Neue liturgische Bewegung – Würdige Zelebration des Novus Ordo öffnet Weg zur Alten Messe

Messe Pius V. welche Voraussetzungen braucht es für die Rückkehr?(Rom) Einige Gedanken von Cordialiter zur Rückkehr zur überlieferten Form des Rämischen Ritus, den Voraussetzungen dafür und den Zusammenhang zwischen einer würdigen Zelebration des Novus Ordo und dieser Rückkehr.

Vor einigen Jahren gab der traditionsverbundene Abbé Claude Barthe der kämpferischen Vereinigung Paix Liturgique ein Interview. Darin sagte er, daß die überlieferte Messe ohne ein günstiges Klima nicht darauf hoffen kann, wieder auf breiter Basis in die normalen Pfarreien zurückzukehren. In diesem Sinn äußerte er die Hoffnung, daß der Ritus von Paul VI. so traditionell wie möglich und den Vorgaben des Zweiten Vatikanums gemäß zelebriert werde (ad Deum, kniender Kommunionempfang, Römischer Kanon, Gregorianischer Choral usw.), um dadurch jenes freundliche Klima für den Übergang zum tridentinischen Ritus zu schaffen.

Ich stimme mit Abbé Barthe überein, weil die Erfahrung zeigt, daß viele von jenen, die in der Vergangenheit sich um eine würdige Zelebration nach dem Missale Pauls VI. bemühten, durch das Motu proprio Summorum Pontificum den Schritt zur außerordentlichen Form des Römischen Ritus vollzogen haben oder dabei sind, ihn zu vollziehen. Denken wir nur an jene wie Don Alfredo Morselli, Don Nicola Bux, Pater Stefano Manelli und viele andere. Wenn alle Priester die neue Messe im erwähnten traditionellen Sinn zelebriert hätten, dann wäre schon heute die tridentinische Messe wieder die „ordentliche“ Form des Römischen Ritus.

Im übrigen ist es, ohne ein Wunder, wohl undenkbar, daß ein Priester, der gewohnt ist, die Heilige Liturgie durch verschiedenste Mißbräuche und Respektlosigkeiten zu quälen, sich plötzlich dafür entscheiden würde, zur traditionellen Messe überzugehen.

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Una Fides

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34 Comments

  1. Die Wiedereinführung der alten Messfeier wäre wohl das beste was der Kath. Kirche in dieser zeit der Verirrung passieren könnte.
    Nicht vergessen sollte dabei das Stufengebet ( Zum Altare Gottes will ich treten, zu Gott der mich erfreut von Jugend auf —-) um die hl. Messe mit der gebotenen Demut zu beginnen. Die Demut welche durch das blöde Einleitungsgeschwätz vieler Geistlicher in völlige Vergessenheit geraten ist.

    • „blödes Einleitungsgeschwätz “
      das trifft es genau, man kann vor lauter Worten den Ritus nicht mehr erkennen, denn verliebt in den Wohlklang der eigenen Stimme, wird meist schon bei der Einleitung eine Predigt gehalten.
      Schrecklich, jede Mitgliederversammlung eines e.V. hat mehr Ordnung, als viele sog. „Hl.Messen“

  2. Eine würdige Zelebration gemäß dem im Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils von Papst Paul VI. reformierten Messbuch setzt freilich die Gültigkeit und Orthodoxie der reformierten Messe voraus.

    • Erst einmal ging die Reform Pauls VI. weit über die Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils hinaus und hat den liturgischen Mißbrauch erst möglich gemacht. An der Gültigkeit wäre weitaus weniger zu zweifeln, wenn man den Novus Ordo in einer würdigen Form wie sie Papst Benedikt XVI. in Rom im Petersdom pflegte, zelebrieren würde. Die Gültigkeit des Novus Ordo ist dann nicht zu bezweifeln, wenn der Priester in der Intention des Opfercharakters zelebriert, und ohne wenn und aber an die Transsubstantation glaubt. Doch das ist bei den meisten Priestern leider nicht mehr der Fall. Eine der faulen Früchte dieser fatalen Reform durch den unseligen Paul VI.

