Indien: Pfingstler im Gefängnis wegen Taufe einer Frau

(Neu Delhi) Im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu befindet sich ein Pastor der Pfingstler seit zwei Tagen im Gefängnis, weil er eine Frau taufte. Hinduextremisten der Rashtriya Sawayamsevak Sangh (RSS) behaupten, er betreibe Zwangsbekehrungen und brachten den Pastor zur Anzeige. Pastor Reuben von der End Time Church von Gundur taufte am 18. Juli eine Frau auf deren ausdrücklichen Wunsch. Hinduextremisten brachten ihn darauf bei der Polizei von Srinangam zur Anzeige. Diese lautete auf „Verschmutzung des Flußes Cauvery“, in dem die Taufe stattfand, und „Zwangsbekehrungen“. Die Polizei nahm den Pastor sofort fest.
Sajan George, der Vorsitzende des Global Council of Indian Christians (GCIC) protestierte öffentlich und sprach davon, daß „im Bundesstaat Tamil Nadu die Verfolgung von Christen eine rechtmäßige Praxis geworden zu sein scheint“.
Im Oktober 2002 hatte die hindunationalistische Bharatiya Janta Party (BJP) in Tamil Nadu ein Konversionsverbotsgesetz erlassen, das grundsätzlich Übertritte von Hindus zum Christentum unterbinden sollte. Das Gesetz wurde im Mai 2004 nach der Wahlniederlage der BJP wieder aufgehoben. Dennoch sind Christen starkem Druck ausgesetzt, wie der jüngste Vorfall zeigt.

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