Katholisches.info – aus einer wohlwollenden wurde eine kritische Begleitung des Pontifikats

Katholisches.info das Magazin für Kirche und Kultur macht sich auf den Weg in das achte Jahr seines Bestehens. Gegründet im zweiten Jahre des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. wurde aus einer wohlwollenden Begleitung eine kritische Begleitung des neuen Pontifikats von Papst Franziskus. Eine unerwartete Veränderung, die sich ungewollt ergab, weil wir uns darum bemühen, nach bestem Wissen und Gewissen an unserem Auftrag und unserer Treue zur Kirche und zum kirchlichen Lehramt festzuhalten.

Das zurückliegende Jahr brachte große Veränderungen und Überraschungen. An erster Stelle ist der überraschende Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. zu nennen, der sich durch das Bild eines in die Peterskuppel einschlagenden Blitzes tief in das Gedächtnis eingegraben hat. Der so unhistorische Wechsel von einem lebenden Papst zum nächsten ging einher mit einem deutlichen Ausbau unserer redaktionellen Tätigkeit und einer Verdreifachung unserer Leserschaft.

Eine kritische Stimme in der katholischen Kirche zu sein, ist eine große Herausforderung. Sie stellt vor persönliche Schwierigkeiten, fordert ein ständiges Hinterfragen der eigenen Arbeit und ist nur durch völlige Unabhängigkeit möglich. Im offiziellen kirchlichen Rahmen ist sie undenkbar. Das Verstummen und Schweigen glaubenstreuer Kreise der Kirche, sobald das Thema auf Papst Franziskus kommt, gibt beredte Auskunft über das neue Klima.

Ganz anders sieht die Situation im notorisch häretisierenden und schismatisierenden, dem immerfort unruhigen progressiven Teil der Kirche aus, der ständig nach „Befreiung“ von der „Last“ der kirchlichen Lehre sucht und das „Heil“ in permanenten Strukturreformen sieht.

Zu den Überraschungen des zu Ende gehenden Jahres gehören auch jene katholischen Kreise, mit denen wir noch vor kurzem Seite an Seite von Papst Benedikt XVI. zu stehen glaubten. Und die nun ohne mit der Wimper zu zucken und mit ebensolchem Eifer die Distanzierung des neuen Pontifikats vom Vorgängerpontifikat einschließlich irritierender Widersprüche und Zweideutigkeiten zelebrieren und jene mit Kritik überhäufen, die eine solche geistige „Flexibilität“ nicht haben und auch gar nicht haben wollen.

Die Kardinäle haben im Konklave ihre Entscheidung getroffen. Die kommenden Jahre werden wichtige Weichenstellungen und Entscheidungen mit sich bringen. Katholisches.info wird das Geschehen in der Kirche und der Welt, vor allem auch in Fragen der Gesellschaftspolitik aufmerksam und kritisch beobachten und darüber berichten. Vor allem werden wir das berichten, was andere nicht berichten.

Vor allem den Spendern gilt unser besonderer Dank, denn ohne diese Unterstützung wäre Katholisches.info nicht möglich. Ihre Spenden sichern jene Unabhängigkeit, von der oben die Rede war, und die es uns erlaubt zu berichten und zu sprechen, wo andere leider schweigen müssen, selbst wenn sie reden wollten. Dafür gebührt Ihnen unser Dank und die Bitte, uns weiterhin zu unterstützen. Wie Sie sich selbst im Internet leicht überzeugen können, bemühen wir uns, die Kosten möglichst gering zu halten. Die Information hat Vorrang.

