Kirchliche Umfrage unter wiederverheiratet Geschiedenen – Ergebnis klar

(Würzburg) Bei einer diözesanen „Fragebogenaktion“, die im Rahmen des Dialogprozesses durchgeführt wurde, sprachen sich die befragten wiederverheiratet Geschiedenen einhellig dafür aus, daß sie nach „persönlich verantworteter Gewissensentscheidung“ zum Kommunionempfang zugelassen werden. Eine kirchenrechtliche Annullierung der ersten Ehe hingegen wird von der Mehrheit der Befragten abgelehnt. Ebenso findet es die Mehrheit (zwei Drittel) der Befragten nicht gut, daß die Kirche die Unauflöslichkeit der Ehe betont. Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand hatte die Aktion bei ihrem Start Anfang Mai 2013 damit begründet, daß „wir in der Diözese Würzburg Menschen mit ihren Erfahrungen selbst zu Wort kommen lassen wollen“. Die Ergebnisse der Fragebogenaktion sollen an die Deutsche Bischofskonferenz weitergereicht werden und in den bundesweiten Gesprächsprozeß einfließen.
Erst jüngst hatte Glaubenspräfekt Müller neuerlich bekräftigt, daß es nach kirchlicher Lehre keine Möglichkeit der Zulassung von geschiedenen Katholiken nach einer erneuten Heirat zum Kommunionempfang gibt und anderslautenden Forderungen eine deutliche Absage erteilt.

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11 Comments

  1. Das Glaubensdogma wurde noch nie von Sündern nach dem Mehrheitsprinzip bestimmt, die keinerlei Einsicht oder Reue zeigten. Das ist nicht nur ein häretisches Verfahren durch unsere Herren Hirten, sondern es ist auch unsäglich dumpfbackig. Fragen wir doch die Mafia, ob sie es fair findet, wenn Killer nicht zur Kommunion dürfen. Oder lasst uns abgesackte Junkies fragen, was sie davon halten, dass Suchtverhalten ebenfalls von der Kommunion ausschließt.
    Der katholische Glaube stellt an uns alle einen hohen Anspruch:
    „Wer die Hand an den Pflug legt und zurück schaut, taugt nicht für das Reich Gottes.“
    Dieses unbarmherzige Wort stammt von Jesus.
    Ach – Ihr wisst nicht, wer das ist? Dacht ich mir…

  2. Seit wann schließt denn Suchtverhalten von der Kommunion aus? Sucht ist eine Krankheit. Und gerade die Kranken sollten den Herrn empfangen, denn nur er kann sie heilen.
    Mit Ihren Überlegungen zum eigentlichen Thema bin ich allerdings völlig einverstanden. „Unsäglich dumpfbackig“ und völlig absurd ist diese Umfrage. Aber selbst unter nicht Betroffenen wäre sie wohl nicht viel anders ausgefallen. Die jahrelange Konditionierung hinterlässt ihre Spuren. Steter Tropfen höhlt den Stein. Die Umstürzler werden keine Ruhe geben, bis sie ihre Ziele erreicht haben.

    • Verzeihung Jean-Louis, dann sollten Sie noch einmal die Bibel aufschlagen: „Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben.“ (1. Korinther 6, 9+10) Es ist eine ideologische Meinung, dass Sucht eine Krankheit sei. Bis vor wenigen Jahrzehnten hat das kein Mensch so gesehen – es war schlicht und einfach eine schwere Sünde. Wenn Sie so wollen, ist Sünde immer eine Art Sucht… auch der Ehebrecher oder der Unzüchtige ist sexsüchtig, der Dieb und Habgierige sind kleptoman oder habsüchtig etc. Unsere Sünde ist ja viel „normaler“, als es vielleicht aussieht: man kann den Sünder sehr oft gut verstehen, man kann sich selbst gut verstehen, aber dennoch ist es Sünde, sich selbst durch eine Sucht, die man nicht aufgibt, zu schädigen und den, der uns liebt, unseren Herrn, damit zu beleidigen.
      Da in dieser Auflistung auch der Trinker aufgeführt ist, darf man dies als pars pro toto für alle Drogensüchte, die im römischen Reich vielleicht weniger bekannt oder verbreitet waren, annehmen.
      Krankheit im unverschuldeten Sinne ist all das, was wir nicht mehr durch unseren Willen und unsere Heilkunst heilen können, und das, was wir, falls an uns ein Initialverschulden lag, bereut und gebeichtet und seither unterlassen haben, wovon wir aber nun Folgen tragen müssen.
      Beispiele: Wenn ein total besoffener Priester zelebriert oder ein zugekiffter Mensch zur Kommunion geht – vielleicht können Sie meine Haltung verstehen, dass das zutiefst unwürdig ist… wieso sollte der Ehebrecher hier unwürdiger sein? Geht jedoch ein Aidaskranker zur Kommunion, der sein Drogenleben längst hinter sich gelassen hat, ist das etwas anderes.

