„Kampf den Taugenichtsen“ – Papst ordnet Kontrolle der Kurienmitarbeiter an

Papst Franziskus und die Mitarbeiter an der Römischen Kurie(Vatikan) Im neuen Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium beschreibt Papst Franziskus einige Pathologien, an denen die Katholizität von heute leide. Dabei nannte er die „vermeintliche doktrinelle oder disziplinarische Sicherheit, die Anlass gibt zu einem narzisstischen und autoritären Elitebewusstsein, wo man, anstatt die anderen zu evangelisieren, sie analysiert und bewertet und, anstatt den Zugang zur Gnade zu erleichtern, die Energien im Kontrollieren verbraucht“ (EG 94).

Um eine Kontrolle ganz anderer Art geht es demnächst im Vatikan, nämlich um eine päpstliche Kontrolle.

Ab dem 1. Januar müssen alle Bediensteten des Kirchenstaates auf päpstliche Anweisung stempeln. Die neue elektronische Arbeitszeiterfassung betrifft alle Mitarbeiter der Römischen Kurie einschließlich aller Prälaten und Monsignori. Ausgenommen bleiben nur Kardinäle und Erzbischöfe. Dies berichtet das Wochenmagazin Panorama (vergleichbar dem deutschen Wochenmagazin Focus).

„So beginnt der Kampf von Papst Franziskus gegen die Taugenichtse, da die vatikanischen Angestellten bisher gewohnt waren, daß es keine Kontrolle über ihre Arbeitszeiten, über Arbeitsantritt und Arbeitsende gab“, so das Wochenmagazin.

Laut Panorama ist es Ziel der Maßnahme, „den Einsatz des Kurienpersonals zu optimieren und den einen oder anderen Priester für die Seelsorge freistellen zu können.“ Bisherige Versuche für mehr Kontrolle seien am Widerstand des Personals gescheitert, so das Wochenmagazin. Damit sei nun aber Schluß, denn Papst Franziskus habe die Sache selber in die Hand genommen und in Zusammenarbeit mit der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls, von der die Gehälter ausbezahlt werden, eine konsequente Kontrolle „für mehr Effizienz“ durchgesetzt.

Alle Mitarbeiter müssen ab 1. Januar eine Magnetkarte verwenden, um Zutritt zum Vatikan zu erhalten. Jeder Ein- oder Austritt wird elektronisch registriert, so Panorama. Papst Franziskus Haltung gegenüber der Römischen Kurie ist ambivalent. Bei verschiedenen Anläßen lobte er einerseits seine Mitarbeiter, im Scalfari-Interview bezeichnete er sie allerdings als „Lepra des Papsttums“. Inzwischen gab Scalfari bekannt, daß die Aussagen des Papstes im Interview von ihm formuliert wurden. Der Gründer von La Repubblica legt jedoch wert auf die Feststellung, daß das Interview inhaltlich „authentisch“ sei, dem Papst vor der Drucklegung vorgelegt und von diesem ausdrücklich auf Nachfrage gutgeheißen wurde.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Lettera43

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38 Comments

  1. Mitarbeiter als Lepra zu bezeichnen ist schon eine Besonderheit, die ich nicht annähernd charakterisieren kann.

    • Solche Metaphern stammen aus dem Wörterbuch des Unmenschen. Wir hatten ja mal eine Herrenelite im Land hier, die auch solche Krankheitsmetaphern für eine Gruppe von Menschen benutzte.

  2. Richtig so. Wie in jedem Arbeiter- und Bauernstaat geht es jetzt den Faulpelzen im Vatikan an den Kragen, die der Vollbeschäftigung im Wege stehen. Fehlt nur noch eine Stasi, die alles und jeden genaustens auswertet und kontrolliert. Das alles natürlich medienwirksam vermarktet, damit man unbedingt die ganzen Vorgänger in der 2000-jährigen Geschichte wie nutzlose, abgehobene, lächerliche Verschwender aussehen läßt, die nur daran dachten, in Saus und Braus zu leben. Ja, Papa Bergoglio arbeitet tatkräftig daran, bereits zu Lebzeiten heilig gesprochen zu werden.

  3. Furchtbar. Wer Mißtrauen sät, wird Mißtrauen ernten.
    Diese Gläubigkeit an modernistische Überzeugungen kommt eben auch hier zu tragen.