  3. Ja, aber ob es nicht genauso ein Wunder wäre, wenn ein Priester, der es gewohnt ist, im Novus ordo regelmäßig eine dieser furchtbaren Radaumessen zu feiern, nun plötzlich gewillt sein wird, den Novus ordo würdevoll zu feiern? Und ermahnen lassen tun sich die Herren ja überhaupt nicht, nicht mal vom Papst selber… zumal sie ja ihre Bischöfe hinter sich wissen…

    Dennoch passt diese Idee Cordialiters zu dem Gedanken, den wohl Benedikt hatte, als er den Vetus ordo wieder großzügig zuließ: irgendwann verlieren sich das blöde Gedudel, die unsäglichen „Familiengottesdienste“ mit platten „Neuen geistlichen Liedern“ (die schon ein halbes Jahrhundert lang überholt sind) etc. Ich bin aber nicht überzeugt, dass das so einfach funktioniert. Es klingt nach Johannes XXIII., der den inzwischen erwiesen falschen Glauben äußerte, die Irrtümer würden sich ganz schnell von selbst verlieren wie der Morgennebel.

    Es bedürfte sehr wohl auch klarer Instruktionen, die auch durchgeführt werden müssen (!!!) – wenn nicht, dann Suspendierungen wegen blasphemischer Verhaltensweisen und krassem Ungehorsam bzgl. der Hl. Messen – dann wäre Corialiters Weg ein Weg, der Kontinuität wahrt. Und wenn Priester dann aussteigen – gut so, fort mit ihnen! Die EKD wird sie mit offenen Armen empfangen…

    Ohne einen Bruch unter den Katholiken wird es wohl kaum gehen. Andererseits muss man sich fragen, warum die Ungehorsamen, die bewussten und nicht umkehrwilligen Sünder, die Aufsässigen und die offenen Häretiker um jeden Preis gehalten werden sollen. Im NT lesen wir, wie sie ohne Zögern um ihres eigenen Heils willen exkommuniziert werden. Ich begreife die Rücksichtnahme nicht, die man aber gegenüber denen, die an der tradierten Lehre festhalten, nicht walten lässt.

    Das letzte Wort hat Jesus. Die Gottesmutter, die für uns, die wir versinken im Schlamm, die Unversehrtheit aufrechthält unter Schmerzen, wird sich am Ende freuen.

  4. Das Problem liegt aber darin, dass in einer durchschnittlichen deutschen Pfarrei der Priester bereits aus der Gemeinde gemobbt wird, wenn er versucht sich bei der Zelebration auch nur annähernd korrekt an das Missale Pauls VI. zu halten.

    • In Wels/Oberösterreich war das letztes Jahr so.
      Der hat nicht integriert … und wie auch immer diese Floskeln dann heißen.

      Er hat als Pfarrer einfach wieder das Kommando übernehmen wollen, welches von Pastoralassistentinnen gehalten wurde.
      Die Medien haben dann das restliche getan

      • Genauso war es bei uns in München auch. Der Kardinal hat dann versucht den Pfarrer als psychisch labil darzustellen und ihn unter Androhung von Zwangsmassnahmen aus dem Pfarrhaus geworfen. Weil er sich geweigert hat in eine Klinik zu gehen darf er jetzt nur noch in einem Altenheim aushelfen. Und daß mit gerade 40 Jahren. Gleichzeitig sind immer mehr Pfarreien verwaist.

  5. Da ist doch reines Wunschdenken aus einer ganz kleinen Nische der Kirche.

    Allein die Tatsache, dass die alte Messe immer auf Latein gehalten wird, ist schon ein Grund, dass sie nie wieder als „ordentlicher Ritus“ Einzug halten wird. Es gibt ja sogar Traditionalisten die zugestehen, dass es besser wäre, die alte Messe in der Landessprache zu feiern als die neue auf Latein (da sie sogar im korrekt auf Latein gefeierten neuen Ritus Probleme sehen).

    Geht nach vorne! Avanti, wie der Papst sagt!

