Bereitet Glaubenskongregation Erklärung gegen Piusbruderschaft vor?

(Vatikan) Der Präfekt der Glaubenskongregation Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller sei über die jüngste Erklärung der drei Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. verärgert. Dies berichtet die dts-Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Wochenmagazin Focus. Die Bischöfe der Piusbruderschaft hatten anläßlich ihrer Bischofsweihe vor 25 Jahren eine gemeinsame Erklärung herausgegeben, in der mit scharfen Worten Rom beschuldigt wurde, von einem „liberalen Geist“ erfaßt zu sein. In besonderer Weise wurden die neue Messe und die Positionen des Zweiten Vatikanischen Konzils zu Ökumenismus, Religionsfreiheit und Kollegialität beanstandet. Die Erklärung war als Absage an weitere Gespräche mit dem Heiligen Stuhl gewertet wurden. Die Piusbruderschaft selbst, wollte dies nicht so verstanden wissen.

So verstanden scheint es jedoch der seit einem Jahr amtierende Präfekt der Glaubenskongregation, der vormalige Bischof von Regensburg, verstanden zu haben. Laut Focus bereite die Glaubenskongregation eine Erklärung gegen die Piusbruderschaft vor. Zur Erklärung, so Focus, soll Kurienerzbischof Müller gesagt haben: „Nun reicht es aber wirklich“.

drucken

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

59 Comments

    • Ja, anscheinend. Endlich! Fragt sich nur: Wie lange? – Bei solchen Relativisten ist ja alles „zeitgebunden“.

  1. Hat man etwas anderes erwarten können, vom neuen Leiter „Der Kongregation für die Glaubenslehre“ der selber häretisches veröffentlichte, und der schon als Bischof von Regensburg, die Priesterbruderschaft St. PIUS X bekämpfte???

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

    • Ich wage mal eine Prognose. Wenn der Graben zwischen den Piusbrüdern und Rom so tief ist, wie dargestellt, dann dürften erstere bald einen eigenen Papst kreieren, und dann wäre erst einmal Ruhe. In ein paar Jahrzehnten würden die beiden katholischen Richtungen dann ebenso friedlich koexistieren wie heute die Altkatholiken und die römische Kirche..

    • Ich habe schon öfters hier auf dem Forum gelesen, dass man Erzbischof Müller Häresien vorwirft. Mich würde interessieren, was er Häretisches veröffentlicht hat und um welche konkreten Aussagen es geht. Können Sie @Armin oder andere, die das gerade lesen, mir Hinweise geben?
      Danke.
      Davon abgesehen verstehe ich seine globale Konzilsversessenheit nicht ganz. Immerhin handelt es sich ja um konkrete Sachaussagen in Konzilstexten, denen Lefebvre aus wiederum ganz konkreten sachlichen Gründen nicht zustimmen konnte.
      Warum kann man damit nicht sorgsam und diszipliniert sachbezogen umgehen?
      Ich finde es bedenklich, wenn hier vor allem emotional gegeneinander vorgegangen wird, bzw. gedroht wird, wie Müller es wohl tut.
      Ist das noch der demütige und sorgfältige Geist, mit dem Benedikt auftrat?

      Der Kirche fehlt es an klugen, wirklich gebildeten (!!!), demütigen und klaren Klerikern in den obersten „Rängen“.
      Es ist schlimm, dass hier offenbar jeder nur noch seine persönlichen Steckenpferde auslebt, und das gewaltsam…

      • Hier die betreffenden Häresien die seine Ex. Erzbischof Müller der nunmehrige Präfekt genau der Kongregation, sie solche Veröffentlichungen verhindern und sühnen sollte:

        - Die Messe – Quelle christlichen Lebens, Augsburg: St. Ulrich Verlag: 2002, S. 139 :
        „In Wirklichkeit bedeuten Leib und Blut Christi nicht die materiellen Bestandteile des Menschen Jesus während seiner Lebenszeit oder in der verklärten Leiblichkeit. Leib und Blut bedeuten hier vielmehr Gegenwart Christi im Zeichen des Mediums von Brot und Wein.“ Wir haben „jetzt Gemeinschaft mit Jesus Christus, vermittelt durch das Essen und Trinken des Brotes und des Weines. Schon allein im zwischenmenschlichen Bereich vermag etwa ein Brief die Freundschaft zwischen Menschen darzustellen und beim Empfänger sozusagen die Zuneigung des Adressaten zu veranschaulichen und zu verleiblichen.“

        - Katholische Dogmatik für Studium und Praxis, Freiburg 52003, S. 498:

        Es geht nicht um abweichende physiologische Besonderheiten in dem natürlichen Vorgang der Geburt (wie etwas die Nichteröffnung der Geburtswege, die Nichtverletzung des Hymen und der nicht eingetretenen Geburtsschmerzen), sondern um den heilenden und erlösenden Einfluß der Gnade des Erlösers auf die menschliche Natur, die durch die Ursünde ‚verletzt’ worden war. Der Inhalt der Glaubensaussage bezieht sich also nicht auf physiologisch und empirisch verifizierbare somatische Details“ und zum Schluß noch, die Bestätigung der Leugnung dieser Glaubenswahrheit:

        - Die Zugehörigkeit zur Kirche ist für alle Menschen heilsnotwendig

        In einer Laudatio für den protestantischen Landesbischof Dr. Johannes Friedrich sagte Bischof Müller am 11. Oktober 2011: „Auch die Christen, die nicht in voller Gemeinschaft der Lehre, der Heilsmittel und der apostolisch-bischöflichen Verfassung mit der katholischen Kirche stehen, sind durch Glaube und die Taufe gerechtfertigt und in die Kirche Gottes als Leib Christi voll eingegliedert“

        Genug oder wollen sie noch mehr ??

      • Lieber Armin, so weit ich weiss ist Erzbischof Müller nach seiner Ernennung in einem Interview auf obige Häresien angesprochen worden und klar betont sowohl an die Jungfräulichkeit vor, während und nach der Geburt wie auch an die Transubstantion zu glauben. Wenn diese Aussagen häretisch waren, so hat der Erzbischof immerhin widerrufen.

      • Nein – das reicht, herzlichen Dank für die Zitate. Ich habe inzwischen auch noch einen Artikel von letztem jahr hier auf der Site entdeckt http://www.katholisches.info/2012/07/11/jungfraulichkeit-in-der-geburt-zum-konflikt-zwischen-der-fsspx-und-erzbischof-muller/

        Der ist zwar etwas langatmig und gestelzt, macht aber die Problematik um Müller deutlich. Und mein Eindruck, den ich hier geäußert habe, dass Müller nämlich seiner Aufgabe als Präfekt der congregatio nicht gerecht wird, weil er nicht sachhaltig prüft – immerhin gibt die FSSPX ja erst mal der traditionellen dogmatischen Position Vorrang vor der Hermeneutik hinsichtlich der Dogmen (virginitas in partu und Transsubstantiation). Erzbischof Müller aber fordert hier vor allem eine unscharfe und dann aber (durch ihn!) sehr persönlich gefärbte Zustimmung zum Konzil, als hätte all das Unbehagen, dass vonseiten der FSSPX vorgebracht wird, keinerlei ernsthafte, sachliche Substanz und sei einfach nur das nervige Gemaule ungehorsamer Kinder.

      • Verzeihung, @Zeitschnur, die „traditionelle dogmatische Position“ hat nicht nur „Vorrang vor der Hermeneutik hinsichtlich der Dogmen“, sie ist allein im Recht.
        Die katholische Kirche hat Dogmen so formuliert, dass sie nicht mehr veränderbar sind, durch keine Hermeneutik. Sie können in neuen Lehrsätzen vertieft werden aber nicht so, dass sich die Bedeutung des Wortlautes verändert.
        Nach meiner Meinung ist das die große Verwirrung, die Papst Benedikt so verstärkt hat mit der „Hermeneutik der Reform in der Kontinuität“. Er wollte die Tradition nicht loswerden, er wollte sie unbedingt behalten, aber philosophisch angepasst an neuzeitliche Philosophien. Das geht nur um den Preis der Entkernung der Tradition.
        Auch wenn er es nicht wollte.

