Wiederverheiratet Geschiedene: Kommt es im März 2014 zum Schisma?

Zollitschs heile Welt: Kommt es im März 2014 zum Schisma?(Freiburg/Bonn) Zuerst erfolgte der Angriff durch Erzbischof Reinhard Kardinal Marx von München-Freising, dann jener von Bischof Stefan Ackermann von Trier. Im Fadenkreuz hatten beide den Präfekten der Glaubenskongregation, Kurienerzbischof Gerhard Müller. Dieser hatte es gewagt, als Reaktion auf den Sonderweg der Erzdiözese Freiburg im Breisgau zum Umgang mit den wiederverheiratet Geschiedenen, die für die gesamte Weltkirche verbindliche katholische Ehelehre einzuschärfen. Glaubenspräfekt Müller hatte es nicht explizit so gesagt, aber so gemeint: Das Ehesakrament gilt auch für die Kirche in Deutschland. Und genau so haben es die deutschen Bischöfe verstanden, und einige fühlten sich ertappt, gestört und es trieb ihnen den Zorn ins Gesicht.

Glaubenspräfekt Müller erinnerte daran, daß es für die katholische Kirche keine Möglichkeit gibt, Zweitehen zu segnen und anzuerkennen, nicht einmal als Bußakt für den unschuldig geschiedenen Ehepartner, wie es die orthodoxe Kirche kennt. Eine Praxis, die jedoch einer Verdunkelung des Ehesakraments gleichkommt und daher nicht nachahmenswert sein könne.

Glaubenpräfekt bekräftigt katholische Lehre, doch deutsche Bischöfe reagieren empört

Der Kurienerzbischof hatte nichts Außergewöhnliches gesagt, vielmehr genau das, was jeder Bischof und jeder Priester zu sagen und jeder Katholik zu glauben hat, will er denn katholisch sein. Und dennoch löste die Stellungnahme Erzbischof Müllers ein Donnerwetter aus, als würde das Weltenende eintreten, jedenfalls unter dem unduldsamen progressiven Klerus. Und mancher Katholik staunte nicht schlecht, wer alles sich unter rechtgläubiger Schale als Modernist entpuppte. Der Trierer Bischof Ackermann erklärte etwa dem Trierischen Volksfreund, daß der Glaubenspräfekt gar keine Zuständigkeit habe, die Diskussion zu dieser Frage für beendet zu erklären. Raue Töne eines Bischofs, die noch rauer klingen, wenn man bedenkt, daß sie gegen und nicht für die Verteidigung der Glaubenslehre ausgesprochen werden. Damit entpuppte sich auch Bischof Ackermann als einer jener Kirchenvertreter, die sich nicht darum mühen, den Gläubigen die Richtigkeit und Menschenfreundlichkeit der göttlichen Ordnung und kirchlichen Lehre zu erläutern, sondernlieber die „konkrete Realität“ der Unordnung gegen die Glaubenslehre ausspielen. Seit wann hebt der Ungehorsam der Menschen Gottes Gesetz auf? Zum Ungehorsam gesellt manch deutscher Bischof noch den Stolz , wie er aus der Kritik an Kurienerzbischof Müller spricht. Man denke an die „Praxis“ in Bischof Gebhard Fürsts Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Freiburger Dialektik: Auf Jesus berufen, um Jesu Gesetz auszuhebeln?

Die Wortmeldungen der Rebellenbischöfe zeichnen sich durch zweideutige und extrem mißverständliche Formulierungen aus. Sie befinden sich damit ganz auf der Linie jener Handreichung, die Anfang Oktober vom Amt für Familienseelsorge der Erzdiözese Freiburg im Breisgau vorgelegt wurde. Die Worte sind undeutlich und sollen notdürftig kaschieren, was in der Praxis beabsichtigt wird. Glaubenslehre hin oder her, in der Praxis wolle man sich jedenfalls nicht mehr daran halten. Die Erzdiözese wurde bis vor kurzem vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Msgr. Robert Zollitsch geleitet, was die ganze Dimension des Ungehorsams veranschaulicht. Die Handreichung versteigt sich zu einem gewagten dialektischen Ausritt und stellt den menschlichen Ungehorsam gegen Gottes Gebot als Ausdruck der „menschlichen und respektvollen Haltung von Jesus im Umgang mit den geschiedenen Menschen und jenen, die sich entschieden haben, noch einmal standesamtlich zu heiraten“ dar. Die Handreichung beruft sich auf Jesus, um dessen eigenes Gebot auszuhebeln. Ein Widerspruch, der nicht nur einer Beleidigung des Intellekts, sondern auch einer Beleidigung Christi nahekommt. Laut „Freiburger Modell“ sollen die Wunden, Brüche und Spaltungen in den Familien nicht geheilt, sondern unterstützt werden.

Müllers Klarstellung ein Markstein, den einige Bischöfe hochmütig auszureißen versuchen

Die Klarstellung des Glaubenspräfekten stellt einen entscheidenden Markstein dar. Sie wurde auf der Internetseite des Heiligen Stuhls veröffentlicht und gilt damit als Aussage des Lehramtes. Im deutschen Episkopat, zumindest jenem Teil, der sich lautstark an die Öffentlichkeit drängte, fiel sie nicht auf fruchtbaren Boden. Der Glaubenspräfekt warnte ausdrücklich vor einer ganz konkreten Gefahr: „Durch die sachlich falsche Berufung auf die Barmherzigkeit besteht zudem die Gefahr einer Banalisierung des Gottesbildes, wonach Gott nichts anderes vermag, als zu verzeihen.“ Daher auch das negative Urteil über die Freiburger Eigenmächtigkeit, die „im Widerspruch zur Lehre und zum Lehramt der Katholischen Kirche“ steht. Eine Beurteilung, die von den Autoren bekanntlich hochmütig und ohne Einsicht zurückgewiesen wurde.

