Was will Papst Franziskus mit seinem Pontifikat erreichen? – Perfekte PR-Strategie oder Preis des Schweigens?

Papst Franziskus Jubel um den Preis des Schweigens(Rom) Papst Franziskus hat in den ersten Juli-Tagen seine erste Enzyklika veröffentlicht und seine erste Pastoralreise unternommen. Zwei wichtige Marksteine und richtungsweisende Signale eines Pontifikats. Die Signale scheinen jedoch gegensätzlicher Natur. Die Enzyklika Lumen fidei trägt die Handschrift Benedikts XVI. Papst Franziskus hat sie übernommen, um dadurch die Kontinuität mit seinem Vorgänger herauszustreichen und zu signalisieren, daß die wichtigste Aufgabe jedes Papstes immer dieselbe ist: die Brüder im Glauben zu stärken, wie der Vatikanist Sandro Magister anmerkte.

Die Reise nach Lampedusa zeigte einen ganz anderen Papst. Um zum Konflikt der Kulturen und den Herausforderungen unserer Zeit Stellung zu nehmen, hätte Papst Benedikt XVI. gerne eine lectio magistralis an der Al-Azhar-Universität in Kairo gehalten. Stets in der Hoffnung unter den Entscheidungsträgern, die wirklich Verantwortung haben und Entscheidungen treffen, Menschen guten Willens zu finden, die bereit sind, das Wort Gottes zu hören.

Papst Franziskus ging einen ganz anderen Weg, den zu den Unbekannten, Namenlosen, die keine Macht haben und keine Entscheidungen treffen können. Magister zog einen Vergleich mit dem heiligen Franz von Assisi und dessen Gang zu den Aussätzigen außerhalb der Stadt. Seine Fahrt nach Lampedusa war ein Bußakt mit Blick auf die biblische Erzählung von Kain, der seinen Bruder Abel tötet. Eine pastorale Reise mit liturgischem Charakter ohne explizite politische Botschaft, die dennoch durch Ort und Kontext politisch aufgeladen war.

Roger Köppel: „Franziskus predigt Fernstenliebe“. Armut ist eine Sünde, für die der Norden schuldig ist

Kritische Worte fand deshalb der Chefredakteur der Schweizer Weltwoche Roger Köppel in einem Leitartikel.

„Eben war Papst Franziskus auf der italienischen Insel Lampedusa, um ein Zeichen zu setzen gegen die «Globalisierung der Gleichgültigkeit». Seine Appelle richten sich an das schlechte Gewissen Europas mit der Forderung, noch mehr nordafrikanische Flüchtlinge aufzunehmen. Der oberste Katholik ist bekannt dafür, die Bekämpfung der Armut ins Zentrum seines Wirkens zu stellen. Dass der Pontifex sich der Armen annimmt, geht in Ordnung. Irritierend bleibt, dass in seinen Predigten der Begriff Eigenverantwortung fehlt. Armut ist für ihn ein Schicksal oder präziser: eine am Süden verübte Sünde, für die der Norden alles, der Süden hingegen nichts kann. Wäre es nicht brüderlicher, wenn die Afrikaner, die nach Norden streben, ihre Energien in den Dienst ihrer Heimatländer stellten? Sind die jungen Männer, die aus Nordafrika abwandern, wirklich alles Flüchtlinge? Und hat der Norden die Pflicht, jeden Afrikaner aufzunehmen, der kommen will? Das Gebot der Nächstenliebe bedeutet Solidarität im Nahbereich. Franziskus predigt Fernstenliebe: Er fordert mehr Solidarität der Europäer für die Afrikaner, die ihrerseits wenig Solidarität untereinander zeigen. Böser Norden, armer Süden: Der neue Papst ist ein Freund bequemer Botschaften im weltanschaulichen Linksbereich. Die Medien bejubeln ihn.“

Vatikanisten bemühten sich, den Besuch auf Lampedusa als apolitisch darzustellen und die pastorale Seite hervorzuheben. Vor allem ging es darum, die politisch brisante Einwanderungsfrage etwas zu verbergen. Dennoch bleibt die Frage, ob an der Not anderer Menschen wirklich immer jemand Schuld trägt? Zwischen geforderter christlicher Nächstenliebe und linker Sozialkritik liegen Welten. Das weiß auch Papst Franziskus und dennoch scheint er ein wenig damit zu kokettierten.

Sandro Magister: Papst tut auffällig genau das, was PR-Profis ihm empfehlen würden

Über den anhaltenden Jubel für den Papst schrieb nach Lampedusa auch Sandro Magister: „Es verwundert nicht, daß nach der Reise nach Lampedusa die weltweite Popularität von Franziskus ihren Höhepunkt erreichte“. Das katholische Kirchenoberhaupt meinte zwar jüngst: „Die Statistiken macht Gott“, aber „die auffällige Übereinstimmung zwischen dem, was der Papst tut und sagt und dem, was ein gewiefter, professioneller PR-Stratege ihm in derselben Situation empfehlen würde, ist doch verblüffend“, so Magister.

