Vertreibung des Institut Christus König und Hoherpriester aus Cashton

Laut einem Artikel der katholischen Zeitung The Remnant wird das Institut Christus König und Hoherpriester (ICRSS) bis Ende September 2013 aus Cashton, Wisconsin, vertrieben. Im Rahmen einer heiligen Messe in der dortigen Kirche St. Mary’s Ridge sei vor wenigen Tagen ein Brief ausgeteilt und verlesen worden, der jedoch keine Unterschrift trage. Aus jenem Brief, den „The Remnant im Wortlaut veröffentlicht hat, geht hervor, daß Bischof Callahan von La Crosse, Wisconsin, die Entscheidung getroffen hat, die der überlieferten Liturgie verbundene Gemeinde in Zukunft „durch den örtlichen Pfarrer zu versorgen“. Nach Informationen von The Remnant jedoch weiß Pfarrer Michael Klos derzeit nicht, wie man die heilige Messe in der sogenannten außerordentlichen Form zelebriert. Außerdem habe er bisher noch nie an Veranstaltungen des traditionalistischen Apostolats teilgenommen, heißt es.

Das oben zitierte Schreiben führt als Begründung für die bischöfliche Maßnahme an: „Im Lauf der letzten zwei Jahre wurden über 70 Priester versetzt, indem Bischof Callahan und der Personalrat der Diözeses den diözesanen Pastoralplan zur Anwendung brachten, um die Bedürfnisse der katholischen Bevölkerung des Bistums La Crosse am besten zu befriedigen. Dies ist ein weiterer Schritt in jenem Bemühen.“ Entsprechend wird Kanonikus Glenn Gardner vom Institut Christus König seine letzte heilige Messe in St. Mary’s Ridge am Sonntag, 29. September 2013, feiern. Es bleibt allerdings offen, wie die Versetzung eines Priesters, der nicht einmal dem Bistum angehört, Teil des diözesanen Pastoralplans sein kann. Ein externer Priester würde den Gesetzen der Logik zufolge schlimmstenfalls für Entlastung des Diözesanklerus sorgen. Das ICRSS wird weiterhin seinen Dienst am St. Mary’s Oratory in Wausau, Wisconsin, versehen, das ebenfalls zu La Crosse gehört. Vor einigen Jahren war die Kirche in Wasau unter Federführung des Instituts aufwendig restauriert worden. Bischof von La Crosse war damals kein geringerer als Raymond Burke.

Die ersten Menschen, die sich in Cashton ansiedelten, kamen Mitte des 19. Jahrhunderts aus Köln. Nach einigen Jahren zog ein Priester in die Gemeinde von St. Mary’s Ridge. Während 1858 nur zehn Familien in der Gemeinde lebten, waren es elf Jahre später bereits rund 100. Ein ähnliches Phänomen begann mit der Ankunft des Instituts Christus König in Cashton. Zahlreiche der Tradition verbundene Familien zogen in die nähere Umgebung von St. Mary’s Ridge, um Teil des dortigen reichhaltigen katholischen Lebens zu sein. Derartige kirchlich inspirierte Umzüge sind eine Seltenheit. Vergleichbar ist die Lage höchstens bei den Benediktinern von Clear Creek, Oklahoma, und in St. Marys, Kansas, wo die Priesterbruderschaft St. Pius X. eine große Schule betreibt. Im deutschsprachigen Raum sind solche Fälle leider nicht bekannt.

Text: Martin Bürger

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4 Comments

  1. Wer wird als nächstes drankommen? Nachdem es den Orden der „Franziskaner der Immaculata“ verboten wurde die „Heilige Messe im außerordentlichen römischen Ritus“ zu zelebrieren, scheint ja nun das „Institut Christus König und Hohepriester“ dran zu sein. Denn den Feinden der „Heiligen Opfermesse aller Zeiten“ hat ja der Papst den Weg frei gemacht.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  2. Wer sitzt den jetzt auf dem bischöflichen Thron der Diözese La Crosse? Ich glaube nicht das Bischof Burke diese „Versetzung“ angeordnet hat.

    Wer auf Dauer die hl. Messe aller Zeiten besuchen will, wird sich künftig der einzigen katholischen Alternative anschließen können: Der Priesterbruderschaft St. Pius X.

    Eine andere Lösung sehe ich unter diesem Papst nicht. Es würde mich freuen, wenn ich mich täuschen würde, doch ich glaube nicht.

    Und ob dieser den ehrw. Diener Gottes Pius XII heiliog sprechen wird, wie in kath.net behauptet, das glaube ich nicht. Da würde er ja alles bestätigen wofür er nicht steht. Und gewisse einflussreiche Kreise hätten da was dagegen … Und die Presse würde ihm die Augen auskratzen ….

    • Heilig- und Seligsprechungen werden sowieso immer wertloser, nachdem es keinen Defensor fidei (Advokatus Diaboli) mehr gibt, der feststellt, ob der betreffende auch wirklich die katholische Lehre vertreten hat. Es geht offenbar nicht mehr um die wirkliche Heiligkeit oder Rechtgläubigkeit, sondern immer mehr um kirchen- und staatspolitische Überlegungen und Wünsche.

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