Papst Franziskus nennt Jesuiten Matteo Ricci und Pedro Arrupe als Vorbilder

Katholische Orden kennzeichen sich durch die Vielfalt der Ordensgewänder, doch die Kleiderordnung der Versammlung der Generaloberen kennt nur triste Monotonie.(Rom) 15 Seiten umfaßt die Zusammenfassung des Gesprächs zwischen Papst Franziskus und den Generaloberen der katholischen Männerorden vom vergangenen 29. November, die Pater Antonio Spadaro, der Schriftleiter der Jesuitenzeitschrift Civiltà Cattolica erstellte und am Freitag in der neuen Ausgabe der Zeitschrift veröffentlichte. Zwei Jesuiten hob Papst Franziskus als Vorbilder hervor: den Jesuiten der ersten Generation Matteo Ricci und den umstrittenen Ordensgeneral Pedro Arrupe (1965-1983).

Über den Inhalt des Gesprächs war bisher kaum etwas durchgesickert. Die Vereinigung der Generaloberen gab bald nach dem Gespräch auf ihrer Internetseite bekannt, daß eine Zusammenfassung von Pater Spadaro folgen werde. Papst Franziskus scheint die Oberen um diese Zurückhaltung gebeten zu haben, um eine unkontrollierte Wiedergabe seiner Aussagen durch Indiskretionen zu verhindern.

Vor Drucklegung dem Papst vorgelegt

Jede Ausgabe der Civiltá Cattolica wird vor Erscheinen vom Vatikan kontrolliert und mit einer Druckerlaubnis versehen. Pater Spadaro, der kein Generaloberer ist, war jedoch ausdrücklich vom Papst zum Gespräch hinzugezogen worden. Im päpstlichen Auftrag erstellte er die Zusammenfassung, legte sie vor der Drucklegung dem Papst persönlich zur Überprüfung vor und erhielt von diesem die Zustimmung zur Veröffentlichung.

„Wenn der Papst frei spricht und in Dialog tritt, haben seine Ausführungen einen wellenähnlichen Rhythmus, dem man mit Sorgfalt folgen muß, weil er sich aus der lebendigen Wechselwirkung mit seinen Gesprächspartnern speist“, wie Pater Spadaro darlegt. Die umfangreiche Zusammenfassung der Papstworte liegt leider noch nicht in deutscher Fassung vor.

Ordensleben ist prophetische Nachfolge Christi

Neben dem „Novizenhandel“ in den jungen Kirchen mit vielen Berufungen, den der Papst beklagte, und der Heranbildung „kleiner Monster“, die dem Papst die „Gänsehaut“ kommen lassen, sprach das Kirchenoberhaupt von der Priorität des Ordenslebens: „Es ist die Prophetie des Reiches, die nicht verhandelbar ist. Der Akzent muß darauf liegen, Propheten zu sein, und nicht darauf, nur so zu tun als ob. Natürlich zeigt uns der Teufel seine Versuchungen und das ist eine davon: so zu tun als wäre man Propheten ohne es zu sein. Aber mit solchen Dingen darf man nicht spielen. Ich selbst habe viele traurige Dinge diesbezüglich gesehen.“

Der Papst ermahnte die Generaloberen: „Die Kirche muß attraktiv sein. Weckt die Welt auf. Seid Zeugen einer anderen Art des Tuns, des Handelns und des Lebens“. Und weiter: „Es ist möglich, in dieser Welt anders zu leben. Wir sprechen von einem eschatologischen Blick, von den Fleisch gewordenen Werten des Reiches hier, auf dieser Erde. Es geht darum, alles aufzugeben, um dem Herrn nachzufolgen. Nein, ich will nicht ‚radikal‘ sagen. Die Radikalität des Evangeliums betrifft nicht nur die Ordensleute: sie ist von allen gefordert. Die Ordensleute aber folgen dem Herrn auf eine besondere Weise nach, auf prophetische Weise. Ich erwarte mir von Euch dieses Zeugnis.“

Sünde Ja, Korrupte Nein

Der Papst wiederholte eine Formulierung, die er bereits mehrfach erwähnte, deren Inhalt nach wie vor schwer verständlich ist. Der Papst forderte die Oberen auf, die Sünder in die Priesterseminare aufzunehmen, nicht aber die „Korrupten“: „Ich spreche nicht von den Menschen, die sich als Sünder erkennen: wir alle sind Sünder, aber nicht alle sind wir korrupt. Akzeptiert die Sünder, aber nicht die Korrupten“.

