Kirchenzeitungs-Chefredakteur liefert kritische Bestandsaufnahme des Konzils und seiner „Früchte“ – Der Ausweg?

Stefano Fontana: Das Konzil der Kirche zurückgeben. 10 Fragen an das Zweite Vatikanische Konzil(Triest) Stefano Fontana, der Direktor des International Observatory Cardinal Van Thuan for the Social Doctrine of the Church (Kardinal Van Thuan Beobachtungsstelle für die Soziallehre der Kirche) und Chefredakteur der Kirchenzeitung der Erzdiözese Triest gab im April das Buch Il Concilio restituito alla Chiesa (Das Konzil der Kirche zurückgegeben. 10 Fragen an das Zweiten Vatikanum, Turin 2013) heraus. Der Autor bemüht sich darin um eine „Wiederentdeckung“ des Konzils durch seine Interpretation als Teil der kirchlichen Tradition und aus der Tradition heraus. Das Vorwort zum Buch schrieb der Erzbischof von Triest, Msgr. Giampaolo Crepaldi.

Fontana versucht das Zweite Vatikanische Konzil und die anschließende Entwicklung bis heute aus dem Blickwinkel eines einfachen Katholiken zu betrachten, der frei von theologischen und kirchenpolitischen Richtungsinteressen ist. „Dieser Gläubige, irgendein Gläubiger, bin ich selbst, sind wir, die wir diese Zeit erlebt haben, ohne einen Lehrstuhl an einer päpstlichen Universität innezuhaben, ohne alle fünf Bände der Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils von Giuseppe Alberigo1 gelesen zu haben, ohne Romano Amerio, den Autor des berühmten Iota Unum ((Amerio, Romano: Iota Unum. Eine Studie über die Veränderungen in der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert, Ruppichteroth 2000. Einer der führenden traditionsverbundenen Kritiker des Konzils und der nachkonziliaren Entwicklung in der katholischen Kirche.)) gekannt zu haben, ohne an den in diesen Jahrzehnten und noch mehr im von Benedikt XVI. ausgerufenen Jahr des Glaubens, das mit dem 50. Jahrtag der Konzilseröffnung am 11. Oktober 1962 zusammenfällt, so zahlreichen Tagungen und Kongressen über das Zweite Vatikanum teilgenommen zu haben“ (S. 14).

Der Autor beginnt mit einem Rückblick, den Erinnerungen aus seiner Kindheit, die er in einer durch und durch katholischen Umwelt erlebte, als die Kinder von Ordensfrauen und Priestern im Talar unterrichtet wurden; als der Priester beim heiligen Meßopfer zu Gott hin gerichtet war; als die konsekrierte Hostie kniend und in den Mund empfangen wurde und auf keinen Fall gekaut werden durfte; als man ab Mitternacht nüchtern bleiben mußte, um die Kommunion empfangen zu können. „Alle diese Dinge endeten mit dem Konzil. Dieser unser irgendein Gläubiger weiß nicht recht zu sagen, ob sie wegen des Konzils endeten oder ob sie sich bereits erschöpft hatten und das Konzil nur diese Auszehrung beheben wollte. Der Zusammenhang zwischen dem Konzil und dem Ende einer Epoche ist in seinem Denken aber ganz deutlich präsent“ (S. 17).

Die katholische Publizistin und Historikerin Cristina Siccardi schrieb in einer Besprechung des Buches: „Es sind nicht die jammervollen Tränen von einem, der Nostalgie nach einer Vergangenheit hat, die nicht wiederkehrt. Es ist die intelligente Fassungslosigkeit von jemandem, der plötzlich und durch eine solche Seelsorge einer unverbrüchlichen Unterweisung beraubt wurde, die die Seelen nährte und ihnen den Weg zeigte, wie sie harmonisch und ohne Schizophrenien zum Heil gelangen konnten. Es ist die Stimme des Glaubens, die aus dem Inneren des Gläubigen eine Kohärenz in den Grundsätzen einfordert und die begreifen will, warum plötzlich, ab einem bestimmten Punkt, während der Heiligen Messe mit Gandhi und Martin Luther King gebetet, während der Elevation die Musik von Pink Floyd gespielt und der Katechismus auf der Grundlage der Liedtexte von Fabrizio De André und Giorgio Gaber erteilt wurde.“

Der Autor stellt seine Überlegungen zum Zweiten Vatikanischen Konzil mit der klaren Absicht an, eine Lösung für das Dilemma zu suchen. Eine Lösung, die er darin ausfindig macht, das Konzil im Diskurs einer „richtigen Interpretation“ zu kanalisieren, jener Linie einer „Hermeneutik der Erneuerung in der Kontinuität“, die Benedikt XVI. aufzeigte. „Das Unternehmen ist schwierig, wie der Chefredakteur von Vita Nuova selber zugibt. Und wir fügen hinzu, daß es geradezu unmöglich ist, weil eine richtige Interpretation des Konzils allein nicht ausreicht. Um auf realistische Weise die Probleme lösen zu können, müssen die Knoten in den Konzilsdokumenten gefunden und entwirrt werden. Nur auf diese Weise wird das Konzil wirklich der Kirche zurückgegeben“, so Siccardi.

