Roberto de Mattei: Die Gefahr der Papolatrie – Vom rechten Gehorsam gegenüber dem Papst

Die Ziele und die Mittel
Die Ziele und die Mittel

(Rom) Der bekannte Historiker Roberto de Mattei befaßt sich in seinem jüngsten Aufsatz mit der Frage nach dem rechten Verhältnis von Zweck und Mittel. Ein Verhältnis, zu dem auch unter Katholiken heute große Verwirrung herrsche. Er geht dabei auf das richtige Verständnis des Papsttums ein. Angesichts jüngster Entwicklungen sieht der traditionsverbundene Intellektuelle die Notwendigkeit zu einer Präzisierung. Dabei behandelt er die Frage nach dem wahren Gehorsam, den jeder Katholik dem Papst schulde. Ein Gehorsam, der nicht der Person des Papstes gelte, sondern Christus, dessen Vertreter der Papst auf Erden ist. Dem Papst sei immer Respekt geschuldet, aber kein Gehorsam, wenn er vom Willen Gottes, der im Naturrecht, im göttlichen Gesetz und in der Tradition der Kirche Ausdruck findet, abweichen sollte. Vielmehr sei ihm dann respektvoller, aber entschiedener Widerstand zu leisten. Die Zwischentitel wurden von der Redaktion gewählt.

Der Zweck und die Mittel

von Roberto de Mattei

In der aus dem Gleichgewicht geratenen Welt, in der wir leben, entstehen viele Verhaltensfehler aus der Verwirrung der Ideen und Begriffe. Eines der größten Mißverständnisse betrifft das Verhältnis zwischen Zweck und Mittel menschlichen Handelns. Dabei geht es grundlegend darum, warum für einen Katholiken, mag der Zweck auch noch so gut sein, der Einsatz von unerlaubten Mitteln zu dessen Erreichung nicht gestattet ist.

Man kann nicht das Böse tun, um das Gute zu erreichen. Die Achtung und Einhaltung des moralischen Gesetzes muß absolut sein und duldet keine Ausnahmen. Es gibt im christlichen Leben jedoch einen weiteren Grundsatz, wonach die Mittel, so edel und erhaben sie auch sein mögen, nie über dem Zweck stehen, sondern diesem immer untergeordnet sein müssen. Andernfalls würde es zu einer Umkehrung der Werte zwischen Zweck und Mitteln kommen.

Eigentlicher und letzter Zweck des menschlichen Daseins ist die Verherrlichung Gottes

Der Zweck menschlichen Handelns kann vielfältig sein und noch zahlreicher die Mittel zu seiner Erreichung. Es gibt jedoch einen letzten Zweck, von dem alle anderen abhängen. Dieser Zweck ist Gott, Urgrund und Endpunkt jeglicher Existenz, von dem alles kommt und zu dem alles zurückkehrt: „das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“, wie die Offenbarung (22,13) enthüllt. Die Ehre Gottes ist das einzige Ziel aller Dinge und auch ihr einziges Gut.

Dom François Pollien (1853-1936) erinnert daran, daß Himmel und Erde, Engel und Menschen, Kirche und Gesellschaft, Gnade und Sakramente, Tiere und Pflanzen, Handeln und Kraft der Wesen, historische und kosmische Ereignisse, da Geschöpfe, als Instrumente und nichts anderes als Instrumente zu betrachten sind, als Mittel mit Blick auf den letzten Zweck: die Verherrlichung Gottes, mit der untrennbar unser Glück gekoppelt ist. Das gilt für jedes Geschöpf, und sei es das höchste.

