Franziskaner der Immakulata: Ein Orden von Engeln und einige Dämonen

Franziskaner der ImmakulataKatholisches.info setzt die Veröffentlichung von Diskussionsbeiträgen zu den restriktiven Maßnahmen gegen die Franziskaner der Immakulata fort. Den Anfang machte der bekannte Historiker Roberto de Mattei mit seinem Beitrag Die „Causa“ der Franziskaner der Immakulata (siehe Beitrag). Es folgte der traditionsverbundene Blog Cordialter: Da 2+2 immer noch 4 und nicht 5 ergibt, ist das ein schwerwiegender Angriff gegen die Tradition (siehe Beitrag). Inzwischen meldete sich auch der katholische Kunst- und Kulturkritiker Francesco Colafemmina, der sowohl die Franziskaner der Immakulata kennt, als auch eine Begegnung mit dem Apostolischen Visitator hatte, mit einem persönlich gehaltenen Dank zu Wort,

Engel gekleidet in den Mantel Mariens, treibt die Dämonen aus

von Francesco Colafemmina

Ich stehe in der Schuld. In der Schuld der Franziskaner der Immakulata. Ich will diese nicht begleichen, denn dann müßte ich ja aufhören, ihnen dafür dankbar zu sein. Ich will aber Zeugnis ablegen. Ich will die Verbundenheit und die Verehrung für diesen Orden der Engel bezeugen, der unter manchem Dämon leben muß.

Florenz, Allerheiligenkirche. Es ist der ersten Tag des Jahres, vor einigen Jahren… Meine damals noch zukünftige Frau und ich betreten diese großartige Kirche für die Heilige Messe. Am Ende der Kirche, vor den letzten Kirchenbänken steht ein sanftmütiger Bruder im blauen Ordenskleid. Ich bitte ihn, mir die Beichte abzunehmen. Was für ein innerer Frieden, welche Makellosigkeit, was für eine Stärkung in dieser Beichte. Wenige Jahre später sollte ich erfahren, daß dieser sanftmütige Bruder niemand anderer als Pater Serafino Lanzetta war, der von den aufgeblasenen, oben erwähnten Dämonen wegen seiner ehrlichen Analyse und Lesart des Konzils bekämpft wird.

Florenz, Allerheiligenkirche. Ein unbestimmter Tag im Jahr 2011. Ein köstliches Gespräch mit einer farbigen Schwester, die an der Klosterpforte Wundertätige Medaillen verschenkt. Nie werde ich die Seelenruhe und die Freude vergessen, die aus ihrer Stimme zu hören waren. Und sie sagte mir, daß es wichtig ist, für unsere Priester zu beten. Heute werde ich mir bewußt, daß es auch nützlich gewesen wäre, dafür zu beten, daß mancher Dämon den Orden verläßt.

Avellino. Ein unbestimmter Tag vor einigen Jahren. Mit Freunden esse ich eine Pizza. Am Tisch mir gegenüber sitzt Msgr. Vito Angelo Todisco, der Apostolische Visitator der Franziskaner der Immakulata. Ich höre noch, wie er über die Franziskaner der Immakulata redend den Schlauen spielte: „Ja, wenn du nach Frigento gehst, dann hörst du sie schreien, von einem Zimmer zum anderen, jene die sich geißeln… ja… da muß man weggehen…“. Damals, um ehrlich zu sein, als ich diesen Priester mit Hütchen und Zivilkleidung so reden hörte, habe ich nicht verstanden, ob er sich lustig machte oder ob es sich um eine ganz besondere Form der Bewunderung handelte, einer Bewunderung für das, was „wir Menschlichen“ nie zu tun, imstande wären… Heute weiß ich, daß es nur eine Verspottung der Brüder und ihrer geistlichen Abtötung war.