  6. Normalerweise sollte man auf Träumereien, die mit der Realität nichts zu tun haben, überhaupt nicht reagieren, mit keiner Silbe. Wenn jemand Luftschlösser bauen will, es sei ihm unbenommen, aber es geht mich nichts an.
    Wenn dieser, ich muss es sagen, Spinner Cordialiter, nicht für sich in Anspruch nehmen würde, für die Tradition zu sprechen und auch noch regelmäßig veröffentlicht würde. Dieser Blogger versteht die Tradition nicht, vielleicht liebt er Weihrauch, dem irgendwelche Substanzen beigemischt sind, die das Bewusstsein verändern.
    Es lag nicht in der Absicht des II. Vatikanischen Konzils, noch Paul VI., einen Ritus zu schaffen, der, wenn er nach den Rubriken zelebriert wird, wieder zum klassischen römischen Ritus führt. Das ist in sich unüberbietbarer Unsinn.
    „Der römische Ritus, wie wir ihn kannten, ist tot,“ verkündete ein wichtiges Mitglied der Kommission, die den neuen Ritus erarbeitete. Das war das Ziel: Die Messe Paul VI. sollte den klassischen römischen Ritus auslöschen. Wahrscheinlich wäre das Unglück geschehen, wenn nicht ein Erzbischof Widerstand geleistet hätte: Marcel Lefebvre.
    Die Gefahr ist noch nicht beseitigt: Die Gerüchte verstummen nicht, dass an der Reform der klassischen Liturgie gearbeitet wird, die Tridentinische Messe durch „eine Reform“ zerstört wird. Und „die Tradition“ ist derzeit geistig-geistlich führungslos: Die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften sind von Rom und den Ortsbischöfen total abhängig, die Leitung der FSSPX wartet sehnsüchtig darauf, sich endlich in die „unbekehrte Konzilskirche“ eingliedern zu dürfen, und die Sedisvakantisten sind alles andere als ein Ausweg.
    Cordialiter ist wahrscheinlich kein harmloser Träumer. Er leistet Vorarbeit. Indem er die unüberbrückbaren Unterschiede zwischen der außerordentlichen und der ordentlichen Form des römischen Ritus verwischt. Gegen jede Logik. Aber mit voller Absicht.
    Er ist nicht das Problem. Die Gefahr ist, dass die Tradition völlig führungslos ist.

    • Kennen Sie die Geschichte von König Joshija in 2. Könige 22 und 23? Da wird beschrieben, wie dem jungen König Israels die Thora-Rollen vorgelesen werden, nachdem sie im baufälligen Tempel, unter dem Unrat und vielem Geld wieder gefunden worden waren. Joshija, der davon niemals etwas gehört hatte (!) und dessen Väter die schlimmsten Greuel eingeführt hatten, die aber fromme Anklänge hatten (vgl. Kap. 21), zerreißt sich die Kleider als er hört, was Gott zu Israel in Wahrheit gesprochen hatte. Er ist verwirrt und doch wurde sein Herz weich: er befragt die Prophetin Hulda, was das bedeutet. Es ist berührend und wegweisend, wie in dieser Geschichte bereits eine vollmächtige geistliche Frauenrolle beschrieben wird nicht als gleichberechtigte Priesterin, sondern an der Seite der Priester, die ihr Charisma nicht haben, sondern sich von ihr raten lassen müssen. Aber das nur am Rande.
      Ich fürchte, liebe Cuppa, anders wird es auch uns nicht gehen können. Cordialiter ist kein Spinner. Er probiert Gedankenspiele, die zu einer Lösung führen könnten. Seine Gedankenspiele drücken die große Sehnsucht danach, dass der unselige Zustand aufhört, in dem wir uns befinden.
      Joshija wird von Hulda angekündigt, dass der Segen Gottes auf ihm ruhen wird, dass aber das Unheil, das konsequent aus den Untaten Israels (durch seine Väter) folgt, auch geschehen wird – nach ihm.
      Ja, liebe Cuppa, das ist hart. In wenigen Jahrzehnten ist fast alles zerstört worden. Ein Wunder müsste geschehen, um das zu ändern. Bedenken wir, dass uns nicht nur vorausgesagt ist, dass die Pforten der Hölle die Kirche nicht verschlingen werden, sondern dass uns auch vorausgesagt ist, dass es ein Ende haben wird hier.
      Jetzt scheint der Zeitpunkt gekommen, an dem wir das ins Auge fassen sollten. „Komm bald, kürze das ab, Herr, wenn die Zeit gekommen sein sollte!“ Am Himmelfahrtstag traf es mich: ER wird in den Wolken kommen, sagen die Engel zu den Aposteln. Nie vorher war mir das so deutlich geworden!