Auch der Papst als Edelstes der Geschöpfe ist Instrument und  nicht Zweck

Selbst die Person des Papstes, als Stellvertreter Christi auf Erden das Edelste der Geschöpfe, ist Instrument und nicht Zweck und als solches muß es zum Einsatz kommen, wenn wir das Verhältnis zwischen Mittel und Zweck nicht verkehren wollen. Das zu betonen ist wichtig, gerade in einem Moment, in dem vor allem unter frommen Katholiken viel Verwirrung in diesem Zusammenhang herrscht. Der Katechismus lehrt uns, daß man dem Papst zu gehorchen hat, weil Gehorsam eine moralische Tugend ist, die uns an den Willen des Vorgesetzten bindet, und unter allen Autoritäten der Erde gibt es keine höhere als den Papst. Aber auch der Gehorsam dem Papst gegenüber ist ein Instrument und nicht ein Zweck.

Der Gehorsam in der Kirche bedeutet für den Untergebenen immer die Pflicht, nicht den Willen des Vorgesetzten zu erfüllen, sondern einzig und allein den Willen Gottes. Daher ist der Gehorsam nie ein blinder oder bedingungsloser Gehorsam. Er hat seine Grenzen im Willen Gottes, der im Naturrecht und im Gottesrecht sowie in der Tradition der Kirche zum Ausdruck kommt, deren Bewahrer und nicht Urheber der Papst ist.

Die heute so weitverbreitete Tendenz, jedes Wort und Verhalten des Papstes in den Rang der Unfehlbarkeit zu erheben, entspringt einer historistischen und immanentistischen Mentalität, die das Göttliche in den Menschen und in der Geschichte sucht und die unfähig ist, die Menschen und die Geschichte im Licht jenes Natur- und Gottesrechts zu beurteilen, das der direkte Reflex Gottes ist. Die Kirche Christi, die die Geschichte übersteigt, wird ersetzt durch die modernistische, die eingetaucht in die Geschichte lebt. Das ewige Lehramt wird durch das „lebendige“ ersetzt, das in einer gefühlsbetonten und vagen pastoralen Lehre zum Ausdruck kommt, die sich jeden Tag verändert und ihre regula fidei im Subjekt der Autorität und nicht im Objekt der vermittelten Wahrheit hat.

Tendenz jeder Geste des Papstes „Unfehlbarkeit“ zuzuschreiben – Gefahr der Papolatrie

Es verfehlt sich, wer gegenüber dem Papst sarkastische und respektlose Worte gebraucht. Die gebührende Ehrerbietung, die dem Stellvertreter Christi zukommt, gilt aber nicht dem Menschen, sondern dem, den er vertritt. Dem Menschen als solchen kann man, in Ausnahmefällen, sogar widerstehen. Die treuen Katholiken rühmten sich sogar der Bezeichnungen Papisten und Ultramontane, die ihnen von den Feinden der Kirche abschätzig verpaßt wurden. Aber kein wirklicher Katholik ist je einer Papolatrie verfallen, die in einer Art von Vergöttlichung des Vikars Christi besteht, die so weit geht, dadurch Christus selbst zu ersetzen. Die Papolatrie ist Ausdruck einer Verwechslung der Mittel mit dem Zweck und ist ein psychologisches Verhalten, dem ein doktrinärer Irrtum zugrunde liegt.

Der Theologe aus dem Passionistenorden Enrico Zoffoli (1915-1996) erinnert uns in seinem Buch Potere e obbedienze nella Chiesa (Macht und Gehorsam in der Kirche, Rom 1996), daß Petrus, der erste Stellvertreter Christi, seiner Pflicht nicht nachkam, nicht etwa weil er die Wahrheit verraten hätte, aber weil er es zuließ, daß die Gläubigen im Zweifel blieben und daher in der Verwirrung. Paulus aber wagte es, ihn öffentlich zu ermahnen („Als Kephas aber nach Antiochia gekommen war, bin ich ihm offen entgegengetreten, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte“, Galater 2,11), weil die Pflicht recht zu wandeln entsprechend der Wahrheit des Evangeliums (Galater 2,14) wichtiger ist, als gehorchen und schweigen.

