ab für Christus im Alltag. Durch ihre moderne und offene Art können sie Fernstehende vor allem junge Leute ansprechen.

    Aber dennoch ist die Kirche in der Pflicht, Übertreibungen aller Art Einhalt zu gebieten!

    • ich muss schreiben das ich durch die Charismatiker zum Katholischen Glauben zurückgefunden habe, ca.vor30 Jahren!War früher viel bei den Zeugen Jehofa!Habe viel Gebetet, und Jesus gebittet das er mich zum wahren Glauben führe!! Inzwischen binn ich eine konserative Katholikin, und kann mit den Charismatikern gar nicht mehr,mir kommt manchmal vor es geht ihnen um den Menschen und nicht um Jesus!!!Und sie neigen sehr zu übertreibung,ich bin überzeugt dasJesus in der Stille mehr wirkt ! In der Stille können wir sehr persönlich mit Ihm sprechen Ihn Anbeten, Preissen,Danken,und vor allem zuhören!!!Die Stille Anbetung ist für mich das größte, außer die Heilige Messe!!!

      • Ohne Charismatische Bewegung wäre auch ich heute nicht konservativ katholisch (protestantisch aufgewachsen ohne Glauben). Durch einen kath. charismatischen Gebetskreis fand ich in Kanada zum Glauben und zur Kirche. Ich wurde wundersam geführt, erfuhr viel innere Heilung und bin überaus dankbar und glücklich, dadurch den Glauben an einen liebenden Vater im Himmel und zur heiligen kath. Kirche gefunden zu haben. In dieser Bewegung bekam ich als „Baby im Glauben“ „Milch“, um später die „feste Nahrung“ verdauen zu können. So hab‘ ich’s erlebt. Ich glaube, dass diese Bewegung ein Geschenk Gottes ist, wenn die Treffen richtig geführt werden. Nicht jedermann (frau) hat sie nötig. Glücklich, wer als Kind die Liebe Gottes erfahren und dadurch die Liebe zur Kirche sozusagen in die Wiege gelegt bekommen hat.

        Viele Wege führen nach Rom; Gott hat es gefallen, mich durch die Charismatiker dorthin zu führen. So war diese Bewegung für mich eine Gnade.

        Gelobt sei Jesus Christus…..

  5. Was will man mit diesen Happenings erreichen?

    Der Auftrag Christi ist klar – „du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer …“
    Der Herr hat das Messopfer eingesetzt – „tut d i e s zu meinem Gedächtnis“. Dies ist der Auftrag an die Priester.

    Hat er irgendwo gesagt, man solle Halleluja rufend herumhüpfen?
    Heute scheint es nicht mehr relevant, ob etwas aus Eigenwille geschieht oder ob es dem Auftrag entspricht. Hauptsache cool, neu und billig.

  6. „… daß sie „einen schönen Weg“ gehen und in der Kirche „viel Gutes“ tun..“

    Was ist an diesem Weg schön und was an Gutem bewirkt er denn?

    Tatsache ist, daß sich junge Leute hier abarbeiten und nach anfänglicher Begeisterung nicht selten frustriert das Handtuch werfen.

    Wie bei einer Brunnenbohrung auf sandigem Boden: zunächst geht es leicht, dann kommt Fels und es geht nicht mehr weiter.

    Was viele dann vom „Glauben“ mitnehmen ist dies: er bringt nichts.

    Die Charismatik kann nicht anders als an der Oberfläche bleiben, weil es ihr gar nicht auf eine ordentliche Grundlage ankommt, worauf solide aufgebaut werden kann.

  7. Ganz pragmatisch: was bleibt von diesen Großevents übrig? Ob es WJT ist oder dieses hier.

    In den Pfarreien?

    Mir kommt das alles vor wie Alibiveranstaltungen, wo die nachkonziliare Kirche sich einredet: die Kirche lebt, sie ist jung.

    • Ich muss ein bisschen den WJT verteidigen.
      Es stimmt, dass wenig übrig bleibt.
      Aber es ist auch so, dass die Jugendlichen einmal Kirche positiv erlebt haben, es handelt sich zwar um ein sehr kleines Samenkorn, das sofort wieder überwuchert wird, jedoch gesät ist es schon.

      • Solange es die traditionelle Liturgie gab, also bis Ende der 60er, wurde jeden Sonntag gesät. Sehr viel effektiver als durch alle oberflächlichen Weltjugend-Events. Damals gab es auch Jugendliche, und diese kamen durch den regelmäßigen Besuch der alten Messe zu einem starken Glauben, der ein Leben lang hielt.

        Sämtliche Mega Events alle paar Jahre wären nicht nötig, wenn die Kirche den jungen Leuten einen tiefen Glauben durch die traditionelle Liturgie zugänglich machen würde. Daß in den Novus Ordo kein junger Mensch gehen will, liegt an der Oberflächlichkeit desselben. Mögen es doch endlich einmal die zuständigen Bischöfe kapieren.

        Im übrigen, da wird auch viel hineingedeutet, in die WJT, von wegen positiv Kirche erfahren. Ich war auf diversen Events. Da ist so viel Drumherum, daß vom Eigentlichen wenig erfahren werden kann, denken Sie nur an den Kommunionempfang. Was sind das für Umstände, unwürdig bis fahrlässig zum Teil. Positiv Kirche erleben ist etwas anderes.

  8. Die charismatische Bewegung ist die tragischste Bewegung in der Kirchengeschichte!
    Sie ist eng gekoppelt mit der Pfingstbewegung.
    Das Pfingstlertum entstand aus obskuren, freimaurerischen Quellen.
    Wir werden demnächst im Petersdom, Heilungen und Wunder erleben.

