Was meint Papst Franziskus mit: „Sünder ja, Korrupte nein“? – Gedanken eines „armen Katholiken, der seine Seele retten will“

Papst Franziskus: "Sünder ja, Korrupte nein". Wie soll man das verstehen?(Vatikan) Paolo Deotto, Chefredakteur der „Riscossa Cristiana – Katholische Seite für Aktuelles und Kultur“ brachte seine Irritation über eine der jüngsten Aussagen von Papst Franziskus zu Papier. Bei der Generalaudienz am 6. November machte der Papst eine Unterscheidung zwischen Sündern und Korrupten und zwischen Sünde und Korruption. Der Papst sagte, man könne Sünder sein, aber korrupt im Sinne von Schmiergeld zahlen und nehmen, das dürfe man nicht sein. Das Presseamt des Vatikans faßte die Aussage im Satz: „Sünder ja, Korrupte nein“ zusammen. Eine Aussage, mit der Paolo Deotto seine Schwierigkeiten hat und die Gedanken eines „armen Katholiken, der seine Seele retten möchte“, veröffentlichte. Es ist nicht das erste Mal, daß Papst Franziskus zwischen Sünde und einer Art Supersünde unterscheidet. Eine verwirrende Dialektik, wie der Chefredakteur von „Riscossa Cristiana“ meint.
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Das Recht der Gläubigen, von den Hirten etwas Klarheit erwarten zu dürfen

von Paolo Deotto

Generalaudienz von Papst Franziskus. Ich bin mir sicher, daß es berufenere Personen als mich gibt, die imstande sein werden, die jüngsten Ausführungen des Papstes zu Sündern und Korrupten zu erklären. Ich habe nämlich leider nichts davon verstanden. Ich bin kein Theologe und versuche mich nachdrücklich nicht in Fachbereiche einzumischen, die nicht die meinen sind. Ich bin allerdings ein Katholik und ein Sünder, der zumindest ein Recht einfordern möchte: das Recht Hirten zu haben, die klare und unmißverständliche Worte sagen. Denn wenn nicht von ihnen, von wem dann soll ich mir Anleitung und Führung erwarten können?

In diesen Tagen las ich also, daß es Sünder gibt, die sich retten, wenn sie einsehen, Sünder zu sein und bereuen. Das verstehe ich perfekt. Es ist das, was die Kirche schon immer gelehrt hat, wenn auch vielleicht noch mit dem Zusatz, daß es notwendig ist, zu beichten und die Lossprechung zu erhalten, damit die Sünden vergeben sind.

Sünder und Korrupte zwei verschiedene Kategorien?

Dann las ich plötzlich auch, daß es die Korrupten und die Korrumpierer gibt, die natürlich nur zwei Seiten derselben Medaille sind. Gemeint ist Wirtschaftskorruption, Leute die Schmiergelder zahlen und Schmiergelder annehmen. Und ich las, daß beide unheilbar und wirklich widerlich sind. Kurzum, der Papst sagte: „Sünder ja, Korrupte nein“. Mit diesem sofort erfolgreichen Schlagwort wurde von News.va, dem Official Vatican Network der Bericht über die Generalaudienz der vergangenen Woche übertitelt und von zahlreichen Medien übernommen.

Und genau ab da fühlte ich mich ein wenig verwirrt. Wenn nämlich die Korruption eine Sünde ist, schließe ich daraus, daß ein Korrupter ein Sünder ist und als solcher müßte er unter die Kategorie jener fallen, die bereuen und in der Beichte um Lossprechung bitten müssen. Oder ist die Korruption eine neue Kategorie, eine Art Super-Sünde, die nicht korrigierbar ist?

Wurde uns aber nicht immer gelehrt, daß alle Sünden vergeben werden können, außer einer einzigen, der Sünde gegen den Heiligen Geist (Mk 3,29)?

Sünden können vergeben werden, Korruption nicht?

Die strenge Ermahnung gegen jene Christen, die zwar Almosen geben oder ihre Kinder ernähren mit Geld, das sie durch Korruption erhalten haben, ist mir völlig verständlich. Das ist mir verständlich und leuchtet mir ein. Und es gab in der Kirchengeschichte gewaltige Mahn- und Bußprediger gegen dieses Laster.

Aber abgesehen von der obskuren Unterscheidung zwischen Sünde und Korruption, als wäre Letztere nicht nur ein Unterkapitel von Ersterer, bleibt noch eine Sache, die mich verstört und zwar nicht wenig.

