Kritik eines Erzbischofs: "Einige Katholiken zeigen keinen Glauben an die Realpräsenz Christi"

Erzbischof Buti Joseph Thagale kritisiert mangelnden Glauben an Realpräsenz Christi im allerheiligsten Sakrament des Altares(Johannesburg) Der südafrikanische Erzbischof von Johannesburg, Buti Joseph Tlhagale, ein Oblate der unbefleckten Jungfrau Maria, besser bekannt als Hünfelder Oblaten äußerte sich entsetzt über das Verhalten von Gläubigen vor dem Allerheiligsten Altarsakrament. Einige Gläubige würden „keinen Glauben an die Realpräsenz“ Christi zeigen, betonte der Erzbischof. Viele wüßten nicht einmal, daß man beim Betreten eines Gotteshauses sich mit Weihwasser bekreuzige, geschweigedenn was dieser Akt bedeute. Oder daß man in der Kirche vor Christus im Tabernakel kniet, ja nicht einmal, daß man beim Betreten und Verlassen der Kirche vor dem im Tabernakel anwesenden Herrn eine Kniebeuge mache. „Ein afrikanischer Erzbischof sagt sehr Vernünftiges“, merkte der spanische Kirchenhistoriker und katholische Blogger Francisco de la Cigoña an.

Der Bericht über eine Predigt von Msgr. Tlhagale wurde von der Fraternidad de Cristo Sacerdote y Santa María Reina (Bruderschaft Christus Priester und Maria Königin) veröffentlicht. Die Fraternidad wurde 2009 als Ordensgemeinschaft kanonisch errichtet. Sie zählt Priester, Brüder und Laien. Zu den besonderen Charismen gehört die Pflege der heiligen Liturgie in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus (siehe eigenen Bericht).

Erzbischof Tlhagale kritisierte auch die Entfernung der Kommunionbänke. Dadurch seien die Gläubigen aufgefordert, viele geradezu genötigt beim Kommunionempfang zu stehen. „Unsere Kirchen sind teilweise vor und nach der Messe wie Marktplätze, weil wir das Allerheiligste in einen abgelegenen Bereich verbannen und weil wir das Bewußtsein für die Gegenwart des Allerheiligsten verlieren. Wir geben die Stille und die fromme Atmosphäre in den Kirchen auf.“

Der Erzbischof von Johannesburg empfiehlt daher, den Tabernakel wieder in die Mitte des Altars zurückzuführen und die Praxis der Kniebeuge und der Stille in der Kirche zurückzugewinnen. Er lobte die Priester, die gemeinsam mit den Ministranten vor und nach der Messe beten. Es sei Aufgabe der Priester, so der Erzbischof, die eucharistische Anbetung zu fördern und auch die kirchlichen Dokumente über die heilige Eucharistie zu verbreiten und bekanntzumachen.

Die Kirchenrecht verlangt, zumindest eine Stunde vor dem Empfang der heiligen Kommunion zu fasten. „Der Kaugummi im Mund während der Heiligen Messe ist einfach nur widerlich“, so Erzbischof Tlhagale.

Der Oberhirte von Johannesburg kritisierte auch die Art, wie zum Teil die heilige Kommunion den Kranken gebracht werde. Die konsekrierten Hostien würden Laien übergeben, die auf dem Weg zum Kranken irgendwelchen Bekannten oder Freunden begegnen und ein Pläuschen halten oder auf dem Weg schnell im Supermarkt einkaufen gehen: und das alles mit dem Herrn. Wenn sie den Kranken nicht erreichen, würden sie den Herrn einfach mit nach Hause nehmen, statt zurück in die Kirche zu bringen.

