Das neue „Gotteslob“ – erste Durchsicht

Umschlagvon Ulrich Terlinden

Das neue Gotteslob ist gedruckt und wird gerade an die Gemeinden ausgeliefert. Nach einigen Tagen des Studiums ist mein Eindruck durchaus gemischt.

Lieder

Der Liedteil hat gegenüber dem Vorgängerbuch sehr gewonnen: Viele schöne neue Lieder sind hinzugekommen, nicht wenige qualitätvolle aus der protestantischen und anglikanischen Tradition. Ich freue mich über die deutsche Fassung von Veni, veni, Emmanuel (nGL 222, leider mit dem politisch korrekten „Immanuel“, der ja doch über das lateinische „Emmanuel“ zu uns gefunden hat). Manche Hymnen aus dem Stundenbuch haben mit schönen Melodien Einzug gehalten.

Wenige liebgewonnene Lieder sind entfallen. Warum dazu auch das beliebte Zieh an die Macht, du Arm des Herrn (aGL 304) gehört, entzieht sich meiner Kenntnis. Waren die „Macht“ Gottes und der „Kampf“ der Gläubigen Stein des Anstoßes?<
Manche Lieder haben ihren alten Text wiederbekommen (so kommt inSagt an, wer ist doch diese „die Braut“ wieder „aus Nazaret“ – immer noch ohne „h“). Schön ist auch, daß Herz Jesu, Gottes Opferbrand undHerr, ich bin dein Eigentum Aufnahme gefunden haben. Schade ist, daß die unpopuläre Melodie von Alle Tage sing und sage nicht durch die sogenannte alte ersetzt oder wenigstens ergänzt wurde. Gleiches gilt fürMaria, breit den Mantel aus. Bedauerlich auch, daß die dritte Strophe von Beim letzten Abendmahle bei der dünneren jüngeren Fassung „aus liebevollem Sinn“ bleibt, statt zu „am blutgen Kreuzaltar“ zurückzukehren. Bei Christ ist erstanden hat man die „Zwitter“-Melodie des alten Gotteslob beibehalten, die ein Kompromiß zwischen katholischer und protestantischer Fassung sein wollte. Das Evangelische Gesangbuch von 1996 (EG 99) hat die Fassung des alten Gotteslobs übernommen, aber die veränderte, jubelnde Melodie der Halleluja-Strophe beibehalten. Das neue Gotteslob ignoriert dieses Entgegenkommen der Protestanten und bleibt bei der 1970er-Jahre-Fassung. Aber sei’s drum. Insgesamt ist der Liedteil des neuen Gotteslobs ein Gewinn!

Liturgischer Teil

Auch der liturgische Teil kann sich sehen lassen: Messe, Laudes und Vespern sind mit Lesungen und Orationen versehen, so daß man im Notfall keine liturgischen Bücher braucht. Schön, daß es nun eine Totenvesper gibt. Auf die Stundenbuch-Hymnen hatte ich schon hingewiesen. Die Responsorien enden auf „Ehre sein dem Vater…“ und nicht mehr auf „Singt das Lob des Vaters…“, wie man auch bei den Psalmen, deren Ton und Sprachfluß es verlangen, den Mut zum Dativ-E hatte („Ehre sein dem Vater und dem Sohne…“). 68 Psalmen haben Aufnahme gefunden; im alten Gotteslob waren es (je nach Zählweise) 76. Zum Teil sind sie jetzt ungekürzt (etwa Ps 121/122, aGL 692, nGL 68), aber eben nur zum Teil: In Ps 136/137 (nGL 74) oder Ps 138/139 (nGL 657) fehlen nach wie vor die von Papst Paul VI. als unchristlich verdammten Verse – und zwar ohne daß das angemerkt wäre. Diese Unterlassung hat dann doch einen merkwürdigen Beigeschmack.

Die lateinischen Ordinariumsgesänge (Choral ist unschön immer noch im 5-Linien-System wiedergegeben) sind um das wunderbare Kyrie der 11. Messe (für Sonntage) erweitert. Leider ist im Meßteil nur der II. Kanon abgedruckt – allerdings in der revidierten Textfassung, die ja nun, wie man hört, doch nicht erscheinen soll.