Battipaglia, 2009. Einladung zu einer Messe von Kardinal Castrillon-Hoyos. Wir, Manuel Grillo, mein Verleger und Freund, und ich gingen mit der Absicht hin, dem Kardinal den Appell an den Papst zur sakralen Kunst zu übergeben, damit er ihn dem Heiligen Vater zukommen lassen würde (wie es dann auch geschehen ist). Der Altardienst bei diesem Pontifikalamt wurde von den Franziskaner der Immakulata verrichtet. Nach Abschluß der heiligen Messe drängte es mich, diese fleißigen Ameisen zu grüßen, diese wirklich demütigen Brüder, und nicht von einer einstudierten, falschen, intellektuellen Demut. Nein, sie sind demütig, weil sie still und leise ihre Arbeit verrichten, alle auf die gleich Weise, mit derselben Hingabe, für den Triumph des Unbefleckten Herzens von Maria. Plötzlich, kurz bevor sie mit dem Autobus wieder Richtung Frigento aufbrachen, drehte sich einer von ihnen, schon etwas kahlköpfig und mit dem Bart eines Kapuziners zu mir her und sagte: „Du bist Francesco Colafemmina!“ Das war Pater Paolo Siano, der Freimaurerjäger…

Und wer weiß, ob hinter dieser ganzen Angelegenheit nicht eben diese Freimaurer stecken… Aber ich möchte weder als Verschwörungstheoretiker noch als Naivling erscheinen.

Der ganze Sache liegt jedenfalls auch eine Frage des Stils zugrunde. Ich habe keine Franziskaner der Immakulata kennengelernt, die sich persönlich auf irgendeine Weise mit dem Papst ins Bild oder in Szene gesetzt hätten, die mehrfach oder vielfach auf ihren verschiedenen institutionellen Facebook-Profilen ihre Fotos mit dem Papst veröffentlicht haben – dem neuen Papst versteht sich – , vor diesem oder jenem Hintergrund, mit dem WJT-Hut, mit Jugendlichen des WJT usw. usf. Nun gut, wenn dies aber für einen von ihnen doch zutrifft, der als einer der Urheber jener dunklen Machenschaften gilt, die zum Umsturz des Ordens führten, dann frage ich ihn: Warum? Warum habt ihr das gemacht, statt den Orden im Stillen und mit Hingebung zu schützen und zu heiligen? Warum geht Ihr, während euer Gründervater aus seiner Schöpfung der Liebe und der Hingabe an Christus und die Heilige Jungfrau verdrängt wird, lachend durch die Straßen?

Geistliche Weltlichkeit. Das ist das Übel. Das Übel, von dem Papst Franziskus sprich!

„Wir meinen damit das, was sich praktisch als eine Strömung der anderen Weltlichkeit darstellt, dessen moralisches Ideal aber, gemeint ist das geistliche, statt der Verherrlichung des Herrn, jene des Menschen und seine Vervollkommnung sei. Eine radikal anthropozentrische Haltung, das ist die Weltlichkeit des Geistes.“ So sagte es De Lubac.

Deshalb möchte ich den Franziskanern der Immakulata danken für die geistlichen Geschenke, die sie mir gemacht haben. Ich möchte ihnen danken für ihre Einfachheit, ihre Selbstlosigkeit, ihre Hingabe, ich möchte ihnen danken, weil sie gezeigt haben, daß es auch in der so verwirrten und verführerischen Welt von heute möglich ist, die Freiheit eines ganz Unserem Herrn übergebenen Lebens zu leben. Es ist kein Zufall, wenn ich in ihnen eine saubere Alternative für die Korrumpiertheit anderer Brüder, erkennen durfte, etwa der Kapuziner des heiligen Paters Pio, die zum besten Beispiel einer Verweltlichung geworden sind, einer Verweltlichung tout cour. […]

An dieser Stelle möchte ich den vielen Brüdern, die mich lesen, sagen: gehorcht, ja, aber gebt nicht auf. Neid, Überheblichkeit und Stolz zerstören in wenigen Minuten die Werke vieler Jahre. Ihr habt die Kraft alles und mehr wiederaufzubauen, eine Kraft, die Euch vom Herrn zukommt. Gebt deshalb Zeugnis, gebt kluges Zeugnis, sucht nach neuen Wegen für das Zeugnis. Zeigt auch jenen, die Euch heute in Ketten sehen wollen, daß keine Schuld an Euch ist. Kämpft einen leuchtenden Kampf, der nicht ideologisch ist, der nicht den alten oder den neuen Ritus betrifft, das Konzil oder die Nachkonzilszeit, sondern den Glauben an Unseren Herrn und die Nachfolge Christi.