  9. Das ist geradezu h a a r s t r ä u b e n d !!
    Die Teilnahme an dieser Veranstaltung zeigt deutlich, wie „katholisch“ dieser Papst ist. Für dieses Treffen hat man Zeit. Hätte er doch besser am Marsch für das Leben, in Rom, teilgenommen.
    Na ja, jeder setzt eben seine Prioritäten!

  10. Liebe Mitchristen,

    Die Charismatische Erneuerung ist eine echte Bereicherung für die Römisch-Katholische Kirche.

    Herzliche Grüße
    Matthäus 5

      • Also ich besuche gelegentlich Gottesdienste evangelikaler Kirchen wie SELK Frankfurt, Freie evangelische Gemeinde Höchst (Baptisten), Missionswerk Karlsruhe, Christliches Zentrum Wiesbaden. Dort gefällt es mir auch. Und sehe sowohl mit den Augen als auch mit dem Herzen gut 🙂 Aber Gebet kann nie schaden. Danke

  11. Der Charismatismus ist nur eines der vielen Konstrukte einer „Geistkirche“. Dieses pneumatologische Konstrukt liegt auch heutzutage sowohl dem progressistischen Kirchenkonzept als auch der charismatischen Erneuerung zugrunde: in beiden Fällen wird vom gekreuzigten Christus weggelenkt auf die „Freude“ und den Hl. Geist. Zudem wird die objektive, sakramentale Struktur der Kirche aufgelöst zugunsten des Priestertums aller Gläubigen und des „sensus fidelium“, der angeblich unfehlbar sei.
    Bei der Charismatikern geschehen Massenexorzismen, angeführt durch Laien, geschehen Handauflegungen, die zweifelhaft sind, wird der einzelne in ein Kollektiv gedrängt, dem er nur noch beschädigt entkommen kann. Charismatismus zeichnet sich durch Radau aus, blasphemische „Jesusliebe“, die beispielsweise die Herrschaft Jesu Christi ausruft (etwas so wie die Muslime ihren Allah ausrufen) und durchaus häretische Endzeitlehren verbreitet, die aus dem Pfingstlertum übernommen wurden (z.B. müsse vor der Wiederkunft Jesu eine globale Anbetungsbewegung in Gang gesetzt werden).
    Charismatiker behaupten stets, sie seien „biblisch“. Wenn man das überprüft, findet man schnell heraus, dass vieles, was sie behaupten, an den Haaren herbei gezogen ist.
    Ausgerechnet die Glossolalie, von Paulus ausdrücklich als „wenig nütze“ und selbstbezogen zurückgedrängt, wird zum Markenzeichen besonderer Geistnähe. Blasphemisch auch das kollektive Zungenreden um die Wandlung herum und das Zungengebet im Messkanon. Jede (!) -auch die lallende – Veränderung der Worte ist untersagt!. Ungehorsam ist weiter, dass die ausgiebige Zungenrede praktiziert wird, obwohl Paulus sie nur dann gestattet, wenn einer erklären kann, was da eigentlich geredet wird. Und wenn dann höchstens zwei Zungenredner (!). Man weiß also nie, ob nicht der Satan die schlimmsten Dinge sagen lässt von unseren massenhaften Zungenmedien, die in dieser Szene geistern. Von Herumhopsern, Herumschreiern, Rückwärtsumfallern und Gefühlsduslern mal ganz zu schweigen.
    Was hat das mit dem Glauben der Kirche zu tun?
    Wenn eine Jesusfrömmigkeit einen ganz anderen Jesus deklariert als den Gekreuzigten, dann ist das eben nicht unser Erlöser, sondern im besten Falle ein Phantom.
    Nicht zuletzt kann es einem kalt den Rücken herunter laufen, wenn man sieht, wie Priester und Laien mit Hilfe der Zungenrede und ohne bischöflichen Auftrag Exorzismen („Heilungs- und Befreiungsdienst“) durchführen. Und dies natürlich kreativ – an den kirchlichen Gebetstexten vorbei gemogelt…

    Klar, dass F. da hin geht. Er hat sich ja in Argentinien bereits von einem Pfingstprediger segnen lassen. Bald feiern wir eine Superökumene im Zeichen der vorgeblichen Geistesgaben. Warten wirs nur ab!

    Mein Bericht von der charismatischen MEHR-Konferenz neulich: http://zeitschnur.blogspot.de/2014/01/die-mehr-konferenz-in-augsburg-und-die.html

    • Sie selbst machen mit dieser Internet-Adresse Ihren Vor- und Nachnamen bekannt. Liebe Hanna Jüngling, noch vor Kurzem, haben Sie sich mächtig über mich aufgeregt, als ich Sie mit Ihrem Vornamen ansprach, da dies angeblich Ihr Recht auf Anonymität verletze. War wohl nur ein Witz, nicht?

      • Falsch, mein Lieber – bloß weil Sie einen Namen wissen, können Sie nicht jeden beim Vornamen ansprechen. Soviel Distanz und Kultur muss sein.
        Im übrigen wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie bei der Sache blieben.

      • @Joseph: Non quæras, quis hoc dixerit; sed quid dicatur, attende.

        @Zeitschnur: Nur schon Ihre Beiträge machen dies Forum lesenswert – vielen Dank !

      • @Bonjour: Ihr lateinisches Diktum war bekanntlich das Motto von kreuz.net. Danke, daß Sie uns damit offenbart haben, wes Geistes Kind Sie sind. Bitte weiterso!

