Papst Carlo Maria Martini, ein Wirklichkeit gewordener (Alb)Traum? – Das Bergoglio-Martini-Pontifikat

Carlo Maria Kardinal Martini für eine "andere" Kirche(Rom) Seit Jorge Mario Bergoglio, der Kardinal aus Argentinien den Thron des Petrus bestiegen hat, scheint ein Schatten über diesem Pontifikat zu liegen. Der Schatten von Carlo Maria Kardinal Martini (1927-2012). Ein Eindruck, dem jüngst auch der Vatikanist Sandro Magister nachging. Carlo Maria Martini: „Jesuit, Erzbischof von Mailand und Kardinal, der bedeutendste und bejubeltste Gegenspieler der Pontifikate von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Seine Anhänger sehen heute in Franziskus den, der sein Erbe antritt. Und es in die Tat umsetzt.“ Aber noch keiner behauptete bisher so offen eine Deckungsgleichheit zwischen den Ideen Martinis und dem, was Papst Franziskus in die Tat umsetzt, wie der Martini-Freund Marco Garzonio in einem Aufsatz für den Corriere della Sera. Rund um das neue Pontifikat fällt auf, wie dessen Unterstützer verstärkt „mystische“ Aspekte einbringen und dadurch höhere Legitimität zu vermitteln versuchen. Von der wunderlichen Erzählung von Wiens Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, wie der Heilige Geist ihn auf Kardinal Bergoglio aufmerksam gemacht habe, über das von „anonymer Quelle“ gestreute Gerücht, Benedikt XVI. habe durch ein „mystisches Erlebnis“ von Gott selbst den Auftrag erhalten, zurückzutreten und nun Garzonios Schilderung, daß Kardinal Bergoglio nach seiner Wahl in der Sixtinischen Kapelle eine „mystische Krise“ hatte und erst danach die Wahl akzeptierte habe, offenbar nun mit klaren Vorstellungen, wie die Kirche von morgen auszusehen habe. Laut Garzonio wie jene, von der Kardinal Martini „träumte“.

Niemand bejubelt in der Kirche Bergoglios Pontifikat mehr als die Anhänger Martinis

Sieben Monate nach der Wahl von Papst Franziskus fällt die Interpretation des Pontifikats sehr widersprüchlich aus, so Magister. „In der Kirche kommen die positivsten, ja begeistertsten Reaktionen über die ersten Amtshandlungen von Papst Franziskus von den Anhängern des Kardinals, der für Jahre maßgeblich und mit breiter Zustimmung sich als eindeutigste Alternative zu den Pontifikaten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. präsentierte.“

Dieser Kardinal war Carlo Maria Martini, Jesuit wie Bergoglio, ehemaliger Rektor des Päpstlichen Bibelinstituts, Erzbischof von Mailand von 1979 bis 2002, gestorben am 31. August 2012 (siehe eigenen Bericht), nachdem er seine Nachlassenschaft noch einmal in einem sehr kritischen Interview zusammenfaßte, das nach seinem Tod als sein „geistliches Testament“ veröffentlicht wurde.

„Dieses letzte Interview führte der österreichische Jesuit Georg Sporschill, derselbe, der bereits 2008 das wohl wichtigste Buch Martinis herausbrachte, auch in Gesprächsform: Jerusalemer Nachtgespräche. Darin kommt der Satz vor, daß Gott „nicht katholisch“ sei. Eine Aussage, die Papst Franziskus in seinem Interview mit Eugenio Scalfari wiederholte.

Martinis Kritik wurde gegen Ende seines Lebens immer akzentuierter und ungeduldiger

In den letzten Lebensjahren akzentuierte Kardinal Martini seine Kritik in Interviews und Büchern, die er gemeinsam mit Borderline-Katholiken verfaßte, so Magister, mit Don Luigi Verzé, einem Priester, der mehr Manager war und sich mit eigenem Privatjet in der Mailänder Oberschicht gekonnter bewegte als in einer Kirche, oder mit dem Bioethiker Ignazio Marino, der seit vergangenem Juni linker Bürgermeister von Rom ist. Marino bezeichnet sich als Katholik, verkörpert jedoch eine „unabhängige“ und in ethischen Fragen „distanzierte“ Linie gegenüber der katholischen Kirche. Er steht für eine Form von „katholischem“ Relativismus, fordert die Legalisierung der „Homo-Ehe“ samt Adoptionsrecht für Homosexuelle und verfaßte ein „biologisches Testament“ als Patientenverfügung, das von der katholischen Kirche als versteckte Euthanasie abgelehnt wurde. Er war der bevorzugte Typus des Gesprächspartners für Kardinal Martini: einflußreich und nicht orthodox. Deshalb regte Kardinal Martini im Buch mit Marino auch ein „Aggiornamento der Kirche in den Fragen des Lebensanfangs, das Lebensendes, der Ehe und der Sexualität an“, so Magister.