Möge Gott euch segnen, liebe Schwestern und liebe Brüder. Engel gekleidet in den Mantel Mariens, treibt die Dämonen aus, die sich unter euch gemischt haben! […]

Text: Fides et Forma
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Fides et Forma

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18 Comments

  1. Danke für die Übersetzung dieses Beitrags.Habe ihn gestern im Orginal gesehen und es bedauert, dass ich nicht besser Italienisch kann. Umso größer war die Freude, ihn jetzt auf Deutsch zu finden. Nochmals vielen Dank!
    Es ist schon selbstzerstörerischer Irrsinn, wie innerhalb der Kirche die zarten Pflänzchen eines sich erneuernden Glaubens immer wieder mut- und böswillig wieder herausgerissen werden.
    Ähnliches erlebt man auch am eigenen Ort. Gerade suchen wir für unsere Messe im Alten Ritus eine neue Kirche. Eigentlich war schon alles geklärt, doch jetzt hat der Pfarrgemeinderat der Kirche, die wir mitnutzen sollten, einstimmig sein Veto eingelegt. Einer der Gründe: wir haben keine Ministrantinnen. Dieselbe Gemeinde wirbt aber damit, dass jeder in ihrer Kirche willkommen sei. Dazu zeigt sie auf ihrer Homepage sogar ein offenes Kirchenportal. Was den Betreffenden aber leider nicht mehr klar ist – eben auch aufgrund der neuen liturgischen Anthropozentrik und ihrer falsch verstandenen participatio actuosa: in der Messe geht es nicht darum, wer wie mitmachen darf und wer nicht, sondern darum, dass Christus als Gekreuzigter unter uns tritt. IHM verweigert man nun also die Tür – aus ideologischen Gründen. Das ist buchstäblich pervers (die göttliche Ordnung ist „verkehrt“ worden). Ebenso ist es bei den Franziskanker der Immaculata. Es ist Christus, der hier letztlich von verblendeten Kirchenfunktionären unter kommissarische Aufsicht gestellt wird.

    • Dazu kann man nur sagen, dass der Pfarrgemeinderat überhaupt nicht darüber zu befinden hat, wer die Kirche nutzt oder nicht. Berechtigt ist hierfür einzig und allein der Rector ecclesiae, und das ist in der Regel der Ortspfarrer. Selbst dieser kann die Nutzung der Kirche nicht nach Gutdünken verwehren, sondern nur aus gewichtigen Gründen, die da wären: die Gemeinde selbst würde durch die Messfeier in ihren liturgischen Vollzügen gestört oder behindert oder der Gast-Priester wäre mit keinem gültigen Celebret ausgestattet. Sind solche Gründe nicht vorhanden M U S S er seine Kirche den Glaubensbrüdern zur Feier der Messe offenhalten und zur Verfügung stellen, dann dazu sind Kirchen da!!!!!!

      • Vielen Dank für den richtigen und wertvollen Hinweis! Leider haben wir schon zweimal erfahren müssen, wie es ist, wenn wir vom Ordinariat zwar in eine Kirche zugewiesen bekommen, ‚man‘ uns aber nicht haben will. Da wird einem das Leben mit vielen Kleinigkeiten zur Hölle gemacht und man kann die Messe nicht in dem inneren Frieden feiern, der nötig wäre.

      • Sagen wir so: Er ist in Teilen erstens dumm, denn eines der Argumente war: „Vor der Kirche gibt es einen Spielplatz, und wenn sich dann mal ein Kind in die Kirche verirrt und dort einen Priester sieht, der ihm den Rücken zuwendet, erschrickt es.“ Zweitens ist der Pfarrgemeinderat in Teilen ignorant, denn ein zweites Arguement war, die Alte Messe sei – wei sie keine Ministrantinnen vorsieht – frauenfeindlich. Und der Pfarrgemeinderat ist in Teilen drittens perfide, weil er unterstellt, der Alte Messe sei ein Tummelplatz für Homosexuelle. Er regt sich über die vermeintliche Diskriminerung von Frauen auf und diskriminiert Menschen gleichgeschlechtlicher Veranlagung, die Stärke und Kraft in der Eucharistie suchen. Viertens und letztens ist der Pfarrgemeinderat in Teilen heuchlerisch. Auf der Homepage zeigt er eine offene Kirchentür mit dem Satz, es sei jeder willkommen und es möge jeder mal hereinschauen. Die katholischen Mitbrüder sind offenbar nicht willkommen. Vor allem aber wird Christus die Tür gewiesen, denn Er ist es ja, der in der Messe – besonders deutlich im Alten Ritus – unter die Menschen tritt. Die Herrschaften kennen also nicht einmal die Grundzüge des Glaubens, sie sind im Grunde Neuheiden.
        Und wenn man sich zum Teil ansieht, was andernorts Pfarrgemeinderäte den Priestern vorgeschrieben oder verbieten wollen, kann schon von einer Rätediktatur sprechen.