Litaneien

Die Litanei vom Heiligsten Sakrament im alten Gotteslob (767) war geistlich tief und auch gut für eucharistische Betstunden mit leseschwachen Kindern und Jugendlichen geeignet; sie ist nun ersetzt durch die Litanei von der Anbetung Christi (nGL 562), die auch schön ist, aber mit einem einzigen, recht langen Kehrvers und ohne Bitten auskommt.

HHausandachten

Eine häusliche Adventsfeier ist sicher eine gute Idee. Eine eigene für den Heiligen Abend, die ja nur einmal im Jahr zu gebrauchen ist, ist vielleicht – von der Vergabe des zur Verfügung stehenden Platzes her – ein wenig „opulent“.

Gebete und Andachten

Der Gebetsteil des neuen Gotteslobs ruft Beklemmung hervor. Gegenüber dem Vorgängerbuch ist bei Andachten wie „privaten“ Gebeten ein fast vollständiger Kahlschlag erfolgt. Sicher stand nicht alles, was im alten Gotteslob zu finden war, auf der Höhe der abendländischen Spiritualitätsgeschichte. Aber es gab eben doch das Allgemeine Gebet (aGL 790, 2) des heiligen Petrus Canisius (früher Bestandteil jedes katholischen Gebetbuchs in deutscher Sprache), es gab das Gebet zum Heiligsten Herzen Jesu von Margarita Maria Alacoque, auf die die Herz-Jesu-Verehrung zurückgeht (aGL 780, 6, fehlt in der neuen Herz-Jesu-Andacht nGL 676, 3), es gab eine Fülle von kurzen Gebeten, die für die persönliche Andacht, als Bußgebet nach der Beichte oder auch als Kommuniongebet gut geeignet waren. Ich vermisse das Gebet Papst Clemens XI., (aGL 8, 1), das schöne Gebet um Humor (aGL 8, 3) und andere. Merkwürdig gekürzt ist das Gebet Ich komme wie ein Kranker zum Arzt des Lebens vom heiligen Thomas von Aquin, aGL 374, 5 vgl. nGL 8, 4).<
Im neuen Gotteslob sind zwar durchaus gute und auch klassische Gebete zu finden. Doch an die Stelle vieler alter Gebete sind solche von noch lebenden, bekannten und unbekannten Personen getreten. Sie sind meist „zeitgemäß“, also in leicht verständlicher Sprache und ohne sperrige Begriffe verfaßt. Man merkt ihnen beim ersten Lesen an, daß sie sich schnell abnutzen werden. Manches ist modisch („Du Gott des Aufbruchs…“ nGL 13, 5, „Maria, ich nenne dich Schwester“ nGL 10, 2) und atmet eher den Geist der 1970er als den der Ewigkeit.

Warum?

Die Herausgeber meiden offenkundig Gebete der Tradition, z. B. das des heiligen Thomas (aGL 7, 6), in dem es heißt: „Laß mich gehorsam sein ohne Widerspruch, arm im Geiste ohne Niedrigkeit der Gesinnung, rein ohne Flecken, geduldig ohne Klage … wahrhaft ohne Trug.“ Nun begegnen wir eher Formulierungen wie „ich sehe in deinem Gesicht die Würde und Hoffnung der Frauen, wir trauen gemeinsam dem Licht, wir singen gemeinsam das Lied der Befreiung, wir tragen es in die Welt“ (nGL 10, 2). Warum?

Ja, manche alte Gebete sind sperrig. Man muß sich eben daran abarbeiten, sie sich mühevoll zu eigen machen, sie begreifen, so wie man den Genuß guten Weines in all seinen Nuancen lernen kann. Dann aber sind sie zu einem persönlichen Schatz geworden. Die oft seichten neuen Gebete erheben diesen Anspruch nicht. Sie sind leichte Kost, schnell langweilig, fad, wenig nahrhaft.

Ein Freund, vor einigen Jahren konvertiert, betet mit Inbrunst das Gebet „Heiliger Michael, verteidige uns im Kampfe“. Sicher, das „schockt“, ist „politisch unkorrekt“, aber es ist kernig und drückt für ihn etwas von der Situation der Gläubigen in einer gottvergessenen Zeit aus, das übrigens unser Herr Jesus Christus selbst in aller Klarheit gekannt und gesagt hat (Mt 10, 34). Der Freund wird im Gebetsteil des neuen Gotteslobs wenig Anregung für sein Beten finden. So erstaunt es auch nicht mehr, daß das St. Michaelslied Unüberwindlich starker Held(aGL 606) fehlt – um so bedauerlicher, als der Engelsfürst doch Patron Deutschlands ist.

