Vatikan verlangt Distanzierung von Medjugorje – Schreiben an US-Bischöfe

Glaubenspräfekt Müller fordert Distanz zu Medjugorje(Rom/New York) Eine Klarstellung aus dem Vatikan sorgt für Aufsehen. Rom fordert von Katholiken Distanz zu Medjugorje. Der Apostolische Nuntius für die USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò teilte den Bischöfen der USA mit, daß Medjugorje kein kirchlich anerkannter Erscheinungsort ist. Sowohl Priestern als auch Gläubigen ist daher die Teilnahme an jeder Form von öffentlichen Veranstaltungen, Tagungen, Treffen oder Feiern untersagt, bei denen die Echtheit behauptet oder angenommen wird, so der Nuntius.

Hintergrund für die Klarstellung ist eine für Ende Oktober geplante USA-Reise des Medjugorje-„Sehers“, Ivan Dragicevic. Dragicevic beabsichtigte, in mehreren Pfarreien aufzutreten und an Gebetstreffen und weiteren Veranstaltungen teilzunehmen. Nach der Aufforderung an die US-Bischöfe, solche Veranstaltungen zu unterbinden, mußte Dragicevic die Reise absagen.

USA-Reise des Medjugorje-“Sehers“ Ivan Dragicevic wurde abgesagt

Der Heilige Stuhl forderte von den amerikanischen Katholiken, auf Distanz zum angeblichen Erscheinungsort zu gehen. Eine Aufforderung, die damit für alle Katholiken gilt. Nuntius Viganò richtete ein mit 21. Oktober datiertes Schreiben an die Bischöfe. Darin erinnerte er an eine nach wie vor gültige Feststellung der Glaubenskongregation, daß die Übernatürlichkeit der „Erscheinungen“ in Medjugorje nicht gesichert ist.

Schreiben des Nuntius an die US-Bischöfe zu MedjugorjeDie Aufforderung an den Nuntius tätig zu werden, kam direkt vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller. Anlaß im Anlaß für die Distanzierung war vor allem die Ankündigung der Veranstalter, daß es während Dragicevics USA-Aufenthalt zu Marienerscheinungen kommen werde.

Seit 1981 soll in der Herzegowina die „Gospa“ erscheinen

Insgesamt berichteten sechs „Seher“ von „Marienerscheinungen“ im herzegowinischen Medjugorje. „Erscheinungen“, die seit 1981 andauern und je nach Seher in unterschiedlichen Rhythmen und an verschiedensten Orten sattfinden sollen. Die Zahl der berichteten „Erscheinungen“ geht bereits in die Tausende.

Medjugorje wird, trotz kirchlicher Bedenken, jedes Jahr von Hundertausenden Pilgern, und trotz eines 1991 von der damaligen Jugoslawischen Bischofskonferenz verhängten Wallfahrtsverbots auch von Priestern aufgesucht. Unter ihnen befand sich mit Wiens Erzbischof Christoph Schönborn auch ein Kardinal. In Rom sieht man das gar nicht gerne.

2010 setzte Papst Benedikt XVI. Untersuchungskommission ein

Da der Pilgerstrom nicht abreißt und sich für die Kirche die Frage der seelsorglichen Betreuung dieser Gläubigen stellt, zog Papst Benedikt XVI. die Angelegenheit an sich und setzte eine Untersuchungskommission ein. Ihr Auftrag lautet, die Authentizität des Phänomens Medjugorje zu untersuchen. Vorsitzender der Kommission ist der ehemalige Kardinalvikar von Rom, Camillo Kardinal Ruini. Nach Anhörung aller Seher und entsprechenden Erhebungen, teilte Kardinal Ruini Benedikt XVI. Anfang 2012 mit, die Kommission werde ihre Arbeit bis Jahresende abschließen. Eine offizielle Entscheidung zu Medjugorje erfolgte jedoch bis heute nicht. Vermutet wird, daß der Amtsverzicht von Benedikt XVI. eine Entscheidung offenließ.

Die unterschlagene Aussage von Papst Franziskus gegen Medjugorje

Am vergangenen 7. September nahm dann unerwartet Papst Franziskus dazu Stellung. In seiner morgendlichen Kurzpredigt kritisierte der Papst „Christen ohne Christus“: „Es gibt eine andere Gruppe von Christen ohne Christus: jene, die etwas Besonderes suchen, Dinge, die selten sind, die auf Privatoffenbarungen zurückgehen“, und zu einem „Offenbarungsspektakel“ gehen, „um neue Dinge zu hören“. Als konkretes Beispiel nannte der Papst Medjugorje. Die Nennung des Ortes wurde sowohl in der Zusammenfassung des Osservatore Romano als auch jener von Radio Vatikan unterschlagen.