Zwar mit anderen Worten, sagen Roger Köppel und Sandro Magister doch dasselbe: Fast alles, was Papst Franziskus tut oder sagt, kann weder in der katholischen noch in der laizistischen Öffentlichkeit auf wirklichen Widerspruch stoßen, angefangen bei seinem Motto, sich eine „arme Kirche und eine Kirche für die Armen“ zu wünschen. Wer wollte widersprechen?

Ein weiteres Element seiner Popularität ist die Glaubwürdigkeit. Es sind allerdings die Medien, die sie bekanntmachen oder zerstören. Es gefällt, von einem Erzbischof zu berichten, der in einer bescheidenen Zweizimmerwohnung lebte, mit der U-Bahn fuhr, sich selber kochte und alle mondänen Ereignisse mied. Zu diesen scheint er auch Konzerte klassischer Musik zu zählen, weshalb er bereits zwei Konzerten im Vatikan fernblieb, einem des Thomanerchors aus Leipzig und einem des RAI-Symphonieorchesters.

„Glaubwürdigkeit“ eines Papstes wird von Medien gemacht – oder zerstört

Viele Päpste vor ihm übten sich in strengen Fast- und Bußübungen, die meist erst nach ihrem Ableben bekannt wurden. Papst Benedikt XVI. war nicht mit der U-Bahn, aber mit dem Fahrrad unterwegs. Er bezahlte nach seiner Wahl nicht das Hotel, weil er schon in Rom wohnte, schlich sich aber aus dem Vatikan, um selber seine Sachen in der alten Wohnung zu packen und sich bei den anderen Bewohnern des Hauses zu verabschieden und ihnen zu danken. Und niemand wird Joseph Ratzinger Karrierismus vorwerfen können. Papst Franziskus selbst sagte erst in diesen Tagen am Telefon seinem argentinischen Freund und Journalisten Jorge Milia über Benedikt XVI.: „Du kannst Dir die Demut und Weisheit dieses Mannes gar nicht vorstellen.“

Dennoch könnte der mediale Umgang mit den beiden Päpsten nicht unterschiedlicher sein und das Bild beeinflussen oder besser manipulieren, das die Menschen vom jeweiligen Papst haben.

Hat jemand schon eine Nonne im Ferrari gesehen? – Kritik von Franziskus bleibt vage

Wer aber könnte den Aussagen des neuen Papstes widersprechen? Wer wagt es, die Kritik an ungerechtfertigtem Karrieretum zu kritisieren? Wer jene an tatsächlicher oder angeblicher Macht und Reichtum in der Kirche? Selbst dann, wenn man noch nie eine Nonne im Ferrari vorbeifahren hat sehen? Wer möchte schon die Unterdrückung der Notleidenden rechtfertigen? „Im Mund des derzeitigen Papstes ist das Wort von der armen Kirche ein unfehlbares Paradigma“, so Magister. Es garantiert eine praktisch universale Zustimmung sowohl unter Freunden als auch unter den erklärtesten Gegnern der Kirche, jenen, die die Kirche am liebsten gleich so „arm“ möchten, daß sie völlig vom Erdboden verschwindet.

Magister macht aber noch einen weiteren Schlüssel für die Popularität von Papst Franziskus aus: seine Angriffe gegen „unsichtbare Tyrannen“. Gemeint ist etwa die Kritik an den „internationalen Finanzzentren“. Diese Kritik trifft kein konkret lokalisierbares und identifizierbares Ziel, sondern bleibt populistisch vage. Niemand von den zu recht oder zu unrecht kritisierten „Mächten“, muß sich betroffen oder gemeint fühlen. Das wiederum bedeutet, daß es keine Gegenreaktionen geben wird, daß kein Gegenwind erwartet werden muß, wie er Benedikt XVI. nach seiner historischen Regensburger Rede durch Moslems und westliche Relativisten entgegenschlug. Oder auf seiner Afrikareise wegen seiner Kritik an der Verhütungsmentalität.

Auch wenn Franziskus über Mißstände in der Kirche spricht, bleiben seine Aussagen allgemein. „Als der Papst bei einer seiner spontanen morgendlichen Predigten mehr zufällig auf die Vatikanbank zu sprechen kam, liefen sein Presseamt und seine Medienbeauftragten um die Wette, die Sache sofort herunterzuspielen“, so Magister. Als er ein anderes Mal über eine „Homo-Lobby“ in der Kirche sprach, und die Sache auf Umwegen und unerwartet publik wurde, wurde die Sache auf ganzer Linie bagatellisiert. Sogar die kirchenfernen weltlichen Medien, die sonst nur zu gerne die Kirche kategorisch der „Homophobie“ beschuldigen, haben dem neuen Papst die Wortmeldung als einen „Ausrutscher“ nachgesehen. Und das mit einer Großzügigkeit, die Benedikt XVI. nie gewährt worden wäre und nie gewährt wurde.

