Tilgung Gottes aus Pfadfinderinnen-Eid tritt in Kraft – Dissidenten bilden Harrogate-Gruppe

Pfadfindergelöbnis(London) Am 1. September tritt die Tilgung Gottes aus dem Pfadfinderversprechen der englischen Pfadfinderinnen in Kraft. Die Girl Guides von Girlguiding UK faßten im vergangenen Frühjahr einen entsprechenden Beschluß. Das öffentlich geleistete feierliche Versprechen der Pfadfinderinnen wird 104 Jahre nach ihrer Gründung durch Robert Baden-Powell keinen Gottesbezug mehr enthalten. Atheistische und agnostische Gruppen zollen lautstark Beifall. Der Applaus gilt einem radikalen Relativismus, der zusehends im Namen der Vielfalt eine entchristlichte Uniformität erzeugt.

Seit sich nach einem längeren Tauziehen die Verfechter einer Tilgung Gottes durchgesetzt haben, lautet die Maxime: Wer die Entscheidung nicht akzeptiert ist draußen. Für jene, die an Gott glauben, ist offenbar kein Platz mehr. Freie Fahrt für Atheisten, Moslems, Hindus und allen anderen.

Die Entscheidung war von Gill Slocombe, seit 2011 Chief Guide der Girl Guides vorangetrieben worden. Sie imitierte eine verbandsinterne Umfrage, an der sich kaum mehr als acht Prozent der Mitglieder beteiligten. Der Eid auf die Königin ist geblieben, während Gott ersatzlos gestrichen und durch einen symptomatischen Ich-Bezug ersetzt wurde (siehe eigenen Bericht).

Der anglikanische Bischof Nicholas Baines von Bradford warf der Pfadfinderführerin im Daily Telegraph vor, eine neue Uniformität schaffen zu wollen. Er warf Slocombe vor, „viele kleine Hitler“ heranziehen zu wollen. Baines wurde zum Bezugspunkt des Widerstandes. Die Dissidenten unter den Pfadfinderinnen trafen sich in Harrogate und organisierten sich. Dort verabschiedeten sie eine Erklärung, mit der sie ihr Festhalten am traditionellen Versprechen bekräftigten. Das von der Harrogate-Gruppe ausgegebene Bekenntnis lautet: „Wir leisten weiterhin den alten Eid.“ Slocombes „bunte“ Toleranz und Offenheit war damit zu Ende. Sie antwortete mit einem harten Verdikt: Wer sich nicht anpaßt „ist automatisch aus der Bewegung ausgeschlossen“.

So einfach könne man nicht 100 Jahre Geschichte einer Bewegung und das Anliegen und Intention der Gründer tilgen, wird ihr von den Pfadfinderinnen entgegengehalten, die an den Grundsätzen der Pfadfinderidee von Baden-Powell festhalten.

Nachdem mit der Legalisierung der „Homo-Ehe“ ein harter Schlag gegen die Familie geführt wurde, stellt die Tilgung des Gottesbezuges aus dem Pfadfinderversprechen der britischen Pfadfinderinnen einen weiteren Schritt auf dem Weg einer systematischen Entchristlichung dar.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana

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1 Comment

  1. Die Pfadfinder der Schweiz sind bereits auch „zeitgemäss“ aufgeweicht.
    So steht bez. „Im Vertrauen auf Gott“:
    -
    „Im Vertrauen auf Gott:
    Es gibt Kinder und Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen diesen Teil des Versprechens lieber weglassen möchten. Andere sind froh darum, mit Gottes Hilfe rechnen zu können und sie wollen dies auch ausdrücken. Gott ist nicht ein „Lückenbüsser“, der uns Aufaben abnimmt, die wir sehr wohl selber erledigen können bzw. müssen. Gottes Hilfe macht unsern Einsatz nicht überflüssig. Aber das Vertrauen auf Gott und darauf, dass er zu uns steht, auch wenn es schwierig wird, kann Kraft und Mut geben.
    Es ist dem/der Einzelnen überlassen, ob er/sie Gott um Hilfe zur Einhaltung des Versprechens bitten möchte. Jeder und jede soll sorgfältig prüfen und für sich entscheidet, wie er/sie das handhaben will. Wichtig dabei ist, dass dieser Entscheid respektiert wird – wie auch immer er ausfallen mag.“
    -

    Noch eine Anmerkung; die vom Gründer Robert Baden-Powell herausgegebenen ursprünglichen „Pfadfindergesetze“ weisen keinen Wahrheitsbezug auf.

    Sie – die 10 (!) „Pfadfindergesetze“ ähneln eher auffallend neutral freidenkerischen Ansichten….
    -
    „Auf die Ehre eines Pfadfinders ist Verlass.

    Ein Pfadfinder ist treu gegenüber dem (britischen) König und dessen Beamten, seinen Eltern, seinem Land, seinen Vorgesetzten und denen, die unter seinem Befehl stehen.

    Die Pflicht eines Pfadfinders ist es, nützlich zu sein und anderen zu helfen.

    Ein Pfadfinder ist ein Freund zu allen 
    und ein Bruder eines jeden Pfadfinders, egal zu welcher gesellschaftlichen Klasse der Andere gehört.

    Ein Pfadfinder ist höflich.

    Ein Pfadfinder ist Freund aller Tiere.

    Ein Pfadfinder befolgt die Anweisungen seiner Eltern, seines Kornetts oder Pfadfinderleiters ohne Frage.

    Ein Pfadfinder lächelt und pfeift in allen Schwierigkeiten.

    Ein Pfadfinder ist sparsam.

    Ein Pfadfinder ist rein in Gedanken, Worten und Taten“

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