Der Brief des Nuntius an die US-Bischöfe bestätigt, daß die Beobachtung des Phänomens Medjugorje durch den Vatikan nicht mit dem Wechsel des Pontifikats eingestellt wurde.

Text:Giuseppe Nardi
Bild: Rorate Caeli/Sacri Palazzi/Wikicommons

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38 Comments

  1. Da bin ich jetzt aber gespannt, wie denn die „Seher“ reagieren. Ob die Gospa weiterhin ihre „Botschaften“ verkündet oder nur noch auf Privatbesuch erscheint? Schwierig wird es für die Anhänger, die ja gleich jeden, der nicht an diese Erscheinungen glauben will, „platt“ gemacht haben und verbal sehr aggressiv auf Zweifel reagieren. Das allein ist schon ein Grund für mich, an dieser „himmlischen“ Erscheinung zu glauben.

    • Entschuldigung. Der letzte Satz soll natürlich heißen: Das allein ist schon ein Grund für mich, an dieser „himmlischen“ Erscheinung zu zweifeln. Allein das Gebaren der „Seher“ und manche Aussagen der Gospa sind im Widerspruch zur Kirche und ihrer Lehren.

  2. Papst Benedikt zog die Entscheidung an sich , weil der Ortsbischof die Erscheinungen ablehnte, es wäre die Aufgabe des Papstes gewesen dieser ablehnenden Haltung zum Durchbruch zu verhelfen anstatt sie noch einmal zu prüfen. Die Muttergottes scheint sich mit dem 2. Vaticanum nicht anfreunden zu wollen, tat dieses doch das Gegenteil dessen was sie in Fatima empfahl.

  3. Der liebe Gott ist der liebe Gott. Ob wir es verstehen oder nicht, ob wir ihn leugnen oder nicht, ob wir ihn anbeten oder nicht. Er ist der, der er ist.

    Medjugorje ist, was es ist. Ob wir es verstehen, oder nicht.

    Was es tatsächlich ist oder war, werden wir vermutlich ohnehin erst im Himmel wissen.

    Interessant dürfte allerdings in diesem Forum die offizielle Botschaft vom 25. Mai 2010, die (wie manche andere Botschaften) so gar nicht zum VatII geprägten Geist von Medjugorje passen wil und in der es heißt:

    …aber auch Satan schläft nicht und durch den Modernismus lenkt er euch ab und führt euch auf seinen Weg. Deshalb, meine lieben Kinder, in Liebe zu meinem Unbefleckten Herz liebt Gott über alles und lebt Seine Gebote.

    Anstatt mir den Kopf zu zerbrechen, werde ich mich dankbar an den Auftrag halten, den ich aus Medjugorje erhalte und der da lautet:

    Eucharistie
    Rosenkranz
    Bibel
    Fasten
    monatliche Beichte

    Diese „Hausübung“ werde ich im Gehorsam als einziges Erbe von Medjugorje auch dann gerne behalten, wenn die Kirche ein negatives Urteil dazu spricht…

    • Auch wenn Medjugorje nur darauf beschränken würde, ist ein eindeutiger Hinweis auf das falsche erkennbar. Monatliche Beichte! In der Offenbarung ist nichts zu finden, was diesen langen Zeitraum zwischen zwei Beichten rechtfertigen würde. Da die Offenbarung durch die Apostel abgeschlossen ist, sind Privatoffenbarung nur dazu da die Offenbarung besser zu erklären. Eine Privatoffenbarung darf niemals der Offenbarung widersprechen und/ oder ergänzen.

      Welcher Modernismus meint den Medjugore? Ganz sicher nicht den Modernismus, der im Syllabus von Papst Pius IX. verurteilt wird. Medjugore meint den „Modernismus“ der sich von Medjugore abwendet und nennt jene satanisch die ihr Gehirn einschalten und ihre Vernunft behalten. Vernunft und Glaube schließen sich nicht aus. Medjugore und katholischer Glaube schon. Medjugore ist ein Grund der Kirchenkrise und richtet Schaden an wie ein Krebsgeschwür.