„Entweltlichung“: Benedikt XVI. forderte arme Kirche, konkret, fundiert, dramatisch – Alle verstanden, alle ignorierten mit Kälte

Das „gute“ und „schlechte“ Wetter machen die Medien. Nur: Benedikt XVI. war anders. Er richtete sich nicht danach. Bei Papst Franziskus wirkt alles so mediengerecht, als träfe er seine Entscheidungen gerade danach. Trotz seiner offensichtlichen Milde war Benedikt XVI. in seinen Formulierungen oft sehr deutlich und sehr konkret. Die Regensburger Rede wurde bereits erwähnt. Es gibt aber noch eine andere Rede, die seine Entschiedenheit und die aufgeschreckten Reaktionen darauf verdeutlicht: seine Freiburger Konzerthausrede im September 2011 mit der er eine „Entweltlichung“ der Kirche verlangte.

In aller Ruhe richtete er Worte von erschütternder Strenge an die anwesenden Bischöfe und „engagierten Katholiken“. Worte, die „eine tiefgreifende Entweltlichung der Kirche“ verlangten, „die sich dabei gleichsam ihres weltlichen Reichtums entblößt und wieder ganz ihre weltliche Armut annimmt“. Und weiter:

„Die von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben. Die missionarische Pflicht, die über der christlichen Anbetung liegt und die ihre Struktur bestimmen sollte, wird deutlicher sichtbar.“

Vielen Anwesenden stockte der Atem. Die Aufforderung erging an eine satte, reiche Kirche und alle hatten die Worte instinktiv als Kritik am Kirchensteuersystem verstanden. Deshalb wurde die Rede mit äußerster Kälte aufgenommen, jeder Zusammenhang mit dem Kirchensteuersystem bestritten und die ganze Frage im Eilverfahren gerade von jenen ad acta gelegt, an die sich der Papst gewandt hatte: An jene deutsche Kirche, die er nur zu gut kannte, eine „reiche, bürokratisierte, politisierte, aber glaubensarme Kirche“ (Magister).

Das Beispiel macht den Unterschied zwischen Benedikt XVI. und Franziskus deutlich, oder mehr noch wie die Medien das Bild eines Papstes bestimmen. Die Worte über eine arme Kirche von Benedikt XVI. waren konkret, dramatisch, gezielt und eindeutig. Und sie wurden von den Medien überhört, von den direkt Angesprochenen verdrängt und der Papst bei jeder Gelegenheit im arroganten Tonfall kritisiert. Papst Franziskus, der zwar viel, aber vage von einer armen Kirche spricht, wird von allen Seiten bejubelt.

Sprachstil von Franziskus „originell, aber weder spontan noch improvisiert“

Papst Franziskus hat zweifelsohne einen originellen Sprachstil: einfach, verständlich, kommunikativ. Alles wirkt spontan und improvisiert. Bezweifelt wurde diese „Spontaneität“ schon frühzeitig von Sandro Magister: „In Wirklichkeit ist alles genau einstudiert, das gilt für die Erfindung von Formulierungen – wie die ‚Seifenblase‘ mit der er auf Lampedusa den Egoismus der modernen Herodes verglich – bis zu den Grundsätze des christlichen Glaubens, die er gerne wiederholt und die sich in seinen Ausführung in einem ‚alles ist Gnade‘ verdichten“, so Magister.

Benedikt XVI., schaute mit besonderer Sensibilität auf die Herausforderung des Glaubens heute. Er erkannte bereits die Konfliktlinien von morgen und versuchte Antworten darauf zu geben, wie mit seiner letzten Weihnachtsansprache an die Römische Kurie. Im Gegensatz dazu schweigt Papst Franziskus. „Es kann kein Zufall sein, daß Papst Franziskus selbst nach 120 Tagen des Pontifikats die Worte Abtreibung, Euthanasie, Homo-Ehe nie über die Lippen gekommen sind“, so Magister.

Es werden um ein Vielfaches mehr ungeborene Kinder durch Abtreibung getötet als jährlich Menschen an Hunger sterben. Und es sind nicht die Kinder, die vom Hungertod bedroht sind, die getötet werden, sondern die Kinder der „zivilisierten“, wohlhabenden Länder und der Schwellenstaaten. Doch Papst Franziskus bezieht das Beispiel des Königs Herodes, der in der Überlieferung mit dem Bethlehemitischen Kindermord in Verbindung gebracht wird, auf Formen der sozialen Ausbeutung. „Papst Bergoglio hat es sogar am Tag von Evangelium vitae, der jener erschütternden gleichnamigen Enzyklika von Papst Johannes Paul II. gewidmet ist, geschafft, das Thema Lebensrecht der ungeborenen Kinder zu umschiffen“, so Magister.

Kein Wort zu Abtreibung, Homo-Ehe oder Euthanasie – Jubel und Schonung haben einen Preis

Weil Papst Franziskus zu einer der zentralen Herausforderungen dieser Zeit, dem Massenmord an ungeborenen Kindern schweigt, müssen sich die katholischen Lebensrechtsbewegungen  mit etwas Phantasie aushelfen. Sie verweisen mangels konkreter Aussagen darauf, daß sich Papst Franziskus am 12. Mai dem Marsch für das Leben in Rom angeschlossen habe, an dem 40.000 Menschen teilnahmen und der zum Abschluß auf den Petersplatz führte. Der Papst rief damals sogar zur Unterschrift für die EU-weite Petition One of Us auf. Und die Lebensrechtsorganisationen tun gut daran. Je genauer man jedoch hinsieht, desto mehr verschwimmt der Eindruck.