Was mich weiterhin betrübt: Das Schweigen des Papstes zum täglichen Kindermord unter totaler Gleichgültigkeit

Wir haben schon gehört, daß man nicht „besessen“ (wörtlich) sein soll von Abtreibung, Euthanasie und so weiter, auch weil die Lehre der Kirche dazu klar ist. Gut. Aber müßten wir dann, so gesehen, eigentlich nicht über gar nichts mehr sprechen. Würde es nicht genügen, bei Bedarf in einem Nachschlagwerk nachzulesen? In Wirklichkeit sind wir aber eben Sünder und brauchen das ermahnende und belehrende Wort der Hirten und die heilbringende Wirkung der Sakramente.

In diesen betrüblichen Zeiten, in denen sich unsere Länder in einem feucht-fröhlichen Auflösungsprozeß befinden, fordert die Abtreibung, von der man nicht „besessen“ sein soll, aber täglich Opfer, ganz konkret, Dutzende, Hunderte, Tausende Kinder, Menschenleben, weit mehr als Lampedusa oder andere Migrantenwege ins „gelobte“ Europa. Kinder, die in der totalen Gleichgültigkeit getötet werden, in totaler Gleichgültigkeit sterben müssen. Die Familie ist auf dem Weg, nur mehr Erinnerung aus vergangener Zeit zu werden. Es genügt die Statistiken lesen.

Das Schweigen, daß Homosexuelle zu Bürgern Erster Klasse, alle anderen Zweiter Klasse werden – einschließlich Strafverfolgung

Einige europäische Staaten (und weitere folgen) haben bereits Gesetze erlassen, die Homosexuelle als eine besondere Kategorie anerkennen, obwohl vernünftig nicht ersichtlich ist, warum dem so sein sollte. Homosexuelle bekommen dadurch Sonderschutz und werden damit zu Super-Bürgern, zu Bürgern erster Klasse.

In diesen Tagen wird über die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation zur Kindersexualerziehung gesprochen, die schon im Kindergartenalter ansetzt. Diese Richtlinien sehen „theoretisch und praktisch“ den Unterricht zu Themen von wirklich hohem moralischen Wert vor, das muß man schon sagen, Themen wir Masturbation, außereheliche sexuelle Beziehungen und natürlich, wie könnte es anders sein, Homosexualität. Da die Phantasie des Bösen keine Grenzen kennt, können wir nur mit Schaudern abwarten, was uns als nächstes vorgesetzt werden wird.

Wer die Macht in Händen hält, scheint den vernichtenden Schlag gegen unsere Zivilisation zu planen. Papst Benedikt XVI. war bisher der einzige, der diese Enddramatik erkannte und aufgriff. Es geht um die Errichtung einer neuen Ordnung, die jene Gottes ersetzen soll. Und jene, die diese göttliche Ordnung verteidigen oder auch nur erwähnen, wird der Verfolgung aussetzt, wie es bereits in den „zivilisiertesten“ Ländern geschieht, man denke an Großbritannien und andere angelsächsische Staaten.

Wer uns Vater und Führer sein sollte, erhebt seine Stimme nicht

Angesichts dieser offenkundigen Entwicklung, zumindest für jene, die es nicht vorziehen, den Kopf in den Sand zu stecken, warten wir vergebens, daß jene die Stimme erheben, die uns eigentlich Vater und Führer sein sollten. Nur der eine oder andere vereinzelte Bischof fand klare Worte.

Bei allem gebotenen Respekt für den Stellvertreter Christi auf Erden: Darf ich meine Verwirrung angesichts dieses Schweigens zum Ausdruck bringen? Darf ich daran erinnern, daß es falsche Christen sein mögen, die sich nach außen großzügig gegenüber der Kirche erweisen, aber korrupt sind, daß es aber nicht minder falsche Christen sind, die sich als Christen geben, aber in den Gremien und in den Parlamenten für antichristliche, freiheitszerstörende und menschenfeindliche Gesetze stimmen?

Schmiergelder sind eine schlimme Sache, aber ist es wirklich das Hauptproblem?

Die Korruption ist eine schlimme Sache, das wird niemand in Abrede stellen. Ist sie aber wirklich das Hauptproblem? Wenn die Seelen der Menschen, der Völker und der Staaten noch mehr korrumpiert sein werden, wenn wir Homo-Ehen und Homo-Adoptionen haben werden, wenn wir noch mehr Abtreibungen und Designer-Kinder haben werden, wenn die neue Staatsreligion des Relativismus den alten Glauben ersetzt haben wird, wie Frankreichs Bildungsminister es herbeisehnt, werden wir dann wirklich keine Wirtschaftskorruption mehr haben? Wird dann wirklich keiner mehr Schmiergeld annehmen? Werden wir dann alle gerettet sein? Wer soll denn noch gerettet werden, wenn der katholische Glauben in einer Schublade verschwunden und dort eingeschlossen sein wird?

