Wegwerfkultur relativiert auch das menschliche Leben – Papst Franziskus und das Lebensrecht

Wegwerfkultur relativiert menschliches Leben(Vatikan) Das Wort Abtreibung bleibt für Papst Franziskus „tabu“, doch in einer Grußbotschaft an die brasilianische Woche der Familie forderte das katholische Kirchenoberhaupt dazu auf, das menschliche Leben „immer zu verteidigen von der Zeugung bis zum natürlichen Tod“. Die Woche der Familie ist eine Initiative der brasilianischen Bischofskonferenz und dauert bis zum Abend des 17. August. Es sei Aufgabe der Eltern, in der Familie den Glauben wachsen und reifen zu lassen. Ihnen komme die Aufgabe zu, „grundlegende Wahrheiten über das Leben und die menschliche Liebe weiterzugeben“.

Besonders angesichts einer Wegwerfkultur, die den Wert des menschlichen Lebens relativiert, sind die Eltern gerufen, ihren Kindern das Bewußtsein zu vermitteln, daß das Leben immer schon ab dem Mutterschoß zu verteidigen ist und darin ein Geschenk Gottes und eine Garantie für die Zukunft der Menschheit erkannt wird, aber auch in der Pflege der alten Menschen, vor allem der Großeltern, die das lebendige Gedächtnis eines Volkes sind und die Lebensweisheit vermitteln.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Radio Vatikan

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6 Comments

  1. Abtreibung ist und bleibt ein verabscheuungswürdiges Verbrechen.
    Abtreibung ist und bleibt MORD !

    Auszüge aus einem Interview mit Prof. Dr. med. Erich Blechschmidt aus dem Jahre 1991:
    -
    „FRAGE:
    Wie stehen Sie aufgrund Ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse über den ungeborenen Menschen zur gegenwärtigen gesetzlichen Abtreibungsregelung des § 218 StGB?

    Prof. Dr. Blechschmidt:
    Ich glaube, man muß den § 218 ändern. Abtreibung müsste wieder verboten sein.

    FRAGE:
    Die Kernfrage an den Humanembryologen: Entwickelt sich ein Mensch im Mutterleib zum Menschen oder ist er vollwertiger Mensch von Anfang an, ab dem Zeitpunkt der Befruchtung?

    Prof. Dr. Blechschmidt:
    Das kann man nur so beantworten: Er entwickelt sich nicht zum Menschen, sondern von vornherein als Mensch und zwar nicht als Typus Mensch, der allmählich erst individueller würde, sondern als ein bestimmter Mensch, der später einmal mit Recht einen bestimmten Namen bekommt, also von Anfang an den Charakter der Unverwechselbarkeit besitzt.

    FRAGE: 
    Sie glauben nicht, daß die Personalität und die „Beseelung“ des Menschen in seiner Entwicklung irgendwann entsteht, daß dem ungeborenen Kind irgendwann etwas Besonderes hinzugegeben wird, das es zum Menschen macht.

    Prof. Dr. Blechschmidt:
     Genau. Die wirklich vorhandene, erkennbare, ja geradezu greifbare Eigenart des ungeborenen Menschen ist mit Begriffen der Physik und Chemie nicht annäherungsweise faßbar. Der kleine Organismus ist durch eine besondere Eigenart gekennzeichnet.

    FRAGE: Worin liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen, daß das Empfinden für die Unantastbarkeit des Lebens gerade der schwächsten, zartesten und hilfsbedürftigsten Menschen in unserer so fortschrittlichen Gesellschaft verlorengegangen ist, so daß bei uns täglich 1000 ungeborene Kinder umgebracht werden?

    Prof. Dr. Blechschmidt:
    [….]
    Wir sehen ja so ein Kind nicht mehr als Geschenk Gottes, sondern wir wollen es oder wir wollen es nicht, und wir machen es oder machen es nicht, und wenn=s falsch geworden ist – z. B. ein Retortenbaby –, werfen wir=s einfach weg. Das ist vielfach heute die Mentalität.

    „Die wirklich vorhandene, erkennbare, ja geradezu greifbare Eigenart des ungeborenen Menschen ist mit Begriffen der Physik und Chemie
    NICHT annäherungsweise faßbar.
    Der kleine Organismus ist durch eine besondere Eigenart gekennzeichnet.
    Weil der Mensch
    NICHT
    über den Menschen verfügen und ihn zum Zweck für etwas – als Objekt – benutzen darf.“
    -
    Der Mensch ist dem Menschen zur Sorge und zum Behüten anvertraut, aber nicht zum Verwerten oder gar Töten.
    Er ist GESCHÖPF GOTTES und hat Menschenwürde ja nicht deshalb, weil wir biologisch ein bißchen anders sind als ein Affe, sondern weil wir
    ABBILD GOTTES sind.“