Das Spiel von Erzbischof Zollitsch und der fiktive „Blankoscheck“

Erzbischof Zollitsch spielt in der Sache ein wenig elegantes Spiel. Die Handreichung trägt nicht seine Unterschrift als Diözesanbischof und ist daher völlig wertlos. Veröffentlicht wurde sie wenige Tage nach seiner Emeritierung, so daß er – obwohl Diözesanadministrator bis zur Ernennung eines Nachfolgers – sich die Hände in Unschuld waschen kann. Gleichzeitig verbsäumt er aber keine Gelegenheit das Anliegen der Handreichung zu unterstützen, such indem er ankündigte, daß die Deutsche Bischofskonferenz zum Theme „klare, ja sehr klare Vorstellungen“ habe. Die Bischofskonferenz soll, geht es nach Zollitsch, Entscheidungen treffen und den Bischöfen die Möglichkeit bieten, sich hinter einem Kollektiv zu verstecken. Als Aufhänger wird eine Stelle aus dem neuen Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium genommen, in der Papst Franziskus bekundet, den Bischofskonferenzen „eine gewiße authentische Lehrautorität“ (EG 32) zu übertragen. Was das konkret bedeuten könnte, wird nicht gesagt und noch weniger wurden entsprechende Bestimmungen erlassen. Dennoch schloß Erzbischof Zollitsch umgehend daraus, daß Deutschland in Sachen wiederverheiratet Geschiedener einen Blankoscheck besitze.

500 Jahre nach Luther eine neue Kirchenspaltung?

Die deutschen Bischöfe scheinen auf einen offenen Bruch mit der katholischen Ehelehre hinzuarbeiten. Ein Bruch, der sich im März 2014 auf der Frühjahrstagung der Bischofskonferenz vollziehen dürfte. Dann müssen die Bischöfe einen neuen Vorsitzenden wählen, eine Stellung, für die sich Kardinal Marx schon länger bereithält. Dann soll, so der Wille von Zollitsch und anderer Bischöfe, die Freiburger Handreiche der Bischofskonferenz vorgelegt und von dieser für ganz Deutschland eingeführt werden. Und dies, obwohl eben diese Handreichung bereits von der Glaubenskongregation als antikatholisch entlarvt wurde, weil sie sich im offenen Widerspruch zur katholischen Glaubenslehre, zum kirchlichen Lehramt und der katholischen Tradition befindet. Wird Rom dem tatenlos zusehen? Werden alle deutsche Bischöfe sich diesem offenen Ungehorsam von Zollitsch, Marx & Co. anschließen oder werden einige mutig dagegen aufstehen? Es geht nicht um eine Frage des Geschmacks, sondern um die Frage, ob die deutsche Kirche 500 Jahre nach Luther eine weitere Kirchenspaltung hinzufügt, statt jene erste zu überwinden.

Häresie schon, Schisma nicht?

Die deutschen Bischöfe wollen kein Schisma, das würde sie vor enorme rechtliche Fragen stellen. Sie müßten eine neue Kirche gründen, die als Religionsgemeinschaft vom Staat anerkannt werden müßte. Das wäre alles kein Problem. Problematisch ist jedoch die Frage mit dem Reichskonkordat und damit der Finanzierung dieser neuen Körperschaft öffentlichen Rechts. Jeder einzelne Gläubige und derzeitige Kirchensteuerpflichtige müßte explizit den Übertritt in eine neue Zollitsch-Marx-Kirche erklären. Von den aktuellen Kirchensteuermilliarden bliebe da nur wenig übrig. Zudem hätte die neue Kirche weder Kirchengebäude noch Pfarrhäuser und Pfarrzentren. Sie wäre eine mittellose Kirche mit jener „Entweltlichung“, die von denselben Bischöfen, als Benedikt XVI. sie einforderte, sofort unter den Tisch gekehrt wurde. Nein, ein Schisma will man de jure nicht. Man möchte es nur de facto und das mit Zustimmung Roms, denn sonst darf Kardinal Marx im nächsten Konklave nicht mehr den Papst mitwählen oder sich sogar selbst darum bewerben.

Die jüngste Entwicklung läßt erahnen, unter welcher Spannung am Ende das Pontifikat Benedikts XVI. stand und mit welcher Genugtuung einige deutsche Bischöfe dessen Abtritt empfunden haben.

 Text: Giuseppe Nardi
Bild: Papa Ratzinger Blog

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31 Comments

  1. Schisma iam est. Alle die mit Freiburg und den Angreifern gegen die Ehe in Kommunion sind, befinden sich außerhalb der Kirche.

    • Das meine ich doch auch. Es hat keinen Sinn, die Grenzen des Schismas immer weiter hinauszuverlagern. Was bedeutet das aber, wenn letztlich Franziskus eine Synode einberuft ? Ist Schisma dann kein Schisma mehr ? Warum muss dieser Papst immer wieder versuchen, das anerkannt Richtige in Frage stellen zu lassen ?

