Hilarius von Poitiers – Ein Christ, der vor den Mächtigen der Welt keinen Kniefall machte

Hilarius von Poitiers - Kämpfer gegen den Zeitgeist der Mächtigen und der Feigen(Rom) Am 13. Januar gedenkt die Kirche des heiligen Kirchenlehrers Hilarius von Poitiers: Ein Bischof und Bekenner, der nicht den Mächtigen seiner Zeit gefallen wollte, sondern unerschrocken und mutig für die Glaubenswahrheit kämpfte. Die Historikern Cristina Siccardi ruft sein Vorbil in Erinnerung und wirft dabei einen Blick auf Parallelen zur heutigen Zeit.

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Hilarius von Poitiers – Ein Bischof, der sich nicht beugte

von Cristina Siccardi

Es gab eine Zeit, in der der Großteil aller Kirchenmänner den Glauben verloren hatte. Sie glaubten katholisch zu sein und behaupteten dies auch von sich, doch in Wirklichkeit hingen sie schwerwiegenden theologischen Irrtümern nach. Ihr Glaube war dadurch fehlgeleitet und korrumpiert.

Gut zwei Jahrhunderte lang, vom 4.-7. Jahrhundert, hauste die arianische Häresie sowohl im Osten als auch im Westen. Entwickelt vom Mönch und Theologen Arius, behauptete diese Theorie, daß die göttliche Natur Jesu substantiell der des Vaters untergeordnet und daß das Wort Gottes nicht ewig und unerschaffen sei. Obwohl Arius exkommuniziert und seine Lehre verurteilt wurde, hielt sich diese Häresie hartnäckig und für lange Zeit, so daß sie während der Herrschaft von Kaiser Konstantius II. (337-361) sogar zur offiziellen Staatsreligion des Römischen Reiches wurde. „Die ganze Erde stöhnte, als sie mit Staunen feststellte, arianisch geworden zu sein“, schrieb der heilige Hieronymus. Der Irrtum wie die Sünde lassen immer stöhnen.

Irrtümer und Sünden finden sich heute überall, auch in der Kirche

Irrtümer und Sünden finden sich heute überall, auch in der Kirche verstreut. Das erlaubt weder im natürlichen und noch weniger im geistlichen Leben Ruhe und Frieden. So wie damals die vollkommene Göttlichkeit Christi geleugnet wurde, so leugnet man heute, daß die Dreifaltigkeit der einzige, wahre Gott der gesamten Menschheit ist. Deshalb versucht man die Menschen nicht in der katholischen Kirche zu einen, sondern in einer utopischen Einheitsallianz der verschiedenen Religionen.

Am 13. Januar wird eines Heiligen und Kirchenlehrers gedacht, der zusammen mit einigen seiner Mitbrüder im Bischofsamt entscheidend dafür war, die Ordnung im theologischen Denken wiederherzustellen und zur Wahrheit zurückzufinden. Die Rede ist vom heiligen Hilarius von Poitiers (um 310-367), dem Herold der unverkürzten Glaubenstradition gegen den Arianismus. Sogar Papst Liberius schlug sich, um der politischen Macht des Kaisers zu gefallen, auf die Seite der Arianer. Das politische Ziel von Kaiser Konstantius II. war es, das Reich möglichst zu einen und ihm dadurch Stabilität zu verschaffen. Dazu wollte er die Christen, Rechtgläubige wie Häretiker unter dem Arianismus vereinen. Die größten Hindernisse dafür waren der heilige Athanasius im Osten und der heilige Hilarius im Westen. Der Bischof von Alexandria und der Bischof von Poitiers widersetzten sich dieser Fehlentwicklung. Sie taten es mit Sanftmut der Liebe und der Heiligkeit, das aber mit ganzer Kraft und Entschlossenheit.

„Festigkeit und Umgänglichkeit“ zeichneten Bischof Hilarius aus

Papst Benedikt XVI. sagte am 10. Oktober 2007 bei der Generalaudienz: „Einige der frühen Schriftsteller glauben, dass diese Wende gegen den Arianismus, die der Episkopat in Gallien vollzogen hat, großteils aufgrund der Festigkeit und der Umgänglichkeit des Bischofs von Poitiers erfolgt ist. Darin lag nämlich seine Begabung: die Festigkeit im Glauben mit der Umgänglichkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen zu verbinden.“

Dieser Europäer, Kirchenvater, war ein Defensor fidei von außergewöhnlichem Mut und uneingeschränkter Geradlinigkeit. Er weihte sein Leben, um den Glauben an die Gottheit Jesu Christi zu verteidigen und zu bewahren, des eingeborenen Sohnes Gottes, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen.

Dürftig sind die auf uns gekommenen Informationen zu seinem Leben, reichhaltig hingegen die überlieferten theologischen Werke, die er der Kirche und der Geschichte schenkte. Er stammte aus galloromanischem, heidnischem Adel, erhielt eine gründliche literarische Ausbildung, war verheiratet und hatte einen Sohn namens Abra. Seine Leidenschaft war das philosophische Ergründen, so entdeckte er auf seiner Suche das Christentum und bekehrte sich. Zwischen 353 und 354 wurde er zum Bischof von Poitiers berufen und nahm den heiligen Martin unter seinen Schutz, den späteren Bischof von Tours.

In der Verbannung begann er die Einheit der Kirche wiederaufzurichten

Unter seinen zahlreichen Schriften findet sich auch ein Kommentar zum Matthäusevangelium. 356 nahm er an der Synode von Beziers im heutigen Südfrankreich teil, der „Synode der falschen Apostel“, wie er sie selbst nannte, weil sie von arianerfreundlichen Bischöfen geleitet wurde, die vom Kaiser forderten, Bischof Hilarius ins Exil zu verbannen. Im Sommer desselben Jahres wurde er gezwungen, nach Phrygien in der heutigen Türkei zu gehen, das vom Arianismus berherrscht wurde. Dennoch gelang es ihm standzuhalten. Auch dort im Exil versuchte er die Einheit der Kirche auf der Grundlage des wahren Glaubens des Konzils von Nizäa (325) wiederaufzurichten.

Aus diesem Grund verfaßte er sein berühmtestes dogmatisches Werk: De Trinitate. 360/361 wieder in die Heimat zurückgekehrt, verbreitete sich sein Lehramt bald über die Grenzen Galliens hinaus im ganzen Reich. Der heilige Hilarius war ein Christ, der nicht vor den Mächtigen der Welt einen Kniefall machte, sondern vor dem Reich Gottes.

Text: CR/Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana

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2 Comments

  1. Danke für den Beitrag.

    „… der „Synode der falschen Apostel“, wie er sie selbst nannte, weil sie von arianerfreundlichen Bischöfen geleitet wurde, die vom Kaiser forderten, Bischof Hilarius ins Exil zu verbannen.“
    Eine zweifelhafte „Synode“, fehlgläubige Bischöfe und Verpartnerung mit dem Politischen, mit dem Staat, um anderen schaden zu können und die eigenen Interessen durchzusetzen. Das selbe jämmerliche Treiben schon damals.

  2. Diese Probleme hätte man heute nicht mehr, die Dokumente Ökumene und Religionsfreiheit vom alles überragenden Superkonzil öffnen da einen weiten Spielraum. Wenn Gott auch keine Götzendienst mag so wird er vom Konzil doch erlaubt.
    “ Wenn die Kirchenväter schon so gescheit gewesen wären wie die Väter des Superkonzils, dann hätten sie sich alle ihre Martyien erspart. Heute käme ein heiliger Florian in die Psychiatrie eines kirchlichen Spitales der F- innen.

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