Braucht es wirklich immer „Papstdeuter“, die danach erklären, was der Papst mit klaren Worten sagen sollte?

Es wird sicher, wie ich eingangs sagte, berufenere Stimmen geben, die uns genau erklären können, was Papst Franziskus wirklich mit seinen Worten gemeint hat. Um ehrlich zu sein finde ich es nicht minder seltsam als die obskure Aufspaltung von Sünder und Korrupten, von Sünde und Korruption, wenn es nun schon öfter lange Ausführungen von Dritten braucht, um zu erklären, was der Papst uns mit klaren und unmißverständlichen Worten sagen sollte.

Bis zu den offensichtlich notwendigen, erklärenden Fußnoten von „berufener“ Seite dürfen wir wieder den lautstarken Applaus der kirchenfernen Presse erleben. Und ich gebe zu, ich bin wahrscheinlich etwas „konservativ“, und der Applaus der Welt irritiert mich immer neu und ruft Zweifel in mir wach.

Ich fordere mein Recht, Hirten haben zu wollen, die mit klarer Sprache Lehre der Kirche verkünden

Ich bin kein Theologe, ich bin kein „berufener“ Papstdeuter, ich bin nur ein armer Katholik, der seine Seele retten möchte. Ich würde mir nie erlauben, mich zum Richter über die Worte des Papstes aufzuschwingen. Das steht mir nicht zu. Aber ich fordere als einfacher Katholik mein Recht ein, mich verwirrt fühlen zu dürfen. Und ich fordere ebenso mein Recht ein, Hirten haben zu wollen, die mit klarer und unmißverständlicher Sprache die Lehre der Kirche verkünden. Ist das legitim oder nicht?

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Riscossa Cristiana

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magda

Schopenhauer: “ Wer sich selber bis auf den Grund klar ist und deutlich weiß, was er will und denkt, der wird nie undeutlich schreiben, wird nie schwankende, unbestimmte Begriffe aufstellen……“. Sagt er hier nicht etwas Wahres?

Neulich hörte ich eine sehr bewegende Darstellung eines absolut ehrlichen Menschen. Es hieß “ er hat ein kristallklares Herz “. Das vermisse ich leider bei Papst Franziskus.

ein besorgter Christ
Ich habe das auch nicht verstanden,. insbesondere weil das von Papst Franziskus zitierte Jesuswort von „demjenigen, der einen der Kleinen, die an mich glauben zum Bösen verführt“ handelt. Jemand der korrupt ist bzw Schmiergelder zahlt, und im Heimatland des Papstes ist das, wie überhaupt in Südamerika durchaus weit verbreitet, ist doch nicht unbedingt ein schlimmer Verführer. Man kann wohl die Korruption, z.B der Polizisten in diesen Ländern, vergleichen, mit dem Verhalten römischer Soldaten zur Zeit Jesus. Als diese zu Johannes kommen und fragen „Was sollen wir tun?“ erhalten sie zur Antwort „Begnügt euch mit eurerm Sold“ und nicht „ihr seid… weiter lesen »
Leo Laemmlein

Leute, das ist so wirr, was da fast täglich aus Rom auf uns niederkommt, dass ich mich zusammenreißen muss, um nicht in grobes Deutsch zu verfallen. Und doch steckt dahinter System und Methode. Wie sonst ist es zu erklären, dass auch diese Perle wieder ihre Bejubler findet? Noch ein Jahr, und die meisten Katholiken wissen nicht mehr rechts von links zu unterscheiden, wie einst die Bewohner von Ninive.

Martina

Genau das denke ich auch.

Ralph

Die allermeisten Glieder des Kirchenvolks kennen gar nicht die Sprüche von Franziskus.
Wir machen uns den ständigen Frust, uns mit diesen Dingen ständig auseinanderzusetzen. Leider kann ich wie viele Andere auch, nicht einfach wegschalten, wenn Franziskus zitiert wird.

Dorothea Schwarz

wen interessieren schon die „Perlen“ von Papst F. Man hört bzw.liest irgend etwas, das sich „fromm“ anfühlt, das aber von irgendeinem „Laien oder „salbadernden Menschen“ gesagt sein könne.
Ich lese im Moment „Joseph Ratzinger, (Benedikt XIV), zur Lage des Glaubens, ein Gespräch mit Vittorio Messori–Herder Spektrum! Was sind das für klare, wunderbare und überdenkenswerte Gedanken und Glaubensinhalte. Nein, bitte keine Zeit für F. Perlen………