      • @Joseph

        Verzeihung, aber das, was Sie mir da unterstellen, tue ich erstens nicht, zweitens habe ich es nicht nötig.
        Die üble Nachrede, der Neid, Zank und der Zorn gehören jedoch zu den schweren Sünden.
        Beenden Sie Ihren Krieg gegen mich und widmen Sie Ihre Zeit einer Gewissenprüfung.

  12. Ich kann mit den Charismatikern nichts anfangen und finde es schlimm, wenn ein Papst sich für einzelne Teile der Kirche hingibt, anstatt die Gemeinschaft und Einheit zu fördern.

  13. Fakt ist: Es gibt so einige, die früher den Rosenkranz beteten und heute bei Pfingstlern / Freikirchen gelandet sind – über den Weg der charismatischen Bewegung!
    Die charismatische Bewegung bringt, sind wir uns da mal ehrlich, so einige Katholiken erst auf den Geschmack für das Freikirchliche!

  14. Ich bin konservativ, Mitte 40, eine ganz normale Arzthelferin und auch ich kann den Hype um F. nicht nachvollziehen.
    Aber: der WJT mit meinem, von mir über alles geliebten Papst Benedikt, war eines der schönsten Momente in meinem Leben.
    Gott behüte uns alle

    • Sie sind Mitte 40 – da haben Sie die Tradition leider gar nicht mehr erlebt. Sonst hätten Sie vielleicht (wahrscheinlich) noch schönere Momente erfahren, das wage ich zu behaupten.
      Der Papst ist der Stellvertreter von Etwas/Einem viel Größerem, was durch den Personenkult heutzutage in Gefahr ist verdeckt zu werden. Ganz besonders unter dem jetzigen Pontifex.

      • Ich muss wirklich sagen, dass die WJT bei den teilnehmenden Teenagern etwas bewirken. Auf jeden Fall die mit Papst Benedikt und JPII .
        Die jungen Leute erleben Kirche als positiv, jung und tauchen für einigen Tage in eine Atmosphäre wo es „selbstverständlich ist“ katholisch zu sein.
        Klar ist es viel Getue und viel Strohfeuer, aber man muss auch bedenken in was für spirituellen Wüsten wir leben.
        Die WJT’s sind (waren) kein EIntauchen in eine heile, katholische Welt, aber schon sowas wie eine Oase in der Wüste.
        Es war bei Benedikt kein Personenkult und bei JPII auch nicht, wie der WJT in Köln schön zeigte.

  15. Auf die Frage wie man beten soll, sagte der Herr „… du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer …“
    Ich meine, das heißt, man soll in die Kammer des Herzens gehen, nach innen.
    Das geschieht bei der Eucharistischen Anbetung und bei der Anbetung während der Wandlung in der Kanon-Stille, die es ja nur noch im alten Ritus gibt.

    Statt dessen geht man heute nach außen, in einen Aktionismus und sucht IHN dort. Kann ER dort gefunden werden?

  16. Das, was Kommentatoren hier über die Ursprünge der „Charismatischen Bewegung“ geäußert haben, bestreite ich nicht. Ich stimme zu.
    Dennoch muss vielleicht darauf hingewiesen werden: Die Verehrung des Heiligen Geistes kommt in der katholischen Kirche zu kurz. Im praktischen Vollzug. Er wird geehrt im Kreuzzeichen, im „Ehre sei dem Vater….“, in Glaubensformeln. Aber diese Verehrung bleibt meistens formelhaft, sie geht nicht ins Glaubensleben ein.
    So, als ob lediglich der Priester, wenn er die Sakramente spendet, in einer inneren Verbindung zum Wirken des Hl. Geistes steht, die Gläubigen aber das Gebet, die innere Beziehung zum Hl. Geist nicht brauchen. Wie kommt das nur? Hatten die Priester die Sorge, dass sich die Gläubigen „selbständig“ machen, in Subjektivismus verfallen, wenn sie sich dem Wirken des Heiligen Geistes in ihrem Gebetsleben bewusst öffnen?
    Eindrücklich hat unser Herr uns alle aufgefordert, um den Heiligen Geist zu bitten, um den Tröster, den Beistand. Diese Aufforderung ging nicht allein an die Apostel.
    Es gab und gibt Katholiken, die diesen Mangel gespürt haben, die sich deshalb der Charismatischen Bewegung angeschlossen haben. Und nun einer Fehlentwicklung ausgesetzt sind.
    Wenn traditionstreue Priester fürchten, dass Gläubige, die den Heiligen Geist nicht nur an Pfingsten verehren, sondern täglich, zu eigenständig werden, dann mögen sie sich die Bilder anschauen, die uns nicht erspart bleiben werden im Juni: Dann drückt sich die „unterdrückte“ Verehrung des Hl. Geistes in Formen aus, die der katholischen Kirche, ihrem Glauben, ihrem Stil, unwürdig sind. Und der Bergoglio-Papst steht an der Spitze.

    • Die Verehrung des Heiligen Geistes kommt in der katholischen Kirche nicht zu kurz.

      In jedem Credo, das in der lat. Messe gesungen wird, wird der Hl. Geist hoch verehrt.