      • Immer diese Schisma-Keule. Es heißt (in La Salette? Oder anderswo.), daß der Teufel so ein durcheinander mache, daß kaum jemand mehr weiß, was richtig ist. Diese Vernebelung macht dieses Herumirren. In dieser Situation hier von Schisma, da von Schisma zu reden, ist komisch. Was bringt das? Jesus sagt, wir werden unter Verfolgung leben, er bringe das Schwert. Fertig. Diese Sehnsucht nach Einheit, Harmonie, Friede, Paradies, ist auf Erden nicht zu stillen. Dies Paradies auf Erden wollen die Kommunisten, Modernisten, braune Sozialisten usw..

      • „Diese Sehnsucht nach Einheit, Harmonie, Friede, Paradies, ist auf Erden nicht zu stillen.“ In der Tat, so ist es.

  2. „Wird Rom dem tatenlos zusehen?“
    Ja!
    Erstens weiß noch niemand, wie die Bischofs-Synode in dieser Sache entscheiden wird, und zweitens stellt für das postmoderne Rom die äußere Einheit den höchsten Wert dar, für den es selbst in der Heiligen Schrift verankerte Wahrheiten zu opfern bereit wäre.
    Man sollte sich da keinen Illusionen hingeben.

  3. Ich kann nicht ganz verstehen, wie Katholisches solche Artikel bringen kann:

    „Kurienerzbischof Lorenzo Baldisseri, der von Papst Franzuskus ernannte neue Sekretär der Bischofssynode erklärte, daß das Thema der wiederverheirateten Geschiedenen offen bleibe: „Wir werden darüber ohne Tabus sprechen. Die orthodoxe Erfahrung kann uns eine Hilfe sein“.“
    http://www.katholisches.info/2013/11/30/erzbischof-baldisseri-die-kommunion-fuer-wiederverheiratet-geschiedene-wird-ohne-tabus-diskutiert/

    und dann wieder die Frage stellt, ob die deutschen Bischöfe ins Schisma gehen.

    Die deutschen Bischöfe gehen offensichtlich in ein Schisma, in dem sich auch Kurienerzbiscöfe, Teile der C8-Kardinäle und sogar der Papst befinden. Das ist doch die Sachlage, die diskutiert werden sollte.

    • So sehe ich die Lage allerdings auch. In Zusammenarbeit mit Rom und den staatlichen Institutionen sowie den Medien, wird man es schaffen, dass sich eher die glaubenstreuen Katholiken als Entrechtete wiederfinden und sich um eine Anerkennung als Religionsgemeinschaft bemühen müssen, wenn sie denn überhaupt auf solch eine Anerkennung wert legen oder darauf hoffen dürfen. Es ist alles wie bei Luther. Die Progessiven arbeiten Hand in Hand mit den weltlichen Herrschern, mit deren Hilfe sie die wahre Kirche um ihre Rechte und ihren Besitz bringen. Man sah es doch schon mit grausen, wie sich Merkel bereitwillig vor den Karren der Progessisten spannen ließ und Papst Benedikt, ohne irgendwelche diplomatischen Konsequenzen oder Interventionen befürchten zu müssen, öffenlich ins Gesicht schlug. Und wie bei Luther haben die Progressiven die bequeme Lehre und den breiten Weg auf ihrer Seite und viele werden ihn deshalb auch bereitwillig und freimütig betreten und lieber der Zollitsch-Clique angehören wollen, als die Wahrheit Gottes anzunehmen. Müller steht bei Bergoglio auf verlorenem Posten, der ja keine Gelegenheit auslässt, über die Kurie und das „pelagianische“ Festhalten an der Lehre der Kirche Häme und Spott zu ergießen und nach Medienberichten die Gläubigen auffordert, sich um Briefe aus der Glaubenskongregation nicht zu bekümmern.

  4. Nun, ich setze voraus, dass den Lesern dieses blogs die Glaubenslehre der RKK, des Katheschismus und letztendlich die Heilige Schrift hinlänglich bekannt sind, was mir zur Zeit bei den Deutschen Bischöfen schwer vorstellbar ist. Sie legen es offensichtlich darauf an, mich und viele viele andere Katholiken um ihre geistige Heimat zu bringen. Ich wünschte mir, der Heilige Geist würde als kräftiger Hütehund diese purpurenen und schwarzen Schafe endlich aus der Herde heraustreiben. Und ich sehe auch in Rom zur Zeit viele Zeichen, die mehr Verwirrung statt Klarheit schaffen. Und wozu das alles ? Einfach nur diabolisch.

  5. Die deutschen Bischöfe, bis auf wenige Ausnahmen, und der größte Teil des Klerus, sowie das Kirchenvolk sind doch schon längst, um nicht zu sagen Jahrzehntelang, im Schisma. Wie oft wurden die römischen Anweisungen immer verbogen und umgedeutet und dann ein „deutscher Sonderweg“ eingeschlagen.
    Wer glaubt den noch das, was er im Credo betet???? Wer bekennt noch, dass die Muttergottes vor, in und nach der Geburt Jungfrau an Leib und Seele war? Wer lehrt und bekennt, dass Jesus Christus im Allerheiligsten Altarsakrament wirklich mit Gottheit und Menschheit gegenwärtig ist?
    Offen bekennt und lehrt es nur die FSSPX; die Ecclesia-Die Gemeinschaften halten sich da vornehm zurück um nicht in die gleiche Situation zu kommen wie die Franziskaner der Immaculata. Wenn jedoch die deutschen Bischöfe einen von Rom getrennten Weg gehen, so ist es doch noch einfacher, die Kirchensteuer zu verweigern und aus dieser „Nationalkirche“, welche nicht mehr die römisch-katholische Kirche ist, auszutreten. Aber so wie Franziskus immer von Barmherzigkeit und Demut spricht, ist eher zu befürchten, dass nicht allein die deutschen Bischöfe, sondern die gesamte Weltkirche in das Schisma geht; denn es ist doch offensichtlich zu Befürchten, dass ein Papst Franziskus kein Problem hat, die Sittenlehre anzupassen um vor der Welt als zeitgemäß und mitfühlend in seiner Barmherzigkeit für alle Menschen dazustehen; niemanden mehr von irgendetwas auszuschließen. Wir kommen alle, alle in den Himmel, so scheint es hinauszulaufen, wenn man die sogenannten „Perlen“ dieses Papste liest….