  4. Ein Hausherr, der seine Mitarbeiter,bevor er sie kennen gelernt hat heruntermacht in aller Oéffentlichkeit-ist das im Sinne des Evangeliums? Tun nicht manche vielleicht einen treuen Dienst für die Kirche, jahrzehntelang, ein ganzes Leben lang?mir graut!

    • Anderswo wird gerade der Brief der Lucrecia Rogo runtergemacht. Man verteidigt Hand in Hand mit den Modernisten diesen Unglückspapst. Papsttreu als Alleinstellungsmerkmal ? Vergessen wir nicht, er ist nur der „Stellvertreter“ mit beschränktem Wirkungskreis.

  5. Weiß jemand, wie man ohne „doktrinelle Sicherheit“ evangelisiert? Muss man da dem Taufbewerber erklären, dass man auch nicht so richtig weiß, ob es Gott gibt, aber man findet die Idee als solche ganz knorke?

    • Darüber stand neulich mal bei Vaticaninsider was zwischen den Zeilen. Ein mit Bergoglio eng befreundeter Priester (Foto im Link, der im Addidas-Anzug) hat es erklärt: Bergoglio und viele seiner Priester haben immer die Sakramente „mit Leichtigkeit“ verwaltet, was auf Deutsch übersetzt offensichtlich heißt: an jeden verschleudert. „Keine langen Fahrten oder katechetischen Vorbereitungen“ „ Begründung: Bergoglio glaubt daran, dass „die Gnade wirkt“, „er hat immer mehr an die Macht der Gnade geglaubt als an die Bedeutung der richtigen erzieherischen Vorbereitung und der Katechese vor Ausspendung der Sakramente“,„daher hat man in Buenos Aires, zuerst die Kinder getauft und dann die Familien begleitet“.
      http://vaticaninsider.lastampa.it/es/vaticano/dettagliospain/articolo/papa-el-papa-pope-bergoglio-27265/

      Dass man es früher anders gemacht hat, und niemanden getauft, von dem man nicht sicher war, dass er katholisch erzogen wird, weil die Taufe ein unauslöschliches Siegel ist, mit dem es einem in der Hölle schlechter geht als ohne, kümmert nicht. Das steht ja auch in dem Apostolischen Schreiben: Man soll nicht immer sagen, aber früher wurde es so gemacht…

      • Typisch Berdoglio. Er hat aber nicht nur bei den Modernisten und natürlich beim Mainstream seine Anhänger, sondern auch teuestens ergebene „Konservative“, die Kirche mit Papsttum verwechseln, ja, den Papst über die Kirche stellen. Es wird alles entschuldigt, was diese Fehlbesetzung des Stuhles Petri macht, falsch übermittelt, falsch verstanden, das wird uns erzählt. jetzt läßt man sich auch äußerst negativ über Lucrecia Rogo aus. Dieser Papst ist offensichtlich überfordert und falsch.

  6. Dieses Verhalten kennt man sonst aus „Org“-Gebäuden der Scientology. Was hier „Papst“ Franziskus macht, ist nichts anderes als ein totalitäres System zu schaffen. Dieses hat nichts mehr mit „Barmherzigkeit“ oder „Liebe“ zu tun! Dieses zeugt insgesamt von einem psychopathologischen Verhalten, was ich aus meinem Theologiestudium während des Studiums meiner humanwissenschaftlichen Anteile als „Paranoid-Schizoide“ Psychose kennen gelernt habe.

    Was soll dieses Tun noch, warum schließt er dann nicht den Vatikan, löst den Kirchenstaat auf und wird italienischer Staatsbürger? Warum unterwirft er, der sonst die Unbarmherzigkeit auch der heutigen Arbeitswelt anprangert, seine Mitarbeiter demselben Regime? Das hat doch alles keinen Sinn mehr. Er sollte freiwillig zurücktreten! Es ist einfach unvorstellbar, daß Prälaten und Priester die mit dem unauslöschlichen Prägemal als Kleriker aus dem Volk erhoben worden sind, so gedemütigt werden! Seine Paranoia gilt JEDEM PRIESTER.

    • „Was hier ‚Papst‘ Franziskus macht, ist nichts anderes als ein totalitäres System zu schaffen.“ !!!
      Wie lange ist es dann noch bis zum implantierten elektronischen Chip…?