      „Et in Spiritum Sanctum, Dominum, et vivificantem: qui ex Patre, Filioque procedit. Qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur: qui locutus est per Prophetas.“

    • Liebe Zeitlos, hier kann ich Ihnen nicht zustimmen. Der Heilige Geist ist nach der Lehre der Kirche für uns „der Geist Jesu“. Natürlich ist er auch der Geist des Vaters. Aber nur der Sohn kam ins Fleisch und verband sich mit unserem Blut. Der Weg zum Vater geht nur über Jesus – nicht über den Heiligen Geist als „autonome“ Gottheit.
      Wenn Sie die entsprechenden Stellen im NT betrachten, wird Ihnen auffallen, dass der Heilige Geist stets den Sohn als den Sohn Gottes bezeugt.
      Nach der Himmelfahrt Christi ist der Heilige Geist der Beistand und Tröster, bis Jesus wiederkommt. Der Geist führt in die ganze Wahrheit. Die Wahrheit aber ist Jesus, der Sohn (Weg, Wahrheit, Leben…). Ubi spiritus sanctus ibi crucifixus.
      Der Heilige Paulus begrenzt die Geisteuphorie der Korinther mit – dem gekreuzigten Christus.
      Es ist der Schmerzensmann, in dessen tiefe Wahrheit uns der Heilige Geist führt. Natürlich jeden einzelnen ebenso wie das Lehramt.
      Die Kirche hat alle Versuche, in eine pneumatische Kirche, eine Geistkirche abzudriften, verurteilt. Warum?
      Der Christomonismus, den man der RKK oft vorwirft, ist Ursache der objektiven, sakramentalen Struktur. Die Zusagen Gottes gelten nüchtern immer, egal wie ich mich fühle und gleich, was mich anficht.
      Der Heilige Geist gilt aber als „Creator“, gaukelt die Illusion des Subjektivismus vor, er weht wo er will, hat keine Grenzen. Wird seine Verehrung verselbständigt, finden wir subjektive, selbstbezogene Menschen vor, die alles tun, um sich für eine geistige Manipulation in der Illusion freudiger Wellness zu öffnen. Rabiate oder kitschige „Lobpreismusik“, das kollektive Gebetsgeschrei, das einen „Jesus“ hochpreist, der bloß noch Superstar und Superhero ist, aber nicht der Gekreuzigte (!), das Gott Heilungen und andere Wunder abringen will und selbstherrlich die Herrschaft Gottes ausruft (Vaterunser dagegen: Sanctificetur nomen tuum… im Passiv und im Konjunktiv …), Gezappel, Gehampel und das unsägliche Gelalle der Zungenrede (was nach Paulus in dieser Masse und Unordnung und v.a. Unübersetztheit gar nicht sein dürfte), merkwürdige Heiliggeistzeremonielle mit Handauflegungen durch Laien (!) – es ist Chaos pur, fehlen bloß noch Drogen und Sex, dann wäre es auf jeden Fall einer Schwarzen Messe ähnlicher als einer Hl. Messe. Lichtorgeln, düstere Innenräume, viele ekstatische Menschen, die sichtlich unter bösen Einflüssen nicht mehr Herr ihrer selbst sind… So müssen die Baalspriester um den Altar getanzt haben.
      Der Pneumatismus war immer schon eine schwere Versuchung in der Kirche, der Widersacher der sakramentalen, objektiven Verfassung.
      Seit dem Konzil hat man solchem Pneumatismus Tor und Tür geöffnet, schon in der Absicht („Neues Pfingsten“), alsbald schwappte die pentecostale Bewegung auch in die RKK, wurde dort erst mal von Modernisten und Progressisten gefördert (Kard. Suenens) und heute ist der Charismatismus Träger eines Superökumenismus, den Pius XII. in „Mystici corporis“ noch vehement verurteilt hatte.

  17. Besser er geht hin, als er lässt es einfach nur gewähren wie Johannes Paul II. und Benedikt XVI., das gefällt mir an ihm, er sagt klar die Dinge heraus, er ist kein Schauspieler wie Johannes Paul II.

  18. M.S.: Ich habe darauf hingewiesen, dass der Heilige Geist in Glaubensformeln in der Kirche präsent ist, ich habe sie genannt. Ich habe jedoch unterschieden zwischen dem formelhaften Bekenntnis und dem praktischen Gebetsleben. Und da sehe ich schwerste Defizite.

    Liebe Zeitschnur, ich nehme nicht an, dass Sie mich als verkappte Charismatikerin vermuten. Nichts liegt mir ferner.
    In der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gibt es keine „autonome Gottheit“, sondern einen Gott in drei Personen. Die gemeinsam wirken, aber jeder Person werden bestimmte „Sendungen“, Wirkweisen zugeschrieben.
    Jetzt bleibe ich weiterhin ganz neutral und rufe den Hl. Pius X. als Schiedsrichter auf:
    „135. Welches Werk wird besonders dem Heiligen Geist zugeschrieben?
    Dem Heiligen Geist wird besonders die Heiligung der Seelen zugeschrieben.
    136. Heiligen uns der Vater und der Sohn ebenso wie der Heilige Geist?
    Ja, alle drei Personen heiligen uns auf die gleiche Weise.
    137. Wenn dem so ist, warum wird die Heiligung der Seelen im besonderen dem Heiligen Geist zugeschrieben?
    Die Heiligung der Seelen wird im besonderen dem Heiligen Geist zugeschrieben, weil sie ein Werk der Liebe ist und die Werke der Liebe dem Heiligen Geist zugeschrieben werden.
    141. Ist der Heilige Geist nur für die Apostel gesandt worden?
    Der Heilige Geist ist für die ganze Kirche und für jede gläubige Seele gesandt worden.
    142. Was wirkt der Heilige Geist in der Kirche?
    Der Heilige Geist belebt die Kirche mit seiner Gnade und seinen Gaben wie die Seele den Leib; er festigt in ihr das Reich der Wahrheit und der Liebe; er steht ihr bei, damit sie ihre Kinder sicher auf dem Weg zum Himmel führe.“
    (Hl. Pius X., Kompendium der christlichen Lehre, S. 99.100).
    Ehrlich gesagt, hatte ich nur an die Worte unseres Herrn in den Evangelien gedacht: Er ist es, der uns den Heiligen Geist verheißen hat, der uns nicht als Waisen zurücklässt, Er ist es, der uns auffordert, um den Heiligen Geist zu bitten.
    Doch die eine Gegenwart schließt die andere nicht aus. In der kleinen weißen Hostie kommt unser Herr selbst zu uns. Als die Frucht Seines Leidens und Sterbens auf Golgotha. Im Tabernakel ist er als Gottmensch verborgen in der demütigen Hostie gegenwärtig, aller Anbetung würdig.