Der Papst hat sich nicht wirklich dem Marsch angeschlossen. Die Interpretation ist gut, aber etwas geschönt. Er fuhr mit dem Papamobil einfach über den Petersplatz, grüßte und segnete die Menge, sprach mit diesem und jenem, wie er es jeden Sonntag zum Angelus zu tun pflegt. Nicht mehr und nicht weniger. Beim Angelus erwähnte er One of Us. Er tat es allerdings auf eine hinkende Weise. Obwohl die Aktion EU-weit stattfindet und in allen EU-Staaten eine Million Unterschriften gesammelt werden, ja gesammelt werden müssen, weil das neugeschaffene Petitionsrecht hohe formale Anforderungen stellt, sprach Papst Franziskus lediglich davon, daß in Italien Unterschriften gesammelt werden. Ein Indiz, daß es die im Vatikan einflußreiche  italienische Bischofskonferenz war, die diesen Zusatz in die Ansprache des Papstes gebracht hatte und nicht der Papst selbst. Sie blieb, so formuliert, eine halbe Sache. Als Papst hätte der Aufruf One of Us generell gelten müssen, schließlich ist Franziskus nicht nur Papst der italienischen Katholiken. Nach einem überzeugten Anliegen klingt das Ganze jedenfalls nicht, zumal in Italien die nötige Mindestzahl an Unterschriften bereits gesammelt sind, während in anderen Ländern, darunter auch Deutschland noch Anstrengungen notwendig sind, denen eine päpstliche Aufmunterung gut getan hätte.

Papst erklärt sich im Namen der Kollegialität für „politische“ Fragen nicht zuständig?

Als Erzbischof von Buenos Aires nahm Jorge Mario Bergoglio in einem Vorwort zu einem Buch über die Zukunft der Kirche in Lateinamerika sehr deutlich zu Abtreibung und Gender-Ideologie Stellung (siehe eigenen Bericht). Seit er zum Papst gewählt wurde, schweigt er jedoch. Ein weiterer Grund für das Wohlwollen der Massenmedien und der „Meinungsführer“ unserer Zeit.

Papst Franziskus gab sogar zu verstehen, daß er sich für „politische“ Fragen für nicht zuständig hält. Oder besser gesagt, im Namen der Kollegialität diese Fragen den Bischofskonferenzen und einzelnen Bischöfen weiterreicht. Eine gefährliche Versuchung, die – sollte sie wirklich so umgesetzt werden – schwerwiegende Folgen nach sich ziehen wird.

Die Hoffnung bleibt, daß sich dies noch ändern wird, daß sich der neue Papst nur eine Schonfrist gönnen wollte, ehe er in die Höhle des Löwen steigt und im Sturm stehen wird, in dem Johannes Paul II. und vor allem Benedikt XVI. standen. Der Vatikanist Magister rechnet nicht damit. Was aber erwartet sich dann der Papst von seinem Pontifikat? Welche Ziele hat er sich gesteckt? Ein Pontifikat, das auf der Welle des Jubels von Gnaden kirchenkritischer Medien und deren Eigentümer segelt, bis es zu Ende ist?

Die christliche Welt ist schon voll von Religionsvertretern, die dem Mainstream nach dem Mund reden und das Christentum wie ein Fähnchen in den Wind hängen. An Welbys, Käßmanns, Küngs und Schüllers, die nach dem Applaus der Welt schielen und bereit sind, das Christentum für ‚n Appel und ‚n Ei zu verkaufen, gibt es schon genug.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Blog Raffaella

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14 Comments

  1. Wer die Armen selbst in den Mittelpunkt stellt, predigt dadurch auch für Entweltlichung, die ja nicht nur eine Befreiung von der Knechtschaft des Reichtums, sondern viel mehr noch das Teilen des Überflusses mit den Notleidenden sein muss.

    Gerade Afrika muss viel mehr in den Blick genommen werden. Gerade dort muss noch viel geistiges und materielles Kapital investiert werden, um sinnvoll Arbeit und Lebensperspektiven zu ermöglichen.