  6. Zunächst einmal möcht ich Herrn Nardi für diese ebnso klare wie traurige Analyse danken und meinem Vorgänger darin Recht geben, dass wir in den unterschiedlichen Positionen längst ein Schisma in der Kirche haben, Was wir heute weiter feststellen müssen, ist die Protestantisierung der katholischen Kirche in Deutschland. Die Protestantisierung ist erkennbar in Limburg und wird heute in Köln mit einer groß angelegten und schändlichen Kampagne gegen den dortigen Kardinal Meisner fortgesetzt nach dem Motto : gestern Mixa, heute Tebartz-van Elst, morgen Meisner mit Nachfolger übermorgen kommt sicher und ist derzeit noch nomen nominadum oder?? Für alle diese Kampagnen derselben Tätergruppe gilt: der Bischof ist das Mittel und die Protestantisierung der katholischen Kirche ist das Ziel.
    Es naht das Jahr 2017, das man feiern möchte, auch unter dem Preis einer Aufgabe von wesentlichen Teilen der dogmatischen katholischen Glaubenslehre

  7. Wenn es möglich wäre, würde Rom ins Schisma gehen. Oder es ist schon lange da angelangt. Wie gesagt, wenn es möglich wäre.
    Oder sagen wir es so: Die sogenannte Konzilskirche ist nur noch mit hauchdünnen Fäden mit der vorkonziliaren Kirche verbunden.

  8. Es ist weder Häresie noch ein Schisma. Und warum sollten sie es nicht tun? Was Müller sagt ist unerheblich. Es gibt doch Rückendeckung von ganz oben:
    „Womöglich geht bei euch sogar ein Brief der Glaubenskongregation ein und wirft euch vor, dies oder das gesagt zu haben. Aber habt keine Angst. Erklärt dann, was zu erklären ist, aber macht vor allem weiter. Macht die Fenster auf und tut, was das Leben von euch verlangt. Ich habe lieber eine Kirche, die etwas tut und dabei Fehler macht, als eine, die selbst krank wird, weil sie sich verschließt.“
    (Papst Franziskus)

    • Franziskus sie haben Recht, wie soll es zu einen Schisma kommen, wenn auch im Vatikan die selben Irrlehren verkündet werden, wie in der Deutschen Staatskirche!!

      Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  9. Völlig richtig wurde hier mE prognostiziert, dass die deutschen Bischöfe alles andre tun werden als einen äußeren Bruch riskieren. Sie werden weiter ihr häretisches-schismatisches Spiel treiben und dieses mit heimlicher und offener Diplomatie im Vatikan akzeptabel machen (nötigenfalls unter Kaltstellung von Kurienerzbischof Müller), und sie werden alle Katholiken in Deutschland, die sich dem widersetzen –eine Minderheit–, als Häretiker und Schismatiker verleumden und öffentlich brandmarken. Die äußere organisatorische Einheit zählt, der Mammon zählt (Kirchensteuer, Kirchenvermögen, Weltbildverlag, …), die Einheit in der W a h r h e i t des Glaubens und der Liebe geht vor die Hunde. Der Vatikan wird mit Sicherheit nicht gegen die deutsche Bischofsmehrheit vorgehen (Franziskus an die südamerikanischen Ordensoberen: „Schreiben der Glaubenskongregation ignorieren“; an die brasilianischen Jugendlichen: „Macht ein Durcheinander in der Kirche“). Der Vatikan steuert ja selbst auf eine inklusivistische, alle Konfessionen, Religionen und Ideologien vereinnahmende Superorganisation zu (Interfaith-Gottesdienste im Bistum Speyer, und weltweit; jetzt noch punktuell, der Tendenz nach auf alle kirchlichen Ebenen und Einheiten ausgreifend) und meidet brennende moraltheologische Themen. Achten wir auch auf den Jerusalembesuch von Franziskus – dort bahnt sich vielleicht Schicksalhaftes an. Erlauben Sie mir als ungewöhnliche Begründung, auf die vier dicht aufeinanderfolgenden Blutmonde 2014/2015 hinzuweisen, die auf hohe jüdische Festtage fallen. Das kommt selten vor und war in der Vergangenheit jedesmal mit bedeutenden Ereignissen verbunden: die letzten zwei Male mit der Staatsgründung Israels 1948 und dem Sechs-Tage-Krieg 1967 mit Eroberung Ostjerusalems. Der erste Blutmond fällt auf das jüdische Pessachfest im April 2014.