Konklave 2005 ein „Betriebsunfall“, Konklave 2013 dessen „Korrektur“?

Im Konklave von 2005, dem einzigen, an dem Martini teilnahm, „wurde er zum Symbol der gescheiterten Verhinderung der Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger. Und die Stimmen seiner Anhänger, gingen dann mit anderen auf Bergoglio über. Acht Jahre später, im März 2013, waren es erneut die Martini-Anhänger, die auf die Wahl Bergoglios zum Papst drängten. Diesmal mit Erfolg“, so Magister. Kardinal Martini, jahrelang von den Medien bereits als nächster Papst gehandelt, scheiterte an Kardinal Ratzinger mit Pauken und Trompeten. In dieser Niederlage wurde jedoch bereits Kardinal Bergoglio als neuer Gegenspieler ins Spiel gebracht. Niemand konnte 2013 allerdings damit rechnen, daß ausgerechnet er die Stimmen von zwei Drittel der Kardinäle hinter sich bringen würde. Die Wahl selbst bleibt weiterhin ein Rätsel.

„Und heute sehen sie in den ersten Amtshandlungen von Papst Franziskus Realität werden, was für Martini nur ein ‚Traum‘ war. Der Traum einer ‚synodalen Kirche, arm unter den Armen, vom Evangelium der Seligpreisungen inspiriert, Sauerteig und Senfkorn‘“, zitiert der Vatikanist Martini wörtlich.

Deckungsgleichheit zwischen den Ideen Martinis und den Taten Bergoglios?

Den Zusammenhang, ja die Deckungsgleichheit zwischen den Ideen und Zielen Kardinal Martinis und jenen von Kardinal Bergoglio, dem nunmehrigen Papst Franziskus behauptet kein Geringerer als Marco Garzonio. Garzonio wurde von Gianfranco Kardinal Ravasi völlig zurecht als „bester Kenner Martinis“ bezeichnet. Garzonio ist ein katholischer Laie aus der Erzdiözese Mailand, der zum engsten Umfeld Kardinal Martinis gehörte, dessen persönlicher Freund er war. Der Psychologe und Psychotherapeut gehört zu den Privilegierten, die in der wichtigsten Tageszeitung Italiens, dem Corriere della Sera Leitartikel verfassen dürfen. 2012 war er Autor der bisher wichtigsten Martini-Biographie.

Garzonios jüngstes Werk ist ein fiktiver Dialog zwischen „Kardinal Martini und seiner Seele“, der im vergangenen Juli beim Festival dei Due Mondi in Spoleto aufgeführt wurde, derzeit in Mailand auf der Bühne steht und von dem Aufführungen an weiteren Theatern geplant sind.

„Jene Schuld des Papstes gegenüber Martini“

Garzonio äußerte in seinem am 11. Oktober im Corriere della Sera erschienenen Aufsatz „Jene Schuld des Papstes gegenüber Martini“ bisher am deutlichsten die These, daß das Pontifikat von Papst Franziskus mit Kardinal Martini verbunden sei und dessen Erbe posthum in die Tat umsetze.

Darin lobt Garzonio Papst Franziskus dafür, daß er das Programm des ehemaligen Erzbischofs von Mailand umsetze, daß er „Carlo Maria Martini zweimal zitiert hat“. Laut Garzonio sei das ein „schönes Zeugnis für den erst vor einem Jahr verstorbenen Kardinal, sich in einer Reihe mit Franz von Assisi, dem Heiligen Augustinus, dem Heiligen Paulus und dem Heiligen Ignatius wiederzufinden“. Papst Franziskus „äußerte öffentlich die außerordentliche Dankbarkeit, die er dem Kardinal schuldet: daß er jahrelang den damals regierenden Päpsten Karol Wojtyla und Joseph Ratzinger das Modell einer ‚Synodalen‘ Kirche aufgezeigt hat“, so Garzonio. Der Papst habe nicht mehr als „absoluter Monarch zu herrschen“, sondern durch einen „Dienst“, bei dem ihm „Bischöfe und Kardinäle helfen“. Denn, so Garzonio, nur so werde der Papst wirklich „Haupt der ganzen Kirche, weil er die Stimmen anderer Kontinente berücksichtigt, andere Bedürfnisse, andere Wünsche als jene eines auf sich selbst und seine Verwaltung fixierten Vatikans“.