Steht hinter einem solchen Konzept die Angst anzuecken? Traut man den Gläubigen die Tiefe und Fülle des klassischen christlichen Gebetsschatzes nicht mehr zu, fürchtend, daß sie daran Anstoß nehmen? Sorgen die Herausgeber sich, daß Niveau die (ungläubigen, suchenden) Menschen verschrecken könnte? „Das neue Gotteslob kommt zehn Jahre zu früh“, prophezeite vor Jahren ein Freund – und hat recht behalten. Die überall, auch im Liedteil des neuen Gotteslobs beobachtbare Wiederentdeckung der Tradition, der Reiz des Alten, das uns heute kostbar erscheint, Neues sagen, uns bereichern und stärken kann, hat im Gebetsteil wenig Beachtung gefunden. Er ist leider noch geprägt von einer anbiedernden Haltung („Wir sind gar nicht so schlimm, komm, ich erklär’s dir“). Es hat über weite Strecken weniger Gott und dessen heilsame Verehrung als den Menschen im Blick, dem man wenig Verständnisfähigkeit und Auseinandersetzungsbereitschaft zutraut, und offenbart darin eine unterschwellige Arroganz. Und selbst wenn viele Zeitgenossen nicht bereit sein sollten, sich mit Sperrigem auseinanderzusetzen, werden sie sich auch durch das neue Gotteslob nicht überzeugen lassen. Das haben die niedrigschwelligen und erklärungsdurchsetzten Liturgieversuche der letzten Jahrzehnte gezeigt.

Kunst

Vergleichbares gilt für die „Kunst“, die das neue Werk ziert. Es sind – oft unmotiviert plazierte – Strichzeichnungen. Bereits auf dem grauen Buchumschlag erscheint eine dem Adobe-Logo ähnelnde Grafik. Um mit Luther zu fragen: Treibt das Christum? Oder erinnert solche Kunst nicht eher an des Kaisers neue Kleider oder an die fingierte Kunstlieddarbietung von H. P. Kerkeling („Der Wolf, das Lamm – Hurz“), wie ich in einem Gespräch mit Studenten über das neue Gotteslob hörte?

Wohin soll das führen?

Angenommen, ein Religionssoziologe aus Fernost erforscht die katholische Kirche in Deutschland. Er weiß aus Studien, daß vor 50 Jahren die katholischen Priester zum Beginn des Kultes mit den am Altar mitwirkenden Laien folgendes, aus der jüdischen Mutterreligion übernommenes Gebet gesprochen haben: „… Sende dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten; sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung. So will ich zum Altar Gottes treten, zu Gott, der meine Jugend erfreut. Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, Gott, mein Gott. …“ – und das in lateinischer Sprache. Nun studiert der Forscher das neue Gotteslob, in dem als Gebet „zur Vorbereitung auf den Gottesdienst“ folgendes vorgesehen ist: „Gott, du lädst mich ein zum Gottesdienst. Ich bin gekommen und stehe jetzt vor dir. Ich darf dir dienen. Du bist ganz nahe in deinem Wort und im Heiligen Brot (sic!!). Dafür danke ich dir. Amen.“ (nGL Bistum Münster 705, 4) Welche Schlüsse in Bezug auf den Zustand der Religionsgemeinschaft (Niveau, Selbstbewußtsein und -anspruch, Vitalität) wird der Forscher aus seiner Beobachtung ziehen?

Fundort: Allotria Catholica

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Herbert Johann

Was soll das Adobe-Logo auf dem Einband? Warum kein PX oder gar ein Kreuz?

Leo Laemmlein

Adobe?
Eher ein Aschera-Symbol:
http://gloria.tv/?media=455356

zeitschnur

Gute Frage – das ist jetzt Mode, solche seltsamen Hullahupp-Symbole zu nehmen (unsere Seelsorgeeinheit hat sich ein solches auch gerade gegönnt, ein sehr swingendes Doppelkreuz im Stil zweier tanzender Menschen, eng umschlungen). Motto: wir sind so inspiriert und so locker, nicht mehr so steif wie früher.