    Hoffentlich eröffne ich kein neues Thema, wenn ich bemerke, dass es in Kreisen der Tradition eine Marienverehrung gibt, die nicht mehr nur auf die Inkarnation bezogen ist, wie sie so einmalig tief in der Lauretanischen Litanei zum Ausdruck kommt. Ein Meisterwerk theologischer und poetischer Sprache.
    Es gibt eine Marienverehrung, die sie als Mittlerin aller Gnaden, sogar als Miterlöserin sieht. Und unseren Herrn im Gebetsleben verdrängt. Als sei der Rosenkranz die natürliche Fortsetzung des Messopfers, der Quelle aller Gnaden.
    .
    Die „Charismatische Erneuerung“ ist mir mehr als suspekt. Aber die Pfingstsequenz „Veni, Sancte Spiritus“ kann man täglich beten. Mindestens nicht nur an Pfingsten.

    • Sie schreiben: „Hoffentlich eröffne ich kein neues Thema, wenn ich bemerke, dass es in Kreisen der Tradition eine Marienverehrung gibt, die nicht mehr nur auf die Inkarnation bezogen ist.“

      Natürlich eröffnen Sie damit ein neues Thema, das aber möglicherweise die Kehrseite des Charismatismus ist. Welche Art der Marienverehrung meinen Sie? Der Rosenkranz jedenfalls verdrängt nicht das Messopfer, sondern vertieft das Verständnis des Messopfers.
      Über eine Antwort würde ich mich freuen.

      Keine Sorge, ich halte Sie nicht für eine Charismatikerin! Allerdings verstehe ich nicht, was Sie dann genau meinen. Die Katechismus-Sätze Pius X. sind das, was man aus Charismatiker- und Modernistenkreisen der Kirche als „Geistvergessenheit“ vorwirft…

      Natürlich ist Gott einer! Aber von diesem Gott war der Mensch durch die Sünde Adams und Evas getrennt. ich möchte nun selbst auch Pius X. zitieren, denn in Jesus Christus geschah tatsächlich eine „Veränderung“ in der Tritintät durch die Inkarnation in unser Fleisch und zu unserer Rettung:
      81. Als Gott ist Jesus Christus immer gewesen; als Mensch begann Er erst vom Moment der Empfängnis an zu sein.
      89. Jesus Christus starb als Mensch, weil Er als Gott weder eliden noch sterben konnte.
      94. Jesus Christus ist jetzt nicht nur im Himmel, sondern als Gott ist Er überall. Als Gott und Mensch ist Er nur im Himmel und in allerheiligsten Altarsakrament.
      (Katechismus der katholischen Lehre des hl. P.Pius X.)

      Sie sagen es ja selbst, dass der Heilige Geist uns beisteht und tröstet, um uns nach in der Zwischenphase zwischen Himmelfahrt und Wiederkunft nicht „verwaist“ zurückzulassen. Er spendet die Gaben, um den Leib Christi (!) aufzubauen. So sagt es auch der KKK wiederum im Rückverweis auf „Mystici corporis“ von Pius XII.

      Die Kirche hat das niemals außer acht gelassen!

      Mein gedanke ist, dass eine Marienverehrung, die möglicherweise ungesund ist, an ihr den Aspekt betont, der Sie an den Hl. Geist knüpft: Sie ist Braut des Hl. Geistes, das ist aus der Hl. Schrift klar und deutlich ersichtlich. Wer aber nun den Hl. Geist selbstständig wahrnimmt und nicht mehr in Einheit mit dem Gottmenschen sieht, der tatsächlich alleine der „Weg, die Wahrheit und das Leben“ für uns gefallene Menschen ist, der löst auch die Braut des Hl. Geistes vom Sohn ab und erliegt einer sich-verselbständigenden Marienverehrung.

      Ihre Abwehr gegen den Rosenkranz würde ich an Ihrer Stelle noch mal überprüfen, und zwar an der Enzyklika „Magnae Dei matris“ von P. Leo XIII. von 1892.

      • Nun man kann immer auf 2 Seiten vom Pferd fallen!
        Zusätzlich muss man immer bedenken, dass für Christen das Böse keine eigenständige Kategorie oder eigenständige Macht, im Sinne eines dualistischen Denkens, ist.
        Sorum ist alles Böse, nur das schlecht gewordene Gute!
        Man lese das bei Augustinus nach, oder auch bei Scott Hahn (ja ich weiß der ist mit Steubenville verbandelt, aber nichts desdo trotz erklärt er das sehr gut)
        Wenn man im Hinterkopf hat, was das Böse ist, so ergibt sich, dass es sich immer auch als Häresie manifestiert, auch udn gerade im Bereich der Religion.
        Will hießen, wenn man das katholische et…et (sowohl als auch), durch ein einfaches „sola“ (allein) ersetzt, genau dann wird es verkehrt.
        Sorum ist Marienvererhrung nie verkehrt, außer dann, wenn man nur noch Maria sieht und denkt. Also Maria an die Stelle Gottes setzt, also vergißt, dass Maria durch die Verdienste ihres Sohnes, all das geworden ist, was in der Lauretanischen Litanei steht.
        Genauso ist es mit dem Heiligen Geist, wenn man nur noch auf das Charisma guggt und darüber das Amt negiert, dann wird es verkehrt (der Patriarch von Venedig, Albino Luciani hat da diverses drüber geschrieben, in „Ihr Ergebener“)
        Genauso ist es übrigens (der Fehler der Modernisten) mit den „et…et“ selber, wenn man vor lauter Verständnis und Offenheit für alles und jedes, vom Dogma nix mehr wissen will.