  10. Genau Franziskaner, so sehe ich das auch. Wir brauchen unbedingt frische Luft! Bis jetzt wurde noch nichts revolutionäres entschieden. Vom Papst und seinen Beratern erwarte ich Nägel mit Köpfen. Ich hoffe, dass das unendliche blablabla bald ein Ende hat. Wir brauchen keine strafende (sado/maso) Kirche, sondern Christen, welche das Evangelium mit Freude verkünden. Von der unmenschlichen Glaubenslehre können wir uns getrost verabschieden. In unseren Gedanken, Worten und Werken sollte immer der hl. Geist wirken. Dafür müssen wir beten.

    • Genau Amen, sie erfüllen das Wort der Heiligen Schrift. Sagt nicht Jesus, wer glaubt wird gerettet, wer nicht glaubt wird verdammt werden?
      Also ihre Ansicht von Kirche ist schon etwas konfus. Sie behaupten eine strafende Kirche, sei eine sado/maso Kirche? Wollen sie jeden, der einen anderen für dessen Übertretung von Gesetzen bestraft, als Sado/maso hinstellen. Sind dann alle Staaten, die Bürger verurteilen und bestrafen, Sado/maso Staaten?
      Darf also jeder machen was er will, nur wenn er behauptet „der heilige Geist“ hat es mir gesagt?
      Wer bestimmt denn nach ihren Ansichten, was vom heiligen Geist ist?
      Hat nicht auch Franziskus schon Strafen ausgesprochen, als er die Franziskaner der Immaculata an die Kandare nahm? Oder hat Franziskus hier dem Wirken des Heiligen Geistes ein Ende setzen wollen? Erklären sie doch einmal, was sie als Wirken des Heiligen Geistes sehen? Hat die Kirche 2000 Jahre benötigt, um den Weg der Wahrheit auf dem 2. Vatikanischen Konzil zu finden? Oder herrscht heute eher der Fürst dieser Welt, der nicht dienen will und sich den Geboten Gottes widersetzt. Wenn Jesus sagt, dass ein Mann keine entlassene Frau heiraten soll, weil er sonst die Ehe bricht, gilt dann für sie diese Gebot Gottes heute nicht mehr? Hat ihnen der Heilige Geist geoffenbart, dass das Gebot Jesu nicht mehr zeitgemäß ist? Überlegen sie doch einmal, was für sie der Heilige Geist überhaupt ist.

    • Und wer wirkt in ihnen? Nicht Gott der Herr, denn von Ihm stammt ja die Glaubenslehre der Kirche, aber es ist schon verständlich, dass diese in der heutigen Zeit bekämpft wird, steht sie doch dem Eroberungsfeldzug des Allerniedrigsten und seiner Helfershelfer im Wege.

      Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen.

    • Ihr Posting ist doch ein Fake, oder? Das ist entweder total unbedarft oder Sie verschaukeln die Leser.
      Wenn Sie das NT aufschlagen und lesen, was zu den fraglichen Themen von Anfang an, z.T. von Jesus selbst, gesagt worden ist, dann müssen Sie schon eine Trennung von Sohn und Heiligem Geist konstruieren, um Ihren unsinnigen Beitrag zu begründen.
      Wenn Sie die Luft, den Geist, der um den Allerhöchsten weht, nicht vertragen und lieber im Zug dieser Welt stehen wollen: bitte, die Tür ist doch auch nach außen hin offen. Was bindet Sie noch an die Kirche? Diesen Rat möchte ich auch den deutschen Bischöfen geben.
      Doch leider erfüllen diese Männer das Programm eines finsteren Autraggebers im Innern der Kirche. Die Finsternis hat nun ungebremst auch die Spitze erreicht.

  11. Das Schisma ist keine juristische Frage und bereits eingetreten. Was ist denn von der Wahren katholischen Lehre und der Tradition noch vorhanden. Und ist es dem Bischof von Rom erlaubt, sie zu über den Haufen zu werfen und so zu agieren, wie er das tut? Gibt es nur die Barmherzigkeit und das Gewissen, und nicht die Sünde und die Gerechtigkeit?
    Müller bietet die Gelegenheit für Bergoglio diesen „abzuräumen“ um der Welt zu zeigen das für die Traditionalisten kein Raum mehr in der EINEWELTRELIGION gegeben ist.

  12. Langsam wird alles wovor gewarnt wurde konkret vor unseren Augen und es ist schrecklich mitanzusehen. Der Glaubensabfall ist da, unübersehbar.

  13. Es wird mir angst und bange, warum schreiben wir nur hier, warum verbergen wir uns hier, warum sehen wir zu, was in Rom und anderswo mit unserer Kirche passiert?Unter Benedikt gab es eine Bewegung Pro papa, könnten wir nicht eine Bewegung „pro ecclesia“ ins Leben rufen? Es müssen doch auch andere Stimmen als die Jubelchöre pro F. mal in der Öffentlichkeit zu hören und zu sehen sein.
    In Köln formiert sich eine gehörige Riege „moderner Mitsprachler“ für eine „richtige Wahl“ zum neuen Erzbischof.
    Lesen wir noch enmal „Ratzinger, Glaube, Wahrheit Toleranz“…(sinngemäß zit.) : Kann die Kirche nach Belieben verändert werden? Ist die Meinung der Mehrheit die Wahrheit?
    Hierüber gäbe es viel zu schreiben.
    Schade, dass sich noch niemand mit gehörigem Gegengewicht in diese euphorische und ach so zukunfts-und zeitgeistorientierte Debatte gemeldet hat.