      • Zeitschnur, Sie haben es aus meinen Kommentaren wahrscheinlich gesehen: Für mich ist Erzbischof Lefebvre die Orientierung, der Maßstab in dieser dunklen Phase der Kirchengeschichte. Er ist es geworden, muss ich hinzufügen. Alles, was er beschreibt, habe ich in der Konzilskirche gefunden, nichts ist übersteigert, fantasiert.
        Vor allem: Er beruft sich nicht auf sich selbst, verlässt sich nicht auf seine Ideen, Gedankenspiele, Vorstellungen, sondern folgt der 2000jährigen Tradition der Kirche bedingungslos. Ich sehe keinen anderen Weg.
        Natürlich ist das meine Überzeugung, nicht allgemeingültig. Und diese Überzeugung verbietet mir, mir auch nur vorzustellen, zwischen der Tridentinischen Messe und der Messe Paul VI. würde es irgendeine Verbindung geben. Ich muss nur das Konzilskompendium aufschlagen, „Sacrosanctum Concilium “ lesen, bereits der erste Absatz zeigt es. Cordialiter, und im Hintergrund Abbé Barthe verbreiten aber solche Ideen. Wenn ich die Führung der FSSPX derzeit als stark wahrnehmen könnte, würden mich solche Einzelmeinungen wenig stören.
        Ich kann den Wunsch gut verstehen, diese Situation zu beenden, Sie können es mir glauben. Doch wenn es auf Kosten der Wahrheit geht, wird das Chaos noch größer. Wem ist damit gedient?

      • Woher haben Sie das Gerücht, die Alte Messe solle reformiert werden? Ich kannte nur die Idee, dass Benedikt dachte, dass beide Riten sich in der Zunkunft natürlich auch reformieren würden, möglicherweise in Auseinandersetzung miteinander.
        Es ist keine rhetorische, sondern eine echte Frage – ich bin nicht so bewandert über all diese Hintergründe. Ist es möglich, eine Quellenangabe zu machen, damit ich das für mich nachprüfen und druchdenken kann?

      • Vielleicht können Sie diese Beobachtung verstehen, Vincentius: wer weiß, wie eine Messe im alten Ritus „funktioniert“, kann im Novus ordo erkennen, welche Elemente der Überlieferung darin enthalten sind und was neu ist. Natürlich gibt es da eine sachliche Verbindung.
        Wenn Sie aber jüngere Menschen erleben, die keinerlei Kenntnis des Vetus Ordo haben, dann machen Sie die Erfahrung, dass sie auch den Novus ordo trotz Muttersprache in seiner inneren Logik nicht verstehen – und das weniger, als man auch ohne Lateinkenntnisse den alten Ritus verstehen kann. Diese Beobachtung trifft auch auf viele Priester zu: sie bekommen einfach den Bezug nicht hergestellt, der ihnen oft auch noch durch einen massiven, antrainierten, hochgelehrt-blasierten Zweifel am überlieferten Glauben (Stichwort: Transsubstantiation, oder: Unbefleckte Empfängnis Mariens) verdunkelt wird.
        In Messen, die von solchen Priestern und Laien vorbereitet werden (Laien: z. T. unsägliche Fürbitten, in denen förmlich um sündhafte Dinge gebetet wird, ich bitte Sie – und der Priester nickt dazu salbungsvoll), erkennen Sie teilweise nicht mehr, um was es eigentlich geht. Vor allem das Herzstück, die Eucharistiefeier, ist fast nicht mehr wiederzuerkennen. es werden fröhlich liturgische Normen gebrochen (Austeilung durch Laien in großem und unnötigem Stil, Intinktion, keine Gesten der totalen Hingabe und Ergebenheit mehr, viele Leute sitzen breitbeinig während er Wandlung auf ihrer Bank, bei uns auch die PGR-Vorsitzende, etc. etc.). Wer das erlebt, und dann mal in einen Alte Messe geht, hat das Gefühl, endlich zum Wesentlichen gekommen zu sein: schlichte Erhabenheit, unverklemmte Ergebenheit und Unterordnung unter den Herrn, Stille und Sammlung. Während im Familiengottesdienst nebenan zwei junge Leute „Neue geistliche Lieder“ von zweifelhaftem theologischem Inhalt als quasi-liturgische Gesänge zelebrieren, und zwar mit E-Gitarre und Radau-Schlagzeug.

        So betrachtet kann man Cuppas Bedenken schon verstehen.