Autorität des Papstes endet, wo sie sich gegen die Wahrheit richtet oder sie nicht ausreichend verteidigt

Die menschliche Autorität endet, wo sie ihre Grenzen überschreitet und die Wahrheit beleidigt oder die Wahrheit nicht in ausreichender Form verteidigt, auf daß sie nicht verraten werde. „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5,29), hatte Petrus selbst vor dem Sanhedrin in Jerusalem erklärt. Auch der Heilige Thomas von Aquin, im Zusammenhang mit dem Verhalten des Petrus einer Meinung mit dem Heiligen Augustinus, ist der Meinung, daß man aus Furcht vor einem Skandal nicht auf die Wahrheit verzichten darf: „Veritas numquam dimittenda est propter timorem scandali“ (Super epistolam B. Pauli ad Galatas 2, 11-14, lect. 3, n. 80). Gegen den Gehorsam kann man sich durch Übertreibung verfehlen, indem man rechtswidrigen Dingen gehorcht, oder durch Mangel, indem man den rechtmäßigen Dingen nicht gehorcht.

Angesichts eines ungerechten Befehls, der nur unsere Person schädigt, verhält man sich sogar heldenhaft, wenn man gehorcht; wenn der Befehl jedoch das Natur- und Gottesrecht und damit Allgemeinwohl schädigt, findet das Heldentum seinen Ausdruck im Widerstand: gehorchen wäre dann nämlich reiner Servilismus. Man darf in dieser Hinsicht keine Furcht haben. Pater Enrico Zoffoli erinnert daran, daß keine Zensur – und sei es sogar die päpstliche – irgendeinen Wert hat, wenn sie auf objektiv falschen Motiven beruht oder nicht den Bereich des Glaubens oder der Sitten betrifft. Tatsächlich besagt das Kirchenrecht: „Niemand wird bestraft, es sei denn, die von ihm begangene äußere Verletzung von Gesetz oder Verwaltungsbefehl ist wegen Vorsatz oder Fahrlässigkeit schwerwiegend zurechenbar“ (Can. 1321).

Das Kriterium nach dem der Gläubige einem ungerechten Befehl der höchsten kirchlichen Autorität widerstehen kann, gründet nicht auf den freien Willen, dem das Prinzip der Unabhängigkeit der menschlichen Vernunft von jeder Autorität zugrunde liegt, sondern auf dem sensus fidei, der jedem Getauften gemeinsam ist, oder anders gesagt, auf jenem Glauben, der aus jedem Katholiken im Dienst für die Wahrheit einen freien Menschen macht. Wenn ein Papst zum Beispiel das gemeinsame Gebet mit den Moslems einführen, den überlieferten Römischen Ritus abschaffen oder den Priesterzölibat aufheben wollte, dann wäre ein respektvoller aber entschlossener Widerstand nötig. Der sensus fidei würde sich widersetzen. Allerdings je stärker der Widerstand wäre, um so mehr müßte er stets von einer erneuerten Liebe zum Papsttum, zur Kirche und zu ihrem Stifter Jesus Christus begleitet werden.

In Momenten der Verwirrung Blick auf Christus und Maria richten

Zwischen Gott und den Geschöpfen gibt es eine unerschöpfliche Fülle von Vermittlung, mit Hilfe derer die Kreaturen leichter ihren Zweck erreichen können. Nach Jesus Christus, Gottes Sohn und selbst Gott, nach dem alles gestaltet ist, gibt es nur eine perfekte Vermittlung, jene der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, Miterlöserin und Mittlerin aller Gnaden, die ohne Erbsünde Gezeugte und daher frei von jeder Sünde und jedem Irrtum. Die Gottesmutter, bevorzugte Tochter des Vaters, Mutter des Sohnes, Braut des Heiligen Geistes wird von den Theologen als complementum Trinitatis gesehen. Sie und nur Sie, ist nach Jesus Christus die perfekte Mittlerin.

In Momenten des Zweifels, der Verwirrung, der Verdunkelung erhebt der Christ seine Augen zu seinem Ziel und gibt sich voll Vertrauen dem vorzüglichsten aller Mittel, dem einzigen unfehlbaren Mittel zur Erreichung seines Ziels: der seligen Jungfrau Maria, jener, die allein in der Nacht auf den Karsamstag nicht schwankte, als die Apostel flohen, während sie den Glauben der entstehenden Kirche in sich zusammenfaßte.