Msgr. Tlhagale war von 1999 bis 2003 Erzbischof von Bloemfontein. 2003 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof der Diözese Johannesburg und gleichzeitig ad personam zum Erzbischof. Papst Benedikt XVI. erhob Johannesburg 2007 zum Erzbistum. Seither ist Msgr. Tlaghale Erzbischof der südafrikanischen Hauptstadt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Santa Maria Reina

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40 Comments

  1. Gut das es ihm auffällt.
    Aber nicht nur die Kirchenbesucher, nein auch sehr viele Kleriker haben den Glauben daran verloren.
    Ja sogar der „oberste Glaubenswächter“ Bischof Müller als Leiter der Glaubenskongregation hat sich in seinem Buch „Die Messe“ zweifelnd geäußert.
    Dann kann man den Gläubigen keinen Vorwurf machen.
    Und seit der unseligen Liturgiereform feiert sowieso jeder „seine Messe“! http://www.traditio.com/nos.htm Novus Ordo Service Photo Gallery
    Es gibt schon eine Lösung, aber die will ja niemand, die hieße weltweite Einführung eines für Alle verbindlichen Ritus -unveränderbar- nach dem Vorbild der tridentinischen Messe.
    Das wäre einheitsstiftend und würdig, aber wie gesagt, wer glaubt schon noch daran ?

    • Ich glaube nicht, daß das eine gute Lösung wäre – ein für alle verbindlicher Ritus nach dem Vorbild der tridentinischen Messe, wie Sie schreiben – also neben dem vetus Ordo und dem novus Ordo ein drittes „Produkt“? Ja, Produkt, denn so gut es gemeint wäre, es wäre ein gemachter Ritus. Und wer sollte ihn formen? Einen 2. Bugnini brauchen wir nicht und zerstörersiche Liturgieausschüsse gibt es genug. Selbst der Papst könnte nicht einen ganzen Ritus kreieren. Außerdem: wir haben einen Ritus.

      Ich bin ein Freund der überlieferten Messe, nicht aus ästhetischen Gründen, sondern weil die alte Messe ein von Gott gegebener Ritus ist, ein göttliches „Produkt“. Es ist uns geschenkt worden. Das spürt man in sämtlichen Details. Niemals könnte einer, wer auch immer, etwas Vergleichbares schaffen.

      Es gibt nur die Rückkehr zum alten Ritus. Allerdings besteht heute die große Gefahr, daß durch den Machbarkeitswahn und die Veränderungssucht unserer Zeit sehr bald das Ganze verdorben wäre, vor allem wegen der fehlenden Sanktionen für Liturgiemißbräuche.

      Solange man in Rom eine so lasche laissez faire Haltung zeigt, ist es vll besser, der alte Ritus bleibt im Verborgenen bis es wieder einmal eine Generation gibt, die über die nötige Demut verfügt und die Offenheit, sich von Gott her beschenken zu lassen.

  2. Die Konzilspäpste Johannes Paul II. und auch der ach so traditionale Papst Benedikt XVI. haben das mit großem Wohlwollen betrachtet, weil das die Ökumene mit den Protestanten fördert. Sie haben nur solche Bischöfe ernannt, die Gewähr dafür leisteten, dass sie auch so ökumenisch sind, unsere Koranküsser die bald heiliggesprochen werden, waren da sehr aufmerksam

  3. Das ist die Frucht der falschen Theologie, die seit Jahrzehnten UNTER DEN AUGEN DER BISCHÖFE an den Fakultäten gelehrt wird.

    Auch afrikanische Bischöfe schicken ihre Seminaristen oder Priester zum Aufbaustudium nach Europa (etwa Innsbruck oder Wien) und diese schleppen dann die Irrlehren in Afrika ein (WENN sie überhaupt zurückkommen).

    Zum letzten Satz gestatte ich mir den Hinweis, daß die Hauptstadt von Südafrika eigentlich Pretoria ist.

  4. Wenigstens ist dieser Umstand EINEM Bischof endlich einmal aufgefallen und er hat es gewagt dies öffentlich kunzutun. Doch dass daraus Lehren gezogen werden besonders für Europa dürfte nicht zu erwarten sein. Dem deutschen Episkopat ist das doch nur recht. Richtet man die Kirche dadurch nur noch schneller zu Grunde.

    Eine gute Abhilfe schlägt ja bereits Michael vor. Doch wie dieser selbst erkennt wird man diese Lösung nicht haben wollen …. obgleich es meineserachtens die einzig wirkliche Lösung ist.

    Das gleiche gilt für die Aussage von Wolfram Schrems. Gut erkannt.