      • Jetzt lassen Sie die Kirche mal im Dorf – diese Regel, ca. alle vier Wochen zu beichten kennt man auch von honorigen Leuten wie Kardinal Meisner etc.
        Es ist vielen schlicht organisatorisch unmöglich, öfter zu beichten. Schauen Sie sich doch die Pfarrgemeinden an: einmal pro Woche eine halbe Stunde Beichtgelegenheit und dann wird man noch davon abgebracht, wenn man Pech hat, dem Willen Gottes zu lauschen und zu folgen. was soll also Ihr Posting?
        Es ist eher die Frage, wieso man ausgerechnet nach Medjugorje reisen muss, um diese „Botschaft“ zu hören…

      • Was ist so schlimm wenn man monatlich zur Beichte geht?solche angriffe wie Gisbert macht ist auch nicht Christlich ER sollte auch mal zur Beichte gehen.Der liebe Gott hat jeden den freien Willen gegeben,allso was soll daß.Ob echt oder unecht die Menschen, die nach Medjugorie fahren u.das sind sehr viele und guten Willens!Muß man das alles mit den Füssen treten!Die so über Medjugorie schimpfen sind die meisten nicht in Medjugorie nicht gewesen!Und zu Wickerl so spricht man von unseren Hirten nicht,man sollte für sie beten!

      • Medugorje is toll…
        owa du bist voll
        mit Hass, gegen diesen Spaß
        den der Himmel da treibt -
        und deswegen sog i das heit
        öffne di für die Liebe weit

        peace

    • Ich sehe diese Sache als einfache um den Glauben sich mühende Person und unterwerfe mich ganz dem kirchlichen Urteil.Es war für mich stets problematisch,dass die Allerseligste Jungfrau am laufenden Band Botschaften durchgibt-auf meinem armen Weg zu Gott habe ich niemanden getroffen,der mich mit seinem Elittärwissen Tag und Nacht unerbittlich überschüttet hätte. immer war es für mich die leise lockende Stimme meines Nymphensittichs zu Umkehr und Busse( denn das ist sein Ruf in der Mystik), die freundlich und unüberhörbar mich führte.Auch theologisch fühlte ich bei obgenannten Botschaften manchmal Bauchgrimmen.Das Trinitäts- und Christusverständnis manchmal diffus.
      Allerdings bin ich wunderbaren Menschen begegnet, die nach einer solchen Wallfahrt im Glauben tief gestärkt und froh heimgekehrt sind, Geistliche wie Laien.Vorallem die Beichtpraxis und der maximus concursus populi beeindruckt.ich schliesse mich @ Brötchen gerne an, was als Konsequenz dieses Phänomens -sei es echt oder getürkt-auch die monatliche Beichte-ratione perfectionis sehr empfehlenswert!

  4. Was Medjugorje, ein Krebsgeschwür? Dass ich nicht lache, es sind viele Menschen von Krankheiten geheilt und Jugendliche von Drogen befreit! Natürlich werde ich mich der Kirche unterwerfen. Aber die Früchte von Medjugorje werden wir schon noch sehen dürfen!!! Ohne dass wir ungehorsam gegenüber dem Papst sind!

    • Es kann sein dass Satan dort Wunder wirkt und Federn lässt etwa aus übergeordneten Zielen , etwa im Rahmen der Bemühung, die Botschaften von La Salette, Lourdes und Fatima zu paralysieren.