Absage von Franziskus an Mission und Bekehrung der Ungläubigen verwirkliche Martinis „Vision“

Garzonio geht aber noch viel weiter in seiner These eines Bergoglio-Martini-Pontifikats und begrüßt die Absage, die Papst Franziskus der Missionierung und der Bekehrung der Ungläubigen erteilte: „Und als Bischof von Rom, und damit ohne hegemonische und proselytische Ansprüche (‚eine Riesendummheit‘, sagt Bergoglio), ebnet er den Weg für den Ökumenismus und den interreligiösen Dialog, auf den Martini sein Episkopat konzentrierte, für den er sich mehr als eine offizielle Zurechtweisung einhandelte, weil er eben der Bekehrung so wenig Aufmerksamkeit schenkte.“

Laut Garzonio habe Kardinal Martini, „als er nach dem ersten Jahr seines Episkopats von einer ‚synodalen Kirche‘ zu sprechen begann“, diese seine „persönliche Intuition“ und eine solche Weiterentwicklung der Kirche unter die „Kategorie Traum“ einreihen müssen. Statt dessen habe Martini auch zwanzig Jahre später „enttäuscht“ feststellen müssen, daß sein „Traum“ in „weiter Ferne“ lag. „Martini glaubte daran und gab seinen ‚Traum‘ nie auf, den nun Bergoglio auf den Weg bringt, damit er Realität wird“, so der Martini Freund.

Martini: „Kirche ist 200 Jahre zurück“ – Bergoglio holt sie ins Jetzt?

Der Psychologe erinnert auch an das „geistliche Testament“ Martinis, jenes letzte Interview vom 8. August 2012, das vom Corriere della Sera erst nach seinem Tod am 1. September veröffentlich wurde. Darin habe Martini „mit dem feierlichen Ton einer testamentarischen Hinterlassenschaft und der prophetischen Ermahnung“, einen „praktischen Weg“ genannt: „Der Papst soll sich mit zwölf Bischöfen und Kardinälen umgeben, wenn er nicht will, daß das Schiff Petri von den internen Wellen überflutet wird und von einer Gesellschaft, die der Kirche nicht mehr glaubt, die 200 Jahre zurück ist bei Themen wie der Familie, der Jugend, der Rolle der Frau (ein Argument, zu dem Papst Franziskus versprochen hat, noch Stellung zu nehmen)“. Mit den 200 Jahren, wie bereits im vergangenen Jahr zur Aussage bemerkt wurde, ist nicht so sehr die Aufklärung gemeint, sondern die Französische Revolution.

Garzonio erinnert schließlich daran, daß Martini am Ende seines Lebens „präzisiert hat, nicht mehr über die Kirche zu ‚träumen‘, sondern ‚für‘ sie zu beten. Die Gebete müssen hoch oben angekommen sein, wenn das Konklave Bergoglio auswählte und er nach einer fast mystischen Krise akzeptierte“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo

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26 Comments

  1. Mit dieser Geschichte, der Heilige Geist habe ihn vor dem Konklave auf Kardinal Bergoglio aufmerksam gemacht, geht Eminenz Schönborn hausieren. Ein Papst nach dem Geschmack des Kardinals. Was von Eminenz Schönborn zu halten ist hat hier und an anderen Stellen bereits Wolfram Schrems in brillanter Weise deutlich aufgezeigt:
    http://katholisches.info/2013/10/02/was-will-kardinal-schoenborn-eigentlich-neues-von-der-zerstoerung-der-kirche-von-innen-oder-wo-der-schuh-drueckt/
    Angesichts seiner Međugorje-Gläubigkeit darf man schon fragen, ob es wirklich der Heilige oder nicht ein ganz anderer Geist war, dessen Einflüsterungen der Kardinal und andere erlegen sind. Hier muß man auch unweigerlich an den “Konzilsgeist” denken, der nun konsequent umgesetzt wird. Es wird immer klarer, dass mit dem sogenannten Zweiten Vatikanischen Konzil und dem Novus Ordo Missae eine neue “Kirche” geschaffen wurde.