      • Habe ich nicht bestritten, verehrte/r Zeitlos, habe damit nur referiert, was ein Autor hier auf katholisches.info 2012 referiert hat… (s. Link).

        Es geht darum, dass heute viele Theologen sich in ihrer Argumentation auf hermeneutische Standpunkte so beziehen, als seien sie Dogmen (viele behandeln Rahner wie ein „Dogma“).

        Dass Dogmen nicht mehr veränderbar sind, weiß ich, glaube ich, habe ich nie bestritten. Bitte genau lesen. Ich möchte hier nicht rhetorisch ins falsche Licht gesetzt werden. Verzeihung!

      • Aber übrigens, wenn jemand hier sich mal davon überzeugen will, was für ein himmelschreineder Stil in der kathpedia gepflegt wird – unsachlich, polemisch, verlogen, dann lese er oder sie den Artikel zu „virginitas in partu“ dort: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Virginitas_in_partu
        Das ist wirklich das letzte – die Problematik, die Gaudron hinsichtlich Müllers eigentlich sachlich erklärt http://pius.info/archiv-news/734-beziehungen_zu_rom/6969-interview-mit-pater-gaudron, wird nicht nur lächerlich gemacht, sondern es werden Gaudron auch noch Gedanken und Meinungen unterstellt, die er nicht hat. Müllers „Rechtgläubigkeit“ ließe sich leicht durch direkte Müller-Zitate darlegen. Das geschieht aber nicht (weil es wahrscheinlich nur zeigen würde, dass er – um es zart zu sagen – ungeschickt formuliert hat. Das einzige Zitat, das man von Müller bringt, ist, dass er Gaudrons Reaktion offenbar für „dumm“ hält. Na wunderbar. Das ist ein Niveau, das einem eine Gänsehaut über den Rücken jagt!

      • Zitat aus dem kathpedia-Artikel:
        „Selbstverständlich gehört alles zum Glauben, was auf der tatsächlichen Seite erforderlich ist, um diesen wahren Glauben zu bekennen [hä?]. Das gilt auch für den Ostertag. Aber während das Sindone von Turin durchaus geeignet ist, um Spekulationen über die Auferstehung nach ihrer „physiologischen Seite“ (respektive ihrer Physik) zu nähren, manche reden von Lichtblitz und die „Belichtung“ des Tuchs legt nahe, dass eine „Lichtung des Seins“ [was ist DAS denn?] Jesu stattfand […]“, oder auch: „The virgin birth of Christ steht fest im Glauben, in den ältesten Zeugnissen. Es trifft zu, dass die schlichte Wiederbelebung des Körpers Jesu, wie bei anderen Toten-Erweckungen, „mir“ eigentlich egal sein kann. Es hat keine Bedeutung für mich, wenn irgendjemand „aufersteht“ und noch etwas länger lebt, um dann zu verschwinden. Nur weil dort Gott selber zu uns kam, und uns leiblich zu ihm mit hinnimmt, deshalb hat Ostern einen Sinn. Nicht die Gemeinde hat nachösterlich Christus als Projekt erschaffen, sondern der aus der virgo intacta uns Geschenkte hat Seine Kirche gegründet; und zwar im Wesentlichen genau so wie sie auch das II. Vatikanum beschreibt: einig, heilig, katholisch, apostolisch“ – ah ja … na, gut, daß VII das auch so gesehen hat …
        … versteh überhauptnix – was ist das???
        Kann es sein, daß sowohl Wiki- als auch kathpedia theologisch (und historisch/ politisch!?) „ETWAS tendenziös“ sind, oder mein‘ ich das nur?

      • Auch schön, aus demselben Artikel: „Si quis dixerit novus ordo missae haereticus esse, anathema sit“ – dachte immer, dicere wird mit a.c.i. konstruiert, nicht mit n.c.i. …!?

      • So ist es @ GW, den Artikel kann man manchmal in seiner inneren Logik nicht verstehen. Aber er ist auch sehr herablassend gegenüber der FSSPX-Position.
        Das, was stattdessen ins Feld geführt wird, ist so blasiert-gelehrt, dass es schon wieder geplatzt ist wie eine Seifenblase, aber immer noch so tut, als sei es schillernd und hochintellektuell.
        Kurzum: die Fragen Gaudrons an Müller kann man, wenn man einfach mal unvoreingenommen zuhört, sehr wohl verstehen und muss zugestehen, dass sie berechtigt sind.
        Aber auch dieser Artikel macht das, was jeder erlebt, dessen unangenehme, weil berechtigte Fragen strategisch „gehandelt“ werden: ausweichende, aufgeblasene Antworten, Herablassung oder gleich ein Schweigend-Übergangenwerden, was hier aber nicht möglich war.

  2. @Zeitschnur
    Hinweise sind ganz klar zu geben. Wobei es natürlich schwierig ist, Quellen zu nennen, wenn man kein Archiv hat, sondern seine Aussagen, mit den entsprechenden Quellen, mit eigenen Augen im Internet gelesen hat.
    Häretische Aussagen vom damaligen Bischof von Regenburg und vormaligem Professor habe ich gelesen:
    a) bezüglich der Ökumene,
    b) bezüglich der hl. Messe;
    c) verweise ich auf sein Dogmatik-Lehrbuch, das Aussagen enthält, die mit dem Glauben der Kirche nicht zu vereinbaren sind.
    Im übrigen geht es bei dem Konflikt Erzbischof Müller – FSSPX wirklich nicht um persönliche Steckenpferde. Es geht um den überlieferten katholischen Glauben.

    • Erst mal danke – ich sagte nicht, dass es hier prinzipiell um Steckenpferde geht.
      Ich meinte, dass Erzbischof Müller zuerst nach der Sachhaltigkeit der Problematik fragen müsste. Die ist nun aber relativ leicht nachzuvollziehen. Wenn einer dann – trotz dieser leichten Erkennbarkeit der Problematik einfach in Bausch und Bogen verlangt, dass „das“ Konzil anerkannt werden müsse, Punkt fertig aus und damit die andere Seite einfach umnietet, in keiner Weise mehr auf ihre Anmerkungen und ihr Unbehagen eingeht, dann muss ich davon ausgehen, dass er hier nicht mehr wirklich ad rem, sondern ad personam reagiert.

      Was konkret erscheint Ihnen bei Müller häretisch – bzgl. der Punkte a.-c.? Das, was Sie schreiben habe ich schon öfters in dieser Unschärfe gelsen, aber nie was das konkret eigentlich meint. Und das wäre doch schon wichtig!

      • @Zeitschnur
        Armin hat Zitate und Quellen genannt. Ich habe es auch so in Erinnerung. Ich habe deshalb gezögert, weil ich nicht mehr zitieren konnte. Und die Leugnung der Transsubstantiation ist dermaßen schwerwiegend, da sollte man schon Quellen nennen. Armin hat sie parat.
        Ich erinnere mich auch, dass der FSSPX-Bischof de Galarreta von allen Seiten scharf angegriffen wurde, nur weil er die körperliche Unversehrtheit Mariens gegen den neu ernannten Glaubenspräfekten verteidigte.
        Man warf ihm u.a. „Biologismus“ vor, fasse ich abkürzend zusammen. Der Bischof hat allerdings die Lehre der Kirche zitiert, die Professor Müller nach Art der nachkonziliaren Theologen uminterpretiert hat. Ich unterstelle dem jetzigen Glaubenspräfekten nicht, dass er es wollte, doch diese Frage beschränkt sich nicht auf Biologie. Diese Frage ist nicht zu trennen von der Gottheit Jesu Christi. Der Gottmensch Jesus Christus ist anders geboren worden als alle anderen Menschen. Es zu leugnen, schließt zumindest eine Relativierung nicht aus. Eine Relativierung bereitet eine Leugnung der Gottheit Jesu Christi vor, wie sie an Universitäten weitgehend üblich ist.
        Papst Benedikt XVI. lobte das Dogmatik-Buch seines Glaubenspräfekten. Es ist leider eine Tatsache.