zeitschnur
Hervorragend – an dieser „Perle“ bin ich natürlich auch mit Befremden hängengeblieben und fühlte mich erinnert an die Formulierung vor Monaten, die Verleumdung sei etwas „Schlimmeres als eine Sünde“. Damals schon dachte ich, – bloß muss ja man beim Papst an sich halten –, das sei irgendwie verrückt. Und hier wieder: es gibt die Sünde und „noch Schlimmeres“. Laut kath.net sagte F. ja, es gebe die Sünder und die „Verführer“. Es gefällt F., den bösen Verführer mit dem berühmten Mühlstein um den Hals im Meer versinken zu sehen. Das spürt man. Wenn Ihr mich fragt, will F. die Christenheit einschwören… weiter lesen »
Giuseppe Nardi
Zur Interpretation, die eine andere, hier genannte Seite gab: das von Papst Franziskus gebrauchte Wort „corrotti“ bedeutet nicht „Verführer“. Im Italienischen findet sich in der Heiligen Schrift das Wort „corrotti“ nur im Alten Testament und meint Korrumpierte, Korrupte, Verdorbene, Korrumpierer. Papst Franziskus stellte das Wort in einen ganz konkreten Zusammenhang: den der Korruption, der Bestechung (Korruption von Beamten, Politikern, Wirtschaftstreibenden usw.), wie er in manchen Ländern an der Tagesordnung steht. Der Papst meinte das ganz konkret mit „Bestechungsgeld“. Von „Verführern“ im engeren Sinn des Wortes oder „Verführern zur Sünde“ war nicht die Rede. Aber wie schrieb bereits Deotto: es wird… weiter lesen »
zeitschnur
Bin doch leicht irritiert, denn so klang das auf kath.net: „Der Papst fragte sich, worin der Unterschied zwischen sündigen und verführen besteht: „Der Unterschied ist der, dass – wer sündigt, es bereut und um Vergebung bittet – sich schwach fühlt, sich als Kind Gottes fühlt, sich erniedrigt und von Jesus sein Heil erbittet. Der andere aber, der Verführer, der Ärgernis erregt – was erregt Ärgernis? Dass er es nicht bereut. Er sündigt weiter, aber tut so, als sei er ein Christ: ein Doppelleben. Und das Doppelleben eines Christen ist übel, so übel. ‚Aber ich bin doch ein Wohltäter der Kirche!… weiter lesen »
Gerd Hengsberger
Warum machen wir uns das so schwer. Erkennen wir doch an das der Bischof von Rom nicht Papst sein will, sondern einer unter anderen in einem Kollektiv. Er ist nicht der Fels, nicht der Stellvertreter Jeusus auf Erden. Er steht auf der Stufe der Bischöfe der Ostkirche, steht damit einer Zusammenführung nicht im Weg. Er erhebt sich auch nicht über das Volk Gottes und den Islam. Und seine New Age Erklärungen und Aussagen sind auch für die fernöstlichen Glaubensrichtungen zustimmungsfähig. Was steht einem solchen, von den westliche Medien begeistert gefeiertem Kirchenmann, der zum Frieden, zum liebet einander und sorgt euch… weiter lesen »
Sumsum

Mit diesem seichten „Celebrity Pope“ ist die katholische Kirche endgültig in der oberflächlichen, leeren Jetztzeit angekommen, wo keine Inhalte mehr zählen und alles nur noch der Unterhaltung der infantilen Spaßgesellschaft dient, die die Wahrheit nun mal nicht erträgt. Ganz nach dem Motto: Gestern standen wir noch am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter.

hedi züger

grossartig, jedes Wort trifft!

Amen

Ich denke, wenn man das liest versteht man, wie der Papst das meint…
http://de.radiovaticana.va/m_articolo.asp?c=745543