      • @sara
        Ihre Ansicht ist falsch und nicht mit dem Glauben der Kirche vereinbar. Die Kommunion soll nicht wirken. In der heiligen Kommunion findet die innige Vereinigung mit Jesus Christus, der ja wahrhaft mit Leib und Seele, mit Gottheit – und Menschheit in der hl. Hostie gegenwärtig ist, statt. Darum mahnt der hl. Apostel Paulus: „Wer daher unwürdig dieses Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig am Leib und Blut des Herrn … Denn wer unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich das Gericht, da er den Leib des Herrn nicht unterscheidet.” (1 Kor 11,27 – 29).
        Nach der Lehre der Kirche begeht, wer unwürdig, d. h. im Stande der Todsünde, zur heiligen Kommunion geht, einen Gottesraub. Ein der schwersten Sünden überhaupt.
        Zwar ist Gott barmherzig, aber er ist auch gerecht!

  3. Ein altbewährter Grundsatz lautet: „Niemand ist Richter in eigener Sache.“ Das wird heute auf den Kopf gestellt. Und damit werden weitere Pressionen gegen die Lehre der Kirche initiiert. So etwas geschieht von den Verantwortungsträgern in der Kirche selbst. Es ist kaum noch zu fassen!

  4. Das Ergebnis dieser Umfrage war klar und dieser Meinung sind viele Menschen. Gott und die Lehre der Kirche sollten sich den jeweiligen Lebenssituationen anpassen und nicht umkehrt. Diese Befragung war reine Zeitverschwendung! Was machen die Bischöfe jetzt mit diesem Ergebnis?

  5. Der Mensch denkt und Gott lenkt! Wer keine Sünden hat, werfe den ersten Stein…. Gott kennt uns alle und weiss, bei wem die Kommunion wirken soll. Gott ist mit jedem barmherzig, der zu ihm kommen will.

  6. @ Sara
    Ja Gott kennt uns alle und ist jedem barmherzig, aber Er fordert:
    Kehrt um und sündigt nicht mehr! Kehrt um und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden.
    Bei vielen Menschen ist das Sündenbewußtsein leider nicht mehr oder kaum noch vorhanden.

  7. „Ebenso findet es die Mehrheit (zwei Drittel) der Befragten nicht gut, daß die Kirche die Unauflöslichkeit der Ehe betont.“

    Das glaube ich ihnen unbenommen. Sakramentales Verständnis gleich Null. Es wird wohl nicht mehr lange dauern bis alle Gebote des Allmächtigen mehr oder weniger als unangenehm empfunden werden.
    Per Mariam ad Christum.

  8. Wer als „Wiederverheirateter Geschiedener einer kirchenrechtlich gültigen Ehe“ nicht in einer
    Josef´s-Ehe lebt, begeht selbst schwere Sünden und verführt seinen Partner zu schweren Sünden. Wie kann jemand der Illusion erliegen, dass er liebe, wenn er in Wahrheit doch den anderen zerstört? Hier muss die Kirche den schweren Sünder vor sich selbst versuchen zu schützen. Sie ., muss klar und deutlich sagen, ohne Reue, Hl.Beichte, guten Vorsatz und der bewussten Vermeidung aller verführenden Situationen isst und trinkt sich der Sünder das Gericht. Sie kann doch nicht zulassen, dass sie dabei mithilft, Gott zu beleidigen.

  9. Auch an dieser Stelle möchte ich nochmal sagen, dass die Nichtanerkennung der Unauflöslichkeit der Ehe eine Nichtigkeitsgrund nach Kirchenrecht ist und die Ehe für Nichtig erklärt werden kann, wenn sie unter dieser Annahme eingangen wurde. Can. 1056
    Damit sind all jene, die in dem Fragebogen sich gegen die Unauflöslichkeit aussprachen sowieso von vornherein nicht fähig eine gültig Ehe zu schließen. Diese Ehen können alle für nichtig erklärt werden.

    Also was soll dann die ganze Fragerei? Man sollte den Leuten lieber mal sagen, dass sie dann keine gültige Ehe eingehen können, auch keine zweite oder dritte, die ja sowieso ungültig sind.

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