    • Nachtrag: Siehe meine Antwort oben an @Armin.

      Der Autor des von mir erwähnten Aufsatzes hier auf katholisches.info schreibt als Fazit:

      „Und mit Blick auf die besagte bedenkliche Gewichtsverlagerung im Verhältnis von Dogma und Hermeneutik erscheint es mir schon eine fragwürdige Konstellation, wenn das kirchenamtliche Gegenüber der FSSPX in bezug auf höchstrangige Vertreter der Römischen Kurie einer Konfrontation gerade auch mit der deutschsprachigen nachkonziliären Gegenwartstheologie gleichkommt.“

  3. a) Jesus ist in seiner Menschheit nach der Wandlung da = gegenwärtig. Das ist kathollisch, sieht Bischof Müller aber nicht so.
    Schlimmer noch: daß er das nicht so sieht, ist Rom und dem Papst egal. Das genau ist der Abfall Roms, in La Salette vorausgesagt. Hauptsache, er ist fürs Konzil. Wie kann jemand katholisch sein, und die Gegenwart im allerheiligsten Altrasakrament leugnen? Früher sind die Menschen für diese Glaubenswahrheiten gestorben, da sie noch Interesse an Gott und seinem „Wie“ hatten. Heute leider nur noch „Menschliches“, „Gemeinschaft“, „Brüderlichkeit“. Widerlich schleimig.

    Er schreibt wie Rahner: Jesus ist da, aber nur zeichenmäßig. Gewollt oder wohl besser ungewollt – eine gespaltene Zunge!

    b) Maria ist vor während und nach der Geburt Jungfrau. Dies ist ein Dogma. Aber nicht mal das Thema interessiert mehr. Wer legt heut vor der Hochzeit noch Wert auf Jungfraulichkeit? Das Thema ist nur noch etwas für konservative Theologen. Und natürlich Modernisten, die gerne zeigen wollen, wie modern, weltlich aufgeschlossen und aufgeklärt sie sind. Die hl. Hildegard sagt, es komme ein Zeitalter des „schwarzen Schweines“, wo es Reinheit in der Gesellschaft nur noch in homöopathischen Dosen gibt.

    c) Zum sichtbaren Erscheinungsbild (=Leib) der Kirche gehört der vollständige katholische Glaube. Wer ein Dogma leugnet, ist nicht in der offiziellen Gemeinschaft. Auch das sieht Bischof Müller 180° anders als die komplette Kirche und alle Päpste vor dem Konzil. Auch Papst Alexander VI!

  4. Es ist gut dass abgebrochen wird, dann wissen die der Tradition verbundenen Gläubigen die sich so lange hinhalten ließen, dass sie nichts mehr zu hoffen haben, das ist überfällig, auf dieser Realität aufbauend werden sie Neues bewirken.

  5. Wenn es stimmt, daß abgebrochen werden soll, dann ist es ein Lichblick für die wahre Tradition.
    Endlich herrscht Klarheit!

  6. Der Witz ist ja, dass es gar keinen Grund für diese Kehrtwende gibt. Die Piusleute haben nichts anderes gesagt, als das, was sie immer gesagt haben.

    • Genau das ist das Problem. Mittlerweile herrscht in den Reihen der FSSPX Uneinigkeit. Das konnte auch das letzte Generalkapitel vor einem Jahr nicht mehr verbergen. Die FSSPX kann sich mit ihrer Haltung (besser: mit ihren Haltungen) auch nicht mehr ohne weiteres auf ihren Gründer, Erzbischof Lefebvre, berufen. Dieser wollte 1988 mehr als einen Bischof weihen dürfen und nicht bis zum 15. August 1988 warten, aber das Protokoll vom 5. Mai 1988 hat er unterschreiben. Das Protokoll ist durch die unerlaubten Bischofsweihen am 30. Juni 1988 zwar zur Farce geworden. Die Unterschrift darunter hat Lefebvre aber niemals (!) zurückgezogen. Vielmehr hat er am 16. Juni 1988 noch öffentlich bekundet, dass das Protokoll vom 5. Mai 1988 „akzeptabel“ sei. Also gab es vor 25 Jahren kein doktrinelles Hindernis für eine Einigung! Warum war dann unter einem Papst Benedikt XVI. – und damit unter günstigeren Vorzeichen als 1988! – im Frühsommer letzten Jahres keine doktrinelle Einigung möglich???

      • Erzbischof Lefebvre hätte sich mit einem Bischöf begnügt, wenn das mit Zustimmung Wojtylas hätte geschehen können.

        Nur: Wojtyla bestand darauf, einige Vorschläge für die Bischofsweihe überreicht zu bekommen und lehnte dann ALLE Vorschläge des Erzbischofs ab. Erst diese Totalverweigerung Wojtylas bewog Erzbischof Lefebvre, eigenständig Bischöfe zu weihen.

  7. zu Magda:

    es ist wirklich gut und an der Zeit aus der diffusen Gesamtsituation klare Verhältnisse zu schaffen.Schismatiker muss man als solche bezeichnen dürfen, ohne gleich befürchten zu müssen, der ewigen Höllenstrafe anheim zufallen. Die Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft sollte dann konsequenterweise auch wieder aufgehoben/ausgesprochen werden. So wäre Klarheit in Gänze auch für den einfachen Gläubigen gegeben.
    Eine 2000-jährige Kirche wird schismatische Lefebristen auch noch verkraften und wie die Kirchengeschichte zeigt, ist es nicht ausgeschlossen, dass diese „Erscheinung“ wieder so ververschwindet, wie sie entstanden ist. Die Kirchengeschichte hat mehrere Beispiele dafür parat.
    Es ist einfach widerlich und ich beobachte seit geraumer Zeit, wie rechthaberisch und arrogant die sg. Rechtgläubigen auf die einschlagen, die nicht ihrer Meinung sind. Es sagt für mich alles aus, wenn der rechtmäßig gewählte Papst mit F. bezeichnet wird. Niveauloser kann man seine Meinung nicht kundtun, ja es grenzt an unanständige Gehässigkeit.
    Ich wiederhole frühere Aussagen von mir: Im Vertrauen auf Gott kann ich alles in seine Hände legen und es ihm überlassen seine Kirche dahin zu führen, wo die Wahrheit liegt, auch wenn dies über Umwege sein muß.
    Ich habe es als Kind schon angelehrt bekommen, dass die wahre Kirche dort ist, wo der Papst steht und das läßt mich ruhig bleiben, allem Sedisvakantgerede zum Trotz. Für mich ist die geltende Tradition meiner Kirche die wahre Tradition. Ich brauche keine andere.
    Die Argumentation in der Mehrheit der Berichten von Katholisches.info und die darauffolgenden Kommentare haben für mich leider nur eine Zielrichtung und darin erkenne ich wenig katholisches, so wie ich es liebe, eher schismatische Rechthaberei. Sollen die Piusbrüder doch nun ihr Süppchen mit allen Konsequenzen außerhalb der Kirche weiter kochen.Sie werden mir und ich vermute, nicht sehr vielen der 1,2 Milliarden Katholiken fehlen.

    • Na soviel Hass auf die bösen Tradis und trotzdem sind Sie hier auf dieser Seite. Warum – es gibt doch den großen Stall der Mehrheitskirche? Warum diskutieren Sie dann hier mit, bzw. Sie schmähen ja nur ohne sachliche Argumente?!

      Sie machen es sich – so wie Sie schreiben – sehr leicht: die Kirche ist nicht einfach dort, wo der Papst ist. Und dem Papst muss niemand speichelleckend hinterherkriechen, wenn er zum Beispiel in vielen Punkten der Tradition, die Sie ja angeblich auch akzeptieren, krass widerspricht oder zuwiderhandelt.