Bernhard Joseph
Richtig, es geht nicht um eine Klassifizierung der Sünden, sondern darum, dass das Heucheln der Reue über die begangene Sünde nicht einfach nur eine neue Sünde ist, sondern man sich damit von Gott abwendet, also gegen den Heiligen Geist sündigt, was eine Sünde ist, die nicht vergeben werden kann. Insofern führt uns Papst Franziskus plastisch vor Augen, was Sündigen gegen den Heiligen Geist konkret heißt, es ist das bewusste Heucheln der Reue, denn wer nicht wirklich bereut, sondern dies nur vorgibt, der glaubt, Gott betrügen zu können. Insofern sehe ich hier kein Problem, was die Lehre anbetrifft. Es geht dem… weiter lesen »
ein besorgter Christ
das sagt er aber nicht, lieber Bernhard Josef, sondern er redet von den Korrupten und liefert dann als Deutung: Leute die spenden und das Geld dem Staat stehlen oder den Armen. Und genau das müsste er präzisieren und nicht einfach so pauschal dahin stellen und damit sämtliche dumpfen, linken Stammtischvoruteile bedienen. Und davon mal ganz abgesehen ist Geld immer ungerecht (sagt Jesus) und man soll sich bemühen sich damit Freunde zu machen (sagt Jesus auch) , was der Spender halt versucht. Im übrigen habe ich gelernt dass Gott für alle Menschen gestorben ist, auch wenn nicht alle Menschen das Heilsangebot… weiter lesen »
Bernhard Joseph
Lieber besorgter Christ, haben sie denn noch nie verspürt, wie abstoßend die Heuchelei ist, gerade unter Christen? Wo Reue geheuchelt wird, da hat man sich doch von Gott längst abgewandt, nimmt den Glauben nicht mehr ernst, sondern benutzt den Glauben lediglich als Tarnung für den Unglauben. Und genau darauf will Papst Franziskus aufmerksam machen und daran finde ich nun wirklich nichts Irritierendes. Ja gerade in der Politik und auch in der Wirtschaft gibt es diese Heuchler, die die Sünde mit kalter Berechnung begehen und ihren christlichen Glauben nur vorgeben, ihn aber nicht im Herzen tragen. Warum soll das Papst Franziskus… weiter lesen »
zeitschnur

Nun haben wir noch eine Interpretation, die etwas hineinliest, was nicht wirklich dasteht…

Nein – so geht das nicht, das ist einfach eines Papstes nicht würdig!

(War gestern in einem „Bibel-Teilen-Abend“ in der Pfarrei. Auch da sagte eine Frau, sie werde allmählich total verrückt, weil alles, was F. von sich gebe x-fach interpretiert weitergegeben werde und im eigenen Wortlaut nichtssagend sei.)

Gabriela
Hören Sie einfach auf Ihr Herz, so, wie es Papst Franziskus sagt. Ihr Herz, das ganz ursprünglich von Gott geprägt sein muss durch die Taufe, muss Ihnen sagen, was richtig oder was falsch ist. Nicht eine Lehre, die am Buchstaben klebt. Was „korrupt“ ist, erschließt sich einem Christen durch sein Herz, und nicht durch die gängige Vorstellung der finanziellen Bestechung – viel zu einfach für einen Papst wie Franziskus… Und an die Adresse von Herrn Nardi: Wer auch immer die Predigten von Papst Franziskus übersetzt ins Italienische und Deutsche, weiß ich nicht. Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, sondern ich… weiter lesen »
zeitschnur
Sie machen es sich einfach und mogeln sich um ein bestehendes Problem herum. Tatsache ist, dass Personen unterschiedlichster Couleur große Probleme damit haben, F. richtig zu verstehen. Und ich sage Ihnen was: es liegt nicht an den vielen, sondern an dem einen. Und es liegt auch nicht an der Sprache… Und wenn Sie Fortschritte und ein Vorankommen suchen, sollten Sie vorher klären, worin man denn fortschreiten und vorankommen soll… Das „Herz“ ist keine Gegenwelt zum rationalen Denken und der Objektivität, sondern der Ort im Menschen, an dem all seine Fähigkeiten, Erkenntnis zu erlangen, gebündelt vor Gott stehen. Auf das Herz… weiter lesen »
Schatzgräber
Wenn man die Reden des Papstes, vor allem die spontanen betrachtete, so entsteht der Eindruck, dass er weder klare philosophischen noch theologische Grundlagen besitzt. Was die Auslegung der Heiligen Schrift, die dogmatischen Einsichten und die Moraltheologie angeht, so bleibt vieles ganz unsicher und erscheint ziemlich verworren. Der Papst kennt zwar die Begriffe, findet aber bei der korrekten Anwendung keine Klarheit. Diese grundsätzliche Unsicherheit scheint ein Grund zu sein, kontroverse Themen zu vermeiden. Die ganz unkritische Zustimmung der vielen Gläubigen ist in dieser Hinsicht sehr schädlich, denn sie gibt dem Papst den Eindruck, alles richtig zu machen und hindert ihn an… weiter lesen »
Gabriela

Kann es sein, dass sich der Heilige Geist so irrt ?! Sind Sie eigentlich katholisch oder einfach nur verblendet? Ihre Bewertungen strotzen nur so von Verachtung und Arroganz, einerseits gegenüber dem Papst und den Kardinälen, aber auch gegenüber den Ärmsten und Ausgestoßenen in unserer Welt, die für Papst Franziskus eine absolute Priorität haben ( und für einen jeden Christen auch haben müssen) , und damit befindet er sich in sauberster Übereinstimmung mit Jesus. Wen oder was sollte er als oberster Hirte seiner Kirche sonst als Leitfigur, Leitfaden leben und lehren?