  7. HOHOHO! Das ist doch Turbokapitalismus vom Feinsten. Die Mitarbeiter schikanieren und kontrollieren und die Bonzen und der große Vorsitzende genießen jede Freiheit.
    Sarksmus aus.

  8. Wie sagte einst Lenin? „Vertrauen ist Gut ,Kontrolle ist besser “.Ich habe schon einmal darauf hingewiesen : Im Vatikan hat nach dem Einzug der Homolobby und Freimaurer,nun der Kommunismus sein Panier aufgeschlagen.Der neue Papst machts möglich.

    • Der Kommunismus hat im Vatikan schon seit 50 Jahren seine Zelte aufgeschlagen beginnend mit „Mater et Magistra“ und der von Sowjets und anderen Kommunisten bejubelten Enzyklika „Pacem in Terris“, nur so krass wie jetzt ist das noch nie aufgefallen und auch jetzt merken es ja viele noch immer nicht.

  9. Bei Staatsmitarbeitenden ist es eigentlich ganz normal, dass die Arbeitszeit erfasst wird. Warum soll das auch nicht im Vatikan so sein? Da sehe ich überhaupt kein Problem.

    • Nein, das ist nicht normal – welcher Beamte hat eine Stechuhr? So was, Halleluja und Amen, gibts nur da, wo man eine schuftende Arbeiterschaft drangsaliert und ausbeutet, in den Fabriken und den Callcentern. Da, wo der Arbeiter nur noch „Manpower“ ist.
      Je „gehobener“ eine Stellung, desto weniger wird kontrolliert.
      F. drückt seine Mitarbeiter nun auf Prolo-Niveau.
      Wobei er selbst sich jede Unregelmäßigkeit gönnt, die ihm durch den Kopf fährt. Er ist ja der große Papst.
      Ja, was ist das?
      Kennen wir das nicht aus der Wirtschaft? Aus der gescholtenen kapitalistsichen Wirtschaft oder anders: „L‘état c‘est moi!“
      Nach dem Motto verfahren immer mehr, auch der Ober-Bürgermeister von Karlsruhe. Wer nicht genau hinsieht, hört ein Lämmlein blöken. Aber bei einer intelligenten und kritischen und wachsamen und an der realen, ganz konkreten Wirklichkeit orientierten Schau entdeckt man in diesem Vexierbild einen tyrannischen, unmenschlichen Wolf.
      Klar, das ist heute normal. Da haben Sie schon recht.
      Die Tyrannen sitzen in den Startlöchern.
      Klar, das muss endlich auch in den Vatikan, sicher, das hat dort noch gefehlt…
      Wann kauft F. sich für sehr viel Geld ein paar neue, auf armselig getrimmte schwarze Schuhe?

      • danke, [email protected] ist wohl ganz und gar dem mainstream verfallen,ein Bergoliofan,welcher dem äusseren Wohlgefallen fröhnt, da gilt nur Gier, Materialismus,Totalitarismus.Daher nieder mit allen Traditionen vorwärts,vorwärts,secundum illud:wir zerstören alles!Gute Reise!

      • Wie kommen Sie auf die Idee, Beamte müssten nicht „stechen“? Im öffentlichen Dienst müssen Beamte und Angestellte selbstverständlich ihre Arbeitszeit erfassen. Daß Beamte laut Beamtenrecht theoretisch „immer im Dienst sind“, ändert daran nichts. Manche Dienstellen haben allerdings die Möglichkeit, die Details in Abstimmung mit dem Personalrat eigenständig zu regeln.

        Es mag sein, dass es für bestimmte Führungskräfte, etwa die Abteilungsleiter oder die „politischen Beamten“, Sonderregelungen gibt, weil man von ihnen aufgrund ihrer Position erwartet, daß sie Überstunden geltend machen.

        Aber da sind Ausnahmen.

        http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/azv/gesamt.pdf‎

        Daß der Papst mit dieser Verordnung seine Mitarbeiter auf „Prolo-Niveau“ drücke, sehe ich nicht. Der Vatikan ist doch auch die oberste „Verwaltungsbehörde“ der Weltkirche, also werden dort auch Aufgaben erledigt, die nicht geistlicher Natur sind. Also warum dann keine Zeiterfassung der Mitarbeiter?