  5. In der „ökumenisch“ durchsetzten Liturgie haben vielerorts Altar und Tabernakel keinen Platz.
    Stattdessen „Tischgemeinschaft“ als Menschendienst.
    Welten liegen zwischen dem heute weit verbreiteten „Weichspülkatholizismus“ und dem in der hl. Tradition verankerten Glaubensgut.
    Aus „Nachfolge Christi“ des Thomas v. Kempen:
    -

    -
    „Es ist ein Wunder, doch bei aller Unbegreiflichkeit glaubwürdig, 
    daß Du, Herr, mein Gott, wahrer Gott und Mensch, 
    in der unscheinbaren 
    G e s t a l t 
    des Brotes und Weines ganz zugegen bist und, 
    obwohl der Mensch dich geniesst, doch unverzehrt bleibst.
    [….]
    So freue dich denn, meine Seele, und danke dem Herrn für diese edle Gabe und für den ausgesuchten Trost, 
    den er dir in diesem Tale der Tränen zurückgelassen hat.
    Denn sooft du dieses Geheimnis feierst und den Leib Christi empfängst, 
    soft wirkst du das Werk deiner Erlösung und nimmst du an allen Verdiensten Christi teil.
    Die Liebe Christi
    nimmt ja niemals ab, und der Schatz seiner Sühne 
    erschöpft sich nie.
    Daher mußt du dich immer wieder erneuern 
    und vorbereiten und das grosse Geheimnis des Heiles aufmerksam betrachten.
    So wichtig, so neu und lieb muß dir das heilige Messopfer vorkommen, 
    wenn du es darbringst oder mitfeierst, 
    als wenn an eben diesem Tage erst Christus in den Schoß der Jungfrau herabstiege,Mensch würde und am Kreuze hängend für das Heil der Menschen litte und stürbe

    Erleuchte meine Augen, 
    damit sie dieses so große Geheimnis zu schauen vermögen.
    Stärke meinen Glauben, 
    daß ich ohne Zweifel an es glauben kann.
    Denn es ist Dein Werk,
    nicht Menschenwerk,
    Deine heilige Einsetzung,
    nicht Menschenerfindung.
    Keiner ist fähig, dieses Geheimnis von sich aus zu fassen und zu begreifen,
    ein Mysterium, 
    das sogar den scharfen Geist der Engel übersteigt.
    Wie könnte also ich unwürdiger Sünder, 
    ich Staub und Asche ein so heiliges Geheimnis erforschen und begreifen?
    Herr, in der Einfalt meines Herzens, in gutem, festem Glauben 
    und auf dein Geheiss nahe ich mich Dir mit Vertrauen und Ehrfurcht 
    und glaube in Wahrheit, 
    dass Du, Gott und Mensch, hier im Sakramente gegenwärtig bist.
    Du willst, daß ich Dich empfange und ich in Liebe mit dir vereinige.
    Darum bitte und flehe ich zu Dir, 
    Du wollest mir in Deiner Güte die besondere Gnade dazu verleihen, 
    damit ich ganz in Dir aufgehe und in überfliessender Liebe keinem andern Troste mehr geöffnet bin.

    Du willst, daß ich Dich empfange und mich in Liebe mit Dir vereinige.
    Darum bitte und flehe ich zu Dir, 
    Du wollest mir in Deiner Güte die besondere Gnade dazu verleihen, 
    damit ich ganz in Dir aufgehe und in überfließender Liebe keinem andern Troste mehr geöffnet bin.
    Ist doch dieses erhabene und würdige Sakrament das Heilmittel für Leib und Seele, 
    die Arznei gegen jede Krankheit des Geistes. 
    Es heilt meine Gebrechen, 
    bändigt die Leidenschaften, 
    schlägt die Versuchungen nieder oder mindert deren Heftigkeit, 
    giesst grössere Gnaden ein, 
    bringt Wachstum in der Tugend, 
    festigt den Glauben, 
    stärkt die Hoffnung, 
    entzündet und steigert die Liebe.“
    -

    • ein Priester erzählte mir,abends vor seiner Priesterweihe,der Bischof hatte eben eine exhortatio an die Kandidaten gerichtet,da seien sie zusammengesessen und hätten über ihre Erfahrungen und Erwartungen in der Kirche philosophiert.Einer sagte;“weisst du dass über 60% Pfarrer unserer Diözese nicht mehr an die Realpräsenz in der hl. Messe glauben?“
      das war 1966.es waren die fetten,aufklärerischen Jahre einer exorbitanten
      Konzilsseligkeit.Ich meine jene Einschätzung war noch untertrieben
      Ich bin vorgerückten Alters. und danke Gott für diese Zeit der intensiven Vorbereitung auf die grosse Gottesbegegnung.Dazu hat Defendor mir oft und viel geholfen.Ich möchte ihm hier meinen bescheidenen tiefen Dank aussprechen.