Ordenscharisma immer den Umständen von Ort, Zeit und Personen angepassen

Zum Charisma des Ordensgründers eines jeden Ordens sagte der Papst: „Das Charisma ist immer das eine, aber, wie der Heilige Ignatius sagte, muß es gemäß Ort, Zeit und Menschen gelebt werden. Das Charisma ist nicht eine Flasche destillierten Wassers. Man muß es kraftvoll leben, indem man es auch kulturell neu liest.“ In diesem Zusammenhang forderte der Papst die Orden zum Handeln auf. Es sei besser „Fehler zu machen“ als nichts zu tun. „Wir müssen immer um Vergebung bitten und uns schämen für die apostolischen Mißerfolge, die durch Mutlosigkeit verursacht wurden. Denken wir zum Beispiel an die pionierhaften Intuitionen von Matteo Ricci, die zu seiner Zeit fallengelassen wurden“. Der Papst spielte damit auf die bisher gescheiterten Versuche einer Christianisierung Chinas an. Das Modell des Jesuiten Matteo Ricci zeichnete sich durch besondere Anpassungsfähigkeit an die chinesische Kultur und Mentalität aus. Aus diesem Grund war es umstritten und wurde schließlich verworfen.

Zwei Jesuiten als Vorbilder: Matteo Ricci und Ordensgeneral Pedro Arrupe

Auch auf die „Peripherie“, die „Ränder“ kam Papst Franziskus zu sprechen, einer vorrangigen Chiffre seines Pontifikats: „Ich bin von einer Sache überzeugt: die großen Veränderung der Geschichte traten ein, wenn die Wirklichkeit nicht von der Mitte, sondern von den Rändern betrachtet wurde.“ In diesem Zusammenhang erwähnte der Papst noch einen weiteren Jesuiten, dessen Beispiel er als Vorbild nannte, den früheren, umstrittenen Ordensgeneral Pater Pedro Arrupe, den Johannes Paul II. zum vorzeitigen Amtsverzicht drängte. Pater Arrupe gilt als eine der schillerndsten Gestalten der jüngeren Kirchengeschichte. Die einen verehren ihn als leuchtendes Vorbild, den anderen gilt er als Totengräber des Jesuitenordens.

Zwei neue Dokumente: über die Brüder und das Verhältnis zwischen Bischöfen und Ordensleuten

Im Gespräch gab der Papst bekannt, daß er zwei Dokumente in Vorbereitung habe: eines über die Berufung der „Brüder“, das heißt der Ordensleute, die nicht Priester sind; das andere über die Beziehungen zwischen den Bischöfen und den Ordensleuten, mit dem das Dokument Mutuae relationis der Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute und der Kongregation für die Bischöfe von 1978 ersetzt werden soll, das Papst Franziskus als „nicht mehr zeitgemäß“ bezeichnete.

2015 Jahr des geweihten Lebens

Der Papst gab zudem bekannt, daß er das Jahr 2015 zum Jahr des geweihten Lebens ausrufen wird. Eine Ankündigung, die mit „einem langen Applaus“ bedacht wurde, so Pater Spadaro. Der Papst habe daraufhin mit einem Lächeln den Präfekten und den Sekretär der Ordenskongregation João Kardinal Bráz de Aviz und Erzbischof José Rodríguez Carballo angeschaut und gesagt: „Es ist ihre Schuld, der Vorschlag stammt von ihnen: wenn die beiden sich treffen, sind sie gefährlich“, was die Generalversammlung der Generaloberen zu allgemeiner Heiterkeit veranlaßt habe, so Pater Spadaro. Der Brasilianer Kardinal Braz de Aviz gehört der Fokolar-Bewegung an, Erzbischof Carballo ist Franziskaner.