  2. Es ist absolut nicht in Ordnung Ordensleute, deren liberale Einstellung nebst der daraus resultierenden ungünstigen Handlungen einem nicht passt, als „Dämon“ zu bezeichnen. Der katholischen Definitionen nach handelt es sich hierbei um ein rein geistiges Wesen, das zu den abgefallen Engeln gehört. Selbst wenn jemand besessen ist, verwandelt er nicht in einen Teufel, sondern bleibt ein Mensch. Genauso wie ein noch so Heiliger niemals ein „Engel“ wird, was der Autor leider auch suggeriert.
    Ich denke nicht, dass der Autor dieses Beitrages wirklich gemeint hat, dass die von ihm so bezeichneten Ordensleute besessen sind.
    Solche nicht korrekte Wortwahl schadet dem Anliegen der Tradition sehr.

    • Die Aufregung ist unnötig. Wer ein bisschen Ahnung von literarischer Stilistik hat, dem ist klar, dass es in dem Beitrag nicht um theologische Präzision, sondern um eine umgangssprachliche Formulierung geht, die sowohl inhaltlich – was den eigentlichen Sinn angeht – als auch stilistisch durchaus berechtigt ist.

      Nun zu P. Siano. Hier mal ein Beispiel seines Auftritts:
      http://www.youtube.com/watch?v=A6dQZQEb4Uw

      Was auffällt: Obwohl offensichtlich und in der Fachliteratur oft erörtert, erwähnt der „gute“ Bruder mit keinem Wort, dass die freimaurerische Symbolik sehr deutlich jüdisch geprägt ist. Statt dessen spricht er von „unserer“ Symbolik, die von Freimaurern benutzt wird.

      Es ist ziemlich allgemein bekannt und zum Teil auch historisch aufgearbeitet, dass in den kommunistischen Ländern die Geheimdienste ihre Leute in Priestersemare und Klöster einschleusten. Derartiges in der sog. freien Welt wird kaum beachtet bzw. gezielt verschwiegen. Wenn man aber etwas Ahnung vom Leben und Funktionieren der Pfarreien, Klöster usw. hat, dann weiß man, dass es selbst in den Konservativsten gewisse Personen oder auch Gruppen gibt, die in der Regel gut integriert und relativ unauffällig sind, in kritischen Situationen sich dann allerdings ziemlich deutlich als Maulwürfe oder gar Feinde entpuppen. Sie erweisen sich dann als sehr nützlich, wenn es darum geht, etwas von innen zu sprengen oder zumindest umzuwandeln.
      Solche Tatsachen sollen jedoch nicht zu dem Schluss führen, dass man generell misstrauisch sein muss. Denn prinzipielles Misstrauen bzw. das Leben im Generalverdacht macht jedes Zusammenleben und dadurch auch den Einzelnen krank und kaputt. Dennoch muss wachsam sein und vor allem nicht ängstlich, denn die Wahrheit wird früher oder später ans Licht kommen.

    • Geehrte Martina,
      es gibt eine alte katholische Tradition, manche Heilige als „Engel im Fleisch“ zu bezeichnen. So lautet in der ostkirchlichen Liturgie das Troparion (4. Ton) am Fest des hl. Propheten Elischa:
      „The angel in the flesh, the foundation of the prophets,/ the second forerunner of the coming of Christ,/ the glorious Elijah from on high sent down grace upon Elisha/ to dispel infirmities and to cleanse lepers.// Wherefore, he poureth forth healings upon those who honor him.“
      Und so mag es angehen, heiligmäßige Mönche oder Nonnen mit diesem Ausdruck zu ehren, mit dem man gewiss sparsam umgehen muss – denn solange einer im Fleische ist, kann er fallen, so hoch er auch steht.
      Es geht aber nicht an, und da bin ich ganz Ihrer Auffassung, Menschen als Dämonen zu stigmatisieren. Auch der schlimmste Mensch kann sich bekehren, solange er lebt (mit Ausnahme wohl des Antichrists, zufolge dem Zeugnis der Hl. Schrift), der Dämon kann sich nicht bekehren.