      • Solche 60%-Angaben sind doch keineswegs belegbar. Da sagt einfach mal einer eine Zahl, und die andern echauffieren sich beifällig, ohne mal den Verstand anzuschalten.

      • in actu exercito aber ist das alles sonnenklar,nie wäre eine solche betonisierte aufklärerische Kirche-küng,haag etc an solchem Einfluss gewinnend herangewachsen,wenn die innige Verwurzelung mit Christus im Sakrament wirklich dagewesen wäre.Lesen sie mal die heutige Ev.perikope,da werden viele die“ in meinem namen gepredigt“auf den Strassen frere cochon-also kumpelhaft sich gegeben haben,in den Seminarien die Alumnen tendenziös modernistisch begleitet haben statt sie nach dem Bilde des göttlichen Hirten geführt,ohne als frohes Bekenntnis die Liebe zur katholischen Kirche in ihnen gefestigt zu haben vielleicht ein böses Erwachen erlebt haben“weichet von mir,ich kenne euch nicht.“
        Anders kann ich mir die in vielen Dingen verquerte Entwicklung in der Kirche Deutschland,Oesterreich-ganz besonders schlimm Schweiz nicht erklären.Beten wir,die noch Zeit und Raum haben,im festen Bemühen standhaft im agonizein zu verharren.nicht dass wir vor verschlossenen-endgültig verschlossenen Türen stehen.Dann hilft alles schreien und debattieren nichts mehr.proh dolor!quod averterit Deus.

      • corrolarium von wegen“ ohne mal Verstand einschalten“:jung leute beobachten sehr genau und kritisieren oft haarscharf ihr Vorgesetzten und diskutieren nichts lieber als das.das sollte uns zu denken geben.

  6. Wenn etwas in dem mir anvertrauten Bereich auf Arbeit etwas schief läuft, beschwere ich mich nicht über meine Kollegen, sondern fasse mich zuerst an die eigene Nase. Qualitätsprobleme sind immer Führungsprobleme.

    Also nicht jammern lieber Herr Erzbischof, sondern dafür sorgen, daß Mißstände in ihrem Bereich möglichst schnell behoben werden. Auch wenn es weh tut.

  7. Nicht nur in Südafrika, nein, auch hier in unseren Breitengraden geschehen solche Unzulänglichkeiten, besonders was die Krankenkommunion anbelangt. Die Priestet und Diakone hätten Zeit, diese selbst zu den Kranken und alten Leute zu bringen. Aber sie überlassen dies den Laien – natürlich für gutes Geld. Was die andere Sache betrifft, frage ich mich, wo in einer unserer Kirchen noch eine Kommunionbank steht – diese wurden überall entfernt. Aber wenn man heute sieht, z.B. bei Hochzeiten und Beerdigungen, wie alles ohne Ausnahme zum Kommunionempfang strebt, muss man sich nicht wundern!

  8. Auch mir fällt es immer öfter auf, dass die Leute nicht wissen, wie sie sich in der Kirche verhalten sollen.

    Vielleicht wäre es angebracht, mal einen „Wegweiser“ herauszubringen, eine Art „Wie verhalte ich mich richtig in der Kirche“.

    Denn ich bin der Meinung, dass die meisten Menschen sich nur aus Unwissenheit falsch verhalten.
    Diesen Menschen müssen wir einfach helfen!!!!!!!!!

  9. Liebe LeserInnen

    Ich denke, es ist viel wichtiger, dass die Gläubigen an Gott glauben, beten und Gutes tun. Das sie vor allem nicht schlecht über andere sprechen. Ob sie beim Beten knien oder nicht und sich mit Weihwasser bekreuzigen ist nicht so wichtig. Hauptsache sie spüren die Anwesenheit Gottes. Vor allem ist es sehr wichtig, dass immer mehr Menschen den Weg zu Gott finden (kniend oder nicht)….