Wenn die vatikanische Medizin schlimmer ist als die gefürchtete Krankheit

Der Vatikanist Sandro Magister erinnert in diesem Zusammenhang daran, daß beide jüngst zusammen mit Papst Franziskus in die Schlagzeilen gerieten wegen der Härte, mit der sie den Orden der Franziskaner der Immakulata, einen der blühendsten Orden der katholischen Kirche unter kommissarische Verwaltung stellten und dem Orden die Zelebration im Alten Ritus verboten.

„Diese Angelegenheit wurde beim Gespräch vom 29. November nicht erwähnt, außer vielleicht implizit dort, wo Papst Franziskus sagte, daß ‚die Konflikte in der Gemeinschaft unvermeidbar sind: in gewisser Hinsicht muß es sie geben, wenn die Gemeinschaft wirklich ehrliche und loyale Beziehungen lebt‘. Doch wenn man die destruktive Vorgehensweise der kommissarischen Verwaltung der Franziskaner der Immakulata sieht – soviel von beiden Konfliktparteien durchsickert – bekommt man den eindeutigen Eindruck, daß die vatikanische Medizin schlimmer ist als die gefürchtete Krankheit“, so Magister.

Triste Kleidungsordnung unter Generaloberen

Die katholische Ordenstradition zeichnet sich durch die Vielfalt der Ordenscharismen aus, die ihren sichtbaren Ausdruck in jeweils besonderen Ordensgewändern findet. Die Kleiderordnung der Versammlung der Generaloberen der katholischen Männerorden, vor der Papst Franziskus sprach, bietet hingegen den tristen Anblick völliger Monotonie. Etliche Generalobere scheinen das Ordenskleid nur als gelegentliche Option zu betrachten.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Don Orione

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35 Comments

  1. Die Sprache und Gedankengänge dieses Pontifex sind völlig wirr. Die daraus resultierenden Interpretationsversuche tragen zu noch größerer Verwirrung bei. Dieser Mann ist völlig ungeeignet für das Amt, das er ausfüllen soll. Vielleicht merkt er es selbst am besten und lehnt daher alle Kennzeichen seine Amtswürde ab.

    Das Bild oben entstammt tatsächlich der Versammlung der Ordenoberen? Man könnte es eher für ein Foto vom Beginn einer caritativen Wohltätigkeitsveranstaltung für randständige Männer halten!

    • Dem kann ich nur zustimmen. Was redet denn dieser Papst für Dinge zusammen ? Die Kirche macht er noch vollends lächerlich. Die Einsicht zur Abdankung fehlt ihm leider. Was tun ? Guter Rat ist teuer. Mit welchen Dingen müssen wir uns noch ablasten durch Franziskus ?

  2. Danke für diesen Bericht, der gegenüber dem früheren über die „kleinen Monster“ nun etwas auführlicher ist!

    Recht viel verständlicher wird es aber trotzdem nicht, was der Papst mit den Orden nun eigentlich will.

    Die Jesuitenmission in China war tatsächlich nicht unproblematisch, wenngleich man deren Akteuren keinen schlechten Willen unterstellen darf. Man hat aber der heidnischen Kultur, so hochstehend sie (in der Aristokratie) gewesen sein mag, sicher sehr viel konzediert, vielleicht zuviel.

    P. Arrupe zu loben, der den Orden an die Wand gefahren hat, und gleichzeitig die Franziskaner der Immaculata zu tyrannisieren, läßt schlimme Befürchtungen entstehen…

