500 Jahre Kirchenspaltung: Kardinal Kasper hofft 2017 auf „gemeinsamen Gottesdienst und Schuldbekenntnis“

(Mainz) 2017 feiern die Lutheraner 500 Jahre Reformation, die 1517 die Kirchenspaltung einleitete. Der frühere Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper regt dazu an, daß die lutherischen Landeskirchen und die Katholische Kirche 2017 einen „gemeinsamen Gottesdienst feiern sollten“. Bei diesem „Gottesdienst“ sollten beide Seiten gemeinsam ein Schulbekenntnis ablegen.  Kardinal Kasper sagte am Freitag in Münster wörtlich: „Darin sollten wir ein Bekenntnis unserer Schuld ablegen, daß wir das Gebot der Einheit nicht erfüllt haben“. Die „beiden Kirchen“ sollten für die „ökumenische Bewegung danken und versprechen“, diesen Weg entschlossen fortzusetzen. Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete der Kardinal bereits im Sommer 2012 im Rahmen des Ratzinger Schülerkreises auf Castel Gandolfo. Die beiden Seiten werden auf die gleiche Ebene gestellt und gleiche „Schuld“ suggeriert, ohne daß auf inhaltliche Unterschiede und Fragen eingegangen wird.

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11 Comments

  1. Mittlerweile scheint sich eine Art „Ökumenitis“ verbreitet zu haben. Ein jeder redet ganz wie es ihm gefällt; häretische, von der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche abgefallenen, protestantische Gemeinschaften werden flux zu einer ang. „Kirche“ herbeigeredet. Aus dem Schreiben „Dominus Jesus“ des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Ratziner aus dem Jahre 2000:
    -
    „Die kirchlichen Gemeinschaften hingegen, die den gültigen Episkopat und die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt haben,
    sind
    N I C H T
    Kirchen im eigentlichen Sinn; die in diesen Gemeinschaften Getauften sind aber durch die Taufe Christus eingegliedert und stehen deshalb in einer gewissen, wenn auch nicht vollkommenen Gemeinschaft mit der Kirche.
    Die Taufe zielt nämlich hin auf die volle Entfaltung des Lebens in Christus durch das vollständige Bekenntnis des Glaubens, die Eucharistie und die volle Gemeinschaft in der Kirche.

    »Daher dürfen die Christgläubigen sich
    NICHT
    vorstellen, die Kirche Christi sei nichts anderes als eine gewisse Summe von Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften — zwar getrennt, aber noch irgendwie eine; und
    es steht ihnen keineswegs frei anzunehmen, die Kirche Christi bestehe heute in Wahrheit nirgendwo mehr, sondern sei nur als ein Ziel zu betrachten, das alle Kirchen und Gemeinschaften suchen müssen«.

    In Wirklichkeit »existieren die Elemente dieser bereits gegebenen Kirche in ihrer ganzen Fülle in der katholischen Kirche “
    -

    In den Gedankengängen jener, die auf obiges Schreiben keinen Wert mehr legen, folgt die
    Neuauflage eines ang. abzulegenden „Schuldeingeständnisses beider Kirch-en“ (????). Häresie also auf „Augenhöhe“ mit dem wahren Glauben; ja mehr noch, das krampfhafte Herbeireden einer „gemeinsamen Schuld“ als der „Ökumenitis“ Fieberschub ! Nachfolgend einige „freundliche“ Aussagen des Herrn Luther über den Papst und die Heilige Mutter Kirche; hier eine Kostprobe aus seiner „Heerpredigt gegen die Türken“ (1529):

    „Ich glaube, dass der Papst ein vermummter und leibhaftiger Teufel ist, weil er der Endchrist ist.“
    -

    Und weiter aus seinem Pamphlet „Wider das Papsttum vom Teufel gestiftet“ (1545):
    -
    „… Sie schmücken sich mit dem Namen Christi, des hl. Petrus und der Kirche, obwohl sie doch voll sind von den ärgsten Teufeln in der Hölle, voll, voll, und so voll, dass sie nichts denn eitel Teufel ausspeien, auswerfen und schneuzen können. … Nun sehen wir, dass er [der Papst] mit seinen römischen Kardinälen nichts anderes ist, denn ein verzweifelter Spitzbube, Gottes und Menschen Feind, der Christenheit Verstörer und des Satans leibhaftige Wohnung …

    - „Denn der Teufel, der ja das Papsttum gestiftet, der redet und wirket alles durch den Papst und den römischen Stuhl. Was man aber dem Teufel glauben soll, als dem Mörder und Vater aller Lügen, soll ja ein Christ wohl wissen.