„Fontana sucht nach einem Heilmittel, weil er die ganze Last des Abgrunds sieht, der sich in diesen 50 Jahren der Früchte des Konzils aufgetan hat. Es handelt sich um eine Bestandsaufnahme der Brüche zwischen dem Vorher und dem Nachher des Konzils ohne jede Heuchelei und Verschleierungsversuche. Er sieht sich durch die Ehrlichkeit einer ungewissen und verwirrenden Situation gegenüber. Und letztlich ruht seine Hoffnung, wie bei jedem treuen Gläubigen auf einem Eingreifen der Vorsehung, die imstande ist, die Irrtümer, Fehler und Spaltungen zu überwinden, auch und um so mehr in der Kirche, deren Haupt und Gründer allein Christus ist.“

Text: Corrispondenza Romana/Giuseppe Nardi

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  1. Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils (1959-1965), 5 Bände, Mainz 2000-2007, die von der Schule von Bologna herausgegebene und von der deutschen Bischofskonferenz stark bezuschusste Konzilsgeschichte aus progressiver Sicht. []

10 Comments

  1. Anmerkungen:
    1. Ich bedauere, nicht Italienisch zu können, und schon gar nicht Bücher in dieser Sprache lesen zu können. Im italienischen Katholizismus werden noch lebendige Fragen gestellt, die im todlangweiligen deutschen Katholizismus keine Rolle spielen.
    2. Es ist eine allgemeine Erfahrung: Wenn man sich verlaufen, die Orientierung verloren hat, muss man an den Ausgangspunkt zurück. Und das ist die Kirche vor dem Konzil.
    3. Nicht weil alles wunderbar war. Als ich das erste Mal das Buch von Erzbischof Lefebvre las: „Das Opfer unserer Altäre“ , da war ich überzeugt, dass die Kirche kurz vor dem Konzil dringend eine Vertiefung des Glaubens gebraucht hätte. Aber diese bequem, behäbig-gemütliche Kirche war NICHT heterodox.
    4. Vertiefung wäre notwendig gewesen, gekommen ist die Verflachung, philosophisch, theologisch, zeitgeistangepasst.
    5) Die „Tradition“ ist in einem Dilemma, am Youcat ist es zu verdeutlichen. Ich finde ihn gut gemacht, er ist anregend zu lesen. Die Spalten am Rande, passende Bibelzitate, Zitate von großen Heiligen, wirklich gut gemacht.
    6) Doch leider sind inhaltlich teilweise starke Vorbehalte bis Ablehnung angebracht. Die „Konzilstheologie“ schlägt durch, verdunkelt beispielsweise das Bild von der Kirche, huldigt einem nicht hinnehmbaren Ökumenismus.
    7) Folglich muss, wenn man den Glauben vollumfänglich bewahren will, der „alte Katechismus im Dienst bleiben“. Auch wenn dem ein neues Gewand gut stehen würde. Er könnte in der Aufmachung erfrischender sein, ohne inhaltliche Abstriche. Doch „die Tradition“ hat keine Autoritäten, keine Bischöfe, die berechtigt wären, einen in der Form neuen Katechismus, ohne Abstriche am Glaubensgut, herauszugeben.
    8) Es ist ein Dilemma. Aber lieber den Glauben vollumfänglich bewahren, als dem konziliaren Glaubenspluralismus zu verfallen.

  2. „eines einfachen Katholiken zu betrachten, der frei von theologischen und kirchenpolitischen Richtungsinteressen ist“

    So einen Katholiken gibt es gar nicht!

    Spätestens der Besuch einer Messe im NOM oder im traditionellen Ritus, die regelmässige Beichte oder auch nicht, das Gebet in der Familie oder des Rosenkranzes, ALL DIES sind bereits „Richtungsinteressen“.

    Sein Versuch, das Konzil durch eine „Hermeneutik der Erneuerung in der Kontinuität“ retten zu wollen, zeigt, dass auch er NICHT frei von Richtungsinteressen ist.

    Somit dient diese Behauptung, Leser aus der traditionell-konservativen Ecke zu ködern. Die Progressisten interessieren seine Betrachtung schon gar nicht.

  3. Somit dient diese Behauptung dazu, Leser aus der traditionell-konservativen Ecke zu ködern. Die Progressisten interessieren sich für seine Betrachtungen schon gar nicht.