        Natürlich kann man diese Maßnahme als Zeichen des Mißtrauens sehen. Es könnte aber auch ein Zeichen von Ehrlichkeit sein, in dem man Sonderregelungen und Privilegien abschafft, wo sie nicht zwingend geboten sind.

        Daß die Kirche auch ihre nicht in geistlichen Funktionen tätigen Mitarbeiter etwa zur Einhaltung der kirchlichen Regeln in Fragen von Ehe und Moral verpflichtet, ist sicher gerechtfertigt, eine Befreiung von der Zeiterfassung nicht.

        Daß der Papst und die Kardinäle nicht „stechen“ muss auch kein Zeichen von Überheblichkeit sein. Oder glauben Sie, daß Frau Merkel oder die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten beim Betreten oder Verlassen ihrer Büros „stechen“?

      • Das Prolo-Niveau sehe ich auch nicht. Die höheren Beamten machen doch ihre Überstunden gerade nicht geltend. Das aber nur am Rande. Es geht um Franziskus. Der Papst ist jetzt Zentrum. Eigentlich sollten wir uns um den Glauben kümmern, jetzt schlagen wir uns mit den Schnitzeljagd-Äußerungen des Papstes herum.
        Immerhin kommen wir durch seine Amtsführung zum Ergebnis, dass die Kirche (ius divinum) auch von ihm nicht zerstört werden könnte.

      • „Daß die Kirche auch ihre nicht in geistlichen Funktionen tätigen Mitarbeiter etwa zur Einhaltung der kirchlichen Regeln in Fragen von Ehe und Moral verpflichtet, ist sicher gerechtfertigt, eine Befreiung von der Zeiterfassung nicht.“

        Nach den ungeistlichen Einwürfen von unseren Bischöfen nd nun auch dem von Rom sollten Sie sich in diesem Satz an die Realitäten anpassen und umkehren.

        Egal, welche Moral einer lebt – wehe man denkt darüber auch nur kritisch! Aber die Kirchensteuer muss bezahlt werden, sonst bist exkommuniziert. Und nun auch Zeiterfassung mit Chip.

      • …ach ja, und der Link funktioniert nicht. Übrigens bin ich Beamtentochter – da wurde nicht „gestochen“. Es ist ein Unterschied, ob es einen verbindlichen Zeitplan gibt, oder ob einer mich mit Kontrollmethoden ständig bei der Einhaltung überwacht.
        Aber als ich in den Semesterferien gejobbt hab als „Arbeiterin“, da musste ich „stechen“.
        Kann aber schon sein, dass in unserer totalitären Arbeitswelt der Zeitgenosse den Unterschied nicht mehr kennt. Kann schon sein.

      • Das mit dem Link tut mir leid. Dies ist der Link zur Hauptseite:

        http://www.gesetze-im-internet.de

        Ich weiß nicht, wann im Öffentlichen Dienst in Deutschland die Zeiterfassung eingeführt worden ist. Als ich vor 16 Jahren dort anfing, gab es das bereits, wenn auch wesentlich unflexibler geregelt als heute .

        Ich kann auch Ihre Empörung darüber, daß Arbeitsbeginn und -ende, Pausenzeiten oder Dienstgänge usw. erfasst werden, nicht verstehen.
        Wieso das „Kontrollmethoden“ einer „totalitäre Arbeitswelt“ sein sollen, die höchstens „Arbeitern“ zuzumuten sind, kann ich nicht nachvollziehen.

        Könnte es sein, daß Sie als freie Künstlerin so sehr daran gewöhnt sind, Herrin Ihrer Zeit zu sein, daß Sie die in vielen Bereichen der Arbeitswelt übliche, normale und in der Regel nicht als Gängelei empfundene Zeiterfassung als unzumutbare Einschränkung Ihrer Rechte empfinden?

        Das ist eine Frage, bzw. eine Mutmaßung, kein Vorwurf oder Kritik. Sie „dürfen“ das ja so sehen, ich sehe es eben anders.