    - „Da hast du den Papst, was er sei und wo er herkomme, nämlich ein Gräuel aller Abgötterei, von allen Teufeln aus dem Grund der Hölle hervorgebracht.“

    - „Wer dem Papst gehorsam ist, der wird selig; er aber, der Papst selbst, als der Fels, soll niemand gehorsam und unterworfen sein. Da hast du des geistlichen Rechts und aller Dekretalen Summe und ganzes Verständnis, woraus du deutlich entnehmen kannst, dass der Papst und sein Papsttum ein Teufelsgespenst ist aus verkehrtem, verfälschtem Verständnis von Mt 16, d. i. aus Lügen, Gotteslästerungen, als dem Teufel aus dem Hintern geboren.«

    - „So hab ich doch… das erste Stück… so klar und gewaltig ausgeführt, dass gottlob kein gut christlich Gewissen anders glauben kann, denn dass der Papst nicht sei noch sein kann das Haupt der christlichen Kirche, noch Statthalter Gottes oder Christi, sondern ist das Haupt der verfluchten Kirche der allerärgsten Buben auf Erden, ein Statthalter des Teufels, ein Feind Gottes, ein Widersacher Christi und Zerstörer der Kirche Christi, ein Lehrer aller Lügen, Gotteslästerung und Abgöttereien, ein Erzkirchendieb und Kirchenräuber der Schlüssel, aller Güter beider, der Kirchen und der weltlichen Herrn, ein Mörder der Könige und Hetzer zu allerlei Blutvergießen, ein Hurenwirt über alle Hurenwirte und aller Unzucht, auch die nicht zu nennen ist, ein Widerchrist, ein Mensch der Sünden und Kind des Verderbens, ein rechter Werwolf.“
    -

    • Dazu noch die Aussage im Heidelberger Katechismus,die hl. Messe sei Götzendienst. Die Sprache der damaligen Gelehrten war derb und deftig, aber die Sprache Luthers war alles übertreffend und ausufernd satanisch. Nicht an die damalige Zeit gebunden, sondern urmässig seiner Persönlichkeit zugehörig. Seine letzten Jahre ergingen in unbändigem Hass gegen die Türken (Muslimen), die Juden und vorallem gegen den Heilgen Vater, den Papst- und das soll man feiern? Ich glaube, der Urhäresiarch Rahner hat Kaspar und Lehmann den Verstand geraubt. Diese wollen aus Liebe die Wahrheit nivellieren und so im Rabattverfahren Einheit aus dem Hut zaubern.
      Aber welche Wahrheit?

  2. Welch ein theo-technokratisches Reißbrett-Blabla!

    Ein Zitat Kardinal Newmans:

    „(Es) ist Stirnmal der Häresie, dass ihre Dogmen unfruchtbar sind; dass sie keine Theologie hat – sofern sie Häresie ist, hat sie das nicht: Bring in Abzug ihren Rest an katholischer Theologie, und was bleibt? Polemik, Erörterungen, Proteste! Sie wirft sich auf Bibelkritik oder auf Religionsbeweise, aus Mangel an eigenem Bereich. Ihre Formeln endigen in sich selbst, ohne Entfaltung, denn es sind Worte; sie sind starr, denn sie sind tot. Wenn sie Leben hätten, so würden sie wachsen und sich vervielfältigen; oder wenn sie Leben und Frucht bringen, ist es nur „Sünde, die in ihrer Vollendung den Tod gebiert (Jak. 1,15). Sie entfalten sich zu Auflösung, aber sie bringt nichts schöpferisch hervor, ist nicht angelegt auf Zusammenhang; ihr Enddogma ist nur die Verneinung alles Dogams und aller Theologie im Zeichen des Evangeliums. Kein Wunder, dass sie leugnet, was sie nicht erreichen kann.“ (J.H. Newman: Auswahl und Einleitung Walter Lipgens. Frankfurt Fischer 1958, S. 147f)

    Was soll nun ein symmetrisches Schuldbekenntnis angesichts assymmetrischer Frontlinien?