    Und die Knoten in den Konzilsdokumenten wurden bereits von vielen gefunden. Man sollte einfach einmal bereit sein, sich in die Veröffentlichungen von Personen einzuarbeiten, die der FSSPX verbunden sind.

    Ohne ideologische Scheuklappen, weil diese angeblich ungehorsam sind. Dies trifft auch auf die Progressisten zu, denen man stets den roten Teppich ausrollt und die trotz des Ungehorsams unaufhaltsam befördert werden.

  4. Fünfzig Jahre danach stellt sich die drängende Frage, ob das Konzil wirklich ein Werk des Heiligen Geistes war. Immer war es die Weisheit des Hl. Geistes, die Kirche vor Irrtümern und vor den Verfolgungen aller Gegner und dem Ansturm der Welt zu schützen. Aber im Konzil durften die Irrtümer nicht mehr benannt werden, und alle Mühe ging dahin, Friede mit der feindlichen Welt und mit allen Gegnern zu machen.
    Auf keinen Fall war das Konzil ein neues Pfingsten, für das man es hielt. Denn vom Pfingsttag an begann ein unvorstellbares Wachtum der Kirche, trotz aller Verfolgung. – Doch seit dem Konzil erfährt sie einen unvorstellbaren Niedergang, der bis heute kein Ende findet. Und ihre Gegner setzten alles darn, sie völlig zugrunde zu richten.

  5. Der Konzilstext kann wegen der Irrtümer, die er enthält, nicht durchgängig in Übereinstimmung mit der traditionellen Lehre interpretiert werden. Klare Irrtümer sind nämlich einer Interpretation gar nicht fähig!
    Ein Beispiel
    Im Dekret „Unitatis redintegratio“ über den Ökumenismus heißt es in Artikel 3:
    „Ebenso sind diese getrennten Kirchen und Gemeinschaften trotz der Mängel, die ihnen nach unserem Glauben anhaften, nicht ohne Bedeutung und Gewicht im Geheimnis des Heils. Denn der Geist Christi hat sich gewürdigt, sie als Mittel des Heils zu brauchen, deren Wirksamkeit sich von der der katholischen Kirche anvertrauten Fülle der Gnade und Wahrheit herleitet.“

    Dagegen verkündete das Konzil von Florenz im 15. Jahrhundert folgendes Dogma: „[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, daß ‚niemand außerhalb der katholischen Kirche — weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter — des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, daß die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und daß nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt‘

    • „130 Sind auch nichtkatholische Christen unsere Schwestern und Brüder?

      Alle Getauften gehören zur Kirche Jesu Christi. Deshalb werden auch die Getauften, die sich von der vollen Gemeinschaft der Katholischen Kirche, in der die Kirche Jesu Christi fortbesteht, getrennt finden, zu Recht Christen genannt und sind deshalb unsere Schwestern und Brüder (817-819)

      Die Trennungen von der einen Kirche Christi entstanden wegen Verfälschungen der Lehre Christi, menschlicher Verfehlungen und mangelnder Versöhnungsbereitschaft – meist bei Vertretern beider Seiten. …“ (Youcat 130)

      Im nachkonziliaren Jugendkatechismus der Katholischen Kirche, das Vorwort ist von Papst Benedikt XVI. unterschrieben, lernen katholische Jugendliche die „Kirche Jesu Christi“ und die Katholischen Kirche, „in der die Kirche Jesu Christi fortbesteht“ zu unterscheiden. Diese offensichtlich „geistige Kirche Jesu Christi“ besteht in der Katholischen Kirche fort. Im Anschluss an „Lumen Gentium 8.
      Diese „Konzilssprache“ widerspricht der katholischen Lehre, wonach die Katholische Kirche die Kirche Jesu Christi IST.
      Das ist nur ein Beispiel. Für mich stellt sich – nicht nur hier – die Frage, wie die FSSPX bei einer kirchenrechtlichen Anerkennung als Personalprälatur mit diesem Jugendkatechismus umgegangen wäre oder umgehen wird. Eine Personalprälatur als Institution der katholischen Kirche hat nicht das Recht auf einen eigenen Katechismus.
      „Klare Irrtümer sind einer Interpretation gar nicht fähig“, schreibt Dr. Schüler. In der Konzilskirche ist das möglich…