    • Wolfram Schrems erklärt: „Die Jesuitenmission in China war tatsächlich nicht unproblematisch…“. Wenn man die geschichtlichen Berichte darüber liest, muß man sich aber die Frage gerade dazu stellen: Wer behauptet das eigentlich? Bekannt ist, die damaligen Missionare aus den Bettelorden wurde nämlich eifersüchtig auf die offensichtlichen Missionserfolge der Jesuiten in China und schwärzten sie deshalb aus ihrer Eifersucht mit verleumderischen Argumenten beim Papst an. Dieser konnte damals im 17. Jhdt. diese schlimmen Vorwürfe nicht aktuell nachprüfen und entzog den Jesuiten ihren Missionsauftrag in China leider aufgrund dieser maßlosen Lügen. Es kam zur Katastrophe = eine Sternstunde für Kirche in Asien wurde wegen innerkirchlicher Eifersucht vertan: die Missionsarbeit der Jesuiten war nämlich so weit fortgeschritten, daß der Kaiser von China inzwischen bereit war sich zu taufen ! Als aber die Jesuiten sich ganz plötzlich zurückziehen mußten – sie gehorchten dem Befehl des Papstes, auch wenn sie erkannten, daß es schrecklich falsch war. Die Folge war dann, daß der Kaiser sich zutiefst getäuscht fühlte und wütend reagierte. Es brach daraufhin eine fürchterliche Christenverfolgung in China aus! Unfaßbar wie durch diese eifersüchtige Anschwärzung die mögliche Christianisierung des großen „Reiches der Mitte“ – für eine wie lange Zeit ? vereitelt wurde. Warum? Übrigens bezgl. „heidnische Kultur“ = was wurde im Verlaufe der Kirchengeschichte nicht alles christlich „getauft“ zu Recht ! Ein Beispiel: das röm.-heidnische Fest des Sonnengottes am 25. Dez. wurde von unserer Kirche um das Jahr 335 in Rom zum „Geburtsfest unseres Herrn Jesus Christus“, der nun als das „Licht der Welt“, unsere „wahre Sonne“ verkündet wurde. Selbst unser christlichstes, ehemals schreckliches heidn. Marterzeichen: das KREUZ verehren alle Christen als das ursprüngliche Zeichen unseres Heiles.
      Was die Vorwürfe gegen die Jesuiten betrifft, erinnere ich mich inzwischen an einen Ausspruch von Mark Twain: Es gibt Leute, die finden doch immer noch irgendein Haar in der Suppe. Wenn sie mal in ihr keines finden, schütteln sie so lange ihren Kopf, bis von ihm dann endlich doch eines in die Suppe herunterfällt! – So „finden“ sie dann doch eines in der Suppe… wie es da hineinkam? …

      • Selbstverständlich wollte der Kaiser nicht sich selbst taufen. Das war von mir ein Schreibfehler, den ich leider übersehen hatte = der Kaiser hatte die feste Absicht, „sich taufen zu lassen“ – mit seinem Hof.
        Man könnte den Jesuiten wegen der wütenden und beleidigten Reaktion des chines. Kaisers vorwerfen, sie hätten ihn schlecht gelehrt bezgl. der christl. Tugend der Gelassenheit. Dazu wird berichtet, der Kaiser habe sich von den ihn mit ihren christl. Lehren umwerbenden Missionaren hintergangen gefühlt. Da sollte man sich mal hineindenken, um dann diese Reaktion des Kaisers in etwa nachvollziehen zu können. Jedenfalls wurde eine einmalige kirchengeschichtliche Sternstunde verpatzt ! Warum – es war nicht die Schuld der Jesuiten, es sei denn ich hege in mir selbst grundsätzl. eine tiefe Abneigung gegen „die“ Jesuiten – das finde ich sicher immer „ein Haar“…

  3. „Der Papst forderte die Oberen auf, die Sünder in die Priesterseminare aufzunehmen, nicht aber die „Korrupten“: „Ich spreche nicht von den Menschen, die sich als Sünder erkennen: wir alle sind Sünder, aber nicht alle sind wir korrupt. Akzeptiert die Sünder, aber nicht die Korrupten“.“
    Nun weiß ich immer noch nicht warum die „Franziskaner der Immakulata“ unter Aufsicht gestellt worden sind. Waren sie korrupt oder zu wenig sündig? Dieser Papst gibt Rätsel auf, aber es ist interessant sich mit ihnen zu beschäftigen.
    Per Mariam ad Christum.

    • Nun, wer derart durch den Zeitgeist korrumpiert ist, auf den fallen solche Vorgaben natürlich zurück. Tatsächlich fördert Franziskus ja die Korruption, da er so politisch orientiert ist.