    Sehr merkwürdig, wenn auch nicht wirklich überraschend, ist allerdings die anhaltende Begeisterung der sogenannten “Konservativen” für diesen Papst. Das ist mit Naivität und Gutgläubigkeit alleine nicht mehr zu erklären. Die immer deutlicher hervortretende Spaltung besteht nicht zwischen “Liberalen” und “Konservativen“, sondern zwischen Modernisten und traditionsverbundenen Katholiken.

    • „Sehr merkwürdig, wenn auch nicht wirklich überraschend, ist allerdings die anhaltende Begeisterung der sogenannten “Konservativen” für diesen Papst.“

      Dahinter steckt einfach die Angst, mit der Ablehnung der Positionen des Papstes den eigenen Boden unter den Füßen, sprich, die eigenen Überzeugungen, die eigene Identität zu verlieren. Und genau diese Urangst macht man sich seit 50 Jahren zunutze, indem man hart und kompromisslos jede Kritik oder Opposition der Glaubensbewahrer ahndet und von ihnen strengen Gehorsam fordert, während man den sogenannten Reformern Milde und Verständnis entgegenbringt, weil sie ja nur dorthin vorpreschen, wohin man selbst ohnehin gern möchte, es aber aus verschiedenen Rücksichten noch nicht kann. Und Schönborn hat sich mit seinen Medjugorie-Besuchen einzig ein paar lästige Läuse aus dem Pelz geschüttelt oder, anders gesagt, mit diesem Speck einige sehr spezielle Mäuse gefangen.

      • Das würde das Fehlen von (offener) Kritik erklären, nicht aber Begeisterung. Außerdem scheint diese Begeisterung nicht gespielt, sondern echt zu sein.
        Was die völlig unterschiedliche Behandlung von Kritikern betrifft, haben Sie völlig recht. Verhaltene und vorsichtige Kritik wird in Fällen wie Palmaro und Gnocchi sofort streng geahndet, während es in anderen Fällen – ich muß wohl keine Namen nennen und erinnere nur an Aufrufe zum Ungehorsam – keinerlei Reaktion gibt. Daher würde es mich nicht wundern, wenn Rom auf die Äußerungen des Generaloberen der FSSPX vom vergangenen Wochenende recht bald deutlich reagiert.

      • Kardinal Schönborn ist ein sehr idealistischer Bischof, der in allem und in allen immer noch den letzten Rest eines vielleicht noch vorhandenen Gutes sieht, der Frieden und Harmonie, Gottesliebe, Frömmigkeit und Gottesfurcht sucht.Dabei kommt ihm sein unverkennbarer Status als Mönch in die Quere-so aus Sicht der Medien und krakelenden Kritikern.Freilich, ob das für seinen Posten im heute und jetzt ausreicht?Ich weiss es nicht. Aber ich bete gerne für diesen Bischof auch wenn ich manche darob aufbringe: lieber mit dem Mann des Friedens zu irren als mit dessen Schähern recht zuhaben.

      • Seine Eminenz Christoph Kardinal Graf Schönborn, ist in meinen Augen nichts anderes als ein Machtgieriger Wegbereiter des Antichristen (man schau nur wo dieser im Vatikan und so überall seine Finger im Spiel hat). Denn jemand der Abtreibungsbefürworterinnen, mit einen kirchlichen Orden (St. Gregorius Orden) behängt , der 2 mal verhindert das ein wahrlich katholischer Hirte Bischof wird, der es einen Weihbischof untersagt an einer Lebensschutzdemonstration teilzunehmen , der selber schweren liturgischen Missbrauch begeht , der dafür sorgt das Häretiker und Schismatiker nicht nur nicht bestraft sondern auch innerkirchlich befördert werden, der den Papst Ungehorsam leistet (seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI) einen Freimaurer in einen Staatsbegräbnis verabschiedet, usw. usw. Der dient niemals Gott dem Herrn und seiner Kirche. Mögen seine Katechesen wahrlich katholisch sein, seine Früchte sind allerdings alles andere. Und nicht an ihren Wörtern werden wir sie erkennen, sondern an ihren Früchten. Matthäus 7. 15 – 20

      • Man sollte nicht den Fehler machen und den Idealismus und die Gutgläubigkeit der Modernisten grundsätzlich in Zweifel ziehen. Nicht selten sind gerade unter ihnen besondere Eiferer zu finden. Selbst Freimaurer handeln aus ihrer eigenen Sicht nach „bestem Gewissen“ und aus tiefster Überzeugung, wenn sie die Kirche bekämpfen.