      Ich habe den Eindruck, dass Sie nicht verstehen, dass hier sachhaltige Probleme vorliegen, und dass keiner der „süppchenkochenden Rechthaber“ um des Kaisers Bart streiten will.

      Inzwischen ist mir die Problematik um Erzbischof Müller klarer, habe auch auf der Homepage Pius.info die entsprechenden Artikel gelesen: es kostet zugegebenermaßen ein wenig geistige Bewegung und Aktivierung des Gehirns, zu verstehen, worum es geht. Aber es ist wegen mangelnden Verstehens bei dem einen oder anderen keine Kleinigkeit, um dies geht.

      Ihre Devise „Augen zu und durch“ ist nicht christlich, sondern oberflächlich und feige und verachtet all jene, die im Lauf der Geschichte auch innerhalb der Kirche für den rechten Glauben gestanden haben, nicht selten gegen den Klerus, manchmal sogar gegen den Papst, wenn er den wahren Glauben meinte vernachlässigen und opfern zu dürfen für die Interessen des Satans – auch das kam vor. Leider. Wobei dieser Absturz, den wir seit J XXIII. erleben, in der Geschichte beispiellos ist. Und F. (das bin übrigens ich, die das abkürzt und nicht Magda) setzt dem bisher die Krone auf. Die Gründe werden gerade hier ausführlich seit Monaten diskutiert. Sie können das nicht vom Tisch wischen – hier stimmt etwas nicht, das sieht ein Blinder mit Krückstock, zumal der vorige Papst immer noch im „petrinischen Dienst“, wie er selbst sagt (nach Lütz, der ihn besucht hat), ist. Allein diese Situation ist unglaublich und eigentlich unmöglich…

    • Lieber Theophilus, nicht ganz so, aber wohl so ähnlich wie Sie hätte auch ich selbst noch vor … nicht allzu langer Zeit mal argumentiert, ich kann’s also z.T. durchaus verstehen; ich hätte wohl noch vor Monaten nie gedacht, daß ich mal so schreiben würde, wie ich’s hier getan hab – seit der Abdankung BXVI (auch ich kürze meist ab, von PXII über JPII bis hin zu F 😉 ); lange Zeit schon war mir klar, daß in der Kirche vieles nicht so läuft, wie man es doch egtl. erwarten sollte (und es ihrem Anspruch entsprechen muß!) – aber ich hab das nie in der ganzen Tragweite zur Kenntnis genommen (oder nehmen wollen), dachte immer, das sei nur ‚peripher/passager‘, „gut, daß es den Papst gibt, der paßt schon auf …“ – bis hin zu jenem, ja, Choc im Februar. Da wurde ich stutzig, ziemlich sehr, hatte sofort das Gefühl, daß da was ganz und gar nicht in Ordnung ist, in Rom; wahrscheinlich seit vielen Jahren schon nicht mehr …
      … und begann, intensiv zu recherchieren (und landete so auch auf ‚Katholisches‘ – gut so^^ – vielen Dank @ Red. für diese Seite!); auch die, wie ich fand, teilweise unsäglichen Stellungnahmen vieler Bischöfe zu der Abdankung Papst Benedikts XVI., unverhohlenes Nachtreten, mehr oder weniger offen gezeigte ‚Freude‘ stießen mich eher ab und ließen mich noch stutziger werden … – und je mehr ich las, desto klarer wurde das Bild (oder, paradoxerweise, auch ‚desto unklarer‘ …), über den tatsächlichen Zustand der Kirche – seit Jahrzehnten schon, also nicht erst in den letzten Jahren … – und dann macht man sich ja logischerweise auch intensive Gedanken über die Ursachen dieses Dramas, liest (erstmalig) Texte wie zBsp die Ottaviani- [Bacci-] Intervention zum ‚Novus Ordo Missae‘; oder das Buch von Raffalt über das Pontifikat Pauls VI., das von Kissler üb. BXVI, v.a. die Bücher de Matteis und Gherardinis über ‚DAS Konzil‘ und – erstmals überhaupt – auch Texte von Erzbischof Lefebvre, in dem sehr zu empfehlenden Sammelband ‚Damit die Kirche fortbestehe‘ …

    • … und er rannte bei mir, sozusagen, „offene Türen ein“; d.h. ich war im Grunde über viele Jahre hinweg von selbst zu ganz entsprechenden Einsichten gekommen, ohne daß ich irgendeinen Kontakt zu ‚traditionalistischen Gruppen oder Literatur‘ gehabt hätte (also ganz ‚konzilskirchlich‘ aufgewachsen^^).
      FSSPX hatte ich bis dahin immer (moderat) abgelehnt, eben wegen der ‚illegalen Weihen‘ von 1988 (und NUR deshalb!). Jetzt aber, nachdem ich mich erstmals intensiver mit der Geschichte des Konzils und der ‚Fabrikation‘, der ausdrücklichen Intention und der (Art der) Einführung des ‚NOM‘ befaßt hab, sowie mit der (wie ich jetzt weiß, absolut berechtigten!) Kritik (nicht nur) Lefebvres, seinen Beweggründen und den genaueren Umständen jenes traurigen ‚Zerwürfnisses mit Rom‘; nachdem ich auch Vorträge u.a. von Bischof Fellay, Pater Schmidberger, und bei ‚actio spes unica‘ Vorträge vom Hw. Pfr. Milch gehört und nachgelesen hab, uvm.[!] – komme ich gar nicht mehr darum herum, festzustellen, daß sie … zumindest in sehr, sehr vielem absolut Recht haben (man kann ja auch alles intensiv & genau nachprüfen, an den lehramtlichen Texten, auch anhand etwa der Dogmatik von Ott … – nein, nicht der von Müller^^)! – Und merke zugleich, wie sehr auch ich letztlich ‚konzilskirchlich‘ und ‚main-stream-media-mäßig‘ beeinflußt war (etwa im Bezug auf FSSPX) …
      … jetzt sehe ich vieles mit anderen Augen – und schreibe so, wie ich schreibe. Sicherlich manchmal … ‚nicht ohne eine gewisse Schärfe‘, aber eben auch aus einer ‚ira iusta (wie ich hoffe^^) & sancta‘ heraus; aus Liebe zur einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche – klar macht es einen schonmal sehr zornig (und traurig), wenn man sich das Ausmaß und die Hintergründe dieses Dramas der letzten Jahrzehnte – dieser Katastrophe – mal so vor Augen führt (und wie etwa mit BXVI so verfahren wurde, von Seiten der Bischöfe/ der ‚Konferenzen‘, oder der Kurie …).

    • Es schmerzt, es geht um’s Ganze, um die Kirche selbst – daher die Kritik, die auch harten Worte. Und: die Gehorsamspflicht dispensiert niemals vom Gebrauch des eigenen Verstandes – und der Pflicht dem eigenen Gewissen gegenüber; davon kann KEIN Papst oder Bischof dispensieren! Und wir stecken mittendrin in einem furchtbaren Prozeß … geradezu der Selbstauflösung; es ist, als müsse man mit Entsetzen mit ansehen, wie ein geliebter Mensch sich selbst massiven Schaden zufügt, einen schleichenden Suizid begeht, immer mehr zusammenfällt, ja regelrecht implodiert …
      … sowas tut eben sehr weh … – und so empfinden ja offensichtlich viele. Bestimmend ist also nicht „Gehässigkeit“, sondern im Gegenteil, Liebe! Auch Liebe zur Wahrheit; auch die kann eben manchmal schmerzlich sein …

    • PS: Die Kirchengeschichte hat auch nicht wenige Beispiele parat, wo Päpste ganz bestimmt NICHT im Sinne Christi und der Kirche regiert haben; oder wo sogar die große Mehrheit der Häresie verfiel … – so daß man ohne Gebrauch des eigenen Verstandes weder kritiklos einfach ‚der Mehrheit‘ folgen sollte, noch, jedenfalls in bestimmten – wie gesagt, durchaus möglichen – Fällen einfach ‚dem Papst, weil er Papst ist‘, was auch immer er nun sagt, selbst wenn er sich gegen das gesamte bis dahin klar definiert habende Lehramt stellen sollte …