      • Meine Quelle fällt mir derzeit nicht ein, ich habe es aus dem Internet. Es ist ein Gerücht. Namen, die für die Ausarbeitung stehen, sind einerseits Kurienerzbischof di Noia und andererseits Bischof Arthur Roche, Sekretär der Gottesdienstkongregation.
        Wenn ich mich richtig erinnere, wollte Papst Benedikt mehr Präfationen und Heiligenfeste.
        Hoffentlich verwechsle ich jetzt Monika Rheinschmitt, Vorsitzende von „Pro Missa Tridentina“ nicht, die sich wünschte, dass mal 20 Jahre gar nichts geändert wird an der Alten Messe. Wie stimme ich ihr zu!

      • Ach, Vincentius…
        Nur beim Überblick hat sich wenig geändert…Beim genauen Hinschauen der Kern. Doch es ist mir jetzt zu spät, darauf einzugehen.
        Nur noch das: Die Messe Paul VI., die NEUE MESSE, nicht die reformierte Messe, ist absolut ökumenefähig. Die KLASSISCHE RÖMISCHE MESSE, nicht die unreformierte, wurde von Martin Luther mit wüsten Beschimpfungen wegen ihres Opfercharakters bedacht. Sie ist nicht ökumekompatibel. Nicht zuletzt deswegen musste sie weichen. Das kann man schon nachlesen in Sacrosanctum Concilium 1. Ganz klar wird im Vorwort geschrieben, dass es um Ökumene geht und Anpassung an den Zeitgeist.
        Die Tridentinische Messe ist geradezu eine Antwort auf Luthers Häresien, obwohl sie natürlich viel älter ist, außerdem ist sie zeitlos. Das ist eine ihrer unüberbietbaren Stärken. Um das würdigen zu können, darf man aber nicht dem Zeitgeist verfallen sein…

      • Ich fürchte, so eine verhärtete Einstellung ist Ideologie.
        Lutherische Sturheit.
        Sie sind nicht das Lehramt!
        Gehorsam ist nicht Ihre Stärke.

        Seien Sie vorsichtig, um Ihres eigenen Heiles willen.

      • @ KonradGeorg: Wen sprechen Sie an? Wer ist hier lutherisch stur? Ich bitte öfters auch andere Poster hier drum: es wäre schön, wenn wir den, der nicht unserer Meinung ist, nicht ohne irgendeinen Anlass (z.B. dass der andere bereits persönlich wurde!) ad personam „anmachen“ oder gar bedrohen (mit Heilsverlust z.B.). Bitte argumentieren Sie in aller sachlichen Schärfe, kein Problem, aber nicht so – man weiß nicht mal, wen Sie im Hinblick auf welchen Sachstand genau meinen…

  7. Was sollen denn diese dauernden Forderungen nach Rückschritten. Ich kenne keinen Priester, der eine Messe im novus ordo nicht würdevoll feiert. Immer dieses Pauschalisieren.

    • Das Beispiel von Abbé Claude Barthe zeigt: Der gegenwärtige Zustand, in dem sich die Tradition befindet, ist aus der NOTSITUATION geboren. Normalerweise gehören Priester, ich hätte fast gesagt unter ‚die Fuchtel eines Bischofs‘. Abbé Barthe, auf den sich Cordialiter bezieht, scheint ein besonders kreativer Priester zu sein, mit immer neuen Ideen, der direkten Autorität eines Bischofs untersteht er nicht
      Der klassische römisch-katholische Priester ist gerade NICHT KREATIV, er ist ein Mann der Kirche, der Autorität des Bischofs untergeordnet. Menschenkenntnis, die ihn befähigt, ein kompetenter Seelenführer zu sein, hat nichts mit ungeordneter Kreativität zu tun.
      Zu verstehen ist der Wunsch der FSSPX-Leitung, aus der ungeordneten Situation herauszukommen. Doch die Hoffnung, die chaotische Situation der Konzilskirche ordnen zu können, ohne selbst im Chaos zu versinken, scheint mir eine Illusion zu sein.
      Abbé Barthe, dessen Sprachrohr Cordialiter zu sein scheint, hat sich von Erzbischof Lefebvre getrennt. Für mich bleibt dieser Erzbischof die Autorität der Tradition. Er hat ein reichhaltiges Erbe hinterlassen. Wenn die FSSPX dieses Erbe ernst nimmt, dann fällt ihr in dieser Notsituation eine Führungsrolle zu. Ob die anderen einverstanden sind oder nicht: Das Erbe des Erzbischofs muss lebendig bleiben, es darf nicht ins Archiv versteckt werden.