zeitschnur
Es wäre an der Zeit, rein emotionale und negative Reflexe zu disziplinieren. Die Fragen Schatzgräbers sind berechtigt. Und sie sind sachlich. Sie dagegen sprechen hier jemandem mal kurz den Glauben ab, nur weil er Fragen hat, die man kaum von der Hand weisen kann, wenn man aufrichtig und sachorientiert ist. Und noch was: der Hl. Geist irrt sich nicht. Aber vielleicht irrt sich F.? Oder halten Sie den Papst für den Hl. Geist?! Es ist nicht katholische Lehre, einen Menschen – ohne seine ausdrückliche aktive Einwilligung und Bemühung als „vom Geist getrieben“ anzusehen. Andernfalls bestünde ja ein Automatismus: egal, was… weiter lesen »
Rapunzel

Ich denke, der Papst meint mit „Korrupten“ Menschen, die nicht bereuen und umkehren, die nicht versuchen, durch eine aufrichtige Beichte ihr Leben in Ordnung zu bringen sondern in ihrem Fehlverhalten verharren.

Menschen, die nicht „mal schwach geworden sind“ sondern wirklich innerlich verdorben sind.

zeitschnur
Wir alle sind in der einen ode anderen Weise korrupt, bevor wir umkehren. Und danach sind wir es auch noch und erhalten erst langsam festen Boden unter den Füßen. Und solche Korruptoion ist nicht „Sünde wider den Hl. Geist“, wie oben jemand behauptet (@Bernhard Josef), denn dann wäre jede nicht bereute Sünde eine Sünde gegen den Hl. Geist, sondern einfach Sünde. Es ist doch geradezu banal, dass wir sehr oft wider besseres Wissen handeln und uns darin leider verfestigen und erst mal gar nichts bereuen. Erst sdann, könnte man zugespitzt sagen, wird es mit der Gnade richtig interessant und brisant… weiter lesen »
Bernhard Joseph

@zeitschnur
Hier müssten Sie dann mal erklären, was eine Sünde wider den Hl.Geist ist, wenn nicht die, die explizit gewollt ist und zwar nicht auf Grund von Schwachheit, sondern weil man Gott betrügen will.

Es geht auch nicht um Verstocktheit oder mangelnde Einsicht, sondern darum, dass ich lediglich vorgebe ein Christ zu sein, es aber im tiefsten Herzen gar nicht sein will. Es geht darum mit klarem Vorsatz die Sünde zu begehen und so Gott zu verneinen.

Rapunzel

Vor allem geht es dabei nicht um Sünden im Allgemein sondern um Korruption, um das Annehmen oder Bezahlen von Schmiergeldern, auch um das Betrügen des Staates und Menschen, die sich nicht scheuen, sich trotzdem als „gute Christen“ zu fühlen, weil sie ja z.B. auch mal was der Kirche spenden.

zeitschnur
@ Bernhard Josef: KKK 1857: „Damit eine Tat eine Todsünde ist, müssen gleichzeitig drei Bedingungen erfüllt sein: „Eine Todsünde ist jene Sünde, die eine schwerwiegende Materie zum Gegenstand hat und die dazu mit vollem Bewusstsein und bedachter Zustimmung begangen wird“. Was die „Sünde wider den Hl. Geist“ ist, ist etwas wesentlich anderes: Jemand erkennt den Hl. Geist in seiner göttlichen Wirkung und weist IHN zurück mit der Behauptung, ER sei teuflisch. Sie merken hoffentlich, dass das eine gänzlich andere Kategorie an Ungeheuerlichem ist. Es ist geradezu fahrlässig, einem einfachen Korrupten zu suggerieren, er habe diese Sünde aufgrund der Korruption begangen.… weiter lesen »
Bernhard Joseph
@Zeitschnur Auf kath.net findet sich ein sehr lesenswerter Artikel Joseph Ratzinger aus dem Jahre 1958 (Eine ‚Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen‘) . Darin entwickelt er einige Gedanken zu der Frage, wie sich der Erlösungsgedanke der Kirche heute darstellen lässt. „Als die Kirche entstand, ruhte sie auf der geistigen Entscheidung des Einzelnen zum Glauben, auf dem Akt der Bekehrung…Aber wenn der Christ demnach auch kein moralisch Vollendeter war und in diesem Sinn die Gemeinschaft der Heiligen immer unfertig blieb, gab es doch eine Grundgemeinsamkeit. Kirche war eine Gemeinschaft von Überzeugten, von Menschen, die eine bestimmte geistige Entscheidung auf… weiter lesen »
zeitschnur
@ Bernhard Joseph Kriege gerade den Zusammenhang zu meinem vorigen Posting nicht gebacken. Was hat das, was Sie da eben geschrieben haben, mit dem zutun, worauf Sie -zumindest formal – antworten? Antworten Sie auf etwas, das ich anderswo geschrieben habe? Ich antworte dennoch mal in der von Ihnen angemeldeten Sache des „Gewissens“: Das Herz ist der Ort, an dem alle Möglichkeiten des Menschen, Erkenntnis zu erlangen, gebündelt vor Gott stehen und in einer konkreten Sache das Erkannte mit dem „abgleicht“, was man handelnd ausführt. Stimmt das Erkannte mit dem Handeln nicht überein, hat man ein „schlechtes Gewissen“. Das ist aber… weiter lesen »
Bernhard Joseph
Ich möchte hier noch etwas anmerken. Natürlich sind alle Worte des Papstes interpretierbar, das waren sie bei seinem von mir sehr verehrten Vorgänger auch. Es kommt, um hier Papst Benedikt zu zitieren, immer auf den notwendigen Vertrauensvorschuss an, ohne den ein Verstehen unmöglich ist. Ich verabscheue die Vereinnahmungsversuche Papst Franziskus durch Gruppen wie „Wir sind Kirche“. Auch eine bestimmte Presse sucht jedes Wort des Papstes so zu interpretieren, als wolle Franziskus die katholische Lehre aufheben, was aber bei genauem Zuhören nicht aus seinen Worten herauszuhören ist. Mag sein, dass er sich manchmal sehr spontan äußert und dabei auch die Gefahr… weiter lesen »
Rapunzel