  2. Ja ja, die Verantwortung an die Eltern delegieren. Die einfachen Leute sind immer die Schuldigen und die Dummen. Also keine Ahnung von der pädagogischen Funktion der Gesetzgebung? Keine Ahnung von der Pflicht eines echten Hirten, die Dinge beim Namen zu nennen, für die Rechte der Schwächsten einzutreten, zu ermahnen und letztlich auch erzieherische Strafen anzuwenden?
    Bereits JPII hat den pseudopoetischen Euphemismus „Schutz des Lebens“ eingeführt, als ob es sich um Meerschweinchen, Katzen, Kröten oder bedrohte Pflänzchen handeln würde. Dabei ist selbst die Bezeichnung „Abtreibung“ eine euphemistische Abkürzung für den Mord an ungeborenen Kindern, mittlerweile den größten Genozid aller Zeiten, dem sogar offiziell Rechte zugesprochen werden. Wer sonst, wenn nicht der Stellvertreter Christi auf Erden sollte unermüdlich auf dieses satanische Treiben mit aller Deutlichkeit aufmerksam machen?
    Aber die Wölfe mit dem Hirtenstab sind natürlich lediglich in der Lage, die Verantwortung auf die Erziehung in der Familie abzuwälzen, denn diese sind ja immer Schuld, auch wenn es etwa um den Mangel an Berufungen geht.
    Die Wölfe mit dem Hirtenstab machen indessen gemeinsame Sache mit den Politverbrechern oder wollen sich zumindest auf keinen Fall mit ihnen anlegen. Lediglich als Tarnung streuen sie hin und wieder solche Wörtchen wie „Lebensschutz“, damit die Katholiken naiv glauben, sie auf ihrer Seite zu haben.

  3. Der Begriff „Abtreibung“ ist klar. Er drückt aus, worum es geht.

    …das menschliche Leben „immer zu verteidigen von der Zeugung bis zum natürlichen Tod“. …
    hingegen sagt ähnliches, klingt aber unverbindlicher und tut den Ohren nicht so weh.

    Bedauerlich, dass Papst Franziskus nicht Klartext spricht.
    Er ist doch sonst so selbstbewusst!

    • Leider hat er unklarer gesprochen als Sie zitieren. Von der „Zeugung bis zum natürlichen Tod“ wäre sogar absolut klar, da gibt es nicht die Spur einer Mehrdeutigkeit. Franziskus hat aber nicht von der „Zeugung“ gesprochen, sondern vom „Mutterleib“ („grembo“). Wo sich jetzt, wenn man ihn wörtlich nimmt, die Frage stellt: Im „Mutterleib“ ab dem wievielten Monat?

      • Ich weiß einfach nicht, woran ich mit Papst Franziskus bin, wie ich ihn einordnen soll.
        Einerseits möchte ich ihn wirklich als Oberhaupt der katholischen Kirche annehmen und anerkennen, andererseits spüre ich noch immer innere Widerstände.
        Schon so lange warte ich auf klare Aussagen und Worte, die nicht ständig interpretierbar sind und die mir unzweifelhaft sagen: „Ja, er ist der Richtige am richtigen Ort“.
        Und ich warte und warte …..
        Zerrissen zu sein ist kein schöner Zustand!

  4. F.s Worte sind – wenn die Paraphrasierung im Artikel seine tatsächliche Wortwahl ungefähr wiedergibt – nicht wirklich unklar. Sie sind klar, befinden sich aber auf einer andere Sinnebene als der, die ein katholik zu Recht erwarten darf bei einem Papst.
    Es fällt mir schwer, das in Worte zu fassen… F. spricht hier etwa so, wie eine einfach gestrickte Oma, die ihren Enkeln abends am Feuer etwas Betuliches sagt: Seid immer nett zueinander, schmeißt kein Essen weg, es gibt so viele Kinderchen, die in der Welt hungern. Ja, und wer seinen Teller nicht leer isst, der hat auch keine Achtung vor Nachbars Goldfisch oder alten Menschen…
    Es ist wieder diese „Be prepared“-Pfadfinder-Moral. Es ist einfach – ja das ist es – bloß eine billige und oberflächliche, leicht ökologisch angehauchte Moralisirerei, die dann auch aus moralischen Gründen bei schweren Sünden „nicht richtet, damit wir nicht gerichtet werden“. Ein Papst, der über Skandalbischöfe gnädig wegsieht und kleinen Leuten Stress macht, weil sie die Gummibärchentüte aus Versehen auf der Trambahnsitz haben liegenlassen, anstatt überhaupt Gummibärchen in der Mehrwegverpackung zu kaufen und dafür dreimal so viel zu zahlen. So ein Gerede ist das von der Tendenz her.
    Bei den fraglichen Themen geht es aber um eine Verletzung des Heiligen Gottes! Es geht nicht um das Stück Käse, das ich nicht unbedingt hätte zu essen brauchen, es geht nicht drum, dass ich als Mutter auch mal nicht nett zu meinem Kind bin. Es geht um die vorsätzlich, gesetzlich verankerte Ermorderung vom Menschen im hilflosesten Zustand. Es geht auch nicht primär, wie S.H. meint, um die Zukunft der Welt und darum, dass man von den Alten auch noch irgendwie wegen deren Weisheit profitieren könne. All diese Argumente sind selber Argumente des Profitdenkens. Auch wenn ein Kind für die Zukunft nicht taugt, auch wenn Opa ein alter Narr ist – es ist völlig egal! Gott der Herr selbst wird beleidigt, wenn man sie tötet. Davon sagt aber F. nichts! Das ist das Problem!

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