      • kennen sie Kardinal Schönborn persönlich? Ich bin ihm begegnet und hatte mit ihm vor40 Jahren ein tiefes spiritueles Gespräch, habe ihn im französichen Fernsehn in einem Ikonenbeitrag grandios erlebt, habe gar oft seine sehr überzeugenden Sonntagsimpulse bei Radio Horeb gehört all diese Dinge haben mir immensen geistlichen Profit gebracht-ferner weiss ich um die grauenvolle antiklerikale, antikirchliche Haltung Wiens in gewissen einflussreichen Kreisen- da könnte, wer immer es wolle niemand aber auch gar niemand es diesen Raunzern rechtmachen-denn sie warten in ihren Startlöchern die hl. Kirche niederzumachen. Mit diesen Umständen ist es sehr, sehr schwierig einen allerweltsguten Job zu machen. Meine persönliche einmalige Begegnung hat mich von seiner beneidenswerten Integrität beeindruckt, daher meine eigene, aber entschiedene Meinung, die mir niemand nehmen kann.Ich hoffe, bitte und freue mich über Gottes untrüglich erbarmendes Verständnis-denn Er weiss alles.

  2. Die im Artikel beschriebene treffliche Analyse findet in der Kritik von Mario Palmaro und Alessandro Gnocchi gleichsam ihre Kurz-Zusammenfassung:
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    „Genau so, sagte es der Papst: nicht mehr die Welt, die im Licht des Evangeliums geformt wird, sondern das Evangelium deformiert im Licht der Welt und der modernen Kultur. Und wer weiß, wie viele Male sich das wiederholen soll, jedes Mal, wenn es zu einem kulturellen Wandel kommt, und jedes Mal wird die vorherige Lesart verworfen. Das ist nichts anderes als die Idee eines permanenten Konzils, das der Jesuit Carlo Maria Martini entworfen hatte.“
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  3. Wenn das alles so ist wie in dem Text oben beschrieben, dann wir die Kirche endlich wieder nach vorne blicken könne. Der Karneval scheint wirklich vorbei zu sein. Und untermauert wird dies morgen um 12 Uhr durch die Emeritierung von Tebartz- van Elst als „Bischof“ von Limburg.

    • Ja, sie seltsamer Franziskaner, erfreuen Sie sich nur Ihres Triumphes. Wenn diese Träumereien Martinis unter Bergoglio Realität werden sollten, dann wird es nicht mehr lange währen mit der Kirche. Denn eine Kirche, die sich selbst armselig und belanglos macht und sich dem wechselnden Zeitgeist wie eine Dirne andient, verrät den Auftrag Christi, die Wahrheit des Evangeliums zu verkünden. Eine Kirche, die sich selbst verwirft, wird weggeworfen, denn sie ist wie Salz, das schal geworden ist. Es sind denn wohl auch hautsächlich Zerstörungsphantasien, denen diese Träume entspringen.

      • „Wenn diese Träumereien Martinis unter Bergoglio Realität werden sollten, dann wird es nicht mehr lange währen mit der Kirche.“

        Da die Kirche nicht von den Pforten der Hölle überwunden werden kann, würde dies heißen, daß die von Jesus gegründete Kirche aus Rom vertrieben würde und nur noch eine leere Hülle in Rom übrig bliebe, ohne Tradition und Lehre.

        Hammerharte Vorstellung – erinnert an Buch Daniel und Buch der Offenbarung.

      • diesem Franziskaner sollte man den Bettelsack umhängen nach alter franziskanischer Manier, dann hört nämlich sein Karneval bald auf.Nach dem Wahlspruch von Johannes Paul I: humilitas! humilitas!

    • „Wenn das alles so ist wie in dem Text oben beschrieben, dann wir die Kirche endlich wieder nach vorne blicken könne.“

      Wenn sieht sie den vorne. Christus oder weltlichen Phantasiewünsche von vielen Katholiken?

      „Und untermauert wird dies morgen um 12 Uhr durch die Emeritierung von Tebartz- van Elst als „Bischof“ von Limburg.“

      Haben sie den Sekt schon kaltgestellt wenn die Pharisäermeute einen katholischen Bischof erlegt hat. Prost!
      Also wer sich heute alles mit dem Namen des heiligen Franz von Assisi schmücken tut! Man kommt sich richtig armselig vor.
      Per Mariam ad Christum.

  4. „Der Papst soll sich mit zwölf Bischöfen und Kardinälen umgeben, wenn er nicht will, daß das Schiff Petri von den internen Wellen überflutet wird und von einer Gesellschaft, die der Kirche nicht mehr glaubt, die 200 Jahre zurück ist bei Themen wie der Familie, der Jugend, der Rolle der Frau (ein Argument, zu dem Papst Franziskus versprochen hat, noch Stellung zu nehmen)“.