    • Katholische.info ist doch eine wunderbare Plattform, die wir unterstützen und andere dazu ermuntern müssen diese ebenfalls zu nutzen.
      Wir haben das Gebet und den Wahren Glauben. Vertrauen wir auf die Macht des Gebetes und die Wahrheit und darauf das Jesus seinen Wahre Kirche nicht untergehen lässt sondern schützt und führt. Der ganze Himmel ist mit uns. Wir sind nicht alleine.
      Das Wahre Gebet ist die stärkste, wirkungsvollste „Waffe“ darauf können wir vertrauen uns verlassen. Treffen wir uns, darüber hinaus, dort wo die treuen geweihten Diener die Kirche am Leben erhalten, die Sakramente Spenden die Wahre Lehre verkünden und den Segen spenden. Suchen wir sie scharen wir uns um sie, beten wir für sie und informieren wir uns gegenseitig, damit wir zusammenfinden.
      Lassen wir das Wahre Glaubensleben auf Katholisches.info aufleben, berichten wir über Predigten, Lehren… zB früherer Päpste und Kirchenlehrern zu den aktuellen Ereignissen und den Tagen im Kirchenkreis.
      In der Wahren Lehre ist alles gesagt. Also finden wir die Wahrheit zu allem, wir müssen sie nur veröffentlichen, mitteilen, damit wir spüren, dass der Glaube lebt.
      Katholisches.info zeigt uns das wir nicht alleine sind, wir werden immer mehr.

      • ganz lieben Dank für diese Antwort. Ich fühle mich oft im Kreise meiner Mitchristen–Pfarrei–Kirchenchor–PGR–Diskussionsrunde mit prom. Theologin etc .doch halt auf verlorenem Posten und kann das gar nicht begreifen.Es ist für mich schon ein Muß hier vorbeizuschauen und ein wenig getröstet den PC abzuschalten. Dennoch…Ja, man soll Ausschau halten nach der würdigen und wahren Form unseres Glaubens. Ich werde darüber nachdenken.Allen einen gesegneten zweiten Adventssonntag!!

  14. Schon Papst Pius XII. hat vor dem „Weichspülkatholizismus“ gewarnt:
    -
    „Wollt ihr eine Kirche, die schweigt,
    wo sie sprechen müsste,
    eine Kirche, welche das Gottesgesetz abschwächt,
    es an den Geschmack des menschlichen Willens anpassen will,
    wenn sie verpflichtet ist, es mit lauter Stimme zu proklamieren,
    eine Kirche, welche sich entfernt vom unerschütterlichen Fundament,
    auf welches Christus sie begründet hat,
    um sie bequem dem unbeständigen Stand der Tagesmeinung anzupassen
    oder sie der gerade gültigen Meinung preiszugeben
    [….]
    Geliebte Söhne und Töchter!
    Geistliche Erben einer ungezählten Legion von Bekennern und Märtyrern!
    Ist dies eine Kirche, die ihr verehrt und liebt?
    Würdet ihr in einer solchen Kirche die Linien des Angesichtes eurer Mutter erkennen?
    Würdet ihr euch einen Nachfolger des ersten Petrus vorstellen können, der sich solchen Ansprüchen beugen würde?“
    -

    Auszug aus einem Schreiben aus dem Jahre 1994:
    KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE (Joseph Kardinal Ratzinger Präfekt)

    SCHREIBEN AN DIE BISCHÖFE DER KATHOLISCHEN KIRCHE ÜBER DEN KOMMUNIONEMPFANG
    VON WIEDERVERHEIRATETEN GESCHIEDENEN GLÄUBIGEN

    -
    [….]
    „Obwohl bekannt ist, daß von manchen Kirchenvätern ähnliche pastorale Lösungen vorgeschlagen und auch in der Praxis angewandt worden sind, stellten diese doch nie einen Konsens der Väter dar, bildeten in keiner Weise eine gemeinsame Lehre der Kirche und bestimmten nicht deren Disziplin.
    Es kommt dem universalen Lehramt der Kirche zu, in Treue zur Hl. Schrift und zur Tradition das Glaubensgut zu verkünden und authentisch auszulegen.
    In Anbetracht der neuen, oben erwähnten pastoralen Vorschläge weiß sich diese Kongregation verpflichtet, die Lehre und Praxis der Kirche auf diesem Gebiet erneut in Erinnerung zu rufen. In Treue gegenüber dem Wort Jesu(5) hält die Kirche daran fest, daß sie eine neue Verbindung nicht als gültig anerkennen kann, falls die vorausgehende Ehe gültig war.
    Wenn Geschiedene zivil wiederverheiratet sind, befinden sie sich in einer Situation, die dem Gesetz Gottes objektiv widerspricht.
    Darum dürfen sie, solange diese Situation andauert, nicht die Kommunion empfangen(6).

    Diese Norm hat nicht den Charakter einer Strafe oder irgendeiner Diskriminierung der wiederverheirateten Geschiedenen, sie bringt vielmehr eine objektive Situation zum Ausdruck, die als solche den Hinzutritt zur heiligen Kommunion unmöglich macht:
    »Sie stehen insofern selbst ihrer Zulassung im Weg, als ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse in objektivem Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche sind, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht. Darüber hinaus gibt es noch einen besonderen Grund pastoraler Natur: Ließe man solche Menschen zur Eucharistie zu, bewirkte dies bei den Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe Irrtum und Verwirrung«(7).

