Christen von Islamisten „einer nach dem anderen abgeschlachtet“

Islamisten von Boko Haram(Abuja) „Die Christen wurden in der Kirche einer nach dem anderen abgeschlachtet“. Mit diesen Worten schilderte Bischof Stephen Dami Mamza von Yola in einem BBC-Interview das Massaker, das am vergangenen Sonntag von der Islamistenmiliz Boko Haram in Waga Chakawa in Nigeria angerichtet wurde. Bischof Mamza sprach mit Überlebenden des Terrorangriffs im nigerianischen Bundesstaat Adamawa. Yola ist die Hauptstadt von Adamawa an der Grenze zu Kamerun.

Die Boko Haram-Milizionäre kamen auf Lastwagen nach Waga Chakawa. In der Kirche wurde gerade die Messe gefeiert. Gegen Ende des Gottesdienstes drangen die bewaffneten Islamisten in die Kirche ein. Sie besetzten alle Ausgänge, so daß niemand die Kirche verlassen konnte. In der Panik sprangen viele Anwesende aus den Fenstern. Die Islamisten eröffneten das Feuer auf die Flüchtenden, so der Bischof von Yola. Viele wurden verletzt, konnten sich aber retten. Die zurückgebliebenen Christen wurden „einer nach dem andren abgeschlachtet“.

Als die Islamisten abzogen, ließen sie mindestens 30 Ermordete zurück, hatten die Kirche und die Häuser des Ortes niedergebrannt, Sprengfallen gelegt und mehrere Bewohner als Geisel verschleppt. Es ist noch unklar, ob sie ihnen nur als menschlicher Schutzschild für den Abzug dienen sollten oder ob die Christen versklavt werden.

„Die Menschen leben in großer Angst. Niemand schützt sie vor den Angriffen. Niemand weiß, wann und wo Boko Haram das nächste Mal angreifen wird. Die Menschen können nicht mehr ruhig schlafen“, so Bischof Stephen Dami Mamza in einem BBC-Interview.

Am selben Tag zündete Boko Haram mehrere Bomben auf dem Markt von Kawuri im Bundesstaat Borno. Bei dem Attentat starben mindestens 52 Menschen. Laut BBC-Bericht gibt es den Ort mit 300 Häusern faktisch nicht mehr.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Tempi

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

4 Comments

  1. da hätte ich eine sofortige Intervention des Papstes erwartet-vor allen persönlich sicher angezeigten Telefonaten mit irgendwelchen Privatpersonen( Papsttelefone-sehr medienwirksam.extrovertiert, reisserisch).Da ist Präsenz gefragt-vor lampedusa ac alia similia.
    Das Blut dieser unschuldigen Zeugen ist sicher Saat für die hl. Kirche-aber es schreit zum Himmel um Solidarität unter uns Gläubigen. ist das nicht prioritär allem Armutgetue?
    vindica sanguinem compeditorum tuorum-intret in conspectu tuo clamor eorum.

  2. Das ist ein schweres Verbrechen! Leider ließen es die Päpste seit einschließlich Johannes Paul II. an der notwendigen Distanz zu den USA und Israel fehlen, sodass die Christen im Orient in diese Position kamen. Ich gebe diesen Päpsten eine große Mitschuld, zumal sie wirklich unobjektiv waren, und der nunmehrige Dr. Ratzinger vormals Benedikt XVI: ja sogar von Jericho nach Jerusalem die ausschließlich den Juden vorbehaltene Autobahn nützte und mit Präsident Bush auf dem Höhepunkt der amerikanischen Besatzung in Irak seinen eigenen Geburtstag mit dem Kriegstreiber George Bush II im Weißen Haus feierte.

  3. Da gibt’s nur eins, wie auch schon Herr Hahne erkannt hat (siehe http://www.kath.net/news/44743), unseren Mitbrüdern die Chance geben sich zu verteidigen. Politische Konflikte lassen sich nur mit politischen Mitteln lösen, andernfalls hätte schon Jesus den Soldatenstand verurteilt.

Comments are closed.