  6. Es mag sein, dass das Konzil Irrtümer verbreitet hat. Wer das behauptet, muss darlegen, wie dies möglich werden konnte, denn er rüttelt mit dieser Behauptung an den Grundfesten der Kirche, zu deren Selbstverständnis es gehört, dass ein Konzil in Einheit mit dem universellen Hirten nicht irren kann. Auf diesem Dogma beruht das gesamte Lehramt der Kirche. Wenn man nun also nachweisen würde, dass ein Konzil geirrt hat, wäre die logische Konsequenz, dass es ein verbindliches, vom Heiligen Geist geleitetes Lehramt, das die Kirche vor Irrtum bewahrt, gar nicht gibt. Ich frage mich ernsthaft, was letztlich das größere Übel für den Glauben und die Kirche wäre. Benedikt hat deshalb darauf gesetzt, das Konzil nicht zu verurteilen, sondern zu überwinden, in dem er an die Tradition anknüpfen und deren Wahrheit wieder zum leuchten bringen wollte. Niemand ist ihm dabei gefolgt, niemand hat ihn unterstützt, und so geht die Kirche weiter ihren Weg Richtung Abgrund.

    • An „den Grundfesten der Kirche rüttelt“ nicht nur, sondern er trennt sich von der Kirche, wenn er einer definierten Glaubenswahrheit widerspricht, sie leugnet.
      Das 2. Vat. Konzil hat sich ausdrücklich durch die Päpste und die Konzilsväter als nichtdogmatisches, als Pastoralkonzil bezeichnet. Es hat nicht eine neue Glaubenswahrheit als verbindlich zu glauben definiert. Es hat im Gegenteil durch den Predigt- und Redestil, der nicht nur unverbindlicher ist, sondern teilweise widersprüchlich, einen Glaubensgehorsam unmöglich gemacht. Oder kann man im Glauben Widersprüchen gehorchen? Wo bleibt hier die Logik?
      Von daher ist die Unfehlbarkeit noch nicht angetastet. Dennoch darf das Problem nicht mit diesem Hinweis verharmlost werden.
      Es ist aber lösbar. Ein „dogmatisches Konzil“ könnte mit seiner unfehlbaren Autorität, wenn diese in Anspruch genommen wird, dieses unselige II. Vaticanum verwerfen. So etwas muss aber geistig-geistlich vorbereitet werden. Ich glaubte, die FSSPX sei von ihrer Geschichte her dazu berufen, dieses Bewusstsein zu wecken und wachzuhalten. Ich mag diesen Glauben nicht aufgeben…

      • Danke, cuppa, für Ihre Antwort. Ich glaube, hier sind wir am „theologischen Knackpunkt“ angelangt. Wenn es gelänge, theologisch und/oder historisch fundiert zu nachzuweisen, warum dieses Konzil so verlief, wie es verlaufen ist, dass es und warum es „Irrtümer“ fabrizieren konnte, dann wäre wohl die Zeit gekommen, diese Kirchenversammlung als kein Ereignis des ordentlichen Lehramtes anzusehen, weil es böse Früchte hervorbrachte. Aber die Erschütterung der Heilsgewissheit wäre dennoch groß. Außerdem fehlt ja weiten Teilen der Kirche der Bezugspunkt zur Wahrheit des Glaubens, der zur Erkenntnis führen würde, dass die Früchte faulig sind. Noch immer gibt es eine Unzahl von Gläubigen, die von Tradition und alter Litugie völlig unberührt sind oder sein wollen. Deshalb hielt ich auch immer die Überwindung durch besseres Beispiel für den einzig gangbaren Weg, deshalb habe ich immer plädiert und gehofft, dass die Tradition und mit ihr natürlich die „Hüterin des Feuers“, die FSSPX wieder in die Kirche einziehe. Jetzt ist natürlich vorerst kein Gedanke mehr daran.

      • hicesthodie, ich glaube nicht, dass die FSSPX innerhalb der Kirche die Möglichkeit hatte und derzeit haben wird, das „Feuer zu hüten“, um bei Ihrem Bild zu bleiben. Ich sehe eher die Gefahr, dass es zum Verlöschen gebracht würde.
        Nur „im Exil“ (Bischof Tissier am Pfingstfest) kann die Tradition überleben. Sie braucht den Schutz eines Papstes, der bewusst an das Lehramt der vorkonziliaren Päpste anknüpft und sich auch durchsetzen, d.h. sich auf wichtige Mitarbeiter innerhalb der Kurie verlassen kann.
        Erzbischof Lefebvre hatte das Abkommen mit Rom vom 5. Mai 1988 widerrufen und stattdessen Bischöfe geweiht. Es brachte dem einstmals geachteten Würdenträger die Exkommunikation ein. Er nahm sie in Kauf, der Kampf um den bedrohten Glauben hatte für ihn Vorrang. Innerhalb der Kirche ist dieser Kampf um den Glauben für die FSSPX auch jetzt nicht zu gewinnen. Die „letzte Bastion der Tradition“ würde geschliffen.
        Es ist schmerzlich, solch einen Kommentar zu schreiben. Doch die Realität gebietet ist. Davon bin ich überzeugt.

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