  19. @Zeitschnur
    Das, was ich zitiert habe aus dem Kompendium, ist dogmatisiert. Es ist Dogma. Darüber gibt es keine Debatte mehr für Katholiken. Egal, was Charismatiker sagen.
    „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten, und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, damit er immerfort bei euch bleibe, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.“ (Joh 14, 15 – 18).
    Eine Vielzahl von Schriftstellen könnte ich anführen. Immer ist es unser Herr selbst, der den Heiligen Geist verspricht, ankündigt, auffordert, um ihn zu bitten.
    Ich habe doch Seine Gegenwart im Tabernakel bereits erwähnt. In der konsekrierten Hostie, im Allerheiligsten Altarssakrament ist er als Gottmensch gegenwärtig und natürlich im Himmel.
    Zeitschnur, darüber muss man mich nicht belehren.

    (…) “ ‚Tatsächlich kommt es vor, daß die Gläubigen gefesselt sind, wenn wir ihnen von den Gaben des Heiligen Geistes sprechen, von den Seligkeiten, von den Früchten des Heiligen Geistes, die zum geistlichen Organismus aller Seelen gehören, sobald sie die Taufgnade empfangen haben. Wieviele Gläubige sind begeistert, wenn wir ihnen über diese Dinge predigen, und sagen: Wir wußten gar nicht, daß der Heilige Geist auf diese Weise in uns wirkt.‘
    Mgr. Lefebvre erinnerte sich an eben diese freudige Überraschung, die seine Mutter beim Lesen eines Buches empfand, das der junge römische Seminarist zu Hause gelassen hatte: …(Über die Einwohnung des Heiligen Geistes in den Seelen der Gerechten). ‚Wieso hören wir nichts von diesen Dingen?‘, hatte sie an Marcel geschrieben.“
    (Bernard Tissier de Mallerais: Marcel Lefebvre. Eine Biographie, S. 625)
    Christozentrischer als Marcel Lefebvre, der Retter des Messopfers, kann man nicht sein. Wenn er wünschte, dass mehr über das Wirken des Heiligen Geistes gepredigt werden sollte, dann dachte er doch nicht an eine sich verselbständigende Heilig-Geist-Verehrung.
    Bereits in der vorkonziliaren Kirche gab es ein „Vergessen des Heiligen Geistes“, seines Wirkens, Gabrielle Lefebvre ist „meine Zeugin.“ Die Tradition ist der vorkonziliaren Kirche auch in dieser Hinsicht treu geblieben.
    .
    Der Rosenkranz gehört zur katholischen Identität, er ist „urkatholisch.“ Er darf nur nicht alle anderen Gebetsformen an den äußersten Rand drängen. Von der nachkonziliaren protestantisierten Kirche spreche ich nicht. Hier führt er leider nur noch ein Schattendasein.

    Eine sich verselbständigende Marienverehrung – innerhalb der Tradition – und eine sich verselbständigende „Heilig-Geist-Euphorie“, vorgeführt von den Charismatikern, ist vom katholischen Standpunkt aus nicht zu rechtfertigen.
    Dass sich Papst Bergoglio am Gefühlstaumel beteiligt, passt leider ins Bild.

    • @ zeitlos

      Es muss ja schon möglich sein, etwas sachlich zu sagen, ohne dass Sie sich belehrt fühlen. Auch Sie führen ja Ihr Wissen und Ihre Schlüsse an.
      Die Problematik Ihrer Position ist die, dass Sie offenbar die subjektive Erzählung der Mutter Lefèbvres absolut setzen, als sei das „die“ Wahrheit zum Thema Heiliger Geist vor dem Konzil. Das müsste in der Tat anhand mehrerer Quellen geprüft werden. Manches ist auch die Macke eines Bischofs gewesen, manches die Schwerhörigkeit der Gläubigen selbst…

      Ich sende noch einen extra Kommentar für Sie, auf dem ich eine Heilig-Geist-Predigt des Pfarrers von Ars zitiere, womit zu der Behautung der Mutter Lefèbvre alles gesagt ist: wahrhaft gläubige Priester haben natürlich den Gläubigen den Hl. Geist vermittelt! (s. nächsten Kommentar)

      Im übrigen blenden Sie vollkommen aus, dass die Kirche von Anfang an gegen „Heiliggeist-Schwärmertum“ kämpfen musste und darum zu recht so verfahren ist, wie sie es tat – vor dem Konzil. Sie vergessen, dass wegen der unterschiedlichen Auffassung des Hl. Geistes große Schismen und Ketzereien geschehen sind. Denken Sie an das Filioque, denken Sie an die Katharer, die Montanisten, die Protestanten mit ihrem Priestertum der Gläubigen und ihrer Skepsis gegenüber der sichtbaren Kirche, denken Sie an die unzähligen modernen protestantischen Hl. Geist-Sekten, die allesamt darauf setzen, dass jeder schon selbst irgendwie ohne priesterliche Vermittlung via Geist alles erhält, was er braucht…
      Wenn Sie diese durchgehende Problematik nicht mit in Ihre Überlegungen einbeziehen, finden Sie hier wohl kaum ein ausgewogenes Maß. Es genügt auch kaum, hier nur Pius X. zu lesen und Lefèbvre. Man sollte in einer so gewichtigen Frage einen Blick in die ganze Kirchengeschichte tun, soweit einem das möglich ist. Ich bemühe mich gerade selbst darum ,diese Frage für mich zu klären!