Gegen die Homo – Lobby im Vatikan tut der Papst aber nichts. Indem er die (praktizierte) Homosexualität auch in den eigenen Reihen bagatellisiert, tut er nur insofern etwas dagegen, als dass die Betreffenden keine heimlichen Lobbys mehr bilden müssen, denn wenn der Papst die Tatsache als solche toleriert, muss sich niemand mehr verstecken und ist auch nicht mehr erpressbar.

Und so lange das ganze unter volljährigen Personen stattfindet, also keine Straftat darstellt, sind das alles „kleine Sünderlein“, die ja immer wieder bereuen und beichten können.

Das ist in der Tat befremdlich!

Bernhard Joseph
Liebe Rapunzel, Leute wie David Berger haben der Kirche schwersten Schaden zugefügt, weil sie mitten in die Kirche die Sünde getragen haben. Der Papst hat auch nicht gesagt, dass Homosexualität keine Sünde sei, sondern dass er einen Homosexuellen nicht verurteilt, der reinen Herzens(!) Gott sucht. Wer aber reinen Herzens Gott sucht, erkennt, dass gelebte Homosexualität Sünde ist. Papst Franziskus sagt also genau das, was Papst Benedikt in seinen Erwägungen zur Ehe auch sagt: „Nach der Lehre der Kirche ist den Männern und Frauen mit homosexuellen Tendenzen « mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner… weiter lesen »
ein besorgter Christ
Naja die Sache mit dem Gewissen ist ja gerade die, dass man durchaus mit einem reinen Gewissen direkt auf die Hölle zuleben kann. Naja und wenn sie mal mit den Leuten so reden, die sind schon mit sich im Reinen, auch wenn sie das Brot den Kindern wegnehmen und es den Hunden vorwerfen. Ich halte den Sünder, dem das Gewissen schlägt für eine Sache aus frommen Kinderbüchern. Real ist das nicht. Und weil Sie, Herr Josef ja immer auf der Homolobby herumreiten, so müssen wir das ja feststellen, dass die ja nicht von Papst Franziskus gemeint worden sein, kann, weil… weiter lesen »
Bernhard Joseph
Lieber besorgter Christ, wenn jemand „reinen Gewissens“ auf die Hölle zulebt, wie sollte er dann je durch die Verkündigung des Evangeliums erreicht werden können? Wenn, dann glaubt der Sünder vielleicht, mit seinem Gewissen im Reinen zu sein, ist es aber nicht, weil, wenn man in der Sünde lebt, man eben kein reines Gewissen hat, sondern sich dies nur vormacht. Nur wenn es so ist, kann ich einen Menschen auch von seinem sündhaften Weg abbringen, also nur dadurch, dass ich sein Gewissen wieder auf das richtige Gleis bringe und dazu bedarf es auch des Willens des Sünders. Umkehren kann nur der,… weiter lesen »
ein besorgter Christ

Naja die Sache ist die, dass Sie dem Gewissen, frei nach der Königssteiner Erklärung, die Entschreidungsinstanz für gut und böse, zuordnen.
Dem ist aber genau nicht so und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Das Gewissen ist sowas wie die Uhr an meinem Computer, die arbeitet zuverlässig. Jedoch wenn die falsch gestellt ist, dann zeigt sie die verkehrte Uhrzeit an.