  8. Erzbischof Lefebvre, der Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., schrieb über das Judentum folgendes:

    „Da Israel den wahren Messias zurückgewiesen hat, erfand es für sich einen anderen, diesseitigen und irdischen Messianismus: die Beherrschung der Welt durch das Geld, durch die Freimaurerei, durch die Revolution, durch die sozialistische Demokratie. Indes dürfen wir nicht vergessen, daß es Juden waren, Jünger des wahren Messias, die das wahre Israel gründeten, ein geistliches Königreich, das das himmlische Königreich vorbereitet. Die Weltherrschaftspläne der Juden werden in unserer Zeit Wirklichkeit seit der Gründung der Freimaurerei und der Revolution, die die Kirche enthauptet und die sozialistische Weltdemokratie eingeführt hat.“

    (Quelle: „Marcel Lefebvre: Die Biographie“ von Bischof Tissier de Mallerais, Sarto 2008, Seite 639)

  9. Ich bin sehr traurig über die Entwicklung und über die Kommentare hier, die sie beklatschen. Wie töricht! Die FSSPX wird niemals den „wahren Glauben“ retten können, ohne Rom zu bekehren. Ohne Rom geht es nicht. Wenn sich jetzt die Gräben erneut auftun und vertiefen, wird es dazu kommen, dass mit der FSSPX auch erneut alle Tradition und die überlieferte Messe in der Konzilskirche exkommuniziert und verteufelt werden. Die zarten Pflanzen der Hoffnung, die unter Benedikt aufbrachen, werden mit Stumpf und Stil entfernt. Das ist ja das Ziel der Konziliaren, ihre Macht und ihre Deutungshoheit nicht durch die „Ewiggestrigen“ gefährden zu lassen. Mir war der Standpunkt immer unverständlich, der da meinte, die FSSPX werde durch den Kurs Benedikts von der Konzilskirche aufgesogen. Wie wenig traut man der Wahrheit zu?? Ich denke nach wie vor, dass dieser Kurs die einzige realistische Möglichkeit war, den Konzilsungeist nach und nach zu überwinden, Rom zu bekehren und daurch Seelen zu retten. Wahrscheinlich aber muss die Kirche noch weiter den Weg der Zerstörung gehen, damit sich erfüllt, was ihr verheißen ist. Wie es mit der FSSPX weitergeht, steht ebenfalls in den Sternen. Der Gefahr, ins sektiererische abzugleiten, muss aktiv entgegengearbeitet werden. Und das kann man nur, wenn die FSSPX ihre Verantwortung für die Gesamtkirche begreift und wahrnimmt. Wie soll das jedoch geschehen, wenn sie exkommuniziert und wiederum nur auf sich selbst zurückgeworfen ist und darauf bedacht sein muss, ihren Weg zu rechtfertigen? Es ist ein Drama.

    • Klar, ohne Rom geht es nicht. Die Piusbrüder sollten nicht so töricht sein, sich von der Kirche zu trennen. Dann wäre ihre Bedeutungslosigkeit schon besiegelt. Sie gehören zur Kirche, sie sind wie ein Dorn im Fleisch, und sie dürfen sich von niemandem herausdrängen lassen. Aber sie müssen mit Mut, Klugheit und Mäßigung ihren Standpunikt weiter vertreten. Das ist der Freimut, der eine wirklich christliche und katholische Tugend ist.

      • Ja, bester Schatzgräber, das wäre ideal. Leider ist das Abgleiten ins Sektiererische ein schleichender Prozess, der sich weitgehend unbemerkt und fast zwangsläufig vollzieht, wenn eine Gruppe auf sich selbst zurückgeworfen wird und ihre ganzen Energien nur darauf verwenden muss, sich gegenüber der hegemonischen Gruppe zu verteidigen und abzuschotten. Die Gefahr ist groß, dass man die Realität (sprich: das, was sich außerhalb des eigenen Themenkreises vollzieht) und auch das ureigene Anliegen aus dem Blick verliert und seine Potenzen in einem sinnlosen, unfruchtbaren Abwehrkampf verschleißt, so dass die Kräfte fehlen, der Wahrheit zum allgemeinen Sieg zu verhelfen. Wir haben doch, wenn wir ehrlich sind, diese gefährlichen Erosionen in der FSSPX wahrgenommen, die, gruppendynamisch betrachtet, immer dann in Erscheinung treten, wenn „der gemeinsame Feind“ plötzlich aufhört, ein solcher zu sein. [Wenn Benedikt wirklich die FSSPX hätte zerstören wollen (was ich nicht glaube!), dann wäre vermutlich übrigens dies seine Strategie gewesen!] Diese nach außen als „Uneinigkeit“ wahrgenommenen Erosionen haben letzlich der FSSPX auch die Kraft geraubt, jene sich bietende Chance für ein „Experiment der Tradition“ innerhalb der Kirche beim Schopfe zu packen. So gewannen die von Benedikts Plänen überraschten und überrumpelten Feinde der Tradition Zeit, sich zu konsolidieren. Resultate waren jene unannehmbare Präambel und wohl auch der Rücktritt Benedikts. Dennoch: anders als andere Mitkommentatoren habe ich die FSSPX während des Kurses der Annäherung auf einem guten Weg gesehen, nämlich dem Wandel von der purer Selbstverteidigung und Abschottung hin zu einem verantwortungsvollen Diskurs mit Kirche und Welt. Wenn es der FSSPX gelingen sollte, aus ihren gesunden Wurzeln den katholischen Glauben UNVERKÜRZT und ungehindert ins Heute zu übertragen, dann ist der Sieg immer auf ihrer Seite.

      • Hicesthodie
        Ich gebe Ihnen völlig recht. Es ist ein großer Nachteil, daß die FSSPX den Sprung nicht gewagt hat. Wer draußen ist, der geht vieler Gnadenschätze verlustig, die denen bereitet sind, die sich innerhalb der Kirche befinden. Man sieht es ja an den Progressisten, die trotzdem immer noch obenauf schwimmen, weil sie Nahrung erhalten und von daher gedeihen.
        Die FSSPX dagegen ist draußen und man sieht es an ihren Gesichtern wie sehr sie darben. Sie leben wahrlich in der Wüste und ihre Kraft zu wirken ist begrenzt. Darüber hinaus die Gefahr, mit der Zeit völlig zu verhungern. Extra ecclesiam nulla salus. Was könnte die FSSPX innerhalb der Mauern erreichen!
        Aber sie wollen ja kein Risiko eingehen und warten auf den Tag, an dem alles geordnet ist, so daß sie nur noch einsteigen brauchen. Ich glaube, es ist zu viel Angst im Spiel und das macht es den anderen leicht.
        Im übrigen hat m.E. Bischof Williamson der Tradition den größten Schaden zugefügt. Kurz nach dieser Sache brach die auf das MP hin neu gegründete Gruppe zusammen. Nach einem anfänglich sehr guten und konstanten Messbesuch kam von da an nur noch ein Bruchteil am Sonntag zur Hl. Messe. Und das hat sich seither nicht mehr erholt. Es war ein Schlag ins Gesicht.

  10. Nach 50 Jahren Konzil und 25 Jahren Assisi müßte jedem – auch dem Herrn Präfekten – klar sein, welche Früchte daraus hervorgegangen sind.

    Vor allem der Greuel von Assisi müßte sich anhand seiner eigenen Logik messen lassen: Man sagte ja, es handele sich um Friedensgebete und daher um Maßnahmen zur Erhaltung des Friedens. Das war 1986.
    Wenige Jahre später wurden Kroatien und Bosnien überfallen und es kam zu einem religiös motivierten Greuelkrieg. 1994 folgte Ruanda, einige Jahre später die Intifada im hl. Land. Die Christenverfolgung hat explosionsartig zugenommen.