    • Regina,

      wenn Sie das im Ernst meinen, dann müssen Sie blind und taub sein !

      Vor zwei Jahren besuchte ich nur aus Liebe zu einer Verwandten
      mit dieser zu Weihnachten die „Christmesse“ in deren Gemeinde.
      Der Pfarrer, welcher heute Dekan ist, lief dabei bei der Predigt
      wie ein Moderator mit einem kabellosen Mikrofon zwischen den
      Reihen umher und sagte bei den Hirten waren doch auch Schafe.
      Daraufhin fragte er einen älteren Herrn:
      „Wie machen die Schafe ?“
      Daraufhin dieser laut :
      „Määh“
      Die Folge war brüllendes Gelächter in der gut besuchten Kirche.

      Als dann der Kirchenchor gesungen hatte zeigte der Pfarrer auf den Chor.
      Das Publikum applaudierte wie im Konzertsaal.
      Die singen doch nur noch aus Eitelkeit und nicht mehr zur Ehre Gottes !

      So und ähnlich geht es doch fast überall zu.

      In jedem Fall werde ich mir nie wieder den Besuch einer solchen „Messe“ antun.

      • Entweder haben Sie ein sehr großzügiges Verständnis von „würdig“ oder Sie sind wirklich in einer beneidenswerten Situation. Ich kann leider auf Anhieb drei Priester nennen, deren „Würde“ in der Zelebration dem Wort Hohn spottet. Ob die Messe dadurch ungültig ist, will und kann ich nicht beurteilen. Was sich im Altarraum abspielt, schmerzt in den erwähnten Pfarreien.
        Apropos schließe ich mich der Meinung an, daß eine gehörige Portion willentliche Vernichtung des poteniellen Priesternachwuchses in den Diözesen vorhanden ist, von nicht wenigen Priestern, aber auch den Bischöfen. Zumindest von meiner Diözese kann ich das aus nächster Anschauung vom verstorbenen Alt-Bischof behaupten und einigen (nicht allen, aber den tonangebenden) Ordinariatsleitern und sogar von einigen Priestern (die ich kenne).

      • Applaus ist nicht gleich Applaus – wenn in einer Mette Leute etwas vorbereitet haben zum Lob Gottes und für alle, und am Ende der Hl. Messe wird denselben gedankt und die Leute klatschen – gut, das kann man akzeptieren.
        Aber was Jan beschreibt, ist ja dieser widerwärtige Entertainment-Stil, der inzwischen eingezogen ist. Alle hippeln rum, reden dummes Zeug, brechen in Comedy-Gelächter aus und wenn dann auch noch geklatscht wird, wenn der Chor singt, geht das Barometer auf Grund.
        Sorry – verstehen Sie das nicht einfach spontan, ohne auf irgendwelche Väter hinweisen zu müssen, die vermutlich im Grabe stöhnen, wenn sie das alles mitansehen?

        Und noch was: da Sie keinen Priester kennen, der unwürdig im Novus ordo feiert, muss ich schließen, dass Sie entweder einen fabelhaften Ortspfarrer haben oder nie zur Kirche gehen…
        Ich könnte Ihnen aus dem Stand x Kirchen nennen, in denen die liturgischen Missstände grassieren.

        Ich persönlich leide unter den zahlreichen liturgischen Verstößen insbesondere während der Eucharistiefeier und ich leide unter der magelnden Sammlung und Stille. Und es scheint ja im Novus ordo einfach ganz leicht zu sein, die fakten zu schaffen, die wir vielerorts haben.
        Dass möglicherweise der alte Ritus früher „abgewickelt“ wurde, kann sein, ich weiß es nicht – aber besser jemand wickelt etwas ab, was in sich heil ist und dessen Botschaft nicht vom Zelebranten abhängig ist, als dieser geistlose Wildwuchs, den wir jetzt haben.

      • Schade! Die Beiträge von Zeitschnur finde ich meistens anregend und nachdenkenswert. Vincentius ist es nicht selten gelungen, mit wenigen Sätzen immer wieder die ganze Debatte zu verflachen.
        Ich gebe nur ein Beispiel: „Die Offertoriumsgebete machen den Kohl auch nicht fett.“
        Gebete machen den Kohl grundsätzlich nicht fett! Eine solche Sprache, bezogen auf Gebete der hl. Messe, ist würde- und ehrfurchtslos.
        Dann laufend persönliche Angriffe von @Dunkelkatholik, ohne jedes Bemühen, überhaupt auf die Sachebene zu kommen. Nach welchen Kriterien werden Beiträge gelöscht?