Bernhard Joseph
Ich hatte doch explizit auch davon gesprochen, dass das Gewissen eine Ausrichtung braucht und die nur im Glauben liegen kann. Gleichwohl unterscheidet aber das Gewissen von einer Uhr, dass es sich dabei um nichts mechanisch bewusstloses handelt, sondern der Mensch über sein Gewissen einsichtsfähig ist, also durchaus merkt, dass sein Gewissen aus dem Lot geraten ist, sofern er von Gott berührt wird. Dieses Berührtsein von Gott ist kein mechanischer Akt – Nachstellen der Uhr – sondern eine aktive Glaubenserfahrung, die immer auf das Gewissen zurückwirkt. Ich kann nicht gegen mein Gewissen Glauben, dass wäre eine Aporie. Ich verstehe ganz und… weiter lesen »
zeitschnur
Weder weist F. auf das hin, was Sie da entwickeln – im Gegenteil, er hat ja in dem Interview mit Scalfari erklärt, dass jeder seinem Gewissen folgen müsse… Das „Gewissen“ ist ein problematischer Begriff, der auch einfach mal so qua Konzil in die Lehre gerutscht, aber nicht erklärt worden ist bzw. andersherum von den Päpsten vor dem Konzil einhellig als Ort, an dem uns Gott erreichen könne und den wir zugleich selbst bestimmen (was wir defintiv ja auch tun!) abgelehnt worden ist. Das Gewissen sagt dieses und jenes – je nach Konditionierung – Sie sagen es doch selbst! Die Kirche… weiter lesen »
Ralph

Franziskus unterstützt eine ganz quere Politik. Seine ganze Sicht auf die Dinge ist mehr als nur gewöhnungsbedürftig. Dass sich da immer weniger mit der Kirche identifizieren, wen mag das noch wundern. Was mich noch kolossal stört, ist das mediengerechte Dauerlachen des obersten Hirten , den er darstellen soll.

Bernhard Joseph
Liebe Kritiker des Papstes, hat hier jemand sich schon mal mit der Geschichte der Kirche befasst? So genügt schon ein Blick auf die Renaissance und Päpste wie Alexander VI. oder Leo X., um deutlich zu erkennen, dass die Kirche immer wieder, auch bei einer angeblich klaren Lehre, in übelste Häresien zu fallen drohte. Wer nur an der abstrakten Lehre hängt. diese aber nicht mit Leben und damit christlicher Liebe füllt, der lebt einen sterilen Glauben. Was mich auch sehr verwundert, ist der arrogante Tonfall, der hier zuweilen von einigen angeschlagen wird, erinnert mich doch sehr an den überheblichen Ton, den… weiter lesen »
magda
„indem wir in die Worte des Papstes ständig nur Negatives hineininterpretieren“: wenn wir in die Worte des Heiligen Vaters alles Mögliche hineininterpretieren können, dann sind sie eben nicht eindeutig. Und jeder Gläubige fragt sich, geschieht dies mit Absicht oder aus Unwissenheit, bzw. Oberflächlichkeit? Dazu Konfuzius: “ Wenn die Sprache nicht stimmt, dann ist das, was gesagt wird, nicht das , was gemeint ist……Wenn das, was gesagt wird nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht. Gedeihen die Werke nicht, so verderben die Sitten und Künste. Darum achte man darauf, daß die Worte stimmen! Das ist das Wichtigste von allem. “ Und… weiter lesen »
Bernhard Joseph
Was verstehen Sie unter eindeutig? Ist Glaube im Sinne einer mathematischen Formel eindeutig? Wo der gute Wille fehlt, gibt es kein Verständnis. Glaube geht, dass sagt ja schon das Wort, über den bloßen Verstand hinaus, erinnert sei hier an die Worte Paulus im Ersten Brief an die Korinther: 1 Kor 1,18 Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. 1 Kor 1,19 Es heißt nämlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen / und die Klugheit der Klugen verschwinden. 1 Kor 1,20 Wo ist ein… weiter lesen »
magda

eindeutig ist das Gegenteil von konfus oder auch zwei- bzw. mehrdeutig. Diese Mehrdeutigkeit schafft bei den Menschen Unsicherheit.
Das „bewußt“ hatte ich ganz bewußt in Klammern gesetzt, als eine von vielen Möglichkeiten.
Im übrigen ist ein wirklicher katholischer Glauben immer ein weiter und lebendiger Glauben!

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