    Der hl. Stuhl muß das jetzt endlich auswerten und Schlußfolgerungen daraus ziehen. Erzbischof Müller und der hl. Vater selbst müssen das Assisi-Konzept feierlich verwerfen.

    Nur weil es lediglich drei Bischöfe sind, die gegen die faulen Früchte von Vat. II und Assisi protestieren, heißt das ja nicht, daß sie nicht im Recht wären.

  11. zu Theophilus

    es wäre interessant von Ihnen zu hören, wo die Piusbruderschaft im k a t h o l i s c h e n G l a u b e n schismatisch sein soll. Ich sehe die Schismatiker in der Konzilskirche – und nicht nur ich!
    Ich denke, daß die Piusbruderschaft gestärkt aus diesem ganzen Hickhack hervorgeht.

  12. Bereitet Glaubenskongregation Erklärung gegen Piusbruderschaft vor?
    Dieter schreibt: 07.07.2013
    Was in dem Artikel befürchtet wird, war zu erwarten, vor allem unter einem Erzbischof Müller, der den Piussen schon immer feindlich gesinnt war. Daher zwei Gedanken:
    1. Die katholische Kirche ist – wie altes Salz – schal geworden und viele ihrer Mitglieder und vor allem der Episcopat haben die (Glaubens-)Kraft verloren. Womit sollen sie nun selbst gesalzen werden. Vielleicht beruht hierin die zukünftige Heilsaufgabe der Piusse. Dann wäre der derzeitge Rauswurf Gottes Wille.
    2. Die Piusse tragen sich selbst. Auch ohne Kitchensteuer ist Ihre Effektivität größer als bei denen. die die Gremien aufblähen, die bischöflichen Behörden nach Parkinsonsgesetz wachsen lassen und am Gottesdienst vor Ort das Geld einsparen. Dieses bringt den Piussen einen ernomen Bonus an Glaubwürdigkeit und den Neid der episcopal organisierten Kirche.
    Die Einstellung der Mehrzahl der Bischöfe zu den Piussen hat mit den bekannten Forderungen des Christentums nach Liebe und Demut gar nichts zu tuen.

    • Danke, Herr Dr. Fasen! – Ja, der Neid hat der Piusbruderschaft von Anfang an das Leben schwer gemacht. Die Genehmigung für die Bruderschaft von 1970, vom Bischof von Fribourg gegeben, wurde auf Betreiben der französischen Bischofskonferenz ausgehebelt. Der Grund war kein kein doktrineller und auch kein wirklich disziplinarischer, sondern schlicht, dass Ecône den französichen Seminarien die Kandidaten stehlen würde. Ein Priester der Bruderschaft, der 1988 geweiht wurde, hat erzählt, dass er nach Ecône gegangen ist, nachdem sein Diözesanbischof (in Frankreich) Anfang der achtziger Jahre gesagt hat, es sei „gut, dass es nur wenige Priesteramtanwärter mehr“ gäbe, denn „die Kirche“ wäre noch „viel zu klerikal“. – Bei den Sanktionen gegen die Bruderschaft ging es von Anfang an nur darum, der Tradition das Wasser abzudrehen, in dem man die Ausbildung von katholischen Priester zu verhindern suchte. Daran ist nichts zu rütteln. – Dieses Ziel ist aber immer noch vorgegeben. Man will eine andere Kirche. Die einen Prälaten betreiben dies mehr oder weniger offen, wie Kardinal Lehmann, die anderen wie EB Müller machen aus Menschenfurcht und Angst um die Karriere mit. Leider muss man sagen, dass auch der ehemalige/emeritierte Papst in der Bruderschaft eher eine vorübergehend Erleichterung schaffende Frischzellenkur für die inzwischen im Sterben liegende „Konzilskirche“ (der Begriff ist von den Konzilsväter selbst eingeführt und geprägt worden) gesehen hat, als eine Alternative zum verfehlten Experiment eine Neue Kirche mit einem Neuen Glauben zu implementieren. – Wer diesem Neuen Glauben anhängt, versteht es nicht, weshalb man sich lieber exkommunizieren lässt. Er darf ruhig lästern. Kümmern darf das die Piusbruderschaft aber nicht und wird es auch nicht. In der Ewigkeit wird sich erweisen, wer auf das richtige Pferd gesetzt hat.

    • Das Komische an Müllers erneuter Exkommunikation wäre, dass sie ganz klar gegen die Wegnahme der Exkommunkation seitens Benedikt stünde. Nun sieht man, wozu es führt, wenn sich ein Papst selbst entmachtet! Seine Anordnungen werden mir nichts dir nichts aufgehoben. Der Vorwand, den Müller nennt, ist bei näherem Hinsehen nichts als ein Vorwand.

  13. Die Piusbruderschaft wird nicht exkommuniziert. Sie muss auch eine neue Erklärung der Glaubenskongregation nicht fürchten. Das sind doch alles nur Gerüchte. EB Müller will es bestimmt, nicht aber Franziskus I.
    Weil sich dieser Papst nicht festlegen lässt. Es ist seine Art die Kirche, die schon einer mehr oder weniger großen Ruine gleicht, weiter zu demolieren.
    Wir haben zwei Päpste, eine vierhändig geschriebene Enzyklika über den Glauben, eine achtköpfige Kardinalskommission wird die Kurie völlig entmachten, und der Glaubenspräfekt muss beweisen, dass es ihn noch gibt, dass er noch nicht in der Bedeutungslosigkeit versunken ist.
    Das Chaos ist Programm!!!

  14. Es fragt sich nur, wer will die Exkommunikation der FSSPX, der Vatikan oder Erzbischof Müller?
    Er hat schon zu seiner Zeit als Regensburger Bischof keinen Hehl aus seiner Abneigung, um nicht zu sagen seinen Hass, gegen die Priesterbruderschaft gemacht. Unter Papst Benedikt XVI. wurder er mehrmals zur Ordnung gerufen, so wird aus dem Vatikan berichtet.
    Will man die Exkommunikation im Namen des II. Vatikanums vornehmen? Das wäre wohl etwas lächerlich, um nicht zu sagen unglaubwürdig. Denn der demnächst ja Heilige Papst Johannes XXIII. hat das Konzil als Pastoralkonzil einberufen, das nicht verurteilen will und soll. Wenn man nun die Exkommunikation im Namen des Konzils vornehmen will, würde man doch ein Konzil im Nachhinein dogmatisieren. Was ein Widerspruch an sich ist, denn es wurden keine eindeutigen Beschlüsse verfasst. Die meisten sind doch so ausgelegt, dass man sie als zweideutig betiteln kann.
    Eine anderes wäre dann, das Auftreten Roms gegenüber anderen „Glaubensgemeinschaften“. Was denken diese dann von den Gesprächen mit Rom, wenn erneut eine Exkommunikation ausgesprochen wird? Das wäre sicherlich auch eine Belastung für die Ökumene mit der Orthodoxie.

  15. In den Reihen der FSSPX herrscht seit längerem Uneinigkeit. Das konnte auch das letzte Generalkapitel vor einem Jahr nicht mehr verbergen. Die FSSPX kann sich mit ihrer Haltung (besser: mit ihren Haltungen) auch nicht mehr ohne weiteres auf ihren Gründer, Erzbischof Lefebvre, berufen. Dieser wollte 1988 mehr als einen Bischof weihen dürfen und nicht bis zum 15. August 1988 warten, aber das Protokoll vom 5. Mai 1988 (aus den Gesprächen mit dem Hl. Stuhl / Kard. Ratzinger) hat er unterschreiben. Das Protokoll ist durch die unerlaubten Bischofsweihen am 30. Juni 1988 zwar zur Farce geworden. Die Unterschrift darunter hat Lefebvre aber niemals (!) zurückgezogen. Vielmehr hat er am 16. Juni 1988 noch öffentlich bekundet, dass das Protokoll vom 5. Mai 1988 „akzeptabel“ sei. Also gab es vor 25 Jahren kein doktrinelles Hindernis für eine Einigung! Warum war dann unter einem Papst Benedikt XVI. – und damit unter günstigeren Vorzeichen als 1988! – im Frühsommer letzten Jahres keine doktrinelle Einigung möglich???