Text: Giuseppe Nardi

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2 Kommentare

  1. Katholisches.info – aus einer wohlwollenden wurde eine kritische Begleitung des Pontifikats

    Wahrscheinlich gehöre ich für Sie zum immerfort unruhigen progressiven Teil der Kirche. Ich finde solche Bezeichnungen aber nicht sehr hilfreich, denn sie polarisieren mir zu sehr und unterstellen solchen Gläubigen, dass sie die Grundlagen der katholischen Kirche in Frage stellen und eigentlich nicht mehr rechtgläubig wären. Viele dieser „progressiven“ Christen sind eben nicht notorisch häretisierend und schismatisierend, sondern sehen die Einheit als Grundlage und Ziel, eben vielleicht im Sinne der Redaktion oder der LeserbriefschreiberInnen.

    Es ist allerdings entscheidend, worum es bei dieser Einheit geht, und wodurch diese definiert sein soll. Was eint uns und wo sind Unterschiede zu erkennen? Wo sind theologisch fragwürdige Positionen (sowohl bei vermeintlich konservativen und progressiven Christen) und wo versucht man nur das herauszupicken, was einem gerade für die Untermauerung der eigenen Position nützt? Was macht Kirche aus, und wo geht es nur ums persönliche Rechthaben. Auch in Zukunft ist sowohl eine kritische ALS AUCH wohlwollende Begleitung dieses Pontifikats nötig. Wenn sie dieses so charakterisieren, dass es in der Person von Papst Franziskus bloss unnötig Unruhe stiftet, so muss ich Sie fragen, was sie denn von einer katholischen Kirche anderes erwarten und warum sie diese Unruhe so fragwürdig finden? Dass der aktuelle Papst pastorale Zielsetzungen in den Vordergrund stellt, macht vor allem eines deutlich: Dass es hier Nachholbedarf gibt. Ausserdem, dass die katholische Kirche sich nicht nur auf Besitzstandswahrung konzentrieren darf, sondern weiterentwickeln muss. Das hat in erster Linie nichts mit einer Änderung der Lehren zu tun, aber mit dem Blick auf das, was ist. So hat dieser Papst vor allem den Blickwinkel auf Dinge geändert, die vielen bisher als festgefügt erschienen.

    Daraus müssen dann Schlüsse gezogen werden, die durchaus – nicht nur den konservativen, sondern auch den progressiven Katholiken – Unruhe auslösen können, aber auch Erwartungen enttäuschen werden. „Schauen, unterscheiden, handeln“ sind die Maxime des jetzigen Papstes. Bei allen Schritten ist eine kritische, aber auch wohlwollende Begleitung nötig. Katholisches.info ist dafür eines der Medien, das eine bestimmte Linie hat, und natürlich auch bestimmte Leute anzieht, die sich durch die aktuelle Unruhe verunsichert oder in ihren Glaubenansichten gestört fühlen. Das muss nicht allen passen.

    Dass die Änderung des Blickwinkels im Moment gerade „von oben“ kommt, bringt einige Christen in Not, und man wünscht sich gleich, dass dieses Pontifikat möglichst schnell beendet würde. Bisher hatte man ja vor allem mit der Unruhe „von unten“ im Blick, und da kann leicht von „häretisierend und schismatisierend“ sprechen. Da stösst man mit seiner Loyalität an Grenzen. Warum eigentlich? Natürlich muss der Papst auch kritisch begleitet werden, das war ja bei den anderen Päpsten auch so. Die Heiligkeit der Kirche schützt sie nicht vor Irrtum, aber sie stellt uns alle vor die Aufgabe, immer neu zu suchen, was diese Heiligkeit im eigenen Leben ausmacht.

    • Soll jetzt einer der letzten authentisch katholischen Stimmen auch noch verstummen ? Ich weiß nicht, welchen Zweck diese Aussagen haben sollten ? Sagen Sie das doch Zollitsch oder noch Anderen, die ich jetzt nicht durch Namensnennung herausgreifen will. Unruhe an sich ist auch nicht positiv zu sehen. Wer macht immer Unruhe ? Warum muss der Papst ständig interpretiert werden, weil seine Worte so nicht stehen bleiben können. In der Tat bringt die Sorge um die Kirche Gläubige in Not.

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