    • Die Debatte ist nicht sinnvoll, weil Colafemmina ganz offensichtlich weder meint, dass die Verräter abgefallen Engel sind noch die bewundernswerten Mönche und Nonnen für Engelwesen hält.
      Es ist literarisches, metaphorisches und vor allem rhetorisches Reden, das er hier praktiziert, und jeder Leser, der in der Lage ist, den Sinn eines Textes aufzufassen, versteht das ohne weiteres.
      Als Jesus Petrus als „Satan“ ansprach, wollte er auch nicht sagen, dass Petrus der Satan selbst ist. Er identifizierte jedoch in Petrus Worten die Anwesenheit des Satans. In diesem Sinne wird es auch Colafemmina gemeint haben: im Handeln bestimmter Brüder manifestiert sich die Anwesenheit von Dämonen. Im Handeln der Schwestern und Brüder, die ihm begegnet sind, manifestiert sich etwas Engelhaftes.
      Klar soweit?

      • <>

        Mir nicht.
        😎
        Ein „Engel im Fleisch“ wird der hl. Prophet Elias genannt. Für andere Heiligen ist mir diese Ehrenbezeichnung jetzt nicht bekannt, aber gibt es sie vielleicht.
        Gängig ist der Ausdruck „ein engelhaftes, engelgleiches Leben führen“, und zwar für Asketen und Eremiten, die ein Höchstmaß an Loslösung vom Irdischen verwirklicht haben. Oder der (in der Orthodoxie als Heilige verehrte) Johannes Kukuzeles wird der „Engelstimmige“ genannt.
        Aber dass man Bösewichte Dämonen nennt, ist mir aus dem Christlichen nicht bekannt. Vielleicht können Sie ein Beispiel anführen?
        Ein berühmtes Beispiel ist natürlich Dostojewskis Roman „Die Dämonen“. Ich meine aber den kirchlichen, nicht den künstlerischen Sprachgebrauch.
        +
        Und sind Sie ganz sicher, dass Jesus hier den Petrus Satan genannt hat?
        Hat er in diesem Moment nicht vielmehr direkt Satan selbst angesprochen?
        Am Ende der Versuchungsgeschichte erfahren wir: „… Als nun der Teufel mit allen Versuchungen am Ende war, entfernte er sich von ihm b i s a u f e i n e Z e i t…“. Satan hat sich also auch nach der Versuchungsepisode an Jesus herangemacht.

      • Ich sagte ja: Colafemmina wird sich wohl eher eines künstlerischen Sprachgebrauchs (wie Dostojewski) bedienen, um es mit Ihren Worten zu sagen.

        Ihre Frage scheint mir jedoch darauf abzuzielen, das Feld zulässiger Metaphorik abzustecken. Sie wollen darauf hinweisen, dass zwischen Bildsprache und dem Einsatz konkreter Begriffsbedeutung eine Grauzone „wabert“, die gerade bei der Nutzung solcher Wörter wie „Engel“ oder „Dämon“ Bauchgrimmen hervorrufen kann.

        Ob Jesus wirklich Petrus und nicht wirklich Satan direkt gemeint hat? Schwer zu entscheiden. Allerdings tritt Jesus hier der Satan nicht direkt gegenüber wie in der Versuchungsgeschichte. Sondern er tritt ihm durch Petrus gegenüber. Es ist zumindest eine „Überlagerung“ der Gestalt des Petrus mit der des Satans passiert. Sie haben recht: in diesem Falle ist es keine metaphorische Rede. Jesus spricht zwar Petrus an, aber er meint den Satan, der sich aus dem Mund des Petrus heraus manifestiert. Wie auch immer: auch hier geschieht sprachlich eine nicht präzise deutbare Identifikation mit einer konkreten menschlichen Person…
        Ich denke, solche Rede ist legitim, aber man sollte vorsichtig damit sein. Es widerstrebt meinem christlichen „Instinkt“, Menschen zu dämonisieren oder andererseits zu Himmelswesen zu erklären. Mir erscheint das euphorisch und unnüchtern. Dennoch hatte auch ich schon Begegnungen mit Menschen, die mir wie Engel erschienen – auch wenn sie keine waren.