  5. Die ersten Tage von Međugorje waren voller Wunder. Das sahen sowohl Gegner als auch Befurworter: die Sonne tanzte, das Kreuz(mit den Reliquien des Kreuzes Jesu) verschwand, man sah eine Frau, die das Kind umarmt…nach der katholischen Lehre kann der Teufel keine Wunder contra naturam hervorbringen. Damals lebten noch viele alte Patres, von denen einige (nur) alte Messe zelebrierten und das Bose sicherlich erkennen konnten. Trotz des Weihwassers, vieler Gebete(wahrscheinlich auch Exorzismen) verschwannd die wunderschone Frau niemals.
    Zehn Jahre nach der ersten Erscheinung der Friedenskonigin begann der furchtbare Krieg: die Warnung war prophetisch.
    Bischof Žanić war uberzeugter als Franziskaner. Spater mischte sich der jugoslawische Geheimdienst ein, alle moglischen Spione, Gegner, Okkultisten: Međugorje steht immer noch. Jeden Tag wird der ganze Rosenkranz gebetet.
    Bischof Fellay sagte auch, dass der heilige Rosenkranz und das unbefleckte Herz Mariens die letzten Mittel zur Rettung der Welt sind.
    Međugorje und das zweite Vatikanum miteinander zu verbinden: dazu muss man wirklich viel Fantasie haben.
    Vicka sagte mehrmals, dass die Gospa den knienden Empfang der Mundkommunion empfiehlt umd dass Međugorje fur viele zum Goldenen Kalb wurde.
    Es ist auch ein bisschen Rassismus darin, dass die Kinder nie richtig verstanden wurden, nie richtig „untersucht“ wurden.
    Sie kommen aus einem Volk, das nicht zum Volke der Dichter und Philosophen gehort, Es werden immer eigene Probleme und Frustrationen gelost. Kardinal Schonborn hin, Kardinal Schonborn her. Kardinal Ratzinger war auch mehrmals in Međugorje, M. Gibson auch, Antonio Socci auch…30 Millionen Katholiken waren in Međugorje…und??? Angela Merkel noch nicht, Bischof von Limburg auch nicht…und?!
    Ich wurde mich freuen, wenn Papst Franziskus Međugorje angreifen und verurteilen wurde: das ware der Beweis, dass die Erscheinungen echt sind.

  6. Er wäre wünschenswert, die Ergebnisse der vatikanischen Prüfungskommission zu kennen. Warum werden sie nicht veröffentlicht, obwohl das bereits seit einem Jahr angekündigt wurde?

  7. 30 Jahre Medjugorje – 30 Jahre Täuschung und religiöser Betrug

    Seit 30 Jahren leidet die Kirche an dem Krebsgeschwür Medjugorje. Seit 30 Jahren soll es 40.000 (!) Erscheinungen gegeben haben. Alle Erscheinungen mit äußerst banalen Botschaften.

    Medjugorje ist die bewußte und gewollte Verdrängung von wahren und kirchlich anerkannten Erscheinungen wie Fatima und Lourdes. Medjugorje ist die bewußte und gewollte Verdrängung der Verehrung des Landesheiligen Hrasno und des Herz-Mariä-Sühnesamstages.

    Der Dominus-Verlag legt zwei Monographien vor, in denen Medjugorje-Experten aus Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Deutschland und der Schweiz hinter die Kulissen schauen und zahlreiche Punkte aufdecken, die gegen die Echtheit dieses angeblichen Marienerscheinungsortes sprechen.

    Die gravierenden Bedenken — wie sie von den Autoren Donal Anthony Foley (Medjugorje verstehen) und Rudo Franken, Mark Waterinckx, Manfred Hauke (Eine Reise nach Medjugorje) [Beide Bücher: Dominus Verlag] zusammengetragen wurden —, die gegen die Echtheit der angeblichen Erscheinungen Unserer Lieben Frau in Medjugorje sprechen, seien hier von Peter Christoph Düren (Dominus-Verlag) stichwortartig aufgelistet: (Fortsetzung folgt)

  8. Die „Seher“

    1. familiäre und persönliche Situation (emotionale Instabilität, Hysterie, Verwaisung Ivankas, Vickas permanente Kopfschmerzen und Ohnmachtsanfälle, Marijas Schlaganfall)
    2. Einfluß der charismatischen Bewegung („Geisttaufe“, „ekstatisches Laufen“, Glossolalie, Gruppendynamik)
    3. seltsame Umstände bei der ersten Erscheinung (Rauchen, Rockmusik)
    4. okkulte Einwirkungen
    5. keine Ekstase bei Visionen („Fingertest“ zweifelhafte medizinische Tests, Experimente ohne wissenschaftliche Strenge)
    6. angekündigte geistliche Berufe (Priestertum, Ordensstand) werden von keinem gewählt, stattdessen weltliches Leben („Schönheitskönigin“, „Tennisplatz“, „große Häuser“),
    7. Verhalten gegenüber dem Bischof (Unwahrheit, Drohung)
    8. nehmen Handauflegungen und Segnungen vor
    9. Uneinigkeit untereinander („Geheimnisse“, „Caritas Birmingham“, Streit zwischen Vicka und Mirjana)
    10. Spannungen mit Franziskanern wegen Deutungshoheit