      • Warum echauffieren Sie sich? Esther meint doch nur, dass der gläubige Inhalt wichtiger ist als die formale Verpackung. Dem müsste man auch als traditionsbewusster Katholik zustimmen können. Oder kommt es in erster Linie doch auf das Knien und das Weihwasser an und erst dann darauf, dass man sich der Gegenwart Gottes bewusst wird?

      • Das ist keine Verpackung! Im katholischen Glauben ist alles Vermittlung, über Jesus, über Maria, über die Sakramente, das klare und präzise, nicht austauschbare Wort, die Priester, die Mütter, die Betenden, die Gesten und auch die Sakramentalien. Der Weg zu Gott, der Inhalt des Glaubens kann nicht abstrahiert werden von den Zeichen, in denen er uns geschenkt wird und in denen wir ihm wieder Ausdruck geben!
        Das ist ja der große Irrtum!
        In letzter Konsequenz weitergedacht ist es dann wirklich wurscht, ob man an Jesus glaubt, Hauptsache man glaubt an Gott und wenn nicht, dann ist es auch gut, weil auch der Glaube an „Etwas Höheres“ dasselbe meint… Unter bestimmten Gesichtspunkten ist schwarz auch weiß – das hat man übrigens damals schon Meister Ekkehard nicht durchgehen lassen und er musste entsprechenden Sätzen absagen, was er auch getan hat…
        Bemerken Sie den Abstieg, diesen Verfall?

    • Mir fällt nur eine Bibelstelle ein bei Matthäus: „Da sie den Stern sahen, hatten sie eine überaus große Freude. Und sie traten in das Haus, fanden das Kind mit Maria seiner Mutter, f i e l e n n i e d e r u n d b e t e t e n E s a n.“
      Daher ist es ein Zeichen der Demut und Anbetung Gottes, wenn man niederkniet.

    • @Esther

      das hört man immer wieder, das eine sei wichtiger als das andere. Das ist ein Irrtum.
      Form und Inhalt gehören zusammen, denn das eine ist ohne das andere Nichts!

      In der heutigen Wegwerfgesellschaft, wo die Verpackung oft billiges Material ist, meint man es sei nichts. Aber doch, das eine ist so wichtig wie das andere, denn das eine dient dem anderen. Nehmen Sie einen Krug Wasser. Wie wollen Sie Wasser schöpfen ohne den Krug?

      Ich glaube, wir müssen wieder lernen, die Form zu beachten. Natürlich kann man auch stehenderweise die Kommunion empfangen oder beten, aber Sie werden anders beten, wenn Sie knien. Der Leib betet mit. Den Leib / die Form gering achten ist die berühmte Leibfeindlichkeit, die der Kirche vorgeworfen wird, die es aber gerade in dar Kath. Kirche – zumindest früher – nicht gab.

  10. @Heidi Züger
    Vielen Dank.

    Bez. des allerheiligsten Altarsakramentes noch dies;
    ein Mensch kann bloss Symbole hinterlassen…..
    unser HERR und GOTT JESUS CHRISTUS 
    aber hat uns 
    im allerheiligsten Altarsakrament.
    S I C H 
    Selbst
    „hinterlassen“; und nicht bloss einen „Teil“ von Sich sondern 
    SEIN GANZES WESEN;
    die Kraft und die Fülle Seines Dreieinen Göttlichen Lebens !

    Der heilige Bernhardin von Siena schreibt:
    -
    „Freunde hinterlassen ein Zeichen, vielleicht einen Ring, 
    aber Christus hinterlässt uns Seinen Leib und Sein Blut, Seine Seele und Seine Gottheit, sich Selbst, ohne etwas zurückzubehalten“
    -

    Dies muss jeder Gläubige immer vor Augen halten, wenn er 
    im Stande der Gnade ! - 
    zum Empfang des ALLERHEILGSTEN schreitet !
    In der kleinen heiligen konsekrierten Hostie 
    empfangen wir 
    unseren Schöpfer, Erlöser und Heiliger !