    • @ zeitlos (Eine Predigt des Pfarrers von Ars über den Heiligen Geist)

      Vom Heiligen Geist

      „Wer vom Heiligen Geist geleitet wird, denkt
      Rechtes. So kommt es, dass es viele Ungelehrte
      gibt, die weiser als die Gelehrten sind. Wenn wir
      von einem Gott der Stärke und des Lichtes gelei-
      tet werden, können wir uns nicht irren.
      Der Heilige Geist ist Helligkeit und Stärke. Er ist
      es, der uns das Wahre vom Falschen, das Gute
      vom Bösen unterscheiden lässt. Wie durch ein
      Vergrößerungsglas lässt er uns das Gute und
      Böse deutlich erkennen. Mit dem Heiligen Geist
      sehen wir alles groß: wir erkennen die Größe der
      geringsten für Gott getanen Werke und die Größe
      der kleinen Fehler. Wie ein Uhrmacher mit seiner
      Lupe das kleinste Räderwerk einer Uhr sieht, so
      erkennen wir durch das Licht des Heiligen Geistes
      jeden Teil unseres armen Lebens. Dann erschei-
      nen die geringsten Unvollkommenheiten schwer-
      wiegend, und die kleinsten Sünden verursachen
      Schrecken.
      Indem der liebe Gott uns den Heiligen Geist
      schickt, handelt er aus Rücksicht zu uns wie ein
      großer König, der seinen Diener beauftragt, einen
      seiner Untertanen zu begleiten, wobei er ihm sagt:
      ‘Du begleitest diesen Menschen überall hin und
      bringst ihn mir dann wieder gesund und heil
      zurück.’ Wie herrlich ist es, vom Heiligen Geist
      begleitet zu werden! Er ist ein guter Führer …
      Trotzdem gibt es welche, die ihm nicht folgen
      wollen …
      Wenn man die Verdammten fragen würde: ‘Wa-
      rum sei ihr in der Hölle?’, würden sie antworten:
      ‘Weil wir dem Heiligen Geist widerstanden haben.’
      Und würden wir die Heiligen fragen, warum sie im
      Himmel sind, würden sie antworten: ‘Weil wir auf
      den Heiligen Geist gehört haben.’
      Die sich vom Heiligen Geist führen lassen, er-
      fahren in sich alles Glück, während die schlechten
      Christen auf Dornen und Kieselsteinen gehen.
      Der Heilige Geist führt uns wie eine Mutter ihr
      kleines Kind, wie ein Sehender einen Blinden.
      Jeden Morgen sollen wir beten: ‘Sende mir den
      Heiligen Geist, damit ich erkenne, wer ich bin und
      wer Du bist!…’ Eine Seele, die den Heiligen Geist
      besitzt, findet im Gebet eine besondere Freude,
      die ihr immer die Zeit zu kurz werden lässt; sie
      verliert niemals die heilige Gegenwart Gottes.“

      (Quelle: http://www.kleine-spirituelle-seite.de/tl_files/template/pdf/pfarrer_von_ars-predigten.pdf)

  20. Liebe Zeitschnur, ich weiß nicht, was Sie von mir wollen. Ich numeriere, damit nicht alles durcheinander geht.
    1. Mit der katholischen charismatischen Gemeindeerneuerung habe ich nicht nur nichts zu tun, ich habe mich, als Freunde mich zu solchen Treffen mitnehmen wollten, beharrlich geweigert. Was ich damals mitbekommen habe, hat mich dermaßen abgestoßen, dass ich als Gegnerin angesehen wurde, nicht nur nicht als Uninteressierte. Was den Beziehungen zwischen mir und „meinen Charismatikern“ nicht gerade gut getan hat.
    2. Es gab in der Kirche immer Häresien, die bekämpft wurden. Dass auch der Heilige Geist davon betroffen war, ist doch selbstverständlich.
    3. Doch die katholische Lehre ist eindeutig. Es gibt dogmatisch, lehrmäßig überhaupt keine Schwierigkeiten.
    4. Wir sprechen hier von Frömmigkeitsformen, von prakitiziertem Glauben. Ich halte die „Charismatische Bewegung“ für eine Fehlentwicklung. Und es ist schlimm, wenn sich der Papst an die Spitze stellt, doch was ist von Bergoglio zu erwarten?
    5. Ich habe nie behauptet, dass in der katholischen Kirche niemand vom Heiligen Geist spricht.
    6. Die Predigt des hl. Pfarrers von Ars finde ich lehrreich und erbaulich. Danke. Ich schließe nur den Wunsch an, dass sie mehr verbreitet würde. Auf dem Schreibtisch von etlichen FSSPX-Priestern würde ich sie gern sehen. Obwohl mich die Schreibtische der Patres grundsätzlich nichts angehen…
    7. Als ich gefirmt wurde, habe ich gelernt, den Heiligen Geist zu verehren. Erst dann. Es war ein sehr nüchterner Firmunterricht. „Komm, o Geist der Heiligkeit“, „Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein“, ich lernte erst dann, zum Heiligen Geist zu beten. Nicht mehr und nicht weniger. Und ich habe festgestellt, dass ich ohne meine Firmung keinen Zugang bekommen hätte. Das fand und das finde ich nicht in Ordnung.
    8. Ich kannte damals weder Erzbischof Lefebvre, geschweige denn seine Mutter.
    Als ich das Zitat las, war es für mich nur ein Aha-Erlebnis. Was mir am Beginn meiner Jugend aufgefallen ist, ist der Mutter von Erzbischof Lefebvre so sehr aufgefallen, dass sie ihren Sohn gefragt hat, „warum hören wir nichts von diesen Dingen?“ Ich war damals noch nicht auf der Welt, sie war Französin, ich eine „nachgeborene Deutsche.“ Die sich als „Firmkind“ das Gleiche gefragt hat.
    8. Mein Zitat war nur ein Auszug. Es ging dem Erzbischof darum, Jesus Christus in den Mittelpunkt der Predigt zu stellen. Er wandte sich ausdrücklich gegen die Tendenz von Priestern, „mehr oder weniger glaubwürdige Privatoffenbarungen“ in den Mittelpunkt ihrer Predigten zu stellen. Weil es den Glauben verzerrt und zur Gefühlsschwelgerei führt.
    9. Die Warnung ist leider höchst aktuell.
    10. Meine Firmung hat nie meine Erstkommunion überlagert, weder im Glauben noch im Beten.
    11. Es gibt keinen Gegensatz. Jedoch eine Vertiefung. Ich habe seit meiner Firmung das Gebet zum Heiligen Geist nie anders verstanden. Und so wird es bleiben.