  4. „Die Ordensleute aber folgen dem Herrn auf eine besondere Weise nach, auf prophetische Weise. Ich erwarte mir von euch dieses Zeugnis“, spricht Papst Franziskus zu den Ordensoberen. Wenn dieses Bild wirklich das wahre Bild dieser Versammlung ist, dann ist dies wohl ein trauriges Zeugnis dieser Ordensmänner, wenn man sich schämt ein Ordenskleid zu tragen. Glaubt man wirklich dass junge Männer, die sich berufen fühlen für einen katholischen Orden, von solchen „Zivilisten“ angezogen werden?

  5. Wenn ich mich an meinen Religionsunterricht vor ca. 70 J. (er fand damals im Gymnasium trotz des Hitler-Verbotes statt) erinnere, wo uns eingeprägt wurde das vorrangige Wirken des HL.Geistes in unserer kath. Kirche zu beachten und zu respektieren und zwar auch dann, wenn wir glauben, dieses und jenes „jetzt“ nicht ganz verstehen zu können. Das verlangt dann bei uns, die wir nicht In der beauftragten Leitung unserer Kirche stehen, die Haltung der Demut und des Gehorsams. Das trifft heute in unserer Zeit, da Papst Franziskus im Konklave mit Mehrheit gewählt worden ist. Wir glauben eben konsequenterweise, daß die zuständigen Herren Kardinäle der Eingebung des Hl. Geistes vor ihrem Gewissen gefolgt sind – und nicht der Besserwisserei gewisser Leute, die offenbar bestimmen wollen, ob der HL.Geist wirklich die Kardinäle mehrheitlich zu dem vorliegenden Endergebnis geführt hatte. Offensichtlich wollen gewisse Kommentatoren von sich aus es „besser und richtiger“ wissen, so, als ob sie für die Unfehlbarkeit alleine kompetent seien = das ist eindeutig Vermessenheit und offener nachhaltiger Ungehorsam gegenüber dem, was und wie es der Hl. Geist fügt. Das erinnert einen an das rechthaberische Verhalten der Piusbrüder, dem letztlich Ungehorsam zugrunde liegt.
    Meine Empfehlung, man möge sich doch an den Zisterzienserpater Prof. Dr. Karl Wallner, Abteistift Heiligenkreuz / Wiener Wald richten und ihn sich anzuhören. Er ist auch Rektor der dort. „Päpstl. Universität für kath. Theologie“. Regelmäßig spricht er in den kath. Fernsehkanälen EWTN und KTV; zum Teil zusammen mit dem Salzburger Weihbischof Prof. Dr. Andreas Laun.

    • Selbst wenn es so sein sollte, wie häufig behauptet wird, dass die Kardinäle auf Eingebung des hl. Geistes den Papst wählen, dann lassen Sie und die Anhänger dieser Ansicht außer Acht, dass der gewählte Papst weiterhin einen freien Willen hat, den er zum Guten wie zum Bösen benutzen kann.

      Oft habe ich den Eindruck, dass bei vielen Katholiken ein Bild vom Papsttum existiert, wie es eher protestantischen Karikaturen der päpstlichen Unfehlbarkeit entspricht: der Papst ist immer unfehlbar. So muss man natürlich immer machen, was der Papst will, sollte es auch noch so sehr gegen den Glauben sein.

      Als der sel. Papst Pius IX. beim 1. Vatikanum bei der Diskussion der päpstlichen Unfehlbarkeit gefragt wurde, was denn sei, wenn ein Papst mal Häresien verbreiten würde, soll er geantwortet haben: „Dann folgt ihr ihm einfach nicht“.

      • Zum Thema Hl. Geist:
        Papst Johannes XXIII: behauptete bei mehreren Gelegenheiten, daß er aufgrund einer Inspiration des „Heiligen Geistes“ die Idee hatte, ein ökumenisches Konzil einzuberufen.
        Nach dem Tod Pius XII. äüßerte sich ein Priesterfreund von Kardinal Roncalli, dem künftigen Johannes XIII. gegenüber einem Geistlichen: “ Wenn sie Roncalli wählen, ist alles gerettet : Er wäre fähig ein Konzil einzuberufen und dem Ökumenismus die kirchliche Weihe zu geben.“
        Ökumenismus aber bedeutet Religionsfreiheit und Liberalismus!