  8. Ich möchte nur zum einleitenden Artikel u. hier nur zum erwähntem „Gregorianischem Choral“ meine Gedanken äußern. In meiner Kindheit (die 10 J. vor Beginn des II. Weltkr., bes. des erlebten Bombenkrieges) lebte ich in „Liebfrauen“ in Hamm – überwiegend Mittelstand. Unser Pastor (bis anfangs d. 40er J.) war ein frommer Priester -warum mußman das eigentlich betonen; aber auch Priester sind ja „nur Menschen“…-, er war sehr angeregt worden von der „Liturgischen Bewegung“ (Romano Guardini) und dazu gehörte dann selbstverständlich auch die regelmäßige, gediegene Pflege des Gregorianischen Chorals. Wir lernten ihn besonders für das feierliche Hochamt an Sonn- u. Feiertagen, wie selbstverständlich zu singen – nicht nur mit der Schola, sondern auch mit der Gemeinde zusammen. Vor Ausbruch des II. Weltkr. kam auch der allseits bekannte Benediktinerpater Gregor Schwake, Abtei Gerleve hin u. wieder in unsere Gemeinde. – Ab den 50er u. 60er J., als ich schon nicht mehr zu Hause lebte, hörte ich hin u. wieder in Gottesdiensten den Gregor. Choral in einer Art singen, wodurch es mir fast verleitet wurde, ihn während einer hl. Messe mit Erbauung zu hören, daß er auch in die Andacht einfließen könnte. Also, wenn der Gregor. Choral schlecht =leiern oder schmieren, gesungen wird, sollte man es besser seinlassen. Denn es ist im Gregor. Choral -alleine der gute und richtige Gesang durch eine solide geschulte Schola (und natürlich auch nach Möglichkeit mit der Gemeinde),er schon, ohne die latein. Worte zu verstehen, die anbetende Gesinnung fördern kann , was auch zur inneren Stille hinführt. Und das ist auch in der sogen. „Neuen Meßfeier“ möglich, die ein Priester in gläubiger Demut und mit Freude zelebriert. Sicher, ich wünschte mir zu Beginn auch mehr Besinnung u. In-sich-gehen. Aber wenn ich zurückdenke -noch bevor die liturg. Änderungen eingeführt wurden (Ich war ca. 35 J. alt) erinnere ich mich daran, wie festgefahren inzwischen die alte, langgeübte Form doch so ablief.

    • Eine Ergänzung zu meinem vorher. Komm.: seit 11 J. singe ich in einer auch von mir gewünschten Choralschola unter sorgfältiger Anleitung eines jungen, tüchtigen Kantors u. Organisten. Er schult uns mit großer Sorgfalt (ohne pingelig zu sein). Anfangs erlebten wir, daß etliche, auch gläubige Leute schimpften: „So was Altes, das ist doch eigentlich passe‘ ! Das gehört doch heute nicht mehr in unsere Zeit!“ Aber wir, mit unserem eifrigen, gläubigen Kantor ließen uns davon nicht beirren. Heute hören wir fast kein „Meckern“ mehr. Offenbar hat die sorgfältige, engagierte Art, wie wir die Gregor. Gesänge pflegen doch viele ursprüngl. Ablehner verstummen lassen und auch überzeugt. Jedenfalls die vorherige Ablehnung vor allem bezgl. des latein. Textes („den doch heute fast niemand mehr verstehe, außer einigen ehem. Gynasiasten …“), auch von dort her ist nun die anfangs heftige Ablehnung eigentlich nicht mehr bewußt zu hören. Ist das nicht auch ein deutliches Zeichen dafür, wie wir innerhalb unseres kirchl. Lebens auf vernünftige, kluge Weise mit doch alten Formen, die einem wie inzwischen ausgefahrene Ackerwegspuren vorkommen, so erneuert umgehen, wobei am ursprünglichen Lehr-Inhalt festgehalten wird, aber die äußeren Formen so verändert werden, daß die Menschen von h e u t e mitgehen und dem überlieferten Glaubensinhalt auch nachfolgen und ihn, möglichst sie selbst auch bereichernd an- u. übernehmen können. (Bezgl. „Veränderung der Form“ und „Festhalten am Inhalt“, hat sich der bekannte Zisterzienserpater Karl Wallner, Heiligenkreuz wiederholt geäußert.) Es ist doch unleugbar, daß Menschen jeweils in ihrer Zeit „alte“, überlieferte Glaubensinhalte deshalb nicht annehmen und nachvollziehen können, weil sie allzu sehr in einer Form festgehalten und angeboten werden wollen, die ihnen Heute fremd und nicht verstehbar ist. Also: unbedingte Treue zum überlieferten Inhalt des kath. Glaubens, aber aufgeschlossene, kluge Beweglichkeit in den Formen. = Jesus und Paulus…