Über die ästhetische Qualität kann man nur – sagen wir: unterschiedlicher Meinung sein!

Gerd Hengsberger

Das ist kein Hullahupp-Symbol. Das ist das Neue Symbol der Ein-Welt-
Religion, welches das Kreuz mit Korpus in der katholischen Kirche ersetzen wird.
Jesus wird auf kreative Weise entfernt. Die wahren Gläubigen werden noch glauben können das Jesus weiter in dem Kreuz enthalten ist. Aber es ist es nicht.
Hier ´treffen die 3 monotheistischen Religionen gleichberechtigt aufeinander.
Jeder Bogen steht für eine dieser Religionen- oder?

zeitschnur

Sehr spekulativ… um das so zu behaupten bräuchte ich einfach noch ein paar harte Fakten.
Man läuft sonst Gefahr, vor allem selbst sehr kreativ zu werden im Hellsehen, was andere gemient, aber nicht gesagt haben.
Haben Sie harte Fakten?
Würde mich interessieren.

Gerd Hengsberger
Sie haben doch schon die vielen Änderungen gesehen. Sie sind von Ihnen selbst beklagt worden. Mit dem neuen Gotteslob halten sie eine neue Änderung in Ihren Händen. Ich habe heute noch einmal, ich habe heute noch einmal die Position der Freimaurer zur Religion gelesen. Für sie gilt als Religion diejenige „in welcher alle Menschen übereinstimmen“ Auf Basis des Sittengesetzes (!?) gilt die „absolute Gewissensfreiheit“. Ich denke das kommt Ihnen bekannt vor, der Umgang mit anderen Religionen und die Aussage ´zur Gewissensfreiheit. Die Frage die sich stellt, was steht dem im Wege? Der Heiland und seine Lehre! Folglich, das Kreuz mit… weiter lesen »
arrow

Weiß jemand, ob „Strenger Richter aller Sünder“ und „Wie gut, dass ich katholisch bin“ drin sind?

arrow
Fehlt dieses herrliche Lied wirklich: 1. Zieh an die Macht, du Arm des Herrn, wohlauf und hilf uns streiten. Noch hilfst du deinem Volke gern, wie du getan vorzeiten. Wir sind im Kampfe Tag und Nacht, o Herr, nimm gnädig uns in acht und steh uns an der Seiten. 2. Mit dir, du starker Heiland du, muß uns der Sieg gelingen; wohl gilt’s zu streiten immerzu, bis einst wir dir lobsingen. Nur Mut, die Stund ist nimmer weit, da wir nach allem Kampf und Streit die Lebenskron erringen. 3. Drängt uns der Feind auch um und um, wir lassen uns… weiter lesen »
Leo Laemmlein

Ein Priester aus einem süddeutschen Bistum schrieb, dass im neuen Gotteslob aus den Fronleichnamsgesängen des hl. Thomas von Aquin diejenigen Strophen eliminiert sind, die deutlich die Realpräsenz aussprechen.

hedi züger
das Auslassen der Bezüge zur Realpräsenz im hochheiligen Sakrament in den Hymen des hl. Thomas von Aquin ist und bleibt für mich satanisch!so hat der grosse Abfall zur Reformationszeit psychologisch begonnen, den eingewurzelten tiefen Glauben an die wahre Gegenwart Christi als Gott und Mensch beim einfachen Volk tropfenweise auszuhöhlen,zunächst durch kleine Zeichen-die elevatio wurde unterlassen,ebenso der Kanon, die Kniebeugen und Kreuzzeichen, dann die Paramente, alle Zeremonien etc.-so gehen diese Dinge ab wenn der fehlgeleitete Verstand sich über dem Glauben wähnt. das liegt alles auf dem Weg zum Schisma, zum Untergang der Einheit.Kein Theologe hat die Theologie des Allerheiligsten Sakramentes so… weiter lesen »
Ralph

Adobe ? Aschera ? Mußte mich erst informieren. Braucht man das jetzt für das Gotteslob ? Nur keine Flagge zeigen, das könnte jemanden aufregen und die Zahl der Aufregungsberechtigten dünkt sich immer größer. Ich habe im Bücherschrank nachgesehen. Selbst in einem älteren evangelischen Gesangbuch ist ein Kreuz vornedrauf und nicht so ein Designerding. Ein schlichtes Kreuz sagt mehr als manches Wort von diesem oder jenem auch in der Kirche. Das Ding da vornedrauf im neuen Buch ist Ausdruck der Aussagelosigkeit. Ansonsten finde ich die Besprechung recht wohlwollend.

