Islamisten stehen nach Maalula und Sadad vor drittem christlichem Zentrum

Geschundenes Christentum im Nahen Osten(Damaskus) Nach Maalula und Sadad befindet sich mit Mismiyye die dritte christliche Stadt Syriens in Gefahr. „Die Islamisten stehen vor der Stadt und warten auf Verstärkung, um anzugreifen“, berichtet der emeritierte melkitische Exarch Antibas von Paris.

Zuerst belagerten die Islamisten Maalula und dann Sadad. Beide christlichen Zentren wurden eingenommen, Christen ermordet, Kirchen geschändet, Kreuze von den Türmen und Kuppeln gerissen, geplündert, was es zu plündern gab. Die christliche Bevölkerung der Orte ist auf der Flucht, andere wurden als Geiseln genommen. Nun stehen die Islamisten vor Mismiyye und es scheint alles nach demselben Drehbuch abzulaufen.

Mismiyye gehört zu den mehrheitlich christlichen Orten Syriens. Der Ort liegt rund 40 Kilometer südlich von Damaskus auf dem Basaltplateau von Hauran. Bewohnt wird der Ort von 2000 griechisch-katholischen Melkiten, die in Einheit mit Rom stehen. Seit Tagen ist Mismiyye von islamistischen Rebellen umzingelt. Die Christen leben in großer Angst. Sie fürchten, daß ihnen das gleiche Schicksal wie Maalula und Sadad droht.

Die Bedrohung wurde durch die französischsprachige Internetseite Le Veilleur de Ninive bekannt. Die Seite wird von syrischen Christen betrieben, die in Syrien und im Westen leben. „Die Bedrohung der christlichen Orte und Städte Syriens nimmt kein Ende. Mismiyye ist von der Freien Syrischen Armee umzingelt, die Verstärkung abwartet, um den Ort anzugreifen“.

Laut der örtlichen Überlieferung kam der Apostel Paulus durch Mismiyye, als er auf dem Weg nach Damaskus war. Die Bewohner hätten den Völkerapostel nach seiner Bekehrung mehrfach aufgenommen, beherbergt und geschützt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

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6 Kommentare

  1. Hoffentlich wird die Syrisch-Arabische Armee der FSA diesmal eine krachende Niederlage vor der Einnahme des Ortes bescheren. Den Geschwistern in Mismiyye würde damit sehr geholfen werden.

  2. Angesichts der gleichsam Tag für Tag eintreffenden neuen Meldungen über Christenverfolgungen, dürfte die folgende Aussage von Kardinal Tauran bei den bedrängten, verfolgten und geschundenen Christen ( und nicht nur bei diesen ) unfassbares Entsetzen auslösen:
    -
    „Denn der interreligiöse Dialog spielt sich nicht hier im Vatikan ab,
    sondern in den Ortskirchen.
    Sehr wichtig sind auch große Begegnungen wie die Friedenstreffen von Assisi.
    Mittlerweile haben wir regelmäßigen Kontakt mit verschiedenen Dioalogeinrichtungen
    in Libyen, Ägypten und bald, wie ich hoffe, im Irak. Das alles schafft ein neues Klima, und ich denke, dass alle Gläubigen zusammenstehen müssen, um zunächst ihren eigenen Glauben zu leben – und in der Folge zu verstehen und zu respektieren, dass jemand, der anderes glaubt als ich, nicht notwendigerweise ein Feind ist, sondern ein Partner, ein Pilger zur Wahrheit so wie ich selbst.“
    -

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