      • Danke für Ihre erbauende Wortmeldung. Ich denke unter anderen Bedingungen ähnlich!

  9. Manchmal fügt es sich!

    In der Früh diesen Artikel gelesen, mich mit der Zeit verspekuliert zu spät für die Messe am Ort. Abendmessen gesucht. Gefunden an einem Ort, dessen Kirche ich bisher nur von außen kannte.

    Sehr schöne Dorfkirche, kein Volksaltar, in den Bänken eine Sammlung Kirchenlieder aus dem „Laudate“ neben dem „Gotteslob“, am Beichtstuhl eine Klingel, an der Außenwand eine Gedenktafel für die gewesenen Priester inkl. des gegenwärtigen: NAME von 1998 – .

    Der Pfarrer (um die 45) im barocken (?) Meßgewand zelebriert die Neue Messe genau so, wie ich glaube, daß unser vormaliger Papst sich das gewünscht hat.

    Im Nachgang will ich bemerken, daß in vorkonziliaren Zeiten zu wenig für das Verständnis der Messe getan wurde und danach überhaupt nichts. Denn dann hätte man sich ja festlegen müssen.

    Deshalb danke für diesen Artikel.

  10. Ausgangspunkt dieses Artikels war die seltsame Behauptung des Bloggers Cordialiter, dass die Alte Messe wieder die ordentliche Form des römischen Ritus sei, wenn die Messe Paul VI. würdig gefeiert würde.
    Im Umkehrschluss würde das heißen, dass seit Jahrzehnten die größte Mehrheit der Hierarchie und der einfachen Priester ohne Ehrfurcht die Neue Messe zelebriert, denn diese übergroße Mehrheit denkt gar nicht daran, zum klassischen römischen Ritus zurückzukehren. Letztlich hätte sogar Kardinal Ratzinger – Papst Benedikt nie die Eucharistiefeier – dank Cordialiter sträuben sich meine Finger – würdig und mit Ehrfurcht gefeiert. Denn er dachte nicht daran, zur Tridentinischen Messe zurückzukehren, er sprach sich immer für eine Reform der Reform aus.
    Die ‚dogmatische katholische Kirche‘, die Kirche bis 1962, war für ihre Logik bekannt. Die nicht mehr dogmatische Konzilskirche gleicht inzwischen einem Narrenhaus, was ihre Logik anbetrifft.
    Nun ist Cordialiter kein offizieller Vertreter der Kirche, er ist ein Blogger. Aber dass sein Beitrag veröffentlicht und ernsthaft diskutiert wird, ist ein bedenkliches Symptom.
    Um mich verständlich auszudrücken: Es geht hier nicht um die Bewertung des NOM. Es geht darum:
    1.Er wurde nicht geschaffen, um bei würdiger Zelebration zur „Alten Messe“ zu führen, er sollte sie auslöschen.
    2. Nachweislich wird er angefangen vom ehemaligen Papst Benedikt bis zum einfachen Landpfarrer auch würdig und ehrfürchtig zelebriert, ohne dass diese einen Gedanken daran verschwenden, zur „Alten Messe“ zurückzukehren.
    3. Cordialiter nimmt also in diesem Fall die Realität nicht wahr. Entweder baut er vor sich hin bloggend Luftschlösser, oder er stiftet bewusst Verwirrung, in dem Sinne: Seht doch, der Unterschied zwischen alter und neuer Messe ist nicht wesentlich.
    Letztlich sollte dann auch die FSSPX ihre Dickköpfigkeit aufgeben und den NOM als legitim anerkennen. Damit sie möglichst bald in den Schoß der Konzilskirche zurückkehren kann.

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