    Zumindest hat Papst bereits begonnen laut über die Rolle der Frau nachzudenken und es ist zum Erbarmen.

    Am Ende einer Rede an den Frauenkongress ,anlässlich der Erinnerung an 25 Jahre Mulieris dignitatem Ende letzter Woche sagte Papst Franz von seiner Redevorlage abweichend folgendes:

    “Io soffro – dico la verità – quando vedo nella Chiesa o in alcune organizzazioni ecclesiali che il ruolo di servizio – che tutti noi abbiamo e dobbiamo avere – che il ruolo di servizio della donna scivola verso un ruolo di servidumbre. Non so se si dice così in italiano. Mi capite? Servizio. Quando io vedo donne che fanno cose di servidumbre, è che non si capisce bene quello che deve fare una donna”. Può essere valorizzata maggiormente? E’ una realtà che mi sta molto a cuore e per questo ho voluto incontrarvi – contro il regolamento, perché non è previsto un incontro del genere – e benedire voi e il vostro impegno. Grazie, portiamolo avanti insieme! Maria Santissima, grande donna, Madre di Gesù e di tutti i figli di Dio, ci accompagni. Grazie.
    (“I suffer – speaking truthfully! – when I see in the Church or in some ecclesial organizations that the role of service that we all have, and that we must have – but that the role of service of the woman slips into a role of “servidumbre” [Spanish: servitude]. . . But when I see women that do things out of “servitude” and not out of service,” said Pope Francis. “And that it is not understood well what a woman ought to do. Can she be valued more? It is a reality that is close to my heart and for this I wanted to meet … and bless you and your commitment. Thank you, let us move this forward together! May most holy Mary – a great woman, eh? – the Mother of Jesus and of all God’s children, accompany us. Thank you!)”

    (Der spanische Ausdruck servidumbre bedeutet nicht nur Dienstbarkeit, sondern kann auch Fronarbeit, Gesinde, Hörigkeit, Knechtschaft, Leibeigenschaft bedeuten.)

    Diese dünkelhafte Wahrnehmung von Frauen auch noch in respektlose Weise mit der Muttergottes Maria zu verknüpfen, die von sich sagte „ich bin eine Magd des Herrn“ ist äußert schmerzlich.

    Frts.

  5. Papst Franziskus und die Frauen

    In seinem Interview mit der Jesuitenzeitschrift hatte Papst Franziskus gesagt, es sei mehr weiblicher Genius an jenen Stellen der Kirche nötig, wo wichtige Entscheidungen fallen. Der ganze betreffende Passus in offizieller Übersetzung lautet:
    „Die Räume für eine wirkungsvollere weibliche Präsenz in der Kirche müssen weiter werden. Ich fürchte mich aber vor einem ›Machismo im Rock‹, denn Frauen sind anders strukturiert als Männer. Die Reden, die ich über die Rolle der Frau in der Kirche höre, sind oft von einer Männlichkeits- Ideologie inspiriert. Die Frauen stellen tiefe Fragen, denen wir uns stellen müssen. Die Kirche kann nicht sie selbst sein ohne Frauen und deren Rolle. Die Frau ist für die Kirche unabdingbar. Maria – eine Frau – ist wichtiger als die Bischöfe. Ich sage das, denn man darf Funktion und Würde nicht verwechseln. Man muss daher die Vorstellung der Frau in der Kirche vertiefen. Man muss noch mehr über eine gründliche Theologie der Frau arbeiten. Nur wenn man diesen Weg geht, kann man besser über die Funktion der Frau im Inneren der Kirche nachdenken. Der weibliche Genius ist nötig an den Stellen, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden. Die Herausforderung heute ist: reflektieren über den spezifischen Platz der Frau gerade auch dort, wo in den verschiedenen Bereichen der Kirche Autorität ausgeübt wird.“

    Es geht wohl sehr deutlich um eine Machtfrage, die in der katholischen Kirche so nichts zu suchen hat,
    Hier völlig vergessen zu werden, daß Jesus Christus das Haupt der Kirche ist, der seinen Aposteln den Auftrag gegeben hat in alle Welt zu gehen und sein Wort zu verkündigen und nicht sich in irgendwelchen Machtfragen zu verzetteln
    Die Kirche ist nicht nur 200 Jahre sondern 2000 Jahre zurück, dies scheint der altersschwache K. Martini übersehen zu haben