    • Das war doch schon vor der Wahl ausgekungelt. Den Heiligen Geist wollen wir doch nicht mit diesem unglückseligen Amtsinhaber in Verbindung bringen. So viel Niedergang gab es noch nie.

  6. In der Tat hocken diese Männer herum wie in der Wärmestube. In der Kleidung zeigt sich Haltung.
    Die Ordensoberen sind wohl auch nicht mehr, was sie sein sollten. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Wie wahr.

  7. Wenn Kleidung ein Kriterium für Berufung ist, dann steht es wirklisch schlecht um Berufung. Nur Ordensleute, die ihre Berufung wirklich leben, ihr Leben ganz auf Gott ausrichten und somit eine „göttliche“ Ausstrahlung haben, sind attraktiv und stellen somit ihren Orden als ein Lebensmodell dar.
    Nicht Strukturen, Rituale sind Anziehungspunkte für das Ordensleben, sondern aufrichtig gelebtes Ordensleben.
    Ordensleute herabzuwürdigen, weil sie aus irgendeinem Grund ihre Kutte nicht tragen, ist lieblos.

    • Nein, da übersehen Sie etwas Grundlegendes: Die Kutte ist ein wesentlicher Bestandteil des Bekenntnisses von Glauben – gerade innerhalb einer glaubensfernen Gesellschaft. Diese Dinge sind eben keine äußerlichen Formalien – ebenso wenig wie der Ritus, wann begreifen die Leute das endlich?! Und warum legt ein Geistlicher seine geistliche Kleidung ab? Weil sie umständlich ist (also aus körperlicher Bequemlichkeit)? Oder weil er als Geistlicher nicht erkannt werden will (also aus Feigheit)? Oder um nicht aufzufallen (also aus Anbiederung)? Es gibt schlichtweg keinen vernünftigen Grund (es sei denn, er muss in einer atheististischen Diktatur im Untergrund arbeiten). Und die meisten Geistlichen, die sich als solche nicht kenntlich machen, leben das Ordensleben leider auch sonst nicht aufrichtig. Und schon gar nciht tragen sie es in die Welt hinein. Nichts mit „göttlicher Ausstrahlung“!

    • Nun, werte/r Mim, Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, dass jene oben abgebildeten Herren irgendeine andere Ausstrahlung besitzen, als die von Filzpantoffelhelden. Von jeher war das Ordenskleid der augenfälligste Ausdruck und existentiellste Stütze dafür, was Sie ganz zu Recht als Kennzeichen eines überzeugenden mönchischen/klerikalen Lebensmodells darlegen: die spezielle Berufung wirklich zu leben und damit das Leben ganz auf Gott auszurichten. Nicht von ungefähr legte Franziskus als Zeichen der Abkehr von der Welt seine Alltagskleidung ab und trug fortan nur mehr die Kutte. In der zweitvatikanischen Kirche aber sollen und wollen die Gottgeweihten nicht nur aus und von der Welt sein, sondern ganz in der Welt verbleiben. Dieser Spagat zwischen geistlichem Anspruch und weltlichem Tun bringt Typen hervor, die vielleicht in den Augen der Welt ganz sympathisch „rüber kommen“, die aber in ihrer hilflosen Bemühtheit und weltlichen Angepasstheit alles andere als anziehend auf idealistische Seelen wirken.

  8. @ Mim

    Ordensleute, die ihre Kutte nicht tragen, sind in einem Punkt nur dumm.
    Das selbe gilt für alle Priester.

    Wenn sie mit Krawatte oder gar in Räuberzivil herumlaufen, demonstrieren sie öffentlich ihren Ungehorsam. Damit verstärken sie aber die Verunsicherung der Gläubigen.

    Bis ins vordere Hinterbelutschistan weiß jedermann, wie ein katholischer Priester auszusehen hat. Und kein Regisseur läßt sich dieses Zeichen entgehen.