M.S.

Im letzten Abschnitt ist es gut beschrieben, der Unterschied zwischen AO und NO:
„Sende dein Licht und deine Wahrheit …“ versus „Gott, du lädst mich ein …“

Wenn sich diejenigen Bischöfe und Priester, die noch eine Spur priesterlicher Würde in sich fühlen, nicht gegen den zunehmenden Infantilismus der neuen Messe zur Wehr setzen, dann ist nichts mehr zu machen.

M.S.

Vielleicht sind die meisten schon weit, daß sie das nicht mehr merken?

Zeitlos

Sie merken es nicht. Bischöfe, Priester und Laien merkten es vor Jahrzehnten nicht, dass wir mit der „neuen Messe“ einen neuen, verwässerten Glauben bekommen würden. Wir ernten die Früchte, die vor Jahrzehnten gesät wurden.

zeitschnur

Wohl letzeres – leider.

arrow
Dieses Lied ist hoffentlich drin: Katholisch bin und bleibe ich,/ Nichts soll von dieser Kirch mich trennen. Sie ist mir Mutter, liebet mich,/ Froh bin ich, mich ihr Kind zu nennen; Hier ist der sich‘re Tugendpfad,/ Hier hoffe ich durch Gottes Gnad‘:/ Daß ich nicht werd‘ verderben./ Katholisch ist gut sterben. Wahr ist es, nach der Gegener Lehr‘ / kannst Du bequemlich und frei leben; / freue Dich nur nicht zu sehr/ Und denk, was wird’s am Ende geben? / Drum stimm ich dieser gar nicht bei, Ich weiß, nur Wahrheit macht mich frei / Und rettet vom Verderben./ Katholisch… weiter lesen »
Ralph

„Katholisch bin und bleibe ich“ fand ich nicht in der Liste der Lieder der Neuafmachung. Das Wort „katholisch“ kommt wohl in gar keinem Lied vor. Bekenntnisse sind beim Dialogismus/Relativismus nicht gefragt.

zeitschnur
Im übrigen ist einer der massivsten Frustauslöser in vielen Sonntagsmessen, die ja nun „Familiengottesdienst“ heißen, obwohl sieben Achtel der Kirchgänger ohne Kinder kommen, dass wir seit Jahren nicht mehr richtig aus dem Gotteslob singen, sondern aus einem neuen Liederbuch namens „Kreuzungen“, eine Scheußlichkeit allererster Sahne mit unzähligen „neuen“ Liedern voller theologischer Fehler. Diese „neuen“ Lieder sind die abgeschmackten Gassenhauer aus den 70er Jahren, also die damals modischen und wenig qualitätsvollen Songs der Klampfen-Kirchenjugend, die längst passé ist. Das Mittelmaß hat sich seine Heuler zurechtgeschnipselt und zwingt sie nun zur Ehre des eigenen gedrückten Selbstbewusstseins dem Rest der Pfarrgemeinden auf. Außer… weiter lesen »
hedi züger

leider stimmt wiedermals alles, was Sie schreiben ganz genau auf den Punkt.Nur allerdings spielen diese Dinge beim heutigen mit political correctness abgerichteten Menschen gar keine Rolle.Dann können sie erheblich weniger schaden.Umso mehr ist es, die kleine Herde-betend und liebend hoffend auf den Herrn in Seiner Wiederkunft in den heiligen Feiern, im Stundengebet,in jedem Menschen,der uns begegnet,der nicht Wischi waschi erwartet, sondern ein wahres Zeugnis von unsererseits-es ist eben diese kleine Herde, die leuchtet, die mehr wirkt als grosse Debatten und hochgejubelte Ergüsse von höchster Ebene.Danke für Ihre mutigen und ermutigenden Worte.

arrow

Man muss hier auch mal die Piusbruderschaft und deren Sarto-Verlag kritisieren, dass da kein eigenes Gesangbuch, sozusagen mit „Imprimatur“der FSSPX, erhältlich ist. Oder gibt es so etwas?

