Bischof Overbecks Kirchendemontage – Daß Homo-Priester „Doppelleben führen müssen ist unzumutbar“

Bischof Overbeck von Essen: daß Homo-Priester "ein Doppelleben führen müssen, ist unzumutbar". (Essen) Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck will „Realität“ bei Homosexualität und Zölibat anerkennen. Dies sagt der Bischof in einem heute, Dienstag, in den Buchhandel gelangten Sammelband von Joachim Frank und Alfred Neven: Wie kurieren wir die Kirche? Katholischsein im 21. Jahrhundert (DuMont Verlag). Der Bischof meint damit die Anerkennung von Ungehorsam und Sünde. Bischof Overbeck schlägt eine revolutionäre Seelsorge im Namen der „Barmherzigkeit“ vor. Allerdings meint Bischof Overbeck nicht mehr Jesu Barmherzigkeit (dir sind die Sünden vergeben, geh und sündige nicht mehr), sondern eine neue „Barmherzigkeit“ nach dem Motto: dir sind die Sünden vergeben, geh und sündige ruhig weiter.

Deshalb will der Bischof von Essen keine Priester, die ein „Doppelleben führen müssen, weil sie homosexuell sind oder das Zölibatsversprechen brechen“. Das sei „unzumutbar“ für Priester, denn die katholische Kirche brauche „glaubwürdige Priester ohne verstecktes Doppelleben“. Auf die Idee, daß die Glaubwürdigkeit eines Priesters darin liegt, gar kein Doppelleben zu haben, scheint der Bischof erst gar nicht zu kommen. „Doppelleben“ führende Priester scheinen in der Diözese Essen, geht es zumindest nach Bischof Overbeck, nicht die Ausnahme, sondern die Regel zu sein. Tatsächlich ein „unzumutbarer“ Zustand.

Daß Bischof Overbeck vor Jahren, um genau zu sein 2010 im ARD, Homosexualität als Sünde bezeichnet hat, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung erinnert, scheint angesichts seiner aktuellen Aussagen bestenfalls ein Gerücht zu sein.

Bischof Overbeck gehe es nun „die Realität anzuerkennen“. Man könne daher bei den Themen Zölibat und homosexuelle Priester „nicht die Augen verschließen“. Wörtlich verkündet der Bischof im Buch: „Ich weiß also sehr wohl, daß es Priester gibt, die ihr Zölibatsversprechen nicht halten, aber trotzdem einen guten Dienst tun und von den Menschen auch so akzeptiert werden“. Die Argumentation entspricht verblüffend jener des Erzbistums Freiburg, mit der die wiederverheiratet Geschiedenen zur Kommunion zugelassen werden sollen.

Der Sammelband mit Wortmeldungen „engagierter Katholiken“, zu denen offenbar auch Bischof Overbeck gehört, würde treffender lauten: „Wie kurieren wir die Kirche zu Tode?“ Overbeck, der in Dogmatik promovierte, scheint weder in dieser noch in anderen theologischen Disziplinen sattelfest zu sein. Die gefallene Realität der Welt soll nicht durch das erlösende Opfer Jesu Christi wieder aufgerichtet und emporgehoben werden, sondern ihrem Schicksal im Sündensumpf überlassen bleiben. Ein Blick in die Kirchengeschichte würde dem Bischof helfen, zu sehen, daß es ganz andere, glaubenskonforme Lösungen gibt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Bistum Essen

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1 Kommentar

  1. Ich sehe – leider, hoffe mich aber zu täuschen – hinter den jetzigen Äußerungen des früher als „konservativ“ agierenden Bischofs Overbeck das Mäntelchen eines Karrieristen, der unter dem jetzigen „progressiv-demütigen“ Papst eben dieses in den „barmherzigen“ Wind hängt.

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