    Empfangen wir IHN daher im heiligen Sakrament der Liebe stets mit der 
    grösstmöglichen demütigen Ehrfurcht;
    kniend ( oder nach Möglichkeit zumindest mit voriger Kniebeuge ) in den Mund durch die Hände eines geweihten Priesters.

    Und beten wir Ihn an in Seiner steten Gegenwart im Tabernakel.

    • Was Sie beschreiben, durfte ich auch unmittelbar erfahren.
      Es war der 1. Weihnachtstag d.J., unmittelbar nach der Kommunion, schoss mir plötzlich ein Gedanke ins Bewusstsein:
      Wenn wir an die Realpräsenz Jesu in der Hostie glauben -und das tue ich- kommt nicht einfach „nur“ ER zu uns.
      Wenn wir Jesus empfangen, empfangen wir Ihn auch mit seinem ganzen Leben, in seiner erlebten Wirklichkeit.
      Er kommt zu uns als Jesus in der Krippe, als 12-jähriger Knabe im Tempel, seinen Jugendjahren.
      Er kommt zu uns in seiner Verkündigungszeit, in seinen Wundertaten, in seinen Leidenstagen, in seinem Kreuzweg, in seinem Tod – seiner Erlösungstat und in seiner Auferstehung.
      Wir haben also sozusagen den „ganzen“ Jesus mit seiner Lebensgeschichte“in uns.
      Ob das theologisch haltbar ist, vermag ich nicht zu sagen, aber ich habe es so gefühlt und als mir dies besusst wurde, tat mein Herz einen Extra-Schlag und fing danach mächtig an zu pochen.
      Bitte halten Sie mich nicht für anmaßend und glauben Sie bitte auch nicht, ich wolle mich wichtig machen.
      Dem ist definitiv nicht so!
      Seit ich diesen Gedanken an Weihnachten hatte, lässt er mich nicht mehr los.
      Wir empfangen mit Jesus auch sein Leben, seine Lebensgeschichte.
      So wie er sich Maria und Josef ausgeliefert hat, hilflos und klein, so liefert Er sich auch uns aus, hilflos und ohnmächtig.

      Denn was wir mit der Möglichkeit der Kommunion machen, darauf hat Jesus Christus keinen Einfluss.
      Wir können Ihn gewohnheitsmäßig annehmen – weil halt gerade Kommunionausteilung ist.
      Wir können Ihn aber auch in seiner ganzen Lebenssituation in uns, in unser Herz aufnehmen.
      In unseren Herzen ist also seine Lebensgeschichte noch einmal nachgezeichnet und -wenn wir es wollen- geborgen und bewahrt.

      • Vielen Dank – wie schön dieses Ihr Erlebnis! Und ich denke, Sie sprechen da etwas aus, was ich auch schon so ähnlich erlebt habe. Für mich steht die Tatsache im Raum, dass ich diesem Herrn dann auch in seinem ganzen Weg Ausdruck geben muss, in seinem g a n z e n Weg. Und dass es eine wirkliche Liebesbeziehung ist für jeden, der das so empfindet und erkennt wie Sie es beschreiben. Dass ER in mir geborgen sein will wie ein Kind (welche große Ehre – das hat schon Maria bejubelt und die Kirche jubelt mit ihr bis heute im Stundengebet!), ich aber noch viel mehr in IHM geborgen bin, mir also gar nichts, was ich um SEINETWILLEN in der Nachfolge aufgeben werde, einen Mangel bescheren wird.
        Danke!

      • Danke, „zeitschnur“, für Ihre positive Zustimmung und einfühlsame Reaktion!

        Die oben geschilderte Erfahrung habe ich vor Monaten nach einiger Abwägung, ob es sinnvoll sei oder nicht, dann doch in der freitäglichen Gebets-Frühschicht erzählt.
        Es kam keinerlei Resonanz, kein Nachempfinden – und das war ein ganz seltsames Gefühl.
        Es war so, als hätte ich etwas Teures und ganz Wichtiges für billigen Tand verscherbelt und ich machte mir Vorwürfe.
        Gestern nacht nun habe ich noch einmal lange überlegt, ob ich dieses Risiko erneut eingehen dürfe, doch die Worte „defendors“ haben mich ermutigt, es zu wagen.
        Noch einmal „danke!“