    • Ja, er hatte das Protokoll unterschrieben, abgegeben und sich danach eines Besseren besonnen. Und…? Wie wollen Sie denn eine Unterschrift von einem Dokument löschen, dass Sie aus den Händen gegeben haben, außer, dass Sie ein Dokument hinterherschicken, dass diese Unterschrift widerruft! (Auf dem Originaldokument bleibt Ihre Unterschrift aber auch nach einem solchen Widerruf immer noch stehen, Sie Schlaumeier!) -Den abgesprochenen Termin vom 15. August hatte Rom ganz plötzlich für „ungünstig“ erklärt und auf September vertröstet. Dann hat der Erzbischof gefragt, ob denn der Termin im September fest versprochen wäre. Dann hieß es von Rom aus, nein, fest könne man das nicht versprechen. Und dann hat der Erzbischof gesagt: „Wissen Sie, ich vermute, Sie warten einfach darauf, dass ich über diesem Spiel versterbe.“ – Es hätte nie auch nur eine Bischofsweihe gegeben, wenn man brav auf Rom „gewartet“ hätte. Das ist die Wahrheit. Diese zwei Vorstellungen von Kirche (die katholische und die „konziliare“) sind wie Feuer und Wasser. Das geht nicht zusammen, weil der Neue Glaube nicht mit dem katholischen übereinstimmt, sich aber an seine Stelle setzen will. Der katholische Glaube muss in den Augen dieser Leute eben ausgelöscht oder neutralisiert werden… Wie soll es da jemals zu einer doktrinellen Einigung kommen, da man doch keine gemeinsame Doktrin hat?

  16. Um es vorsichtig zu formulieren: Das einzige, was EB Müller in der Hand hat, ist die Exkommunikation der gesamten Priesterbruderschaft St. Pius X. nach c. 750°1 iVm c. 1367 CIC/1983. Und das wird in der Erklärung wohl stehen. Rom zertrampelt das mühsam gewachsene Plänchen der Tradition in den eigenen Reihen mit der Dampfwalze des Konzils.
    Insofern die Exkommunikation erfolgt, sollte die Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht davor zurückschrecken, eine zumindest materielle Sedisvakanz zu erklären, da es zur Zeit einen formellen und einen materiellen Papst gibt und beide (oder auch einer( dabei ist, eine formale Häresie zu begehen /die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II.ist nach dem Urteil von Prof. Dr. May eine Häresie, da dieser in nie bereuter öffentlicher materieller Häresie, ja sogar Apostasie verstorben ist. Die Materielle Häresie war die Zulassung der Anaphora von Mari und Addai OHNE VERBA TESTAMENTI 2001 und damit eines ungültigen Ritus, die Apostasie der Korankuß samt der nie geheilten Desakralisierung der Päpstlichen Basilika von Assisi während der Greueltage 1986 (Aufstellen einer Buddhastatue auf dem Tabernakel statt des Kreuzes!).
    Da nun der Akt der Heiligsprechung ein Akt der Päpstlichen Unfehlbarkeit ist, kommt diesem Akt ein FORMALER und AUßERORDENTLICHER Charakter zu. Dann wird also jemand, der nicht im Stande der Gnade war heiliggesprochen, und das ist nuneinmal Häresie, öffentliche formale aber noch heilbare Häresie!
    So sollte dann EB Müller wissen, daß er einen solchen Akt als Präfekt der Glaubenskongregation unterstützt und mitschuldig an der öffentlichen Häresie wird. Was auch immer Rom gegen die Priesterbruderschaft St. Pius X. unternimmt, es zieht die materielle Sedisvakanz nach sich. Und dann werden Proselyten gemacht, dann sollte sich jeder Konversionswillige an die FSSPX wenden und nicht mehr an die Konzilskirche, denn diese ist dann nicht mehr katholisch! Roma, Roma, convertere ad DOMINUM DEUM TUUM!

    • Ihre Argumente sind ja wirklich sehr interessant und werfen ein besonderes Licht auf die Heiligsprechung von Johannes-Paul II. und Johannes XXIII.

    • Könnte es nicht so sein, dass man Joh. P. II. die oben genannten Häresien (Anaphora und Budda-Statue und … untergeschoben hat? Übrigens ähnlich wie bei Paul VI. die Liturgie-Reform durch die Vorbereitungen von Bugnini? Woher wissen wir denn, was wirklich hinter den Kulissen in Kirche und Welt -(Politik) geschieht?

      Zumindest ist m. E zu bedenken, dass die Freimaurerei in der Kirche und außerhalb der Kirche heute unverhohlen ihre Macht ausspielt. Mit wachen Augen kann man sehen, dass die FSSPX mit Erzbischof Lefebre gerufen wurde, das Mysterium und den wahren Glauben zu schützen; kann man das übrigens sehr schön nachlesen bei Prof. Albert Drexel in „Der Glaube ist mehr als Gehorsam“ (Botschaften Jesu an diesen heiligmäßigen Priester in der heiligen Stunde jeweils nachts am Priesterdonnerstag auf Herz-Jesu-Freitag): “ … Mein treuer Sohn Marcel … “; nachts zum 5. März 1976.

      Alles das, was wir erleben (müssen bzw. dürfen) ist Teil des großen Mysteriums des mystischen Leibes Jesu, seiner hl. Kirche. Wenn wir jetzt aufmerksam das Evangelium des Leidens und Sterbens Jesu lesen und beim Rosenkranzgebet liebend und fragend sein Leiden analog in der Kirche betrachten, können wir das ebenso unvermeidliche Leiden und Sterben der Kirche, aber auch die zu erwartende Auferstehung erahnen. Mit Maria dürfen/sollen wir auf die Auferstehung des Mystischen Leibes hoffen und vertrauen.

      Einstweilen sind wir gerufen, für die vielen Seelen, die durch dieses derzeitige Durcheinander verloren gehen könn(t)en, im Sinne der Fatima-Botschaft zu beten und sühnend zu opfern. Dann werden unser Geist und unsere Herzen auch wieder ruhiger.

      Wir müssen uns wohl klar werden darüber, dass die Zeichen der Zeit langsam erkennbar werden. Dazu brauchen wir nur auf das ganze Sodom und Gomorrha in unserer Welt zu schauen und mit den Endzeitreden Jesu in Beziehung setzen; und die Kapitel 12 und 13 der Apokalypse lesen und betend, fragend betrachten. Die Mystik kann uns m. E. dazu Aufschluss geben.

      • Definitive nein! Es war der ausdrückliche Wille des Papstes! Zu lesen in den Insegnamenti und den AAS!

      • Die Lektüre des Werkes von Roberto de Mattei „Das Zweite vatikanische Konzil – Eine bislang ungeschriebene Geschichte“ belegen die Tatsache, daß nichts von dem allen, was seit 1962 geschehen ist (hier muß auch ich mich korrigieren!) praeter voluntatem Papae geschehen ist, sondern päpstlichen Willen ausdrückt, gebilligt worden ist und promulgiert ist!

      • „Könnte es nicht so sein, dass man Joh. P. II. die oben genannten Häresien (Anaphora und Budda-Statue und … untergeschoben hat?“

        Diese Frage erinnert mich fatal an die vor etwa 75 Jahren in Deutschland zuweilen erfolgte Äußerung „Wenn das der Führer wüßte!“

        Nun, er wußte! Der eine wie der andere.

        Und wer dafür eindeutige Beweise möchte: Es war Wojtyla selbst und niemand anderes, der den Koran küßte, und es ist ausgeschlossen, daß Wojtyla damals nicht wußte, was für ein Buch er küßte.

        Und es war wiederum Wojtyla selbst, der sich in Indien ein religiöses Zeichen des Hinduismus auf der Stirn anbringen ließ, und es ist wiederum ausgeschlossen, daß Wojtyla damals nicht wußte, was ihm damals auf die Stirn gedrückt wurde.