    Für die Gläubigen, die in einer solchen ehelichen Situation leben,
    wird der Hinzutritt zur heiligen Kommunion ausschließlich durch die sakramentale Lossprechung eröffnet,
    die »nur denen gewährt werden kann, welche die Verletzung des Zeichens des Bundes mit Christus und der Treue zu ihm bereut und die aufrichtige Bereitschaft zu einem Leben haben, das nicht mehr im Widerspruch zur Unauflöslichkeit der Ehe steht.
    Das heißt konkret, daß, wenn die beiden Partner aus ernsthaften Gründen – zum Beispiel wegen der Erziehung der Kinder – der Verpflichtung zur Trennung nicht nachkommen können, „sie sich verpflichten, völlig enthaltsam zu leben, das heißt, sich der Akte zu enthalten, welche Eheleuten vorbehalten sind“«(8). In diesem Fall können sie zur heiligen Kommunion hinzutreten, wobei die Pflicht aufrecht erhalten bleibt, Ärgernis zu vermeiden.

    5. Die Lehre und Disziplin der Kirche auf diesem Gebiet sind in der Zeit nach dem Konzil ausführlich im Apostolischen Schreiben Familiaris consortio vorgelegt worden.
    Das Mahnschreiben ruft den Hirten unter anderem ins Gedächtnis, daß sie um der Liebe zur Wahrheit willen verpflichtet sind, die verschiedenen Situationen gut zu unterscheiden; es ermahnt sie, die wiederverheirateten Geschiedenen zu ermutigen, an verschiedenen Lebensvollzügen der Kirche teilzunehmen;
    zugleich bekräftigt es die beständige und allgemeine »auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, wiederverheiratete Geschiedene nicht zur eucharistischen Kommunion zuzulassen«(9)
    und gibt die Gründe dafür an.
    Die Struktur des Mahnschreibens und der Tenor seiner Worte zeigen klar, daß diese in verbindlicher Weise vorgelegte Praxis nicht aufgrund der verschiedenen Situationen modifiziert werden kann.

    6. Gläubige, die wie in der Ehe mit einer Person zusammenleben, die nicht ihre rechtmäßige Ehegattin oder ihr rechtmäßiger Ehegatte ist, dürfen nicht zur heiligen Kommunion hinzutreten.
    Im Falle, daß sie dies für möglich hielten, haben die Hirten und Beichtväter wegen der Schwere der Materie und der Forderungen des geistlichen Wohls der betreffenden Personen(10) und des Allgemeinwohls der Kirche die emste Pflicht, sie zu ermahnen, daß ein solches Gewissensurteil in offenem Gegensatz zur Lehre der Kirche steht(11). Sie müssen diese Lehre zudem allen ihnen anvertrauten Gläubigen in Erinnerung rufen.

    Dies bedeutet nicht, daß der Kirche die Situation dieser Gläubigen nicht am Herzen liege, die im übrigen nicht von der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen sind.
    Die Kirche bemüht sich um ihre pastorale Begleitung und lädt sie ein, am kirchlichen Leben innerhalb der Grenzen teilzunehmen, in denen dies mit den Vorraussetzungen des göttlichen Rechts vereinbar ist, über welche die Kirche keinerlei Dispensgewalt besitzt(12).
    Andererseits ist es notwendig, den betreffenden Gläubigen klarzumachen, daß ihre Teilnahme am Leben der Kirche nicht allein auf die Frage des Kommunionempfangs reduziert werden darf.
    Den Gläubigen muß geholfen werden, zu einem tieferen Verständnis vom Wert der Teilnahme am eucharistischen Opfer Christi, der geistlichen Kommunion(13), des Gebetes, der Betrachtung des Wortes Gottes, der Werke der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit zu gelangen(14).

    7. Die irrige Überzeugung von wiederverheirateten Geschiedenen, zum eucharistischen Tisch hinzutreten zu dürfen, setzt normalerweise voraus, daß dem persönlichen Gewissen die Macht zugeschrieben wird, in letzter Instanz auf der Grundlage der eigenen Überzeugung(15) über das Bestehen oder Nichtbestehen der vorausgehenden Ehe und über den Wert der neuen Verbindung zu entscheiden.
    Eine solche Auffassung ist jedoch unzulässig(16).
    Die Ehe stellt nämlich wesentlich eine öffentliche Wirklichkeit dar, weil sie das Abbild der bräutlichen Vereinigung zwischen Christus und seiner Kirche ist und die Urzelle und einen wichtigen Faktor im Leben der staatlichen Gesellschaft bildet.

    8. Es ist gewiß wahr, daß das Urteil, ob die Voraussetzungen für einen Hinzutritt zur Eucharistie gegeben sind, vom richtig geformten Gewissen getroffen werden muß.
    Es ist aber ebenso wahr, daß der Konsens, der die Ehe konstituiert, nicht eine bloße Privatentscheidung ist, weil er für jeden Partner und das Ehepaar eine spezifisch kirchliche und soziale Situation konstituiert.
    Das Gewissensurteil über die eigene eheliche Situation betrifft daher nicht nur die unmittelbare Beziehung zwischen Mensch und Gott, als ob man ohne die kirchliche Vermittlung, die auch die im Gewissen verbindlichen kanonischen Normen einschließt, auskommen könnte.
    Diesen wichtigen Aspekt nicht zu beachten, würde bedeuten, die Ehe faktisch als Wirklichkeit der Kirche, das heißt als Sakrament, zu leugnen.