Text: Corrispondenza Romana
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana

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Rebekka

Sehr guter Beitrag, welcher genau unsere jetzige Situation anspricht. Ich befürchte, dass es unter diesem Papst noch einige Male zu solchen Aufständen kommen muss! Beten wir dafür, dass Papst Franz es nicht soweit kommen lässt..

hicesthodie

Herzlichen Dank für diese sehr wichtige Klarstellung. Roberto de Mattei scheint weit und breit einer der ganz wenigen Intellektuellen zu sein, die angesichts der neuen kirchlichen Situation nicht in Schockstarre, Schweigen oder schlimmstenfalls in servilem Jubel verharren. Ein besonders wichtiger Passus für alle, die Verantwortung für die Angehörigen religiöser Gemeinschaften tragen: „Angesichts eines ungerechten Befehls, der nur unsere Person schädigt, verhält man sich sogar heldenhaft, wenn man gehorcht; wenn der Befehl jedoch das Natur- und Gottesrecht und damit Allgemeinwohl schädigt, findet das Heldentum seinen Ausdruck im Widerstand.“

Daniela
Unterm Strich kann man zusammenfassend sagen, dass der werte Herr Professor und Dom François Pollien, den er hier bemüht, die Meinung vertreten, jeder Mensch sei ein Mittel zum Zweck, und nichts mehr. Wer war noch gleich derjenige, dessen Vater – laut christlichem Glauben – den Menschen die Würde eines Menschen verleiht (anstatt eines Mittels) und die Menschen erinnert, dass sie zur Freiheit berufen sich, sich zu entscheiden, wie sie leben wollen würden, da er ihnen vertraut, zu ihm zu finden? Oh, es war Jesus. Ob man sich selbst als Mittel oder als Mensch begreifen möchte, ist zwar nicht das Thema… weiter lesen »
T. de Ahumada
Es ist – erstens – hier nicht die Rede davon, dass ein Mensch „Mittel zum Zweck“, sondern das Amt ist „Mittel“, das dieser Mensch ausübt. Es ist – zweitens -aber, der Mensch von Gott geschaffen und damit alles was der Mensch ist und besitzt nicht „Eigentum“ des Menschen, sondern das Eigentum Gottes und der Mensch nur sein Verwalter. Sinn und Zweck des menschlichen Lebens ist die Gemeinschaft mit Gott, die ihre Erfüllung in der Ewigkeit findet. Am Ende jedes menschlichen Lebens gibt es entweder die Rettung zu dieser Erfüllung oder ein Scheitern. Dazwischen gibt es nichts. Es gibt nämlich nichts… weiter lesen »
Daniela
Es ist nicht nur die Rede davon, es steht wörtlich im Text. “ da Geschöpfe, als Instrumente und nichts anderes als Instrumente zu betrachten sind, als Mittel mit Blick auf den letzten Zweck: die Verherrlichung Gottes, mit der untrennbar unser Glück gekoppelt ist. Das gilt für jedes Geschöpf, und sei es das Höchste.“ Die Betrachtung jedes Menschen als ‚Instrument‘ ist schon fernab jedes christlichen Verständnisses, aber der Text geht noch darüber hinaus. Nein, Gott hat nicht jeden Menschen so geformt, dass Anbetung sein ‚finaler Zweck‘ sei – hätte er dies gewollt, würde es keinen Sinn machen, dem Menschen Freiheit zu… weiter lesen »
zeitschnur
Ihnen kann ich nur raten, den Artikel noch mal sorgsam zu lesen und sich in ein paar philosophische Grundbegriffe (Aristoteles, Thomas von Aquin) einführen zu lassen. Mit „Instrument“ ist hier nicht gemeint, was man heute unter „Mittel zum Zweck“ versteht. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn man es so erklärt: Mein Dasein erfüllt seinen Sinn vollkommen dann, wenn es sein Ziel (Telos/finis) erreicht. Dieser Zweck/dieses Ziel ist Gott. Alles, was man erfülltes Leben nennen kann, besteht in der Hingabe, der Hingeordnetheit auf diesen Zweck. Das lehrt uns schon alleine die Vernunft und das Naturrecht: meine biologische Verfasstheit ist dann zu ihrem… weiter lesen »
T. de Ahumada