  3. Ein kryptischer Beitrag irgendwie …

    Bei gloria.tv habe ich folgendes gefunden:
    Der Verantwortliche für das Portal http://www.immacolata.com und Administrator der Facebook-Seite der Franziskaner der Immakulata, Pater Rosario M Sammarco hat dort eine “Kleine halb-offizielle Anmerkung bezüglich des uns auferlegten Verbots, die tridentinische Messe zu zelebrieren” veröffentlicht: „Wir akzeptieren und gehorchen den Anweisungen des Heiligen Stuhles: Wer diese Angelegenheit verwendet, um gegen den Papst und die katholische Hierarchie vorzugehen, widerspricht dem Geist unseres Institutes.“

    Wörtlich heisst es im Facebook-Eintrag: „Der Eingriff des Heiligen Vaters und der Kongregationen waren nötig geworden, nachdem liturgische Probleme im Institut bekannt geworden waren.“ Pater Sammarco hält die Sorge, dass der Heilige Vater gegen die Haltung von Benedikt XVI. und Summorum Pontificum gehandelt hätte, für wenig begründet: „Der Sachverhalt ist, dass der Heilige Vater mit einem Bericht konfrontiert wurde und nachdem er ihn studiert hat, hat er jene Massnahmen umgesetzt, die nach seinem klugen Urteil geeignet waren, sowohl das Institut als auch seine Rolle in der Kirche zu schützen.“

    • Es ist doch klar, was der Sinn des Dekrets ist: Die Verpflichung auf den NOM soll ein Test sein, inwieweit der Orden vom „Lefebvrianismus“ infiziert sei. Wer den NOM ablehnt, der wird wohl entlassen. So wird der Orden gesäubert oder einzelne Mitglieder werden zur Doppelbödigkeit verleitet, egal ob aus Gehorsam oder aus Berechnung. Möglicherweise werden jene, die ehrlich und konsequent sind, den Orden verlassen.

  4. Ein alter erfahrener Ordensprieser sagte einmal über den Gehorsam: „Wenn einer bereit ist, sein Gehorsamsgelübde in aller Treue zu erfüllen, dann blleibt den Oberen schließlich nichts anderes übrig, als das zu gestatten und anzuordnen, was genau dem Willen Gottes entspricht. Auch wenn sie es in Wirklichkeit anders wollen.“ Jetzt ist es die Gelegenheit, diese Wahrheit zu erproben.

  5. Die Franziskaner der Immakulata, haben ja doch so und so keine andere Wahl als dieses (gegen den Emeritierten Bischof von Rom Benedikt XVI gerichtete) Dekret, welches ja seine Heiligkeit Papst Franziskus unterschrieben hat, anzuerkennen und umzusetzen, denn diese haben sich in die Knechtschaft der „Konzilskirche“ begeben, und schon so mancher wahre katholische Kardinal, Bischof, Priester und Laie wurde von dieser in einer Regelrechten Kathophoben Hetzjagd zugrundgerichtet.

    Wie es scheint, ergeht es vielen die den blinden, absoluten, bedingungslosen und auf gar keinen Fall zu hinterfragenden Gehorsam zum Bischof von Rom, leben und fordern, wie denen die bis zum Ende des WK II , an den FÜHRER und den Endsieg glaubten und welche mit lachenden Gesichtern noch in den Tod gegangen sind.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  6. Armin ist zuzustimmen. Wer sich diesem Rom unterwirft, das sich nach Erzbischof Lefebvre bekehren muss, muss mit diesen Konsequenzen letztlich rechnen. Auch wenn der Orden alles Mitgefühl, alle Zustimmung und Solidarität verdient, er hat sich in „die Gefahr“ begeben. Es ist zu befürchten, dass dies erst der Anfang ist, dass es weitere Opfer geben wird.
    Andererseits wird auch diese Zeit vorbeigehen. Der Kampf gegen die Tradition ist letztlich der Kampf alter, etablierter Männer, die seit Jahrzehnten die Macht in der Kirche in Händen halten. Eine starke, junge Minderheit in der Kirche drängt es zur Tradition. Doch ist die Frage allein biologisch zu klären oder ist mehr Widerstand erforderlich?

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