      • Das etwas „eisige“ Schweigen Ihrer Kollegen ist bestürzend. Es ist das Problem des allgemeinen zynischen „Positivismus“ in der Kirche. Unser Glaube darf uns nicht zu nahe kommen, sonst hält man uns für naiv oder krank.
        Es fehlt uns dieses „In-alle-Wahrheit-Geführtwerden“ durch den Hl. Geist. Dieses klare, logische und präzise Denken, dessen Konkretionen aber nur in der Liebe verstanden werden können…

      • diese Freitagsfrühschichten würde ich genauer analysieren-die Perlen vor die Schweine werfen ist nicht unproblematisch-sonst zerreissen sie die Schweine und zerreissen auch euch -nach dem Bekannten Jesuswort.uns können sie diese wertvollen Gotteserfahrungen immer zum mitfreuen mitteilen.von besonders eingenommenen Menschen in spiritualibus habe ich selten etwas gutes erlebt,meist nur Enttäuschung im Ursinn:Ent-Täuschung.

  11. Johannesburg ist wohl die größte Stadt Südafrikas, aber nicht die Hauptstadt, liebe Redaktion. Regierungssitz ist Pretoria, der Sitz des Parlaments ist in Kapstadt. In Bloemfontein ist Sitz des Supreme Court of Appeal resp. Appèlhof.

    Vor allem aber bleibt abzuwarten, was Mgr. Tlhagale aus seinen Erkenntnissen macht,

  12. und das sagt uns ein Bischof aus einem kontinent in dem die kirche wächst und blüht?wenn das in allen orten wo die kirche wächst schon so ist (Lateinamerika und Asien) dann wird das wohl kein bestehen haben. vollen Kirchen und Priesterseminare sind wohl nicht anzeichen für eine gesunde kirche.zahlen sind nicht alles.

  13. Vielleicht liegt es daran das in der „Heiligen Messe“ was falsches gesagt wird. Es heißt nicht „Lamm Gottes du nimmst hinweg die Sünde der Welt, sondern in Wahrheit Lamm Gottes du nimmst hinweg die Sünden der Welt“. Ein Buchstabe und schon wird es gefährlich.
    Per Mariam ad Christum.

    • Nur noch mal eine Nachfrage: weil es heißt „qui tollis peccata mundi“ – der du trägst die Sünden der Welt – Sie wollen sagen, dass der Plural sozusagen die ständige Aktualität betont, während der allgemeine Begriff „peccatum“/die Sünde von der Aktualität abstrahiert? (Wobei ich mich gerade frage, ob überhaupt von „peccatum“ je die Rede ist oder nicht eher von „peccatio“, was bedeuten würde, dass mit den „peccata mundi“ stets meine aktuelle Sünde gemeint ist und nicht „die Sünd der Welt“ (lutherisch), also die allgemeine Verworfenheit aller Welt, die dann auch allgemein von Jesus getragen wurde…)
      habe ich Ihr Argument da richtig gedeutet, oder steht da noch eine weitere Idee dahinter?
      Wenn ja, würde sie mich interessieren.

      • Ich würde „die Sünde“ als einen Angriff auf das Sakrament der Beichte sehen. Die Menschen haben viele völlig unterschiedliche Sünden. Wenn es für alle nur eine allgemeine Sünde gibt brauchen wir nicht zu beichten.
        Per Mariam ad Christum.

  14. Hier darf man an die Weitsicht der Piusbruderschaft erinnern. Sie sagen doch, auch wenn der Neue Ritus gültig gefeiert wird, ist von seiner Teilnahme dringend abzuraten. Denn er untergräbt den katholischen Glauben. Und auch Papst Benedikt war überzeugt, dass der Niedergang der Kirche mit den Änderungen im Ritus zusammenhängt. Aber es war ihm nicht gestattet, klarere Schlussfolgerungen zu ziehen.

    • Solche Pauschalisierungen sind unerträglich! Ich bin umfassend katholisch, habe aber noch nie eine alte Messe „live“ mitgefeiert. Die Piusbrüder, die so etwas sagen, WOLLEN offensichtlich die Spaltung – denn mich schrecken sie mit solchen Pauschal-Verurteilungen einfach nur ab.