      • Auch freie Künstler haben feste Zeitvorgaben – Proben, Auftritte, Soundchecks, ich unterrichte – glauben Sie, da kann ich gerade machen, was ich will?
        Außerdem bin ich auch Mutter und habe einen straffen Zeitplan. Schulbeginn, Kind zum Klavierunterricht und Arztterminen kutschieren, was denken Sie. Abgabetermine, Sitzungen, etc. etc.
        Wahrscheinlich muss ich mehr nach Zeitplan arbeiten als Sie alle zusammen.
        Aber darum geht es nicht.
        Ich sagte auch nicht, dass man Arbeitern das gut zumuten darf, anderen aber nicht.
        Was ich meinte ist, dass die Behandlung des Mitarbeiters als „Manpower“ oder „Humankapital“, wie man so oft sagen hört, erst zu diesen überzogenen Kontrollmethoden geführt hat.
        Das geht ja nicht nur um die Erfassung der Arbeitszeiten (Beginn und Ende), sondern in manchen Berufsgruppen inzwischen um die Dauer jedes Handgriffs (z.B. der Pflege).
        Und es war die kapitalistische Industrie“kultur“, die anfing, nicht mehr auf den einzelnen Arbeiter zu schauen und statt dessen die Kontrolle nach dem Gießkannenprinzip, die aber immer auch totalitär ist, eingeführt hat. Es wäre keinem Meisterbetrieb je eingefallen davor, in dieser Weise seine Gesellen zu kontrollieren…
        Dass nun der Vatikan meint, er müsste Methoden einführen, die gewiss nicht gerade dem menschenfreundlichsten System entstammen, ist für mich ein Skandal. Falls dort wirklich ein paar Schlamper und Penner sitzen sollten, kann man sie anders an ihre vertraglichen Pflichten erinnern… Außerdem stinkt der Fisch bekanntlich vom Kopf an – seht euch doch den anarchischen Papst an. Was soll man da noch von den Mitarbeitern erwarten?

      • Es geht ja nicht um dieses Detail, das doch nur anzeigen soll, wieviele Gesichter der Papst, der von allen geliebt werden will (Lucrecia Rogo), hat. Die Vatikanmitarbeiter sind wohl die „Bösen“, Ränderbewohner dagegen wird das volle Verständnis Bergoglios zu Teil.

      • Was sind denn „Ränderbewohner“?

        Und wenn ich sehe, welche Aufregung und Empörung die Einführung einer Stechuhr im Vatikan hier hervorgerufen hat, ist es wohl nicht nur ein „Detail“

  10. Erinnern wir uns ein Mitglied des Küchenkabinetts kommt ja von einer der größten Unternehmensberatungen der Welt.
    Hier wird ein in Konzernen erprobtes Instrumente zur Kontrolle und Aussortierung von Mitarbeitern eingesetzt.
    Der Einfluss der Unternehmensberatung erklärt auch die Strategie und das Taktieren des Bischofs von Rom vor, bis und mit seiner Regierungserklärung. Wir werden den Einfluss erneut sehen wenn die ausgewählten Kardinäle „ihre“ Ergebnisse präsentieren. Bei Beratungen ist es immer so dass das Ergebnis vorher feststeht und dann nur ein Pseudo-Prozess der scheinbaren Objektivität und Neutralität durchgeführt wird.
    Mit dem Mitarbeiterkontrollkonzept
    Kommt jetzt die lange angekündigte Entfernung von nicht zur Neuausrichtung passenden Mitarbeitern aber auch geweihte Diener.
    Dies wird automatisch auch zur Disziplinierung aller, auch nicht unmittelbar betroffener Kirchenmitarbeiter, auch von geweihten Dienern, führen.
    Die Maxime ist bereits formuliert, was sagte der Bischof sei Sünde? Die Korruption. Ja, wer sich da was zuschulden kommen ließ, der geht besser freiwillig oder wird gegangen.
    Übrigens erinnern wir uns in dem Zusammenhang an die Aussage auf dem Rückflug von Rio, zur Frage von Homosexualität, hier ist die Lobby Sünde, welche aber nicht aufzufinden ist (war) und weiter zur Frage Frauen in Priesteramt, hier sagte er sei die Zeit noch nicht reif. Wie ist das, wenn die Regierungserklärung so nach 1 Jahr umgesetzt ist? Ist dann die Zeit reif? Wie ist dann die Position zur Sexualisierung und Familie?
    Es ist klar hier ist alles bereits gedacht und auf den Weg gebracht. Es wird step by step abgearbeitet. Wir haben es hier mit einer knallharten weltlichen Machtpolitik zu tun.