    Viel problematischer ist die neue Vorgangsweise bei Heiligsprechungen, wo es mehr und mehr um eine Art Star-Kult geht, die Einwände gegen die Heiligsprechung, die die Kirche früher sehr ernst genommen hat, nicht mehr wirklich geprüft werden (Abschaffung des sog. „advocatus diaboli“ und Verzicht auf Wunder als übernatürliches Zeichen), wodurch „Heilige“ nicht mehr durch heldenhafte Tugend und Beglaubigung von oben ausgezeichnet erscheinen, sondern als eine neue Klasse (medien)politisch verstandener „Stars“.
    Die Aufforderung zum Götzendienst, wie sie Wojtyla in Assisi 1986 vollzogen hat. die Bekämpfung der Überlieferung der Kirche im Kult, die Zulassung oder sogar Förderung von Irrlehrern, die Ehrfurchtslosigkeit bis hin zu Oben-ohne Lektorinnen in den Gottesdiensten von Joh.Paul, der Verzicht auf Mission unter Schismatikern, Juden usw., all das wird bei den Heiligsprechungsverfahren nicht erwähnt, sondern bewusst verschwiegen, um später solches in der ganzen Kirche mit Berufung auf neue „Heilige“ zum Standard machen zu können!? Ganz zu schwiegen von den vielen Missbrauchsfällen, die noch gar nicht alle geprüft sind (Was ist mit der Überprüfung, wie es zu der von Franziskus genannten „Homo-Lobby“ im Vatikan überhaupt kommen konnte?)
    Wenn es keine Wunder gibt, heißt das doch, dass jemand vom Volk entweder kaum als „Heiliger“ angerufen wird, oder dass Gott eben nicht eine solche Heiligsprechung wünscht.
    An dieser unhaltbaren Form neuer „Heiligsprechung“‚ hat auch Benedikt XVI. einen Großteil Schuld. Franziskus folgt ihm nur.

    • Es darf doch wohl, der Gerechtigkeit wegen einmal erlaubt sein, auf den Zahlenvergleich zwischen den Verbrechen kathol. Priester (diese schreckl., eindeutige Bezeichnung „Verbrechen“ gebrauchten Johannes Paul II. u. Benedikt XVI. gg. sich derart verfehlende kath. Priester) und den Verbrechen, begangen inmitten unserer Gesellschaft = in den bürgl. Familien! Sicherlich sind diese Untaten durch einen geweihten kath. Preister unbeschreiblich und unfaßbar. Wie sieht es dann aber damit aus, wenn z.B. ein Familienvater sein von ihm gezeugtes Kind (nachher) als Objekt für seine Sexgier mißbraucht. Wie ist es, wenn wieder einmal aus einer Familie ein minderj. Kind durch das Jugendamt herausgenommen werden mußte, weil es dort entweder vom eigenen Vater oder anderen „guten“ Verwandten mißbraucht. geschändet wurde. Und diese Fälle in unserer Gesellschaft (so ermittelte es die amtl. Statistik) betragen ca. 99,9 % (Prozent !). Im Vergleich mit den innerkirchl. Mißbrauchsfällen (allerdings sind es die bekannten) betragen diese 0,9… Promille. Es geht hier überhaupt nicht um eine Beschönigung, nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Bei jedem Mißbrauchsverbrechen, begangen durch einen kath. Priester, vergeht einem irgendein Gedanke an eine etwaige „Erklärung“ in Richtung Beschönigung. Da kommt einem das schreckliche Schriftwort in den Sinn: Mt 18, 6: … für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde! Man wagt es nicht, daß auch auf einen kath. Priester zu beziehen, so furchbar ist diese (göttliche) Konsequenz. Aber ebenso furchtbar ist es doch auch, dieses etwa auf einen Familienvater zu beziehen. Um der Gerechtigkeit willen sollte beim Zahlenvergleich darauf geachtet werden, daß die Mißbrauchsverbrechen in unserer so aufgeklärten, freien Gesellschaft sich im Prozentbereich befinden = etwa 99,9 % ! Das darf doch auch einmal erwähnt werden. In Fernseh-Talkshows, werden oft nur Fälle mit kath. Priestern genannt.

  2. Zitat aus dem Artikel:
    „Als Papst hätte der Aufruf ‚One of Us‘ generell gelten müssen, schließlich ist Franziskus nicht nur Papst der italienischen Katholiken. “
    Hier haben Sie ein wesentliches Problem auch nur indirekt angesprochen (oder vielleicht ist es Ihnen gar nicht aufgefallen):
    Als was pflegt sich Franziskus selbst zu bezeichnen? Als Papst oder wie? Eben! Von wegen „Papst der italienischen Katholiken“! Er scheint sich nur für die Diözese Rom zuständig zu fühlen. Oh welch hehres Beispiel von Bescheidenheit!