Danke.

zeitschnur
Vielen Dank an Herrn de Mattei und an die Redaktion, dass Sie diesen Artikel geschrieben bzw. veröffentlicht haben! Das klärt wirklich so manche Fragen und so manchen Streit, die auch hier im Forum aufgekommen sind. Nach 50 Jahren Einübung des „Menschen in den Mittelpunkt-Stellens“ – als der angeblich wahren Froh-Botschaft – haben wir verlernt, im Papst einen wirklich nur amtlichen Stellvertreter Christi zu sehen, dessen Person vollkommen verblassen müsste vor der Überordnung Jesu Christi. Päpste wie Benedikt, die wenigstens darum bemüht waren, diese Objektivität der eigenen Person unterzuordnen, wurden nicht anerkannt und von den Bischöfen boykottiert. Selbst Paul VI. –… weiter lesen »
zeitschnur

..sorry… es muss heißen in Zeile 6 „Päpste wie Benedikt, die (..) bemüht waren, diese Objektivität der eigenen Person ü b e r z u o r d n e n“

Carlo

ZS: Vielen Dank !

Nikolaus Barabas

Ubi Petrus, ibi Ecclesia. Basta.

Martina

Lesen Sie noch mal ganz genau den Artikel und schlagen Sie ihnen unverständliche Dinge nach.
Sonst könnte Sie sich leicht als einer der hunderte Millionen von Katholiken wiederfinden, die bei der völlig unkritischen Nachfolge der letzten vier Päpste ohne es zu merken Protestanten geworden sind oder ganz den wahren Glauben verloren haben.

Gregorius
@Nikolaus Barabas. Ihr Einwand ist nur bedingt passend. Denn wenn ein Papst eine Häresie lehren und verkünden würde, darf man ihm nicht folgen. Dem Nachfolger Petri ist die Unfehlbarkeit nur insoweit gegen, wenn er eine Lehre die schon immer geglaubt und verkündet wurde als von Gott geoffenbarte Wahrheit verkündet. Privatmeinungen und Äußerungen eines Papstes sind nicht unfehlbar. Wollen Sie etwa behaupten, wenn der Papst jetzt sagen würde, die katholische Kirche sei nicht von Gott gegründet und es müsste auch niemand mehr missionieren. Das wir dann dem Papst folgen müssen????? Letztendlich muss man Gott mehr gehorchen als den Menschen und wenn… weiter lesen »
Gregorius

Es muss natürlich heißen: Dem Nachfolger Petri ist die Unfehlbarkeit insoweit gegeben…..

Leo Laemmlein

„Basta“ bedeutet: „es genügt“.
Aber genügt es wirklich?
Es gibt verschiedene Abwandlungen dieses Satzes.
Der älteste Satz dürfte vom hl. Märtyrer Ignatius von Antiochien (1.-2. Jh.) sein, der, so eine Überlieferung, jenes Kind war, das Jesus in den Arm nahm, als er sagte: Lasset die Kinder zu mir kommen, und der im hohen Alter von den Löwen im Kolosseum zerrissen wurde. Ignatius nun schrieb: „Ubi Christus, ibi ecclesia.“
Eine spätere Abwandlung ist das Wort, das dem hl. Cyprian (3. Jh.) zugeschrieben wird: „Ubi episcopus, ibi ecclesia, ubi ecclesia, ibi episcopus“.
Die Formulierung „Ubi Petrus, ibi ecclesia“ hingegen stammt erst vom hl. Ambrosius (4. Jh.).

zeitschnur

Heißt es nicht „Ubi episcopus ibi ecclesia“?