    • Den Eindruck habe ich tatsächlich auch.
      Allein schon das Anfangs-Zitat oben im Artikel ist ein Hohn auf jeden Gläubigen der Gegenwart und Vergangenheit, auf jeden Heiligen, der sein Leben für den Ernst des Evangeliums einsetzte.
      Alles, was bei F. fromm klingt, ist kalt. Es fehlt darin diese Flamme der Liebe und des Geistes. Mir scheint, das wirft er den neokonservativen „Dummköpfen“ hin, damit sie sich daran berauschen, mit ihrer Papolatrie und Infantilität beschäftigt sind, anstatt aufzupassen und wachsam zu bleiben.
      In Wahrheit passiert vorrangig das, was Sie beschreiben. Das ist auch mein Eindruck. Und das Volk lässt sich täuschen.
      Es ist auffallend, wie viele Katholiken momentan eben doch genau erkennen, wer F. ist. Wie viele klare Statements sind seit März erschienen?! Sehr viele, muss man zugeben. Den Papst kratzt das nicht. Auch hier eiskalter Geschäftsmann. Betreibt raffiniertes Beschwerdemanagement, setzt zur Befriedigung der Verunsicherten ein Steinchen kurzfristig wieder zurück und holt dann zu einem umso größeren Schritt in den Abgrund aus, der die, die dann noch befriedigt darüber sind, dass das Steinchen etwas zurückgesetzt wurde, absolut kalt überrascht und reaktionsunfähig macht.
      Selbst wohlwollendsten und papstfreundlichsten Leute auch in meinem Umfeld sind inzwischen beschlichen von einem so starken Unbehagen, dass man es förmlich donnern hört. Und die Unverschämtheit undd er Hohn der Ungeister in der Kirche bricht seit März ungehemmter hervor als je.
      Was ich aber wirklich bedenklich finde, ist dass F. das, was uns Jesus überliefert hat in seiner konkreten Formulierung als etwas Böses hinstellt. Wir wissen alle, dass es eine unvergebbare Sünde ist, wenn einer, der einmal wusste, wer Jesus war, ihn oder das, was er uns gegeben hat, nicht nur verrät – das wäre vergebbar – sondern als „böse“, also „teuflisch“ bezeichnet. Schon die Worte Kardinal Marx‘ haben mich ins Mark erschreckt: er will „Buße tun“ dafür, dass die Kirche den Auftrag hinsichtlich Hölle und Fegfeuer getreulich ausgeführt hat seit 2000 Jahren. Das heißt doch, er nennt das, was auch Jesus gelehrt hat, sündhaft, als von Gott abgefallen und damit dämonisch.
      In ähnliche Richtung geht Bergoglio.
      Mir kann es da nur kalt den Rücken runterlaufen.
      Immaculata bewahre unsere Seelen vor diesem furchtbaren Geist und bitte für uns unablässig vor Gott!

      • Sie haben vollkommen recht @zeitschnur! Es ist der Prozess der Umwertung aller Werte, alles bis dato fest Geglaubte wird nun nicht mehr nur in Frage gestellt oder uminterpretiert, es wird als Böse und Verwerflich deklariert! Und in dem Sinne wird es noch weiter gehen, wir werden die Entfernung der Tabernakel erleben, die sich in der Einführung der Volksaltäre ja schon angekündigt hat, das Kreuzesopfer Jesu Christi wird verhöhnt werden. Ich habe mich gegen Endzeitprophetien immer damit getröstet, dass die Kirche schon Schlimmeres in ihrer Geschichte durchgestanden hat, Gegenpäpste, moralisch verkommene Päpste, Intrigantentum und Verrat, aber das, was jetzt geschieht, hat eine ganz neue Qualität, das hat es meines Wissens in der Geschichte der Kirche noch nie gegeben: der Stellvertreter Christi höchstselbst erklärt die Lehre der Kirche für obsolet und beabsichtigt ihre hierachisch-zentralistische Verfasstheit aufzulösen. Ich glaube, wir sind nun wirklich in ein finales Stadium eingetreten.