    • Machtfrage?
      Immerhin ist der Mensch als Mann und Frau Abbild Gottes. Mann und Frau bilden jeweils unterschiedlich und in der Beziehung zueinander die trinitarische Liebe Gottes ab. Hinzu kommt jedoch der Sündenfall, der dieses „himmlische“ Verhältnis empfindlich gestört und zerstört hat. Dennoch hat Gott für den Mann und für die Frau jeweils eine Heilsrolle bestimmt. ER hat sich selbst in unser Menschsein als Mann gegeben (Jesus) und es ist daher Charisma des Mannes diese hohepriesterliche Rolle abzubilden. Entweder als Ehemann, oder als Mönch und in besonderer, erhobener Weise als Priester. ER hat andererseits schon in der Genesis die Feindschaft und den Kampf gegen den Bösen neben der Vollmacht, Menschen zu gebären, in besonderer Weise zu schützen, zu begleiten und zu IHM zu führen, als Charisma der Frau bestimmt. Es wird einem eigentlich schwindlig bei dem Wort „Gottesmutter“. Mutterschaft ist zweifellos eine informelle gottgegebene Autorität, natürlich ebenso wie übernatürlich. Dass Gott sich nicht zu groß war, eine menschliche Mutter in diese Autorität SEINEM eigenen Sohn gegenüber aus reiner Gnade zuzulassen – das adelt die Frau in einer unbeschreiblichen Weise, deutet aber auch an, wie sensibel das weibliche Charisma ist und wie gefährdet, wenn es missbraucht wird. Dass die Männer auf ihre eigene Weise ebensfalls durch das Abbildsein des wahren Hohepriesters Jesus hoch geehrt und zur höchsten Vollendung ihres Wesens herausgefordert sind, dass auch bei ihnen der Missbrauch dieser Vollmacht, besonders, wenn sie im Priestertum gipfelt, einen ganze Zeit in den Abgrund reißen kann, wissen wir. Missbrauch dieser jeweiligen Bevollmächtigungen bedeutet stets, diese rein gnadenbedingte und nicht etwa „verdienstliche“ Bevollmächtigung als „Macht“ zu verstehen.
      Offenbar hebt sich F. hier in der missbräuchlich-banalen Sicht nicht ab – auch wenn seine Worte den Anschein der „Konservativität“ haben. Aber ein wahrer Katholik ist ja nicht „konservativ“, sondern glaubentreu. Und das ist was anderes…

  6. Wie die Konzilskirche, die Modernisten, Progressisten reagieren wenn Gott der Herr Jesus Christus auf die Erde kommen würde. Vermutlich genauso wie hier beschrieben:

    Johannes 19: 1-16

    Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und legten ihm einen purpurroten Mantel um.
    Sie stellten sich vor ihn hin und sagten: Heil dir, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht.
    Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus; ihr sollt wissen, dass ich keinen Grund finde, ihn zu verurteilen.
    Jesus kam heraus; er trug die Dornenkrone und den purpurroten Mantel. Pilatus sagte zu ihnen: Seht, da ist der Mensch!
    Als die Hohenpriester und ihre Diener ihn sahen, schrien sie: Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz mit ihm! Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn und kreuzigt ihn! Denn ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen.
    Die Juden entgegneten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er sich als Sohn Gottes ausgegeben hat.
    Als Pilatus das hörte, wurde er noch ängstlicher.
    Er ging wieder in das Prätorium hinein und fragte Jesus: Woher stammst du? Jesus aber gab ihm keine Antwort.
    Da sagte Pilatus zu ihm: Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?
    Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre; darum liegt größere Schuld bei dem, der mich dir ausgeliefert hat.
    Daraufhin wollte Pilatus ihn freilassen, aber die Juden schrien: Wenn du ihn freilässt, bist du kein Freund des Kaisers; jeder, der sich als König ausgibt, lehnt sich gegen den Kaiser auf.
    Auf diese Worte hin ließ Pilatus Jesus herausführen und er setzte sich auf den Richterstuhl an dem Platz, der Lithostrotos, auf Hebräisch Gabbata, heißt.
    Es war am Rüsttag des Paschafestes, ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Da ist euer König!
    Sie aber schrien: Weg mit ihm, kreuzige ihn! Pilatus aber sagte zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser.
    Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde. Sie übernahmen Jesus.

  7. „Die Kirche ist 200 Jahre zurück“. Wer so etwas sagt, der glaubt an Fortschritt in den menschlichen Dingen. Damit widerspricht er der Lehre der Kirche.