  3. Ich finde das Maß der Kritik der zwei Kommentatoren an unserem neuen Papst Franziskus ist doch mit sehr reichlichem „Salz“ bedacht worden. Wie bei einer Suppe, die mit bedachtsamer Salzbrise wohlschmecken würde; aber so ist sie an der Grenze des Ungenießbaren geraten. Ähnlich verhält es sich, wenn eine Speise mit einem Übermaß an Pfeffer derart scharf gewürzt wurde, daß dadurch selbst die guten Anteile auch absolut ungenießbar geworden sind. Ich stelle mir vor, wie jetzt von „außen“ her sich die allzu bekannten „ewigen“ Kirchenkritisierer sich eifrig die Hände reiben, weil so ihr Geschäft von Kircheninsidern selbst betrieben wird. Mir fiel jetzt ein Ausspruch der hl. Katharina von Siena, 14. Jhdt., auf, die ja gegen die Kräfte, die den Papstsitz in Avignon haben wollten, mit unerschrockenem Mut, sich ihnen entgegenstellte und den Papst doch bewegen konnte, sich nicht von den Besserwissern in Beschlag nehmen zu lassen, um schließlich nicht so zu sein, wie sie es wollten. Von ihr stammt der Ausspruch: „Wer gegen den Papst aufsteht, erhebt sich gegen den, dessen Stelle er vertritt!“ Wir einfachen Gläubigen sind der festen Auffassung, der Hl. Geist , den das Kardinalskollegium so beeindruckend erbeten hatte, von Christus selbst in diesem Konklave in besonderer Weise auf die Kardinäle so spezifisch ausgegossen wurde. ER hatte sie in dieser einmaligen Papstwahl ganz besonders geführt , in dem sie gerade diesen Kardinal aus Buenes Aires als neuen Papst nun wählten. Es gibt wohl immer, auch mitten in unserer Kirche besondere Leute, die uns eigentlich vorgeben wollen, doch noch ein Stückchen schlauer als der Hl. Geist zu sein. Auch hier heißt es: „Der Geist Gottes weht (noch immer), wo E R will!“ Joh 3,8

  4. Martin Mosebach hat recht mit seinen schlimmsten Befürchtungen, die er äußerte. Die neue Messe, die Messe Paul VI., werde die Mentalität der Katholiken tief verändern. Er hätte seine Befürchtung auf das II. Vatikanum und die damit unweigerlichen Veränderungen ausdehnen müssen, ist hinzuzufügen.
    Ein Papst Franziskus hätte bei Katholiken früherer Generationen überhaupt keine Chance, angenommen zu werden. So ein Mann hätte dieses Amt gar nicht antreten können. Ich meine Generationen von Katholiken, die längst im Grabe ruhen, die lebendig vor mir stehen, wenn ich mit lebenden alten Katholiken spreche, die sich ihrer erinnern.
    Dieser ganze unselige Populismus, diese nicht mehr erträglichen Vergleiche mit dem heiligen Franziskus. Dieser Heilige verzichtete nicht nur auf sein gesamtes Vermögen. Auch als er längst alles weggegeben hatte, schenkte er spontan einem frierenden Bettler seinen Mantel. Dass seine Mitbrüder sich um den damals schon Kranken sorgten, mühsam Ersatz suchen mussten, um den frierenden Kranken vor der Kälte zu schützen, ist eine andere Sache. Der junge Franz bei seiner Bekehrung: Er stieg vom Pferd, überwand seinen Ekel vor dem Aussatz, er küsste Aussätzige, deren Anblick er bis dahin nicht ertragen konnte. Aus Populismus, um bei den anderen beliebt zu sein? Die fanden dieses Verhalten mehr als absonderlich…
    Franziskus, ich meine den Heiligen, war erfüllt von der Liebe zu Jesus Christus. In den Armen, den Aussätzigen, erkannte er den Gottmenschen Jesus Christus, der für uns arm geworden ist. Das war sein Charisma, seine Berufung.
    Ein Papst hat grundsätzlich eine andere Berufung. Franziskus I., Bischof von Rom, muss aus Liebe zu den Armen nicht frieren, er muss auch nicht seinen Ekel überwinden. Er muss nichts opfern, wohlbehalten wird er in sein Hotel zurückgefahren. Und schmückt sich mit Tugenden, die ihm vollkommen abgehen. Er erhöht weiter seine Popularitätswerte bei den Medien.
    Und bei uns abgestumpften Zeitgeist- Katholiken…

  5. Dieter shreibt: 13.07.2013
    Es ließe sich noch vieles zum jetzigen Papst schreiben und Ihren wertvollen Artikel ergänzen. Die Namensgebung, Franziskus ist von der Öffentlichkeit sehr begrüßt worden. Wofür steht der Name Franziskus wirklich? Wie symbolträchtig ist der Name Franziskus?
    1. Franziskus war ein Heiliger, der arm wurde, um den Armen das Reich Gottes zu verkünden. Aus meiner Sicht eine wunderbare Idee, ganz im Sinne des Evangeliums. Aber muss dann auch die Kirche arm werden, auch arm an liturgischem Zeichen? Soll dann auch die Pracht der Kirchen, als eindrucksvolle Zeichen der Gottesverehrung vergangener Generationen ersatzlos verschwinden? Wem nützt liturgische Verarmung? Eine Kirche der Armen kann doch nur so definiert werden, dass der Reiche dem Armen soviel mitgibt, dass dieser seine Würde zurückerhält und sich selbst ernähren kann. Oder Hilfe zur Selbsthilfe im Sinne der Kirchlichen Soziallehre. Mit anderen Worten ich halte diesen Teil der Botschaft, die vom Namen Franziskus ausgeht für irritierend und leider populistisch.

    2. Franziskus ist assoziiert mit dem Namen Assisi, dem Symbol für den interreligiösen Dialog. Kardinal Bergoglio kritisierte 2006 die Regensburger Rede Benedikt Sollten sie Schlussfolgerungen, die aus dem Verhalten von Kardinal Bergoglio 2006 zu ziehen waren „dass der Zweck des interreligiösen Dialoges bei Kardinal Bergoglio oder heute bei Papst Franziskus die Unschärfe der Definition oder konkret den Umgang mit dem Wahrheitsgehalt heiligt“, so droht der Verlust der katholischen vielleicht sogar der christlichen Identität.