      • Wenn Sie noch nie eine alte Messe live mitgefeiert haben, wie wollen Sie dann die Angelegenheit beurteilen?
        Seit dem Motu Proprio SP besuche ich öfters die alte Messe. Wenn der Papst sagt, die neue MEsse sei gültig, dann ist sie das. Aber es sollte noch etwas mehr sein als das. Die Frage, wie stark der kath. Glaube in der Messe Ausdruck findet, ist nicht zweitrangig.
        Es liegen Welten zwischen den beiden Formen.
        Sie haben die Möglichkeit, den Vergleich selbst anzustellen.
        Mit einmal hingehen wird es aber wohl nicht getan sein.

      • Ich beurteile doch gar nicht die alte Messe. Ich wehre mich nur gegen eine pauschale Abwertung der neuen Messe durch die FSSPX, sie untergrabe den katholischen Glauben. Ich bin umfassend katholisch, und das nicht trotz, sondern wegen der neuen Messe. Und unzählige andere sind ebenso ohne die alte Messe rechtgläubige, treue Katholiken geworden. Deshalb ist das, was die FSSPX da pauschal über die neue Messe sagt, offensichtlich falsch.

      • @ scivias
        Schauen Sie sich bitte unsere heutige Kirche an seit der Liturgiereform. Von Jahr zu Jahr immer weniger Gläubige in der Hl. Messe, immer weniger Priester, immer größere pastorale Räum mit fortgestzten Streichungen von Sonntagsmessen, bei all den Entwidmungen von Kirchen und Kapellen. Immer mehr Klöster, die ihre Pforten schließen müssen. Und immer mehr Realitätsverweigerer, die von nichts etwas mitbekommen!

      • …sie ( die Konzilskatholiken ? ) sind blind und Führer von Blinden. Wenn aber ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide in die Grube. (Mt 15,14)

      • Ich habe hier leider nur selten die Gelegenheit, zur Alten Messe zu gehen – alle 4 Wochen 20 km entfernt! Also gehe ich in den Novus ordo und ertrage teilweise Unerträgliches. Es liegen Welten dazwischen, das stimmt, aber was soll der normale Gläubige machen, der den vetus ordo nicht vor der Haustür hat und in einem Bistum lebt, das ihn untergräbt und aushebelt, wo es geht?
        Ich sehe ja doch auch, in welcher Lage die Kirche ist. In meiner Kirche sind nicht nur Häretiker und Abtrünnige, sondern auch tiefgläubige, v.a. alte Leute, ein einsamer und irritierter Priester. Es ist schwierig, wenn dann die Piusbruderschaft davon „abrät“, dahin zu gehen. Immerhin ist die allgemeine Kirche immer noch die allgemeine Kirche. Ich sehe mich nicht berechtigt bislang, das anders zu sehen. Aber auch ich – und das weiß ja jeder, der mich kennt – leide unsäglich unter dem Novus ordo und freue mich auf jede Alte Messe, die ich besuchen kann! Es ist ein echter Zwiespalt!

  15. Die Lehre von der Realpräsenz belastet die Ökumene in Richtung Protestanten, ebenso wie der Glaube an die unbefleckte Empfängnis und der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel, weshalb die Kirche das alles “ de facto“ schon lange nicht mehr lehrt.

    • Die katholische Kirche ist die einzig wahre von Jesus Christus gestiftete Kirche
      obwohl sich natürlich alle christlichen Konfessionen auf ihn berufen.
      Alle anderen Kirchen sind Abspaltungen von der wahren Kirche oder von
      Irrlehrern gegründete Gemeinschaften.
      Man braucht sich doch nur einmal mit der Biografie von M. Luther befassen
      um zu erkennen, welches falsche Gottesbild er vertrat.
      Jeder vernünftige Mensch erkennt dies auf der Suche nach der Wahrheit.

      Deshalb ist es doch der total falsche Weg in der Ökumene, wenn sich die katholische
      Kirche immer mehr an den Protestantismus anpasst und dadurch ihre Identität verliert.

      Man braucht sich deshalb nicht wundern, wenn nach 50 Jahren dieser Art von Ökumene die jüngeren Katholiken ihre Religion nicht mehr kennen und nicht wissen,
      wie man sich in einer Kirche verhält und vor wem sie dort stehen !

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