zeitschnur

O, ich sehe gerade, Leo Lämmlein hat dazu schon was gesagt…

Aventin

Sehr interessanter Artikel. Gestehe allerdings, dass ich nicht verstehe, weshalb auch eine Abschaffung des überlieferten römischen Ritus und des Priesterzölibats vom Widerstandsrecht umfasst sein sollen. Insbesondere beim Priesterzölibat, den ich beibehalten wissen möchte, verstehe ich bei einer gegenteiligen Entscheidung des Papstes das Widerstandsrecht nicht. Klar kann man auch dann seine abweichende Meinung haben und auch äußern. Aber Widerstand? Kann mich hier jemand aufklären?

zeitschnur
Ihr Argument basiert auf der demokratischen Vorstellung, dass ich, trotz abweicehnder Meinung, einen Mehrheitsentscheid oder einen autoritären Akt mittragen muss. So ist die Demokratie konstruiert – undd amit diktatorisch. Autorität in der Kirche hat eine andere Struktur, auch wenn sie „absolutistisch“ wirkt – wirkt! aber nicht ist! R. de Mattei geht es nicht um „abweichende Meinungen“, die in der Autonomie des Gewissens wurzeln, sondern um den sensus fidei (der absolut zu unterscheiden ist von dem von Progressisten ständig bemühten „sensus fidelium“!), der einer ungerechten und falschen Entscheidung des Papstes widerstehen muss. Der sensus fidei („Glaubenssinn“) ist das Wissen um den… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Da kann ich Ihnen nur beipflichten. Dieser Tage las ich in einer Meldung, Georg Ratzinger habe die völlige Einigkeit betont, die zwischen Papst em. Benedikt und S.H. Franziskus bestehe. Da habe ich mich gefragt: Weiß Benedikt überhaupt, was Fr. sagt, schreibt und tut? Heute nun war zu hören, Benedikt habe im Gespräch mit Besuchern das Verbot gegen die Franziskaner der Immakulata als einen Verstoß gegen das Motuproprio ‚Summorum pontificum‘ bezeichnet. Deo gratias! Die Überlegungen von Roberto de Mattei kommen zur rechten Den Betreibern dieses Forums bin , dass sie die Erörterung der Problematik zulassen, und übrigens auch Ihnen für Ihre… weiter lesen »
Leo Laemmlein

Ich bitte um Entschuldigung für die Satzbrüche, die ich zu spät bemerkt habe. (Ein Streich, den ich mir von der Funktion strg+z habe spielen lassen.)

zeitschnur

Erzengel Michael-Statue:
Doch, ich! Sie wirkt auf mich…sagen wir aus der Requisitenkammer der SM-Szene. Ich finde diese Statue ekelhaft und auch blasphemisch. Traditionelle wird der Erzengel ja eher als Ritter, mit Rüstung etc. dargestellt.
Was ich nicht verstehe, das ist diese Hand, sie aus dem Globus herauswächst. Was ist das? Verstehen Sie das Symbol?
Mich befremdet überhaupt die Identifikation der Kirche mit der Welt. Um den Globus herum ist dieses Spruchband montiert „non praevalebunt“.
Nun ist diese Zusage aber nicht an die Welt, sondern an die Kirche gerichtet und das ist bei Jesus immer zweierlei!!!

hicesthodie

Mir scheint, dass es bei bestimmten innerkirchlichen Netzwerken mittlerweile Mode geworden ist, sich auf mehr oder weniger sublime Weise über christliche Symbolik lächerlich zu machen. Ich denke da an das Uterus-“Kreuz“, das auf dem Umschlag des neuen „Gotteslob“ prangt, an das barbusige Medusenhaupt im Wiener Stephansdom, mit dem man das Andenken an eine von den Nationalsozialisten ermordeten Ordensschwester verhöhnt oder eben an diese alle Attribute einer Gay-Ikone aufweisende Erzengel Michael Figur in den Vatikanischen Gärten. Dan Brown dürfte seine helle Freude an dieser Symbolsprache haben.