    3. Der jetzige Papst ist der erste Papst, der sich als Namen und damit als Programm den Namen eines Nichtpriesters gegeben hat! und sich damit von einer Tradition gelöst hat, Ich vermag und will zwar diesen Teil der Botschaft (noch) nicht entschlüsseln, aber sie gibt mir sehr zu denken.

    • Ihre Analyse ist bedenkenswert, v.a. die Punkte 2+3. Punkt 1 wurde schon öfter kritisiert. Mich würde interessieren, was F. genau 2006 gesagt hat über die Regensburger Rede.
      Das Bauchgrimmen will einfach nicht schwinden.

  6. zu Franz Josef Mandel 83J.

    der Kommentar von Franz Josef Mandel tat mir in der Seele gut! Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass die hier veröffentlichten Kommentare auf bestimmte Artikel in der Regel nicht repräsentativ sind, freut dieser Kommentar.

    Besonders gut hat mir die Aussage zugesagt: „Es gibt wohl immer, auch mitten in unserer Kirche besondere Leute, die uns eigentlich vorgeben wollen, doch noch ein Stückchen schlauer als der Hl. Geist zu sein. Auch hier heißt es: „Der Geist Gottes weht (noch immer), wo E R will!“ Joh 3,8.

    Dies tröstete mich über den teilweise unsäglichen Streit, der auf dieser Seite immer wieder ausgetragen wird, hinweg. Die Agitation der Kirchenfeinde wird allmählich überflüssig, das besorgen schon manche Katholiken selbst, von denen Franz Josef Mandel schreibt. Diese Selbstzertörungskräfte betrüben mich, ja sie erzeugen in mir einen „heiligen Zorn“. Dass sich dieser Zorn in Grenzen halten läßt, bewirkt u.a. Joh 3,8.

    Ebenso hilft mir Matthäus 24,23-27: „Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus! oder: Da!, so sollt ihr’s nicht glauben. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, so daß sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste!, so geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus!, so glaubt es nicht.

    Daran halte ich mich und hoffe deswegen nicht verloren zu gehen.
    Möglicherweise werden mich nun besondere Leute dahingehend aufklären wollen, (oder auch nicht), dass ein (einfacher) Katholik, der seinem Glauben seit Gedenken treu geblieben ist, schlauer sein müsste. Aber da verlasse ich mich getrost auf den Heiligen Geist.

    • @Theophilus und Josef Mandel

      Glauben Sie nicht, es tut jedem Katholiken weh, wenn er die Skandale beklagen muss, unter denen die Kirche heute so sehr leidet?

      Aber können wir als Katholiken die Skandale einfach applaudierend hinnehmen?

      Wenn Sie etwas an der Kritik unberechtigt finden – widerlegen Sie sie sachlich! Man kann doch nicht diejenigen, die auf einen Brand aufmerksam machen und „Feuer!“ rufen, anklagen, sie würden „unsäglichen Streit“ verursachen, wenn sie die Brandstifter nicht in Schutz nehmen?!

      Wenn Sie das als „Selbstzerstörungskräfte“ bezeichnen, dann müssen Sie doch auch über Katharina von Siena und viele andere Heilige in „Zorn“ geraten, die ja oft heftig die Hirten der Kirche kritisiert haben!? Wären sie wohl heilig gesprochen worden, wenn sie auf diese notwendige Kritik verzichtet hätten, und sich z.B. einfach damit abgefunden hätten, dass der Papst in Avignon sitzt (wobei: dies ist verglichen mit den Vorgängen und Skandalen heute ja fast eine Lapalie! Heute wird der Glaube selbst angegriffen, und da kann kein Katholik einfach still sitzen!

      Oder wie stellen Sie sich das vor?