  8. Der Glaubensabfall in der Welt wird überall verherrlicht. Die Sünde wird gesetzlich erlaubt. Die Christen verfolgt.
    Der Glaubensabfall erfasst jetzt Kirche Christi von innen heraus. Die katholische Kirche wird die säkulare Welt umarmen und erklären, dass es keine Todsünde mehr gibt.
    Das große Opfer der Kreuzigung wird diskutiert und der Eucharistie eine neue Bedeutung gegeben.
    In der Hülle der Kirche werden abscheuliche, sogenannte „Wunder“ und „Heilungen“ geschehen.
    Das Schisma ist eingetreten.
    Aber Jesus wird mit seiner wahren Kirche sein. Beten wir für die treuen geweihten Diener, sie werden es schwer haben. Scharen wir uns um sie. Folgen wir Papst Benedikt im Gebet, das ist der einzige Weg das einzige Mittel. Er geht uns voran.

  9. Ich habe die gleiche Meinung wie der Franziskaner. Hört doch endlich auf, hier jeden Tag negativ über den Papst zu schreiben. Wenn es euch nicht passt, folgt den Piusbrüdern und lebt wie die Amischen. Vielleicht seid ihr dann zufrieden. Leben, Arbeiten und eine Liturgie wie im Mittelalter!

    • „Vielleicht seid ihr dann zufrieden. Leben, Arbeiten und eine Liturgie wie im Mittelalter!“

      Ja das finstere Mittelalter wo die Sonne nur angeblich 1,5h am Tage geschienen hat. Sie hatten damals ja auch keine Atombomben die ihnen den Tag erhellt haben. Und die Heiligen und Märthyrer in dieser Zeit hatten natürlich alle keine Ahnung von Christus. Erst die Schlaumeier in unserer heutigen Zeit haben Christus richtig verstanden. Ich bin erst dann zufrieden wenn Christus gesiegt und das unbefleckte Herz Mariens triumphiert hat. So glaubt ein Mensch der aus dem finsteren Mittelalter kommt. Gibt es Probleme?
      Per Mariam ad Christum.

      • ein herrlicher Kommentar
        -man könnte hinter @ amen und @Franziskaner einen 68 er Religiosen vermuten, der wohlstandverwahrlost im kirchlichen Sinne noch nie um sein täglich Brot beten musste-incrassatus impinguatus dilatatus-wie immer auch Gott segne diese und uns alle und halte solche Leute von uns fern.quod faxit omnipotens et misericors Dominus cujus abundantia pietatis nunquam fallitur.

    • Warum soll man aufhören, „negativ“ über diesen Papst zu schreiben. Vielleicht weil man die Wahrheit nicht mehr hören mag? Nur getroffene Hunde bellen. Steht es so, um die gepriesene Meinungsfreiheit? Um es noch einmal festzuhalten. Nicht der Papst macht die Kirche. Die Kirche ist einen göttliche Stiftung und dadurch makellos und überzeitlich. Christus ist das Haupt dieser Kirche, der seinen Aposteln den Auftrag gab, den Glauben, so wie er diesen verkündet hat, weiterzugeben und die Menschen, welche glauben zu taufen und sie so zu retten. Somit ist die Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels (Johannes auf Patmos) abgeschlossen. Und der vielfach beschworene Heilige Geist , immerhin auch Gott, ist dafür da, uns an das zu erinnern, was uns Christus verkündet hat. Er kann somit keine neuen Lehren verkünden, da sich Gott nicht widersprechen kann. Das ist alles. Eigentlich ziemlich einfach.

    • Das Mittelalter war ein sehr glaubensstarkes Zeitalter, wovon uns noch heute die gothischen Kathedralen auf wundervolle Weise erzählen (sofern sie nicht dem nachkonziliar-liturgischen Ikonoklasmus zum Opfer fielen!). Finster und blutrünstig hingegen war vor allem die Französische Revolution, die man uns widersinniger Weise gern als Beginn eines Zeitalters lichtvoller Aufklärung preist. Als dessen späte Frucht darf man wohl das II. Vatikanischen Konzil und als dessen besonderes Früchtchen jenen Träumer da oben auf dem Bild betrachten. Mit Blick auf die jüngsten Ereignisse in Rom (Franziskaner der Immaculata) und in Limburg steht allerdings zu befürchten, dass in der Kirche nicht lichtvolle Zeiten, sondern eher die skrupellose Herrschaft kirchlicher Jakobiner angebrochen ist.

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