hicesthodie
Wenn die Theologenmeinung, der Zölibat sei lediglich eine Disziplin kirchlichen Rechts, die folglich jederzeit abschaffbar sei, sich beim Obersten Lehramt definitiv durchsetzen und daraus die Konsequenz gezogen würde, den Zölibat abzuschaffen oder zu modifizieren, müsste man schon aus dem Grunde Widerstand leisten, weil dadurch der Kirche größter Schaden zugefügt würde, indem sie vor aller Augen von einer Heilsanstalt in eine Unheilsanstalt gewandelt und vollkommen unglaubwürdig gemacht würde. Denn wie kann es sein, dass eine Religionsgemeinschaft ihren Kultdienern jahrhundertelang, eigentlich seit ihrem Bestehen, derart tiefgreifende Verpflichtungen wie die sexuelle Enthaltsamkeit auferlegt und sie bei Verstößen suspendiert, um sie dann plötzlich, einfach… weiter lesen »
Rapunzel

Es ist völlig unerheblich für die Weltkirche, ob ein paar Anhänger der Piusbruderschaft Papst Franziskus folgen oder nicht, da sich die Piusbruderschaft NICHT in Gemeinschaft mit der kath. Kirche befindet sondern im Schisma.

Sie können sich hier empören so viel Sie wollen, das interessiert in unserer offiziellen röm-kath. Kirche kein Mensch.

Gregorius

@Rapunzel: Sie verbreiten doch tatsächlich eine LÜGE. Wo bitte ist eine Piusbruderschaft im Schisma? Wer gibt Ihnen das Recht eine Gemeinschaft „schismatisch“ zu nennen, nur weil diese die Überlieferung und Tradition bewahren will?? Ihre Äußerungen sind überheblich und zeugen von Hochmut und zeigt, wie untolerant Sie anderen Meinungen gegenüber stehen. Wenn Sie schon von Schisma reden, dann müssten Sie aber auch die deutschen, schweizer und österreichischen Bischöfe nennen, die die Anweisungen aus Rom einfach ignorieren. Was bitte ist den Ihrer Meinung nach die offizielle römisch-katholische Kirche??

Leo Laemmlein
Sie überschreiten Ihre Zuständigkeit, wenn Sie für alle Mitglieder der römisch-katholischen Kirche sprechen wollen. Ich z.B. bin auch ein Mensch, und gehöre zu „Ihrer“ bzw. „unserer“ offiziellen römisch-katholischen Kirche, wie Sie es ausdrücken (die Kirche gehört Jesus Christus), bin aber anderer Auffassung als Sie hinsichtlich der Piusbruderschaft. Die Piusbruderschaft gehört voll zur Kirche; im Unterschied zu innerkirchlichen Gruppen, die seit Jahren gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre und Disziplin rebellieren. . Würde die Piusbruderschaft nicht zur Kirche gehören, dann (z.B.) wäre es nicht die Glaubenskongregation gewesen, die die Verhandlungen mit ihr führte, dann wäre eine andere Vatikanbehörde zuständig gewesen, nämlich… weiter lesen »
Shuca
„Sie können sich hier empören so viel Sie wollen, das interessiert in unserer offiziellen röm-kath. Kirche kein Mensch.“ Es könnte aber sein das Christus (um den es eigentlich geht) sich sehr wohl für die interessiert die bis zuletzt standhaft bleiben und sich nicht irre machen lassen. Bleibt die große Masse der protestantisierenden Katholiken standhaft? „Na, dann fragen Sie doch mal den Präfekt der Glaubenskongregation, ob die Piusbruderschaft sich im Schisma befindet oder nicht.“ Zuerst muß ich erstmal rausbekommen was er mit den Hymen der Mutter Gottes uns sagen will. Wir stehen erst am Anfang. „Für Studium und Praxis der Theologie“,… weiter lesen »
Rapunzel

Wo Petrus ist, ist die Kirche! Und Papst Franziskus ist der vom Konklave gültig gewählte Nachfolger des Hl. Petrus!

Benedikt ist Papst emeritus und damit nach eigener Aussage kein Papst mehr.