Tradidi

In Deutschland gibt es – leider! – kein einheitliches Gebet- und Gesangbuch.
Es stört schon etwas, wenn man bei der Messe aus etlichen Büchern erst das richtige finden muss und manchmal sind diese ziemlich abgewetzt. Das müsste schon her: ein global einheitliches Gebet- und Gesangbuch mit den lateinischen Hymnen und auch Liedern in der Landessprache.

In Frankreich gibt es so ein Buch, das von P. Bernard Lorber, einem Priester der FSSPX, erstellt wurde und sogar ein Vorwort von Kardinal Cañizares Llovera (Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung) bekommen hat (http://www.musique-liturgique.com/boutique/livres-de-chant/magnificat-dominum.html).

hicesthodie

Es gibt bei Sarto zumindest ein kleines ein Gebet- und Gesangbuch: „Adoremus“ mit vielen traditionellen Marien- und Sakramentsliedern.

http://www.sarto.de/advanced_search_result.php?XTCsid=f498e8b276bdc4d961316f86d9baefdc&keywords=Adoremus&x=0&y=0

Aber es stimmt, so ein Allgemeines Gebet- und Gesangbuch der Tradition wäre wünschenswert. Vielleicht auch ein lohnendes Projekt für den nova et vetera – Verlag, der ja so schöne und edle liturgische Dünndruckausgaben ediert? Und da wir schon beim Klagen sind: wann wird endlich wieder ein Schott mit Goldschnitt und Ledereinband zu kaufen sein? Dieser Klotz, der allerorten im Rotschnitt angeboten wird, ist wirklich mehr als unhandlich.

M.S.

Bei der Petrusbruderschaft ist ein sehr schönes Büchlein erhältich kostenlos gegen Spende

ORDO MISSAE mit Choral- und Liedanhang.

Sehr handlich, 256 Seiten

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Danke!

magda

So richtig versehe ich die ganze Aufregung nicht. Brauchen wir denn das Gotteslob wirklich? Reichen uns nicht Meßbuch und Laudate für die Feier der Heiligen Messe?
Für andere Gelegenheiten gibt es auch noch das Liederbuch der KJB – Katholische Jugendbewegung -. Wir haben so schöne Lieder, vorallem auch Marienlieder, die fast keiner mehr kennt. Als ich erstmals bei der Nationalwallfahrt in Fulda dabei war, haben mich diese, mir damals noch unbekannten Marienlieder ganz besonders berührt. Darauf sollten wir zurückgreifen und sie unsere Kinder bzw. Enkel lehren!

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Wenn die schönen katholischen Lieder „fast keiner mehr kennt“, wäre es doch schön, sie im neuen GL wiederzuentdecken. Diese Chance scheint verpasst. Da darf man sich ein bisschen aufregen, oder?

magda

Natürlich darf man sich aufregen. Wir sollten nur nicht erwarten, diese Lieder ausgerechnet im GL zu finden. Dann wären wir doch einigermaßen mit Blindheit geschlagen.

Laurentius

Es wurde in den Liedtexten wieder einmal rumgeklittert.
Choralnotation. Fehlanzeige!
Das neue GL ist das Werk von Kommissionen und Expertenzirkeln.
So sieht es aus und so ist auch der Inhalt.

Ralph

Die erste Durchsicht des Betrachters ist nach meiner wiederholten Durchsicht doch etwas wohlwollend ausgefallen. Es ist das Produkt von Kommissionen und Expertenzirkeln, da hat Laurentius schon Recht. Das ist unbestreitbar. Es verkörpert auch die Generallinie der hiesigen Ausrichtung.

Christian

Super dass so viele davon begeistert sind.
Was hat man sich davon aber versprochen? Alles muss neu sein? Koste was es wolle?
Dieser Schritt kostet um die 20-30 Millionen Euro – es sind sämtliche Gemeinden mit den Neuen Büchern ausgestattet worden. Da hungern Menschen auf der Welt, im Adveniat wird um Spenden förmlich gebettelt, wer soll das noch verstehen und nachvollziehen?
Wird man besser beten können, wenn überhaupt jemand noch betet? Mit dem „alten“ Gotteslob ging das anscheinend nicht so gut. Um Lieblingslieder einzelner Bischöfe zu erfassen brauchte man dieses Gotteslob sicherlich nicht. Und leere Kirchen werden dadurch auch nicht gefüllt.

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