    • Jeder Katholik ist aufgerufen, nach seinen Charismen und Berufungen mit einzustehen für den Leib Christi. Vor unseren Augen spielt sich ein Grauen ab, das selbst Bendiktvxi. nicht mehr ordnen konnte, die Kräfte des Chaos ziehen und ziehen. Ich finde es fast blasphemisch, für diese Zustände den Hl. Geist zu bemühen.
      Ja, ER wird uns nicht verlassen, aber der Hl. Geist weht wo ER will – das gilt auch für Sie und Ihren „heiligen Zorn“, der sich auf nichts als Emotionalität gründet. Bringen Sie mir ein Argument und wir können reden.
      Die, die hier kritisch schreiben, sind Menschen, denen das Herz zerreißt in der Krise. Katholischsein ist doch keine Vogel-Strauß-Politik. Ich sage es noch mal: wir alle sind mitverantwortlich an unserem Platz.
      F. appelliert an uns (Lampedusa), dass wir weinen sollen über irgendwelche schlimmen Zustände anderswo. Ich weine über die Zustände in der Kirche. Ob F. wohl auch um die Kirche weint? Alleine diese merkwürdige Fluchtbewegung in seinen Appellen, müsste jedem Gläubigen das Blut gefrieren lassen.
      Passen wir auf, dass wir nicht in zwei jahren aufwachen und feststellen müssen, dass in Rom kein Stein mehr auf dem andern ist. Das sind nämlich die unguten Eindrücke, die wahrscheinlich fast alle der von Ihnen abgewiesenen Kritiker hier insgeheim oder offen haben. Ja, wir glauben, dass Jesus bei uns ist bis zum Ende. Aber wir spüren auch genau, dass wir dabei sind, einen Exzess zu erleben. Neulich schrieb hier jemand, der Leib Christi werde erneut gekreuzigt, wir würden das Leiden und Sterben Christi am Leib der Kirche miterleben.
      Ja, Theophilus und Herr Mandel – er ist auch nicht drinnen im Haus, obwohl Sie es behaupten, – wenn das Haus bereits bewohnt ist von Ungeistern. Er ist da, aber er lässt sich nicht von Hl-Geist-Formalisten erklären, wo er zu sein hat. Immer, immer ist es auch der freie Wille der Amtsträger, der jasagen muss. Und da hapert es gewaltig.

  7. Zu Dr. Dieter Fasen hinsichtlich Franziskus:

    Mir, der ich in einem pauperierten Franziskaner-Internat aufgewachsen bin (von 5.-11. Klasse), fiel beim Papstnamen Franzsiskus sofort auf, dass, im Gegensatz zu Papst Franziskus, der heilige Franz von Assisi einer war, dem man das Priesteramt angeboten hatte, der es aber ausschlug. da er sich dessen für unwürdig erachtete. Er schätzte das Priestertum so hoch, dass er einen Priester vor einem Engel grüßen würde.

    Papst Franzsiskus dagegen hat nicht nur das Priesteramt, sondern sogar die Würde des Papstamtes angenommen. Der Bürde, das Amt auch auszuüben, entzieht er sich nahezu. Er dient eher als Reflektor des Lichtes der Medien. Eine besondere Achtung gegenüber dem Priestertum lässt seine Art, die Liturgie zu feiern, sowie seine Missachtung althergebrachter Paramente auch nicht erkennen.

    In meiner Wahrnehmung ist also der hl. Franziskus eher das Gegenteil als das Vorbild des jetzigen Papstes.

  8. Franziskus I. mag seine Schafe weiden wollen im wörtlichsten Sinne, dass er sie gerne ernähren und speisen würde, aber geistliche Speise gibt er nicht. Allerdings stimme ich dem Artikel in dem Sinne nicht zu, dass Franziskus nicht genau auf einer Linie mit Benedikt XVI. wäre. Franziskus ist nur offenkundiger.
    http://youtu.be/MNjUfI07s90

  9. „Im Mund des derzeitigen Papstes ist das Wort von der armen Kirche ein unfehlbares Paradigma“, so Magister. Es garantiert eine praktisch universale Zustimmung sowohl unter Freunden als auch unter den erklärtesten Gegnern der Kirche, jenen, die die Kirche am liebsten gleich so „arm“ möchten, daß sie völlig vom Erdboden verschwindet.“
    Eine profunde Analyse!! Das Armutsparadigma, das Papst Franziskus ständig wiederholt, wird schon von anderer Seite benutzt, um Forderungen nach Verkauf von Kunstgegenständen des Vatikans oder Geldmittel der reichen Diozöse Köln für Sozialzwecke einzufordern.
    Wissen wir denn erst seit Papst Franziskus, dass wir die Armen unterstützen sollen?Wenn er selber am Telefon einem Journalisten mitteilt, sein Vorgänger sei so bescheiden und demütig, dann ist dieser wahnsinnige Gegensatz, der zwischen ihm und seinem Amtsvorgänger in der Presse rauf und runter geredet wird, Makulatur!!! !Aber wer mag seine Motivation zu seinem Amtsverständnis ergründen. Habe mir schon Gedanken gemacht, dass er seine Namenswahl “ Franziskus“ durch einen schnellen Einwurf seines Kardinalnachbarn , er möge die ARMEN nicht vergessen,gefunden hat.
    Übrigens hat er seine Enzyklika lumen fidei (sicher zumeist von Papst Benedikt XVI geschrieben) NUR mit Franziscus unterschrieben, ohne Zussatz pp…. Haben wir einen Papst, oder……..????

  10. Der 1965 zum 28. Generaloberen der Jesuiten gewählte Baske Pedro Arrupe vertrat die Auffassung, die Kirche habe sich in die Welt hinein zu verlieren.
    „Ein Baske hat uns gegründet, ein Baske wird uns beenden“, scherzten Jesuiten seinerzeit mit Galgenhumor.
    Der Argentinier Bergoglio hat die Lektion seines früheren Generaloberen gelernt. Nur, er ist Papst. Jetzt geht es um die Kirche, nicht nur um den Jesuitenorden, der sich in der Vergangenheit so sehr um die Kirche verdient gemacht hat.

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