  21. Nachtrag: „Mutter Lefebvre“ hat nichts behauptet, sie hat nur beim Lesen eines Buches, das sie von ihrem Sohn bekommen hatte, gefragt, „warum hören wir nichts von diesen Dingen?“ Das war keine allgemeine These über die Heilig-Geist-Verehrung weltweit in der Kirche, sondern ihre Feststellung.
    Was die Französin Gabrielle Lefebvre für ihr privates Gebetsleben feststellte, stellte viele Jahrzehnte später ein kleines deutsches Firmkind ebenfalls fest.
    Doch auf Gabrielle Lefebvre und Zeitlos kommt es nicht an. Ein Blick in vorkonziliare Gesangbücher genügt, ein Blick in den liturgischen Kalender von damals, den ich habe, weil ich in die „Alte Messe“ gehe, zeigt es an: Die Heilig-Geist-Verehrung ist – weitgehend – auf Pfingsten reduziert, die Marienverehrung geht nicht nur das ganze Jahr über, sie hat noch zwei Spitzenmonate, den Mai und den Oktober.
    Ich habe es schon erlebt, nicht in einer FSSPX-Kapelle: Der birituelle Priester betet das Schlussevangelium, die Gemeinde schmettert aus vollem Halse: „Maria, dich lieben…“
    Das ist vorkonziliarer Brauch, der sich erhalten hat. Wobei es beim Schlussevangelium um die Menschwerdung der zweiten göttlichen Person geht, nicht um den Heiligen Geist.

    • Ja, liebe Zeitlos,

      was folgt daraus? Sie stimmen mir ja im Prinzip in allem zu…
      „„Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.“ (1. Kor. 12, 3)

      daraus folgt, dass wahre Christusliebe überhaupt nicht anders als durch den Heiligen Geist in uns wachsen kann…

      Das Sakrament der „Firmung“ ist ja die „Versiegelung mit dem Heiligen Geist“, die Aussendung als miles Christi zu der jeder Gläubige „quasi ex officio“ bevollmächtigt ist, zum öffentlichen Bekenntnis des Glaubens. (Pius X., Katechismus §309, KKK §1304/1305)

      Es ist also ein Zeichen dafür, dass bei Ihnen doch alles gemäß der sakramentalen Verfasstheit der Kirche gelaufen ist. Wunderbar!

      Ich habe meine Gedanken zu dem Thema noch vertieft und auf mein Blog gestellt:
      http://zeitschnur.blogspot.de/2014/02/catholic-larp-und-die-geistkirche.html

      Ich verstehe nicht ganz Ihre Kritik an Pius-Priestern. M.E. spricht doch die „marianische Ausrichtung“ vieler dort tatsächlich der Öffnung für den Heiligen Geist. Immerhin ist die Immaculata das vorzüglichste aller Geschöpfe, w e i l Sie in vollkommener Weise und als Ehefrau sich dem Heiligen Geist ganz hingegeben hat und die beste Frucht daraus hervorgegangen ist, die überhaupt denkbar ist: Jesus Christus, der Sohn Gottes.
      Das ist doch wunderbar.

  22. Zeitschnur, bitte werden Sie nicht unverschämt!
    Ich habe Ihnen keinesfalls zugestimmt, sondern meine Auffassung verdeutlicht und dabei teilweise Ihre Anschuldigungen oder Übertreibungen zurückgewiesen.
    Sorry, aber Maria „als die Ehefrau des Heiligen Geistes“ zu bezeichnen finde ich krank. Oder heidnisch. Und völlig ungebräuchlich nicht nur in der katholischen Kirche, sondern in allen christlichen Gemeinschaften.
    Sollten Sie wirklich nicht die christliche Brautmystik vom heidnischen Götterkult, in dem Götter menschliche Frauen heiraten, unterscheiden können? Schwer vorstellbar.

Comments are closed.