  9. Das soziologische Umfeld:

    1. abergläubische Vorstellungen und Praktiken (Neo-Manichäismus, dualistisches Mittelfeld, Eucharistie mit Ahnenverehrung, „Gromovnik“, Fluchen, weise alte Frauen, Geisterverehrung, Klanrituale)
    2. Kommunismus, Brutalität, ethnische Säuberungen, Folter, Nationalismus, Konzentrationslager, Lynchjustiz, Massengrab, Waffenhandel
    3. kommerzielles Interesse der Bevölkerung

    • Das sind rein rassistische Aussagen: Ahnenverrehrung und Ahnliches. Ich bitte die Redaktion, die Beleidigungen des herzegowinischen Katholizismus zu verbieten.

  10. Die „Gospa“
    1. Aussehen und Verhalten in den ersten Tagen („Zittern“, fühlt sich an „wie Stahl“, graues Kleid, Schweigen, Lachen, banales Geplauder: Fußballspiel)
    2. Art des Erscheinens (diffuses „Licht“, „Nebel“)
    3. „Schwarzwerden“ durch Berührung von Sündern
    4. spricht von „Judassen“, meint aber „Thomasse“
    5. vergißt den Namen eines Sehers
    6. Umstände der Erscheinungen (Zeiten und Orte „auf Wunsch“)
    7. das angekündigte definitive Ende der Erscheinungen bleibt aus („drei weitere Tage“)
    8. Anzahl und Andauer der Erscheinungen ca. 40.000 während 30 Jahren)
    9. anfangs Initiativlosigkeit, Willenlosigkeit, Zögern, jetzt Wortschwall seit 30 Jahren
    10. keine Botschaften zu drängenden Zeitfragen (Abtreibung, Pornographie, Homosexualität, Mißbrauch, Ehebruch, Ehescheidung, Drogen, Diebstahl, Götzendienst etc.)
    11. neuer Geburtstag Mariens (5. August statt 8. September)
    12. betet Vaterunser („vergib uns unsere Schuld“)
    13. widersetzt sich dem Bischof, befürwortet den Ungehorsam der Franziskaner und lobt tugendlose und kirchlich sanktionierte Priester

  11. Die „Botschaften“

    1. zu Beginn gibt es keinerlei Botschaft („Schweigen“)
    2. problematische Inhalte (u.a. religiöse Indifferenz: alle Religionen seien gleich; Eschatologie: „Wohlfühlen in der Hölle“)
    3. Schmeichelei (Pfarrei „auf besondere Weise auserwählt“)
    4. unsinnige Botschaft („blutiges Taschentuch“ und Weltende)
    5. widersprüchliche Aussagen der Seher über die „Geheimnisse““ und das „große Zeichen“
    6. das angekündigte „große Zeichen“ bleibt aus

  12. Die Franziskaner als Seelenführer und Protagonisten

    1. jahrzehntelanger Ungehorsam gegenüber dem Bischof
    2. „Fasten“ als Idee der Franziskaner
    3. ungültige Firmung durch falschen „Bischof“ Novak
    4. neun suspendierte Franziskaner
    5. Pater Jozo Zovko (1980-1981, d.h. zu Beginn der Visionen Pfarrer von Medjugorje und Hauptverfechter der Phänomene), der „Gospa“ zufolge ein „Heiliger“, Anhänger der Charismatischen Bewegung, hat selbst „Auditionen“ der „Gospa“, ist der Manipulation der „Seher“ verdächtig, Ungehorsam, Verbannung, dreimal kirchlich sanktioniert (1989, 1994, 2004), Suspendierung, lebt in Österreich
    6. Pater Ivica Vego (seit 1981 in Medjugorje): übt mit Jugendlichen ein, die „Gospa“ zu sehen und „Botschaften“ aufzuschreiben; obwohl er mit seiner Geliebten verkehrt, erklärt die „Gospa“ ihn für unschuldig; schwängert Nonne, verläßt Orden und Priestertum, wird suspendiert, wohnt mit Ex-Nonne und mittlerweile fünf Kindern in der Nähe von Medjugorje
    7. Pater Tomislav Vlašić (schwängerte 1976 eine Franziskanerin, Vertreter des Pfarrers von Medjugorje, ab 1981 Seelenführer der „Seher“), Anhänger der Charismatischen Bewegung, erhält vor Beginn der Phänomene von Medjugorje im Mai 1981 von Pater Tardif die „göttliche Prophezeiung“, daß Gott ihm seine Mutter senden werde; diktiert den „Sehern“ die Botschaften der Gospa; will mit Agnes Heupel auf Geheiß der „Gospa“ eine gemischtgeschlechtliche Ordensgemeinschaft gründen; Verdacht auf spiritistische Séancen, Lob der Gospa trotz Verdachtes der Häresie und des Schismas sowie skandalöser Vergehen contra sextum, die durch mystische Beweggründe verschlimmert wurden, 2008 von der Glaubenskongregation mit Interdikt belegt, 2009 aus dem Franziskanerorden entlassen und laisiert, Exkommunikation angedroht
    8. Pater Slavko Barbarić (1982-1985 und 1990-2000 Kaplan in Medjugorje): bleibt auf Geheiß der „Gospa“ im Ungehorsam gegenüber dem Bischof in Medjugorje, Beichtjurisdiktion entzogen, Seelenführer der „Seher“, zensiert (und korrigiert?) die Botschaften, im Jahr 2000 suspendiert wegen seines jahrelangen ungesetzlichen und unerlaubten Verbleibens in Medjugorje, im gleichen Jahr verstorben