    9. Indem das Apostolische Schreiben Famliiaris consortio die Hirten darüber hinaus einlädt, die verschiedenen Situationen der wiederverheirateten Geschiedenen gut zu unterscheiden, erinnert es auch an den Zustand jener, die die subjektive Gewissensüberzeugung haben, daß die frühere, unheilbar zerstörte Ehe niemals gültig war(17).
    Es ist unbedingt auf dem von der Kirche festgelegten Weg des äußeren Bereichs zu prüfen, ob es sich objektiv um eine ungültige Ehe handelt. Während die Disziplin der Kirche die ausschließliche Kompetenz der Ehegerichte bezüglich der Prüfung der Gültigkeit der Ehe von Katholiken bekräftigt, bietet sie auch neue Wege, um die Ungültigkeit einer vorausgehenden Verbindung zu beweisen, und zwar mit dem Ziel, jede Abweichung der Wahrheit, die im prozessualen Weg nachweisbar ist, von der objektiven, vom rechten Gewissen erkannten Wahrheit so weit wie möglich auszuschließen(18).

    Das Befolgen des Urteils der Kirche und die Beobachtung der geltenden Disziplin bezüglich der Verbindlichkeit der für eine gültige Ehe unter Katholiken notwendigen kanonischen Form ist das, was dem geistlichen Wohl der betroffenen Gläubigen wahrhaft nützt.

    Die Kirche ist nämlich der Leib Christi, und Leben in der kirchlichen Gemeinschaft ist Leben im Leib Christi und Sich-Nähren vom Leib Christi.
    Beim Empfang des Sakramentes der Eucharistie kann die Gemeinschaft mit Christus, dem Haupt, niemals von der Gemeinschaft mit seinen Gliedern, d.h. mit seiner Kirche getrennt werden.

    Deshalb ist das Sakrament unserer Vereinigung mit Christus auch das Sakrament der Einheit der Kirche.
    Ein Kommunionempfang im Gegensatz zu den Normen der kirchlichen Gemeinschaft ist deshalb ein in sich widersprüchlicher Akt.
    Die sakramentale Gemeinschaft mit Christus beinhaltet den Gehorsam gegenüber der Ordnung der kirchlichen Gemeinschaft, auch wenn dies manchmal schwierig sein kann, und setzt diesen voraus; sie kann nicht in rechter und fruchtbarer Weise erfolgen, wenn sich ein Glaubender, der sich Christus direkt nähern möchte, diese Ordnung nicht wahrt.“
    [….]
    -

  15. Nachdem das Thema Wiederverheiratete Geschiedene ohne Tabu diskutiert werden soll, ist das Ergebnis eigentlich schon klar. Wer in Glaubensfragen kein Tabu mehr akzeptiert, der befindet sich Richtung Ausgang.

    Die Tabu-Frage gab es schon einmal: im Garten Eden. Der Baum der Erkenntnis war tabu.
    Nein, sprach die Schlange, das soll nicht tabu sein. Wir wollen keine Tabus. Gab den Apfel der Eva …… den Rest kennen wir.

    Wenn die Kath. Kirche keine Tabus mehr anerkennen will, nämlich daß der Ehebruch tabu ist, dann kann sie sich schon mal auf die Folgen einstellen.

  16. Vielleicht geht die Initiative 2014 sogar von Köln aus. Da laufen wohl Vorbereitungen. Habe immer gedacht, wenigstens in Köln läuft es gut. Ist wohl nicht so. Es sind nicht umsonst verheiratete Diakone, die sich hier stark machen:

    Genannt werden auf der Website der selbsternannten „Kölner Kircheninitiative“ lediglich Georg Mollberg, Diakon in Unkel (Dekanat Königswinter, Erzbistum Köln) und Michael Werner, Diakon in Rösrath (Dekanat Overath, Erzbistum Köln) sowie Hanno Weinert-Sprissler, Diakon in Mettmann und Mitglied der „Gesellschaft „katholischer“ Publizisten“)

    Im Impressum der sogenannten „Kölner Kircheninitiative“ findet sich nur ein Postfach und kein einziger verantwortlich Benannter.

    Die allein genannten Personen, Zitat:

    „Zur Initiatorengruppe gehören u.a.:
    Georg Mollberg
    Michael Werner
    Hanno Weinert-Sprissler“

    gehören eben nur zu einer ominösen „Initiatorengruppe“ …

    Georg Mollberg, Michael Werner, Hanno Weinert-Sprissler: Übles Spiel und Hattrick-Foul!

    Und laßt bitte wenigstens den Heiligen Geist aus dem Spiel bei Euren Machenschaften.

    • Verheirateten Diakonen geht es wohl, wenn sie sich an dieser „Initiative“ beteiligen, schlicht darum, in der Karriereleiter voranzukommen. Das ist dann schon, das, was dem Kirchenvolk als Reform verkauft wird. Persönliche Interessen spielen die größte Rolle. Das ist der ganze faule Zauber dieser Leute.

  17. Ein Gebot Christi „Tabu“ zu nennen, ist eine Blasphemie, die zeigt, wie weit wir schon gekommen sind in der römisch-katholischen Kirche.

  18. Deswegen kommt es nicht zum Schisma, schon Johannes Paul II. hat nur gegen die „Lefebrevianer“ durchgegriffen, während er die Missstandbischöfe wohlwollendst gewähren ließ.

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