  9. Mim, man kann es drehen wie man will, der äußere Eindruck spiegelt die inneren Gesinnung wieder. Dies ist schon oberstes Gebot jedes Personalchefs , bevor man die Bewerbungsunterlagen bespricht hat man schon einen ersten Eindruck des Bewerbers und hierzu zählt das äußere Bild.

    • Deswegen erfolgt die schriftliche Bewerbung trendmäßig ohne Bild, was den Bewerbern am Ende auch nicht hilft.
      Es geht nicht um Schönheit oder Nichtschönheit oder um chicken Auftritt, nein es geht um die Amtstracht als Ausdruck eines Amtes, das von einer grundsätzlichen Einstellung herrührt. Das genau ist das Thema.

  10. Lieber @Franz Josef Mandel, so einfach wie Sie es meinen wird es mit dem Hl. Geist wohl nicht sein. Sie meinen in allem was der Papst auch immer tut, schreibt und spricht, schwebt der Hl. Geist über Ihm und wird vom Hl. Geist geleitet. Solche Meinung hat selbst ein Papst nie vertreten. Schauen wir doch zurück in der Geschichte des Papsttums, wir hatten nicht immer großartige und heiligmäßige Männer auf den Stuhl Petri, wenn ich vielleicht auf ein paar wenige Päpste im Mittelalter und nach Pius XII verweisen darf. Unser Herr Jesus Christus schenkt uns auch manchmal schwache Hirten, nur Er weis warum. Nur weil wir jetzt im zweiten Jahrtausend nach Christus leben, ist es genauso nicht selbstverständlich, dass uns der Herrgott nur heiligmäßige Päpste schenkt; es gibt kein Recht darauf, nur ein demütiges Bitten und Flehen.

  11. @Mim

    Schauen Sie sich doch ein bisschen um, wo es noch blühenden Ordensnachwuchs gibt. Sie werden sehen dass gerade jene Gemeinschaften die selbstverständlich ihr Ordenskleid mit Liebe tragen und mit der überlieferten Liturgie verbunden sind, kein Nachwuchsprobleme haben; Gott sei Dank.

  12. Generalobere der Männerorden ??
    Das Bild sieht aus wie die Hauptversammlung eines Kaninchenzüchterverbandes.
    Auch lauter alte Herren in „Räuberzivil“.

    Aber in spätestens 5 Jahren ist auch dieser Spuk Geschichte.

    • Danke für Ihre belustigende Beschreibung. Sie haben mich zwischendurch, richtig zum Lachen gebracht, wo doch sonst die ganze Lage eigentlich zum Weinen ist!

  13. Sünder, Korrupte?

    Ich frage mich schon die ganze Zeit, was der Papst Franziksu unter Korrupte versteht.
    Das ist doch eine Person, die sich bestechen lässt.
    Das ist meines Erachtens eine Sünde wider das 9te G?ebot

    • Wäre P. Franz mit seinem häufigen Gerede von den Korrupten konsequent, würde er alles daran setzen, den von üppigen Kirchensteuern genährten Sumpf z. B. in Deutschland trockenzulegen. Es ist ein Skandal, wenn Gläubigen, die keine Kirchensteuer mehr zahlen, aber in der Kirche bleiben wollen, von kirchlichen Autoritäten gesagt wird, dies sei nicht möglich: Kohle abdrücken, sonst verweigern wir euch die hl. Sakramente. Doch an diesem ganzen modernistischen Geschwerl, das sehr gut von den Kirchensteuermilliarden lebt, wird sich dieser Papst nicht vergreifen. Dann doch eher an Leuten, die bestimmt nicht käuflich sind, nämlich den Franziskanern der Immakulata. Es ist nicht auszuhalten!

      • Zum soundsovielten Male wiederhole ich mich gern zur Kirchensteuer. Sie ist die Form der Erhebung des Beitrags, den Gläubige nun einmal zu zahlen haben. Da hilft alles Gejammere nichts. Ob die Höhe in Ordnung ist, steht auf einem anderen Blatt. Richtig ist aber auf jeden Fall, dass sich der Beitrag nach der Einkommensteuer und somit nach der Leistungsfähigkeit richtet. Wer keinen beitrag zahlt, stellt sich außerhalb. Das ist überall so. Die Kirche kann nicht allein von Spenden leben. das wäre ungerecht und darüber hinaus käme es zu unerwünschten Abhängigkeiten. Die Unzufriedenheit mit Kirchenleuten läßt sich so nicht beheben.