      • Herr Bergoglio, der Bischof von Rom ist nicht der Stellvertreter Christi. Er ist der „Präsident“ der 20 Köpfe im Vatikan.
        Ein Präsident präsentiert das Unternehmen, welches anderen gehört, andere mangen und leiten.
        Er hat nach außen die Aufgabe, der Zielgruppe gegenüber Kontinuität, Seriosität bezüglich des neunen Produktes, „Christus der Moderne“, „Christus light“ oder „Christus soft“ zu vermitteln. Das bedeutet so viele wie möglich der bisherigen, treuen Kunden zu halten und die gewünschte Zahl neuer Kunden zu erreichen und gleichzeitig mit dem neuen Produkt in neue Zielgruppen und Märkte vorzustoßen. Dabei hat das alte Produkt ausgedient, es gibt nur noch eine blasse, virtuelle Kopie. Wäre das anders hätte man ja kein neues Produkt und könnte damit auch das Unternehmensziel nicht erreichen.
        Die „alten“ nicht wandlungsfähigen Repräsentanten des „alten Produktes“ müssen natürlich das Unternehmen verlassen.
        Der Präsident hat seinerseits auch nur eine Aufgabe für eine Übergangszeit. Denn trotz all seiner Anpassungsfähigkeit ist er nicht anpassungsfähig genug.

    • Sehr gut analysiert @Gerd Hengsberger! Dieser Plan wurde sicher schon während der Amtszeit Johannes Pauls II. ersonnen. Benedikt war ein Betriebsunfall, und als sein Gegenkonzept, die Versöhnung mit der Tradition, trotz aller Querschläge in einem erneuten Aufleuchten der alten, fast schon zu Tode reformierten und abgeschafften Ecclesia catholica gefährlich nachhaltige Früchte zeitigte, musste er schnellstens weg. Bergolio ist nun der Garant einer erfolgreichen Umsetzung dieses Plans. Die Stechuhr ist nur eines in einer ganzen Reihe von perfiden Mitteln, die vornehmlich der Einschüchterung der Kurienmitarbeiter dienen. Mit dem alten Konzept von Zuckerbrot und Peitsche schafft man sich eine gefügige Masse, die man ohne nennenswerte Gegenwehr nach Herzenslust manipulieren, entrechten, marginalisieren und deren man sich letztlich bei Bedarf auch ganz entledigen kann.

  11. Es gibt einen sehr guten Spruch der auf die irdischen Verhältnisse zutrifft:
    „Wie der Herr so es Gscherr“ mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  12. Stand in der apostolischen Exhoration nicht was von wegen keinen Kontrollzwang und Vertrauen und die Menschen sind doch gut und so?
    Also wenn dem doch so ist, dass geistliche Dinge nciht kontrolliert werden sollen und da (im Geistlichen) keinerlei Vorgaben gemacht werden dürfen, weil die Schäfelein ja schon selber wissen was gut für sie ist….
    Wenn dem so ist, dann müsste man das doch seinen Mitarbeitern ein klein wenige mehr vertrauen.
    Aber das ist ja alles Lepra und deshalb hat man als allererste Amtshandlung ja die Papstneuwahlgratifikation gestrichen.

  13. @Chorbisch
    Vielen Dank für Ihren Post! Genau so ist es.
    @Hedi Züger
    Das stimmt, ich bin ein grosser Bergolio-Fan. Gotte segne und schütze ihn!
    Der Rest ist Quatsch, was sie schreiben.

    • Jetzt brauchen die Päpste auch schon Fans. Früher war der Papst noch der Papst und er redete, was katholische Sache ist, ohne auf Fernsehen, Presse und die Andersgläubigen in der Frage der Wahrheit Rücksicht zu nehmen.

    • das ändert leider nichts an dem was ich eben geschrieben habe-es ist meine Sicht der Dinge, wenn ich ihre postings jeweilen lese- und übrigens im nächsten Pontifikat werfen wir gewiss noch manche Ueberraschungen erleben- auch Sie,wie ich vermute-kein Quatsch! Damit wünsche ich Ihnen alles Gute! videbimus videbimus!

  14. Ein Detail ist ein Detail. Die Einführung der Zeiterfassung ist so ein Detail. Das kostet auch eine Stange Geld, das den Armen, den wirklichen Armen besser zu Gute gekommen wäre.
    Armut ist eben relativ in dieser und jener Hinsicht.
    Ränderbewohner sind die Leute, um die sich Berdoglio in dem Interview bemüht hat. Anmerkung noch: Dass der Interviewer so viel frei erfunden hat, glaube ich nun auch wieder nicht. Man ist offenbar um Schadenbegrenzung bemüht wie wohl auch bei den Fehlern in der deutschen Übersetzung der merkwürdigen Freude des Papstes.

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