Gregorius
@ Rapunzel: Was hat diese Aussage mit Ihrer Behauptung zu tun, die Piusbruderschaft sei Schismatisch???? So weit ich informiert bin, erkennt die Bruderschaft St. Pius X. Papst Franziskus als Papst an. Sie hat aber auch das Recht und die Pflicht, Äußerungen von Franziskus, die im Widerspruch zur Lehre stehen zu kritisieren. Es gilt noch immer das Gebot: Wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen. Und wenn ein Papst einmal Häresien von sich gibt, so dürfen wir ihm in diesen Punkten nicht folgen. Der Papst hat keine Macht neue Lehren zu verkünden, dazu wurde ihm die Unfehlbarkeit nicht verliehen. Aber… weiter lesen »
Rapunzel

Na, dann fragen Sie doch mal den Präfekt der Glaubenskongregation, ob die Piusbruderschaft sich im Schisma befindet oder nicht.

Bin gespannt, was der Ihnen antwortet.

Armin

Warum sollte man einen mit häretischen Tendenzen (http://pius.info/archiv-news/734-beziehungen_zu_rom/6969-interview-mit-pater-gaudron) fragen, wer nun angeblich zu Kirche Gottes unseres Herrn gehört oder nicht? Können sie bitte ein offizielles Schreiben aus dem Vatikan benennen in dem ihre Aussage bestätigt wird das sich die hochlöbliche Priesterbruderschaft St. PIUS X offiziell im Schisma befindet? Oder wollen sie hier nur seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. verunglimpfen in dem sie diesen des Gesetzesbruches bezichtigen???

Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen.

Gregorius
@Rapunzel: Sie stellen die private Meinung eines Bischofs, der Dogmen leugnet, über die Wahrheit! Es ist doch bekannt, dass Bischof Müller die FSSPX hasst, wie der Teufel das Weihwasser. Eine Lüge, wird auch nicht wahrer, wenn sie diese tausendmal wiederholen. Die FSSPX ist nicht im Schisma, ihr kanonischer Status ist jedoch noch nicht geklärt. Das ist die Wahrheit und wenn Sie nun einen Kopfstand machen und mit den Beinen strampeln wollen, bitteschön, das können Sie gerne machen. Ihre Behauptung wird deswegen aber nicht wahrer werden. Die FSSPX ist nicht schismatisch!!!!! Jedoch sind die im Schisma, die sich hartnäckig weigern, die… weiter lesen »
zeitschnur
@ Rapunzel: Ich bitte Sie inständig, sich eines sachlichen Stils zu befleißigen. EB Müller kann doch denken, was er will. Es ist unerheblich, wenn er sachlich im Irrtum ist. Die FSSPX ist nicht im Schisma. Schisma heißt, dass jemand Dogmen der Kirche oder einen gültig gewählten Papst leugnet und daraus das Recht ableitet, einen neue Kirche aufzumachen oder einen neuen Papst zu wählen. Das hat Lefèbvre nie getan! Das Problem unserer Tage ist, dass häretische Bischöfe nicht mehr – wie vor Jahrhunderten – die Kirche verließen und eine neue aufgemacht haben. Heute bleiben sie in der Kirche und vergiften von… weiter lesen »
Martin

Was mich einwenig irritiert ist, daß man Rapunzel soviel Aufmerksamkeit schenkt. Rapunzel betreibt offensichtlich Rufmord , eine äußerst schwere Sünde, doch heute leider vielverbreitet.

zeitschnur

…weil man einem Rufmord nur durch massive Einwendungen entgegenhalten kann…logisch?!

T. de Ahumada

Richtig! Und man sollte es mit allen Kräften versuchen. Es geht ja nicht, darum den Ruf Einzelner zu schützen, sondern um die heilsnotwendige Wahrheit für Jeden.

Martin

Wer einen so schweren Rufmord, fahrlässig oder bewußt in zig tausend Fällen betreibt, der ist blind und verstockt. Auch die besten Argumente erreichen ihn nicht.

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