      • @ Ralph Sie haben es getroffen mit der Kirchensteuer.
        Schafft man die ab, so gelangt die Kirche noch mehr in die Abhängigkeit vom Geld, weil von der Luft udn der Leibe kann einrenke leben und so Leute wie Niklas von der Flue sind absolut selten.
        Auch Konstantin über die päpstliche Unfehlbarkeit ist absolut zuzustimmen, wobei es ja so ist, dass der aktuelle Papst sich bislang definitiv noch nciht lehramtlich geäußert hat,, außer in der von Benedikt geschriebenen Enzyklika.

      • Es geht allerdings auch um die Verwendung der Kirchensteuer. Sparsam geht die deutsche Kirche nicht gerade damit um. Zum Beispiel wurde vor ein paar Jahren, das Freiburger Münster, wie viele andere Kirchen, „konzilsgerecht“ für „nur“ eine halbe Millionen Euro mit einem neuen Volksaltar samt Bischofsthron ausgestattet, der den unverstellten Blick auf den Hochaltar verdeckt. Völlig unnötig, stilistisch nicht zum Münster passend und nicht gerade bescheiden. Ein Beweis, dass die deutsche Kirche so viel Geld hat, dass sie nicht weiß, wohin damit.
        Per Mariam ad Christum

      • Prinzipiell stimme ich der Abgabe einer Kirchensteuer zu. Da es sich aber nicht nur um eine Unzufriedenheit mit den Kirchenleuten handelt, sondern um eine gigantische Veheerung in der (Konzils-) Kirche, in der mindestens neunzig Prozent aller Mitglieder den vollständigen,wahren, katholischen Glauben ablehnen, ist es nicht gerechtfertigt, dieses schlimme Treiben auch noch zu unterstützen.

  14. Wenn der Papst Probleme anspricht, die innere Fragen betreffen, muß er nicht die Jesuitenpresse zur Verbreitung an die ganze Welt einschalten. Manche Dinge sollte man intern abklären und ggf. abstellen.

  15. Ich habe jetzt nicht mehr so viele Infos zu Ordensnachwuchs. Aber bei den Frauenorden, die ich kenne, ist der Nachwuchs trotz Tragens des Habit gering. Es liegt wohl eher daran, dass die Ausstrahlung nicht mehr so groß ist. Weiters ist es im Gegensatz zu früher keine alternative Lebensform mehr, als jüngere Töchter und Söhne mehr oder weniger freiwillig in Klöster abgeschoben wurden, weil sie sonst kein Auskommen gehabt hätten. Und es war auch eine Ehre, ein Kind im Kloster zu haben. Auch gab es wenig Möglichkeiten für alleinstehende Frauen, sich den Lebensunterhalt zu verdienen, was heutzutage glücklicherweise anders ist.

    Kurz gesagt: ein Orden muss schon was besonderes bieten, damit eine Frau oder ein Mann daran denkt, dort einzutreten. Es gibt Orden, die gar keinen Habit haben und trotzdem attraktiv sind.

    • @Mim
      Welche Orden sind das, von denen Sie sprechen, die keinen Habit tragen und trotzdem attraktiv sind? Nennen Sie bitte ein paar. Und wodurch sind Sie Ihrer Meinung nach attraktiv?

  16. Selbst ein Johannes Paul II. hat Pedro Arrupe Anfang der achtziger Jahre als “ Jesuiten- General“, er war keinesfalls Traditionalist, abgesetzt, dieser Papst nennt ihn Vorbild, Leute ihr wisst jetzt wohin die Reise geht, er scheint dem Antichristen von dem die Allerseligste Jungfrau 1846 bei ihrer Erscheinung in La Salette sprach den Weg bereiten zu wollen……………

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