  13. Die beteiligten Theologen

    1. René Laurentin (Befürwortung aufgrund distanzloser Untersuchung)
    2. Hans Urs von Balthasar (subjektiv motivierte Unterstützung, Adrienne von Speyr)

  14. Die „Pilger“

    1. Wundersüchtigkeit (Verfärben von Rosenkränzen, Augenverletzungen durch „Sonnenwunder“, optische Täuschungen)
    2. keine als Wunder zu betrachtende Heilungen verifizierbar
    3. „Gefühle“ als Echtheitsargument
    4. Leichtgläubigkeit, Wunsch nach direktem Zugang zu Maria

  15. Stellungnahmen der zuständigen kirchlichen Autoritäten

    1. negatives Urteil von Bischof Žanić, 1980-1993 Bischof von Mostar
    2. negatives Urteil von Bischof Perić, seit 1993 B. von Mostar
    3. Verbot seitens der Glaubenskongregation 1990
    4. negatives Urteil der Jugoslawischen Bischofskonferenz 1991
    5. keine offizielle positive Stellungnahme von Papst Johannes Paul II.
    6. keine positive Stellungnahme von Papst Benedikt XVI.

  16. Vergleich mit anerkannten Wallfahrtsorten

    1. Konkurrenz zum echten Diözesanheiligtum Hrasno
    2. Kopie von Lourdes 1858 (z.B. Kenntnis und „Nachahmung“ des Beispiels der hl. Bernadette, Zahl der „Erscheinungen“)
    3. Kopie von Fatima 1917 (z.B. „Entführung“)
    4. Ähnlichkeiten zu anderen Pseudo-Erscheinungen
    5. angebliche Erfüllung und „letzte“ Erscheinung weltweit
    6. Konkurrenz zu und Verdrängung von Fatima („Herz-Mariä-Sühnesamstage“)

    • Dort steht tätsächlich, F. sei Medjugroge zumindest nicht ablehnend gegenüber gestanden. ich zitiere das mal:

      „Bemerkenswert dürfte auch auch folgendes sein: Als Erzbischof von Buenos Aires hatte Papst Franziskus bereits vor Jahren in seiner Diözese Veranstaltungen von P. Jozo Zovko, einem der bekanntesten Priester aus Medjugorje erlaubt. Und kurz vor seinem Abflug nach Rom zur Konklave nach Rom hat der damalige Kardinal Bergoglio sogar ein Auftreten von Medjugorje-Seher Ivan erlaubt. An der öffentlichen Veranstaltung am 6. März im Luna Park in Buenos Aires nahmen damals etwa 10.000 Menschen teil.

      Was in Zusammenhang mit Papst Franziskus und Medjugorje ebenfalls wenig bekannt ist: In den letzten drei Jahren vor seiner Wahl war ausgerechnet ein Franziskaner aus der Herzegowina der Beichtvater von Kardinal Bergoglio. Pater Berislav Ostojic stammt aus Citluk, dem Nachbarsort von Medjugorje und ist Seelsorger in einer Gemeinde in Buenos Aires.“

      Naj, aber F. ist ja heute so und morgen so, wie es gerade kommt. Aber vielleicht ist hier auch ein Dissenz zwischen Müller und einigen in Rom und dem neuen Papst.

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