    • „Was soll nun ein symmetrisches Schuldbekenntnis angesichts assymmetrischer Frontlinien?“
      Das ist ihnen egal. Sie wollen die Reformation mit feiern. Natürlich werden sie sich säckeweise Sand über den Kopf streuen und mit Tränen in den Augen die Teilung der Christenheit beklagen. Passt alle schön auf. Am Ende weiß der normale Katholik nicht mehr wer größer ist, die Mutter Gottes oder die erste Frauenbeauftragte der Christenheit „Katharina von Bora“. Wir werden uns sehr bald vor ökumenischen Gottesdiensten und Lobgesängen auf den Herrn Martin Luther nicht mehr retten können. Das kann ich euch versprechen. Das er die 95 Thesen gar nicht angeschlagen hat wird uns natürlich taktvoll verschwiegen. „Hier stehe ich und kann nicht anders“ hat er natürlich auch nicht gesagt. Es wird sehr spannend werden.
      Per Mariam ad Christum.

  3. Wieso ein Schuldbekenntnis ? Was sollte denn das bedeuten ? Ich verstehe den Kurs der Kirche nicht mehr. Die Spaltung ging docjh nicjht von der Kirche aus. Die Spaltung brachte doch viel unglück. im Übrigen gäbe es keinen grund, eine Schuld zu feiern seitens der Lutherischen.
    Wer steckte überhaupt hinter Luther ? Dass ein einfacher Mönch mit seinen 95 überwiegend langweiligen Thesen überhaupt Beachtung finden konnte ? Das sollte man einmal überlegen.

    • “ Dass ein einfacher Mönch mit seinen 95 überwiegend langweiligen Thesen überhaupt Beachtung finden konnte ?“

      Er hat sie doch gar nicht angeschlagen. Der Typ hatte doch selber große Probleme vor Christus und statt Umzukehren und Buße zu tun hat er die heilige Kirche angegriffen.
      http://www.welt.de/kultur/history/article12471359/Luther-hat-seine-95-Thesen-nicht-angeschlagen.html
      Rechtfertigungslehre! Durch gute Taten konnte Luther natürlich nichts mehr vor Christus erreichen und dann sollte die Gnade es alleine machen. Das man die Gnade vor Christus nicht durch eine Lotterie sondern durch ein gottgefälliges Leben geschenkt bekommt das verstehen die meisten nicht mehr.
      Ihr könnt 2017 mit dem Kopf gegen das Tor in Wittenberg laufen. Es war leer und es bleibt leer.
      Per Mariam ad Christum.

      • Richtig gesehen, die Thesen sind in der Tat langweilig und zum Teil nichtssagend zur Füllung des Textes. Die Bejubler haben offenbar diese „Thesen“ gar nicht gelesen. Wer steckte hinter Luther ? Das ist doch die Frage. Da waren kirchenfeindliche Kräfte am Werk, die Luther vorschickten.

  4. Wann war denn dieses Treffen ? Nach dem Text müßte da noch Benedikt XVI Papst sein, denn er hat den alten Ritus gefördert. Franziskus auch ? Er wäre ja der derzeitige Papst, von dem die Rede ist ? Dann wäre Franziskus ja vollsten Herzens zu preisen.

  5. “ Die beiden Seiten werden auf die gleiche Ebene gestellt und gleiche „Schuld“ suggeriert, ohne daß auf inhaltliche Unterschiede und Fragen eingegangen wird.“

    Das ist eine Frechheit vor Christus. Wer hat den die „Allerseligste Jungfrau“ auf die Straße geschmissen und auf ihr rumgetrampelt. Waren es nicht die protestantischen Bilderstürmer?
    Aber Inhalt und Wahrheit spielen in der Ökumene eh keine Rolle.
    Die katholische Kirche ist heilig und ohne Schuld. Schuldig sind schlechte Päpste, schlechte Kardinäle, schlechte Bischöfe und schlechte Gläubige. Bei Luther und Melanchthon brauche ich mich nun wahrlich nicht zu entschuldigen. Ich glaube es geht los.
    Per Mariam ad Christum.

  6. Wie dankbar bin ich, daß wir die Möglichkeit haben die traditionelle Messe der Priesterbruderschaft St.PiusX zu besuchen! In der Konzilskirche und ihrer unseligen Entwicklung wüßte ich wahrhaftig nicht mehr, weshalb ich konvertiert bin.

  7. Kaspar hofft auf einen gemeinsamen Gottes dienst im Ritus von Paul VI. den man an sich den “ Ordentlichen“ nennt. Heutzutage muss man um die Kirchenspaltung fast froh sein, weil so die verkommenen Moralvorstellungen der Westkirche etwa zur Sünde Sodoms und deren dekadente Liturgie in die Orthodoxie keinen Eingang finden.

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