        Danke an dieser Stelle an Professor May, und Danke an Christoph Rhein für die Zitierung des Professors.

      • Bei aller Kritikwürdigkeit dieser Gesten und Vorkommnisse, glaube ich persönlich nicht, dass die Motive, die den Papst bewegten, die Relativierung des Glaubens war. Er nahm dies vielmehr in Kauf, weil er sich durch den Dialog mit den Religionen und der Welt eine Stärkung des Katholischen versprach. Hat der Gedanke nicht etwas Verführerisches, den Papst als Haupt und geistigen Führer aller Religionen zu etablieren? Wäre dann Rom nicht unter den heutigen veränderten Gegebenheiten wieder das alte caput mundi? Ich denke, solche Motive und Überlegungen haben Johannes Paul zu diesen Handlungen bewegt.

      • hicesthodie
        ich sehe das auch so, JPII war ein guter Mann, der sich überschätzt hat. Durch die verschiedenen Grenzüberschreitungen hat er sich persönlich viel Leid eingehandelt, evt. auch die Krankheit, von der er zuletzt gezeichnet war, die er aber wiederum mit Starkmut trug und aufopferte und somit den Glauben vieler stärkte.
        JPII war ein großer Liebender und einem, der große Liebe hat, wird viel nachgesehen, zumal Gott auf das Motiv schaut, das der einzelne hat.

      • Wojtyla als „geistiger Führer aller Religionen“? Indem er vor anderen Religionen zukreuze kriecht? Indem er in einem christlichen Gotteshaus Symbole des Christentums verhängen und Symbole anderer Religionen aufstellen läßt? Das ist doch wohl nicht Ihr Ernst?

        Caput mundi? Das kann man nur sein, wenn man den Wert der eigenen Religion entsprechend betont.

        Doch Wojtyla hat immer nur die eigene Religion relativiert.

        Und was nun seine „Erfolge“ betrifft, so schaue man sich doch die virulenten Christenverfolgungen in mohammedanischen Ländern und auch in Indien an …

      • Ich bin angenehm überrascht, hier einmal ein Posting zu lesen, das diesem Papst ein gutes Motiv zutraut. Wenn Johannes Paul II damals an die RKK als das caput mundi dachte, dann sicher nicht in dem Sinn, dass alle anderen Religionen sich ihr gefälligst unterzuordnen haben. Vielmehr hat er wohl die Religionen insgesamt als potentielle Verbündete gegen die weltweite Bedrohung des Religiösen gesehen. Und so ist z. B. auch der im Forum beanstandete Korankuss zu verstehen: nicht als ein Einknicken vor dem Islam, sondern als nobles Zeichen des Respekts für die Gläubigen jener Religion.

      • @Tantumquantum: Sicher, JPII. war geprägt von einem lebenslangen Kampf gegen gottlose Regime, so sah er in den anderen Religionen nächste Verbündete im Kampf gegen eine „Kultur des Todes“. Mag sein, dass er beim Versuch, den Schulterschluss zu üben, in vielem zu weit gegangen ist und @M.S. Grenzen überschritten hat. Sein persönliches Charisma aber, seine natürliche Autorität haben in mir nie den Eindruck aufkommen lassen, dass er zu Kreuze krieche. Der Groll, den viele in der FSSPX gegen diesen Papst hegen, weil er die Exkommunikation gegen Exzellenz Lefebvre aussprach, macht manche berechtigte Kritik maßlos und ungerecht. Dabei hat der aus dem Widerstand kommende Pole im Herzen gewiss hohe Achtung vor dem Weg des Erzbischofs gehabt. Es gab damals sicher niemanden im Vatikan, den diese Exkommunikation mehr geschmerzt hat als ihn. @M.S. mit ihrem letzten Satz haben Sie es auf den Punkt gebracht! Ich sehe deshalb beide im Himmel vor Gott als Gerechte: Johannes Paul II. und Erzbischof Lefebvre!

    • Haben Sie eine Quellenangabe, die die Beurteilung der Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. durch Prof. Dr. May belegt? Das wäre mir sehr wichtig.

  17. Alles was geschieht geschieht in der liebenden Vorsehung des allmächtigen und weisen Gottes der sich uns Menschen in und durch Jesus Christus geoffenbart hat (AT, NT, Tradition und Führung im Petrusamt durch den Heiligen Geist; unter entsprechenden Voraussetzungen).

    Wir glauben oft, wir könnten die Vorgänge in der Kirche (und in der Welt) in dieser Zeit, in der wir jetzt leben, richtig einordnen und den Sinn mit unserer Ratio allein erkennen. Aber genau da liegt wohl der große Irrtum. Deswegen spricht Josef Ratzinger/Papst Benedikt XVI. doch auch vom Relativismus der aus dem Rationalismus erwächst.

    Was heißt das denn für das Erkennen der Zeichen der Zeit in der wir leben? Meines Erachtens müssen wir uns für die mystische und prophetische Dimension des Wortes und der Taten Gottes in der Hl. Schrift und in der Tradition bzw. der Geschichte der Kirche einlassen. Die Kirche Gottes ist (auch) der mystische Leib Jesu Christi, was bedeutet, das sie und ihr Leben (in der Geschichte) sehr geheimnisvoll ist.

    Es gibt in den letzten Jahrzehnten außerordentliche Besonderheiten in der Kirche (und in der Welt), die uns zu denken geben könnten und uns Aufschluss als Zeichen der Zeit geben können. Z. B. im Wort Gottes, etwa Jesu Worte im Evangelium in den Endzeit-Reden „wehe aber den Frauen die ein Kind erwarten in jenen Tagen“; oder an anderen Stellen „Wenn ihr den unheilvollen Gräuel an heiliger Stätte stehen seht“ oder … .

    Auch der Kampf einer kleinen Minderheit für die Ehre Gottes im Sinne der Tradition und im Sinne des wahren Glaubens, in dem die Ehre Gottes immer im Mittelpunkt steht, ist eine der Besonderheiten dieser Zeit. Denn die Gottesfurcht ist (immer) der Anfang der Weisheit. Und: „Wer das Heilige heilig hält der wird geheiligt, und wer sich darin unterweisen lässt, der findet Schutz“.
    Alles Aspekte die in der anthrozentrischen Religion von heute nicht mehr beachtet werden, weil der Mensch sich hat verführen lassen, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

  18. Vieles was ich hier über JP II lese kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Mag er ein „großer Liebender“ gewesen sein oder „den Schulterschluß mit den anderen Religionen“ gesucht haben. Dann hat er aber rein menschlich gehandelt und letzlich nicht auf Gott vertraut. Das erste Gebot gilt auch für den Papst und wie wir aus dem Alten Testament wissen, ist Gott ein eifersüchtiger Gott. Er wird es aus keinem Grund tolerieren, mit Götzen auf eine Stufe gestellt zu werden.
    Die größte und beste Zeit dieses Papstes war die seines Leidens. Dies war wirklich beispielhaft und hat mich tief berührt.
    Was die ursprügliche Frage der Bruderschaft betrifft, so hat man damals auf Zeit gespielt und auch heute das wirkliche Problem verträngt. Vielleicht hat ja auch der Vatikan eine Chance vertan. Letzlich wird der VK-II-Wahn zementiert (Hermeneutik) und durch ein paar kosmetische Maßnahmen (Summorum Pontificum) soll die traditionelle Seite bei der Stange gehalten werden. Niemand will dort scheinbar den wirklichen Bruch im Glauben wahrnehmen. Ich kann nur jedem Konzilsenthusiasten die Enzyklika „Pascendi Domici gregis“ von Pius X empfehlen.
    Die Kirche hätte sich ja nur an diese Worte halten müssen. Aber so hat man sich in einer grenzenlosen Hybris der Welt angebiedert. Entgegen der Warnung unseres Herrn. Diese Entwicklung kann, nach meiner Meinung, nur von einem wirklich katholischen Papst gestoppt werden. Aber woher soll der jetzt noch kommen?

Comments are closed.